Ein Land, auf das man keinen Anspruch haben darf?

Aerial view of Rhine River near Frankfurt
Sdkb, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Viel Empörtes wurde über einen Satz berichtet, den AfD-Mann Siegmund sagte. Demnach wolle sich seine Partei »unser Land« zurückholen. Was an dieser Parole – übrigens oft auch von Linken skandiert – falsch sein soll, kann man bestenfalls herbeikonstruieren – aber nicht begründen.

So neu ist der Spruch nun wahrlich nicht: Wir wollen uns das Land zurückholen. Neulich hat ihn Ulrich Siegmund gebracht. Einige Jahre ist es her, da hat man Hubert Aiwanger, den Vorsitzenden der bayerischen Freien Wähler, zum Vorwurf gemacht, dass er diese Sentenz formulierte – bei Markus Lanz wurde er dafür gegrillt. Der ZDF- Scharfrichter biss wild um sich, als habe der Niederbayer gar Schreckliches kundgetan, als bedeute die Rückholaktion des Landes ungefähr dasselbe, wie die Errichtung eines Flächennetzes von Arbeitslagern. Dabei hat auch Aiwanger diesen Spruch nicht erfunden – auch nicht die Nationalsozialisten, die hierzulande stets zuerst verdächtig werden. Ja, er lässt sich noch nicht mal ideologisch einhegen, weil so mancher Rebell und Freiheitskämpfer ihn ebenso benutzte, wie es Rabauken und Radikale taten. Der Spruch dürfte so alt wie die Menschheitsgeschichte sein – zumindest wie jener Teil dieser Geschichte, der sich in den Grenzen von staatlichen Gemeinwesen abspielte.

Nun also Siegmund. Prompt erntete der Spruch reichlich Empörung. Als sei es ein Skandal, dass ein Politiker in Aussicht stellt, dass es ein Land geben könnte, das anders ist jenes, in dem wir heute leben. Gehört das Land den Bürgern? Oder ist es nicht so, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, dass eine Politik betrieben wird, die die Menschen mehr und mehr entmündigt und enteignet? Hat der AfD-Politiker das gemeint? In Ansätzen vielleicht – der Rest ist Interpretation. Ob er – ob seine Partei – nun wirklich wollen, dass das Land zurückfällt an die normalen Menschen – oder an die Deutschen? – sei wirklich mal dahingestellt. Aber der Skandal ist doch an völlig anderer Stelle zu suchen: Warum fordern nicht viel mehr Politiker, gerade auch aus anderen Parteien, dass das Land wieder ein Ort wird, an dem Menschen gut und gerne leben – und das nicht in Händen von Konzernen, Interessensgruppen und superreichen Tunichtguten liegt?

No Counrty for Old Men?

Das eigene Land nicht mehr zu erkennen: Das ist eine Wahrnehmung, die viele Menschen in Deutschland umtreibt – vermutlich ist es auch an anderen Orten dieser Welt ähnlich. Warum man dieses Gefühl hat, mag mannigfaltige Gründe haben – ja, auch ganz unterschiedliche Gründe. Aber es drängt sich den Zeitgenossen auf. Und es ist ja, das wollen wir gleich voranstellen, nicht nur ein Gefühl. Viel hat sich im Lande verändert, seit Jahrzehnten plagt die Menschen die Erkenntnis, dass die Zeiten des Aufschwungs, der Zuversicht, sozialliberaler Reformen und wirtschaftlichen Vorankommens längst verstrichen sind. Sie spüren, dass das Land in die Hände der Raffgier fiel, auch der gezielt eingesetzten Dummheit – das Land, in dem sie aufwuchsen, in das sie gebettet waren, ist ihnen abhandengekommen. Nun werden manche einwenden, dass dieses Land nie existiert habe – und ja, die Verhältnisse waren nie so, dass den Bürgern das Land je gehörte. Aber dennoch kennen sie eine nationale Kultur, die wenigstens in Stücken darum bemüht war, Teilhabe zu sichern – die Mächtigen geben sich längst nicht mehr dieses Anspruches hin. Die Bürger sind so fremd im eigenen Land, wie sie es zuvor nie waren. Etliche glauben sich heimatlos. Sie kennen ihr Land nur noch im Notfallmodus, im Mangelbetrieb und spüren, dass es sich systemisch stark verändert hat – und das sicher nicht zu Gunsten der Bürger.

Es gibt verschiedene Ursachen, weswegen Menschen im Hier und Heute mit den Zuständen im Land hadern – und weswegen sie der Ansicht sind, dass man sich das Land doch eigentlich zurückholen müsste. Dass man diesen Ausspruch in das rechte Lager verfrachtet, es in Deutschland zuweilen als Ausdruck nationalistischer Tümelei und nationalsozialistischer Reminiszenz einordnet, ist sachlich kaum zu begründen – emotional mag man aus historischen Gründen Bauchschmerzen haben. Aber was ist daran verwerflich, wenn die Menschen eines Landes den Anspruch formulieren, dass das Land, in dem sie leben, auch ihr Land sein sollte? Ist das grundsätzlich sofort stockkonservativ, rechts oder gar rechtsextrem? Oder megarechts, wie man nun zuweilen auch bei denen liest, die den Nationalsozialismus als Wiedergänger durch die Lande wandeln glauben? Müßig darauf zu verweisen, dass rechts im Bezug auf das Phänomen des Nationalsozialismus nicht zutrifft, er war eine Melange aus verschiedenen ideologischen Richtungen – es ist hier aber auch nicht unser Thema.

Ist es also relevant, wer sein Land zurückholen will? Wenn es linke Demonstranten oder woke Social Justice Warriors fordern, dass sie sich das Land zurückholen wollen, ist es völlig in Ordnung und ein Zeichen von progressiver Haltung? Die Regenbogenflagge an Ministerien: Ist das eine Rückholaktion, der man applaudieren darf? Auch dann, wenn einen das Gefühl plagt, dass es eher einer Umerziehung entspricht als einer Rückkehr zur Aneignung des Landes? Wenn jedoch alte weiße Männer darüber schwadronieren, dass sie am Wandel der Gesellschaft nicht beteiligt sind, sollte man sofort das Schreckgespenst des wiederauferstandenen Faschismus an die Wand malen? No Country for Old Men? Dürfen Konservative und Traditionalisten gar nicht erst die Hoffnung hegen, dass dieses Land auch ihres sein könnte? Sollen sie mit dem Gefühl zu leben lernen, fortwährend fremd zu sein in den eigenen Gefilden? Haben sie zu akzeptieren, dass ihre Steuergelder in eine Bewusstseinsindustrie gesteckt werden, die als Vorfeldorganisationen eines nimmersatten Parteienapparates fließen?

