Die Nächte von Mukran

LNG, Sassnitz, Mukran
A.Savin, FAL, via Wikimedia Commons

Ein tiefes Brummen raubt vielen Menschen rund um Mukran den Schlaf – und immer mehr Anwohner dokumentieren die Nächte selbst. Auf Rügen wächst das Gefühl, mit den Belastungen des LNG-Terminals allein gelassen zu werden.

Kurz nach Mitternacht sitzt ein Mann in Mukran am offenen Fenster und schaut auf die Anzeige seines Messgerätes. Draußen liegt der Hafen fast unsichtbar in der Dunkelheit. Kein Wind. Keine Stimmen. Nur dieses dumpfe, tiefe Brummen, das seit Monaten über die Häuser zieht.

Er drückt auf „Speichern“. Wieder einmal.

Auf dem Bildschirm entsteht eine gezackte blaue Linie. Stunde um Stunde liegen die Werte deutlich über den erlaubten 40 Dezibel für die Nacht. Keine einzelne Lärmspitze. Kein kurzes Geräusch. Sondern ein Dauerton, der bis in den Morgen hinein messbar bleibt.

Für viele Menschen rund um Mukran gehören solche Nächte inzwischen zum Alltag.

Gesammelte Aufzeichnungen

Seit Monaten sammeln Anwohner eigene Aufzeichnungen. Sie notieren Uhrzeiten, Windrichtungen und Geräusche. Manche messen mit handelsüblichen Geräten, andere filmen nachts ihre Displays oder schicken Screenshots an die Bürgerinitiative Lebenswertes Rügen. Was früher nur ein Gefühl war, dieses ständige tieffrequente Dröhnen aus Richtung LNG-Terminal, soll jetzt sichtbar gemacht werden.

Von Anwohnern dokumentierter Lärmverlauf in Mukran während der Nachtstunden. Die Messung wurde nach Angaben der Bürgerinitiative mit einem handelsüblichen Messgerät erstellt. Eine unabhängige amtliche Überprüfung der Werte liegt bislang nicht vor.

Thomas Kunstmann sitzt an diesem Abend vor einem Laptop voller Messkurven, Behördenantworten und Beschwerden von Anwohnern. Seit Jahren begleitet er den Protest gegen das LNG-Terminal auf Rügen. Früher ging es vor allem um Umweltfragen, Fracking-Gas oder die Sorge vor der Industrialisierung der Insel. Heute reden viele Menschen zuerst über etwas anderes. Über Schlaf.

„Die Leute melden sich nachts“, sagt Kunstmann. „Manche wissen irgendwann nicht mehr, an wen sie sich noch wenden sollen.“

Besonders betroffen seien Bewohner rund um Mukran, aber auch aus Prora, Binz oder Lietzow gebe es immer wieder Beschwerden. Viele Menschen dort leben seit Jahrzehnten mit dem Hafen. Sie kennen Schiffslärm, Bauarbeiten oder Verladungen. Doch das tiefe Brummen, sagen viele, habe erst mit dem LNG-Terminal begonnen.

In den Unterlagen der Bürgerinitiative finden sich inzwischen zahlreiche Hinweise auf Lärmbeschwerden und eigene Messungen. Dort heißt es, die tieffrequenten Geräusche seien inzwischen auch behördlich bestätigt worden. Gleichzeitig kritisieren die Aktivisten, dass die offiziellen Messdaten nicht öffentlich zugänglich seien und Reaktionen der Behörden oft nur schleppend erfolgten.

Besonders schwer nachvollziehbar sei für viele Anwohner, dass die Belastungen offenbar selbst dann auftreten, wenn aktuell kein Gastanker entladen wird. Genau das zeigt auch eine der Messkurven, die Kunstmann an diesem Abend auf seinem Bildschirm öffnet. Die Aufzeichnung stammt aus einer Nacht Anfang Mai. Stundenlang bewegen sich die Werte oberhalb der nächtlichen Richtwerte.

Warum bleiben die Generatoren aktiv?

