
Die Anzeichen spätbundesrepublikanischer Dekadenz sind frappierend. Jetzt trat sogar ein Komiker als »Staatsrechtler« auf – andere handeln ihn gar als möglichen Bundespräsidenten. Und die Eliten feiern abgeschottet eine Einheit inmitten der Spaltung.
Hans-Peter Kerkeling, genannt Hape, hat einen sensationellen Aufstieg hingelegt. Frech war der Komiker noch in den Achtzigern und Neunzigern, anfangs bei Radio Bremen tätig, stieg er mit seiner Sendung Total Normal in der Gunst des Publikums – sein Humor war damals neu, unverbraucht, scherte sich nicht um Autoritäten. Verkleidet als Königin Beatrix fuhr er auf das Gelände des Schlosses Bellevue – irgendwo war übrigens mal zu lesen, dass sein Chauffeur seinerzeit Jörg Pilawa war, der heute mit der Bundestagspräsidentin liiert ist; mittlerweile gilt das aber als Gerücht –, um dort ein »lecker Mittagessen« zu ergattern. Der Sicherheitsdienst trieb ihn vom Gelände. 35 Jahre ist das nun her, die Aktion stammt aus einer völlig anderen Zeit, an die sich kaum noch jemand zu erinnern scheint – heute würde man einen solchen Akt als Provokation wahrnehmen, ihn als rechte Frechheit klassifizieren. Kerkeling war natürlich kein subversiver Künstler, aber er lotete die Grenzen aus, zeigte keinen Respekt vor Bürgertum und staatlichen Stellen. Dafür liebte ihn das Publikum.
Dann wechselte er ins Privatfernsehen, Darüber lacht die Welt hieß seine Sendung, mit der er Ende der Neunzigerjahre weiterhin hohe Einschaltquoten erreichte. Einige Jahre danach war der Bestsellerautor geboren, sein Bericht über den Jakobsweg, den er gegangen war – ein recht abgeschmacktes Buch übrigens, ohne Anspruch auf Tiefgang –, katapultierte ihn in die Riege der erfolgreichsten Autoren der Berliner Republik. In jener Zeit trat er häufig in seiner Rolle als Horst Schlämmer auf, einem versoffenen Lokalredakteur, der nur noch ein Abziehbild früherer Gewitztheit des Komikers bot. Kerkeling war ab 2010 immer öfter im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen, er moderierte gelegentlich auch Galaabende – nun war er Teil des Establishments geworden, einer in Moralsuppe badender Medienkamarilla, die den Anspruch hegte, den Menschen im Lande »ein richtiges Leben« vorzuexerzieren und die Haltungen, die politisch gerade en vogue waren, vorzuleben. So stieß er in Sphären vor, die ihn im Laufe der Zeit wohl begünstigten, auch ins Politische vorzustoßen – seit einigen Jahren sitzt er hin und wieder in Talkformaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, er glänzt dort durch gallige Aussagen, die zwar für sachliche politische Auseinandersetzungen wenig geeignet sind, sich aber von Haltungsaktivisten glänzend ausschlachten lassen.
Maßstäbe aus dem Unterhaltungsbetrieb
Das Thema AfD ist nun zu seinem Lebensinhalt geworden – die Linkspartei lud ihn in den Thüringer Landtag, dort sollte er über die Gefahren durch den Rechtspopulismus sprechen. Kerkeling monologisierte hemmungslos, allerdings übte er sich in Themenverfehlung, er sprach über eine völlig andere Partei, die es zudem nicht mehr gibt – über die NSDAP. Sein Großvater sei Opfer der Nationalsozialisten gewesen. Der war »katholischer Kommunist«, wie Kerkeling erklärte – und er, der Enkel, sei kein Experte für Verfassungsrecht, aber »ein Nachfahre eines Opfers des Nationalsozialismus«. Ohne das Martyrium seines Großvaters kleinreden zu wollen, greift der ehemalige Komiker zu einer Vereinfachung, die seine Erklärung offenbar abfedern soll. Hermann Anton Kerkeling, der Großvater, war Mitglied der KPD, die nicht anders als die Nazis damit beschäftigt waren, die Weimarer Demokratie zersetzen zu wollen. Bei Kerkeling hört sich das jedoch so an, als seien die von Moskau und Stalin finanzierten und instruierten Kommunisten seinerzeit wahre Vorzeigedemokraten gewesen, die sich gegen die nationalsozialistische Tyrannei stellten.
Kerkelings Ausführungen im Thüringer Landtag sind zu keinem Moment satisfaktionsfähig, ein Höhepunkt der Peinlichkeit ist seine Abrechnung mit dem AfD-Wahlkampfslogan »Alles ist möglich«. Wenn der zutreffe, so meint er, dann sei ja auch Buchenwald möglich – da mag er auf einer ontologischen Ebene richtig liegen. So gesehen hätte er auch schlussfolgern können, dass eine Mondlandung im Bereich des Möglichen läge. Ebenso ein Ministerium für alberne Gangarten nach Vorbild einer englischen Komikertruppe. Auch das wäre zumindest vorstellbar. Die Grünen verwendeten übrigens im Wahlkampf 2021 genau jenen Spruch, wonach alles möglich sei. Hatten sie Buchenwald im Sinn? Kerkeling schweigt dazu, vermutlich war ihm nicht bewusst, dass auch andere schon allerlei für möglich hielten, ohne dabei die Errichtung eines Konzentrationslagers in Erwägung zu ziehen.
Schon vor Kerkelings Landtagsauftritt erfreute sich der alternde Komödiant hoher Beliebtheit, wenn man auch nicht weiß, ob sie nur Produkt einer rührigen Aktivistentruppe ist oder doch tatsächlich in der Bevölkerung messbar. Bundespräsident sollte er werden, fordern viele seit geraumer Zeit. Ob sich die politischen Chargen ein lukratives Pöstchen am Rande der Tagespolitik von einem Kunstschaffenden wegnehmen lassen, ist natürlich mehr als fraglich. Aber wie zum Henker kann man auf die Idee kommen, dass diesen Hans-Peter Kerkeling in irgendeiner Weise etwas dazu befähigen könnte, Tag für Tag »lecker Mittagessen« in Bellevue zu sich zu nehmen? Reicht es jetzt schon als Qualifikation, den Jakobsweg gegangen zu sein?
Vermutlich sollte man all das – und noch viel mehr – als Ausdruck spätbundesrepublikanischer Dekadenz begreifen: Ein Komiker, der der politischen Klasse aus dem Herzen spricht, gilt mittlerweile ohne viel Federlesens als potenzieller Staatsmann. Der Ausweis seiner Befähigung: Haltung – und zwar die richtige. Der römische Historiker Ammianus Marcellinus beschrieb 4. Jahrhundert nach Christus ganz ähnliche Dekadenzprozesse: Die römische Oberschicht umgab sich lieber mit Sängern als mit Philosophen, Bühnenkünstler traten an die Stelle von Rednern. Als wegen Missernten und Dürren Lebensmittelknappheit drohte, wurden fremde Gelehrte aus Rom vertrieben, doch Tausende Tänzerinnen samt ihrem Anhang durften bleiben. Seine Schilderung spätrömischer Dekadenz handelt von einer Elite, die ganz offensichtlich jedes Gespür dafür verloren hatte, was ein Gemeinwesen braucht. Die Berliner Republik gibt diesem alten Motiv eine zeitgenössische Form: Ihr genügt ein Unterhaltungskünstler, der ihre Überzeugungen mit dem gebotenen Pathos vorträgt, um ihn für höhere Weihen zumindest empfehlen zu wollen. Wer den hohen Herren und Herrinnen die richtigen Stichworte liefert, darf im besten Deutschland aller Zeiten darauf hoffen, selbst zum Herrn oder zur Herrin gezählt zu werden.
Solche und andere Komiker
Komiker, die in westlichen Demokratien – wir nennen den Komplex mal aus guter alter Tradition heraus so – nach politischer Macht greifen: Das gab es doch hin und wieder bereits, nicht wahr? In jenen Fällen wurde ja auch nicht gleich das Geschütz der Dekadenz aufgefahren. Ist es also eine Übertreibung, die Causa Kerkeling, die die Berliner Republik im Jahre 2026 beschäftigt, als einen solchen Niedergang zu beschreiben? Ziehen wir daher zum Vergleich zwei vergleichbare Fälle heran – auch wenn wir gleich sehen werden, dass sie gar nicht zu vergleichen sind. Da hätten wir einmal die Geschichte des Komikers Coluche im Angebot, der in den Achtzigerjahren kurzzeitig damit liebäugelte, Präsident der Französischen Republik zu werden – und der durchaus eine begeisterte Anhängerschaft fand. Und dann wäre da noch, so lange ist es noch gar nicht her, der italienische Komiker Beppe Grillo, dessen Partei Movimento 5 Stelle in Italien zu einem ernstzunehmenden Machtaspiranten wurde.
