Begriffsdeutung: Schall und Rauch

Explosionen in Gaza
Jaber Jehad Badwan, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Es ist völlig egal, ob man die Geschehnisse in Gaza einen Genozid nennt oder nicht. Begriffe ändern überhaupt nichts. Das erkennt man dieser Tage deutlicher denn je.

Was spricht nun eigentlich dafür, dass es sich beim Vorgehen der israelischen Armee – auf Geheiß der israelischen Regierung – um einen Völkermord handelt? Entschuldigung, die Frage kann oder muss man anders stellen: Was spricht nun eigentlich dafür, dass es sich beim Vorgehen der Israelis nicht um einen Völkermord handeln könnte? Diese Fragen beschäftigen die deutsche Öffentlichkeit – oder vielleicht eher nur die Netzwerke, die so mancher ja mittlerweile so gerne mit der Öffentlichkeit verwechselt. Im internetfernen Alltag begegnet sie uns sicherlich seltener.

Ja, was trifft denn nun zu? Genozid oder eher nicht? Darf man das überhaupt ausdiskutieren? Ist es noch statthaft, skeptisch zu bleiben, und die Informationen, die man erhält, auf beidseitige – israelische wie palästinensische – Propaganda abzuklopfen? Oder ist diese Prüfung an sich schon ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Und macht es für jene, die von der Militärgewalt betroffen sind, überhaupt einen Unterschied, wie wir im fernen Deutschland die Ereignisse einordnen? Die Hartnäckigkeit, mit der diese Diskussion hierzulande geführt wird, hilft nicht nur nicht weiter, sie wird pietätlos geführt, weil sie das Leid von Menschen instrumentalisiert, um abermals die eigene Egozentrik zu betonen. Dass Begriffsfestlegungen die Weltsicht ändern könnten, ist außerdem ein Irrtum des 20. Jahrhunderts, an den noch viele glauben.

Parallel geführte Monologe

Deutschland ist ohne große Leitthemen, die das Land in zwei unversöhnliche Lager spalten, gar nicht mehr vorstellbar. Vor zehn Jahren nahm das Unheil seinen Lauf: Die Flüchtlingskrise, die Grenzöffnung der damaligen Bundeskanzlerin, ließ zwei Positionen entstehen, die recht schnell keinen Draht mehr zueinander fanden. Die einen wollten Willkommenskultur, wo immer es geht, und damit Menschen aufnehmen, so viel als möglich oder auch noch einige mehr – die anderen lehnten das strikt ab. Nur die wenigsten führten ihre Positionierung argumentativ aus, schnell verkam der »Diskurs« zur Haltungsfrage und wurde ad hominem geführt.

Danach folgte das Virus und eine Pandemie der Grundrechtseinschränkung – zwei Lager, die sich bis aufs Blut bekriegten, formierten sich. Sicher haben die einen argumentativ mehr aufzubieten gehabt als die anderen, dennoch wurde diese Positionsfrage medial so aufgepeitscht, dass man erstmals ausgiebig von der Spaltung des Landes sprach. Während der Flüchtlingskrise und den Jahren danach vermied man diese Offenheit, der Mainstream redete sich ein: »Wir sind mehr!« – und deutete damit die Gegenposition zu einer Randerscheinung um, ja, zu einer Schrulle von Wenigen, die nicht weiter beachtenswert sei. Während der pandemischen Jahre war das nicht mehr möglich. Spaltung: Seither ist dies das Thema. Der Ukrainekrieg hat das nochmals gezeigt. Es wurden tiefe Gräben gezogen, gegenüberstanden – und stehen – sich diejenigen, die eine weitere Eskalation zugunsten der Ukraine fordern, und solche, die die Ukraine nicht instrumentalisieren möchten, um der NATO einen Dienst zu erweisen und Russland weiter in die Enge zu treiben. Mit dem Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 etablierte sich noch so ein polarisierendes Thema, mit dem die deutsche Öffentlichkeit nicht mehr gelassen umgehen konnte – und zwar von Anfang an nicht und nicht erst, als die israelische Armee dazu überging, einen Völkermord zu begehen.

Oder ist es gar kein Völkermord? Wer die Diskussionen in den Netzwerken betrachtet, stellt schnell fest: Das sind gar keine Diskussionen. Es sind parallel geführte Monologe, die dann und wann, wenn sie doch das Gegenüber ansprechen, zu polemisch geführten, geradezu beleidigend gestalteten persönlichen Angriffen mutieren. Denn die Vertreter beider Positionen, pro-israelische wie pro-palästinensische, wähnen sich im Vollbesitz der Wahrheit – dass sowohl die russische wie die westliche Seite, die Hamas wie die Regierung Benjamin Netanjahus Propaganda einsetzen, blenden die Kombattanten solcher Pseudodiskurse geflissentlich aus. Sie streiten sich bis aufs Blut, denn sie tun es aus einem Gefühl moralischer Überlegenheit heraus. Und wer – um beim aktuellen Bezug zu bleiben – den Völkermord an den Palästinensern anzweifelt, wer also kundtut, dass er zwar Gewalt sieht, Unmenschlichkeit, Mord und Zerstörung, aber das Wort »Genozid« nicht gebrauchen will, wird ungefähr in die Nähe von Holocaustleugnern gerückt.

Linguistische Wende? Augenwischerei!

Fast hat man das Gefühl, dass man hier Wiedergutmachung für die Verfehlungen der deutschen Geschichte leisten möchte. Wenn schon ein Völkermord auf dieser Erde geschieht, will vielleicht mancher deutsche Enkel die Gelegenheit ergreifen und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Das mag ehrenvoll sein, wirft aber die Frage auf: Nützt es den Palästinensern, wenn man das aus der deutschen Komfortzone heraus so hält? Denn zu guter Letzt streitet man um einen Begriff – mehr ist es nicht. Bevor dieser Gedanke vertieft werden soll, möchte der Verfasser dieser Zeilen etwas klarstellen: Er nimmt an, dass die Geschehnisse in Gaza und teils auch in der Westbank dazu geeignet sind, um als Genozid wahrgenommen zu werden – ihm stellt sich nur eine Frage: Was nützt es nun den Leidtragenden und was hat die Welt davon, wenn er das für sich so annimmt? Andere mögen sich dabei gefallen, »den vollen Durchblick« zu haben und das auch allen – gefragt oder ungefragt – mitzuteilen: Aber wem dient das außer ihnen selbst?

Denn wir sprechen von einem bloßen Begriff – und Begriffe sind, wir lernen das gerade, nicht die Welt. Man hat den Menschen im 20. Jahrhundert vermittelt, dass mit den Worten die Realität beginnt, die Linguistische Wende hat da ihre Arbeit geleistet. Aber ein Stück weit war die Arbeit dieser philosophischen Schule ein Schattengewächs aus dem Elfenbeinturm. Die Ausläufer jener Betrachtung, wonach Sprache die Welt erst erfassbar macht und die gewissermaßen mit Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus ihren Anfang nahm – »Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.« –, lassen sich in der zeitgenössischen Sprachpolizei erkennen: Wer gendert, der bildet angeblich alle Geschlechter ab und denkt sie sich mit, zeigt sich also sensibel für Frauen und Diverse – dass er danach dennoch nach Hause fahren und seine Gattin ohrfeigen kann, blendet diese Fokussierung auf eine Welt, die angeblich erst durch Sprache Welt werden kann, bequemerweise aus. Im 20. Jahrhundert mochte man sich eine Weile lang einreden können, dass die Bezeichnung für ein Phänomen den Umgang mit eben jenem verändert – dass es also einen Unterschied macht, ob man von einer brutalen militärischen Säuberungsaktion spricht oder von einem Völkermord. Aber die politischen Realitäten zeigen uns, dass die Begriffswahl irrelevant bleibt – auch ein Internationaler Strafgerichtshof kann daran kaum etwas ändern.

Auf derselben Grundlage fußt der Umgang mit dem »völkerrechtswidrigen Angriffskrieg«. Im Wahn, dass Sprache die Perzeption beeinflusst, etablierte man auch solche Begriffe, die den Krieg in verschiedene Kategorien oder Qualitäten einteilte. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg war als die niederträchtigste Version des Waffenganges angelegt. Dennoch hat dies das Verhalten von Staaten nicht verändert – denn sie unterliegen anderen Logiken, ihren jeweiligen nationalen Interessen; eine Reflexion darüber, wie man parallel dazu begrifflich dasteht, ist ihnen im Regelfall keine Überlegung wert. Außerdem werden Begriffe dauernd politisch missbraucht, denn der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des einen ist die notwendige Präventivoperation des anderen.

Kampf um Worte oder Spaltung, leicht gemacht

Namen sind Schall und Rauch – Johann Wolfgang von Goethe ahnte bereits, dass die Erscheinungen in der stofflich erfassbaren Welt und die intelligible Leistung, diese mit Begriffen, Zuschreibungen und Namen zu versehen, überhaupt keinen Zusammenhang zeitigen müssen. Das 20. Jahrhundert hat uns weismachen wollen, dass die Sprache der Schlüssel zur Weltveränderung sei – und schon Gottfried Wilhelm Leibniz beschäftigte sich im 17. Jahrhundert mit der Beliebigkeit der Sprache, überlegte in Richtung eines Idioms, das gewissermaßen eine mathematische Logik in sich trage. Die Protagonisten des linguistic turn, die im 20. Jahrhundert auftraten, schlossen hier und da an diese Vorstellung an. Mit Sprachanalyse und Sprachkritik könnte man sensibilisieren und die Welt neu reflektieren.

Aber letztlich sind wir den Menschen, die vor dieser Sprachsensibilisierung lebten, ziemlich ähnlich geblieben. Wir leben in einer kannibalistischen Weltordnung, um einen Begriff Jean Zieglers zu bedienen – und befinden uns gerade in einem Zeitalter, in dem der Krieg wieder zur »bloßen Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln« umfunktioniert wird. Wir können zwar von Völkermorden sprechen, darüber streiten – aber die Mächtigen dieser Erde ändern deshalb ihren Kurs nicht und intervenieren plötzlich. Denn Macht lässt sich nicht von Worten beeindrucken. Sie setzt sich arrogant darüber hinweg und peitscht ihre eigene Sprachregelung durch, um sich schadlos zu halten. Ob sich Menschen in den Netzwerken wegen der richtigen Bezeichnung bekriegen, dient der Macht nur insofern, dass die einhergehende Spaltung nutzbares Land zur weiteren Ermächtigung darstellt: Teile und herrsche – diese Polarisierungsdiskurse, die die letzten Jahre das Gesellschaftsklima belasteten, sind attraktiv für die Machthaber, denn sie lassen eine Bevölkerung, die gefährlich werden könnten für die Eliten, nicht zu.

So betrachtet ist der Umgang mit den Geschehnissen in Gaza wenig pietätvoll. Für die Mächtigen hierzulande ist der hasserfüllte Streit zwischen zwei Gruppen, die beide von der Richtigkeit ihrer Weltsicht überzeugt sind, eine wertvolle Ressource, um demokratische Prozesse weiter abzutragen – wer soll denn noch zusammen auf die Straße gehen und protestieren wollen, wenn keiner mit keinem mehr spricht und falls doch, so nur beleidigend und ehrabschneidend? Und die zerstrittenen Parteien nutzen das Leid in der Ferne aus, um sich selbst als integer und der deutschen Geschichte verbunden darzustellen. Nur denen, die heute sterben – oder vielleicht doch erst morgen –, hilft diese Streitkultur keinen Schritt weiter. Wobei die finale Frage lautet: Was hilft wirklich? Im Grunde ein Austausch des politischen Führungspersonals der globalistischen Eliten hierzulande. Aber wie durchsetzen, wenn doch keiner mehr keinem traut und jeder jeden hasst?

Dieser Artikel erschien erstmals unter anderem Namen bei Manova.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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115 Kommentare

  1. Das ist am Mittwoch den 17.09.2025 in Gaza passiert:
    Die Menschen werden weiter aus Gaza-Stadt vertrieben. Die Einwohner sollen sich nach Al-Mawasi begeben. Eine Gegend die schon voller Vertriebener ist.