This country could be made for you and me

Dass wir uns bitte recht verstehen: Siegmund von der AfD fiel zuletzt mit diesem Satz auf – und wie gesagt, es ist skandalös, dass das niemand anderes so formuliert. Diese AfD steht aber nicht abseits des eben so benannten »nimmersatten Parteienapparates«. Deswegen darf man berechtigte Zweifel hegen, wie aufrichtig so ein Satz gemeint sein kann, ganz gleich von wem aus dem Parteienfilz sie stammt. Ihn allerdings zum Ausdruck einer diabolischen Haltung machen, weil sich da jemand erdreistet, die Frage nach dem Land zu stellen, der aus dem konservativen Milieu stammt, ist unlauter. Freilich kann man ihm unterstellen, was er gemeint haben könnte – und ja, da gibt es Lesarten, die einem nicht gefallen mögen. Man kann aber jedem nur vor dem Kopf schauen.

Diese Floskel von dem Land, das man sich holen oder gar zurückholen will, ist keine spezifische »rechte« Parole. Reichlich Unabhängigkeitsbewegungen auf dieser Welt, oftmals unter starkem linkem Einfluss, haben vom Vaterland und »unserem Land« gesprochen – und vor allem eingefordert, dass es »unser Land« sein sollte. Die Sandinisten bemühten das patria häufig, sie wollten, dass Nicaragua nuestro pais wird. Der Bolivarismus des Hugo Chávez spielte auch damit. Chávez selbst erklärte in seinen Sendungen (»Aló Presidente«) häufig, dass sein Land verschenkt wurde, es wurde den Eliten überlassen – und den Ausländern –, aber: »nosotros lo estamos recuperando«, wir holen es uns zurück. Ähnliche Parolen vernahm man von der Landlosenbewegung in Brasilien – und auch Salvador Allende strebte an, dass sich die Chilenen ihr Land zurückholten. Der Ausspruch findet sich also links häufig, im Grunde könnte man ihn zurückführen bis ins vorrevolutionäre Frankreich. Es waren die linken Kräfte, die Jakobiner, die sich das Land zurückholen wollten – Rousseaus Gesellschaftsvertrag legte nahe, dass es mal ein Land gab, das allen gehörte. Die Staatswerdung – im Grunde die Zivilisierung der Gesellschaft, die sich dann als Gemeinwesen formiert – hat das Land Akteuren in die Hand gegeben, die es für sich nutzten und anderen jede Deutungshoheit versagten.

Käme heute jemand auf die Idee, wenn aus dem linken Orkus mal wieder die Losung zu vernehmen ist, wonach sich das Land zurückzuholen sei, auf die Jakobiner zu rekurrieren? Müsste man damit rechnen, dass jemand erklärt, diese Aussage sei menschenverachtend, weil ja schon mal linke Kräfte das Land einholen wollten und dabei 30.000 bis 40.000 Menschen getötet haben, viele davon durch die Guillotine? Dennoch war der Aspekt, dass das damalige Frankreich nicht allen gehörte, ja gar nicht von der Hand zu weisen. Danach wurde das Land allerdings auch kein Ort, an dem jeder zu seinem Recht kam. Eine bestimmte Klientelgruppe holte sich das Land zurück – nicht für alle, nur für sie selbst. Wie dem auch sei, interessant ist an dieser Stelle nur, wie tief man in die Mottenkiste zu greifen gewillt ist, wenn jemand aus dem konservativen Lager eine solche Parole im heutigen Deutschland verkündet. Dabei wird der Aspekt, ob an der Aussage etwas Wahres zu finden sein könnte, völlig ausgeblendet. Gehört das Land, gehört dieses Deutschland, so wie es jetzt aufgestellt ist, den Bürgern? Muss man das bejahen, weil man wählen darf? Oder darf man ein etwas weitreichenderen Anspruch an das Land stellen, in dem man lebt – oder besser gesagt: in dem man gerne leben würde?

Ein Land, in dem die Bürger gut und gerne leben?

Der Satz, wonach wir – wer immer das nun ist – uns das Land zurückholen müssen, gilt mittlerweile schon als Anschlag auf die öffentliche Ordnung, als Ausspruch, der den Staat delegitimieren möchte. Denn immerhin sagt man ja damit auch, man wolle ein anderes Land, vielleicht eine andere Verteilung und Schwerpunktsetzung. Eine neue Ordnung gar? Man greift also die Eliten an. Und wer die angreift, kann nur antidemokratisch eingestellt sein. Und weil wir in Deutschland sind, kann jemand, der dergleichen fordert, nur mit den bösen Kräften deutscher Vergangenheit im Bunde stehen – also holt man dieses Schreckgespenst aus der Kiste, als bestehe alle deutsche Vergangenheit lediglich aus jenen schauerlichen zwölf Jahren und habe sonst nichts zu bieten. Die konservativen Kräfte, die um 1848 herum die bürgerliche Demokratie installieren wollten, hatten aber denselben Anspruch: Sie wollten sich das Land zurückholen und kämpften noch immer gegen den bereits verblassenden Glanz der absoluten Monarchie an. Steht also jemand Konservatives, der diesen Ausspruch heute tätigt, in der Nachfolge der Nationalsozialisten oder vielleicht doch in der der Reformer des Vormärz?

