
Eine Aufforderung zum Mitdenken.
Weltweit wird atomar aufgerüstet. In Europa und Deutschland wird der „nukleare Schutzschirm“ wieder als Garantie der Sicherheit diskutiert. Dabei zeigen schlagende Argumente, wie atomare Abschreckung ebenso gut in die Katastrophe führen kann. In gebotener Kürze habe ich neun Hauptargumente zusammengestellt. Frage an die Leserinnen und Leser: Gibt es Einwände oder Verbesserungsvorschläge? Schreibt es in die Kommentare!
Erstes Argument: Atomare Abschreckung ist ohne wissenschaftliche Basis
Der Glaube an den „atomaren Schutzschirm“ ist ein haltloses Konzept. Es fehlen die empirischen Grundlagen, um zu beweisen, dass es verlässlich ist. Im Laufe des Kalten Kriegs stand die Abschreckung mehrfach vor dem Zusammenbruch. Während der Kubakrise 1962 oder 1983, als ein sowjetischer Offizier den Atomkrieg gerade noch verhindern konnte. Es gab noch weitere Fast-Atomkriege. Dagegen basieren Aussagen über die Schutzwirkung von Atomwaffen auf wackeligen Füßen. Es handelt sich um ausgedachte Hypothesen, die unüberprüfbar sind. Es gibt Experten, die an sie glauben und Experten, die sie bestreiten.
Der Atomwaffenexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Peter Rudolf, einer der wenigen ausgesprochenen Spezialisten der atomaren Abschreckung in Deutschland, sieht es so: „Bei der nuklearen Abschreckung handelt es sich um ein Konstrukt, ein System von nicht verifizierbaren Annahmen, das geradezu ideologischen Charakter hat. Abschreckungspolitik beruht auf Axiomen, für die es keine empirische Evidenz im wissenschaftlichen Sinne gibt, sondern allenfalls anekdotische Evidenz, deren Interpretation also glaubensgeleitet ist. Der Glaube an die nukleare Abschreckung ist ebendies – ein Glaube.“1
Sollen wir unser Überleben von Hypothesen anhängig machen, die nicht streng überprüfbar sind oder gar einem Glauben? Brauchen wir nicht mehr Gewissheit, wenn es um Leben und Tod so vieler Menschen geht?
Zweites Argument: Kollabiert Abschreckung, vollzieht sich die historisch größte jemals erlebte Katastrophe
Zahlreiche wissenschaftlich Studien machen es hoch wahrscheinlich: Selbst ein kleiner und begrenzter Atomkrieg wird die Zivilisation rund um den Globus zerstören. Der Einsatz von Atomwaffen könnte zu einer absolut einmaligen, ja der größten nur denkbaren Katastrophe der gesamten menschlichen Geschichte führen. Das liegt vor allem am „nuklearen Winter“, der monatelangen Verdunkelung der Atmosphäre. Die dadurch erzeugte Abkühlung wird Ernten vernichten und zu katastrophalen Hungersnöten führen. Anschließend brauchen wir auch keinen Klimaschutz mehr, da das Weltklima zerstört wäre.2 Im Atomkrieg gibt es deshalb weder Sieger noch Besiegte. Für die Menschheit begänne ein unvorstellbarer Leidensweg und möglicherweise ihr Untergang.
Was ist das für eine „Sicherheit“, die mit der Möglichkeit des historisch größtmöglichen Infernos erkauft wird? Niemand, der für atomare Abschreckung eintritt, kann versichern, dass ein solches Desaster verbindlich und garantiert niemals eintreten wird. Weil also die Frage der atomaren Abschreckung mit der unabweisbaren Möglichkeit des Zivilisations- oder Weltendes verbunden ist, handelt es sich um die wichtigste aller Fragen überhaupt. Das ist früher einmal erkannt worden, gegenwärtig wird es ignoriert.3
Drittes Argument: Im Hinblick auf Atomwaffen sollten Warnungen stärker gewichtet werden als optimistische Behauptungen
Dieses Argument stammt von dem prominenten Philosophen Hans Jonas. Er bezog es auf Umweltfragen, etwa die Klimaerwärmung. Das Argument gilt unabhängig von der jeweiligen Positionierung für oder gegen die atomare Abschreckung und erzwingt bereits eine Entscheidung noch bevor endgültig klar ist, welche Überzeugung hier die zutreffende ist.
Es lautet so: Wenn wir nicht sicher wissen, ob sich eher die positive Voraussage (Atomwaffen bieten einen sicheren Schutzschirm) oder die negative bewahrheiten wird (Abschreckung mit Atomwaffen wird eines Tages kollabieren), gilt das Prinzip Vorsicht. Dann sollte der schlechten Prognose vor der guten der Vorzug gegeben werden.4
Denn die unterschiedliche Sichtweise ist auch Ausdruck der Tatsache, dass die Wahrheit strittig ist und – unabhängig von der eigenen Position – Fragezeichen anzubringen sind. Der Streit unter Experten zeigt deutlich: Was im Hinblick auf die Abschreckungsfrage richtig und was falsch ist, wissen wir nicht so sicher, dass wir jeden davon überzeugen könnten. Steht eine Schulklasse bei einer Wanderung vor einer Brücke, deren Sicherheit verschieden beurteilt wird, so entscheidet der verantwortungsbewusste Lehrer, diese Brücke besser nicht zu überqueren. Und das auch dann, wenn er selbst die Brücke für eher stabil halten sollte.
Unabhängig von eigenen Überzeugungen ist die Brücke über den Abgrund der atomaren Vernichtung also entweder eine sichere Brücke oder sie ist unsicher und wackelig. Berücksichtigt man, was Experten bislang dazu vorbrachten, ist beides möglich. Daher ist es unverantwortlich so zu tun, als existiere hier ein wissenschaftlicher Konsens und als gebe es keine ernsthaften Einwände gegen die Abschreckung. Das aber ist leider die Position der Entscheider.