    Es gab zwei Angriffe in der Nähe von Hospitälern (Al-Shifa, Al-Ahli).
    Bei einem der Angriffe wurden dreizehn Menschen getötet. Im Video sieht man die Toten auf der Strasse rumliegen. Im Ausschnitt vom zweiten Angriff sieht man ein verletztes Kind.
    Es wurden an dem Tag mehr als achtzig Menschen getötet.

    https://vimeo.com/1119755635

    Länge: 00:25 Minuten
    Sie können den Link gerne rumschicken, wenn Sie möchten.

  2. Ja, zur Kenntnis genommen. Und, egal wie man das bezeichnet, ein Mensch, der sich als solches sieht, muss das ablehnen und irgendwie dagegen angehen. Was soll man tun? Welche Möglichkeiten gibt es?
    Man könnte versuchen, dass alles nicht wahr zu nehmen, das setzt aber Skrupellosigkeit voraus, fällt also für mich aus.
    Man könnte versuchen, zu diskutieren und mit Fakten zu argumentieren, doch der Gegner bringt seine „Fakten“ und bezeichnet meine als fake.
    Wären da noch die UN. Da gab es meines Wissens über 100 Resolutionen, die Israel ignoriert. Wozu brauchen wir überhaupt die UN? Wieviele Kriege hat diese Organisation seit ihrer Gründung verhindert oder beendet? Mir fällt keiner ein.
    Resume‘ : Eigentlich leben wir trotz moderner Medien im Mittelalter, die Mächtigen bestimmen über Leben und Tod, Punkt.
    Sämtliche medialen Schlachtbegriffe sind nur dazu da, die Leute zu verunsichern und Hass zu schüren. Am deutlichsten wird das mit dem Begriff „Antisemitismus“, der komplett an seiner eigentlichen Bedeutung vorbei geht.
    Hitler hat den 2. Weltkrieg verloren, weil seine Gegner am Ende stärker waren.
    Und die derzeitigen Massenmörder werden erst weg sein, wenn sie auf einen ausreichend starken Gegner treffen. Der ist noch nicht in Sicht, jeder kocht pervers sein eigenes Süppchen. Aber zumindest wird die Fraktion um die falschen Juden und die falschen Semiten allmählich schwächer, und das ist zu begrüßen und zu fördern, wo es geht.

    1. @Wunderlich
      „Ja, zur Kenntnis genommen. Und, egal wie man das bezeichnet, ein Mensch, der sich als solches sieht, muss das ablehnen und irgendwie dagegen angehen. Was soll man tun? Welche Möglichkeiten gibt es?“

      Ich hoffe Sie werden nichts dagegen haben wenn 100000 oder mehr auf der Flucht vor der Deutschen Tür stehen und um Hilfe und Einlaß bitten.
      Als Mensch muß man dann auch zur Hilfe und Aufnahme bereit sein!
      Ist man das nicht, outet man sich automatisch als Heuchler und Unensch!
      Also, Schluß mit den Grenzschließungen!!!

      1. Wenn Deutschland oder andere Länder Bereitschaft zeigen, alle verfolgten Palästinenser aufzunehmen, hat die Sekte um Netanjahu ihr Ziel erreicht und kann sich ungehindert ausbreiten, bis die nächste Ethnie dran ist. Nein, dem Zionist muss der Saft entzogen werden, damit die Palästinenser in ihrer Heimat leben können. Wir haben unsere Dauerzahlungen an SOS-Kinderdörfer im Jahr 2022 eingestellt, weil nur noch dem Westen genehme Territorien unterstützt werden durften und unser Ende auch so begründet. Wenn Hilfsleistungen/ Zahlungen wieder sicher in den Donbass oder unverpulvert nach Gaza gehen, nehmen wir die Zahlungen wieder auf. Eine Deportation, die Sie befürworten, lehnen wir ab.

        1. @Wunderlich

          Sie als angeblicher Menschenfreund sagen also wenn Netanjahu die Palästinenser ins Meer treibt wäre das nicht unsere Angelegenheit und wir sollten ihnen nicht helfen und sie im Mittelmeer absaufen lassen.

          Ich danke Ihnen für Ihre Offenbarung als Helfer der Völkermörder und Unterstützer des Netanjahu-Regimes aber erzählen Sie bitte nie mehr etwas von Ihrer angeblichen Menschlichkeit!

          Für mich sind Sie in dieser Hinscht absolut unglaubwürdig!

  3. „Begriffe ändern überhaupt nichts.“

    Einspruch, Euer Ehren, ich erhebe massivsten Einspruch!

    Siehe u. a. die regulierte Sprache samt streng definierter Wordings u. a. in Politik sowie seitens ÖRR. Ich empfinde derlei übrigens als Gesinnungsterror.

    Ferner: Begriffe sind immer auch Resultanten des Denkens, von Propaganda- und Indoktrinationsabsichten. Das ist doch ein ganz alter Hut! Denken Sie nur daran, welche unrühmliche Bedeutung Euphemismen haben: z. B. Angriff vs. präventive Verteidigungsattacke; Feinde vs. Gegner; Terroristen vs. Aktivisten u. v. a. m.

  4. Direkt in Gaza werden solche Begriffe nichts ändern, aber vielleicht helfen sie dabei, einige der weniger extremistischen Israel-Unterstützer aus ihrer Trance zu holen.

    Ich habe ja die Hoffnung, dass es noch eine Menge Leute mit einem etwas simpleren Weltbild gibt, die tatsächlich noch nicht gemerkt haben, dass sie diesmal auf der falschen Seite der Geschichte stehen und gerade durch ihre „guten Absichten“ genau dorthin „geschlafwandelt“ sind, von dem sie sich eigentlich in ihren Sonntagsreden „nie wieder!“ und „ständige Wachsamkeit!“ geschworen haben. Der Weg zur Hölle ist halt mit „guten Absichten“ gepflastert.

    Ich glaube diese Leute sind noch immer eine große, schweigende Mehrheit mit viel Einfluss und einer der Hauptgründe, die es Israel ermöglichen, sich ohne irgendwelche Konsequenzen derart weit von der Gemeinschaft der zivilisierten Staaten zu entfernen. Das werden wohl auch wieder diejenigen sein, die hinterher behaupten, „von nichts gewusst“ zu haben. Wenn wir „nie wieder“ wirklich ernst nehmen wollen, dann müssen gerade die mal langsam aufwachen, und dabei können solche deutlichen Begriffe von angesehenen Institutionen durchaus helfen.

  5. Warum Kapituliert die Hamas den nicht, Bedingungslos um das Leben der Palästinenser im Gazastreifen zu retten?

    Träumen die Hamastanis vom totalen Endsieg oder nehmen die sich, die nihilistische Freiheit am historischen Beispiel von Masada?

      1. Ja,
        wenn die Bewohner vorher auffordern werden, die Kampfzone zu verlassen auf jeden Fall. In Mariupol wurde die Bevölkerung auch vom Russichen Militär aufgefordert die Kampfzone durch die Humanitären Korridore zu verlassen.

        1. Dass sie so tun müssen als würden sie weiter die Hamas angreifen ist klar.
          Dass sie jederzeit erklären können, dass die Hamas noch nicht besiegt sei ist auch klar.
          Dass sie jederzeit irgendwelche Palästinenser, die noch in Gaza rumlaufen zu Hamas erklären können ist auch klar.
          Dass es überhaupt noch möglich ist eindeutig zu unterscheiden welche von den Insassen von Gaza Hamas sind und welche nicht, ist auch höchst zweifelhaft. Wie kann man sich in so einer Lage denn eindeutig von der Hamas fern halten?

          Mariupol hat mit Gaza _nichts_ zu tun. Könnte man das vergleichen, gäbe es jetzt in der Ukraine mind. eine halbe Million Tote Zivilisten statt 12000.
          Netanjahu kann es sich noch nicht leisten die Hamas als Feind zu verlieren.

        2. Hallo Kalsarikännit, seltsam, das dachte ich auch. aber in Gaza gab es bisher keinerlei Humanitäre Korridore. es gab nur Befehl von A nach B zu gehen, und in B wurde dann das Zeltlager bombardiert. jetzt erst bei der Vertreibung aus Gaza City gibt es so etwas wie eine Humanitäre Fluchtroute, die die IOF interessanterweise dieses Mal einigermaßen zu gewährleisten scheint.

          Sie wissen schon, dass der Generalstab der Armee schon vor einem Jahr der Auffassung war, dass es in Gaza keine militärischen Ziele mehr gibt. Sie wollten aufhören und den Nordteil komplett flach machen, damit sie eine gute Übersicht über das ganze Gelande haben um es besser kontrollieren zu können. Israelische Soldaten fürchten den Hauserkamp in Großstädten mit vielen Hochhäusern wie der Teufel das Weihwasser, das können sie gar nicht gut. Sie behalten lieber die Übersicht und walzen deshalb alles platt, was ihnen die Sicht versperrt, wo sich Snipers verstecken könnten und wo ihre Lufthoheit nicht ausreicht, um Kontrolle des Gebietes zu sichern. Tunnelkampf fürchten sie übrigens auch.. das sind die militärischen Gründe, warum sie Gaza Stadt dem Erdboden gleichmachen.
          Ich verstehe aber nicht, wenn sie vor einem Jahr sagten, es gibt keine militärischen Ziele mehr, warum sie dann überhaupt noch den Angriff durchführen. Sie wollen ja keine Militärverwaltung einsetzen, also was bleibt anders als die Ausführung des Völkermordes, der von der Regierung beschlossen ist und von 80 Prozent der israelischen jüdischen Bevölkerung unterstützt wird?

  6. Donnerschlach!

    Ein Findling von heute auf Counterpunch (https://www.counterpunch.org/2025/09/18/trump-cannot-stop-the-collapse-of-the-epstein-coverup/):

    „…After Epstein served time for his child sex crime, JPMorgan paid him $9 million in 2011…“

    Deepl liefert daraus: „…Nachdem Epstein seine Strafe für seine Sexualstraftaten an Kindern verbüßt hatte, zahlte JPMorgan ihm 2011 9 Millionen Dollar. „Die Tatsache, dass er ein angesehener Kunde blieb, verlieh ihm Respektabilität und half ihm, neue Beziehungen zu Unternehmenseliten zu knüpfen“, schrieb die Times. Nach seiner Haftstrafe half Epstein dabei, ein Treffen zwischen „den Investmentbankern von JPMorgan in Israel“ und Bibi Netanjahu zu arrangieren. Epsteins Partnerin, Ghislaine Maxwell, war die Tochter des legendären Mossad-Agenten und britischen Verlegers Robert Maxwell.“

    Und hier ein weiterer Findling, auf den Nachdenkseiten – ebenfalls von heute 18.9.2025 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=139187):

    „Einen interessanten Aspekt zu Charlie Kirk und seiner Beziehung zu Israel hat kürzlich das US-amerikanische unabhängige Magazin The Grayzone hinzugefügt … Wie The Grayzone berichtet, habe ein Trump-Vertrauter und langjähriger Freund von Charlie Kirk ihnen erzählt, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu Charlie Kirk Anfang des Jahres eine sehr große Summe Geld zur Unterstützung seiner riesigen Studenten-Organisation „Turning Point USA“ (TPUSA) angeboten hatte, die Kirk jedoch ablehnte. Außerdem soll Kirk eine telefonische Einladung Netanjahus zu einem Israel-Besuch abgelehnt haben.“

    Zufälle gibts, die gibts gar nicht! Wer erinnert sich nicht gern an ‚Capitaine Louis Renault‘, na? Genau, das ist der aus dem Film ‚Casablanca‘ mit seinem „Verhaften sie die üblichen Verdächtigen’. Konstatiere: Egal bei welcher schmutzigen Angelegenheit auch immer, egal wann und wo – wessen Pfoten tauchen auf? Genau! BiNRI!