Coluche, mit bürgerlichem Namen Michel Colucci, war den Franzosen als respektloser Bühnen- und Radiokomiker bekannt, ehe er seine politischen Ambitionen kundtat. Seine Markenzeichen waren eine Latzhose – und eine derbe Ausdrucksart, die sich mit gesellschaftlichen Zumutungen und bürgerlichen Selbstgerechtigkeiten beschäftigte. Dem deutschen Publikum blieb er als tollpatschiger Sohn des Gastrokritikers Duchemin – gespielt von Louis de Funès – im Film Brust oder Keule in Erinnerung. Im Oktober 1980 verkündete er seine Präsidentschaftsinitiative, er wolle all denen, die für etablierten Politikbetrieb nicht zählten, eine Stimme verleihen. Er sei – so lautete auch seine Wahlwerbung – der einzige Kandidat, der keinen Grund habe, die Bürger anzulügen. Coluche war der Anti-Politiker, der mit dem Establishment politisch brechen wollte, von dem immer mehr Franzosen enttäuscht waren. Eine im Dezember 1980 veröffentlichte Umfrage bescheinigte ihm, dass 16 Prozent der Wahlberechtigten ihn unterstützen würden. Unter politischem Druck und angesichts von Drohungen zog er sich im Frühjahr 1981 zurück – zudem brachte er die erforderlichen 500 Unterstützerunterschriften gewählter Amtsträger nicht zusammen. In seiner Rückzugserklärung schrieb er, zahlreiche Bürgermeister hätten ihre Zusagen auf Weisung ihrer Parteien zurückgenommen. Der Schauspieler und Komiker starb einige Jahre danach bei einem Motorradunfall – er prallte aus voller Fahrt in einen Lastwagen.
Beppe Grillo wiederum kam aus dem italienischen Fernsehbetrieb, wo er seit den späten Siebzigerjahren mit bissiger Satire bekannt geworden war. Sein Spott über Ministerpräsident Bettino Craxi und die Korruption der Sozialisten brachte ihn in Konflikt mit der Sendeanstalt RAI. Auf der Bühne beschäftigte er sich zunehmend mit Verbrauchertäuschung, Umweltzerstörung und der Verflechtung wirtschaftlicher und politischer Interessen. Der Komiker wurde zum Ankläger eines Betriebes, den er für korrupt und gegenüber den Bürgern abgeschottet hielt. Seine Einschätzung lautete, dass die Italiener in einer Parteienherrschaft lebten, nicht aber in einer Demokratie. Gemeinsam mit Gianroberto Casaleggio gründete er 2009 das Movimento 5 Stelle, das die etablierte Politik durch Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie herausfordern sollte. 2018 wurden seine Partei mit knapp 33 Prozent stärkste Kraft des Landes und war anschließend Teil der Regierung. Grillo wurde im Laufe der Jahre danach entmachtet. Im Streit mit Giuseppe Conte verteidigte er die ursprünglichen Regeln der Bewegung, insbesondere die Begrenzung auf zwei Mandate. Doch die Bewegung vollzog den Bruch mit ihren ursprünglichen Werten – und ihrem Mitgründer. Der Komiker hatte den politischen Betrieb aufbrechen wollen, aber am Ende war seine eigene Bewegung Teil dieses Betriebs geworden.
Zwei Komiker, die gegen den politischen Betrieb ihrer Nationen aufstanden und ihre Beliebtheit beim Publikum nutzen wollten – und im Falle Grillos auch nutzten –, um sich als Alternative anzudienen: Hier zeigt sich schon der deutliche Unterschied zu jenem Komiker, der nun in Deutschland hochgejubelt wird. Kerkeling hat gar kein Problem mit der hiesigen Politik, er beanstandet nicht – wie Coluche einst –, dass es Enttäuschte gibt, die zu kurz kommen. Sein Engagement ist nicht das eines Mannes, der in der Opposition zum Regierungsbetrieb und der Parteienherrschaft steht, ganz im Gegenteil: Er dient sich der Sache der Mächtigen an, möchte, dass alles so bleibt wie es ist – anders als seine Fachkollegen aus Frankreich und Italien, die diesen Betrieb als Ursache bürgerlicher Unzufriedenheit zu identifizieren glaubten, stellt sich Kerkeling gegen jene, die – in weiten Teilen zumindest – ihre Unzufriedenheit damit besiegeln, eine gewisse Partei zu wählen. Kerkeling fordert den Betrieb nicht heraus, er will ihm Glaubwürdigkeit verschaffen und dessen katastrophales Versagen letztlich von der Agenda wischen – für Coluche und Grillo sollte es kein »Weiter so!« geben, der in die Politik gezogene Kerkeling gibt sich aber als Jünger dieser Parole zu zeigen.
Das allerletzte Aufgebot einer erschöpften Ordnung
Ja, man muss es wohl so polemisch wie möglich sagen, alles andere lässt der befremdliche Auftritt Kerkelings in Thüringen gar nicht mehr zu: Der ehemalige Komiker, der urplötzlich irgendeine nicht näher definierte Expertise in Sachen Parteiverbotsverfahren haben soll, muss als das letzte Aufgebot »unserer Demokratie« und ihrer Apologeten betrachtet werden – als allerletzter Hoffnungszipfel, nachdem das Ancien Régime in Spe greift, um doch noch irgendwie heil aus der Transformation der Parteienlandschaft herauszutreten. Denn die parteipolitische Ordnung, die diese Republik kennt, ist erschöpft – das konnte man auch recht eindringlich am Wochenende beobachten, als die Granden des Landes zusammenfanden, um bei bester Laune und unter Anwendung der altbekannten Beschwörungsformeln, den Tag der Deutschen Einheit zu begehen. In diese illustre Runde passt freilich auch ein Komiker hinein, der längst seinen Frieden mit den politischen Herren und ihrer Hofschranzen geschlossen hat – und der sich bereithält, ihnen Gefälligkeitsdienste in Form eines moralischen Gewährsmannes zu erweisen.
Dekadenz äußerte sich zu jeder Zeit insbesondere darin, dass die Führungsschicht ihre eigene Bestätigung für eine gesellschaftliche Notwendigkeit hält – parallel dazu wird die Kritik an ihr, das Zuwiderhandeln gegen die Vorstellungen, die diese Schicht vertritt, zu einem rebellischen Akt, der bitte zu unterlassen sei. Zusammen bescheinigt man sich in diesen elitären Zirkeln einander Verantwortungsbewusstsein – und man lauscht ergriffen den Bekenntnissen, die am besten wortgetreu einfach wiederholt werden, um eingängig zu werden. Ob man die erreicht, die außerhalb stehen – vulgärdemokratisch und fast schon völkisch angehaucht als »das Volk« bezeichnet –, gerät zur Nebensache. Fortwährend donnernder Applaus ist notwendig, um jeden Zweifel zu verdrängen. Eine Schauspielerin – am Samstag war es Katja Riemann – sagte so beispielsweise den Bundespräsidenten in einer orgiastischen Anmoderation an, ganz so wie damals Michael Buffer im Boxring Henry Maske ankündigte, nur mit dem Zusatz, dass Frank-Walter Steinmeier »der Höhepunkt« sei – und die versammelte Gemeinde, ausgewähltes Publikum aus Politik, Medien und Kunst, suhlt sich in der Gewissheit, hier alles richtig zu machen und es klatschte frenetisch.
Hier zeigt sich der dekadente Kreislauf, in dem moralische Autorität kultiviert und gegen jeden ins Feld geführt wird, der Zweifel an der systemischen Inszenierung vorbringt. Wer moniert, dass es gewisse Figuren in diesem Dekadenzspiel gibt, die plötzlich zu Eunuchen – zu Wächtern, die gar nicht die Potenz haben, um über den Einlass zu wachen – eines System umgeschult werden, das in einer tiefer Legitimationskrise steckt, disqualifiziert sich und muss sich am Ende von Komikern belehren lassen, die sich dazu entschieden haben, sich selbst zu Staatskünstlern herabzuwürdigen.
Welchen Anteil die Entscheidungen dieser abgeschotteten Klasse an der Unzufriedenheit haben, bleibt unreflektiert – Kerkeling bezeichnete AfD-Mitglieder auch schon als Idioten, der Antrieb dieser Leute interessiert ihn keinen Moment. Er sehnt sich nach einem Land, in dem er einfach so weitermachen kann wie bisher. Und die Unzufriedenen, die können ja auch die Sozialdemokraten wählen, also die »eingebaute Alternative«, die so völlig alternativlos ist, dass sie anwachsend bedeutungslos wird. Natürlich kann und muss man Zweifel haben, ob diese AfD die politische Landschaft wirklich verändern will. Aber die Grundfrage ist doch, warum so viele Menschen sie mittlerweile wählen – mit dekadenten Auftritten von willfährigen Komikern und Inszenierungen wie zur Deutschen Einheit gewinnt man diese Menschen nicht zurück, sondern sorgt dafür, dass der Niedergang beschleunigt wird. Kerkeling ist insofern eine passende Figur für diese Phase der elitären und arroganten Selbstgenügsamkeit, denn über den Horizont seiner Einsichten blickt er nicht, will er gar nicht blicken. Früher spielte er der Republik als falsche Königin noch Streiche, mittlerweile könnte er jedoch als richtiger Präsident in eben jenes Lustschlösschen einziehen, wenn es nach einigen Dekadenzbeauftragten im Lande ginge. Seine Qualifikation ist die pure, die reine, die absolute Haltung. Dass da nicht mehr dahintersteckt, konnte man bei seinem Auftritt in jenem Landtag sehen. Es ist also tatsächlich so, dass nach dem jetzigen Katastrophenpräsidenten – Frank-Walter »der Höhepunkt« Steinmeier – nochmal Niveaulimbo getanzt werden kann. Wie tief kann man so eine Latte eigentlich hängen?