Viertes Argument: Atomare Abschreckung ist ein Glücksspiel
Was in den Augen vieler unsere Sicherheit erhöht, gleicht nach anderer Lesart einer riskanten Wette oder einem Glücksspiel. Die Begründung für Letzteres hat der Journalist Leon Wieseltier so auf den Punkt gebracht: Nukleare Abschreckung sei „das einzige politische Konzept, das total versagt, wenn es nur zu 99,9 Prozent erfolgreich ist.“5
Wie viel Glück gehört dazu, wenn politisches (oder militärisches) Handeln stets total erfolgreich sein muss? Immer: das heißt während sämtlicher politischer Krisen und auf unbegrenzte Zeit! Gab es jemals ein menschliches Konzept, das völlig fehlerfrei war? Kann auf unabsehbare Zeit garantiert werden, dass niemals ein Irrtum unterläuft? Oder ist die „Sicherheit“ der atomaren Abschreckung nicht eher ein faules Versprechen, das wichtige Erfahrungen in den Wind schlägt?
Fünftes Argument: Atomare Abschreckung widerspricht der Demokratie und dem Rechtsstaatsprinzip
Atomare Abschreckung hat es mit dem Leben und Sterben unzähliger Menschen zu tun. Was möglicherweise so folgenreich, auf jeden Fall aber so fragwürdig ist, muss öffentlich verhandelt, es muss ein demokratischer Konsens hergestellt werden. Dieser aber fehlt. In höchstem Maße undemokratisch ist die Tatsache, dass weltweit weniger als zehn Personen über den Einsatz von Nuklearwaffen entscheiden und das ohne die Zustimmung demokratisch gewählter Gremien.6
Ähnlich sieht es im Hinblick auf die Rechtsstaatlichkeit der atomaren Abschreckung aus. Zu den grundlegenden Rechtsstaatsprinzipien gehört die Auffassung, dass Grund- und Menschenrechte „vorstaatlicher“ Natur sind und daher – so die Formulierung des Deutschen Grundgesetzes – in ihrem Wesensgehalt niemals angetastet werden dürfen. Atomare Abschreckung impliziert jedoch Situationen, in denen selbst das Recht auf Leben nicht mehr gilt, also abgeschafft ist. Bezeichnenderweise auch für die Menschen in anderen Ländern oder Erdteilen.
Denn: Kollabiert die atomare Abschreckung, kommt es zu einem Massensterben weltweit.
Die meisten der Betroffenen hätten nichts mit den auslösenden Konflikten zu tun. Billigend würden die atomaren Konfliktparteien deren Leiden und ihren Tod in Kauf nehmen, da die Wirkung von Atomwaffen nun einmal nicht zu begrenzen ist. Atomkrieg ist daher nichts anders als Massen- und Völkermord. Das ist im Übrigen der Grund, weshalb Gegner der Abschreckung Atomwaffen für zutiefst unmoralisch halten.
Sechstes Argument: Das Funktionieren der Abschreckung basiert auf einem realitätsfremden Axiom
Dieses Axiom lautet, dass Abschreckung nur sicher ist, sofern alle Beteiligten rational handeln.
„Rationalität“ bedeutet hier, dass jeder Akteur stets im Sinne seines eigenen objektiven Vorteils agiert. Unvorteilhaft wäre es aber, sich durch die Verwendung von Atomwaffen selbst zu schädigen. Daher werde es zu keiner atomaren Auseinandersetzung kommen.
Diese unbeweisbare Voraussetzung ist auffallend widersprüchlich. Denn würden alle stets einsehen, dass der Einsatz von Atomwaffen unvorteilhaft ist, könnte man auf diese Art der Bewaffnung verzichten. Rational gesehen läge niemals ein Grund vor, von Atomwaffen Gebrauch zu machen. Sie zu bauen oder aufzustellen wäre Geldverschwendung. Wer atomar abschreckt, unterstellt aber, andere könnten dennoch zu Atomwaffen greifen und zwar, weil rationales Verhalten im definierten Sinn nicht garantiert werden kann. Das ist zugleich die Negierung des Axioms und ein Eingeständnis, dass Atomkriege möglich sind.
Implizit geht die Abschreckungstheorie also davon aus, dass in unser Welt auch Irrationalität eine bedeutende Rolle spielt. Das heißt: Niemand weiß wirklich, unter welchen Umständen ein atomar bewaffneter Akteur von dieser Technologie Gebrauch machen wird. Völlig realitätsfremd ist die Vorstellung, Machthaber, Diktatoren, aber auch demokratisch bestellte Staatenlenker würden ausschließlich umsichtig, weise und human handeln. Ein Konzept, dass auf so realitätsfernen Prämissen basiert, kann auf Dauer nicht funktionieren.
Siebtes Argument: Abschreckung muss glaubhaft sein und tendiert daher in Richtung Kollaps
Atomare Abschreckung basiert auf der glaubhaften Zusicherung, dem Gegner notfalls einen gewaltigen Schaden zuzufügen. Unglaubhaft sind Atomwaffen, wenn man garantiert, sie unter keinen Umständen einzusetzen. Wer Atomwaffen niemals einsetzen will, wird sich keine anschaffen. Denn: Atomwaffen zu besitzen oder über sie zu verfügen, ohne sie jemals verwenden zu wollen, ist ein Widerspruch. Um den zu kaschieren, wird der eigenen Bevölkerung vorgemacht, der Atomkrieg werde durch diese Waffen verhindert, während man dem Gegner das Gegenteil suggeriert oder sogar den Ersteinsatz androht. Nur Indien und China haben deutlich auf den Ersteinsatz verzichtet. Aber auch Indien und China müssen versichern, dass sie unter Umständen zum Atomkrieg bereit sind. Andernfalls entfiele die Abschreckungswirkung ihrer Nuklearwaffen.