    Doch, doch – ganz so zufällig ist die Chose vielleicht nicht! Das Script zum genannten Film hat einst ein Dreiergestirn geschrieben. Man glaubt es nicht, zwei davon die Brüder Epstein, Julius J. Und Philip G. – der Dritte im Bunde ein gewisser Koch, Howard. Alle drei verwandt oder verschwägert? Wer weiß! Und wenn, zumindest bzgl. des Dritten verlautbarte der Spiegel letztes Jahr ja folgendes: “ Einer der mächtigsten Männer der USA, der 88-jährige Charles Koch, kann Donald Trump nicht leiden und unterstützt seine Konkurrentin.“ Na dann!

  7. Es mag ja sein, dass Herr De Lapuente schon mehr in der regelbasierten Gegenwartsweltordnung angekommen ist als ich, aber ich mag noch nicht den Anspruch aufgeben, dass Wörter, die völkerrechtliche Tatbestände bezeichnen, Gewicht über reine Rabulistik hinaus haben sollten.

    1. „….aber ich mag noch nicht den Anspruch aufgeben, dass Wörter, die völkerrechtliche Tatbestände bezeichnen, Gewicht über reine Rabulistik hinaus haben sollten.“

      Man sieht ja wie „rabiat“ der Werloswesten das Völkerrecht bisher verteidigt hat.

      Glauben Sie mir, es kann nur besser werden.

      1. „Glauben Sie mir, es kann nur besser werden.“

        Das kann ich Ihnen leider nicht glauben. Ich fürchte, es könnte in nächster Zeit noch viel, viel übler werden.

  8. In Deutschland haben wir andere Probleme…

    Ganz wichtig natürlich „Antisemitismus!!“

    Etwa, wenn ein israelischer Dirigent, der mit seinem Orchester (Israelic Philharmonic Orchestra IPO) auch schon zur „Truppenunterhaltung“ der Genozid-Armee IDF aufspielte, und dabei den „Heldenmut der freiwilligen Kämpfer“ lobte, von einem belgischen Musikfestival ausgeladen wird.

    Aber man wird sehen…. Laut Presseversprecher der Bundesregierung wird die BRD Israel vor dem IGH weiterhin verteidigen, bis die nächsten Unterlagen aus Israel eingetrudelt sind, Das wäre dann im Januar 2026…. wenn die Frist nicht noch mal verlängert wird, weil man ja mit wichtigerem beschäftig ist…

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=139209

    Vielleicht kommt ja dann irgendwann heraus, daß es doch ein Völkermord war….

    1. @Elbradler
      „Vielleicht kommt ja dann irgendwann heraus, daß es doch ein Völkermord war….“

      Was heißt hier irgendwann? Daran gibt es doch gar keinen Zweifel, ausser bei Merz und Co natürlich

      Aber was Fritzchen nicht gelernt hat lernt der Fritz nie mehr

      1. Hallo Otto0815, erstens braucht die internationale Justiz einige Jahre, bis ein Urteil des IGH feststeht, und der IStGh verhandelt nicht in Abwesenheit der Angeklagten, wenn man die Leute also noch nicht festgenommen hat,soweit ich weiß. zweitens wird dem IStGH seitens der USA und Israels eine solche Menge an Drohungen, Behinderung der Justiz und Sanktionen gegen die die Ankläger und Richter vorgeworfen, wie es selbst der schlimmste Mafiaboss aus Mexico sich nicht trauen würde. Einfach unglaublich, was diese beiden sich leisten. so was tut Russland nicht , zumindest bisher nicht, und Putin steht auch unter Haftbefehl.

  9. Na ja, die deutschen „Eliten“ haben eben Erfahrung mit der Eroberung von „Lebensraum“ für das Herrenvolk. Damals im Osten und heute eben an der Mittelmeerküste. Einen „Generalplan Ost“ macht uns keiner so schnell nach. Da können die Zionisten noch was von „uns“ lernen….

  10. Ob Genozid, Völkermord, Ausrottung,
    Menschheitsverbrechen, völlig egal.
    Das konnte man schon vor einem Jahr wissen! Oder 1½ Jahren. Aber da lief
    noch das Märchen von der israelischen Selbstverteidigung. Jetzt hat es das
    letzte Hirnederl kapiert, was es ist.

    1. „Jetzt hat es das
      letzte Hirnederl kapiert, was es ist.“

      Sind Sie sich da sicher? Wollen wir auf der Straße die Probe auf Example statuieren, und mal die Leute befragen was die „denken“ was es ist?
      Fairerweise würde ich den Leuten noch eine Woche Zeit geben, ob die Nachricht von der UN vom Völkermord auch beim Plebs angekommen ist. Aber ich wette die Umfrage würden genauso aussehen wie jetzt.

      WIR SIND DIE GUTEN!

  11. Sehr geehrter Herr De Lapuente,

    Zu Ihrer Aussage:
    „Im Grunde ein Austausch des politischen Führungspersonals der globalistischen Eliten hierzulande. Aber wie durchsetzen, wenn doch keiner mehr keinem traut und jeder jeden hasst?“

    Deutschlands politische & wirtschaftliche Elite will Krieg und rund 90% der Menschen (Wähler) in Deutschland wollen es ebenfalls (Nur eben nicht selbst an die Front gehen und Kämpfen, sondern andere hinschicken)

    CDU/CSU = 25-26%
    AfD = 25-27%
    SPD = 14 – 15%
    GRÜNE = 11 – 12%
    Linke = 9 – 11%
    FDP = 3 – 4%

    https://www.wahlrecht.de/umfragen/

    Selbst wenn man von den offiziell rund 20% Nichtwähler ausgeht (und berücksichtigt die 4-5% der BSW), bleiben noch immer rund 75 – 76% in Deutschland, die Kriegsgeil sind.

    Zur allg Info
    https://som.yale.edu/story/2022/over-1000-companies-have-curtailed-operations-russia-some-remain

    1. Welche Volksbefragung ergab „Deutschlands politische & wirtschaftliche Elite will Krieg und rund 90% der Menschen (Wähler) in Deutschland wollen es ebenfalls […]“?

      Keine!

  12. Wenn man sich die unglaublich zynischen Kommentare des israelischen Verteidigungsministers zur Bombardierung von Gaza-Stadt anhört bzw. durchliest, dann sollte man realisieren, daß Sprache hier ganz gezielt als Waffe eingesetzt wird.
    Es geht darum, sich über die Zerstörungen und die Opfer lustig zu machen, sie zu verhöhnen und, ja, sich darüber zu freuen, zu amüsieren, sich damit zu unterhalten. Das ist die Realität.
    Das hat natürlich eine enthemmende und berauschende Wirkung auf die IDF-Soldaten und die israelische Bevölkerung.
    Wundern sollte einen da wirklich gar nichts mehr.

  13. Kann es nicht mehr hören, die einzig zulässige Story vom Blitz aus dem heiteren Himmel, dem 7. Oktober 2023. Und wenn dann noch ein „Kannitverstan“ daher kommt heute um14:21 und verkündet „Warum kapituliert die Hamas denn nicht, bedingungslos um das Leben der Palästinenser im Gazastreifen zu retten?“dann ist er fällig, der grobe Keil auf diesen und viele andere grobe, tumbe Klötze. Und weil RdL heute mit seinem Traktat ‚Begriffsdeutung: Schall und Rauch‘ glaubt, dabei alles ‚auf beidseitige – israelische wieden palästinensische – Propaganda abklopfen‘ zu müssen, auf die Frage ‚Genozid ja/nein‘ einzudämpfen, komme ich nicht mehr umhin, noch einmal einen wahren ‚Zeugen der Zeit‘ aufzurufen. Hasbaristas werden sich auch gleich angewidert wieder abwenden. Besser so! Übrigens, der ‚Bloody Monday‘ auf den sich Uri bezieht ist nicht TenSeven, sondern ein Montag im Mai, drei Monate vor seinem allzu frühen Tod, kurz vor seinem 95.sten.

    21. Mai 2018 – Uri Avnery: Der Tag der Schande

    Am Blutigen Montag, als die Zahl der getöteten und verwundeten Palästinenser stündlich stieg, fragte ich mich: Was hätte ich getan, wenn ich ein 15-Jähriger im Gazastreifen gewesen wäre?
    Meine Antwort war ohne zu zögern: Ich hätte mich in der Nähe des Grenzzauns aufgestellt und demonstriert, wobei ich jede Minute mein Leben und meine Gesundheit riskiert hätte.
    Warum bin ich mir so sicher? Ganz einfach: Ich habe dasselbe getan, als ich 15 war.
    Ich war Mitglied der Nationalen Militärorganisation (der „Irgun“), einer bewaffneten Untergrundgruppe, die als „terroristisch“ bezeichnet wurde. Palästina stand zu dieser Zeit unter britischer Besatzung (als „Mandat“ bezeichnet). Im Mai 1939 erließen die Briten ein Gesetz, das das Recht der Juden auf den Erwerb von Land einschränkte. Icherhielt den Befehl, mich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort in der Nähe der Küste von Tel Aviv einzufinden, um an einer Demonstration teilzunehmen. Ich sollte auf ein Signalhorn warten
    .
    Das Signalhorn ertönte und wir begannen den Marsch entlang der Allenby Road, der damaligen Hauptstraße der Stadt. In der Nähe der Hauptsynagoge stieg jemand die Treppe hinauf und
    hielt eine aufwieglerische Rede. Dann marschierten wir weiter bis zum Ende der Straße, wo sich die Büros der britischen Verwaltung befanden. Dort sangen wir die Nationalhymne „Hatikvah“, während einige erwachsene Mitglieder die Büros in Brand setzten. Plötzlich hielten mehrere Lastwagen mit britischen Soldaten quietschend an, und es ertönte eine Salve von Schüssen. Die Briten schossen über unsere Köpfe hinweg, und wir rannten davon. Als ich mich 79 Jahre später an dieses Ereignis erinnerte, kam mir der Gedanke, dass die Jungen von Gaza größere Helden sind als wir damals. Sie sind nicht weggerannt. Sie haben stundenlang standgehalten, während die Zahl der Todesopfer auf 61 stieg und die Zahl der durch scharfe Munition Verwundeten auf etwa 1500, zusätzlich zu den 1000 Betroffenen durch Tränengas.

    An diesem Tag teilten die meisten Fernsehsender in Israel und im Ausland ihren Bildschirm. Auf der rechten Seite die Ereignisse in Gaza. Auf der linken Seite die Einweihung der US-Botschaft in
    Jerusalem. Im 136. Jahr des zionistisch-palästinensischen Krieges ist dieser geteilte Bildschirm das Abbild der Realität: die Feierlichkeiten in Jerusalem und das Blutbad in Gaza. Nicht auf zwei
    verschiedenen Planeten, nicht auf zwei verschiedenen Kontinenten, sondern kaum eine Autostunde voneinander entfernt.Die Feier in Jerusalem begann als albernes Ereignis. Eine Gruppe von Männern in Anzügen, aufgeblasen vor Selbstherrlichkeit, feierten – was genau? Den symbolischen Umzug eines Büros von einer Stadt in eine andere.

    Jerusalem ist ein großer Streitpunkt. Jeder weiß, dass es ohne einen Kompromiss dort keinen Frieden geben wird, weder jetzt noch jemals. Für jeden Palästinenser, jeden Araber, jeden Muslim auf der ganzen Welt ist es undenkbar, Jerusalem aufzugeben. Der muslimischen Überlieferung zufolge stieg der Prophet Mohammed von dort in den Himmel auf, nachdem er sein Pferd an den Felsen gebunden hatte, der heute das Zentrum der heiligen Stätten bildet. Nach Mekka und Medina ist Jerusalem die drittheiligste Stätte des Islam. Für die Juden ist Jerusalem natürlich der Ort, an dem vor etwa 2000 Jahren der Tempel stand, der von König Herodes, einem grausamen Halbjuden, erbaut wurde. Ein Überrest einer Außenmauer steht noch immer dort und wird als „Klagemauer” verehrt. Früher wurde sie „Westmauer” genannt und ist der heiligste Ort der Juden.
    Staatsmänner haben versucht, das Unmögliche möglich zu machen und eine Lösung zu finden.