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Wenn Spaßmacher die eigene Saturiertheit und Borniertheit, dem Publikum als „Unsere Demokratie“ verkaufen wollen!
Was heißt gier wollen, das tun sie doch, oder vielleicht nicht. Hape, der Florian – so wie heute auf den NDS ebtsetzt fesrtgestellt. Außerdem fällt mir auf, das diese andere Sahra – die mit dem „h“ auf dem rechten, ansonsten blinden Fleck, eine gewisse … egal, ihr wisst ja von wem ich rede, fängt mit dem großen ‚B“ an und endet mi dem kleinebn „i“ auf. Der nächste Frühstücksdirektor in der Pension zur Schönen Aussicht soll – so heißt es doch schon des Längeren – eine Frau werden, nein, nicht dieKlo-Frau wie sonst. Die Julia, sowieso schon die Zweite im Staate, oder die Ilse vom Markus promotet. Warte schon lamge darauf, dass endlich dann doch die B*****i aufs Ticket kommt. Als Supergau-in, was anderes darf in Großdeutschland seit Annabella doch gar keine Karrieee mehr machen. Hätte aber einen besseren Vorschlag. Nein, nicht die Sevim, die brauchen wir noch anderswo. Aber der Harald, der Kujat wäre doch geradezu prädestiniert dafür. Vom Alter her schon mal, der Bundespastor war auch nicht viel jünger, Und im Vergleich mit dem Werdegand des einstigen Reichspräsidenten hätte er eindeutig drei Pluspunkte für sich. Zum einen hat er nicht „gedient“, zumindest nicht im WK1, auch einen WK3 dürfte er wohl kaum verantworten wollen und drittens, er würde bestimmt keinen GröFaz 2.0 ans Ruder gieven,. Das ist doch was, oder? Ein Vorschlag zur Güte!
Apropos „Spaßmacher“. Aktuell steigt ja gerade der Stern eines gewissen Florian Schröder auf….
Heute abend war der „Kabarettist“ (O-Ton ARD) bei „Maischberger“ zu Gast und demnächst übernimmt er im ZDF den Programmplatz des ausgebrannten Hofnarren Jan Böhmermann. Letzterer bediente sich zu Coronazeiten eines Vergleiches von Kindern mit „den Pestratten des Mittelalters“ und ersterer bezeichnete Ostdeutsche 2024 wörtlich als „Mondkälbchen, die nur Reiz und Reaktion kennen“.
Wer den Begriff googelt, landet im Mittelalter, als man so mißgebildet geborene Kälber bezeichnete, die man deswegen unmittelbar nach der Geburt tötete. Wir haben da also einen „Komiker“ mit Menschen-Rattenvergleichen und einen, der ganze Bevölkerungsgruppen pauschal als „lebensunwert“ einstuft. Aber nicht die landen wegen Volksverhetzung vor Gericht, sondern andere Menschen, die sich für Verständigung einsetzen.
In einem Land, das solche „Spaßmacher“ feiert, gibt es nichts mehr zu lachen.
Lieber ein Komiker als Bundespräsidenten als ein Geheimdienstler als Diktator. Aber beides möglich, in einer Welt in der Industriemechaniker zum Journalisten mutieren.
Wer wollte diese Entwicklung schon kritisieren.
haben sie mitbekommen, wie seit dem ‚mauerfall‘ transatlantisch geschulte journalisten massenhaft zu mitläufern mutiert sind? – da ist mir ein zu einem guten journalisten gewordener wie roberto lapuente bei weitem lieber –
Habe ich Kritik geübt? Nein
Aber der Autor des oben stehenden Artikel hat Kritik an Kerkeling geübt.
Weil der ja ein Komiker ist. Was ist das denn für eine schwache Begründung?
Die Kritik besteht im Kern nicht darin, dass Kerkeling ein Komiker ist. Nicht umsonst werden im Artikel zwei Beispiele beschrieben wie Komiker sich in der Vergangenheit positiv eingebracht haben. In der Gegenwart könnte man diesbezüglich auch auf Martin Sonneborn verweisen.
„Die Anzeichen spätbundesrepublikanischer Dekadenz sind frappierend. Jetzt trat sogar ein Komiker als »Staatsrechtler« auf„
Wenn Sie hier nicht das Framing für eine generelle Kritik lesen…dann kann ich Ihnen nicht helfen, oder ich ich habe keine Ahnung was Dekadenz bedeutet. Vermutlich ist es das, hier sind ja alle so erleuchtet.
Der Autor hat einen ganzen Artikel geschrieben – nicht nur einen Satz. Insofern empfehle ich den ganzen Artikel zu lesen. Dann wird klar worin Roberto De Lapuente konkret das Problem bei Kerkeling sieht – in Abgrenzung zu anderen Komikern, die sich positiv in die Politik eingebracht haben.
Ich empfehle Ihnen sich über den Begriff des Framings klar zu werden. Hier wird eine Polemik an den Tag gelegt, die nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun hat.
Oder ist jeder Artikel in Overton nur „Meinung“
Dann würde sich Overton tatsächlich sehr stark, aber auch sehr negativ von den Mainstreammedien unterscheiden. Oder auch nicht.
Wenn Sie die Berichterstattung von Overton als nicht seriös empfinden steht es Ihnen doch absolut frei sich anderweitig zu informieren. Weshalb tun sie das nicht? Könnte es sein, dass Sie sich gern echauffieren?
Da ich mich auf verschiedenen Kanälen informiere, steht es mir auch frei, diese verschiedenen Kanäle für mich zu bewerten und es zu kommunizieren.
Oder ist dieses Forum nur für die ultimative Lobhudelei zu Gunsten der Autoren freigegeben.
Kritik ja, aber bitte nur wenn sie positiv ist?
So kann man es machen und so wird es auch in vielen autoritären Systemen durchgesetzt. Man sieht aber auch was dabei rauskommt.
Daran werde ich mich aber nicht beteiligen.
Sie?
Kritik ist wichtig, insbesondere wenn sie konstruktiv ist.
Ihre Beiträge empfinde ich allerdings nicht einfach als kritisch, sondern viel mehr als von einer rechthaberischen Streitlust getragen. Das erschwert leider einen konstruktiven Austausch mit Ihnen, welcher ja grundsätzlich spannend sein könnte, gerade weil Sie ja offenbar viele Dinge anders sehen. Auffallend finde ich in diesem Zusammenhang allerdings auch die offen gezeigte Verächtlichkeit dem Medium und auch den anderen Kommentatoren gegenüber. An dieser Stelle stellt sich mir deshalb die Frage ob Ihnen überhaupt an einem Austausch gelegen ist? Oder wollen Sie tatsächlich nur sich über andere stellen, rechthaben und streiten? Das wäre – wie gesagt – wirklich schade!
Dann gehen Sie mal davon aus, dass es mir mit einer Menge der Foristen genauso geht, vorallem wenn sie klar herausstellen sich ausschließlich in der eigenen Blase zu informieren und wenn möglich Andersdenkende aus dem Forum zu bannen.
Die Angst vor der anderen Meinung ist in diesem Forum omnipräsent.
Tja die andere Meinung mag in ihren Augen rein aus provokanten Gründen geschrieben werden. Aber ich kann Ihnen versichern, dass Sie das nur so empfinden, weil Sie nicht verstehen können/wollen wie vielfältig Meinungen sein können.
Seien Sie versichert, dass ich mit dem ein oder anderen hier auch gewaltige Probleme habe, aber niemals deren Recht zu Äußerung in Frage stelle. Ganz im Gegenteil zu den vielen Freunden der Diktatur, die sich hier tummeln.
Bei den aufgezählten Politclowns fehlt ein ganz großer: Pimmelpiano Selensky. DAS war komisch. dagegen ist doch Beatrix Kerkeling wirklich nur lauwarm.
Ich verstehe nicht ganz, da sitzt doch bereits ein Komiker im Schloss Bellevue (lustig ist auch der nicht)?
AfD-Fan RDL konnte sich den Seitenhieb auf die KPD nicht verkneifen?
Ist mir auch aufgefallen.
Ist er beim Neuen Deutschland im Streit rausgeflogen?
Daneben:
Das der Hape im Staats- und Oligarchenfunk als „Sachverständiger“ verkauft wurde, war lustig.
Allerdings wurde ja auch der Gegenspieler Maaßen so bezeichnet. Das gleicht sich also aus.