Die glaubhafte Signalisierung, notfalls Atomwaffen zu verwenden, nutzt verschiedene Wege. Einer davon ist die Aufrüstung mit Atomwaffen. Diese braucht keinen Kommentar, denn wer sich Atomwaffen anschafft, würde sie auch nutzen und der Gegner weiß das. Der Besitz solcher Waffen kann auch mit expliziten Drohungen verbunden werden. Man deutet auf seine Waffen und warnt den Gegner. Säbelrasseln also. In Krisensituationen wird Glaubhaftigkeit aber am häufigsten durch demonstrativ bedrohliches Verhalten angezeigt. Dann signalisieren Atommächte deutlich, dass sie jederzeit zum Nuklearkrieg bereit sind. Diese „Politik am Abgrund“ ist als Nervenkrieg gedacht. Wer knickt zuerst ein? Knickt keiner ein, wird atomar zugeschlagen, denn der demonstrativen Drohung müssen Taten folgen, wenn Atomwaffen ihre einschüchternde Wirkung behalten sollen.
Die Kuba-Krise war eines von mehreren Beispielen für dieses Vorgehen. Wie Historiker wissen, rechneten die Akteure damals ganz bewusst mit dem Weltuntergang, denn ein atomarer Konflikt wäre damals sofort in den interkontinentalen Schlagabtausch übergegangen. Dass die Kuba-Krise dennoch gut endete, war reines Glück.
Achtes Argument: Je perfekter die militärische Technik, desto fragiler wird die Abschreckung
Militärtechnischen Innovationen zielen darauf, die Wirkung der eigenen Abschreckung zu erhöhen und die des Gegners zu unterlaufen. Schon von daher macht das den Atomkrieg wahrscheinlicher. Technologische Vorteile können also zugleich Nachteile für die Sicherheit sein. Am deutlichsten wird das im Hinblick auf die Konstruktion immer schnellerer Raketen. Sie erreichen unterdessen zwanzigfache Schallgeschwindigkeit. Zudem werden sie gerne möglichst nahe am Gegner positioniert. Wenn gegenseitige Abschreckung auch darauf beruht, dass der Gegner zweitschlagsfähig bleibt („wer zuerst schießt, stirbt als zweiter“), spielen Geschwindigkeit und Entfernung eine große Rolle.
Deshalb versuchen sich Atommächte durch Frühwarnsysteme zu schützen. Je rascher aber Raketen zielgenau anfliegen, desto kürzer werden die Vorwarnzeiten. Oft betragen sie nur wenige Minuten. Was technisch gesehen ein Fortschritt ist, ist im Hinblick auf die Sicherheit ein Nachteil. Denn die Technik unterläuft jedes menschliche Maß. In wenigen Minuten kann niemand entscheiden, ob Meldungen der Frühwarnsysteme zutreffen.
Daher wird die Entscheidung über Krieg und Frieden automatisiert. Sie wird an Computertechnologie und Künstliche Intelligenz delegiert. Mehrfach schon haben Informatiker und KI-Spezialisten gewarnt: Diese Automatisierung funktioniert nicht! Sie macht den Atomkrieg aus Versehen und gegen unseren Willen hoch wahrscheinlich.7
Neuntes Argument: Abschreckung ist keine Sicherheitsgarantie, sondern die Garantie des Untergangs
Dass der Atomkrieg nicht nur wahrscheinlich, sondern unvermeidlich ist, beruht auf einem statistischen Argument. Existiert dauerhaft die Möglichkeit, dass etwas geschieht, wird es im Laufe der Zeit tatsächlich geschehen. Der Volksmund hat das in einem Sprichwort ausgedrückt: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Im Hinblick auf das Thema Abschreckung sagt es der Mathematiker, Philosoph und Nobelpreisträger Bertrand Russell so: „Was die nukleare Konfrontation angeht, so so kann man unter Umständen annehmen, dass zwei Seiltänzer zehn Minuten balancieren können, ohne abzustürzen. Aber nicht zweihundert Jahre.“8
Etwas konkreter der ehemalige Direktor der kardiologischen Abteilung der Harvard School of Public Health Bernhard Lown, der Mitbegründer der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW): „Man hat uns durch Experten versichern lassen, der Atomkrieg werde nie stattfinden. Aber die elementaren Gesetze der Wahrscheinlichkeit lehren uns, dass selbst ein so geringfügiges jährliches Risiko von nur 1 % zu einer Wahrscheinlichkeit von 40 % kumuliert, wenn man es für die zu erwartende Lebenszeit der heutigen Jugend hochrechnet. Es ist eine statistische Gewissheit, dass eine ständige Schussbereitschaft nicht als Dauerzustand fortbestehen kann. (…) Bislang ist der Welt die Katastrophe erspart geblieben, aber unser Glück ist zerbrechlich. Der Atomkrieg ist ein Schicksal, das darauf wartet, sich zu ereignen.“9
Wegen der großen Bedeutung dieses Arguments noch eine dritte Formulierung (von Horst Afheldt auf Grund von Aussagen von Carl Friedrich von Weizsäcker): „Soll die Abschreckung über lange Zeit glaubwürdig bleiben, muss die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes dieser Waffen über lange Zeit größer als Null sein. Ist diese Wahrscheinlich aber konstant größer als Null, so wird sie über sehr lange Zeiträume gleich 1, der Krieg also sicher.“10
Schlussfolgerung
Das Konzept der atomaren Abschreckung ist verantwortungslos und unmoralisch. Es nimmt in Kauf, dass das größtmögliche historische Inferno irgendwann unvermeidlich eintritt und dabei ein Massen- und Völkermord stattfindet. Selbst das Ende der Menschheit kann nicht ausgeschlossen werden. Daraus resultiert eine einfache Logik: Entweder wir schützen das Leben auf diesem Planeten, indem wir auf diese Waffen verzichten, oder wir Tanzen auf dem Vulkan, bis es zur sicheren Endkatastrophe kommt.
Weil es Menschen gibt, denen dieses bewusst ist, wurde 2021 der UNO-Atomwaffenverbotsvertrag beschlossen (AVV). Bis zum September 2024 sind ihm 94 Staaten beigetreten, Deutschland nicht. Wer möchte, dass auch unserer Kinder und Kindeskinder menschlich leben können, sollte sich dafür einsetzen. Etwa indem er nur Abgeordnete wählt, die sich hier engagieren.
