Anarchie – jetzt oder nie!

Anarchie-Logo an einer Wand
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Die Demokratie steht am Abgrund, sagt Sylvie-Sophie Schindler: Lüge, Korruption und Bürgerverachtung sind an der Tagesordnung, während Autokraten weltweit auf ihren Moment warten.

Doch wer sagt, dass wir uns das gefallen lassen müssen? Sie schlägt vor, aus dem Parteiensystem auszusteigen und eigene Wege zu gehen. Ihr Buch ist ein Aufruf zur Freiheit: radikal, klug und zutiefst menschlich. Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität, so Schindler.

Aber wie gelingt der Polit-Exit? Kann man überhaupt austreten? Oder haben wir es mit einer absoluten Zwangsorganisation zu tun? Es sieht ganz danach aus. Wo soll man denn hin? Politik ist nahezu weltumspannend. Wahrscheinlich hat man nur noch bei einigen wenigen abgeschotteten Indigenen seine Ruhe. Sobald einer nur verkünden würde: »Nein, danke, ich will hier raus, ich brauche euch nicht, ich mache mein eigenes Ding«, müsste er einen Ort finden, wo er etwas eigenes aufbauen kann, und das würde schwierig. Als jemand, der den Ausstieg sucht, gerät man ohnehin schnell in den Verdacht, mit Bomben nur so um sich zu werfen, mindestens aber ein Staats- oder Verfassungsfeind zu sein. Für die Regierung ist das bekanntlich dasselbe. Doch Verfassung und Staat respektive Regierung sind keine Synonyme. Zur Erinnerung: Das Grundgesetz sichert uns Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe. Es dient also uns zum Schutz. Die darin ebenso enthaltenen Freiheits- und Gleichheitsrechte sind toll – was sollte man dagegen einwenden?

Dass die Polit-Protagonisten Steine werfen, obwohl sie im Glashaus sitzen, kümmert sie nicht. Denn wahr ist, dass die Verfassungsfeinde, nach denen sie allzu gerne fahnden, längst in den eigenen Reihen sitzen. Im Laufe der Geschichte haben Regierungen immer wieder bewiesen, dass es zu ihren allerliebsten Hobbies gehört, die Verfassung auf ihre Weise zu interpretieren und gegen sie zu verstoßen. Und sie tun es bis heute, Tag für Tag. Besonders beliebt ist die Nichtachtung des Grundsatzes »Die Würde des Menschen ist unantastbar«.

Staatsversagen ist flächendeckend

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Denn wer die Menschenwürde achtet, der geht nicht mit Millionen von Bürgern so um, wie er es während der Pandemie-Jahre tat. Politiker überboten sich in der Ächtung und Ausgrenzung maßnahmenkritischer und nichtgeimpfter Menschen. Ein humanitäres Totalversagen, das bis heute ohne ernsthafte Konsequenzen bleibt. Wer die Menschenwürde achtet, benutzt Menschen nicht als Kanonenfutter und verhindert, dass Bürger sich gezwungen sehen, nach Pfandflaschen im Müll zu wühlen. Wer die Menschenwürde achtet, führt keine Handelskriege und beschließt keine Maßnahmen, die zur Folge haben, dass Märkte schrumpfen oder zusammenbrechen, dass Unternehmen schließen müssen, ganze Branchen leiden und Millionen von Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Wer die Menschenwürde achtet, mutet Kindern keine steigende Armut und kein desaströses Schulsystem zu und liefert sie dort nicht der Schutzlosigkeit aus. Ende Oktober 2025 berichtete der Cicero, dass seit 2015 die Gewalt an Schulen dramatisch zugenommen hat und der Staat nicht mehr in der Lage sei, die Sicherheit von Schülern zu gewährleisten. Apropos. Auch der erwachsene Bundesbürger wird eher von Außerirdischen besucht werden als sich auf die innere Sicherheit verlassen zu können, gleichwohl der Staat doch das selbst als entscheidendes Argument für seine Berechtigung anführt. Sogar ein Bummel über den Weihnachtsmarkt kann inzwischen zum Überlebenstrip werden. Denn er birgt nicht nur die klassische Gefahr, zu tief in die Glühweintasse zu schauen, sondern wahlweise womöglich abgestochen oder überfahren zu werden.

