Böhmermann erklärt Alice Schwarzer das Geschlecht

Jan Böhmermann bei einer Veranstaltung, Bild bearbeitet zur Karikatur.
Jonas Rogowski, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

„Unterhaltung und Relevanz in einer neuen Dimension“ verspricht Jan Böhmermanns Late-Night-Satire „Magazin Royale“ im ZDF, „kombiniert mit journalistischer Recherche“.

Und tatsächlich brach vorigen Freitag, am 2. Dezember, eine neue Ära der Gesellschaftssatire an, die in ihrer Eindimensionalität jeden Stammtisch in den Schatten stellt: Es geht um die schwierige Frage, wie viele Geschlechter es mittlerweile gibt.

Ein Mann, der Frauen die Welt erklärt

Wer die vergangenen Jahrzehnte die postmoderne Identitätspolitik verfolgt hat, dem springt die Absurdität dieses Vorgangs selbst im Kontext der LGBTIQAA-Ideologieblase ins Auge: Der ohne Zweifel männliche, heterosexuelle, durch Medienpräsenz, Hautfarbe und Alter vielfach privilegierte Moderator Böhmermann schwingt sich zum Mansplainer auf, einem männlichen Erklärbär Frauen gegenüber, und erklärt der Ikone der Frauenbewegung, Alice Schwarzer, was Geschlecht ist und wie viele es davon gibt, nämlich, und das weiß man längst „mehr als zwei“. Berufen kann er sich dabei auf die Wissenschaft™, die sich mal wieder einig ist, weil man nur die gefragt hat, die sich einig sind.

Böhmermann, von postmodernen Diskursen bisher vermutlich unbehelligt geblieben, ist sich nicht bewusst, dass es ihm nach postmoderner Lesart in seiner privilegierten „Sprecher:innenposition“ gar nicht zusteht, Frauen über Geschlechterfragen zu belehren. Aber auch außerhalb des postmodernen Privilegien-Dschungels betrachtet, bleibt offen, wo er die Kompetenz für seinen Auftritt erworben hat. Auf Twitter erfährt man von einem transaktivistischen Account: „Wir haben auch bei der Recherche der heutigen Sendung geholfen“.

Nun ist das ZDF Magazin Royale kein Wissenschaftsformat, das um Aufklärung und ausgewogene Darstellung der Problematik bemüht sein sollte, jedoch, so schreibt Georgine Kellermann, Transfrau und Studioleiterin des WDR-Studios Essen: „Jan Böhmermann hat seine Sendung für ein Publikum gemacht, das zum allergrößten Teil mit dem Thema noch nie oder nur am Rande konfrontiert wurde. Nicht für die Spezialisten.“

… und Steuern hat sie auch hinterzogen!

Umso wichtiger wäre es gewesen, diese komplexe Gemengelage rund um Transgeschlechtlichkeit und das neue Selbstbestimmungsgesetz nicht auf dem untersten, populistischen Level einer Late-Night-Satire abzuhandeln, indem man abgedroschene rechte Hassreflexe gegen Alice Schwarzer aufwärmt und sich völlig unreflektiert und bar jeder Sachkenntnis die üblichen Textbausteine von politischen Aktivisten ins Textbuch schreiben lässt, die jede Kritik abwehren mit den nunmehr allseits bekannten Mitteln von Cancel Culture, Nazikeule und Kontaktschuld. Diese Methoden, die wir in den vergangenen Monaten überdeutlich vorgeführt bekamen, werden seit Jahren in identitätspolitischen Kreisen eingeübt und perfektioniert.

Und so nimmt es nicht wunder, dass die linksliberale Alice Schwarzer von Böhmermann in eine Reihe gestellt wurde mit Beatrice von Storch von der AfD. Wie könnte man jemanden besser diskreditieren, als mittels Nähe zu „AfD-Faschos“ (O-Ton Böhmermann). Und Steuern hat sie auch hinterzogen! Der Stammtisch johlt. Reflexion über das aufgeworfene Problem erstickt in Häme.