Dieses Land war nie als Kleiner-Leute-Staat geplant – kein Staat war das je, auch dann nicht, wenn er sich Arbeiter- und Bauerstaat nannte. Gerade dann nicht. Das muss man völlig unromantisch sehen. Aber es gab schon Zeiten, in denen den Bürgern noch mehr Bedeutung beigemessen wurde. Längst haben sich Volksvertreter von den Normalsterblichen separiert, die Ansprache erfolgt im Soziolekt der Public Relations, überall werden Dienstleister zwischengeschoben, das Leben ist kommerzialisiert wie nie – und eine Bewusstseinsindustrie versucht täglich, die Menschen so zu erziehen, dass sie für die Nutznießer der Landnahme gefügig bleiben. Und ja, natürlich ist ein Aspekt dieser Entfremdung zum eigenen Land, auch die Internationalisierung der Bevölkerung, der Umstand, dass man in deutschen Großstädten bereits auf Englisch bedient und verwaltet wird, als sei der völlig normale Usus und nie anders gewesen. Schulklassen, in denen die Landessprache nicht mehr stattfindet, sind tatsächlich längst Normalität. Ganze Stadtteile verlieren ihre Identität, werden zu Sammelwohnplätzen für die Ausgestoßenen und Zugereisten, eine bürgerliche Gesellschaft nach altbekanntem Muster findet sich dort nicht mehr. Darf man denn das nicht mehr monieren? Ist es wirklich so ungeheuerlich und einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus wert, wenn man glaubt, es gäbe daher einen Grund, sich das Land wieder zurückzuholen?

Sicher, dem Nämlichen, der neulich mit dieser Parole hausieren ging, unterstellt man, er träume von Remigration. Ist die folgende Frage noch erlaubt? Wie wollen wir denn mit denen umgehen, die keine Aufenthaltsgenehmigung haben und seit Jahren dennoch im Lande verweilen? Ja, viele haben noch nicht mal eine Duldung. Darüber muss man sprechen können. Aus dem Thema eine »ethnische Säuberung« zu machen, wie es der Bundeskanzler neulich im Bundestag tat, ist dermaßen übergeschnappt und zeugt auch von Unkenntnis, dass man sich wirklich fragen muss, welche Psychose die Deutschen da frönen. Sie stochern irre in der nationalen Vergangenheit herum und glauben, über diesen Umweg die Gegenwart und gar die Zukunft interpretieren zu können. Wenn dann etwas zu vernehmen ist, dass mit dem Land zu tun hat, mit »nationalem Selbstbewusstsein«, das ja immer in so Losungen wie jenen von der Rückholung enthalten ist, dann schnappt irgendetwas über, das für den Rest der Welt nicht recht erklärbar ist und nur Verwunderung auslöst: Warum lehnen die Deutschen ihr Land so dermaßen ab? Der Skandal an der ganzen Sache ist, das sei zum Schluss nochmals wiederholt, dass nur Siegmund – und vor einigen Jahren mal Aiwanger – meinten, das Land sei zurückzuholen. Warum nicht Bas? Wieso nicht Dröge oder Reichinnek? Wollen diese linken Empowerment-Grazien etwa nicht, dass das Land den Bürgern gehört? Man darf es fast vermuten.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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33 Kommentare

  1. Mein Land.LOL. Deutschland ist nicht mein Land. Mir gehört nicht einmal ein einziger Quadratmeter. Ich bin nur ein verdammter Mieter.
    Die Bonzen können von „mein Land “ schwadronieren. Wir anderen sind Landlos.

    1. „Mein Land. LOL.“

      In Magdeburch, der Hauptstadt von SA, leben 79% zur Miete, das ist 20%-Punkte über dem Bundesdurchschnittswert von 58%. Sie alle Mieter gehören zu der Gruppe, die Siegmund gewählt haben, um sich irgendetwas „zurückzuholen“. Das einzige, was Siegmund ihnen im Rahmen seiner Rückholaktion ganz konkret anbietet, ist Russischunterricht in Schulen. LOL

  2. Den Schlandlappen-Patrioten wird niemals deutlich werden, dass ihnen, von „ihrem Land“ nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gehört.

    Die genetisch manifestierte Territorialität,
    des Menschen, wie bei vielen Säugetieren vorhanden, zu instrumentalisieren, gehört
    zu bekannten Werkzeugen aus der Kiste
    von Faschisten. Am Lebensraum im Osten arbeitet Brüssel derzeit in der Ukraine.

  3. Wie auch die ersten Kommentare sagen: Das Problem besteht weniger darin, dass Siegmund das eigene Land zurückhaben möchte. Das Problem besteht in der Identifikation derjenigen, die das Land „weggenommen“ haben. Das sind nämlich nicht „die Migranten“ (und auch nicht „die Wessis“).
    Migration verursacht Probleme, keine Frage, und diese Probleme müssen angegangen werden (wenngleich der Migrantenanteil in Sachsen-Anhalt eher überschaubar ist). Auch der Anschluss der DDR hat zweifellos große Probleme verursacht (wie man nirgends besser als in Sachsen-Anhalt sieht). Zurückzufordern ist das Land, in dem man gut und gerne lebt, dennoch von anderen – und hier wird’s haarig: Wo immer man die Expropriateure vermutet – ob man von Kapitalismus, Eliten oder was auch immer redet – es handelt sich um verdammt mächtige Leute und Strukturen.

    1. > Auch der Anschluss der DDR hat zweifellos große Probleme verursacht (wie man nirgends besser als in Sachsen-Anhalt sieht)

      Anscheinend nicht gemerkt wie unsinnig der Satz ist. Das wäre als würde man schrieben die Eingliederung der Indianer hat am meisten Probleme bei den Indianern verursacht. Jetzt?

      > wenngleich der Migrantenanteil in Sachsen-Anhalt eher überschaubar ist

      Auch so einen Bullshit Satz den man öfters liest.
      Ab wieviel % ist es denn nicht mehr überschaubar?