Noch mehr Beispiele gefällig? Die finden Sie überall, das Staatsversagen ist flächendeckend. Und wuchert weiter wie besonders hartnäckiges Unkraut. Probleme werden nur dann gelöst, wenn gesichert ist, dass einundzwanzig nächste folgen. Politiker sind so etwas wie der Anti-Midas. Alles, was König Midas anfasste, wurde zu Gold. Bei Politikern ist genau das Gegenteil der Fall: Sie machen aus dem, was mal Gold war, schweres Blei.

Es stimmt, es gab blutige Aufstände von Anarchisten

Um die eigene Unfähigkeit nicht sehen zu müssen, werden wir Bürger ins Visier genommen. Uns wird alles Mögliche unterstellt, was die Politik eigentlich sich selbst ankreiden müsste. Was hier stattfindet, kennt man aus der Psychologie: Es handelt sich um Projektion. Wer nicht so gerne bei Sigmund Freud nachfragt, sondern lieber in der Bibel blättert, findet auch dort Zitate, die sich wie eine beliebte Strategie der Polit-Garde lesen. Übertragen wir das mal: Statt den Balken im eigenen Auge zu erkennen, wird nach Splittern im Auge des Bürgers gejagt. Kein guter Stil. Aber wer sich im Überlebensmodus befindet, wer seine Position sichern muss, der legt auf Benehmen nun wirklich keinen Wert. Natürlich will man auch den einzigen Fluchtweg verbarrikadieren, der sich uns Bürgern bietet. Die Anarchie muss des Teufels sein, damit die Politik sich selbst an der Macht und die Bevölkerung im System der Unterdrückung halten kann. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Menschen entdeckten, dass sie sich nicht unterordnen müssen.

Um maximal abzuschrecken, wird so getan als wäre die Umsetzung von Anarchie gleichbedeutend mit der Ausrufung einer exorbitanten Gewaltorgie. Man muss nur mal eine spontane Umfrage machen und wird schnell herausfinden, wie sehr diese Vorstellung in den meisten Gehirnen verankert ist. Auch hier hat die Polit-Sekte ganze Propagandaarbeit geleistet.
Es stimmt, es gab blutige Aufstände von Anarchisten, und jeder Mensch, der dabei sterben musste, ist einer zu viel. Da gibt es nichts schönzureden. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Relationen nicht stimmen, weil es immer so klingt, als würde Gewalt immer erst dann auftauchen, sobald ein Anarchist die Weltbühne betritt. Bleiben wir bei der Realität und setzen das Blut in Vergleich, das in zig politisch angezettelten Kriegen fließen musste – dann steht eine winzige Pfütze einem gigantischen Ozean gegenüber. Das sind keine schönen Bilder, ich weiß. Doch es ist notwendig, sich diese propagandistischen Verzerrungen nicht bieten zu lassen. Zig Korrekturen sind zu machen. Viele davon übernahm Horst Stowasser mit seinem Bestseller Anarchie, das sich übrigens als ergänzende Lektüre empfiehlt. So legt er unter anderem dar, dass die blutigen Attentate aus anarchistischen Reihen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts ereigneten, einer Negativfixierung geschuldet gewesen seien, die mit dem Wesen des Anarchismus an sich nichts zu tun hätten. Nicht Zerstörung alter Strukturen sei das Ziel des Anarchismus, sondern der Aufbau neuer Strukturen, die die alten erübrigen.

Sylvie-Sophie Schindler

Sylvie-Sophie Schindler ist philosophisch und pädagogisch ausgebildet und im Journalismus tätig. Sie begann bei der Süddeutschen Zeitung und arbeitete als Lokalreporterin für den Münchner Merkur. Ihre Texte wurden unter anderem in NZZ, Weltwoche, stern und Galore veröffentlicht und in Alternativen Medien. Sie ist Trägerin des Walter-Kempowski-Literaturpreises. Als Sprecherin inspiriert sie auf Veranstaltungen wie dem Schweizer „Alpensymposium“ zum gesellschaftlichen Aufbruch.
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53 Kommentare

    1. Kann Ihren Unmut verstehen: da steht endlich mal ein Spiel Ihrer Heimmannschaft auf dem Plan, und dann läuft lediglich das B-Team im Stadion ein… wenn überhaupt.