Quelle
1 Peter Rudolf: Welt im Alarmzustand. Die Wiederkehr der nuklearen Abschreckung, Bonn 2022, S. 128.
2 s03021_gp_auswirkungen_atomwaffen_d_studie_07_2020_fly_fin_neu.pdf (greenpeace.de) (2.2.2025) – www.atomwaffena-z.info | Atomwaffen A-Z (20.03.2025) – An India-Pakistan nuclear war could kill millions, threaten global starvation | CU Boulder Today | University of Colorado Boulder (25.7.2024) – Ehrlich, Paul R., Sagan, Carl: Die nukleare Nacht, Die langfristigen klimatischen und biologischen Auswirkungen von Atomkriegen, Köln 1983 – Bach, Wilfried: Der nukleare Winter, Der sicherste Weg zum kollektiven Selbstmord, in: Bastian, Till (Hg.): Wir warnen vor dem Atomkrieg. Dokumentation zum 5. Medizinischen Kongreß zur Verhinderung des Atomkrieges in Mainz, Neckarsulm 1986. – Stehen wir vor der Superkatastrophe? | Overton Magazin
3 Hans-Peter Waldrich: Philosophen gegen die Bombe. Wie wir der herrschenden Apokalypse-Blindheit trotzen, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 7/2020.
4 Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technische Zivilisation, Frankfurt am Main 1984, S. 63ff.
5 Zit. nach: Ines-Jacqueline Werkner: Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung, München 2020, S. 218f.
6 Ohne Kontrolle: Wer entscheidet über Atomwaffeneinsätze? | Overton Magazin
7 Atomkrieg aus Versehen – www.atomkrieg-aus-versehen.de
8 Zit. nach: Arthur Kaufmann : Gerechtigkeit, der vergessene Weg zum Frieden, München 1986, S. 60f.
9 Bernhard Lown: Zur Dringlichkeit moralischer Empörung, in: Gemeinsam leben – nicht gemeinsam sterben! Dokumentation des 6. Weltkongresses der IPPNW in Köln, hrsg. v. Till Bastian, Karl Bonhoeffer, Nick Bramley, München 1987, S. 119 – 121, zit. S. 119.
10 Zit. nach: Ernst Tugendhat: Nachdenken über die Atomkriegsgefahr und weshalb man sie nicht sieht, Berlin 1986, S. 55f.





Das siebte Argument negiert alle anderen und erklärt die Logik hinter der atomaren Abschreckung: Die Drohung, dass die gesamte menschliche Zivilisation ausgelöscht werden könnte, ist doch gerade der Wirkmechanismus der Abschreckung. Damit sind alle diesbezüglichen Gegenargumente und Warnungen hinfällig: Die unglaubliche Gefahr durch unvorstellbare Waffengewalt ist genau der Grund für atomare Aufrüstung.
Dazu zählt auch die Frage, ob die gewünschte Wirkung überhaupt existiert. Wenn man diese Frage beantworten könnte, hätte atomare Abschreckung gar nicht erst ihre postulierte Wirkung.
Ob es das Risiko wert ist? Das muss die Gesellschaft entscheiden. Egal, wie man sich entscheidet: Für viele Jahre wird man sich für die richtige Entscheidung beglückwünschen können, bis man sehr schlagartig zweifelt, ob die andere Option nicht doch besser gewesen wäre. Und selbst dann – hinterher – ist man nicht schlauer.
Viele Leute in Deutschland leiden doch vor einer Paranoia bezüglich Russen und Klimaerwärmung. Sie nehmen gerne das Risiko eines Atomkriegs in Kauf, damit die Russen nicht kommen. Nun steht hier ein Atomkrieg bewirke auch den „„nuklearen Winter“, der monatelangen Verdunkelung der Atmosphäre. Die dadurch erzeugte Abkühlung wird Ernten vernichten und zu katastrophalen Hungersnöten führen. Anschließend brauchen wir auch keinen Klimaschutz mehr“. Das ist doch Musik in den Ohren der Klimaparanoiker, und eine Chance, die Erde vor dem Hitzetod zu bewahren.
„vor einer Paranoia bezüglich Russen und Klimaerwärmung“
Das hat hat ja nicht lange gedauert bis die Physik-Deppen hier aufkreuzen.
MAD gab es auch nach 1990, allerdings hat Putin 2014 den Kontext verändert und jetzt setzt der Donald noch einen drauf. In Folge wird es jetzt eine Änderung der MAD-Architektur geben.
https://video.twimg.com/amplify_video/1896218732407500800/vid/avc1/880×576/rTNehdC__b9lwQvM.mp4
MAD wird auch nie mehr verschwinden solange es eine Zivilisation mit nuklearen Fähigkeiten gibt. Die Architektur die es bis 2014 gab war schon eine Verbesserung gegenüber dem kalten Krieg.
Und wer bei dem Krim-Putsch nicht als erstes an das Budapester Memorandum gedacht hat, hat MAD nicht verstanden.
Das ist jetzt alles sehr technisch und rational, aber ohne ein technisches und rationales Verständnis von MAD wird man keine wie auch immer geartete Moral oder Ethik dort drüber ziehen können. Und selbst wenn sich Pakistan und Indien gegenseitig ihre Städte nuklear weg nuken könnte das für einen globalen nuklearen Winter reichen.
Und Berater von Putin heizen das Thema zusätzlich weiter an:
https://globalaffairs-ru.translate.goog/articles/tyazhkoe-no-neobhodimoe-reshenie/?_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp
Naja, der Strippenzieher der Sockenpuppe „Ceeh“ hat mal den Incel, der bisher nur dement rumprollte, weggeschickt und versucht es mit was es für ihn wie Argumente aussehen lässt. So richtig kommt es aber nicht hin.