    Der Ausschuss der Vereinten Nationen von 1947, der die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat beschloss – eine Lösung, die von der jüdischen Führung begeistert befürwortet wurde –, schlug vor, Jerusalem von beiden Staaten zu trennen und es als separate
    Einheit innerhalb einer Art Konföderation zu konstituieren. Der Krieg von 1948 führte zu einer geteilten Stadt, der östliche Teil wurde von der arabischen Seite (dem Königreich Jordanien) besetzt und der westliche Teil wurde zur Hauptstadt von Israel. (Meine bescheidene Rolle bestand darin, in der Schlacht um die Straße zu kämpfen.) Niemand mochte die Teilung der Stadt. Also entwickelten meine Freunde und ich eine dritte Lösung, die inzwischen zu einem weltweiten Konsens geworden ist: Die Stadt sollte auf kommunaler Ebene vereint bleiben und politisch geteilt werden: Der Westen als Hauptstadt des Staates Israel, der Osten als Hauptstadt des Staates Palästina. Der Führer der lokalen Palästinenser, Faisal al-Husseini, Spross einer der angesehensten lokalen palästinensischen Familien und Sohn eines Nationalhelden, der nicht weit von meiner Position in derselben Schlacht getötet wurde, befürwortete diese Formel öffentlich. Yasser Arafat gab mir seine stillschweigende Zustimmung. Hätte Präsident Donald Trump Westjerusalem zur Hauptstadt Israels erklärt und seine Botschaft dorthin verlegt, hätte sich fast niemand darüber aufgeregt. Indem er das Wort „West“ wegließ, entfachte Trump ein Feuer. Vielleicht ohne zu realisieren, was er tat, und wahrscheinlich ohne sich darum zu kümmern.
    Für mich bedeutet die Verlegung der US-Botschaft nichts. Es ist eine symbolische Geste, die nichts an der Realität ändert. Wenn es jemals Frieden geben sollte, wird sich niemand mehr für
    die dumme Geste eines halb vergessenen US-Präsidenten interessieren. Inshallah.

    Da waren sie nun, diese Gruppe von selbstherrlichen Niemanden, Israelis, Amerikaner und diejenigen dazwischen, die ihr kleines Fest feierten, während in Gaza Ströme von Blut flossen
    . Dutzende Menschen wurden getötet und Tausende verletzt. Die Zeremonie begann als zynisches Treffen, wurde schnell grotesk und endete unheimlich. Nero spielte Geige, während Rom brannte.
    Als die letzte Umarmung ausgetauscht und das letzte Kompliment gemacht war (vor allem an die anmutige Ivanka), blieb Gaza, was es war – ein riesiges Konzentrationslager mit stark überfüllten Krankenhäusern, Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln, Trinkwasser und Strom.

    Eine lächerliche weltweite Propagandakampagne wurde gestartet, um der weltweiten Verurteilung entgegenzuwirken. Zum Beispiel: die Geschichte, dass die terroristische Hamasdie Bewohner Gazas gezwungen habe, zu demonstrieren – als ob irgendjemand gezwungen werden könnte, sein Leben bei einer Demonstration zu riskieren. Oder: die Geschichte, dass die Hamas jedem Demonstranten 50 Dollar gezahlt habe. Würden Sie Ihr Leben für 50 Dollar riskieren? Würde das irgendjemand tun?Oder: Die Soldaten hätten keine andere Wahl gehabt, als sie zu töten, weil sie den Grenzzaun stürmten. Tatsächlich hat das niemand getan – die riesige Konzentration von israelischen Armeebrigadenhätte dies leicht verhindern können, ohne zu schießen.Fast vergessen war eine kleine Meldung aus den Tagen zuvor: Die Hamas hatte diskret eine Hudna für zehn Jahre angeboten. Eine Hudna ist ein heiliger Waffenstillstand, der niemals gebrochen werden darf.
    Die Kreuzritter, unsere fernen Vorgänger, hatten während ihres 200-jährigen Aufenthalts hier viele Hudnas mit ihren arabischen Feinden geschlossen. Die israelischen Führer lehnten das Angebot sofort ab.

    Warum also wurde den Soldaten befohlen zu töten? Es ist dieselbe Logik, die unzählige Besatzungsregime im Laufe der Geschichte angetrieben hat: die „Eingeborenen” so sehr in Angst zu versetzen, dass sie aufgeben. Leider war das Ergebnis fast immer genau das Gegenteil: Die Unterdrückten wurden hartnäckiger und entschlossener. Das geschieht gerade jetzt. Der Blutige Montag könnte in Zukunft als der Tag angesehen werden, an dem die Palästinenser ihren Nationalstolz und ihren Willen, für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen, zurückgewonnen haben.
    Seltsamerweise wurden am nächsten Tag – dem Haupttag der geplanten Proteste, dem Naqba-Tag – nur zwei Demonstranten getötet. Israelische Diplomaten im Ausland, die mit weltweiter Empörung konfrontiert waren, hatten wahrscheinlich SOS-Meldungen nach Hause geschickt. Offensichtlich hatte die israelische Armee ihre Befehle geändert. Es wurden nicht-tödliche Mittel eingesetzt, die ausreichten. Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, dies ohne Selbstkritik zu beenden.Ich hätte erwartet, dass alle renommierten Schriftsteller Israels eine donnernde gemeinsame Verurteilung veröffentlichen würden, während die Schießerei noch im Gange war. Das geschah nicht
    .
    Die politische „Opposition” war verachtenswert. Kein Wort von der Arbeitspartei. Kein Wort von Ya’ir Lapid. Die neue Vorsitzende der Meretz-Partei, Esther Sandberg, boykottierte
    zumindest die Feierlichkeiten in Jerusalem. Die Arbeitspartei und Lapid taten nicht einmal das.
    Ich hätte erwartet, dass sich Dutzende unserer mutigen Friedensorganisationen zu einer dramatischen Verurteilung zusammenschließen würden, einer Aktion, die die Welt aufrütteln würde. Das geschah nicht. Vielleicht standen sie unter Schock. Am nächsten Tag demonstrierten die hervorragenden Jungen und Mädchen der Friedensgruppen vor dem Likud-Büro in Tel Aviv. Etwa 500 nahmen daran teil. Weit entfernt von den Hunderttausenden, die vor einigen Jahren gegen den Preis für Hüttenkäse demonstrierten. Kurz gesagt: Wir haben unsere Pflicht nicht erfüllt. Ich beschuldige mich selbst genauso wie alle anderen.

    Wir müssen uns sofort auf die nächste Gräueltat vorbereiten. Wir müssen jetzt Massenaktionen organisieren! Aber das Schlimmste war die riesige Gehirnwäschemaschine, die in Gang gesetzt wurde. So etwas habe ich seit vielen Jahren nicht mehr erlebt. Fast alle sogenannten „Militärkorrespondenten” agierten wie Propagandisten der Armee. Tag für Tag halfen sie der Armee, Lügen und Fälschungen zu verbreiten. Die,Öffentlichkeit hatte keine andere Wahl, als jedes Wort zu glauben. Niemand sagte ihnen etwas anderes. Das Gleiche gilt für fast alle anderen Kommunikationsmittel, Moderatoren, Ansager und Korrespondenten. Sie wurden bereitwillig zu Lügen der Regierung. Wahrscheinlich wurden viele von ihnen von ihren Vorgesetzten dazu aufgefordert. Kein ruhmreiches Kapitel.

    Nach dem Tag des Blutes, als die Armee mit weltweiter Verurteilung konfrontiert war und das Schießen einstellen musste („nur” zwei unbewaffnete Demonstranten getötet), erklärten alle israelischen Medien einhellig, dies sei ein großer Sieg Israels. Israel musste die Grenzübergänge öffnen und Lebensmittel und Medikamente nach Gaza schicken. Ägypten musste seinen Grenzübergang nach Gaza öffnen und viele hundert Verwundete zur Operation und anderen Behandlungen aufnehmen. Der Tag der Schande ist vorbei. Bis zum nächsten Mal.“

    https://www.counterpunch.org/2018/05/21/the-day-of-shame/ (übersetzt mit deepl.com)

    1. Danke, Mischa. Leider sind Leute wie Uri Avnery alt geworden und gestorben und können daher heute nicht mehr widersprechen.

      Das Problem gibts auch hier, wo jede Menge frontgeiler Kriegsdienstverweigerer den Diskurs bestimmen wollen.
      Also, frontgeil sind die natürlich nur soweit es darum geht andere an die Front zu schicken.

  14. Solage es Israel und die Zionisten gibt, nicht zuletzt auch die Amis, wird es niemals Frieden geben.
    Die werden alles mitreißen in ihrem sicheren Niedergang.
    Für einige von denen (die mit dem religiösen Überbau) ist die Apokalypse eine logische Konsequenz, weil erst dann werden sie erlöst durch den Erlöser.

  15. De Lapuente ruft das Ende jeder Verständigung durch Kommunikation aus. Wenn nämlich die Verwendung von Begriffen, ein im Übrigen unumgänglicher Vorgang, solange gesprochen und geschrieben wird, angeblich keinerlei Einfluss auf Handlungen jedweder Art hat, erübrigt sich das Sprechen und Schreiben, weil sie bedeutungslose Laute oder Zeichen darstellen.

    Nun schreibt und spricht aber De Lapuente, er veröffentlicht sogar, was er schreibt und spricht. Warum tut er das?

    Zwei Möglichkeiten:
    Entweder versteht er er als strammer (philosophischer) Idealist Sprache nicht als materiellen Ausdruck (und damit das Sprechen und Schreiben auch nicht als Handlung) und behauptet einfach mal streng idealistisch, dass Sprache nichts ändert, was ihn aber, weil er Idealist ist, selbst überhaupt nicht daran hindert, viel zu sprechen und zu schreiben, denn es ist laut ihm ja einerlei, was gesprochen und geschrieben wird (und es macht vielleicht sogar Spaß und bietet die Möglichkeit, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen)
    oder er glaubt seinen eigenen Thesen nicht propagiert sie aber deterministischer als der vulgärste Marxist.

    Realsatirische Wendung des Ganzen: Idealisten glauben eigentlich an die Macht der Ideen und Gedanken sowie an die Bedeutsamkeit des Austauschs dieser Ideen/Gedanken.

    Sollte man unter diesen Voraussetzungen den Artikel von De Lapuente überhaupt ernst nehmen? Auf jeden Fall und in besonderem Maße, weil De Lapuente sich nicht erst mit diesem Artikel, mit dem aber besonders auffällig in die inzwischen riesige Propagandamaschine einreiht, die nichts weniger zum Zweck hat, als die Welt im Großen und Ganzen und auch im Detail völlig unverständlich erscheinen zu lassen.

    (Anmerkung: Die Verwendung des Begriffes „Völkermord“ z.B. im neuesten Bericht der UN-Kommission verändert sehr wohl einiges. Man kann es bereits an Reaktionen der politischen Klasse in Europa speziell der EU ablesen.)

  16. Was Roberto mit Philosophie und Erkenntnistheorie anstellt, ist grausam. Wittgenstein mit den postmodernen Pseudophilosophen in einen Sack zu stecken, so zu tun, als gebe es zwischen Tractatus und PU keine Entwicklung, die linguistische Wende bei Wittgenstein folge bruchlos aus seinem Positivismus im Tractatus, und alles ende „logisch“ in Gendern und Cancel Culture, das ist nicht besser, als wenn der verkommene Schäuble behauptet, Pazifismus habe zum Holocaust geführt. Philosophierevisionismus ist nicht besser als Geschichtsrevisionismus.

    Ich sag mal, wenn man keine Ahnung hat .. und wenn doch, umso unentschuldbarer. S olche Effekthascherei ist unterirdisch. Roberto, hast Du die PU gelesen?