Die Kurve wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Doch für viele Betroffene ist sie inzwischen zu einer Art Tagebuch geworden. Menschen dokumentieren ihre Nächte inzwischen wie Beweismaterial.

Die Messungen stammen nicht von einer Behörde, sondern von Anwohnern selbst. Aufgenommen wurden sie laut Bürgerinitiative mit handelsüblichen Geräten in Mukran. Unabhängig überprüfen lassen sich die Werte derzeit nicht. Doch genau darin liegt inzwischen ein Teil des Konflikts.

Denn viele Menschen auf der Insel haben das Gefühl, gegen etwas Unsichtbares zu kämpfen.

Auf der einen Seite stehen technische Gutachten, Genehmigungen und komplizierte Verfahren. Auf der anderen Seite Menschen, die nachts wach liegen und irgendwann beginnen, die Geräusche zu dokumentieren.

Der Streit um das LNG-Terminal hat sich damit verändert.

Früher ging es um die große Politik. Um Energiekrise, Versorgungssicherheit und den schnellen Bau neuer Infrastruktur nach dem Ausfall russischer Gaslieferungen. Heute geht es auf Rügen immer häufiger um ganz konkrete Fragen des Alltags.

Warum läuft die Anlage weiterhin unter Volllast? Warum bleiben die Generatoren aktiv?

Dauerhaftes Provisorium

Warum fühlen sich Anwohner mit ihren Beschwerden allein gelassen?

Besonders umstritten ist dabei die sogenannte KWK- beziehungsweise Landstromanlage. Ursprünglich war vorgesehen, die Regasifizierungsschiffe später über eine externe Energieversorgung zu betreiben. Tatsächlich laufen jedoch weiterhin schiffseigene Generatoren. Genau darüber streiten Betreiber, Behörden und Kritiker inzwischen seit Monaten.

Für die Menschen vor Ort verschwimmen diese technischen Debatten jedoch zunehmend mit einem anderen Gefühl: dem Eindruck, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Viele auf Rügen erinnern sich noch gut an die Versprechen vom Beginn der LNG-Planungen. Damals war von Versorgungssicherheit, zeitlich begrenzten Maßnahmen und nationaler Notlage die Rede. Heute erleben viele stattdessen ein dauerhaftes Provisorium mit immer neuen Genehmigungen, neuen Verfahren und anhaltenden Belastungen.

„Es gibt keine Augenhöhe“, sagte Kunstmann bereits gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Vielleicht beschreibt genau dieser Satz inzwischen die Stimmung vieler Betroffener am besten.

Denn während Betreiber auf eingehaltene Grenzwerte und technische Nachrüstungen verweisen, sitzen auf der anderen Seite Menschen nachts an ihren Fenstern und beobachten gezackte blaue Linien auf kleinen Displays.

Linien, die für Außenstehende vielleicht nur Messwerte sind. Für viele Anwohner auf Rügen sind sie längst etwas anderes geworden:

Der Versuch, endlich gehört zu werden.

 

Quellen

Bundesverwaltungsgericht bestätigt Genehmigungspflicht für Betrieb mit Verbrennungsmotoren

https://www.bverwg.de/pm/2025/90

Genehmigungsbescheid des StALU zum LNG-Terminal Mukran

https://www.stalu-mv.de/Bekanntmachungen/?id=200530&processor=processor.sa.pressemitteilung

Umweltministerium MV zur Betriebsgenehmigung des LNG-Terminals

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Aktuell/?id=200118&processor=processor.sa.pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Betrieb ohne Landstrom

https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-startet-rechtsverfahren-gegen-lng-terminal-ruegen-dauerhafter-betrieb-ohne-land/

Günther Burbach

Günther Burbach, Jahrgang 1963, ist Informatikkaufmann, Publizist und Buchautor. Nach einer eigenen Kolumne in einer Wochenzeitung arbeitete er in der Redaktion der Funke Mediengruppe. Er veröffentlichte vier Bücher mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz sowie deutscher Innen- und Außenpolitik. In seinen Texten verbindet er technisches Verständnis mit gesellschaftspolitischem Blick – immer mit dem Ziel, Debatten anzustoßen und den Blick für das Wesentliche zu schärfen.
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18 Kommentare

  1. Warum nur erfolglose und aussichtslose Beschwerden einlegen? Warum nicht Anzeige erstatten auch mit Hilfe von Vertreten z. B. der WHO? Glaubt man etwa nicht mehr an eine unabhängige und unvoreingenommene Justiz?