Es muss natürlich Staats-, Neolib-, Transatlantik- und Oligarchenfunk heißen! *ohrenlangzieh*
Und dabei habe ich bestimmt noch etwas vergessen! Egal. Prost! ;*)
Welche Alternative gibt es noch? Das ist die Frage. Jede Partei kann es unmöglich sein. Denn die mutiert auf dem Weg zur Macht. Oder sie wird unterwandert oder wird zerstritten.
Ist denn sicher, dass das nicht eine Inszenierung von Kerkeling ist?
Irgendwann sehen wir dann die Sendung, in der alles aufgelöst wird, und lachen furchtbar.
nee, der glaubt das wirklich, was er da von sich gegeben hat. Der gehört auch nur zum Establishment.
Der gehört dann einfach mal weg! Hat er ja selbst gesagt, gar ein Buch darüber geschrieben.
Oder habe ich da was mißverstanden?
Übrigens … offensichtlich ist „man“ gerade auch dabei alle Widerborste – irgendwie und – die mal auffällig geworden sind zu Corona-Zeiten oder gar noch danach contra Weltrkrieg III (das geht schließlich gar nicht) im Nasenring cora publico durch die Manege zu ziehen. Neulich – in der Endloskette ‚BB‘ (Babyl……), nein habd nur mal kurz reingezappt. Und da kam er, jener Protagonist aus der ersten Serie, fürchterlich zugerichtet im Strafkerker, man konnte ihn kaum erkennen. „Mutmaßlich“ wurde wohl das script dieser letzten Serie extra für ihn geschrieben. Ja, sicher, sie kennen keine Gnade mehr. Jetzt heißt es Flagge zeigen! Würde vorschlagen die deutsche Fahne endlich an die Realität anzupassen. Das Rot muß endlich weg – aus mehreren Gründen, stattdessen Schwarz, blau, und vielleicht doch mal wieder gelb, falls es für Blau/Schwarz nicht reichen sollte. Gelb, die sind doch weg vom Fenster? Ja sicher, aber nur um sicher zu stellen, dass beim nächsten Kreuzerl-Machen, der Phönix aus der Asche – der Lazarus – umso strahlender zurückkehren wird. Jetzt wo Rot – egal welches, ob Himbeer bzw, Orangsch , Apfel oder Brombeer – kurz vor Toreschluss steht!
andreas h: Über Kerkeling konnte ich noch nie wirklich lachen. Seinen Kollegen die
seine Shetsche begleiteten auch nicht zum Lachen zu mute. Wirklich gute Komiker
sind in Deutschland nicht Systemkonform. Zum Glück trifft man auf die noch in Province-
Bühnen.
•Wie tief kann man so eine Latte eigentlich hängen?
An diesem allgemeinen Vergleich müsste, der Logik und Realität folgend, dringend gearbeitet werden.
Die Latte muss, anwendbar auf viele Bereiche mehr, sehr hoch gehängt werden, damit ein jeder, der sich berufen/auserwählt fühlt, „aufrecht, mühelos und ohne sich verbiegen“ zu müssen, problemlos drunter durch passt.
Man Sagt doch wir leben in der absoluten Spass Demokratie frei nach Wunsch und Fähigkeiten .Jeder darf sich glücklich schätzen auf das Schmierentheater .
Tja, Witzischkeit kennt keine Grenzen, Witzischkeit kennt kein Pardon und wer witzisch ist, der hat gut lachen und darum geht’s in diesem Song……..
In diesem Film hat er ja vorgemacht wie man zum Schleimer wird.
Irgendwelche Prominente auf öffentliche Ämter zu hieven gehört zum kleinen Einmaleins der Oligarchie. Warum sollten denn beliebte Sportler, Schauspieler usw. nicht als Aushängeschild für ihr Stillhalten (nihct dass sie irgendwie kompetent wären) ein bisschen abkassieren während im Hintergrund die großen Batzen verschoben werden.
»Hermann Anton Kerkeling, der Großvater, war Mitglied der KPD, die nicht anders als die Nazis damit beschäftigt waren, die Weimarer Demokratie zersetzen zu wollen.«
Dass die Weimarer KPD, nicht anders als die Nazis, damit beschäftigt war, die Weimarer Demokratie zersetzen zu wollen, war aber auch das einzige, das die Weimarer KPD mit den Nazis gemein hatte,
Sonst besteht aber ein himmelweiter Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus.
In dem Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der
sehe ich nichts schlechtes, im Gegensatz zur Ideologie der NSDAP, in der
Mit solchen Gleichsetzungen rereicht man nur Diskreditierung Linker Überzeugungen und Reinwaschung des Nationalsozialismus, was ich aber dem Autor NICHT unterstelle.
Aha, jetzt kann ich es endlich versstehen, warum der Globke u.a. in den fünfziger Jahren endlich die Kommis verbieten konnte. Die anderen Sozialisten – die National-Sozialisten – waren ja alle längst zu den Christen konvertiert. (Vorsicht, nicht maulen! Durfte einen kennelernen, der Anfang der 30er Mitglied wurde um dann im letzten Drittel der 1000 Jahre als juristischer Assistent des gefühlt schlimmsten Gau-Leiters – der mit seinem eigens für ihn geschaffenen KZ auch noch – auftreten zu dürfen. Während sein Vorturner berechtigterweise von den Franzmännern zuerst einmal an die Wand gestell wurde, sobald sie seiner habhaft geworden waren, konnte er in Deckung gehen und Anfang der Fuffziger als Stern (nein, nicht von Betlehem) mit der tollen Europa-Idee im Hohen Hause zu Bonn wieder auftauchen). So geht Bewußtwerdung!
Ja, und jetzt gehen die Nachkommen von diesen nicht ganz so schwarzen NEO-Christen eben wieder zurück – heim ins blaue Reich. Wo sein Problähm?
Das die Kommunisten nicht gut auf die Repräsentanten der Weimarer Republik zu sprechen waren?
Nachvollziehbar, bei Noske, Zörgiebel und Consorten.
Wobei „die Zersetzung“ natürlich kein Werk der Commies war, die hatten dazu gar nicht genug Einfluss. Die haben auf der Strasse randaliert, mehr nicht. Zu mehr hat es nebenbei auch bei der SA nicht gereicht.
Die wahre Zerlegungsarbeit haben die Demokraten aus der Mitte – vornehmlich die mit Amt und Pensionsanspruch – allesamt schon ganz alleine bewerkstelligt. Wie auch heute wieder…
»Hermann Anton Kerkeling, der Großvater, war Mitglied der KPD, die nicht anders als die Nazis damit beschäftigt waren, die Weimarer Demokratie zersetzen zu wollen.«
Da gab es nichts namens Demokratie, was man hätte zersetzen können. Der bis heute nachwirkende Verrat der sog. sozialdemokratischen Führer an der deutschen Revolution 1918/19, welche tatsächlich demokratische Zustände hätte herstellen sollen, hat dies verhindert. Die gutmütige und nahezu unblutige Revolution wurde unter Mitwirkung monarchistischer und protofaschistischer Verbände in Blut ersäuft.
Anbei:
Die Idee der »repräsentativen Demokratie« diente von Anfang an der Demokratieabwehr und wurde als Mittel verstanden, um das Volk von der Politik fernzuhalten und eine Oligarchie mit der Unterstützung der Masse der Bevölkerung über Wahlen an der Macht zu halten.
(…)
Eine solche Konzeption von Demokratie, die diese als eine Art Wahl-Autokratie versteht, mit der Elitegruppierungen ihre Herrschaft scheindemokratisch zu legitimieren suchen, findet natürlich positive Resonanz in einem breiten Spektrum antidemokratischer Gesinnungen. Zur Illustration nur eine Anekdote aus einem 1919 geführten Gespräch zwischen Erich Ludendorff – einem zutiefst totalitären Charakter und Erzfaschisten – und Max Weber, der in einer Rede am 04.01 desselben Jahres kurz vor der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg unter stürmischen Beifall bekundete: »Liebknecht gehört ins Irrenhaus und Rosa Luxemburg in den Zoologischen Garten«:
»Ludendorff fragte Max Weber: Was verstehen Sie dann unter Demokratie? Weber: In der Demokratie wählt das Volk seinen Führer, dem es vertraut. Dann sagt der Gewählte: ›Nun haltet den Mund und pariert.‹ Volk und Parteien dürfen ihm nicht mehr hineinreden. Ludendorff: Solche ›Demokratie‹ kann mir gefallen!«
(Rainer Mausfeld, Hybris und Nemesis – Wie uns die Entzivilisierung von Macht in den Abgrund führt – Einsichten aus 5000 Jahren, S. 269/298)
Nach dem zweiten großen Weltengemetzel das gleiche Spiel:
Der 17. Juni und die vergessene Unterdrückung von Streiks und Volksaufständen im Westen Deutschlands
17. Juni 2024 um 15:30 Ein Artikel von: Florian Warweg
Bund und Länder erinnern auch in diesem Jahr mit Kranzniederlegungen, Konferenzen und Ausstellungen an den „Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953“ und dessen Niederschlagung durch sowjetische Truppen. Doch auch in der westlichen Besatzungszone schickten Briten und US-Amerikaner Panzer bei Protesten und Streiks. Nur fand dies bis heute kaum Eingang in die Geschichtsbücher und ist somit aus der bundesdeutschen Erinnerungskultur gelöscht. Von Florian Warweg.