Besonders hässlich gerät die Niedertracht, die Böhmermann über eine 32-jährige Doktorandin der Biologie, Marie-Luise Vollbrecht, auskübelt. Ihr im Juli dieses Jahres zur „Langen Nacht der Wissenschaft“ an der Humboldt-Uni geplanter Vortrag zum Thema Sex und Gender musste wegen Androhung von transaktivistischen Protesten abgesagt werden. Seitdem steht sie im Fadenkreuz linksaktivistischer Hassangriffe. Böhmermann diskreditiert Vollbrecht ad hominem als „Meeres-Elektrikerin“, arbeitet sich auf plumpe Weise an ihrem Namen ab und führt einen Satz aus dem „Tagesspiegel“ als Beweis für mehr als zwei Geschlechter an. Lacher!

Scheißhaufen und andere Nettigkeiten

Immer wieder bezeichnet Böhmermann die Kritiker pauschal als „Transfeinde“, Scheißhaufen (Hashtag #turds), Trottel, Nazis, Genderfeinde und TERF – eine transaktivistische Schmähbezeichnung für kritische Feministinnen, die auf die Widersprüche und Unvereinbarkeiten von Frauen- und Transrechten hinweisen, keineswegs aus niederen Beweggründen, sondern weil Emanzipation und Gleichberechtigung auch bedeutet, unterschiedlichen (Schutz-)Bedürfnissen angemessen gerecht zu werden. Dazu muss zwingend klar und eindeutig definiert sein, wer eine Frau ist, und beispielsweise am Frauensport teilnimmt und Zugang zu Frauenräumen oder Frauenquoten hat.

Feministinnen wie Alice Schwarzer sind ohne Zweifel „Genderfeinde“. Ihnen verdanken wir die Analyse, dass Gender und Biologie, also Geschlechtsrolle und biologisches Geschlecht, nicht identisch sind. Den Beweis dieser These treten ausgerechnet Transmenschen in persona an. Wie absurd wäre es, wenn Feministinnen diesen lebenden Beweis ihrer Analyse leugnen würden? Aber muss ein Mensch, der sich nicht mit der ihm zugedachten sozialen Rolle identifiziert, medizinische Behandlungen vornehmen lassen, um eine andere Genderrolle einnehmen zu können?

Völlig zu Recht muss das deutsche Transsexuellengesetz von 1980 abgeschafft werden, verlangte es doch genau jenes: Transsexuelle mussten sich „fortpflanzungsunfähig“ machen, um den Personenstand ändern zu können.

Böhmermann arbeitet den Widerspruch nicht heraus

Emanzipation von Genderrollen muss unabhängig vom biologischen Geschlecht möglich sein, denn Genderrollen sind soziale Platzanweiser und strukturieren die Gesellschaft auf geschlechtlicher Ebene in Oben und Unten. Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit, so lautet die genuin linke genderkritische Forderung, muss jedem Menschen möglich sein unabhängig von seiner Biologie, aber unter Berücksichtigung selbiger. Völlig unbenommen benötigen Menschen andere Rechte, wo ihre Körperlichkeit dies erfordert.

Während also Frauenrechtlerinnen freie Entfaltung für jeden Menschen anstreben unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen, und sich kritisch gegenüber Transaktivismus positionieren, weil sich hier zwei diskriminierte Gruppen mit disparaten Interessen gegenüberstehen, und eine Minderheit gegen Frauenrechte instrumentalisiert wird, haben konservative Kritiker eine ganz andere Ausrichtung trotz oberflächlicher Überschneidungen in der Argumentation.

Konservative wollen „Gender“ auch abschaffen, meinen damit aber in keiner Weise die Geschlechterrollen. Im Gegenteil: Sie wollen faktisch den traditionellen, biologistischen Machtverhältnissen wieder zur Geltung verhelfen und im Zuge der transkritischen Anti-Gender Bewegung das Recht von Frauen auf körperliche Selbstbestimmung und freie Entfaltung der Persönlichkeit abräumen.