Die Rede von Rubio fälscht mal wieder die Geschichte vom „Budapester Memorandum“, das weniger explizit war als z.B. Bakers Zusicherung, dass die NATO „keinen Schritt nach Osten“ expandieren werde.
Die Nuklearwaffen auf dem Gebiet der Ukraine waren unter Kontrolle der Roten Armee, die Einsatzschlüssel lagen in Moskau bzw. in den Einsatzzentren der nuklearen Triade in Sibirien und wo immer. Es war eine Forderung der USA, unter keinen Umständen eine Proliferation an postsowjetische Regime ausserhalb Russlands zuzulassen. Einen Deal Atomwaffen gegen Ewigkeitsgarantie des Grenzverlaufs hat es zu keiner Zeit gegeben. Mal abgesehen davon, dass die NATO mit den Aggressionskriegen gegen Jugoslawien 1991-99 die Steilvorlage zur gewaltsamen Veränderung von Grenzen gegeben hat.
Was Karaganow angeht, ist es albern, jeden Politologen, der irgendwelche Kraftsprüche ablässt, zum „Berater Putins“ zu erheben. Karaganows Hobby ist: „schmeissen wir ein paar Atombomben, um die Chochols und die Westler einzuschüchtern“, in der russischen Öffentlichkeit wird dem heftig widersprochen, und es war Simonyan oder Sacharowa, die meinte, das wäre wie ein ungezogenes Kind disziplinieren, indem man ihm den Kopf abschlägt.
Der gegenwärtige Sockenpuppenspieler von „Ceeh“ versetzt dann gleich den in Russland eher als Exoten geltenden Karaganow in den Plural. Durchsichtige Manipulation.
Netter Versuch. Aber solange es diesen Schulhofschläger gibt, der Atomwaffen unnötigerweise schon mal eingesetzt hat, macht es für Staaten, die sich nicht unterwerfen wollen, tatsächlich Sinn, sich atomar zu bewaffnen.
Ohne die USA macht ihre Argumentation Sinn, aber ohne die Weltherrschaftsansprüche der US-Oligarchie wären Atomwaffen möglicherweise gar nicht so verbreitet. Sind ja schließlich ziemlich teuer.
„Sind ja schließlich ziemlich teuer.“
Was Putin nicht daran gehindert hat die meisten Atomwaffen der Welt zu besitzen und diese weiter westlich zu stationieren.
Und die theokratischen Ansätze von Karaganow (s. oben) nimmt Putin zusätzlich auf, vom Satan quatscht die russische Propaganda ja schon länger.
https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101132786/ukraine-krieg-russland-ruft-zum-heiligen-krieg-auf.html
Das größte Verbrechen, welches durch die Atombombe bereits verübt wird…
Der größte „Nutzen“ der „atomaren Abschreckung“ ist nicht (nur) das, was im Vordergrund sichtbar ist bzw. erzählt wird. Im Wesentlichen dient die Atombombe dazu, dass der Westen, allen voran die USA ungehindert kleinere Länder überfallen, genozidieren können und sich diese kleineren Länder dagegen nicht wirkungsvoll zur Wehr setzen können, sowie auch größere Länger nicht in diese Kriege eingreifen, auch wenn sie selber über Atomwaffen verfügen. Letzteres funktioniert nur begrenzt, wie die diversen Stellvertreterkriege zeigen.
Was meine ich damit, dass sich kleinere Länder nicht wirkungsvoll zur Wehr setzen können? Brauchen Länder, wie der Iran die Atombombe? Defacto ja. ABER… Sich wirkungsvoll zur Wehr setzen kann auch noch etwas Anderes bedeuten. Ich will es so formulieren: die USA können immer sagen „wenn ihr uns ernsthafte Schmerzen zufügt, dann werden wir die Atombombe auf Euch werfen“, sprich… wenn die Verluste der USA zu groß werden auch rein mit sog. konventionellen Waffen, dann könnten sie gewillt sein die Atombombe einzusetzen. Also werden von den USA angegriffene Länder auch darauf achten, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Das heißt die USA können ungehindert einen Genozid verüben (wie sie es unzählige Male bewiesen haben… Irak, Syrien, Iran, Jugoslawien, Korea, Japan, Indonesien, Ukraine uvm), weil sie wissen, dass sowohl der Ozean als auch die Atombombe (plus eine insgesamt übermächtige Militärmacht und eine Presse und Staatsapparat, welche die Deutung im Sinne der Völkermörder USA innehaben) sie davor bewahren ernsthafte Konsequenzen für ihre Gräueltaten tragen zu müssen.
Deswegen sollten wir uns dafür einsetzen, dass Atombomben generell verboten werden.
Was die Debatte für Deutschland angeht: auf gar keinen Fall darf ein so aggressives Land die Atombombe bekommen. Allein zwei Weltkriege (und heutige Akteure, die denselben Geist an den Tag legen) verbieten es, dass Deutschland die Atombombe bekommt.
Solange die Atommächte glaubhaft von sich behaupten konnten, dass sie das Völkerrecht und die UN-Charta zumindest im Grundsatz respektieren, konnten die Mittelmächte halbwegs davon abgehalten werden, sich „die Bombe“ zuzulegen.
Dieser Damm dürfte in dem Augenblick gebrochen sein, als ein Trump verkündete, dass nichts ihn einschränke, bis auf sein eigenes Gewissen.
Und ich sage nicht, dass mir diese Entwicklung gefallen würde; das tut sie nicht.
Der Damm ist 2014 gebrochen, siehe oben.
Wenn, dann ist der Damm in Jugoslawien gebrochen. Eine selbständige ukrainische nukleare Abschreckung gab es nie, so wenig wie eine kirgisische, georgische, kasachische.
Fälsch nicht so durchsichtig rum.
Der Damm war – was meine dargelegte Theorie angeht – nie vorhanden. Oder haben sich die USA jemals an das Völkerrecht gehalten? Der in meinem Kommentar genannte Koreakrieg z.B. liegt schon eine ganze Weile zurück. Vor 1945 sah es nicht besser aus. Da gab es jedoch noch keine Atombombe und das Völkerrecht wurde auch erst in etwa dieser Zeit genauer definiert…
https://www.berliner-zeitung.de/news/putin-erklaert-ausbau-der-atomstreitkraefte-zur-absoluten-prioritaet-li.10020458
Ich sehe mich nicht in der Lage, auch nur einem einzigen Argument des Autors widersprechen zu können.