Panzer, Maschinengewehre und Bajonette gegen protestierende Arbeiter in Stuttgart
Ein frühes Zentrum der Proteste, die zum Generalstreik führten, war die Stuttgarter Industrieregion. Dort war es am 28. Oktober 1948 nach Streiks und Protesten für Preisregulierung, Lohnerhöhung und politische Mitbestimmung zu schweren Unruhen gekommen, die die US-Besatzungstruppen niederschlugen. Laut einem damaligen Bericht der New York Times kamen dabei zwölf schussbereite Panzer und eine mit Maschinengewehren und Tränengas ausgerüstete Kompanie der US-Streitkräfte zum Einsatz. Auf beiden Seiten gab es Verletzte.
Die Losungen bei den Protesten in Stuttgart lauteten unter anderem „Wir wollen leben, nicht vegetieren!“ und „Fort mit Professor Erhard!“. Die Demonstranten trugen zudem einen Galgen, an dem ein Schild befestigt war mit der kaum verhohlenen Drohung: „Weg mit dem Preiswucher – oder …!“ Der Stuttgarter Gewerkschaftsvorsitzende Hans Stetter hielt die einzige Rede auf der Protestveranstaltung und erklärte:
„Was wir verlangen, ist eine planmäßig gelenkte Wirtschaft mit staatlich kontrollierten Preisen. Wir fragen, wo bleibt der demokratische Gedanke, wenn die amerikanische Besatzungsmacht die Außerkraftsetzung der Bestimmungen über das Mitbestimmungsrecht in wirtschaftlichen Fragen anordnet.“
Der Militärgouverneur der US-amerikanischen Besatzungszone, General Lucius Clay, verhängte in Reaktion auf die Vorfälle umgehend eine Ausgangssperre und sprach von einer „kommunistischen Verschwörung.“ Presseberichte der damaligen Zeit sprechen von 50.000 bis 90.000 Teilnehmern an den Protesten.
In der CDU-Zeitung Neue Zeit vom 29. Oktober 1948 heißt es dazu:
„Den amerikanischen Militärpolizisten gelang es mit aufgepflanztem Seitengewehr und Tränengas, die Stuttgarter Einkaufsmeile bis 17 Uhr zu räumen. Dabei kam es wiederholt zu tätlichen Angriffen. Militärgouverneur Clay hatte sich, als er anordnete, mit Panzern gegen die Demonstranten in Stuttgart vorzugehen, zu einem außerordentlichen, bis dahin für Westdeutschland beispiellosen Vorgehen entschlossen.“
Die Räumung des ebenfalls von Arbeitern besetzten Bahnhofsvorplatzes in Stuttgart traf auf noch mehr Widerstand. Dabei sollen vereinzelt auch US-Soldaten aus der Menge heraus niedergestochen worden sein. Hier setzten die US-Amerikaner neben Panzern und Tränengas zusätzlich noch eine Kavallerieeinheit ein.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=116807
Und nach der Abwicklung des Ostblocks wurde es zum dritten mal verhindert. Demokratie, eine oft herumgeschmissene Worthülse die ihrer Verwirklichung harrt.
WP schreibt „Gleichwohl beinhaltet das Amt des Bundespräsidenten das Recht und die Pflicht zum politischen Handeln und ist nicht auf rein repräsentative Aufgaben beschränkt“.
Ein Satiriker der Deutschland tatsächlich voranbringen könnte als Bundespräsidenten wäre Martin Sonneborn.
Der letzte gute BP den ich erlebt habe war übrigens Richard von Weizsäcker. Schon ne Weile her.
Er schwurbelt eben. Die Erfahrungen seines Großvaters sind an dieser Stelle nicht relevant. Beziehungsweise, die Eliten fürchteten einen Umsturz nach sowjetischem Vorbild, worauf die NSDAP dann den Kapitalismus gerettet hat. Aber selbst das ist Kerkeling zu hoch.
Wer schwurbelt denn nicht? Einer der ganz Wenigen ist Hans-Georg Maaßen. Dem gilt es zuzuhören, denn, um es vorweg zu nehmen, ich halte Maaßen für den Repräsentanten des Tiefen Staates. Da erfährt man, was abgeht.
https://www.youtube.com/watch?v=QlUjJPbMkKg
Bei der NPD sei die Wesensverwandtschaft zur NSDAP offensichtlich gewesen, insofern der Verbotsantrag begründet. Ja, aber die NPD ist dann ja doch nicht verboten worden. Weil sich herausstellte, dass sie zu 80 Prozent aus sogenannten V-Männern bestand. Die also beobachten sollten, was die wirklich gefährlichen 20 Prozent da trieben. Quatsch natürlich. Diese 20 Prozent waren nicht die Hellsten. Die Parteirbeit wurde von den 80 Prozent geleistet und die waren nicht V-Männer, sondern Vollzeitbeamte des Verfassungsschutzes. Die also auf Staatskosten Nsazi-Propaganda ventilierten. Wofür Maaßen verantwortlich war. Nicht wahr, Hans-Georg? Es ist ein Skandal, dass er das unbeschadet überstanden hat.
Nun vergleicht er das mit der AfD und stellt fest, dass diese durchaus auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Es sei denn, man unterstelle ihr eine „zweite Agenda“. Was er kategorisch verwirft. Ich sag mal so: eben weil er das so vehement abstreitet, ist das alles andere als ausgeschlossen.
Der Verfassungsschutz pusht die AfD, wo es geht. Aber er hat doch festgestellt, dass diese in NRW gesichert rechtsextrem sei? Das hat Nancy Faeser dann sofort veröffentlicht und als Tatsache ausgegeben. Das Gericht hat sich dann den Verfassungsschutzbericht angesehen und kam zu dem Ergebnis, die Ministerin dürfe das nicht behaupten. Womit sie maximal blamiert war. Dann dasselbe nochmal mit dem Compact-Magazin. Eben so war das gedacht. Was hammwer gelacht.
Weil nun jener Bericht des BfV über NRW alle Verbindungen zu gewalttätigen Gruppen einfach außen vorließ. Die es aber gibt, zum Hanibal-Netzwerk, zu Nordkreuz, zu den Banditos. Weil das alles fehlte, konnte das Gericht natürlich nicht anders.
Normalerweise äußere ich mich bei diesem Kommentar-Kollegen ja nicht mehr. Aber heute – bei der Info, dass die Nancy ihre fake-news vom „teilweise gesicherten rechtsextrem“ vom Gericht hat verbieten lassen, höre ich zum ersten Male. Guck an!!! Was ja alle, die inflationär vom „t-g-r“ rumplärren – vom ÖRR in den news bis zu den Stuhlrunden sowieso – einen feuchten Kehrricht juckt. Hat eigentlich dieses widerborstige Gericht nicht wenigstens mal seine Blitze geschleudert? Nee, nech? Nein, ich bin kein Feeeen von den Blauen, kann es nur nicht leiden, wenn …
Kerkeling ist übrigens alles andere als ein Linker.
Kurzzeitig hatte er im ÖRR eine Serie namens „Hapes Helden“, eine Art Geschichtsdoku für geistig minderbemittelte.
Hier wurde einiges über seine Weltanschauung deutlich. Unter anderem rechtfertigte er (gänzlich unironisch) die Kreuzzüge.
Der Mann ist ein religiöser Rechter alter Schule.
„Woanders“ war am 27. Okt. 2023 über den komischen Kerkeling zu lesen:
Hier noch ein zeitgemäßer Vorschlag zur Gestaltung des nächsten FDP-Parteitages mit der Hauptrednerin Walpurga Schtonk-Kruppstahl („mehr Frauen in die Politik“!!!):
https://www.youtube.com/watch?v=EHLDZVu51Ng
Dann klappt es auch ganz locker wieder mit den 5%!
Mach Sachen! Sogar die Josef-Neuberger-Medalje – ein Wahnsinn? Für die Agnes auch noch? Donnerschlach! Die wird doch nicht beim Armin, dem Pappberger aus D’dorf einen Sonderrabatt – einen dreistelligen vielleicht ? – rausgefuchst haben für die Sonderlieferung von ‚Morgensternen‘ an die Fremdenlegion zum Freizeitpark in Gaza-al-Mare? Da haben sich bestimmt auch die vom indigenen Stamm – auf dem frisch vor fast 60 Jahren eroberten Landstrich unberechtigerweise hausenden Mietnomaden – gefreut, wo sie jetzt doch sicherlich demnächst neue Wohn-Klos bekommen werden.
Wat is‘ los?
Ich habe bei der Gelegenheit aber mal kurz etwas nachgeschaut!
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Neuberger
Passt!
(„wurde dafür kritisiert“ klingt lustig!)