        1. Nobody’s perfect. Als ich kürzlich den „Holodomor“ (nicht die sowjetische Hungersnot an sich) als Propagandamasche beschrieb, um die Nachfolger Banderas mit den Holocaust-Opfern auf eine Stufe stellen zu können (an vorderster Front: die Gleichstellungsbeauftragte A. Baerbock), musste ich zwangsläufig an Geisers Schurkenstück denken. Daher habe ich die Details gerade wieder auf dem Zettel. Dafür musste ich ordentlich kramen, um Ihre Abkürzung „PU“ zu kapieren, obwohl Sie den Kontext (Wittgenstein) längst mundgerecht serviert hatten. My bad…

  17. Da passt doch ganz gut etwas, was einst ein Einstein, Albert seinem ‚Stammesbruder‘ (Einsteins gelegentliche Ansprache an andere Juden) und (lt. KI) ‚einflussreiche Figur in der zionistischen Bewegung‘, dem ersten Staatspräsidenten Israels auch noch – Chaim Weizmann – glaubte schriftlich zur Kenntnis geben zu müssen (25.11.1929):

    „Wenn wir den Weg ehrlicher Kooperation und ehrlichen Paktierens mit den Arabern nicht finden werden, so haben wir auf unserem zweitausendjährigen Leidensweg nichts gelernt und verdienen das Schicksal, das uns treffen wird.“

    Ob ‚Genozid‘ oder nicht, Einsteins Brief ist wohl nie angekommen!

    Ein weiser Mann war er allenthalben. In einem Interview (1932) gab es das hier:

    „Wir müssen unser Leben dem Austrocknen der Kriegsquellen widmen: der Rüstungsfabriken.“

  18. Herrje, „vor zehn Jahren nahm das Unheil seinen Lauf.“ Tatsächlich erst vor zehn Jahren und tatsächlich nur zwei Positionen? Ich weiß, ist ein wesentliches Datum wenn es um die Generierung von Ablenkzielen geht und für die Veranstalter hat es gleich mehrere Nutzeneffekte.

    Also genau genommen hat diese Angelegenheit erst richtig Fahrt aufgenommen, als man den Stabilitäts- und Prosperitätsfaktor an der Nordküste Afrikas 2011 zerstört hat. Gibt da auch zwei ständige Mitglieder des sog. Weltsicherheitsrats, die das hätten verhindern können. Aber ein etwas unabhängigeres Afrika ist den kapitalen Zentren, egal wo, wohl eher unerwünscht. Von Syrien aus hat man das unterstützt und hatte dabei wohl nicht auf dem Sender, daß man selbst auch auf der Liste steht. Et voilà und noch so ein Flecken an dem man in’s Vakuum vorstoßen kann. Führt, nebenbei erwähnt, auch in direkter Linie zum gerade vorgeführten Gemetzel dort.

    Seltsamerweise der einzige laufende Genozid den die UNO entdeckt.

    Vlt. begann es für die Deutschen und für eine ganze Mege Länder (vlt. auch den ganzen Globus) aber noch früher, also das Unheil. Ich lasse mal ein paar Etappen aus und springe gleich zu einem der wesentlichsten Brüche zum Ausklang des letzten Jahrhunderts. Gemeint ist der Wegfall der Systemkonkurrenz und damit der Notwendigkeit den Machtunterworfenen vorgaukeln zu müssen, daß die kapitalistische Grundordnung irgend etwas mit der Wohlfahrt irgendeiner Gemeinschaft zu tun hätte.

    Die angeschobenen Spaltprozesse sind ebenfalls wesentlich älter, Standardverfahren und wurden auch dabei exzessiv betrieben. Das waren dann eben die Hungerleider aus dem Osten und manch einer hätte die Mauer gerne am besten gleich wieder gehabt.

    Ja und klar, natürlich ist das „nationale“ Kapital viel netter als das „globale“ Kapital. Interessanter Unterschied. Also geht es nur um einen Elitentausch. Was genau hat das dann mit Demokratie zu tun? Und nicht daß Kapitalisten nicht schon immer gerafft hätten, was entsprechend der gerade vorhandenen Möglichkeiten in Reichweite gelangt. Sollte es doch wohl eher darum gehen die Voraussetzungen zu erfüllen, die eine solche Konzentration von Macht unterbinden? Was durch eine Demokratie die den Namen verdiente auch gegeben wäre.

    Sie sehen wozu Sprache, eine die der Information dient, taugt? Es geht um den Austausch über konkrete Sachverhalte, aus denen sich dann evtl. Handlungsweisen und Zielsetzungen ableiten lassen. Bleibt aber eine Eventualität, da Sprache im öffentlichen Raum, vor allem im Bereich des Politischen hauptsächlich der Apathisierung und Täuschung dient.

  19. „Es ist völlig egal, ob man die Geschehnisse in Gaza einen Genozid nennt oder nicht. Begriffe ändern überhaupt nichts. “

    Gott sei Dank dass die Umkehrung folgt im 2. Satz. Denn diese erste Frage stellte bereits verschlafen die SZ in Person von Ronen Steinke, dem Imitator eines kritischen Journalisten.

    Was wäre hier wohl los, wenn nur ein Bruchteil der getöten Journalisten, Kinder, Ärzte, UN-Mitarbeiter, oder zerstörten Krankenhäuser usw. auf die Ukraine zuträfen? oder äh 200,000, 300,000 zivile Tote? (Wenn wir LANCET 2024 folgen)
    Oder, oh Schreck oh Graus, Israelis die Opfer wären (nicht sehr realistisch hinsichtlicht der letzten 75 Jahre, aber egal.)

    Die Doppelmoral, der Rassimus. Arrrgh. Die BRD ist so was hinterm Mond. Und je eher sie sich für akademisch gebildet hält umso fataler die Dummheit.

  20. Ich bin mal gespannt was die Deutschländer Würstchen sagen wenn 100000 Palästinenser vor der Tür stehen und in Deutschland um Einlass und Hilfe bitten.

    Ich vermute mal dass das patriotische Pack mit ihrer rechtsetremen AFD die Grenzen dicht macht oder die Palästinenser im Mittelmeer absaufen läßt. Sie werde si genauso mies behandeln wie die derzeitgen Flüchtlinge die auf Grund unserer Mittäterschaft in Kriegen von Afgahnistan, Syrien, bis GAZA, usw..

    Keiner sollte dem solidarischem Geheuchel dieser braunen Gestalten glauben!

    Across The Border -Patriotic Pack
    https://www.youtube.com/watch?v=yxBwBOHdR6c&list=RDyxBwBOHdR6c&start_radio=1
    „My friend“ come to the end
    Fuck off I’m sick of your words
    And the way you shout loud
    „I’m proud, I’m proud“
    Proud to be a German and proud to be white
    But your eyes aren’t blue
    What a shame, oh look at you
    Alone a piece of shit, but strong in a crowd
    Then you loose your cowardice
    And another black girl cries

    God damn your kind

    Refrain:
    For our history from the past
    Until today there is the black
    And the red is for the blood
    Of the millions that was shed
    For the exploitation of the poor
    There is the gold on our flag
    Is it that what are you proud of
    You patriotic pack

    You wear the Belgium colours
    You thought it is the German flag
    Oh, I know what do you hide
    Behind your national pride
    It is stupidity
    But it’s too dangerous to ignore
    Your welcome friend is silence
    This time we’ll offer resistance
    You poison this country
    With shit that you’ve been told
    That your race is the best, better than the rest
    You might also like
    God damn your kind
    ————————————————
    Tears – Across the Border
    https://www.youtube.com/watch?v=ToZ9l9U2v60&list=RDToZ9l9U2v60&start_radio=1
    Tears
    I met a child in Belfast and Derry
    The last of a tribe on the American prairie
    Down under I saw some old native sons,
    A Kurdish girl faced by German guns

    I saw the tears…

    And I saw the tears of the last 100 years
    Of wars and oppression.
    Of wars and oppression
    Broken dreams, human fears
    In their eyes, in their eyes

    Immigrant eyes on a German police station
    In this land it′s a normal situation
    Escaping from a civil war
    To be mistreated by the German law

    I saw the tears…

    1. Es ist ein industriell-militärischer Komplex der in Gaza die Bevölkerung umbringt. Es werden Bomben von den Amerikanern gebracht. Es werden Flugzettel abgeworfen. Es werden Roboter mit Sprengstoff gefüllt in Wohnviertel reingefahren. Es werden mit Kampfflugzeugen Wohngebäude zerstört. Eine grosse Menge von Sprengstoff wird benutzt bevor überhaupt ein Soldat dahingeht. Und der Sprengstoff wurde mit der MV Kathrin dahingebracht.

      Die Siedler ermorden die Palästinenser in der West-Bank. Das Militär schaut zu.

    2. 🍉 Altlandrebell
      Es gibt keinen Völkermord (Genozid) im Gazastreifen

      Heute sind an der Allenby-Brücke* zwei IDF Angehörige bei einem Terrorangriff ums Leben gekommen, der Angreifer hatte dafür ein LKW der Hilfslieferungen für den Gazastreifen aus Jordanien genutzt.

      *https://de.m.wikipedia.org/wiki/Allenby-Br%C3%BCcke

      1. 1. werden „IDF-Angehörige“ im Volksmund auch Soldaten genannt.
        2. Seit wann gelten bewaffnete Angriffe auf Soldaten, die einen Krieg führen, noch dazu einen genozidalen Krieg, als „Terrorangriffe“?
        3. Was soll das Ganze mit der Frage zu tun haben, ob da ein Völkermord stattfindet? Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, mit welchem Ziel „Kampfhandlungen“ vorgenommen werden, was man wiederum normalerweise nur daran ablesen kann, wie viele Zivilisten ermordet werden und auf welche Weise.
        Die israelischen Befehlshaber erleichtern aber die Beantwortung der Frage dadurch, dass sie von Anbeginn ihre Absichten nicht verhehlten, sondern davon sprachen bzw. sprechen, dass „es in Gaza keine Unschuldigen gibt“, dass „Gaza Amalek ist und ausgelöscht werden muss“, dass „keine Nahrung nach Gaza darf“ und so weiter. (Siehe Beweismittel im Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof im Januar 2024)

        Den genozidalen Charakter des Krieges verbalisierten israelische Soldaten gegenüber Haaretz bereits im letzten Dezember folgendermaßen:
        „I felt like, like, like a Nazi … it looked exactly like we were actually the Nazis and they were the Jews.“
        https://archive.is/je12t#selection-1179.244-1179.355

        Der Holocaust als universale Rechtfertigung für die zuvor schon brutale israelische Politik ist damit _abgegessen_.

    3. Alterebell gibt zu bedenken: „Es sollte hier ebenfalls nicht so getan werden als wenn hier zwei gleichgroße oder irgendwie gleichbedeutende Lager existierten. Und es sollte auch nicht so getan werden, als würden sie mit denselben Waffen kämpfen. “
      Mit der gleichen Intention hatte ich heute hier auch das Traktat von Uri A. nochmal eingestellt – zu den Vorkommnissen vom 21.8.2018 am Zaun von Gaza, dem ‚Bloody Monday‘. Eine friedliche Begehung hinter dem Zaun sollte es werden, ein gnadenloses Schlachtfest wurde es – an einem einzigen Tag.

  21. Plötzlich ist egal wie man den Krieg bezeichnet? Jetzt, wo nicht mehr sinnvoll zu begründen ist, dass es angeblich ein „Völkermord“ sei?
    Klar, denn die Bilder zeigen zu offensichtlich, dass die Massen ungehindert und sogar unterstützt umziehen. Wer „Völkermorden“ wollte, würde das nicht zulassen. Die Lügen der Hamas sind entlarvt.

    Es ist aber nach wie vor nicht egal, denn wer von Völkermord sprach, hat sich die Kampfbegriffe der Hamas zu eigen gemacht und war als Journaliat nicht mehr ernst zu nehmen. Das Netz vergisst nicht.