Der flüchtigen Betrachtung mag sich dieser grundlegende Unterschied nicht erschließen, denn Konservative bedienen sich auf den ersten Blick ähnlicher Argumentationen wie transkritische Feministinnen. Somit ist es ein Leichtes für Sendungen wie Böhmermanns Magazin Royale den grundsätzlichen Widerspruch eben nicht herauszuarbeiten, sondern linke und rechte Kritiker in einen Topf zu werfen. Den gleichen Mechanismus haben wir in den fast drei Jahren „Pandemie“ erlebt.

Es geht um Staatstreue

In der westlichen Welt tobt ein Kulturkampf. Wir sehen uns konfrontiert mit einem tribalistischen Zweifrontenkrieg, importiert aus den USA. Die links etikettierten Demokraten gegen die rechts-konservativen Republikaner. Die einen räumen Frauenrechte zugunsten von Wokeness und Transaktivismus ab, die anderen wollen beides abschaffen und zurück zur „Natur“, „traditionellen“ Rollen und Machtverhältnissen. Recht auf körperliche Selbstbestimmung gäbe es weder für Transpersonen noch für Frauen.

Nach dem – in Böhmermanns Welt – nahezu genialen Schachzug, transkritische feministische Frauen obendrein in die Nähe von russischen, durch Putin finanzierte Netzwerke zu rücken, sind Schwarzer und Vollbrecht in den sozialen Medien endgültig zum Abschuss freigegeben – ausgelöst, organisiert und gerechtfertigt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

„Organisierte Hetze führt zu Gewalt und Tod“, eine der wenigen Feststellungen Böhmermanns, die zutrifft. Und man wird den Verdacht nicht los, dass es schon länger nicht um Gesundheit, Gerechtigkeit, Diversity, Frauen oder Transpersonen geht, sondern um Staatstreue.

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37 Kommentare

  1. Um es mal ganz klar zu sagen, Böhmermann gehört zu den übelsten Gewächsen des ÖRR.
    Demagogisch, ideologisch, bösartig, selbstüberschätzend.
    Von Satire keine Rede.

    Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

      1. Ich ergänze: Er ist eine Stinkkanne, die, die von ihm zusammengerührte, übel riechende Flüssigkeit auf kritische Geister gießt. Mehr kann er nicht

    1. Ja, es ist die übliche Methodik, die übliche Reihung der gängigen Narrative,
      Querdenker, Impfgegner, AfD, um dann schließlich bei russischen Netzwerken zu landen.
      In der Gesamtheit der Argumentation, übelste Propaganda.

      1. Im Vergleich hatte der noch Niveau (das sagt alles). Ausserdem hatte man bei dem immer den Verdacht, dass er sich selbst nicht so ernst nimmt und einen verarscht. Ich mochte ihn trotzdem nicht besonders und hab meist abgeschaltet, aber manchmal wollten Frau oder Kinder das sehen. Ist aber ewig her, Kinder aus dem Haus, glücklich geschieden, kein Fernseher.

      2. Böhmermann war in der Tat im Team der letzten Showphase von Harald Schmidt bei der ARD.
        Und nach Ende dieser Show hatte Böhmermann seinen eigenen Durchbruch im Fernsehen.

        1. Ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass Schmidt – zu recht – nichts vom staatlichen Hofnarr Böhmermann hält, da gibt es diverse Aussagen im Netz zu finden, z.B.: „Böhmermann ist eine Krawallschachtel“, „Weit unter meiner Wahrnehmungsschwelle“ usw.

  2. Ich denke nicht dass Böhmermann ein Faschist ist oder ein Rassist, und staatstreu ist der auch nicht. Letzteres wirkt nur so, weil er sich opportunistsich auf diese Linie legt.
    Ich halte Böhmermann hingegen für einen ziemlich talentierten, aber vollkommen verantwortungslosen und skrupellosen und boshaften Egomanen. Er ist das Spitzenprodukt in dieser dämlichen Ironiemasche im deutschen Satirebereich. Letztlich geht es ihm nicht um irgendeine Sache, sondern nur um das eigene Ego, die eigene Profilierung.