      1. Dann noch mal für alle, die gerne mißverstehen:

        1. Anschluss der DDR: Es geht natürlich nicht um die VON der DDR verursachten Probleme (die gibt’s auch), sondern um die Art und Weise, WIE der Anschluss durchgeführt wurde. Da gab es viele Verlierer und eine Anzahl Gewinner, einige im Westen, wenige im Osten, und nein: es waren nicht „die Wessis“, die allesamt davon profitiert hätten. Jörg Küppersbusch verweist hier auf eine nette Übersicht zu den Zahlungen der Ruhrgebietskommunen für den Aufbau Ost:
        https://www.youtube.com/watch?v=a8GKOvAvn5E
        (und ansonsten kann man sich beim Anschauen des Stückes in Toleranz und Aushalten von Meinungsvielfalt üben! Die Gitarre am Schluss lohnt sich jedenfalls immer.)

        2. Migrantenanteil: Ich empfehle einen Besuch z. B. in Duisburg-Marxloh – da haben die alten Migranten (Türken) Probleme mit den neuen (Rumänen etc.). So etwas muss man sich nicht für Sachsen-Anhalt wünschen – aber wie kommt es zur dortigen Situation, weit im Westen des Reichs? Der dortige Bevölkerungsmix ist nicht (jedenfalls nicht primär) das Ergebnis der 2015er Willkommenskultur und erst recht nicht von Multikulti. Verantwortlich ist

        a. für die „alten“ Migranten die Anwerbung der Gastarbeiter, übrigens unter „konservativer“ Ägide in einer Zeit, in der CDU und F.D.P. deutlich rechts der heutigen offiziellen AfD-Programmatik standen; und

        b. für die Migranten des neuen Milleniums der europäische Binnenmarkt mit Entsenderichtlinie und Arbeitnehmerfreizügigkeit, von den Gewerkschaften durchaus kritisiert und bekämpft, wenngleich (wie üblich) mit angezogener Handbremse.

        Wer hat beides gefordert und durchgesetzt? Das waren die Leute mit der sogenannten „Wirtschaftskompetenz“. Weitere Folgerungen daraus zu ziehen überlasse ich der Leserschaft.

  4. ❓Eine zulässige und berechtigte Frage. Dann muss man allerdings auch die Frage stellen und beantworten:

    1. Wer hat denn den Bürgerinnen/Bürgern dieses Deutschland weggenommen, wenn man es sich wieder zurückholen muss und
    2. von wem muss man es sich wieder zurückholen?

    Und die Antwort ist, wenn man ehrlich ist und sich nicht selbst und andere belügen will: Das waren nicht die Migranten, Asylbewerber, die Armuts- und Kriegsflüchtlinge, die Obdachlosen, die Geringverdiener, die Hungerlöhner und die Hungerleider.

    Das waren neoliberal-konservative Politiker der „bürgerlichen Mitte“, die jahrzehntelang und lange vor der Gründung der 🔷 AfD 2013 von der Mehrheit in Deutschland gewählt wurden. Diese neoliberal-konservativen Politiker aka „Volksvertreter“ machen nicht erst seit 2013 Politik für die „gehobene“ Mittelschicht mit der Ferienvilla am See und den zwei Privatflugzeugen, für die Interessen und das Wohl der reichen Oberschicht und für die „superreiche“ und milliardenschwere Elite“.

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 hatten wir in (West-)Deutschland die Soziale Marktwirtschaft („Wohlstand für Alle“ aka „Rheinischer Kapitalismus). Dann kam in den 1980er Jahren mit Ronald Reagan, Maggie Thatcher und Helmut Kohl der Neoliberalismus (mehr „Eigenverantwortung“, Deregulierung der Finanz-, des Arbeits-, des Wohnungsmarktes und anderer „Märkte“, Privatisierung der öffentlichen Infrastruktur, Real- und Nominallohnsenkungen, Rentenkürzungen, die Agenda 2010 und Hartz IV, Sozialabbau und so weiter).

    Und jetzt kommt der (Neo-)Feudalismus. Das ist eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in der sich extreme Macht und Vermögen bei einer kleinen Gruppe konzentrieren, Verhältnisse entstehen udn Strukturen bestehen, die sich mit dem historischen Feudalismus entsprechen. Kennzeichen für diesen neuen Feudalismus sind unter anderem:

    ● eine extreme Vermögenskonzentration: Wenige Personen und Monopolunternehmen besitzen einen sehr großen Teil des volkswirtschaftlichen Vermögens.
    ● ökonomische und soziale Abhängigkeit: Viele Bürger sind nicht „frei“, sondern wirtschaftlich in hohem Maße von wenigen Eigentümern, Großkonzernen oder Plattformen abhängig.
    ● Macht durch Eigentum/Besitz: Wer über Land, Immobilien, Unternehmen, Daten oder digitale Plattformen verfügt, kann großen Einfluss ausüben und die öffentliche Meinung in seinem Sinne zensieren und manipulieren, Politiker bestechen und Lobbyisten kaufen, die Propaganda für die eigenen Interessen machen.
    ● geringe soziale Mobilität: Soziale Herkunft und geerbtes Vermögen bestimmen in hohem Maße die ökonomischen Chancen.
    ● Überwachung und zunehmende mediale Kontrolle sichern diese feudalen und autoritären Herrschaftstrukuren.
    ● Volksverblödung und sinkendes Bildungsniveau: Früher nannte man das „Brot & Spiele“, heute nennt man es „Entertainment“ und „Comedy“.
    ● Ein Rechtsstaat, der die kleinen Bürger/Bauern/Arbeiter hängt und die großen Verbrecher schont oder laufen lässt.
    ● Privatisierung des Sozialen: Große Unternehmen und „superreiche“ Einzelpersonen üben Funktionen aus, die früher beim Staat und den gewählten Abgeordneten als Interessenvertretung der Mehrheit/Allgemeinheit lagen.

    Die Krönung des Feudalismus ist aber der Krieg. Früher haben viele Feudalherren allerdings noch mit ihrem Pferd und dem Schwert in der Hand persönlich an der Front gekämpft. Das überlassen die modernen Feudalherren und ihr adliger Hofstaat dem „Pöbel“ wie man die kleinen Leute und das gemeine niedere Volk damals nannte.