  1. Ob sich DAS verkauft?
    ICh will ja Overton nicht die Verkaufszahlen vermiesen, aber eine Aneinanderreihung von Beispielen, aufgeblasen zu Skandalen, ist noch lange keine politische Erkenntnis, sondern eher nur sehr, sehr dürftiges Niveau, jedenfalls nach dem zu urteilen, was dem Ankündigungstext zu entnehmen ist.
    Oder glaubt man, auch bei Buchveröffentlichungen einer Frauenquote gerecht werden zu müssen?
    Aber vielleicht ist das mittlerweile das politische Niveau in den intellektuellen Kreisen. In meiner Jugendzeit wäre das höchstens als Schülerzeitung durchgegangen und hätte insofern Wohlwollen gefunden, weil man es als die ersten publizistischen SChritte junger Menschen betrachtete, die noch ihren Weg finden müssen. Heute scheint das schon zu reichen für eine Buchveröffentlichung. O tempora, o mores!

    1. Echt Rüdiger, das ist dein Aufhänger, weil es eine Frau ist? Du schaffst es tatsächlich noch dich selbst zu unterbieten. Also das mal, wegen deiner quasihumoristischen Erwähnung von Niveau. Also ausgerechnet du.

      Geht wohl aber eher um deine Torwächterfunktion, da hier zuviel tangiert wird was deinem Herrchen garnicht passt. Falls du Bsp. benötigst lass es mich wissen.

      1. NICHT weil sie eine Frau ist, Das ist die dümmliche Polemik, mit denen Leute wie Sie anderen über den Mund fahren wollen, um nicht inhaltlich diskutieren zu müssen.
        Nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil es platt ist, was sie sagt, zumindest was den Ankündigungstext angeht. Oder soll man über die inhaltliche Leere hinwegsehen, WEIL sie eine Frau ist. DAs würde aber bedeuten, dass Leute wie SIE eine Frau nicht ernst nehmen und ihr aufgrund ihres Geschlechts Welpenschutz erteilen.

        „Geht wohl aber eher um deine Torwächterfunktion, da hier zuviel tangiert wird was deinem Herrchen garnicht passt.“
        Was wollen Sie denn mit solchen verkorksten Sätzen sagen. DAs kann nur verstehen, wer in IHREN Hirnwindungen zu Hause ist.

        1. Sry Rüdiger, das grenzt jetzt schon an’s Groteske. Wenn ausgerechnet du noch von dümmlicher Polemik schwatzt. Wann trägst du denn irgendwann mal etwas vor was einem nachvollziehbaren Argument nahe kommt? Deine Methodik ist eine Aneinanderreihung von Diffamierungen in Permanenz, kombiniert mit der zugehörigen Demagogie im Dienst von Herrchen. Du schlägst doch immer dann im Forum mit deinem Mundstuhl auf, wenn jemand sich um tatsächliche Aufklärung bemüht und deine „Artikel“ sind herrschaftliche Agitprop. Zur Erinnerung inklusive der Entlarvung deiner Verlogenheit:

          Corona und die Linke | Von Rüdiger Rauls
          Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

          Nach der Sommerpause trifft die zweite Welle der Pandemie die westlichen Gesellschaften weitgehend unvorbereitet. Im Streit der Zuständigkeiten und Interessen war wertvolle Zeit verplempert worden. Dennoch sind die Zustimmungswerte der Regierenden nicht gefährdet. Linke Kritik, wenn überhaupt vorhanden, bleibt weitgehend wirkungslos.
          (…)
          Die politische Ratlosigkeit und Widersprüchlichkeit der Linken wird besonders deutlich an der Kritik gegenüber den deutschen Corona-Maßnahmen, denen alles Mögliche unterstellt wird, nur nicht das ernsthafte Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung. So bezweifelt beispielsweise der sich links gebende Wirtschaftsjournalist Ernst Wolf, dass „den Politikern die Gesundheit von uns allen plötzlich so wichtig, dass sie ihr alles andere unterordnen.“(2) Daraus spricht eine Menschenfeindlichkeit, die nicht als eigene wahrgenommen, sondern anderen angelastet wird.