    Wenn die Geiseln, hinter denen islamfaschistische Terroristen sich verstecken, in Mitleidenschaft gezogen werden, dann ist nicht nur der Polizist, sondern auch der Geiselnehmer mitschuldig.
    In einer Kriegssituation, in denen Militärlager unter zivilen Krankenhäusern gebaut werden, sowieso.

    Wenn eindeutig friedliche Zivilisten in einer als friedlich ausgewiesenen Zone angegriffen werden, ist das ein Verbrechen, das aufgeklärt werden muss. Aber auf beiden Seiten: Es kann nicht sein, dass diejenigen Islamfaschisten, die an Bushaltestellen Zivilisten metzeln, bejubelt werden und wenn ein Soldat in einer unübersichtlichen Situation jemanden erschießt, das als schlimmer gilt. Das ist unseriös.

    Wer sich aber in einer Kriegszone aufhält, muss damit rechnen Schaden zu erleiden. Wer sowas macht, ist bereit zu sterben, wer seine Kinder nicht in Sicherheit bringt ist völlig verantwortungslos und nimmt Verletzungen dieser billigend in Kauf.

    Und genau das ist die Taktik der Islamterroristen und ihrer Anhänger: So viele zivile Tote wie möglich, um das propagandistisch auszuschlachten.
    Und man kann nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die behaupten, dass radikalislamische Frauen so viele Kinder bekommen, weil da die Opferrate für Islamfaschismus schon eingerechnet ist.
    Ich sehe das anders, aber ich kann verstehen, wieso das behauptet wird.

    Es ist für die Zivilbevölkerung am besten, wenn Israel den Gazastreifen so schnell wie möglich kontrolliert, damit das sinnlose Töten ein Ende hat.
    Aber das wollen die Islamfaschisten und diejenigen, die ihnen blind folgen, gar nicht.
    Die wollen ewigen Krieg, im Interesse der Waffenhändler.
    Und die heuchlerischen Hamas Fans sorgen für verlängertes, größtmögliches Leid.

    1. „Es ist für die Zivilbevölkerung am besten, wenn Israel den Gazastreifen so schnell wie möglich kontrolliert, damit das sinnlose Töten ein Ende hat.“
      Also Sie befürworten eine weitere Besatzung Gaza’s durch Israel?
      Wenn Sie es so toll finden, unter der israelischen Besatzung zu leben, dann beeilen Sie sich, die Immobilienpreise in Gaza sind NOCH erschwinglich.
      Und ein paar Palästinenser werden sicherlich übrig bleiben, die dann von den
      NEUEN Landbesitzer geschuriegelt werden können, arabische und iranische Menschen sind ja mittlerweile so was wie Freiwild in Gaza, im Westjordanland, im Iran.
      Da hatten es die „Freiheitskämpfer der IRGUN“ doch leichter mit ihren Aktionen gegen die britische Besatzungsmacht.
      Einer wurde sogar Präsident von Israel.

      1. Es ist eine Anerkennung der traurigen Realität, denn solange Islamfaschisten den Gaza Streifen kontrollieren, wird es immer Krieg geben. Solange Palästinenser alle Juden „from the river to the sea“ ausrotten wollen und den Hamas Terroristen militärische Tunnelsysteme unter zivilen Gebieten gestatten, kann es keinen Frieden geben.

        Der Gaza-Streifen hätte mit all den Milliarden Fördergeldern florieren können, aber sie mussten ja alles Geld für Waffen ausgeben und den Nachbarn angreifen.

        1. warum scheren Sie und die Rechtsradikalen in Israel alle Palästinenser über einen Kamm?
          Wenn man sich die Sätze eines Herrn Gallant, eines Smotrich, eines Katz…
          anhört dann sind die Palästinenser in Gaza vom Säugling bis zum Greis alles Tiere, Unmenschen, Terroristen
          die es gilt zu vernichten, jedenfalls ein Grossteil davon, der Rest wird deportiert.
          Vom „from the river to the sea“ hat sich Israel angeeignet, sie wollen
          das ganze Land, die Zweistaatenlösung wollten und wollen sie nicht, seit dem 7.10. ist das
          auch öffentlich vom Tisch.
          Das Westjordanland will man annektieren und kommuniziert das auch öffentlich. Aufstände gibt es auch, die werden brutal niedergeschlagen, versetzen Sie sich doch mal in die Lage eines Palästinenser, der im Westjordanland
          Haus und Felder zu bewirtschaften hat und dann kommen Siedler, brennen Ihr Haus nieder, treiben das Vieh aus dem Stall und beschlagnahmen die Felder, was würden Sie machen?
          Wenn Sie sich wehren sind sie ein Terrorist, wenn Sie sich nicht wehren
          sind sie Haus und Land los, Ausweg auswandern aber WOHIN, die Vorfahren haben ja auch schon Jahrhunderte auf diesem Land gelebt.
          In Gaza war ein Entkommen unmöglich, bis auf drei Schlupflöcher
          die es einigen Menschen ermöglicht hat, in Grenznähe zu arbeiten, als Tagelöhner! Die Küste war ebenfalls gesperrt, Fischfang war nur in den begrenzten Abschnitte möglich, eine Flucht per Boot war unmöglich.
          Über die Grenze nach Aegypten und Jordanien konnte man auch nicht so ohne weiteres, neue Reisepässe für Palästinenser wurden von Israel genehmigt oder auch nicht.
          Alles in allem ein schönes Leben,
          finden Sie nicht?

          1. Sie zählen weitere Gründe auf, weshalb israelische Kontrolle besser wäre.
            Ich schere nicht alle über einen Kamm.
            Aber es ist schon auch ein Problem des Glaubens von 99% der Palästinenser: Unendliche Vermehrung für den „heiligen“ Krieg um den Nachbarn auszurotten, das hat Konsequenzen.
            Und soweit ich weiß gab es keine größeren Demos gegen die Hamas, Regierung haben die Palästinenser ja sowieso nie so wirklich hinbekommen.

  22. Es ist völlig egal, ob man die Geschehnisse in Gaza einen Genozid nennt oder nicht. Begriffe ändern überhaupt nichts.

    Das ist völliger Unfug!

    Aus unterschiedlichen Begriffen folgen unterschiedliche Bewertungen und sich daraus resultierende (unterschiedliche) Konsequenzen.

  23. “ Aber wie durchsetzen, wenn doch keiner mehr keinem traut und jeder jeden hasst? “

    Am besten eine neue Partei gründen die entweder für mehr oder weniger Sozialstaat plädiert.

  24. Wenn ein Journalist und Publizist, also jemand der buchstäblich von Worten und ihrer Bedeutung lebt, einen 1.500 Wörter langen Text zusammenschwurbelt mit der Absicht die Bedeutung von Worten in der politischen Debatte kleinzureden, dann kann man den Bullshit meilenweit gegen den Wind riechen. Wen will hier der Herr De Lapuente gaslighten, nur die Leser oder auch sich selbst vielleicht?
    Der ganze Text erscheint mir wie eine sehr bemühte Rechtfertigung, um sich nicht zum Holocaust in Gaza positionieren zu müssen.

  25. „Dass Begriffsfestlegungen die Weltsicht ändern könnten, ist außerdem ein Irrtum des 20. Jahrhunderts, an den noch viele glauben.“

    Da würde ich zustimmen, aber die Deutung, dass das eine Position sei, die mit dem sogenannten „linguistic turn“ zwingend verbunden sei, teile ich nicht.

    Diese sprachliche Wende in der Philosophie trug m.E. erst einmal der Tatsache Rechnung, dass Menschen in einer sozialen Welt leben, die durch Kommunikation zustande gebracht wird, und Sprache ist eben das Werkzeug der Kommunikation, und deshalb wird die Beschäftigung mit ihr besonders wichtig.

    Das heißt aber gerade nicht, auch wenn das eine populäre Deutung ist, dass man dann glauben muss, man könne ohne Sprache nicht denken, oder man könne nur in den Bahnen einer vorgefundenen Sprache denken.

    Zunächst einmal heißt das nur, dass man ohne Sprache seine Gedanken nicht mitteilen kann.

    Eine Sichtweise wie oben zitiert ist voraufklärerisch, weil sie dem Werkzeug Sprache Macht über den Menschen zuspricht. Würde man das über einen Schraubenzieher sagen, würde jeder sofort merken wie blödsinnig das ist. Bei Sprache ist es aber genauso blödsinniges magisches Denken. Dieses Problem wurde m.E. auch von vielen erkannt.

    Es kann aber auch kein gemeinsames Handeln ohne Verständigung geben, insofern ist es für politische Bewegungen zentral, dass sie mithilfe von Begriffen und den Bedeutungen, die sie ihnen geben, zu gemeinsamen Einschätzungen kommen, die dann zu Voraussetzungen für gemeinsames Handeln werden.

    Das Umgekehrte des obigen Zitats dürfte nämlich stimmen, also dass einer Begriffsfestlegung eine Weltsicht zugrundeliegt – nur kann sie halt auch ständig geändert werden, genauso wie Menschen ihre Weltsicht ändern.

  26. Neben der konkreten Welt wurde eine informationelle Parallelwelt etabliert. Das hat so richtig, aber erst nur ganz langsam wachsend, mit der Erfindung des Buchdrucks angefangen und ist mit der Erfindung des Internets und der Digitalisierung wie ein Rakete durch die Decke abgegangen
    Das wäre an sich nichts Schlimmes.

    Das Schlimme aber ist, dass diese informationelle Parallelwelt inzwischen zu 99% aus PR und Reklame besteht. UNd das kommt daher, dass es pharaonisch superschwerreiche Menschen (vor allem Männer) auf dem Planeten gibt, die mittels Ego, Macht, Einfluß und Geld diese ganze informationelle Parallelwelt kontrollieren können.

    Jeglicher Ansatz an Demokratie und Aufklärung scheitert an diesem Zustand der informationellen „full spectrum dominance“ der heimlich Herrschenden.

  27. „Streit zwischen zwei Gruppen, die beide von der Richtigkeit ihrer Weltsicht überzeugt sind,“

    Ich frgae mich was der Autor damit für ein Problem hat. Ist er etwa nicht von irgend etwas überzeugt? Ist er Nihilist oder Sophist der die Möglichkeit der Weltwahrnehmung prinzipiell abstreitet? Scheint ihm alle Tatsache verhandelbar und beliebig austauschbare, reine Anschauungssache?

    Für alle die sich von der Verwirrung des Autors nicht anstecken lassen wollen, es ist eigentlich ganz einfach:

    alle offiziellen Verkündigungen, die von den herrschenden Meinungsmachern ausgegeben werden, sind falsch! Klar wird die Lüge immer auch von Wahrheit umstellt, damit man den Anschein von Wahrhaftigkeit wahren kann. Aber die zentrale Botschaft ist immer gelogen!

    Also muss man sich nur anschauen was Regierung, Regierungsprecher, EU-Organe, Universitäten, „Experten“, Altparteienpolitiker, Akadamiker, Autoritäten, Honorationen, Lamettabehangene, Stiftungssprecher, NGOs, und natürlich Großmedien, Medien, Medien, alle die irgendwie am großen Geldtropf hängen, als Staatsräson, als angebliche Wirklichkeit, als Einordnung verkünden – um zu wissen, dass das Gegenteil richtig und der Fall ist.

    Dieser Zustand bleibt so lange gültig, bis völlig überordernde Macht, schier gottgleich Machtfülle, Superpervers-Mega-Reichtum zu Geschichte geworden ist.

  28. Denn wir sprechen von einem bloßen Begriff – und Begriffe sind, wir lernen das gerade, nicht die Welt.

    Begriffe sind nicht die Welt, aber sie sollten doch zumindest die korrekte theoretisch Fassung der Welt sein. Deshalb ja der Streit. Das trifft aber auch nicht den Kern der Sache, denn „Genozid“ ist ja nicht nur ein falscher oder richtiger Begriff, sondern eine moralische Verurteilung. Es soll quasi objektiv festgestellt werden, ob das Sterben in Gaza unwidersprechlich böse ist. Und das ist von vorneherein ein ideologisches, interessegeleitetes Anliegen. Der Täter soll quasi selbst vor der Ungeheurlichkeit seines Verbrechens in Gaza zurückschreicken. Tut er aber nicht, haben die Nazis auch nicht getan.

