Eine ganz kurze Geschichte der Verrohung

Zeitungsstand
Andreas Bohnenstengel, CC BY 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) verlässt die Plattform X. Grund: Die dortige Verrohung sei nicht mehr erträglich. Die SZ ist daran so unschuldig, wie jede andere Tageszeitung, versteht sich.

Der Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) ist um eine Attraktion ärmer. Die Süddeutsche Zeitung hat mittels eines »vorläufig letzten Posts« ihren Abgang verkündet. Aus ihrer Sicht »macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich.« Die Tageszeitung aus München gibt letztlich nur wieder, was viele Journalisten und Medien aus dem Bereich des Mainstreams laufend wiederholen: X ist nicht mehr auszuhalten, ist zu rechts, zu roh und kann nur Krawall. Seitdem Elon Musk die Plattform übernommen hat, repetieren sie diese Einsicht besonders gerne – als ob Twitter vorher so viel friedfertiger und feinfühliger gewesen wäre.

Grundsätzlich hat die SZ aber durchaus recht. Dieses X ist eine Hölle der totalen Verrohung. Es könnte aber sein, dass der Autor dieser Zeilen und die sich zurückziehende Tageszeitung von ganz verschiedenen Dingen sprechen. Denn die Plattform war für den Mainstream vor einiger Zeit noch ein idyllischer Ort – roh ging es auch damals zu. Aber den rohen Umgang mussten nur Leute und kleine Medienmacher ertragen, die an der veröffentlichten Meinung zweifelten. Denen fummelte die Plattformen Disclaimer unter Posts, die nach Lesart der Regierungsagenda als kritisch erachtet wurden – schließlich sollte jeder sehen, mit welchem Verschwörungsheini und Querdenker man es da zu tun hatte. Nun wird der Chor kritischer Stimmen zunehmend lauter und niemand markiert diese Äußerungen mehr rechtzeitig. Disclaimern ist nicht mehr in. Das Blatt hat sich gewendet, plötzlich entdeckten die Rohlinge von vorher eine Verrohung, die längst Einzug gehalten hatte im öffentlichen Raum. Die SZ ist also nur spät dran.

Chronik einer angekündigten Verrohung

Die Verrohung und der Mainstream: Das ist eine Geschichte voller Missverständnisse – oder besser gesagt: voller moralischer Leugnungen. Seit Jahren befindet sich Deutschland in einem emotionalen Ausnahmezustand. Man könnte sagen, mit Beginn des neuen Jahrhunderts, mit der Etablierung einer neuen Sozialgesetzgebung, die einherging mit der Stigmatisierung von Armut und Arbeitslosigkeit, hat man die Bundesrepublik in eine mentale Schieflage gebracht. Soziale Medien gab es seinerzeit noch nicht; die Verrohung erfolgte von Medienseite.

Arbeitslose, schlimmer noch Langzeitarbeitslose, wurden zu Menschen zweiter Klasse erklärt. Sie galten nicht als Opfer des Systems, das Fehlen eines Arbeitsplatzes wurde ihnen als persönlicher Makel ausgelegt. Ja, sogar als etwas, was in ihrem Charakter angelegt sei. Der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, ein Mann, der ein Glas Bier in weniger als zwei Sekunden den Rachen hinabströmen lassen konnte – was seine größte Qualifikation für ein Ministeramt gewesen sein dürfte –, ließ eine Broschüre für sein Haus drucken, in der Arbeitslose mit Parasiten gleichgestellt wurden. Das war das Klima in jenen Jahren – total verroht. Voller Verachtung sprach man von denen, die Transferleistungen bezogen, denen es am Ende des Monats an Geld und manchmal auch an Brot mangelte. Das Wort von der »Hassrede« war noch nicht geboren, aber das Phänomen gab es schon. Wenngleich nicht auf Plattformen wie Facebook oder X, denn die gab es noch nicht. Politisch interessierte User zogen sich in Foren zurück, die wenig Aufmerksamkeit erzeugten, dort blieb man unter sich – der Mainstream konnte somit gänzlich ungeniert gegen die Habenichtse zu Felde ziehen. Der Unfug, der in Talkshows zu dieser Sache verbrochen wurde – Minister Clement erfand beispielsweise Zahlen zur mangelnden Erreichbarkeit von Arbeitslosen –, blieb ziemlich unkommentiert. Sicher, es regten sich einige in den schon genannten Foren auf. Aber wer bekam das denn mit?