          Solche sich antikapitalistisch gebende Kritik ist besonders unter Linken weit verbreitet. Sie ignoriert aber weitgehend die Pandemie als eine weltweite Erscheinung, gegen die nicht nur die deutsche Regierung vorgeht. Diese national beschränkte Sicht übersieht, dass weltweit die Regierungen bemüht sind, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Sie ignoriert, dass die Zahlen dort dramatischer sind, wo Regierungen wie die amerikanische und brasilianische das Infektionsgeschehen verharmlosen wie sie selbst.
          (…)
          Erfolgreiches China

          Wenn auch westliche Meinungsmacher in der Regel kein gutes Haar an China lassen, liefern sie dennoch auch immer wieder Berichte, die dem Medienkonsumenten den Unterschied deutlich machen in der Seuchenbekämpfung dort und im Westen. Während in der Welt außerhalb der Volksrepublik täglich neue Höchstwerte erreicht werden, verzeichnet China selbst seit Wochen schon keine oder nur eine geringe Zahl von Neuinfektionen. Dann aber wird konsequent gehandelt.

          Als Mitte Oktober in der Millionenstadt Quingdao Corona-Fälle bekannt wurden, hatte man „innerhalb von vier Tagen einen Massentest bei zehn Millionen Menschen durchgeführt. … Getestet wurden auch Menschen aus anderen Städten, die in den letzten Tagen aus Qingdao zurückgekehrt waren.“(3) Ähnlich schnell wurde auch in der Uigurenstadt Kashgar gehandelt, wo innerhalb weniger Tage über fünf Millionen Einwohner getestet wurden.

          https://web.archive.org/web/20210730004707/https://kenfm.de/corona-und-die-linke-von-ruediger-rauls/

          Rüdiger Rauls sagt:
          27. November 2020 um 11:20 Uhr

          Werter Herr Lau, auch wenn ich Gefahr laufen, rechthaberisch zu klingen: ICh habe NIE einen Artikel von Häring kommentiert, zerrissen oder ähnliches, denn ich habe mich NIE zu Häring geäußert. Aber das scheint ein gängiges Problem vieler Foristen zu sein: Nicht genau hinzuschauen und das als Wahrheit auszugeben, was man selbst für Wahrheit hält oder halten möchte. Was denen hier vorhalten wird, die anderer Meinung sind als der hiesige Mainstream, sich nicht ausreichend, unabhängig und gewissenhaft zu informieren, trifft oft in erschreckendem Maße auf die Urheber solcher Vorwürfe zu.
          Die Bibel und der Volksmund bezeichnen das mit dem Splitter, den man im Auge des anderen erkennt im Gegensatz zu dem Balken im eigenen.
          Aber Sie haben Recht: SIE haben nie von den Dummen hinter den Masken gesprochen. Manches muss man nicht aussprechen, um es wirken zu lassen. Ich habe SIE ja auch nicht als solchen bezeichnet und doch fühlen sie sich so angesprochen. Sie sehen es geht auch anders. Von Demut und Selbstkritik, die Sie MIR nahelegen, ist bei IHNEN auch nicht viel zu erkennen.

          Peter Lau sagt:
          3. Dezember 2020 um 12:45 Uhr

          Zum Thema Rauls/Häring helfe ich gerne weiter (“ ICh habe NIE einen Artikel von Häring kommentiert, zerrissen oder ähnliches, denn ich habe mich NIE zu Häring geäußert“)

          Rüdiger Rauls sagt:
          27. September 2020 at 10:58
          „Häring scheint mir – zumindest nach seinem obigen Text zu urteilen – der Prototyp des Intellektuellen zu sein: Viel wissen, wenig verstehen und noch weniger vermitteln können.“
          https://kenfm.de/das-wahre-wesen-des-kapitalismus-teil-2-von-norbert-haering/#comment-204436

  2. immerhin wird das mal zur Debatte gestellt

    und ja, Anarchos waren super Krieger, Machno’s Truppen haben der Roten Armee ständig die heißen Kartoffeln aus dem Feuer geholt, die waren beim Gegber gefürchtet für ihren Kampfesmut und respektiert für ihre Menschlichkeit. sie sprachen mit allen Kriegsgefangen und gaben ihnen die Chance sich ihnen anzuschließen, was auch sehr viele taten. die Anarchisten wurden zur Gefahr gg die Mächtigen, daher ihre Dämonisierung, die haben Angst vor souveränen Leuten die ihrer Menschenverachtung mutig entgegentreten und ihrem parasitären Dasein ein zivilisiertes gg-Modell gg-überstellen.

    Gewalt ist keine Lösung, wenn man sie konsequent ausschließt.