    „Namen sind Schall und Rauch“

    Namen sind ja auch bloß die äußerliche Benennung eines inhaltlichen Zusammenhangs. Der Begriff schließt aber das Wissen um die inhaltlichen Zusammenhänge ein und um diese wird gestritten.

    1. Krim: „Begriffe sind nicht die Welt, aber sie sollten doch zumindest die korrekte theoretisch Fassung der Welt sein.“

      Über „die korrekte theoretisch Fassung der Welt“ streiten sich die Gelehrten (und nicht nur die). Begriffe können zwar die Welt erklären, allerdings immer nur innerhalb einer ideologischen Denkstruktur, weshalb es auch unterschiedliche Erklärungsmuster für die selben Begriffe gibt.

      Begriffe ohne ein Denkgebäude als Fundament des Denkens, quasi als Betriebssystem sind inhaltsleer und erklären gar nichts. Erstaunlicherweise meinen einige Zeitgenossen (wie Krim) im Besitz der korrekten Weltfassung zu sein. Sind die nun zu beglückwünschen oder zu bedauern? Ich tendiere zu letzterem, da ich nicht an Wunder glaube.

      Auch Einsteins Suche nach der Weltformel blieb ergebnislos.

      1. „allerdings immer nur innerhalb einer ideologischen Denkstruktur,“

        Nein, genau nicht! – Dann sind es zwar Begriffe, aber eben falsche ideologische Begriffe, Zu behaupten das Denken sei per se ideologisch geht dem demokratischen Relativismus auf den Leim. Das ist postmoderne Schwurbelei, die aus Ideologie Wissenschaft konstruieren will.

        Es gibt aber nur eine Realität und deshalb gibt es nur eine theoretische Fassung die dieser Realität objektiv entspricht. Jeder der das Gegenteil behauptet will seine Sichtweise sein V e r h ä l t n i s zum Gegenstand zur Bestimmung des Gegenstands erklären und das ist eben ein Fehler. Das Verhältnis zu einem Gegenstand ist eben k e i n e Bestimmung des Gegenstands.

        „Begriffe ohne ein Denkgebäude als Fundament des Denkens, quasi als Betriebssystem sind inhaltsleer“

        – Ganz im Gegenteil, das angebliche Betriebssystem selbst ist inhaltsleer, denn es soll ja gerade eine Denkstruktur ohne inhaltlichen Gegenstand sein. Dabei soll nicht die inhaltliche Übereinstimmung mit dem Gegenstand das Maß für die Objektivität sein, sondern die Denkstruktur selbst soll die Wahrheit verbürgen. Ein Betriebssystem aber vor der Befassung mit einem Gegenstand festzulegen, ignoriert ihn gerade. Es ist also die programmatische Loslösung vom Gegenstand – das Gegenteil von Wissenschaft.

        „Erstaunlicherweise meinen einige Zeitgenossen (wie Krim) im Besitz der korrekten Weltfassung zu sein. „

        Das ist eine ziemlich üble, falsche, diffamierende Unterstellung, die zeigt welch Geistes Kind Sie sind.

        „Auch Einsteins Suche nach der Weltformel blieb ergebnislos.“

        – Seine Suche nach der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie jedoch nicht. Seit wann ist Misserfolg ein Argument gegen die Suche nach einer Gesetzmäßigkeit. Soll man deshalb alle Anstrengungen die auf Wissen gerichtet sind einstampfen? Die Suche nach der Weltformel ist erstens noch nicht abschließend entschieden. Zweitens ist sie ein Ideal, nämlich dass sich alle vier Grundkräfte in der Natur mit einer Theorie erklären lassen. Wenn die sogenannte Weltformel nicht gefunden wird, beweist das nur, dass sich die Natur nicht nach dem menschlichen Geist richtet, sondern der Geist nur finden kann, was in der Realität der Natur existiert. Die Erkenntnistheoretiker und die Denkstruktur/ Betriebssystempropagandisten sind genau solche die nach der Weltformel suchen. Die legen ihre Ideen an die Natur an und behaupten dann ihre Ideen seien die Bestimmungen der Natur. Genau so geht Ideologie im Unterschied zur Wissenschaft, die der Natur i h r e Zusammenhänge ablauscht und sie in einer Theorie fasst.

        1. „Es gibt aber nur eine Realität und deshalb gibt es nur eine theoretische Fassung die dieser Realität objektiv entspricht.“

          Das empfinde ich als Anmaßung, denn die „theoretische Fassung“ der Realität ist doch immer nur eine Interpretation der Realität. Immer abhängig von den gegebenen Möglichkeiten des Erkennens. Und die haben sich im Laufe der Zeit stetig verbessert, sodass die Erkenntnisse über die Realität immer umfangreicher werden, wobei auch alte „Gewissheiten“ regelmäßig verworfen werden. Wie können Sie da behaupten, dass der aktuelle Ist-Stand der Erkenntnis nun die objektive Wahrheit wäre oder wie Sie schreiben der „theoretischen Fassung dieser Realität objektiv entspricht“?

          Die Menschen können die Realität stets nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfassen. Und da sich diese Möglichkeiten verändern (bzw. verbessern), werden sich auch die „theoretischen Fassungen“ über die Realität verändern. Und so manche wissenschaftliche Gewissheit wird über den Haufen geworfen werden.

          1. Ja klar – die Realität ist eine Anmaßung für Großartigkeit des Individuums, das die Realität an seiner Auffassung von ihr misst. Wer maßt sich hier etwas an? S i e wollen doch festlegen, dass das Individuum der einzige Maßstab der Realität zu sein hat. Das ist aber reine Hybris.

            Und nein die „theoretische Fassung“ der Realität ist eben nicht „immer nur“ eine Interpretation der Realität. Deshalb ist es Wissenschaft und nicht Gedichtinterpretation. Wissenschaft ist kein Hineinlesen von Absichten, sondern ein h e r a u s lesen von Gesetzmäßigkeiten z.B. mittels Experiment.

            „Wie können Sie da behaupten, dass der aktuelle Ist-Stand der Erkenntnis nun die objektive Wahrheit wäre“

            Also langsam werde ich sauer. Warum behaupten Sie Dinge als meine Aussage, die ich nie behauptet habe. Ich habe theoretisch bestimmt was Wissenschaft ist und nicht behauptet, der Status quo der Wissenschaft sei der Weisheit letzter Schluss. Dass die Möglichkeiten und Instrumente des Erkennens besser werden, heißt doch gerade nicht, dass Wissen per se unmöglich ist. Das Wissen der Gegenwart ist ja das Fundament für weitere Erkenntnisse. Die Vermehrung des Wissens heißt nicht automatisch, dass altes Wissen nicht mehr gilt. Es sind auch immer andere Gegenstände, die sich die Wissenschaft vornimmt und die mit der Entwicklung der Wissenschaften überhaupt erst als zu erforschende Gegenstände erkannt werden. Man kann sich z.B. der Viren oder Bakterien als Wissenschaftszweig erst annehmen, wenn man sie also solche entdeckt hat. Erst dann gibt es Virologie und Bakteriologie.

            „Und so manche wissenschaftliche Gewissheit“ – Ja – „so manche“. Auch die Wissenschaft kann irren und auch und gerade die Wissenschaft entwickelt sich weiter. Das heißt aber nicht dass Erkenntnis per se unmöglich ist. Denn wenn das stimmen würde, könnte man den Unsinn gleich lassen. Zweitens widerspricht diese Aussage sich selbst. Alles Wissen soll relativ sein, außer der Gewissheit, dass Wissen relativ ist. Die Ungewissheit von Wissenschaft, die soll außer Frage stehen und ganz und gar nicht ungewiss sein. Wenn alles Wissen relativ ist, dann auch die Aussage, dass alles Wissen relativ ist. Die Aussage widerlegt sich also selbst.

            1. Wir reden wohl aneinander vorbei. Deshalb nur kurz: Als richtig und wahr wird etwas angenommen solange es funktioniert. Danach handelt die Wissenschaft und auch die Menschheit seit Anbeginn.

              1. Nein, Funktionalität hat mit Wahrheit gar nichts zu tun.
                Das stimmt schon deshalb nicht, weil die Natur gar keinen Zweck hat.
                Funktionalität unterstellt aber einen Zweck. Die Dienstbarkeit für einen Zweck ist eine Forderung, die an die Natur herangetragen wird. In der Technik geht es um Funktionalität nicht in der Naturwissenschaft. In der Naturwissenschaft geht es um das reine Erkennen der untersuchten Zusammenhänge. Wenn man um die Zusammenhänge weiß, kann man sie in einem zweiten Schritt für einen Zweck nutzen. Erkennen und Nutzung von Erkenntnis sind begrifflich geschiedene Dinge. Es ist der Unterschied von Naturwissenschaft und Technik, Wissenschaftler und Ingenieur.

                1. Damit Ihr Herz in Ihrer Brust schlägt und funktioniert muss keine „Forderung an die Natur herangetragen“ werden.

                  Woher beziehen Sie eigentlich Ihre „wissenschaftliche“ Ideologie?

                  1. Mein Herz ist auch keine Wissenschaft.

                    „Woher beziehen Sie eigentlich Ihre „wissenschaftliche“ Ideologie?“
                    Woher Sie ihre unwissenschaftlichen Unverschämtheiten beziehen, brauch ich nicht zu fragen. Aus ihrem Diffamierungsinteresse. Denn Argumente fallen wie immer keine.

    2. Du schreibst Stuss, was die „moralische Verurteilung“ angeht. Mord, Raub, Vergewaltigung, Diebstahl etc. sind Rechts-, genauer Strafrechtsbegriffe, Genozid ist auch einer. Strafrechtlich unrechtmässige Handlungen werden nicht überraschenderweise gesellschaftlich missbilligt und daher sowohl strafbedroht als auch „moralisch“ verurteilt.

      Das Gefasel von Moral als etwas Falschem und Bösen ist Nietzsche für Arme, da ist auch die GSP-Blase vom postmodenen Dummschwatz der Foucault, Lyotard, Derrida und anderer auf der CIA- und NED-Lohnliste infiziert.

      1. Es geht doch aber gar nicht um „Mord, Raub, Vergewaltigung, Diebstahl“, sondern um „Genozid“.
        Und welches Subjekt kann denn Genozid begehen? Noch nicht mal ein Serienmörder kann das.
        Völkermord begehen staatliche Gewaltsubjekte und die kommen nicht vor Gericht. Wenn also eine staatliche
        Handlung in der Öffentlichkeit als Genozid betitelt wird, dann geht es sehr wohl um moralische Verurteilung.
        Mit welcher Strafe soll dieses Gewaltsubjekt denn bedroht sein, wenn der Vorwurf des Genozids ausgesprochen wird.

          1. Ja, Altlandrebel. „kollektive“ Gewaltsubjekte wäre genauer gewesen. Da sind die staatlichen mit drin. Es braucht jedenfalls einiges an militärischer Potenz um einen Genozid hinzukriegen. Die Hamas schafft es z.B. nicht. Und kollektive Gewaltsubjekte kommen genausowenig vor Gericht wie staatliche. Die werden höchstens besiegt von anderen kollektiven Gewaltsubjekten. Und das wird dann wieder gerechtfertig damit, dass ein Genozid verhindert werden musste.

            Ja Völkermord kann auch analytisch verwendet werden, aber das will ja sowieso keiner wissen. In der Öffentlichkeit geht es um Moral.