    1. Dieses Führerprinzipdenke macht doch den Psychopathen und Egomanen wie B. aus, der ist Faschist. Und ja, Rassismus kam unter anderem in seinem „Heldentum“ gegen Erdogan zum Ausdruck, keine Plattheit gegen Türken und Muslime aus der braunen Ecke wurde ausgelassen. Jetzt gegen Russen ähnlich. Kratz am Teutonen und das Braun kommt hervor.

      1. Ja, aber ein Rassist ist doch jemand, der beispielsweise Türken oder Russen auch persönlich wirklich verachtet und abwertet. Ich glaube aber, dass Böhmermann persönlich z.B. gar kein Problem mit Russen hat. Er nutzt nur die aktuelle Situation für sein Eigeninteresse. Mit heftigem Russenbashing kann man gerade richtig viel Beifall bekommen.
        Deswegen sehe ich ihn eher in der Ecke der Verantwortungslosen.

          1. Ja, aber es zeigt nur, dass er ein rassistisches Mindset nutzt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass er dieses Mindset auch selber hat.

              1. Naja, wir sind uns ja einig., dass Böhmermann ein ziemlich mieser Typ ist. Aber für einen Rassisten halte ich ihn wirklich nicht. Das passt einfach nicht zu seiner Psychostruktur

                Ich halte auch nichts von dieser inflationären Verwendung solcher Bezeichnungen wie „Rassist“, „Faschist“, „Sexist“ und dergleichen. Böhmermann selbst wirft ja mit diesen Begriffen nur so um sich. Das gehört zum Waffenarsenal der selbstgerechten, woken, Politisch Korrekten.

                Und ich kann ja verstehen, wenn man es denen auch mal mit gleichen Münze heimzahlen will. Aber am Ende landen wir dann doch nur in einer völlig absurden Welt in der sich die zwei Seiten gegenseitig mit „Faschist“ und „Rassist“ beschreien.

      1. ich halte ihn für einen widerwärtigen Cretin.
        Und das ganz noch unabhängig davon, ob der sich zusätzlich dem „Zeitgeist“ anschleimt oder nicht.

  3. Aus meiner Sicht ist nicht Böhmermann das hauptsächliche Problem. Problematisch ist, dass Böhmermann diese Plattform zur Verfügung gestellt bekommt (wie es im Übrigen auch problematisch ist, dass Nuhr seine Dergestalte in der ARD hat).

    Dass die ÖR das so machen und befördern, also aus solchen egomanischen Gestalten Helden konstruieren, wirft ein bezeichnendes (wenngleich nicht sonderlich überraschendes) Licht auf den real existierenden Zustand des auf Kosten der Allgemeinheit finanzierten Rundfunks.

    Im Übrigen werden alle Alpha-Satire-Sendungen der ÖR ausnahmslos von Männern moderiert. Auch „Die Anstalt“.
    Zufall?

    1. Dabei Sind Böhmermann und Nuhr auch seit vielen Jahren verfeindet und beharken sich immer in den sozialen Netzwerken. Ist natürlich alles relativ.
      Während Nuhr immer konsequent FDP-Positionen vertritt, macht Böhmermann das für die Grünen.
      Allerdings ist Nuhr vor kurzem mal aus seiner Rolle gesprungen, als er den offenen Brief gegen Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine unterschrieben hat. Das hat mich dann doch gewundert.

      1. „… Allerdings ist Nuhr vor kurzem mal aus seiner Rolle gesprungen, als er den offenen Brief gegen Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine unterschrieben hat. …“

        Das ist tatsächlich einmal bemerkenswert, sicherlich.

        Es erklärt allerdings nicht, warum Frauen derart unterbelichtet behandelt werden von den ÖR, wenn es um Satire geht.