  2. Es war von Anfang an klar, dass das genau so kommen würde.
    Mit dem Rechtsweg erreichst in einer Bananenrepublik nunmal nichts.

  3. Das tiefe Brummen in der Nacht sind die russischen Oreschniks, die über Meckpomm hereingeflogen kommen mit Ziel auf Berlin.

    Da habt ihr es wieder, euer Déjà-vu. Radio Laibach meldet Fliegeralarm, wie einstmals unter dem großen Adolfo.

  4. Der Artikel greift ein wichtiges Thema auf, nämlich wie die Grünen für ihren Umweltschutz und die Sanktionierung gegen Russland sich gegen Anwohner und Naturschutz auf Rügen entschieden haben, zumindest sollte das angesprochen werden, was bisher passiert ist. Rügen ist spezialisiert auf Naturschutz und Tourismus. Das sollte in die Bewertung mit einfließen.

    Die Dezibel sind sehr wichtig. Ich habe gerade nachgeschaut, 40 Dezibel sind gerade so an der Grenze für eine Nachtruhe von 22-6 Uhr. Die Richtlinien sind je nach Bundesland verschieden. Eher sollten es weniger dB(A) sein. Zimmerlautstärke spielt auch eine Rolle. Es gibt sicherlich schon Klagen, weiß der Autor davon? Welche Klagen wurden schon versucht? Welches sind die nächsten Termine für anhängige Klagen?

    „Versorgungssicherheit, zeitlich begrenzten Maßnahmen und nationaler Notlage die Rede“

    Solche Versprechungen von Politikern sind immer wertlos und sollten nur noch härtere Proteste auslösen. Sobald ein Gebäude oder Anlage erst einmal steht, stellen sich die Behörden taub. Damit die Anlage wieder abgerissen wird und sie eine Investitionsruine daraus machen, sind die Chancen höchstens minimal. Also, derzeit besonders akut bei Datenzentren für KI, sollten Anwohner alle Möglichkeiten ausschöpfen, um sich zu wehren. Oft werden auch vollendete Tatsachen geschaffen, die Anwohner überrumpelt. Es wird einfach angefangen zu bauen und das auch nicht mehr gestoppt. Wer gutgläubig ist, ist ein Opfer. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

    Letztlich hilft auch: Keine Grünen mehr wählen, keine Parteien mehr wählen, dem Staat (Politikern, Kapitalisten) und den Medien nichts mehr glauben, sich über Naturschutz besser informieren. Leider schießen Viele (Nimbys) über diesen Standpunkt hinaus, indem sie alle Wissenschaft, die ihnen nicht passt, einfach ablehnen. Ein Beispiel wäre Klimawandelleugnung, während man LNG-Terminals weg haben will. Wer sich von Vornerein als unseriöse Person outet, braucht sich nicht zu wundern, wenn er oder sie so behandelt wird von den Behörden oder Gerichten. Die Proteste müssen breit organisiert werden. Es braucht eine Spendenaktion für die Gerichtskosten usw.

    1. Wer die DEP – die Deutsche Einheitspartei – wählt, muss leiden und geht zum Schluss in einem Krieg gegen eine Atommacht unter. So schwierig ist der Zusammenhang ja nicht. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis es immer mehr Leute merken. Solange mampfe ich mal weiter Käsechips.

      1. @Volker Birk

        „Bin gespannt, wie lange es dauert, bis es immer mehr Leute merken. Solange mampfe ich mal weiter Käsechips.“

        Na, bis dahin wirst du wohl so viele Käsechips in dich hineinstopfen müssen, das der kolportierte Krieg nicht mehr dein Hauptproblem ist.