    1. Nunja. Die Machnohelden steckten schonmal Pfaffen in Lokomotivkessel, erschossen eigene Leute, die sich besoffen hatten, und Bauern, die die Geschenke aus geplünderten Gutshöfen zurückwiesen. Ok, war eine harte Zeit, und ich moralisieren nicht drüber, breite aber auch keinen Heiligenschein drüber aus.
      Die Bauernkommune auf der Saporoshjer Stich lief auseinander mit der Implementierung der NEP, als die Bauern wieder Agrarprodukte in die Städte liefern konnten (und dafür bezahlt wurden), die Tscherwonze eine effektivere Waffe als Flinten und Kanonen. Interesse an den hungernden Städtern hatten sie (trotz ehrenwerten Bemühungen Machnos) eher nicht gezeigt.
      Wie eingangs gesagt, keine Verdammung der Leute in einer schwierigen Zeit, aber sagt einiges aus über das „anarchistische Projekt“.

      1. „Die Machnohelden steckten schonmal Pfaffen in Lokomotivkessel, erschossen eigene Leute, die sich besoffen hatten“

        War der motonome damals,schon dabei?

        1. Die Gegenseite bestimmt den Grad der Gewalt.
          Rudi Dutschke 1967
          Ihr habt immer noch nicht verstanden, das die herrschende Klasse uns loswerden möchte.
          20 Millionen Impftote sprechen für mich eine sehr deutliche Sprache!

    2. @ Zombienation

      „Anarchos waren super Krieger, Machno’s Truppen haben der Roten Armee ständig die heißen Kartoffeln aus dem Feuer geholt, die waren beim Gegber gefürchtet für ihren Kampfesmut …“

      Interessant, dass Ihnen zu Anarchie, wie der Systempropaganda auch, nur Attribute einfallen, die Gewalttätigkeit betonen.

  3. Ich habe den leisen Verdacht, dass diese Autorin, wenn sie von Anarchie spricht, in Wirklichkeit ihren Wunsch nach narzisstischer Bestätigung artikuliert.

  4. Dazu sollte man nie vergessen beim Thema „Anarchie“

    Es gab in den 1930er Jahren im Spanischen Bürgerkrieg Anarchie als gesellschaftliches Gegenmodell zu Francos autoritärem Faschismus, den spanisch-autoritären Sozialisten bzw. Kommunisten und anderen politischen Richtungen, sowie Gesellschaftsvorstellungen, im Spanischen Bürgerkrieg gegen Francisco Franco.

    Leider hatte der Anarchismus in Spanien nur einen Fehler – er funktionierte so perfekt als gesellschaftliches Gegenmodell, dass er von ALLEN Bürgerkriegsparteien, queerbeet über alle Parteigrenzen sowie Ideologien hinweg, auf das Schärfste ideologisch abgelehnt und bis aufs Blut mit purer Waffengewalt bekämpft wurde. ☹️

    Anders war dem nicht beizukommen – aus Sicht sämtlicher ideologischen Gegner des Anarchismus in Spanien wie bereits erwähnt ☹️

    „Land and Freedom“ von Ken Loach, einem älteren britischen, sozialkritischen, Regisseur, hat das, zugegeben vor Jahrzehnten schon, Mal sehr gut verfilmt auf die grosse Kinoleinwand gebracht – auch George Orwell, Autor von „1984“, hat darüber ein anderes Buch geschrieben, sowie viele andere auch die sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg beschäftigt haben. 😉

    Gruß
    Bernie

    1. Ergänzung:

      Bunoventura Durruti wurde ja aufgrund seiner Popularität im Spanischen Bürgerkrieg ermordet 😓 – einer der Märtyrer der Anarchisten.

      Gruß
      Bernie

  5. Das S.-S. S. – Bashing der alten weißen Männer hier ist wohlfeil und billig. Ja, selbstredend hätte ich kein Problem, es auf meine Weise zu ergänzen. Stattdessen frage ich methodisch in den Raum: Was unterscheidet Silvie-Sophie denn von einem Modell, wie dem vom Spontaneismus der 70er geprägten ehemaligen Overton-Autoren Wolf Wetzel, der sich großen Zuspruchs erfreut hat?
    Die Frage ernstlich zu beantworten – dann auf der Grundlage von etwas mehr Text – könnte nahrhaft gemacht werden.