Gut, ein Stück weit fair muss man sein: Die SZ hatte – und hat – Heribert Prantl. Der kritisierte regelmäßig, wie die Politik und die Medien mit Menschen umgingen, die keiner Arbeit nachgehen konnten. Aber Standard war dieses Verständnis freilich nicht. Wenn Medien aus dem Mainstream heute kritisieren, wie verroht die Stimmung im Lande und insbesondere in den Netzwerken ist, dann vergessen sie, dass sie damals ein Monopol innehatten, das ihnen erlaubte, unkontrolliert verroht über Menschen im Lande zu sprechen, die keine Lobby hatten und sich demgemäß nicht wehren konnten. Deren Protest gegen den Sozialabbau, immer wieder montags in verschiedenen Städten, wurde schnell als eine freche Aktion von Leuten hingestellt, die auf den Zug der Montagsdemonstrationen aufstiegen, die Jahre zuvor die DDR an ihr Ende brachten. Sie hätten eine gute Sache gekapert, um ihre rückwärtsgewandte Agenda zu transportieren, so die Einschätzung – die Bürger hatten keine Möglichkeit, sich gegen solcherlei Interpretationen zu wehren. Sie galten als Sozialromantiker, was damals ungefähr so herabsetzend gemeint war, wie heute der Russlandversteher.

Belehren statt berichten

Damals nahm die Verrohung ihren Anfang. Medien begriffen sich als verlängerter Arm des politischen Reformwillens und Reformeifers. Kaum ein Mainstreammedium zweifelte am Kurs des Sozialabbaus – eine neue Zeit schien angebrochen, ab jetzt war jeder eine Ich-AG, wer wirklich wollte, der konnte angeblich hoch hinaus. Das kapitalistische System hatte gewonnen, das Ende der Geschichte sollte auch ein Ende des Sozialstaates bedeuten. Dass Reformen immer notwendig sind, ist freilich eine Binsenweisheit – aber man etablierte damals ein gänzliches neues Menschen- und Gesellschaftsbild. Der Ellenbogen wurde zum Sinnbild einer Republik im Aufbruch. Der Verantwortlichen schwebte eine Kreatur vor, die nur existiert, damit sie sich in den Markt integrieren kann. Flexibel sollte sie sein – und jederzeit erreichbar und einsetzbar. Wer auf seiner Scholle klebte, den würde das Leben bestrafen – und warum sollte die Allgemeinheit jemanden in Lehrte mit Arbeitslosengeld unterstützen, wenn er im Schongau Geschirr spülen kann? Das mit der Scholle wiederholt der Verfasser dieser Zeilen oft. Damals war er selbst arbeitslos und der für ihn zuständige Fallbeauftragte im Arbeitsamt erklärte dem damals noch jungen Mann, wie es sich mit dem Festkleben auf einer Scholle verhalte: man käme zu nichts. Daher muss man sich entscheiden: Heimat, Familie, Freunde, regionaler Bezug – oder Mobilität und Flexibilität? Auch das war Verrohung in der Amtsstube.

Diese Logik des Humankapitals, welches keine Rücksichten mehr nehmen sollte auf Familie, Freunde und Heimat, sollte den Bürgern Gewissheiten nehmen, sie willfährig machen für die Notwendigkeiten des Marktes. Die Linken, damals noch im Widerstand gegen diese neoliberale Revolution des um sich greifenden Nihilismus, machten es dem Kapital dennoch einfach: Denn das griff – wie schon erwähnt – den Heimatbegriff an, der Mensch sollte Globalist sein, nicht Wesen in einem lokalen Bezugsrahmen. Da man »unter Linken« Heimat ohnehin für ein rechtes Konstrukt hielt, adaptierten sie diesen Begriff nicht etwa in weiser Voraussicht, sondern verwarfen ihn wie die Reformer. Auch diese Heimatfeindlichkeit war Teil einer verrohenden Agenda, denn sie würdigte Menschen, die gerne in ihrer Stadt, in ihrem Landkreis lebten, schnell als rechtsextrem ab.