  5. zwei Ergänzungen:

    Das Lärmdiagramm zeigt weit illegale Werte über 40 dB(A), wenn sie das in ihren Schlafräumen gemessen haben, auch bei offenem Fenster. Eine Klage müsste zumindest Maßnahmen von dem Unternehmen auslösen, aber wie geschrieben, sobald eine Anlage steht, hat man als Anwohner schlechte Karten.

    Die 3 ersten Postings sind Unkenrufer. Nicht hilfreich. Was hilft das den Anwohnern? Sich über das Problem zu informieren, hilft doch nur, wenn man den Anwohnern eine Plattform gibt und versucht ihnen zu helfen.

  6. Bei solchen Nachrichten finde ich es manchmal schade, dass ich mich keto ernähre. Eine grosse Packung Popcorn wäre hier angebracht, um den Unterhaltungswert voll zu geniessen. So bleibe ich bei Käsechips. Eigentlich schmecken die Dinger richtig gut. Popcorn wäre halt Tradition. Aber Käsechips gehen auch, um zu begleiten, was die DEP – die Deutsche Einheitspartei – so alles macht, die die Deutschen ja überwiegend wollen und wählen.

    1. @Volker Birk
      „Bei solchen Nachrichten finde ich es manchmal schade, dass ich mich keto ernähre.“

      Was genau hat „sich keto zu ernähren“ mit im vorigen Posting propagierten „Käsechips weiter zu mampfen, bis es immer mehr Leute etwas merken“ zu tun?

  7. Ein halbwegs fürsorglicher Staat wüde sich um die Sache kümmern. Dass das nicht passiert, deutet darauf hin, dass hier etwas vertuscht werden soll. An einer Anlage, die von ungeheurem strategischen Wert ist.
    In BaWü gab es um die Jahrhundertwende ein ähnliches Phänomen, das „Schwaben-Brummen“. Das hat nun weitgehend, aber nicht ganz aufgehört. Ja, das Land hat sich darim gekümmert. Als Frequenz werden 30 bis 80 Hz angegeben, also um die Stromfrequenz herum. Das könnte sein, speziell im Zusammenhang mit Gas. Wenn Gas strömt werden die äußeren Elektronen an der Wandung abgestreift und Gas und Wandung laden sich auf. Wenn da nun ein elektrisches Feld mit 50 Hz in der Nähe ist, dann brummt es. Und da sind ja Großmaschinen in der Nähe.
    Oder es steckt dieser Putin dahinter. Nehmt russisches Gas, dann brummt die Wirtschaft, aber nich Helgoland. Man kennt ihn doch.

    1. @Atur_C
      „Nehmt russisches Gas, dann brummt die Wirtschaft, aber nich Helgoland. Man kennt ihn doch.“

      Was genau hat Helgoland damit zu tun?

      „Ein halbwegs fürsorglicher Staat würde sich um die Sache kümmern…“

      Kümmern würde es unseren Staat sicher, wenn sich ein Selensky daran stören würde oder zumindest Ukrainer anstelle von Deutschen. Also schaffe ein paar Ukrainer auf die Insel – Rügen, nicht etwa Helgoland – und lasse diese gegen diesen Zustand klagen…

      Ich hoffe, diese Antworten genügend an das Niveau deines Textes angepasst zu haben.

  8. …nach dem Ausfall russischer Gaslieferungen.
    Damit fängt die Lüge an. Das Minimum an Wahrheit wäre „Boykott russischer Gaslieferungen“ oder ganz ehrlich „das selbst auferlegte Sanktionsregime“. Und weil der Michel das seiner Regierung durchgehen lässt, selbst Alternative Medien Angst haben, es auszusprechen, sieht eben diese Regierung auch keine Veranlassung, sich an die eigene Lärmschutzverordnung zu halten.
    Geliefert wie bestellt.

  9. Aber hallo, wenn ich ein deutscher Spitzenpolitiker wäre, dann würde ich sagen: Wir alle müssen für unsere Freiheit und unsere Demokratie auch einmal Opfer bringen und das heißt, dass wir nicht nur einmal etwas frieren oder auf das Duschen verzichten und mit einem grünen Waschlappen waschen können und auch müssen.