Alle geschilderten Gefahren sind real und greifbar.
Dennoch fürchte ich: der Gedanke, etablierte Atommächte könnten freiwillig auf den Besitz ihrer mächtigsten Waffe verzichten, ist illusorisch.
Der Besitz der Bombe, in Verbindung mit geeigneten Trägersystemen, macht einen Staat buchstäblich unangreifbar.
Daran anlehnend, möchte ich einen früheren Post von mir zitieren:
———–
These 3.: Atomwaffen sind nun da, und das Wissen um ihre Herstellung kann nur um den Preis des Todes des größten Teiles der Menschheit verschwinden.
These 4.: Die atomar bewaffneten Staaten werden niemals freiwillig auf dieses Privileg verzichten.
Und wenn doch:
These 5.: Der weltweite Verzicht auf Atomwaffen würde die Vernichtung der gesamten Welt unterbinden; gleichzeitig würde er aber die Rückkehr der Kriege des 19. Jh. einläuten, welches Kriege als alltägliche und sinnvolle Selbstverständlichkeit betrachtete, nun aber mit den Technologien (autark agierende Drohnenschwärme) des 21. Jahrhunderts. Und wer weiß, was da noch so kommt.
Das führt mich zur noch unschöneren letzten These.
These 6.: Die permanente Existenz von Kernwaffen muss bei jedem Lösungsansatz mitgedacht werden.
(…)
Anhand der Thesen, die ich hier (…) notiert habe, möchte ich quasi als Arbeitshypothese erste unvollständige Lösungsansätze zur Diskussion stellen, (…):
(…)
Die UNO (oder aber die BRICS) wäre weiterzuentwickeln zu einem echten System der kollektiven Sicherheit mit entsprechenden auszuführenden Protokollen.
Diese Protokolle könnten vorsehen, dass das Kollektiv über eine kleine atomar bestückte U-Boot-Flotte verfügt, welche mit qualifizierter Mehrheit den Abschuss genau einer Kernwaffe auf das Heimatland eines Angreifers verfügen kann.
(Da es einen konkreten auslösenden einzelnen Staat nicht gäbe, wäre das Risiko eines massiven Vergeltungsschlages vergleichsweise gering.)
[Diese Vorschläge bauen auf, auf der Idee eines „Systems der kollektiven Sicherheit“, in Verbindung mit der Strategie der „flexible Response“.]
———-
Einfach die Uhr zurückdrehen zu wollen, ist leider keine realistische Option.
Wieder einmal soll am deutschen ( Moral- )Wesen die Welt gesesen. Nicht in meinem Namen!
Kriege können aus verschiedensten Gründen provoziert und geführt werden: aus rassistischen / imperialistischen / ideologischen ( ab 1870 / 1871, 1914 und 1939 etwa ), aus umwelt- / NATO-expansionsidiologischen und vielen anderen mehr. Mich schaudert seit geraumer Zeit: geboren wurde ich im Jahre 1960, politisch-grün-friedenssozialisiert in den 70er / 80er Jahren ( Demos in Bonner Hofwiesen usw. ). Die Jahre 1989 ff. inkl. Gorbatschows Perestroika-Politik stimmten mich so friedensfroh, ja glücklich. Ich dachte: Endlich ist dieser Ost-West-West-Ost Antagonismus zu Ende! — Sprachlos, schockiert, entsetzt, deprimiert sehen Sie mich, weil Europa nicht 40 Jahre später – und nicht 100 Jahre nach dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkrieges wieder vor einem gesamteuropäischen Flächenkrieg steht, welcher das Zeug zum militärischen Weltkrieg hat. Und wieder ist Europa der Ausgangspunkt.
https://www.manova.news/artikel/die-welt-unglucksquelle
Fassen kann ich das alles nicht, so gar nicht, auch wenn ich Historiker bin qua Studien. — Ferner nehme ich seit 2022 eine zunehmende Verherrlichung des Kriegs als ‚normalste Sache der Welt‘ wahr … Das alles erinnert sehr an die Kriegsbegeisterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. — Auch sehe ich seit dem Jahre 2000 ( verstärkt seit den Jahren 2015 / 2022 ), wie die Hirne der Menschen vor allem auch durch die Medien ( ÖRR insbesondere ) vollkommen vergiftet werden. Begrifflichkeiten, Maßstäbe usw. werden strategisch umgedeutet, Kriegsmahner / Pazifisten übelst ausgegrenzt … Tja, mir fällt nichts mehr ein als schiere Verzweifelung.
P.S.1: Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen. Wieder einmal und Gott sei Dank nicht, Herren Merz, Röttgen und Kiesewetter ( von der NAZI-Adenauer-Nachkriegsdeutschland-CDU ).
P.S.2:
Ferner bin ich der Auffassung, dass Deutschland angesichts seiner Geschichte alles unternehmen muss, um friedenstüchtig zu werden bzw. eine Friedensbewegung zu etablieren. Beginnen sollte D unverzüglich mit dem Stopp deutscher Waffenexporte ( direkt und indirekt ), Rüstungsfinanzierungen im Ausland usw. – https://aufschrei-waffenhandel.de/ .
Ferner bin ich der Auffassung: Kein deutscher Staatsbürger sollte sich für diesen Staat oder die sog. ‚Westliche Un-Wertegemeinschaft‘, den die ÖRR propagandistisch unterstützen ( u. a. durch Propaganda-Formate wie https://www.ardmediathek.de/sendung/die-100-was-deutschland-bewegt/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTU0 ) und für den diese wie auch Sie stehen, auch durch tätiges Nichttun / Verschweigen ( NATO-Osterweiterung als eine Kriegsursache ), Verdrehen von ( vermeintlichen ) Tatsachen, in welchem Pazifistinnen und Pazifisten u. a. Gruppen systematisch straffrei diffamiert werden, zu welchem Dienst auch immer zur Verfügung stellen – womöglich noch sein Leben riskieren, welches deutsche Politik leichtfertigst aufs Spiel setzt seit dem Jahre 2001 bzw. dem 24.02.2022.