Längst hatte der Mainstream damit begonnen, seine Berichterstattung zurückzufahren, um sie durch Belehrung zu ersetzen. Besonders deutlich wurde das ab Herbst 2015. Die kritischen Stimmen, die die Grenzöffnung der Merkel-Administration fassungslos begleiteten, die ganz verschiedene Kritikpunkte aufzählten, wurden allesamt nicht nur abgewürgt, sondern mit roher Hand in die »rechte Ecke« gedrückt. Wer Bedenken hatte, dass seine Kommune diesen neuen Kurs nicht bewältigen konnte – finanziell wie gesellschaftlich wie kulturell –, wurde vom Mainstream schnell abqualifiziert. Sigmar Gabriel nannte besorgte Bürger – ein Label, dass später von den Medien verächtlich genutzt wurde – als »Pack«. Nette Herrschaften waren die, die herumschrien und pöbelten ganz sicherlich nicht. Aber Bürger von oben herab mit unflätigen Bezeichnungen zu belegen: Das war ein Dammbruch.

Zeitung spielen im luftleeren Raum?

Damals hätte es eine Brandmauer gegen die Verrohung der Eliten und ihrer Medien gebraucht. Aber die schossen sich immer weiter ein auf Menschen, die gewisse Fragen innerhalb der deutschen Gesellschaft grundlegend anders beantwortet sehen oder sie zumindest mal stellen wollten. Man versagte ihnen den Diskurs, stigmatisierte sie sogar noch und rückte sie in die Nähe von Leuten, die einst in der Wehrsportgruppe Hoffmann Hoffnungsträger und in den erzählten SS-Abenteuern des Großvaters Geschichten aus einer liebevollen alten Zeit sahen. Das war unwürdig – und es war roh. Der Medienbetrieb blieb seltsam eindimensional, mischte mit bei der Pathologisierung Andersdenkender. Dass Ostdeutschland heute als ein dunkler Ort gilt, an dem die Menschen tendenziell vom Sozialismus in den Neonazismus transformierten, hat mit genau jenen Mainstreammedien zu tun, die sich jetzt über die Verrohung in Gesellschaft und Netzwerken ärgern – und die nun aus letzteren flüchten wollen, weil sie es für unerträglich halten.

Wohin konnten denn die Bürger flüchten, wenn sie medial in Ecken gerückt wurden, in die sie nie wollten? Hat die mal jemand gefragt? Auch sie fanden den Umgang, den man ihnen und anderen Bürgern angedeihen ließ, unerträglich. Doch was hätten sie tun können? Man entkommt zwar X, aber nicht jenen Medien, die noch immer die Deutungshoheit im Land beanspruchen – und auch innehaben, wenn man mal ehrlich ist. Muss man dann noch über Corona sprechen und der Art und Weise, wie man mit Bürgern umging, die mit der Maßnahmenpolitik nicht zufrieden waren? Für viele gilt Corona als Beginn der medialen Verrohung; erst ab diesem Zeitpunkt soll sich angeblich der Vertrauensbruch zwischen Mensch und Medien vollzogen haben. Doch Corona füllte das Fass, das schon fast bis an den Rand gefällt war, mit den letzten Tropfen, die zum Überlaufen notwendig waren. Schon vorher war der Bruch angelegt, war schon mehr als ein Haarriss – ja, war teils auch schon vollzogen. Und die SZ lief – wie der gesamte Mainstream – zur Hochform auf in diesen Jahren; jeder Kritiker galt als potenzielles Opfer, das man in Grund und Boden schreiben durfte und musste. Verrohung? Ja, wo kommst du nur her?