    Wir können und müssen für die Freiheit und die Demokratie auch etwas Lärm ertragen. Unser Hegemon, der große Bruder in Waschingten sagt: Die Opfer, die auf die gemeine deutsche Bevölkerung in den großen Kriegen gegen Putalanda und Kiena noch zukommen werden, werden noch viel größer und zahlreicher sein.

    gez.
    Jockel von Gaukler-Grätschmann

  10. @Captain Sharky

    Du hörst das „Brummen“ von Überschallgeschossen wie einer Oreschnik bereits vor dem Einschlag? Danach ja wohl eher nicht… Beachtliche Leistung von dir; mit dieser Fähigkeit dürftest du der Einzige auf diesem Planeten sein.

  11. Der Artikel zu Mukran macht ein strukturelles Problem der deutschen Energiepolitik sichtbar: LNG ist kein gleichwertiger Ersatz für Pipelinegas, sondern ein technisch und physikalisch deutlich ineffizienteres System mit höheren Kosten, höherem Energieeinsatz und zusätzlichen Umweltbelastungen.

    Der Vergleich ist eindeutig. Es ist als würde man die funktionierende Leitung des städtischen Wasserwerks absprengen und stattdessen jeden Tag Wasser mit Tanklastwagen über große Entfernungen anliefern lassen. Jede Stufe dieser Kette verursacht zusätzliche Verluste, zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Emissionen. Genau dieses Prinzip wird bei LNG im industriellen Maßstab umgesetzt.

    Die gesamte Prozesskette ist energieintensiv. Die Verflüssigung benötigt enorme Mengen Energie. Der Transport erfolgt über große Entfernungen mit spezialisierten Schiffen. Die Rückvergasung am Zielort erfordert zusätzliche Infrastruktur und wiederum Energieeinsatz. Das Ergebnis ist ein System, das strukturell schlechtere Effizienzwerte hat als direkte Pipelineversorgung.

    Hinzu kommt der maritime Transport selbst. Der globale Schiffsverkehr zählt zu den bedeutenden Emittenten von CO₂ und Luftschadstoffen. LNG Transport verstärkt diese Belastung durch zusätzliche energieintensive Kühl und Logistikprozesse.

    Auf lokaler Ebene entstehen weitere Belastungen durch Hafenbetrieb, technische Anlagen im Dauerbetrieb und industrielle Infrastruktur. Das führt zu Lärm, Emissionen und einer dauerhaften Veränderung der Lebensqualität in den betroffenen Regionen.

    Diese Entwicklung ist politisch gewollt umgesetzt worden. Sie steht im Kontext einer energiepolitischen Neuausrichtung, die stark von Transformationszielen geprägt war und bestehende Importstrukturen in kurzer Zeit ersetzt hat. Kritiker sehen darin eine Politik, die technische Effizienz, physikalische Realitäten und industrielle Systemlogik zugunsten politischer Zielsetzungen nicht ausreichend berücksichtigt hat.

    Das Ergebnis ist ein Energiesystem, das kurzfristig Versorgungssicherheit herstellen sollte, langfristig aber neue Abhängigkeiten, höhere Kosten und zusätzliche Umweltbelastungen erzeugt.

    Die zentrale Frage bleibt wie lange eine Energiepolitik Bestand haben kann, die nachweislich ineffizientere und emissionsintensivere Lieferketten etabliert, während industrielle Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Glaubwürdigkeit gleichzeitig unter Druck geraten.

  12. Der Artikel zu Mukran macht ein strukturelles Problem der deutschen Energiepolitik sichtbar: LNG ist kein gleichwertiger Ersatz für Pipelinegas, sondern ein technisch und physikalisch deutlich ineffizienteres System mit höheren Kosten, höherem Energieeinsatz und zusätzlichen Umweltbelastungen.