Angesichts der Schuld Deutschlands für Krieg und Leid und Genozid im 20. Jahrhundert, sollte es die Neutralität nach Schweizer Modell anstreben. ASAP!
„Die schnellstmögliche Herbeiführung eines größtmöglichen Allgemein- / Weltwohles muss das oberste Ziel allen Denkens und Handelns in ziviler Bürgergesellschaft, Politik, Staat, Wirtschaft und Wissenschaft sein.“ ( RW ) – Davon sind wir jedoch sehr weit entfernt! Auch daran wirkten und wirken die meisten Parteien im „Deutschen Reichstag“ mit.
Ich bin in Zeiten des „Kalten Krieges“ aufgewachsen und war schon Mitte der 70er und Anfang der 80er aktivistisch unterwegs. Die Argumentation des Autors ist mir daher bekannt und insofern nicht neu, aber gerade in diesen Zeiten von hoher Aktualität.
Was neu gegenüber damals ist, ist zum einen die Verbesserung der Waffentechnik, z.b. Hyperschallwaffen und die Einbindung von KI in Entscheifungsprozesse.
Ich halte die Argumentation des Autors für zwingend und das es seid den 70er/80er Jahren noch nicht zum großen Knall gekommen ist, spricht nicht dagegen.
Durch die verantwortungslose Politik, die gerade von amerikanischer Seite aus mit der Kündigung sämtlicher Verträge, die die Möglichkeit eines Atomkrieges verringern sollten, hat sich die Situation gegenüber damals verschärft.
Das unsere Regierenden dieses Jahr das amerikanische Dreckzeug hier aufstellen werden, die glasklar Erstschlagwaffen sind, erhöht die Wahrscheinlichkeit weiter.
Aus der Spirale ist kein Entkommen, das sollte völlig klar sein. Kein Staat, der diese „Waffen“, die keine Waffen im herkömmlichen Sinne sind, besitzt, wird diese abschaffen.
Als Gorbatschow das in Reykjavik ernsthaft vorschlug, war Reagen dagegen.
Ganz im Gegenteil wird sich die Anzahl der Staaten, welche diese „Waffen“ haben, noch weiter erhöhen.
Die Türkei äußert entsprechende Absichten, hier haben wir inzwischen auch die Diskussion, der Iran wird sich Nordkorea als Beispiel nehmen und im Hinblick auf Israel alleine schon, sich atomar bewaffnen wollen und dies über kurz oder lang tun, da bin ich mir sicher!
Hat der Iran dieses Zeug, werden die Saudis nachziehen, Japan und Südkorea halte ich ebenfalls für mögliche Kandidaten.
Ich sehe nicht, wie das zu verhindern ist!
Ich lebe seid ich denken kann mit diesem Damoklesschwert und mit der Gewissheit, dass das irgendwann, früher oder später passieren WIRD!
Bekannt ist ja mittlerweile, das im Pentagon über die Führbarkeit eines Atomkrieges diskutiert wird.
In den NDS war vor nicht langer Zeit ein Artikel eines amerikanischen Physikers der für die US-Navy tätig war und seinem Entsetzen Ausdruck gab, das die hohen Militärs keinerlei Vorstellungen über die Wirkung und Kosequenzen von Kernexplosionen haben.
Wie gesagt, ich halte einen atomaren Krieg für unvermeidlich.
Der Argumentation des Autors habe ich mich als junger Mann angeschlossen und seitdem jedes Lebensjahr als Geschenk betrachtet.
KI verschlimmert das ganze weiter, weil es weitere Szenarien generiert, die die Wahrscheinlichkeit noch erhöht.
Nun habe ich als begeisterter Cineast,der ich früher gewesen bin, den Film „Terminator“ zig mal gesehen. Ich fand die Story logisch aufgebaut und hatte meinen Spaß an Arnies Darstellung.
Nie hätte ich gedacht, das diese düstere Dystopie jemals Realität werden könnte!
KI allerdings, deren weitere Entwicklung massiv betrieben wird, rückt diese Dystopie langsam aber sicher in den Bereich des Möglichen.
Ich war und bin bezüglich des Ausbruchs eines Atomkrieges immer schon von der Unvermeidbarkeit ausgegangen.
Ich habe mich vor Jahrzehnten schon mit den Folgen, die ja lange schon bekannt sind, befasst und habe daher auch keine Vorräte oder sonstige „Überlebenspräperationen“ angeschafft, weil das vollkommen sinnlos ist.
Wenn es losgeht, was früher oder später passieren wird, ist es vorbei!
Mir Fatalismus zu unterstellen, ist durchaus richtig, was ich aber nicht als Vorwurf werten kann.
Ich habe gelernt, damit zu leben und nicht ständig daran zu denken.
Ich sehe das für mich als ein Stück Lebensleistung an.
Der Autor hat recht!
Hoffnung habe ich keine!
@Dr. Hans-Peter Waldrich
Einen atomaren „Schutzschirm“ gibt es nicht!
Man kann sich lange darüber unterhalten ob Dinge die es nicht gibt, dann eine magische Wirkung entfalten, wenn man ihnen durch Wortschöpfung einen symbolischen Charakter verleiht. Aber einen effektiven Schutz vor Atombomben und Radioaktivität wird es auch dann nicht geben können. Ein „atomarer Schutzschirm“ ist reine Illusion.
Tatsache jedoch ist, dass es gegen Drohungen mit einem Knüppel verdroschen zu werden, bisweilen helfen mag, sich einen dickeren Knüppel zurecht zu legen. Auch hier sind die vorhandenen Erst- und Zweitschlagskapazitäten entscheidend für die Möglichkeit der Abschreckung. Aber eine Garantie für eine abschreckende Wirkung kann es natürlich niemals geben.