Natürlich kann man sich von X zurückziehen, wenn man das für geboten hält. Vielen täte es ohnehin gut, aus der Parallelwelt schnell hingerotzter Kurznachrichten auszubrechen. Denn in diesen Netzwerken wartet nur der Wahnsinn – wer zu viel Zeit dort verbringt, kann eigentlich nur krank werden. X zu verlassen und dabei zu jammern, weil einem die Verrohung dort zu zusetzt, während man selbst nach eigener Einschätzung stets bemüht freundlich war: Das ist der üble Beigeschmack, den man den Mainstreammedien nicht durchgehen lassen sollte. Denn es war der Mainstream, der die Verrohung nicht nur begünstigt, sondern strikt forciert hat. Meinten die Tageszeitungen und Talker im Lande wirklich, sie bewegen sich mit ihrem Hass und ihrer Hetze im luftleeren Raum? Und wollen sie Bürger haben, die man je nach politischer Agenda mit Schmutz bewerfen kann und die einem diese Aktion nie krummnehmen? Falls ja, dann wollen sie dumme Bürger – und weil es offenbar viel weniger Dumme gibt, als sie erhofften, verlassen sie nun Social Media und weinen über die Verrohung, die über sie kam, wie ein Unwetter, das sie nicht haben kommen sehen. Fühlt sich nicht schön an, wenn man roh angegangen wird, oder SZ?

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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10 Kommentare

  1. In einem Selbstexperiment habe ich vor Jahre mal einen Account bei Twitter angelegt und mir das ganze für genau 3 Monate angesehen. Danach war mich klar, dass ich und die „sozialen“ Medien nie zusammen kommen werden.

    1. Die verhetzen im Auftrag der herrschenden Klasse, um die tatsächlichen Verhältnisse zu vernebeln und die Wut der Menschen auf die falsche Fährte zu locken. Ein altbewährtes Mittel des Erhalts der Herrschaft.

      1. Die Römer erkannten das bereits „divide et impera“
        Es eignen sich innere Feinde – Langzeitarbeitslose, Rentner (kosten zu viel), alte weiße Männer, Menschen, die ihre Kultur beibehalten wollen (Rechte), Autofahrer, AfD/BSW – Anhänger,
        sowie, und fast noch besser äußere Feinde – die Russen! (wollen bald angreifen), China.

  2. Hass und Hetze gegen Russen, Iraner, Palästinenser und alle die sich den westlichen Kolonialherren nicht unterwerfen wollen von der Regierung und den Medien praktiziert und gefördert und dann regt sich die SZ auf, meint es wäre unerträglich?
    Hat die SZ jemals die Regierung dafür kritisiert oder hat sie ihre eigene Berichterstattung geändert?
    NEIN! Sie ist selbst Teil dieses Netzwerks!

    Damit kann die SZ allenfalls ein paar Omas die gegen Rechts sein wollen aber selbst Rechts sind beeindrucken

  3. Bei X schau ich nur selten mal vorbei, bei FB oder YT öfter mal. Die sogenannten „Mainstream-Medien“ haben ja auch dort oftmals ihre Beiträge, die man zum Teil auch unzensiert kommentieren kann. Aber oft ist auch die Kommentarfunktion von vornherein deaktiviert, weil sie wissen, dass sie Gegenwind aushalten müssten in Anbetracht ihrer einseitigen „Vorträge“.
    Dass sich SZ aus X verabschiedet, hat meines Erachtens weniger mit einer „Verrohung“ der dort aktiven Mitglieder zu tun, sondern ich vermute eher damit, dass die Plattform von Musk übernommen wurde, der ja seit er auf Trumps Seite steht auch zum Feindbild der global-liberalen Propagandapresse a’la SZ, NZZ, Spiegel, FAZ, FR, TAZ, sowie dem gesamten deutschen TV-Spektrum zählt.
    Als Tesla und Musk noch schön grün-woke waren und somit die Propaganda der „menschengemachten Klimakatastrophe“ mit dem Ausweg „E-Mobilität“ unterstützten, war noch alles gut mit Musk.