    Was an dieser Entwicklung und diesen neoliberalen/feudalen Strukturen kritisieren die Politiker der AfD❓

    1. Heute nennt man das Entertainment und Comedy . – – Andere reden von Tittytain -ment oder die pop-industrielle Blöd –
      maschine [© Georg Seeßlen]

  5. Die neoliberalen transaltantischen Kriegsbonzen von der AfD verkünden mit dem Slogan „Wir wollen unserer Land zurück“ ein politische Bild, welches sich nicht an der bürgerlich deutschen Eigentumsordnung orientiert, sondern schlichtweg meint, dass durch die alleinige Anwesenheit fremder Menschen, ihr Land – die Erde, die allen gehört – gestohlen worden wäre.

    Es geht also nicht um Eigentumskonzentration, und damit Machtkonzentration von Grund und Boden oder immateriellen Eigentumstiteln oder Kapital oder Verwertungsrechten, sondern um das Dasein fremder Staatsbürger oder staatenloser Menschen.

    Es ist eine der dümmsten Parolen, die meint, von denen die gar nichts an Land in Verfügungsgewalt innehaben, etwas zurück haben zu wollen!

  6. Roberto unterliegt da einem Missverständnis. Wenn sich die AfD „unser Land zurückholt“, dann ist damit nicht gemeint, daß die Bürger das Land bekommen sollen. Die AfD meint damit, daß der extreme Neoliberalismus a la Mises das Land holt.

      1. Sehe ich anders:

        Ganze Stadtteile verlieren ihre Identität, werden zu Sammelwohnplätzen für die Ausgestoßenen und Zugereisten, eine bürgerliche Gesellschaft nach altbekanntem Muster findet sich dort nicht mehr. Darf man denn das nicht mehr monieren? Ist es wirklich so ungeheuerlich und einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus wert, wenn man glaubt, es gäbe daher einen Grund, sich das Land wieder zurückzuholen?

        Man muss nur die Ausgestossenen und Zugereisten ausweisen, dann hat man seine heimelige bürgerliche Gesellschaft nach altbekanntem Muster wieder.

  7. Als gebuertiger Schwabe ist dieses verkorkste Elend noerdlich des Limes selbstverstaendlich nicht mein Land. Und meine Hymne dichtete, wie soll es anders sein, ein idealistischer und frankophiler Schwabe: Alle Menschen werden Brueder.

    Im Ernst: Auf Grund unterschiedlicher politischer Kulturen und der deutschen Geschichte kommt es immer einem Kraftakt gleich, von “einem” Land zu sprechen. Weiter: Das “Zurück” bei Siegmund erinnert natürlich an MAGAs “Again”. Was verbindet die beiden Kampagnen noch? Schliessen wir den Kreis zu Schiller: Der Zusammenhang besteht in der ernuechternden Einsicht, dass wohl doch nicht alle Menschen Brueder sind. Diesen wenig berauschenden Realismus versucht man nun mit positiven Emotionen auszuschmuecken – bei Siegmund waren das u.a. die Mopeds.

  8. Es gibt noch einen lustigen Umstand zu SA und MD:

    In Magdeburg hat für 800 Millionen EUR ne lustige, türkische Immobiliengruppe mit Kontakten bis zum türkischen Außenminister das ehemalige, riesige RAW-Gelände gekauft und will dort einen neuen Stadtteil incl. Eigentumsbuden usw. errichten.

    Diese türkischen Kameraden haben sich schon mit der AfD-Bonze Siegmund getroffen und von denen will der Ulli natürlich nicht den Grund und Boden – also das „Land“ – zurückhaben.

  9. Sie schreiben: „(…) sondern um das Dasein fremder Staatsbürger oder staatenloser Menschen.“

    Mein Vermutung: Nicht nur um das „Dasein“ allein geht es, sondern um ihre massive Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. Das stört viele, wie ich beim Kaffeetrinken von Gleichaltrigen erfahre. Der ‚Habitus‘ ist ein Stein des Anstoßes, sei er religiös oder materiell bedingt. Ich rechne bei einer AFD-Regierung in Sachsen-Anhalt mit einer starken Zunahme von Platzverweisen/Aufenthaltsverboten für Ausländer aus Nahost und Afrika, die an öffentlichen Plätzen einfach zusammensitzen/-stehen und sich miteinander unterhalten, zum Beispiel vor und in Bahnhöfen. Ich vermute, dass die AfD mit dieser Symbolpolitik ganz stark punkten wird.

  10. Ob es wirklich noch um die Gestaltung der Lebensverhältnisse in unserem Land oder in Europa geht?
    Die Vorstellung der rechtskonservativen Seite ist es, dass mit der Eindämmung der Zuwanderung und, wo es möglich ist, einer Rückkehr Zugewanderter, ein Großteil der deutschen Probleme gelöst werden kann. Ich persönlich halte das einfach für vollkommen unmöglich und bestreite auch, dass die erhofften Ergebnisse so erzielt werden würden. Aber das sei dahingestellt. So in etwa positioniert man sich dort.
    Auf der anderen Seite, der „linken“ und „demokratischen“, kann ich überhaupt keinen Gestaltungwillen mehr erkennen, Das einzige politische Projekt, dass für alle erkennbar ist, ist die Feindschaft zu den rechten Emporkömmlingen. Daher muss man sich für die weitere Zuwanderung aussprechen, zumal man in dieser Frage nur hypermoralisch argumentiert und da nicht mehr rauskommt. Probleme werden ignoriert oder geradezu bestritten. 29.000 Messerangriffe werden mit einem Rückgang der angezeigten Zahl aller Straftaten gekontert. Tägliche Gruppenvergewaltigungen mit Gelabber über den bösen Mann im Allgemeinen und speziell dem noch übleren, wenn er alt und weiß sein sollte.
    Nun gut, wenn es keine Probleme gibt, muss man auch nichts unternehmen, um sie zu lösen.
    Vielleicht ist es gar nicht so verwunderlich, dass Menschen, die in ihrem täglichen Leben anderes erleben, also jede Menge und ständig größer werdende Probleme, sich denen zuwenden, die auch welche sehen und erklären, sie auf ihre Weise lösen zu wollen und zu können.
    Und nun? Garnichts und nun. Beide Seiten können den Niedergang der “ westlichen“ Gesellschaft weder aufhalten noch umkehren. Vielleicht verzögern, das weiß ich nicht. Und die Rechtskonservativen sind es im Moment, bei denen kein Kriegsgeschrei ertönt. Die „Demokraten“ wollen lieber gleich in den Krieg ziehen, was sie für mich unerträglich macht. Man muss das Ende der westlichen Gesellschaften nun wirklich nicht noch beschleunigen.
    Aber gut, wenn es eine Mehrheit des Landes so will…