Hape Kerkeling in einer Laudatio auf Strack-Zimmermann (nur damit das nicht in Vergessenheit gerät):
„Am 7. Oktober wurden durch die bestialischen Angriffe der Hamas in Israel diese Werte mit Füßen getreten. Viele von ihnen hier in der Synagoge haben wahrscheinlich Freunde oder Verwandte in Israel. Vielleicht kennen Sie sogar Betroffene, der Attentate oder der Geiselnahmen. Ihnen gilt heute unser Mitgefühl.
Wir trauern um die unschuldigen Opfer dieses Krieges.“
https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/sie-haben-eine-klare-haltung/
Gut, das war Ende Oktober 2023, da war Gaza noch nicht ganz so platt und viele palästinensische Kinder haben noch gelebt. Aber im Januar 2026 meinte er immer noch aus Anlass des Euro Song Contest, Netanyahu&co verteidigen zu müssen. Kein Wort zu Gaza.
»Das gehört einfach nicht auf die ESC-Tagesordnung, darüber zu sprechen. Israel wurde angegriffen, das steht zweifelsfrei fest. Nicht Israel hat angegriffen, sondern Israel wurde angegriffen und hat sich zur Wehr gesetzt«, erklärte Kerkeling. »Ob man diese Mittel gerechtfertigt findet oder nicht, darüber kann man sicher streiten, aber es war zunächst erst mal die Defensive.«
“Israel wurde angegriffen, das steht zweifelsfrei fest. Nicht Israel hat angegriffen, sondern Israel wurde angegriffen und hat sich zur Wehr gesetzt.”
Zitieren erlaubt?
“Laut Haaretz spielte Netanjahu ein doppeltes Spiel mit Sinwar und seinem eigenen Sicherheitsapparat (oder zumindest dem nicht kooperierenden Teil davon). Indem er die Aussicht auf ein umfassendes Abkommen in Aussicht stellte, das die völkermörderische Blockade des Gazastreifens beenden und den Gaza-Bewohnern einen Großteil ihrer Erdgasvorkommen sichern würde, konnte Netanjahu seinen Sicherheitsapparat davon überzeugen, dass Sinwar und die Hamas zufrieden seien, gut mit Israel auskämen und daher keinerlei Bedrohung darstellten. Gleichzeitig ermöglichte er Katars Finanzierung und Bewaffnung der Hamas, die eine beeindruckende militärische Infrastruktur aufbaute, mit der sie am 7. Oktober Eliteeinheiten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte besiegen und den militärischen Aspekt des darauffolgenden Konflikts mit Israel gewinnen konnte. Indem er Sinwar wiederholt köderte und dann frustrierte, stellte Netanjahu sicher, dass Sinwar den von ihm lautstark angekündigten Angriff auf Israel durchführen würde.”
https://www.unz.com/kbarrett/did-a-heroic-plumber-unclog-netanyahus-electoral-toilet/
Übrigens sollte man sich immer mal wieder in Erinnerung rufen, wie der feine Herr, der von einem Großisrael nicht nur träumt, im Frühjahr 2026 von Teilen der Presse rezipiert wurde:
“Für Netanjahu geht mit dem Angriff auf Iran ein Lebenstraum in Erfüllung.” (taz.de | 02.03.2026)
P.S. Bezüglich der tatsächlichen Blaupause zu diesem Ereignis ist es sicher kein Fehler, Watzlawick – Wie wirklich ist die Wirklichkeit – immer mitzudenken. So könnte es sich bei Sinwars „von ihm lautstark angekündigten Angriff“ gut um das Resultat einer Absprache zwischen Tätergruppen handeln, mithin einen dieser unappetitlichen roten Heringe
Bemerkungen über jenen gealterten Komiker und dessen Weltbild verkneife ich mir jetzt,
aber der Begriff der Dekadenz lohnt doch ein paar Zeilen, zumal wir heute wirklich eine ganze Reihe von Merkmalen beobachten können, die gemeinhin als „dekadent“ gelten:
Eine kulturelle und intellektuelle Erschöpfung – bei gleichzeitig hohem Niveau materiellen Wohlstands und technischer Entwicklung. Ein Verlust von geistigen Fundamenten, Überzeugungen und Zielen.
Aus der Erschöpfung folgen Schwäche und die Tendenz, sich in Gedankenwelten zu verlieren. Das Sichverlieren in Träumereien und Wahnvorstellungen begünstigt wiederum eine nicht mehr recht gelingende Wahrnehmung der Realität – was zu weiterem Scheitern angesichts nicht wegzuwünschender realer Herausforderungen führt.
Aus diesem Scheitern folgen wiederum Wehleidigkeit, wütende Irrationalität und erneut unpassende Lösungsversuche.
Usw. usf.
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Dekadenz, das ist ja ein unbeliebter und sperriger Begriff.
Den einen dient er (lächerlicherweise) schon als ausreichender Hinweis dafür, das jene, die diesen Begriff benutzen, selbst einen an der Waffel haben. Dass es aber tatsächlich so etwas wie Dekadenz gibt, wollen sie nicht wahrhaben.
Und dass gar jemand wie Oswald Spengler diesen Begriff auch schon verwendete, gilt dann solchen Banausen witzigerweise schon als Argument, dass es das Dekadenzphänomen in Wahrheit gar nicht geben könne. George Lukács verwendete den Begriff aber auch.
Andere verwenden diesen Begriff hingegen etwas inflationär, sobald sie auf Phänomene wie „Überheblichkeit der Macht“ oder „kulturellen Niedergang“ stoßen oder auch nur, sobald es ihnen darum geht, die Welt und Werteordnung ihrer politischen Gegner zu diskreditieren.
Wieder andere meinen, dass im Grunde in fast jeder Epoche Dekadenzphänomene zu beobachten seien, weil eben immer einige ältere Strukturen an ihr Ende kommen.
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Der Begriff ist vermutlich hauptsächlich deshalb unbeliebt, weil er davon ausgeht, dass auch menschliche Strukturen – ähnlich wie die Gebilde der biologischen Welt – einem Aufstieg und Abstieg ausgesetzt sind, den wir als Menschen kaum steuern können. Dass wir also mit unseren Werken und Erscheinungen auch bloß größeren Kräften unterliegen und eingebettet sind in gleichsam natürliche Prozesse, auch in Alterungsprozesse. Das verträgt sich nicht mit menschlichen Allmachtsfantasien.
—
Bei Wikipedia findet sich ein überraschend ausführlicher Artikel zum Begriff „Dekadenz“:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dekadenz
Daraus zitiert:
„Eine von moralischen Werturteilen unabhängige Definition bietet der Historiker Jacques Barzun (1907–2012) in seinem 2000 erschienenen Bestseller „From Dawn to Decadence – A survey of 500 years of Western cultural life“ an.
Demnach sind Dekadenzperioden Zeiten, in denen „Lebens- und Kunststile erschöpft scheinen, die Entwicklungsstufen durchlaufen sind und Institutionen mühsam funktionieren“. Barzun betont, dass er den Begriff „dekadent“ nicht als Verunglimpfung („slur“), sondern als Fachbegriff („technical label“) verwendet.
Unter Berufung auf Barzun charakterisierte der New-York-Times-Kolumnist Ross Douthat im Februar 2020 Dekadenz als einen Zustand der ökonomischen Stagnation, des Verfalls von Institutionen sowie kultureller und intellektueller Erschöpfung – bei hohem Niveau materiellen Wohlstands und technischer Entwicklung. Douthat sieht den Westen im 21. Jahrhundert in einem von Blockade und Stillstand gekennzeichneten „Zeitalter der Dekadenz“. Er ist Autor des 2020 bei Simon & Schuster in New York erschienenen Buches „The decadent society“. Dem US-amerikanischen
Nachrichtenportal Vox zufolge ist „Douthats Definition einer ‚dekadenten Gesellschaft‘ (…), dass wir in einem abgestandenen System gefangen sind, das sich fortwährend auf der Stelle dreht und die immergleichen Debatten und Verdrossenheiten reproduziert“. “
Hier finden sich nun in der Tat Merkmale unserer Gegenwart …
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Wenn man in die Geschichte blickt, so bemerkt man mit gewisser Beunruhigung, dass als „dekadent“ charakterisierte Zeiten meist nicht all zu langlebig waren, und dass man eine gewisse Tendenz beobachten kann, nach der relativ bald ein Zusammenbruch der dekadenten alten Ordnung erfolgte.
An der Stelle darf Emmanuel Todd nicht fehlen mit seinem Buch „Der Westen im Niedergang“.
Er knüpft den Niedergang oder die Dekadenz des Westens an den Verlust traditioneller Strukturen, von Familie und Religion bis zum Nationalstaat. Das Resultat sei ein säkularer Nihilismus, der keinen langen Bestand haben könne. Die Menschen im Westen, vereinfacht ausgedrückt, glauben an nichts mehr.
Empfehlenswert (das Buch, meine ich).
@Woody Box
Danke für den guten Hinweis.
Das Buch kenne ich allerdings schon.
Ich denke auch, dass – in historischen Dimensionen gesehen – ein säkularer Nihilismus keinen langen Bestand haben kann. Auf Sand baut man nicht gut.
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Bücher über den Niedergang Europas gibt es ja noch so einige, z.B.