    2. sehe ich auch so: Dass man diesen pimpfigen Stümpermann auf die Leute los lässt, spiegelt in der Tat wieder, welche Pimpfe da im Hintergrund die Strippen ziehen dürfen.
      Zum Weglaufen

  4. Böhmermann kann also eines, wie es scheint: Aufruhr und Empörung hervorrufen. Das hat er schon mit seinem Ziegenfi..er-Gedicht gemacht, wegen dem Merkel ihn zur Strafverfolgung an die Türken freigegeben hatte. Diese Geschichte kam bei Erdogan nicht gut an. Ich selber weiss nicht so richtig, was ich von Böhmermann und seiner Sendung halten soll, neulich habe ich ihn beim Zappen knallhart und sehr böse aber gut über die schäbigen sogenannten Spielerberater der grossen und kleinen Fussballstars reden gehört und gesehen. Andere Themen haben mich nicht so sehr interessiert: Much Ado About Nothing.

    1. Diese Ziegengeschichte war typischer Nazisprech gegen Türken und Muslime im Allgemeinen. Hat nicht verwundert.

      War etwa auf dem Niveau, als wenn er Netanjahu Hostienschändung vorgeworfen hätte. Der einzige Grund, warum er das nicht macht, ist Feigheit. Erdo ist auch nur ne Art Neger, da darf der Herrenrassist drauftrampeln.

      1. „Diese Ziegengeschichte war typischer Nazisprech gegen Türken und Muslime…“

        Eine sich auf Satire berufende primitive Beleidigung, die auf ein entsprechend dankbares xenophobes und im Kern rassistisches bürgerliches Milieu stößt.

  5. nach den wenigen Schnipseln „Magazin Royale“ die ich in meinem Leben geguckt habe, gewährt die ganze Aufregung dem Team um J. B. viel zu viel Aufmerksamkeit.

    Der Humor / die Comedy ist handwerklich bestenfalls mittelmäßig.
    (wie auch schon DIE ANSTALT, extrem überschätzt von den ÖR in den ÖR.)

    Nehmen wir nur die Idee mit der FDP – RAF Persiflage. Der Gedanke war nicht schlecht.
    Aber die Grundidee hält 5 Minuten.

    Aber so wie heute üblich wird dasselbe Muster 30 Minuten lang wieder und wieder und wieder bedient.
    Bis es vollkommen abgelutscht ist.

    Und das schlimmste daran: Der Humor ist moralisch informiert.

    Fast jeder „Joke“ ist vorsichtig.

    Fast jede Replik von Böhmermann ist fomuliert mit halbem Blick über die Schulter, um ja niemandem weh zu tun.
    Was dem Witz seine Potenz nimmt. Sprich seinen „Humor“. No laughter for me

    Allein bei seinem Einstieg gab es 3 oder 4 Pointen von denen er 1 genutzt hatte.

    Harald Schmidt in seinen guten, späten Tagen, hätte 4 von 4 gewählt und konsequent durchgezogen und nach 3 Minuten Schluss gemacht.

    Humor nimmt keine Rücksicht auf Hierarchien.
    Nimmt keine Rücksicht auf Diskurse der Macht.
    Keine Rücksicht auf den Status Quo einer polit. Trope.
    Humor ist dahingehend anarchisch.

    Und vor allem: Comedy nimmt keine Rücksicht auf Positionen der BUNDESREGIERUNG.

    Selbst wenn das nur ein polit. kein ästhetisches Argument ist – wenn Kunst beginnt der Politik nach dem Mund zu reden, dann stinkt etwas gewaltig.

    Und bei Comedy kommt das einem Todesurteil gleich.

    Natürlich gibt es verschiedene Grade des Humors, aber er ist im Kern immer gegen-affirmativ.

    Er schwimmt gegen den Strom.

    Magazin Royales Witze schwimmen auf einer Luftmatratze über den Strom hinweg und lassen sich treiben ohne Risiko.

    Oder setzen sich einen Taucheranzug an um ja sicher zu gehen.

    Musterschülerhaft, biedermeier-deutsch im schlimmsten Sinne.

    Da geb ich mir lieber noch mal Eddie Izzard zum 1000.