  11. Direkt nach der ‚Nachricht des Tages‘ auf dem NTenkanal – dem Lautsprecher dem smarten Lautsprecher fürs Volk, klar die hat Vortritt (Zverev rührt seinen Vater zu Tränen) setzt es Tacheles, könnten sie sich noch verlautbaren, der Willem Zwo mit der Hunnenrede, Lettow-Vorbeck auf und wie sie alle hießen, könnten endlich wieder stolz sein auf ihr Land: ES IST WIEDER DA! Was es so Beglückendes denn zu vermelden gab? Natürlich, um die Nachbarn nicht vorzeitig zu vergrätzen, erst einmal im Kreise ihres Angesichts, das hier:

    Neue Strategie geplant
    Wie Europäer um mehr Einfluss auf die Arktis kämpfen
    Bodenschätze, Sicherheit, Schiffsrouten – die Arktis ist auch für die Europäer interessant, die nun über eine gemeinsame Strategie beraten. Mit dabei: Kanzler Merz, den selbst am Polarkreis die Innenpolitik nicht verlässt.

    Das süße, das geile Bild mit dem Kanzler der Herzen. – im Flecktarn selbstredend – in Mitten der Lieben im Partnerlook, schön vor dem größten Bomber, dessen man habhaft werden kann, drapiert, doch das passt. Da dürfte man aber den größten Arktis-Anrainer ganz schön das Gruseln beibringen. Ganz bestimmt! Das ist übrigens ausgerechnet jener Schurke, der seit vier Jahren unermüdlich Verssucht russisches Land „zurückholen“, jene Scholle, die einst eine deutsch- gebürtige Zarin schon mal – vor hunderten von Jahrengestibitzt hatte. Dass es da aber auch andere gibt, die was zurückhaben wollen, was nie … kennen wir das nicht irgendwoher?

    Schon seit Jahren pendle ich, schwanke ich her zwischen der Story vom Hase und dem Igel „Ick binn oll hier“ und jenem „Haaaaltet den Dieb!“. Hat der stolze Herr von oben vor nicht allzu langer Zeit sich sogar – ausgerechnet bei den größten Landräubern ever – sich für deren jüngste´ Drecksarbeiten bedankt? Vom Allergrößten will ich gar nicht reden, der Zweite – auf dem Treck, sich jenes Land zu holen, dass er bzw. seine Altvorderen so nie besessen hat, wie er behauptet. So sei es einem doch vor zweitausend Jahren versprochen bekommen, na dann.

    Und die, die jedes Recht der Welt eigentlich haben müssten, die – seit man sich doch das erstrebte Land mal auf die Schnelle geholt hatte vor einem halben Jahrhundert und jene – sagen wir mal Ureinwohner und den paar Nachkommen – fürsorglich hinter Stacheldraht wegzusperren müssen glaubte, weil sie unverständlicherweise daimit nicht allzu glücklich waren, ja sind die immer noch da? Unser Mann im Tarnanzug, hat der nicht von einem ‚Recht auf Selbstverteidigung‘ geplappert? Für die womöglich, die sich dann doch vielleicht mal irgendwann ,Ihr Land zurückholen‘ werden und wenigsten doch auch mal wieder zeigen wollen – dem Gefängniswärter und der Welt, dass es sie noch gibt.

    Nein, nein, nicht diesen – sondern ausgerechnet jenen …. ach was, was rede ich da. Aber verkneifen kann ich es mir nicht. Schlappe einhunderttausend (wenn nicht much more) ob Menschen oder Tiere oder was auch immer – diese ‚elende aufmüpfige Brut‘ eben – in offensichtlicher Verteidigunghaltung mal per jahrelangem Dauerbeschuss und Bombardement von sich Fernhalten zu wollen. Doch das hört sich gut an. Das heißt es tunlichst zu unterstützen und nicht nur moralisch. Wo man es doch einfacher hätte haben können. Aber klar, dann wäre ja das sich selbst eingeräumte Nutznießungs-recht – für was auch, Dattelpalmen anpflanzen, Golfplätze ansähen vielleicht – für anschließend eine Weile außen vor gewesen wäre.

    Und noch haben sich jene Drecksarbeiten – im Vorjahr begonnen und immer noch im Laufen begriffen – auch noch zwei (beide im Besitz von Nukleadrem Endmaterial) gegen einen (die doch nur erst einmal etwas vorbereitet haben), also ganz so fair ist das ja nicht unbedingt – noch nicht als besonders erfolgreich erwiesen. Man scheint noch darüber zu Hirnen, ob es sich darob lohnt, gleich noch die ganz Welt in Schutt und Asche zu legen. Je nun, da gibt es mindestens einen wenn nicht zwei unter denen, die sich’s gut überlegen sollten, aber dem einen ginge das total am Oberschenkel vorbei, Hauptsachr … egal. Der Andere? Nun, da muß man sich schon fragen, ob er nicht schon längst seinen Vorgänger und Nachfolger von einst überholt hat, bei was brauche ich ja wohl kaum darzulegen, oder?

    Donnerlütt, „Unser Land zurückholen“ – da steht die ‚Empörungsindustrie‘ ganz schön im Saft mit. So langsam dürften doch die ganzen KI-Werkzeuge an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gelangen. Auch wenn ich nicht CLAUDE heiße, sondern Mischa und aus Fleisch&Blut, allerdings mit vermutlich noch Denkmasse unter den lange gehärteten Fontanellen, will es doch mal versuchen, mich bei o.g. Industrie zu bewerben. Also, aufgemerkt:
    Des blauen Siegmunds (allein der Name schon!) eigentlich doch nur als Ankündigung eines brutalstmöglichen Angriffskrieges zu begreifender Kampfspruch, das – um auch noch Frau Merkel doch noch mal zu zitieren – ‚das geht gar nicht‘. Wo doch der Landstrich, um den es gehen dürfte, doch vor nicht allzu langer Zeit schon mal – angeblich oder scheinbar – zurückgeholt wurde.