Walter Laqueur „Die letzten Tage von Europa“ (2006) und
Douglas Murray „Der Selbstmord Europas: Immigration, Identität, Islam“ (2017).
Natürlich kein Wunder, dass beide Bücher bei Besprechungen in Deutschland keine guten Rezensionen hatten … Eben zu sehr gegen den Zeitgeist.
—
Eine zwar vielleicht etwas theoretische, aber trotzdem nicht uninteressante Frage ist die nach der Abgrenzung von „Dekadenz“ und „Niedergang“. Schließlich ist nicht jeder Niedergang automatisch auch mit Dekadenz verbandelt. Schon schwieriger zu finden sind vermutlich Beispiele für Gesellschaften, die trotz Dekadenz keinen baldigen Niedergang erfuhren.
Früher haben Künstler wie Alice Cooper ihre Zeit in der Klapsmühle mit einer LP verarbeitet, daraus konnten wir was lernen. Heute senden Künstler denen ihrer Kreativität abhandengekommen ist ihre Selbsthassprojektion direkt „aus dem inneren“ der Einrichtung.
Das mit dem Limbo ist fehlleitend, denn der Anspruch beim Limbo steigt, je tiefer die Latte hängt. Sonst fällt mir dazu nichts ein.
Wie auch angesichts des herrschenden Irrsinns – und der Herrschaft der Irrsinnigen.
Ach, interessant waren die Ausführungen über „Coluche“ und Grillo. Komisch, dass man (Gesellschaften) aus solchen Geschichten nie was lernt. Gute Absichten werden immer angegriffen, und oft genug von Seiten, von denen man es gar nicht erwartet (zB von „linker“ Seite, siehe Stuttgart, Friedens-Demo). Man könnte meinen, Korruption wäre das Markenzeichen des Mensch-Seins. Dabei ist es nur die Folge unzählbaren Reichtums (und damit unglaublicher Macht) ganz, ganz weniger (und Idioten, die sich von denen benutzen lassen).
Komisch. Eine Beobachtung hier in letzter Zeit, dass auch manchmal (immer öfter) keine Rückmeldung von der Seite kommt, sondern nach Absenden des Kommentars der Bildschirm auf den Seitenanfang springt und keine Spiegelung des Kommentars zu sehe ist – sondern erst nach Neuladen der Seite. So ging es auch damit:
Das mit dem Limbo ist fehlleitend, denn der Anspruch beim Limbo steigt, je tiefer die Latte hängt. Sonst fällt mir dazu nichts ein.
Wie auch angesichts des herrschenden Irrsinns – und der Herrschaft der Irrsinnigen.
Ach, interessant waren die Ausführungen über „Coluche“ und Grillo. Komisch, dass man (Gesellschaften) aus solchen Geschichten nie was lernt. Gute Absichten werden immer angegriffen, und oft genug von Seiten, von denen man es gar nicht erwartet (zB von „linker“ Seite, siehe Stuttgart, Friedens-Demo). Man könnte meinen, Korruption wäre das Markenzeichen des Mensch-Seins. Dabei ist es nur die Folge unzählbaren Reichtums (und damit unglaublicher Macht) ganz, ganz weniger (und Idioten, die sich von denen benutzen lassen).
Ob wohl alle das Gleiche sehen wenn sie diese Seite aufrufen? Oder ist nur die Forensoftware so kaputt?
Leider sind wir an der besten BuPrä-Kandidatur vorbeigeschrammt:
https://www.youtube.com/watch?v=2uQwXf4ftDE
Es spricht für Kerkeling, dass in seiner Familie über die NSDAP gesprochen wurde.
In 40 Millionen deutschen Familien wurde darüber geschwiegen. „Ich war’s nicht. Der Höcke, ae Hitler war’s gewesen.“
Es spricht für Kerkeling, dass in seiner Familie über die NSDAP gesprochen wurde.
In 40 Millionen deutschen Familien wurde darüber geschwiegen. „Ich war’s nicht. Der Höcke, ae Hitler war’s gewesen.“
Wir haben eine groteske Situation hierzulande.
Hinter dem vorgehaltenen Schild „Kampf gegen Rechts (dh gegen die AfD) versammeln sich allerlei Scharlatane und Harlekins, welche angeblich eine erneute NS-
Diktatur verhindern wollen.
Währenddessen bereitet die Regierung mit großer Unterstützung der Medien ein neues Unternehmen Barbarossa gegen Russland vor.
Das ist das alte Bild von der Hand, dessen einer Finger auf einen anderen („Rechtsextremer, Demokratiefeind!!!“) zeigt, während drei Finger (wahrheitsgemäß) auf den Zeiger zurückweisen. Scheint auch für die Antifa zu gelten.
Im Grunde völlig gleichgültig, wer Bundespräsdent wird; es wird stets eine der Parteienoligarchie immanente Persönlichkeit sein.
Nur eine Person bitte, bitte nicht:
Das Merkel!
Trotz Scholz war ich froh, die nicht mehr sehn zu müssen!
Sollten sie die…..naja, die eben in den Sessel hieven, dann wird diese ganze Unappetitlìchkeit, genannt Bundesversammlung endgültig zur Schmierenkomödie!
Also ich finde die Idee, den alten Staatsclown zum Präsidenten zu wählen, sehr vernünftig. Doch, sollen wir machen. Das ist das Amt, das unser Land durch seinen Amtsinhaber repräsentieren soll. Ich denke, in Zeiten, in denen das wirtschaftliche Fundament des Landes zerbricht, die Bildung abstürzt, die Infrastruktur zerbröselt, in denen niemand uns mehr respektiert und selbst unser Fußballspiel nichts mehr taugt, würde uns der alte Clown angemessen vertreten.
Hans-Peter sollte den Job bekommen!
Man kann gesellschaftliche Dekadenz – wie wir sie heute beobachten – als die nahezu unvermeidliche Erkrankung einer Gesellschaft betrachten, welche immer dann eintritt, wenn es den Leuten in materieller Hinsicht zu gut geht. Und weil es ihnen zu gut geht, vergessen sie auch, unter welchen Bedingungen und Mühen der Wohlstand einst geschaffen wurde. Die Substanz aufzehrend, meinen sie, dass es ewig so weitergehen könne – egal ob es sich bei der Substanz um das ererbte Geld auf dem Konto handelt oder um die geistig-kulturellen Voraussetzungen des freiheitlich säkularisierten Staates im Sinne von Böckenförde.
Gesellschaftliche Dekadenz ist vergleichbar mit allerlei lebensgefährlichen Wohlstandskrankheiten wie z.B. Verfettung oder Diabetes, die den einzelnen Menschen plagen, wenn er es sich mit Kuchen, fetten Speisen und trägem Leben zu gut gehen lässt. Dekadenz als kranker Extremzustand.
Da aus Dekadenz für gewöhnlich ein gesellschaftlicher Niedergang mit bescheideneren Lebensverhältnissen folgt,
wird das gesunde Gleichgewicht alsbald auf natürliche Weise wieder hergestellt. Die Macht der Natur.
—
Frühere Generationen wussten noch um diese lauernde Gefahr und versuchten ihr dadurch zu entkommen, dass auch von den reichen Familien die eigenen Kinder knapp gehalten wurden. Manche Leser erinnern sich vielleicht an die Schilderung des eiskalten Schlafzimmers von „Hanno“ in den „Buddenbrooks“. Allerdings hilft das dem zarten Hanno auch nicht, denn er wird ja nicht alt.
Passend dazu auch das folgende launige Zitat von Bismarck:
„Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends.“
So wie der Einzelne oder einzelne Familien ihrem Schicksal anscheinend nicht entkommen können, können vermutlich auch ganze Gesellschaften und Länder den Prozess der kränklichen Verweichlichung, des geistigen Irrewerdens am Vernünftigen, des Verlierens der Maßstäbe und überhaupt des Niedergangs nicht aufhalten.
Es wäre auch kurzsichtig zu meinen, dass hier allein Deutschland betroffen sei, denn Frankreich, Großbritannien und die USA sind in einer ähnlichen Verfassung. Besser mögen kleinere Randländer wie Finnland, Island oder Portugal durch die Krise kommen, denen es materiell nie zu gut ging …
—
Der Titel von Herrn De Lapuente trifft es gut: die erschöpfte Republik.
Übrigens fällt mir da auch eine Äußerung des leider schon verstorbenen Zeitgeschichtlers Arnulf Baring ein, der bereits 1997 in seinem Buch „Scheitert Deutschland?“ im Hinblick auf die Deutschen von einer „tiefgehenden Erschöpfung“ gesprochen hatte.
„Und weil es ihnen zu gut geht,“
Ich weiß nicht wo (und wie) Sie leben. Ihnen geht es also zu gut?