    Denn Eddie macht einen Unterschied zwischen seiner Bühnen-präsenz und dem Mann dahinter.
    Das ist das 101 der Bühnenkunst bitte sehr.

  6. »wer … Zugang zu … Frauenquoten hat«

    Ich finde, das bringt sehr schön auf den Punkt, was Feministen, Transaktivisten und Böhmermann gemeinsam haben: Der Wille unberechtigt bevorzugt zu werden.

    Feministen missbrauchen die angebliche Schwäche der Frauen um für Frauen „Schutzräume“ und Quoten abzugreifen, und ihnen so Zugang zu Positionen zu verschaffen, die sie Kraft eigener Begabungen niemals erreicht hätten. Unsere Weltinnenpolitikerin, unsere Innen-Nancy und unsere Verteidigungsmama sind dafür nur die herausragendsten Beispiele.
    Identitäts- und Transaktivisten haben die passiv-aggressive Mitleidsnummer der Feministen kopiert und perfektioniert und nun sind Frauen wie die Autorin und Schwarzer natürlich darüber verärgert, dass sie von der Spitze der Opferpyramide verdrängt wurden.

    Das ist für diese Frauen natürlich dumm gelaufen, aber letzten Endes war es für jeden klüger als eine angegammelte Banane erwartbar, dass eine so erfolgreiche Taktik kopiert und optimiert wird und damit zwangsläufig auch gegen ihre Erfinderinnen gewendet wird. Die große Kunst wäre gewesen, rechtzeitig mit dem passiv-aggressiven „Wir armen Weibchen“-Mimimi aufzuhören, aber wann hätte der Verstand schon mal die Gier besiegt?

    Und Böhmermann? Ein Mann von eher mäßiger Begabung, weder besonders geistreich noch irgendwie humorvoll, der es Kraft eigener Begabung wohl kaum über das Medianeinkommen geschafft hätte. Dessen Taktik besteht darin, auf dümmlich-vulgäre Weise zu sagen, was die chattering class gerade hören will und seine dümmliche Vulgarität als Mut feiern zu lassen.

    Zusammengefasst: Feministen, Identitätsaktivisten und Böhmermann sind schlicht Opportunisten, deren Zeit abgelaufen ist bzw. gerade abläuft.

    1. Hi NEO,
      Männchliche Kritik was Ah!

      Statt sich an solchen Schwächen abzuarbeiten, empfehle Ich mal Jack Donovan zu lesen und zu Trainieren wie im Knast*
      Daß Börse Männchen vom ZDF Magazin Neo Loyal zeigt es doch wie ein Mann/Mensch nicht sein sollte!

      * By Paul“Coach“Wade Convict Conditioning

      Empfehle mich Prepperoni ♂

  7. DANKE! Seit ich diese Sendung gesehen habe geht sie mir auch nicht mehr aus dem Kopf. So Misogyn, so Frauen verachtend. Besonders Böhmermanns Kommentar, man würde als Frau ja sowieso in erster Linie Opfer in den eigenen Vier wänden, und müsste deshalb keine Angst vor Trans Frauen in öffentlichen Toiletten oder Umkleiden haben, hat mich so richtig geärgert. Ich frage mich doch, wurde eigentlich recherchiert? Weiss das ZDF Magazin eigentlich dass es in England dieses Jahr mehr Opfer von Trans Frauen gibt als Trans Menschen die Opfer wurden? Dass in Deutschland eine Frau in einer Psychiatrischen Einrichtung von einer Trans Frau umgebracht wurde und in diesem Fall spricht man von „Übermordung“ da die Gewalteinwirkung so groß und Brutal war? Aber eh egal, denn es betrifft ja nur Frauen…. die müssen nur zuhause Angst haben….. Und wer sich doch fürchtet, ist natürlich ein Nazi, oder wenigstens genau so schlimm….. Ich denke noch immer darüber nach einen Brief an den ZDF zu schreiben, ob es etwas bringt? Wahrscheinlich nicht. Aber ich finde so einen Frauenverachtenden Scheißdreck sollte man nicht einfach akzeptieren!

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