    Ausgerechnet von jenen bzw. jenem Nachfolger auch noch, von dem vor damals vierzig Jahren nach dem ‚unverzüglich‘. Letzterer – auch der Alte genannte unter seinen Schäflein – hatte doch ein ihm unterbreitetes Angebot aus dem Krem l ausgeschlagen. Und – man fasst es eigentlich immer noch nicht – all seine Brüder&Schwestern im vermaledeiten Osten mal mir nichts dir nichts für die nächsten vierzig Jahren hinter den ‚eisernen ‚Vorhang‘ abzutreten. Um dann – genau – sie in einem Akt allergrößter Heldenhaftigkeit, der Gegner hatte keine Chance – den ganzen Landstrich inkl. Einwohnern (na ja) wieder zu sich groß- und freimütig ins so wieder hergestellte Großdeutschland zurückzuholen. Wer hat nun, wann und wie was zurückgeholt. Ehrlich gesagt, ich will es gar nicht mehr wissen. Ach, war da nicht was, was da nicht so ganz konveniert mit der aufgebotenen Empörung.
    Das ‚Alles für Deutschland!“? Ja was denn nu, hü oder hott?

    RDL verlautbarte – mit vollster Berechtigung – vom „No Counrty for Old Men?“ – Tippfehler mit inbegriffen. Will ich dieses seltsame, heruntergewirtschaftete (für was auch immer) Konstrukt überhaupt mein eigen nennen. Mitnichten! Im Gegenteil, gehe davon aus, dass viele in meinem Alter allzu gerne es mit mir verlassen wollten, wenn sie denn noch könnten und – was wichtiger ist – wenn es denn noch was gäbe, wohin man denn noch entfleuchen könnte, ohne dass einem – im schlimmsten Falle zugegeben – ein Stellungsbefehl für den Volkssturm erreichen könnte.

    Okayyy, Herr De Lapuente hat ja nichts Falsches in den Raum gestellt. Für meinen Geschmack durchaus akzeptabel auch wenn bei manchem sehr zurüchkhaltend mit Gechmacksverstärkung. Wir sollten Verständnis dafür aufbringen, ‚übliche Verd#chtige‘ dürften bei ihren – nächtlich oder nicht – Besuchsrunden bestimmt klar und deutlich ‚verlautbaren‘ wenn der Besuchte nicht zu kuschen vermag. Meine Lieblingstante – noch im vorletzten Jahrhundert geboren – hat immer aus Willems Zeiten erzählt. Insbesondere von jener obersten Maxime – deren von Kant und dem Verstand entgegenstehenden zumal:

    RUHE IST DES BÜRGERS ERSTE PFLICHT

    Willkommen im Kaiserreich, welcome back! Ein Wilhelm III allerdings ist noch nicht vorstellig geworden, und ob der aktuelle, der gefühlte König von Preussen – ein gewisser Friedrich der Vierte – die Amtsdauer seines Namensvetters Friedrich III erreichen wird, steht – hoffentlich – zu bezweifeln an. Ich muß es ja auch nicht mehr erleben – Gott sei’s gedankt. In Zeiten wo sich aber sogar Fussballtrainer selbst zu entlassen vermögen, Mensch Fritze, nimm dir mal ein Beispiel an Eugen. Dumm nur, wer nur soll ihm folgen? Schlage vor – habe ihn oben schon mal genannt – CLAUDE. Ob der es allerdings besser machen kann? Habe gerade neulich in zwei getrennten Fällen Google’s KI und der von den Laufenten eine Aufgabe gestellt. Und beide von der ersten Frage an – man glaubt es kaum – alles total verkackt. Aber immerhin – sie haben sich jedes Mal brav entschuldigt. Immerhin! Eigentlich geradezu beispielgebend.

  12. Schon wieder, zum zweiten Mal innert 30 Jahren, will sich mal wieder ein Bauernfänger Land unter den Nagel reissen.

    Genausowenig wie damals Kohl sagt die von Wessis gegründete und geführte Partei der Weidels und Höckes mit ihren altfaschistischen westlichen Parteisponsoren für wen sie sich das Land unter den Nagel reissen wollen, wen sie als „uns“ verstehen. Mich jedenfalls nicht!

    Genauso wie Kohl in Krause und de Maizere willige örtliche Helfer zim Ausverkauf fand, stehen heute Siegmund und Holm von Weidels und Höckes Gnaden als Leichenfledderer der traurigen Überreste bereit.

    Genauso wie vor 30 Jahren viel zu viele Menschen auf das Versprechen blühender Landschaften hereingefallen sind und dafür den Ausverkauf durch die Treuhand und die Deindustrialisierung bekamen, genauso irrational und vergeblich hoffen sie heute, das sie diesmal vielleicht doch gemeint sein könnten, mit dem ‚uns‘.

    Wofür sich die AfD das Land „zurück“holen will, dass sie nie besessen hat, verrät sie freilich nicht.

    1. Moin,

      also so ein wenig hinkt der Vergleich schon……., zur Wiedervereinigung war natürlich Helmut Kohls „Rückgabe vor Entschädigung“ (im Osten), ein starker Turbo der Unzufriedenheit.

      Das die Wohneigentumsquote in Deutschland mit die niedrigste in ganz Europa ist, wurde damals auf Dauer festgeklopft. In anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks, ich weiß es aus Ungarn, wurde den Menschen die Möglichkeit eröffnet, den selbst genutzten Wohnraum günstig zu kaufen. Hier wurde zurückgegeben oder an „Investoren“ verscherbelt.

      Ohne eine merkliche Steigerung der Wohneigentumsquote, wird es mit der Zufriedenheit der Bevölkerung auf Dauer schwierig, wenn zugleich weiterhin Renditesteigerungen erzielt werden sollen. In Hamburg wird öffentlich damit geworben, in Berliner Immobilien zu investieren, bei einem Renditeversprechen von 8% p.a.