    1. @Qana

      Ich kenne Frau Sylvie-Sophie Schindler von „Das Gretchen“ ihrem YouTube-Kanal.

      Schaue da manchmal rein – derzeit schon einige Zeit her zugegeben ☺️😉

      Sie ist eben überzeugte Anarchistin – hat sie mal in „Das Gretchen“ erwähnt.

      Ihre Corona-Aufarbeitung bei „Das Gretchen“ fand ich durchaus sehenswert – sie gab dort Menschen eine Stimme die, als Betroffene von Impfschäden zum Beispiel, in den ÖRR ignoriert werden, und würden.

      Man muss nicht alle ihre Positionen teilen,.aber ich fand sie, wie oben erwähnt, sehenswert.

      Gruß
      Bernie

    2. Schon wieder das Modewort „Bashing“. Geht wohl schon nicht mehr anders, will man eine Äußerung als besonders skandalös abstempeln und damit jede weitere Stellungnahme zum Thema unterdrücken oder moralisch abqualifizieren.
      Ist Kritik unangemessen, nur weil sie von alten? weißen? Männern kommt. Oder sollte ich lieber fragen, ob Kritik unangebracht ist, wenn sie von alten? weißen? Männern kommt? Wird das allmählich zum STandardargument, wenn sonst inhaltlich nichts gesagt werden kann? Will man uns den Mund verbieten? Dann sollte man doch so ehrlich sein und es offen sagen, dass alte, weiße Männer das Maul halten sollen.
      Bisher hat hier niemand einen Zusammenhang hergestellt zwischen dem Geschlecht von SSS und der Qualität des Buches außer jenen, die glauben, sich schützend vor eine Frau stellen zu müssen, indem SIE mit rassistischen, männerfeindlichen und altersdiskriminierenden Äußerungen inhaltliche Kritik abwürgen wollen. Bisher kennt von uns hier keiner den Inhalt des Buches, nur den Text der Ankündigung. Von daher kann noch keiner von uns, auch SIE nicht sagen, ob und in wie weit es sich von Wolf Wetzel unterscheidet. Ich weiß auch nicht, ob IHRE Gleichsetzung zutreffend ist oder ob sie vielmehr einem Reflex entspringt, die alten? weißen? Männer in den Senkel zu stellen wg eines angeblichen SSS-Bashing.
      Ich lese zwar nicht oft die Buchankündigungen des Westend-Verlags hier. Aber der Verriss gegenüber SSS ist bisher nicht der einzige, den ich hier erlebt habe. Es betraf auch schon alte? Weiße? Männer. Oder ist bei IHNEN eher so, dass das nur ins Gewicht fällt wenn eine junge? Weiße Frau betroffen ist?

    3. Alte Männer neigen zum Starrsinn und in der Bundesrepublik sind es fast immer abendländisch sozialisierte Weiße. Auch ich bin ein „alter weißer Mann“, das war meinem Kommentar einbeschlossen. Nach meiner Erfahrung finden sich bei alten weißen Frauen neben einer Neigung zu akzentuierter moralischer Rigidität häufiger, als bei alten weißen Männern, Übergänge zu Milde, Konzilianz bis hin zu Frivolität, vielleicht deshalb, weil Frauen eher bereit sind, altersgemäße Einschränkungen und Verfallserscheinungen zu akzeptieren.

      Es ist einfach nicht sachgerecht, wenn „linke“ weiße Männer (und die anderen sprach ich gar nicht an) die Produkte eines deutschen Bürgers aus Schindlers Jg. zum angesprochenen Themenkreis nach den Maßstäben zu beurteilen, die ihrer Biographie entstammen. Als ich es 1995/6 mit einem Genossen vielleicht allzu schwächlich unternahm, aus dem Kreis des örtlichen Restbestandes der MG / Roten Zellen sowas, wie eine „Revolutionäre Zelle“ auszuheben, war mein Leitargument gegenüber den Angehörigen des „Freundeskreises“: „Wir verlieren mindestens zwei Generationen, wenn wir in Gegenstandpunkt-Manier weiter machen“. Das Argument hat nicht getaugt, schon deshalb nicht, weil die Zelle ein Jahr später eine detaillierte Erwähnung im Verfassungsschutzbericht fand, aber es war ja nicht falsch und illustriert meinen Standort in dem Themenkreis.