Im Fall von Atombomben, wird es wohl kaum gelingen sie wieder aus der Welt zu schaffen. Über 1000 Stück davon wurden schon zur Freude von Militärs zur Explosion gebracht. Wie viele davon gleichzeitig explodieren müssen um einen atomaren Winter auszulösen wäre mal eine interessante Frage. Das Hauptrisiko bei den Atombomben dürfte jedoch darin liegen, dass sie so ungleich verteilt sind. Für den Iran wäre es jedenfalls dieser Tage bei weitem sicherer, man hätte den Atombomben Israels und der USA etwas ähnlich vernichtendes entgegen zu setzen.
Zuerst mal muss man sagen das der Author die Begriffe verwechselt.
Atomarer Schutzschirm und Atomare Abschreckung sind 2 komplett verschiedene Konzepte.
Anscheinend gehts im Artikel um Atomare Abschreckung.
> Sollen wir unser Überleben von Hypothesen anhängig machen, die nicht streng überprüfbar sind oder gar einem Glauben?
Wir müssen nichts glauben, wir haben den Fakt das das seit 1945 funktioniert hat.
Ich verstehe zwar den Ansatz das zu demontieren, weil man keine Atomwaffen will. Möchte ich auch nicht. Es wäre aber ein fataler Fehler, das ganze System deswegen in Abrede zu stellen. Ein Fehler der endgültig wäre, wir können hierbei nicht experimentieren!, das übersieht der Author.
Was der „Atomwaffenexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Peter Rudolf “ nicht sagt, das er für das Gegenteil auch keine Wissenschaft hat.
Ich kann dem Author absolut nicht Recht geben. Es gibt ein Land was bereits Atomwaffen eingesetzt hat und mehrfach in Planung für weitere Einsätze war, damit sind nicht nur Planspiele auf dem Papier gemeint. Erst mit dem Gleichgewicht war das vorerst vorbei.
Die Lösung ist eine andere, wir müssen die Anzahl der Atomwaffen immer weiter reduzieren, durch Verträge die die Gleichheit aufrechterhält. Wenn wir Glück haben kommen wir irgendwann auf ein Minimum oder 0. Die USA haben Verträge einseitig aufgekündigt. Wir müssen da zurück an den Verhandlungstisch.
Wer fordert gegenüber den Politikern Menschlichkeit in solchem Umfang, dass diese Politiker nicht umhin können, darauf einzugehen? Machen dies die Medien, das Volk? Niemand macht das. Im Gegenteil die Forderung Kriegstüchtig zu werden wird bejubelt. Jetzt zeigen uns die Epstein- Veröffentlichungen, dass die Mächtigen straffrei machen können was sie wollen. Die Kinderschänder sind auf dem Titelseiten unserer Medien, in den Talkshows usw. Niemand belangt sie. Sie zeigen uns so ihre Macht. Wenn dies so bleibt wird die Menschheit untergehen, ob in einem Atomkrieg oder anders.
Google KI sagt:
Arthur C. Clarke betrachtete nukleare Waffen als „Krücken impotenter Nationen“ und forderte deren Verbot. Er erkannte früh, dass im Atomzeitalter die Verteidigung eines Landes militärisch nicht mehr möglich ist, da die maximale Verteidigung nur die gegenseitige Vernichtung bedeuten kann.
.. dazu passt seine Kurzgeschichte
„The Last Command“ (Das letzte Kommando): Diese Geschichte beschreibt die Ereignisse auf einer Weltraumstation nach einem verheerenden Atomkrieg auf der Erde.
Ich verzichte mal die Pointe vorwegzunehmen. – nicht dass mir noch die Konten gesperrt werden..
„Das Konzept der atomaren Abschreckung ist verantwortungslos und unmoralisch.“
Dieses Konzept hat nur als defensive Verteidigung sinnvoll. Greifst du mich an und zerstörst mich, wirst du es selbst nicht überleben, weil ich dich dann auch mit Atomwaffen angreife. Die Russen sollen eine Maschine gebaut haben, die von selbst los geht, auch wenn Moskau längst enthauptet ist. Ich schätze derartiges haben andere Atommächte auch schon gebastelt.
Aktuell wird der Atomschutzschirm in Europa aber diskutiert, weil man davon träumt, einen konventionell geführten Krieg gegen Russland per Atomwaffen absichern zu können, d.h. der Einsatz von Atomwaffen ist Teil eines offensiven Konzepts. Führt man sich aber vor Augen, was heute, im Informationszeitalter in der Ukraine passiert, sieht man, dass sich der Krieg der ballistischen und der Lenkwaffen weit von der Kontaktlinie entfernt hat. Kriegs-und Zielgebiet ist die gesamte Ukraine und ein großer Teil Russlands.
Sollten die Europäer meinen einen konventionellen Krieg gegen die Russen führen zu können, werden sie sehr schnell lernen, dass auch unsere Infrastruktur (Internetknoten, Brücken, Tunnel, Umspannwerke, Flugplätze, Rangierbahnhöfe, Waffenfabriken) und unsere Truppen hier vor Ort erreicht werden können. Die Zerstörungskraft dieser modernen Raketen soll nicht unerheblich sein. Wir werden es womöglich vor Ort überprüfen können.
Und wenn irgendeine Partei im konventionellen Krieg auf die Verliererstrasse gerät und eine Niederlage droht, warum sollte sie dann nicht zu Atomwaffen greifen – ein Enthauptungsschlag könnte schließlich klappen und für einen Sieg sorgen? Aber wehe nicht!
Es gibt übrigens schon heute im kleinen Format genau diese Prognose für einen USA/Irankrieg. Nur wenn eine Überrumpelung a la Venezuela gelingt, können die Amerikaner auf einen Sieg hoffen. Falls nicht, wird ihnen und ihrem Präsidenten das geringe Produktionsniveau von Verteidigungsraketen zum Verhängnis werden.