      Die AfD hingegen hat kaum noch etwas, was sich zu verscherbeln lohnte…..

      1. Es ist gut, dass Sie mit dem Verweis auf das (Wohn-)Eigentum darauf hinweisen, dass der AFD-Slogan nicht die Deklassierten in den unzähligen Call-Centern, den Lagerarbeitern bei Amazon odet DHL am Rande des Mindestlohnes einbezieht. Es ist das egoistische „uns“ des Eigentums, der Angst und Gier der kleinen und grossen Wendegewinner

  13. Gleichzeitig hat in Sachsen-Anhalt die Linke (unsere verhaßte, 2x umbenannte SED) mit dem Slogan „Heimat ist für alle da“ Wahlwerbung gemacht. Ich würde mich freuen, wenn Ihr den Slogan mit der gleichen Gründlichkeit sezieren würdet.

  14. Wenn Sigmund sagt „Wir wollen uns das Land zurückholen“, dann meint er mit „Wir“ natürlich nicht die Deutschen, sondern diejenigen, die auf seiner Seite im Kulturkampf stehen.
    Und zurückholen will er es wohl von den Migranten und deren Unterstützern, von ausländischer Beeinflussung und vor allem auch vom „links-grün-versifften wokistischen Kulturkartell“ (<- Ich vermute so in etwa sieht man das in der AFD).
    Er will das Land also nicht für alle zurückholen, sondern für seinen Teil. Seine Seite im Kulturkampf soll die Oberhand gewinnen und die anderen mögen sich unterordnen oder verschwinden. Genau so ist das gemeint.
    Das ist ganz einfach, dazu muss man keine 100 Sätze schreiben.

    Aber was RdL da langatmig und ziemlich redundant saalbadert, hat damit kaum etwas zu tun, es ist nur eine Art Bauchpinselei gedacht für die AFD-Klientel und Ähnliche. Mehr nicht.

  15. „Warum fordern nicht viel mehr Politiker, gerade auch aus anderen Parteien, dass das Land wieder ein Ort wird, an dem Menschen gut und gerne leben – und das nicht in Händen von Konzernen, Interessensgruppen und superreichen Tunichtguten liegt?“

    Herr Lapuente, wie kommen Sie auf die Idee, daß die ausgerechnet die AfD dies ändern will?
    Die AfD will/fordert ja ausdrücklich, daß Deutschland in den Händen von Konzernen, finanzstarken Interessensgruppen und superreichen Tunichtguten liegt.
    Das ist ihr Programm, das ist ihr polit. Wille, deswegen wird die AfD massiv von diesen Personengruppen unterstützt. Die AfD will ja nicht mehr Bürgerbeteiligung o.ä., sondern einen autoritären Polizeistaat, in dem die Interessen der oben genannten über dem Willen des Ottonormalverbrauchers stehen.
    Es gibt tatsächlich eine Partei im Bundestag, die will, dass das Land wieder ein Ort wird, an dem Menschen gut und gerne leben – und zwar alle Menschen die hier leben, nicht nur bevorzugte Gruppen. Das ist nicht die AfD (die will genau das Gegenteil), sondern die PdL.

  16. Da wird sich an einem Satz oder einer Aussage abgearbeitet. Schön. Aber sinnlos.

    Wie wenn die marxistischlinksgrünbürgerlichmittiggroßmedienbunt-Kritik an diesem Satz der Aufhänger wäre, an dem das Lügengebäude fest gemacht wäre und nach der Dekonstruktion zusammenbrechen würde.

    Naja, solche Plattformen leben halt von dem Pathos der vermeintlichen Kritikalität.

  17. Unser Elend ist, dass Deutschland für die westlichen geldmächtige Geostrategen extrem wichtig ist. Daher sind wir so Propaganda-überschwemmt, so verdummt, so fehlgeleitet, so aufgehetzt, so irre.

    Erst mal die Ausstrahlung Deutschlands auf ganz Europa, insbesonder auf EU-Länder. Deutschland in der Mitte. Deutschland als (noch) stärkste Industrienation. Dann die Rolle als Bollwerk gegen Russland. Als zentraler Stein in der Heartland-Theorie (Mackinder) die die globale und insbesondere britische Finanzelite seit über 100 in verschiedenen Ausführungsformen umsetzt. Und dann noch die Sprachverbreitung, die sich ja immerhin über drei Länder DACH (oder sogar noch weiter, in Grenzregionen von Nachbarstaaten) erstreckt, also von einer großen Menge Menschen verstanden wird.

    All das zusammen ergibt die Auflösung dafür, warum in Deutschland KEIN VERNÜNFTIGER GEDANKE mehr Verbreitung finden kann.

    (Man sehe sich nur mal an, wieviel Hollywood-Filme und englischsprachige Serien hervorragend deutsch synchronisiert sind – spanisch, französisch, italienisch, belgisch, dänisch, …, mit allen anderen Sprachen sieht es da eher mau aus. Aus Güte und Gutherzigkeit nur für uns Deutsche? Nein, natürlich weil wir dafür bezahlen – aber auch, weil die Gehirnwäsche an uns für besonders wichtig erachtet wird.)

    1. @ratzefatz

      Deutsch und italienisch, vor allem aber spanisch und französisch sind Sprachen, welche auch über ihre Landesgrenzen hinaus verstanden werden und daher rechnet sich der finanzielle Aufwand einer (nicht immer hervorragenden) Synchronisation!

      Bei dänisch und flämisch (belgisch gibt es nicht) liegst du falsch, dort sind englischsprachige Originalfassungen mit den jeweiligen Untertiteln üblich; wie u.a. auch in Holland, Schweden, Norwegen, Finnland, etc.

      Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, das in Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland die Englischkenntnisse eher suboptimal sind; im Gegensatz zu Holland oder auch den skandinavischen Ländern.

      Ok – heute werden zunehmend auch KI-generierte Übersetzungen angeboten, die bislang aber ein eher dürftiges Niveau aufweisen (welches der anvisierten Zielgruppe wegen oft ebenso dürftigen Kenntnissen ihrer eigenen (Mutter-) Sprache nicht weiter auffällt).

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