  6. Mamon hat in der imperialen Geschichte immer existiert, so weit ich das weiß, und so lange Mamon existiert, wird jedes benutzte oder zukünftige System am Ende scheitern, das ist das Ziel Mamons endlos zu regieren.

  7. „ Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität.”
    Das mag sein, nur dass die Herrschaft das natürlich (schon sehr lange erfolgreich) zu verhindern weiß, – und zwar mit Gewalt.
    Insofern stimme ich zu, das das propagierte herrschende Bild von Anarchie eine Projektion aus dem Lehrbuch darstellt.
    Gegenseitige Achtung der Menschen untereinander machte Herrschaft überflüssig. „Rechte” sind dabei nur ein laues Zugeständnis der Herrschaft an die Beherrschten. Letztere könnten sie angeblich einfordern, aber auch das untermauert nur die Dominanz der Macht, die sich dadurch als naturgegeben zu inszenieren versteht. Der Beherrschte klammert sich also an ein Instrument der eigenen Unterdrückung, im Glauben sich dadurch von der Herrschaft befreien zu können, sie aber letztendlich bestätigt. Der Zustand nach Gewährung von Rechten bleibt für ihn ein idealer, ergo nicht realer, künstlich herbeigeführter und nur geduldeter. Die Abhängigkeit bleibt bestehen, und stößt ihn immer wieder zurück jenseits einer souveränen Existenz.
    Folgerichtig ist, dass wer Herrschaft abzuschaffen gedenkt, auf Winkelzüge der Koexistenz mit ihr lieber verzichtet und sich dem entgegen stellt, was sie zu verschleiern sucht, ihre Herkunft durch Drohung und Anwendung roher Gewalt, – Herrschen oder auch Regieren durch Verbreitung von Angst und Terror, nichts also, was sie im humanen Kontext legitimieren könnte.

  8. Anarchie funktioniert nicht. Es wird immer Menschen geben, die fragen, was geschehen soll, und es wird immer jemanden geben, der Antworten hat. So werden sich immer Hierarchien bilden.

    Aber anarchistische Bewegungen können durchaus progressiven Einfluss haben. Anarchie drückt oft ein tiefes Bedürfnis nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Ausgewogenheit aus und bietet auch Konzepte an, bei denen man sich das eine oder andere abschauen kann. Kurz: Die Motive und Ideen sind nachvollziehbar und können nicht ignoriert werden.

    1. @b_s

      Ich bin da anderer Meinung als Sie warum Anarchie nicht funktionieren kann – wie schon gesagt wo die Anarchie perfekt funktioniert hat sind sich alle ideologischen Gegner einig, dass das weg muss, am besten samt der Vertreter der Anarchie – nämlich ins Massengrab – siehe Spanischer Bürgerkrieg.

      Mit den Hierachien könnten Sie ja recht haben, aber Anarchie hat in Spanien bereits funktioniert – wenn auch nur auf kommunaler unterer Ebene, oder in bestimmten Regionen bzw. Orten.

      Für größere Staatsformen, die die Anarchie ja ablehnt, sehe ich es anders, ist zu groß für eine Anarchie (= die ja eigentlich sogar „Herrschaft ohne Staat“ bedeutet, wenn ich mich richtig erinnere).

      Gruß
      Bernie

  9. Auch für diese Autorin gilt Einsteins Charakterisierung:
    „Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.“
    Viel interessanter ist aber die Frage, warum solche Texte veröffentlich werden. Was will man damit erreichen?

  10. Die ‚Anarchie‘ wird niemals im Westen durchgeführt, die ‚Anarchie‘ wird von den ehemaligen Kolonien gegen die Kolonialisten geführt. Sollten diese Staaten aus dem Kontinent Afrika ein gehör finden, hat die ‚Anarchie’gegen die Demokratien gewonnen.
    Der anarchist wird dem demokratischen gepflegten System, sein demokratisches Recht vor Augen führen.
    ‚I’m a looser baby, so why don’t you kill me‘?
    Wer schon tot ist, kann nicht mehr getötet werden…

  11. „[…]Ungewollte Schweigephasen und unterdrückte Wut // Antje Pietzsch bei GRETCHEN ENTSCHWÄRZT #85[…]“

    Quelle:

    https://www.youtube.com/watch?v=QDfqvEHHSXU

    Nur mal für jene die sich noch für die anderen Positionen von Frau Sylvie-Sophie Schindler interessieren 😉

    Wie bereits zugegeben ich kenne Ihren, durchaus sehenswerten Kanal „Das Gretchen“ schon etwas länger war aber einige Zeit nicht mehr dort. Dennoch verlinke ich mal ein aktuelles YouTube-Interview von ihrem Kanal (ohne es selber gesehen zu haben, da ich ihre Arbeit ja bereits kenne).