  4. Der Artikel ist ein Paradebeispiel für „Nachrichten“ aus der medialen Filterblase. Interessiert keine Sau, ob die SZ oder sonstwer seinen Account bei X-, FB oder sonstwo schliesst. Warum nicht? Na weil es scheissegal ist. Das fällt in die selbe Kategorie wie der „Skandal“ um Ulmen uva.. Alles Themen die völlig irrelevant für die Menschen sind, ausser natürlich denen, die in der medialen Filterblase wohnen, die diese Themen hervorbringt. So erspart man es sich Artikel über Themen bringen zu müssen, in die man sich für einen guten Artikel erst einarbeiten müsste.

  5. „Man könnte sagen, mit Beginn des neuen Jahrhunderts, mit der Etablierung einer neuen Sozialgesetzgebung, die einherging mit der Stigmatisierung von Armut und Arbeitslosigkeit, hat man die Bundesrepublik in eine mentale Schieflage gebracht.“

    Die Stigmatisierung (erweitert um Alte, Rentner, Denkende und und und) war nicht überseh- und hörbar; dennoch machten sich ohne Not eher mehr als weniger diese zu Eigen.
    Auch im aktuellen Zeitgeist erfreut sich dieses Prinzip breitflächig wachsender Beliebtheit.

    Allerdings ist das Forcieren nur eine Seite der Medaille.
    Die andere ist es, sich (overtonisch alternativ) konsequent, aber laut auszuschweigen, trotzdem tatsächlich relevante Themen zuhauf auf der Straße liegen und regelrecht um Beachtung betteln.
    Finde den Unterschied!

  6. In Deutschland haben wir wieder eine gleichgeschaltete Gesinnungs-( Terror- )Presse – flankiert von den Staats-Regieungs-ÖRR -, die wohl in ihrer Art erschreckend einzigartig in der EU bzw. den sog. ‚westlichen Demokratien‘ ist. Diese Presse kriegt es in der Summe nicht einmal mehr hin, beispielsweise Nachricht, Meinung / Kommentar ( man nennt derlei politisch ‚richtig‘ „Haltung“ / „Einordnung“ ) und Glosse voneinander zu trennen. Evidenz basierte Erkenntnisse? Immer mehr Fehlanzeige.

    Das Lügen durch Weglassen erreicht olypionikische Höhen. Hinzu tritt ein widerlicher politischer Fanatismus. Sodann die Verhunzung der deutschen Sprache …

    Niemals habe ich die Gleichschaltung vieler Medien in Deutschland so stark wahrgenommen wie seit August 2015 bzw. dem 24.02.2022. Fürchterlich und grauenhaft. Hinweise auf Analogien der Nazizeit sind deshalb hilfreich und angebracht.

    Fazit: Die SZ braucht kein Mensch! Hofberichterstattung gedungener Lohnschreiberlinge ist ebenfalls überflüssig. Leider wiederholt sich Geschichte in Deutschland in Teilen. Mediale Hinrichtungen haben wir bereits zuhauf, gepaart mit pseudodemokratischem Empörungsmanagement gegen anders Denkende – früher sprach man von Verstößen gegen das „gesunde Volksempfinden“. Da musste dann die SA zuschlagen. – Und ja, die Selbstzensur feiert Auferstehung: Im Giftschrank der ARD Sechs „Tatort“-Ausgaben dürfen nicht wiederholt werden ( https://www.focus.de/kultur/kino-tv/sechs-tatort-folgen-duerfen-nicht-mehr-wiederholt-werden_e54af148-055a-4b47-874e-5fb286fecd1b.html ).

    Literaturhinweise
    Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen ( 1947 )
    Ders.: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 – 1945
    Hannes Heer ( Hg. ): Im Herzem der Finsternis. Victor Klemperer als Chronist der NS-Zeit
    Cornelia Schmitz-Berning: Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus ( https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42752/sprache-und-sprachlenkung-im-nationalsozialismus/ )
    Horst Dieter Schlosser: Sprache unterm Hakenkreuz: Eine andere Geschichte des Nationalsozialismus

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