            Ansonsten können Staaten bzw. ihre Repräsentanten sehr wohl wegen Genozid vor internationalen Gerichten angeklagt werden

            – Ja komm… Das ist doch nichts anderes als der Gewalt des Siegers den Anschein von Rechtmäßigkeit zu verleihen. Also eine einzige moralische Legitimationsveranstaltung. Internationales Recht gibt doch überhaupt nur als ideelles Recht, das eben keine internationale Gewalt hinter sich hat. Höchstens die Gewalt der Staaten die dieses Recht anerkennen.

            Die deutschen Taten sahen sie in den gängigen Rechtsvorstellungen nicht ausreichend abgebildet, weswegen sie sich – auf jeweils unterschiedliche Weise – bemühten, eine juristische Grundlage für die Sanktionierung und / oder Prävention solcher Verbrechen zu schaffen.

            Das ist aber ein Widerspruch. Denn staatliche Gewaltsubjekte sind eben die rechtsetzenden Instanzen. Der depperte Bürger kann sich aber offenbar nichts anderes vorstellen, wie das rechtliche Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern auf Staaten zu übertragen, was dann gedanklich eine übergeordnete Instanz unterstellt, die Staaten behandeln kann wie Staaten ihre Untertanen behandeln. Das unterstellt eine Weltregierung, eine Weltgewalt der alle staatlichen Gewaltsubjekt unterworfen sind, was ein Widerspruch zum souveränen Staat ist, der dann plötzlich als gar nicht souverän gedacht wird. Wenn es die Weltregierung oder Weltgewalt gibt, wozu dann noch Staaten. Und was geschieht eigentlich wenn die Weltgewalt Unrecht verübt? Wird sie dann von der galaktischen Regierung verurteilt? Recht ist doch sowieso nichts anderes als das Regelwerk für die Ausübung öffentlicher Gewalt. „legitim“ (gut) ist das nur weil es einem gesellschaftlichen Willen entsprechen soll. Und das ist eine rein moralische Veranstaltung.

            Mit deiner Kritik an der Problematisierung des Begriffs Genozid gebe ich dir recht. Allerdings halte ich Reduzierung der Komplexität und Verschleierung kolonialer Wurzeln für ehe schwache Argumente. Verschleiert wird doch die Absicht Israels eine endgültige Lösung für ihr „Palästinenserproblem“ anzustreben. Wer glaubt denn noch, dass die Militäreinsätze nur gegen die Hamas gerichtet sind. Dann behindert man keine Hilfslieferungen und schneidet die Bevölkerung auch nicht von Lebensmitteln ab. Es sind Maßnahmen die gegen ein ganzes Volk gerichtet sind. Die Ankündigungen von Israel sind zynisch. Eine Bombardierung wird angekündigt und gleichzeitig wird der Bevölkerung gesagt, es gibt kurze Zeit einen humanitären Korridor auf dem ihr flüchten könnt ins Nichts, in andere schon zerstörte Gebiete, damit Israel euere übrigen Häuser auch noch zerstören kann. Und wenn ihr das nicht tut – Pech gehabt.

              1. Denn „Genozid“ als Rechtsbegriff ist durchaus schwammig und kennt keine (!) Größenvorgabe.

                Der Rechtsbegriff von Völkermord ist nicht gleichbedeutend mit dem Begriff von Völkermord. Ein Rechtsbegriff wird definiert von staatlichen Gewaltsubjekten (wenn es tatsächliches Recht ist und kein Rechtsideal, also eine Moral) und die definieren sich zurecht was in ihrem Interesse ist.

                Schon das Schädigen oder gar Töten einer einzigen (!) Person kann ausreichen, sofern die sogenannte „genozidale Zerstörungsabsicht“ hier nachweisbar wird.

                Sie meinen den „letzten Mohikaner“. Da gehe ich nicht mit. Eine Absicht ist noch keine Tat und ein Mordversuch ist kein Mord. Schädigen ist auch kein Mord. Und ein Individuum ist kein Volk es sei denn jeder darf sich wie bei den Geschlechtern selbst zum Volk erklären.

                Um Taten, die so gravierend seien, dass sie das Selbstverständnis aller tangierten.

                „Verbrechen gegen die Menschheit“ sind eben ein typisch moralischer Gedanke. Es wird wie bei jeder Moral eine übergeordnete Gemeinschaft sich vorgestellt, die hier eben nicht die Nation, sondern die ganze Menschheit ist, gegen die diese Verfehlung dann verstößt. Bloß gibt es diese Gemeinschaft namens „Menschheit“ halt nicht. Es ist pure Fiktion. Nichts desto trotz taugt der Begriff als Moralhammer. Nicht nur an Einzelnen, nicht nur an einer Gruppe, nicht nur an einem Volk, wird ein Verbrechen verübt, nein gleich die ganze Menschheit ist das Opfer.

                „Auch wenn nicht jeder einzelne Mensch direkt ein Opfer ist, ist „die Menschheit“ als Rechtssubjekt betroffen und darf, ja muss, darauf reagieren.“

                Bloß ist die Menschheit kein Rechtssubjekt, diese Vorstellung ist Fiktion. Reagieren tun dann wieder Staaten im Namens der Menschheit. Die ideale Legitimation.

                Ich weiß nicht, ob das einem „gesellschaftlichen Willen“ entsprechen soll.

                Das ist die Behauptung, die Legitimität verschaffen soll. Es dient nicht nur einem egoistischen Interesse, sondern allen und ist deswegen legitim.

                und sie bemüht sich dann ihre Vorstellungen, Wünsche und Normen als die der ominösen Gesellschaft zu verkaufen.

                Genau.

                Die Rechten hier im Forum sagen ja auch immer, dass es nie ein palästinensisches Volk gegeben habe etc. …

                Was ist ein Volk? Ein Kollektiv, das sich einer kollektiven Gewalt zugehörig und untergeordnet wähnt. Kurz: Der kollektive Wille zu einer Staatsgewalt.

                  1. Im Großen und Ganzen scheinen wir uns einig zu sein. Noch zum Volk: Sie und ich sind ja auch nicht parteilich für die deutsche Staatsgewalt. Das sind aber sehr sehr wenige die so denken. Der ganze Rest ist Volk. Das ist doch tatsächlich eine Gemeinsamkeit der Nationalisten. Sie sind für die Durchsetzung „ihrer“ kollektiven Gewalt. Deshalb zahlen sie Steuern und deshalb ziehen sie in den Krieg. Wäre diese prinzipielle Zustimmung zum Staat nicht vorhanden, wäre der Staat weg vom Fenster. Und das ist unabhängig davon, was und wen der Staat als Volk definiert. Auch hier unterscheiden sich Recht und Begriff. Recht unterstellt immer kollektive Zustimmung und nur auf dieser Grundlage funktioniert das Recht gegen Einzelne.

                    So geht das doch auch mit Befreiungsbewegungen. Ein Teil des vom Staat definierten Volkes sieht den Staat nicht mehr als den eigenen an, sondern fühlt sich einem anderen Kollektiv zugehörig. Die Verlaufsform ist dann, dass sie sich in einer Welt voller Staaten, eine kollektive Gewalt zulegen müssen um vom als fremd angesehenen Staat ein Territorium zu erobern, in dem die eigene kollektive Gewalt souverän herrscht.

                  2. Zu den Steuern: Auch Steuern werden bezahlt, weil die Leute einsehen, dass „ihr“ Staat finaziert werden muss. Als Einzelne sind sie dem Recht ausgeliefert und haben keine Wahl. Als Volk haben sie eine Wahl. Das kollektive Gewaltsubjekt, das die Zustimmung aller Nationalisten hinter sich weiß, zwingt den Willen des Individuums. Es schlagen hier zwei Herzen in der Brust des Bürgers, die des Citoyen und die des Bourgeois. Als Citoyen ist er voll dafür, dass dem Staat die nötigen Mittel für sein Wirken zur Verfügung stehen und dass der Staat sich bei der Gesellschaft seine Mittel beschafft, ist ihm selbstverständlich. Als Bourgeois zahlt natürlich jeder immer zu viel Steuern im Gegensatz zu allen anderen, die den Staat nur ausnutzen für sich und ihre egoistischen Zwecke, während alle egoistischen Zwecke des Bourgeois in Wirklichkeit nur der Allgemeinheit dienen. Er ist bestrebt so wenig Steuern wie möglich zu bezahlen, was eine ganze Branche gut ernährt, und dabei wird er „kreativ“.

                    Ja Befreiung legt inhaltlich nicht fest, wovon sich befreit werden soll. Welche Befreiungsbewegungen ich meine geht eigentlich aus dem Zusammenhang hervor.

                    Wenn ihnen aber ein Dritter diesen Mühlstein gegen ihren Willen umbindet oder den Kopf auf die Platte drückt, dann verurteile ich das.

                    Ich verurteile es auch, wenn sie sich frei dazu entscheiden ihren Kopf auf die Herdplatte zu legen, weil es einfach blöd ist Und was blöd ist, ist kritikabel – findet nicht meine Zustimmung – Freiheit hin oder her.

                    Wenn es ihn glücklich macht?

                    Es macht ihn nicht glücklich. Aber gut, wenn sein Spleen andere nicht in Mitleidenschaft zieht – von mir aus – aber ausreden würde ich es ihm schon schon wollen.

                1. Kleine Ergänzung
                  Das Zitat ist von dem von Max Stirner stark beeinflussten deutschen Anarchisten Ret Marut („Der Ziegelbrenner“), der höchstwahrscheinlich auch unter den Pseudonym B. Traven seine Romane verfasste. Und zwar in Mexiko ab circa Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wo Marut sein Leben nun unter den Namen Hal Croves verbrachte. Er beriet auch anteilig John Hustons Drehbuch und die Dreharbeiten der Huston-Verfilmung seines Romans „Der Schatz der Sierra Madre“ mit Humphrey Bogart und John Huston (nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein großartiger Film), und war auch am Set als Berater anwesend.

  29. Am Anfang der 90er brach das Apartheidsystem in Südafrika zusammen, u.a. weil es viele weiße Südafrikaner leid waren, in der ganzen Welt als Paria angesehen zu werden. Ein Vorwurf wie Völkermord muss natürlich auch berechtigt sein, aber das ist in Gaza ja auch der Fall. Dieser Vorwurf ist gewaltig und auf Dauer kann auch der Effekt gewaltig sein.

    1. Kann.
      Dafür muss er aber erst mal die Hürde „Antisemitismus“ nehmen.
      Im Gegensatz zu Rassismus wirkt der Vorwurf in die entgegengesetzte Richtung.

  30. Man sollte den Israelis zutiefst dankbar sein, dass sie beweisen, dass man sich von Islamfaschisten nicht alles bieten lassen muss.

    Denjenigen, die auf Hamas Propaganda („Völkermord“) reinfallen, kann man nur wünschen, dass sie in der Realität keinen radikalen Islamisten begegnen, das endet oft mit Messer im Bauch oder Kugel im Kopf, je nach Gegend.

    Wäre ein interessantes Experiment, wenn Realitätsfremde wie Greta Thunberg, Queers for Palestine usw. mal Islamfaschisten auf freier Wildbahn begegnen, lol.

    1. Thomas schreibt :
      „Man sollte den Israelis zutiefst dankbar sein, dass sie beweisen, dass man sich von Islamfaschisten nicht alles bieten lassen muss.“

      Sie sollten „Islamfaschisten“ genau definieren, sonst ist dieser Begriff auch nichts weiter als “ Schall und Rauch „, so denn :
      Welche Personen aus der Gruppe der ca. 60000 Toten Gazaner haben nach Ihrer Definition als „Islamfaschisten“ zu gelten ? ; welche Kriterien muß eine Person erfüllen, um zu Recht als „Islamfaschist“ bezeichnet werden zu können ?

      1. Wer alle Juden „from the river to the sea“ ausrotten will, kann als Islamfaschist bezeichnet werden.
        Diejenigen die Andersdenkende, Schwule usw. ermorden wollen wohl auch. Gewaltverherrlichung ist laut Google auch ein Merkmal für Faschismus. Bevölkerung hungern lassen und das meiste Geld in Waffen investieren usw.

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