    Der Vergleich ist eindeutig. Es ist als würde man die funktionierende Leitung des städtischen Wasserwerks absprengen und stattdessen jeden Tag Wasser mit Tanklastwagen über große Entfernungen anliefern lassen. Jede Stufe dieser Kette verursacht zusätzliche Verluste, zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Emissionen. Genau dieses Prinzip wird bei LNG im industriellen Maßstab umgesetzt.

    Die gesamte Prozesskette ist energieintensiv. Die Verflüssigung benötigt enorme Mengen Energie. Der Transport erfolgt über große Entfernungen mit spezialisierten Schiffen. Die Rückvergasung am Zielort erfordert zusätzliche Infrastruktur und wiederum Energieeinsatz. Das Ergebnis ist ein System, das strukturell schlechtere Effizienzwerte hat als direkte Pipelineversorgung.

    Hinzu kommt der maritime Transport selbst. Der globale Schiffsverkehr zählt zu den bedeutenden Emittenten von CO₂ und Luftschadstoffen. LNG Transport verstärkt diese Belastung durch zusätzliche energieintensive Kühl und Logistikprozesse.

    Auf lokaler Ebene entstehen weitere Belastungen durch Hafenbetrieb, technische Anlagen im Dauerbetrieb und industrielle Infrastruktur. Das führt zu Lärm, Emissionen und einer dauerhaften Veränderung der Lebensqualität in den betroffenen Regionen.

    Diese Entwicklung ist politisch gewollt umgesetzt worden. Sie steht im Kontext einer energiepolitischen Neuausrichtung, die stark von Transformationszielen geprägt war und bestehende Importstrukturen in kurzer Zeit ersetzt hat. Kritiker sehen darin eine Politik, die technische Effizienz, physikalische Realitäten und industrielle Systemlogik zugunsten politischer Zielsetzungen nicht ausreichend berücksichtigt hat.

    Das Ergebnis ist ein Energiesystem, das kurzfristig Versorgungssicherheit herstellen sollte, langfristig aber neue Abhängigkeiten, höhere Kosten und zusätzliche Umweltbelastungen erzeugt.

    Die zentrale Frage bleibt wie lange eine Energiepolitik Bestand haben kann, die nachweislich ineffizientere und emissionsintensivere Lieferketten etabliert, während industrielle Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Glaubwürdigkeit gleichzeitig unter Druck geraten.

  13. > Wenn Gas strömt werden die äußeren Elektronen an der Wandung abgestreift und Gas und Wandung laden sich auf.

    Endlich mal eine neue Chemie! Die alte wurde schon langweilig. Also nehmen wir mal an, wir lassen H2 (molekularer Wasserstoff) durch ein Rohr strömen und das „streift die äusseren Elektronen ab“. Das sind immerhin zwei Stück (eins pro Atom), flutschwutsch haben wir zwei Wasserstoffkerne ohne Elektronen. Glücklicherweise sind wir als Chemiker somit nicht mehr zuständig, weil es Chemie ohne Elektronenübergänge oder gar Orbitale nicht gibt. Für Kerne ist die Physik verantwortlich. Zum Glück. Jetzt dürfen sich nämlich die Kernphysiker mit den beiden Wasserstoffkernen und der freiwerdenden Alphastrahlung samt Kettenreaktion herumschlagen.
    Trotzdem eine riskante Sache. Da bleibe ich lieber bei den althergebrachten polaren und unpolaren Molekülen. Erstere können sich ausrichten und elektrische Ladung durch unsymmetrische Ladungsverteilung erzeugen. Bei ersteren ist das vergebliche Liebesmühe. Propan, Butan etc gehören übrigens zu den unpolaren Molekülen.

  14. Benn Jordan hat kürzlich eine aufwendige Untersuchung von Infraschall aus Datenzentren veröffentlicht, die von ähnlichen Auswirkungen wie die in dem Bericht genannten Schlafstörungen, Übelkeit usw. erzählen: https://youtu.be/_bP80DEAbuo

    Neben Infraschall von Windrädern (gerade auch an den Küsten) ist das wohl die nächste große Umweltkatastrophe, die den Bürgern sehenden Auges zugefügt wird.

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