Mir nicht und vielen, die ich kenne, auch nicht. Es ist aber (von der Bedeutung her) weniger materiell sondern vielmehr ideell und spirituell, wo es fehlt. Dazu die Entsozialisierung, aka Vereinsamung in der Gesellschaft, die man überall schmerzlich beobachten muss. Wie leicht hat sich die deutsche Gesellschaft in die Corona-Einzelhaft treiben lassen, Feiern abgesagt, andere wegen Zusammenkünften denunziert, Maskenverweigerer ausgeschlossen, sogar vom demokratischen Wahlrecht abgehalten (genau die, die heute am lautesten von „unseredemokratie“ schwafeln), …
Sieht so für Sie „zu gut gehen“ aus?
@ratzefatz
Mir scheint, Sie haben meine Gedankengänge zu schnell nachvollzogen, manches vielleicht gar nur überflogen und deshalb einiges nicht ganz verstanden.
Dekadenzphänomene haben viel mit materiellem Wohlstand, mit Sättigung und weitgehender Absicherung zu tun. Depressive Verstimmung oder Unzufriedenheit mit der allgemeinen Entwicklung bei Einzelnen führt m.E. nicht in dem Sinne zu Dekadenzphänomenen.
—
Hinzuzufügen ist, dass man immer unterscheiden muss zwischen Dekadenzphänomenen beim einzelnen Menschen, bei ganzen Familien und eben auch innerhalb der tragenden Gruppen einer Gesellschaft. Wenn eine Gesellschaft als Ganzes ins Dekadente rutscht, dann bedeutet das nicht, dass jedes einzelne Individuum auch dekadent wird bzw. ist, sondern es bedeutet, dass die tonangebenden Kreise, die die Gesellschaft lenken und repräsentieren von Dekadenz durchdrungen sind.
Im römischen Reich der Zeit von Caligula war natürlich auch nicht jeder einzelne Römer dekadent und jeder Sklave schon gar nicht. Ebenso war im Frankreich des Jahres 1785, also kurz vor der Revolution, natürlich nicht jeder einzelne Franzose dekadent. Die führenden Kreise, also der Adel, vermutlich auch Teile des Klerus und vielleicht sogar Teile des Großbürgertums waren es aber, sodass die Aussage berechtigt ist, dass Frankreich um 1785 durch eine dekadente Kultur und Elite gekennzeichnet war.
—
Ein weiteres wichtiges Merkmal von Dekadenz ist übrigens der freiwillige Verzicht auf Kinder.
Allein das ist schon eine gute Messlatte.
Und nun sage mir keiner, dass wir heute für Kinder zu arm seien! In der Vergangenheit gab es schon in materiell weitaus schlechteren Zeiten höhere Geburtenraten, und zwar nicht nur deswegen, weil es weniger Verhütungsmittel gab. Man hat heute nur oft die Ausrede, dass man kinderlos sei, weil den Kindern ja dies oder jenes nicht zuzumuten sei – etwa dass sie sich zu zweit oder zu dritt ein Zimmer teilen müssten, dass sie später nicht würden studieren könnten oder dass man ihnen diese böse und schlechte Welt nicht zumuten könnte.
Nein, der Verzicht auf Kinder hat einerseits oft mit einer egomanen Fixierung auf die eigene Person und deren Wünsche, Ziele usw. zu tun und andererseits mit einer pessimistischen Grundstimmung, sodass es keine positiven Erwartungen hinsichtlich der Zukunft gibt.
Die einzige Entschuldigungen, die ich hier gelten lassen würde, wären ein fehlender Partner, eine eigene Krankheit oder eine ausgeprägte Armut jenseits der bewussten 60%-Grenze.
Ich denke es ist ne Mischung aus beidem.
Den einen gehts deutlich zu gut, den anderen deutlich zu schlecht.
Singles mit mittelmässig vergütetem Bürobullshitjob konsumieren bis zum Abwinken,
so mancher möchtegern Amateuer hat mehr „Prosumer“ Produkte als viele Professionelle, fast immer ohne sie überhaupt je zu nutzen, ganze Märkte leben davon.
Ungenutze (!) Kameras oder Studioequipment etc etc im Wert eines gehobenen Mittelklassewagens zu besitzen ist keine Seltenheit. Es ist teilweise die Regel. Hobbies beschränken sich oft aufs Kaufen von Zubehör.
Für die die nicht mehrmals im Jahr ein paar 1000 für Elektroschrott ausgeben können gibts Wegwerfprodukte vom Grabbeltisch. Alle diese Produkte sind nicht nur mit geplanter Obsoleszenz sondern auch geplanten gefühlten Unzulänglichkeiten, so dass der Konsument nie zufrieden ist. Stehende Wendung in Konsumentenforen, die selten als Witz gemeint ist: „kauf beide“.
Andere wissen dagegn nicht ob sie ein Paar Socken oder Essen kaufen sollen, weil beides zugleich nicht geht.
Ich denke die Coexistenz beider Extreme, beide in der Masse, kann man bereits als Dekadenz bezeichnen.
Die Geschichte der deutschen kommunistischen Partei beginnt eben nicht bei der Unterordnung unter Stalin, nicht an der Berliner Mauer und nicht bei Stasi und was weiß ich noch alles, was der Baukasten des bundesdeutschen verbindlichen Geschichtsverständnisses so hergibt, sondern mit dem Mord an Luxemburg und Liebknecht, mit den marodierenden Freikorps, die sich besonders in meiner Stadt Berlin durch die Arbeiterviertel mordeten, mit Noske, dem Bluthund – „wer mit der Waffe in der Hand angetroffen wird, ist zu erschießen“ , in meinem Kiez zwei Kindern- mit einer kaiserlichen Klassenjustiz, die immer gegen die Arbeiter mit äußerster Brutalität urteilten und bei den Nazis weitermachte und und und.
Die Republik war zweifelsfrei besser als alles vorher und danach sowieso. Aber es gab verdammt viele gute Gründe für Arbeiter, gegen sie zu sein, die sie in der kurzen Zeit ihrer Existenz alle Lasten der Inflation, der großen Depression tragen ließen. An denen sich der Sadist Brüning auslassen konnte und gegen die das Kapital, als es brenzlig wurde, die Nazis in Stellung brachte. Ist die Rolle von Hugenberg und den deutschen Konservativen bei der Machtergreifung wirklich schon vergessen? Ist wohl der große Erfolg von ZDF History.
Ich bin weit davon entfernt, mir Illusionen über die KPD zu machen. Aber sie, und dann noch am Beispiel des Opas des Staatsclown, mit den Nazis gleichzusetzen, ist einfach nur Infamie.
„[…] Hermann Anton Kerkeling, der Großvater, war Mitglied der KPD, die nicht anders als die Nazis damit beschäftigt waren, die Weimarer Demokratie zersetzen zu wollen. Bei Kerkeling hört sich das jedoch so an, als seien die von Moskau und Stalin finanzierten und instruierten Kommunisten seinerzeit wahre Vorzeigedemokraten gewesen, die sich gegen die nationalsozialistische Tyrannei stellten.[…]“
Mit Schwung und Vorfreude begonnen zu lesen. Bei dieser ahistorischen, „abgeschmackten“ Gleichsetzung habe ich abrupt aufgehört.
Sein Vermögen wird auf 10 Millionen Euro geschätzt (laut Google Gemini)
Antifaschismus 2027 o))
Logisch das normale Menschen hier nicht mehr weiterwissen..
Nach längerer Zeit mal wieder was von mir – ist Ihnen das Format „FunFacts“ bekannt? Nein?
Bitte da mal reinschauen – auch so eine Form „spätrömischer Dekadenz“ in Deutschland, und nein, ich bin kein Fan der AfD, aber „FunFacts“, dass gegen die AfD in Form von Komik, und von keinem geringeren als Marc-Uwe Kling mit initiiert wurde hat die Wahl der AfD in Sachsen-Anhalt auch nicht verhindert, mit Komik gegen die AfD, oder „Rechte“.
Ganz im Gegenteil, nach den abgeschmackten Scherzen dort wird wohl zwar gelacht, aber dann doch die AfD gewählt.
Hier ein ein Hinweis auf die Website https://www.funfacts.de/
Auch bei YouTube wird Mensch fündig:
https://tube.funfacts.de/w/de2a4b3e-177e-4aab-ac5e-17323ba899a3
Ach, bevor ich’s vergesse als jemand der gute Witze schon einmal mag finde ich manche Videos auch durchaus zum Lachen, aber manche eben, die leider allzu offensichtlich nicht ganz unparteiisch sind, auch nur zum fremdschämen.
FunFacts löscht übrigens auch eigene Filme schon einmal, wenn die zu staatskritisch werden – es gab im Sommer mal einen schonen Beitrag einer promovierten Psychotherapeutin, der aber irgendwie verschwunden ist, weil diese eben „die Reformen“ der Regierung im Gesundheitsbereich, in der Psychotherapie, zu scharf satirisch angriff.
Nur mal so als Tipp für euch, falls euch FunFacts nicht bekannt ist, wie gesagt es gibt durchaus sehenswerte YouTube, oder sonstige Filme bzw. Auftritte von FunFacts, aber auch solche die wirklich nur noch zum fremdschämen sind 😉
Gruß
Bernie
hape fand ich immer gut, aber seitdem er eine Laudatio für Strack- Zimmermann gehalten hat., ist er sowas von durch bei mir .