    Sylvie-Sophie Schindler hat sich, neben der Tatsache, dass Sie dazu steht, dass Sie bekennende Anarchistin ist, eben auch Verdienste der Corona-Aufarbeitung erworben indem Sie Stimmen zu Wort kommen läßt, die im Mainstream eher nicht gehört werden sollen – z.B. Impfopfer der Corona-Impfung usw. usf.

    Der Anarchismus ist nur eine Nebenbaustelle von Frau Sylvie-Sophie Schindler – wie bereits erwähnt die Corona Auf- oder Nachbearbeitung ist eine ihrer Kernmotivationen den Kanal „Das Gretchen“ zu betreiben – natürlich macht Frau Sylvie-Sophie Schindler auch dort Werbung für ihr neues Buch über den Anarchismus, aber das mehr am Rande, da ihr Blog ein anderes Thema hat…..sehen Sie selbst dort nach…. 😉

    Gruß
    Bernie

  12. Als junge Frau hat man das Recht verrückten Ideen anzuhängen, besonders wenn man aus Bayern kommt. Der dortige Staat zwingt zu radikalen Ideen und wurde von einen Anarchisten gegründet. Wohin das führte ist bekannt.
    Die spanischen Anarchisten verließen ihre Schützengräben, die sie vollschissen. Wem nutze das?
    Die Kommunisten sorgten für Disziplin und Ordnung, die nun mal in einen revolutionären Krieg notwendig ist.

    Ansonsten nett, das Buch werde ich nicht lesen

  13. Wenn die Autorin schreibt:
    „Nicht Zerstörung alter Strukturen sei das Ziel des Anarchismus, sondern der Aufbau neuer Strukturen, die die alten erübrigen“,

    dann erhebt sich die Frage, wer sichert wie die neuen Strukturen? Das Ziel, Aufbau neuer Strukturen, ist als Begründung für den Anarchismus wenig aussagekräftig.

    „Die Anarchie muss des Teufels sein, damit die Politik sich selbst an der Macht und die Bevölkerung im System der Unterdrückung halten kann.“

    Hier ist der Aurorin uneingeschränkt zuzustimmen. Andererseits inszenieren sich Anarchsiten oft als Bürgerschreck und machen es der Systempropaganda sehr leicht. Theodore John Kaczynski war hochintelligent und am System, aufgrund seiner Attentate, gescheitert.

    „Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität.“
    Das erinnert mich an die Losung: „Der Marxismus ist allmächtig, weil er wahr ist“

    Mag sein, dass die Autorin das in ihrem Buch überzeugend dargelegt hat. Daran zweifel ich jedoch. Jedenfalls gelang es ihr nicht, im vorliegenden Text, mein Interesse zu wecken.

  14. 𝘿𝙞𝙚𝙨𝙚𝙢 𝘼𝙧𝙩𝙞𝙠𝙚𝙡 𝙬𝙪̈𝙧𝙙𝙚 𝙚𝙨 𝙜𝙪𝙩 𝙩𝙪𝙣, 𝙬𝙚𝙣𝙣 𝙢𝙖𝙣 𝙞𝙝𝙢 𝙫𝙤𝙧𝙖𝙣𝙨𝙩𝙚𝙡𝙡𝙚𝙣 𝙬𝙪̈𝙧𝙙𝙚, 𝙬𝙖𝙨 𝘼𝙣𝙖𝙧𝙘𝙝𝙞𝙚 𝙞𝙢 𝘼𝙡𝙡𝙜𝙚𝙢𝙚𝙞𝙣𝙚𝙣 𝙪̈𝙗𝙚𝙧𝙝𝙖𝙪𝙥𝙩 𝙗𝙚𝙙𝙚𝙪𝙩𝙚𝙩:

    Anarchie (griech. an-archē = „ohne Herrschaft“)

    * „Anarchie“ bezeichnet einen gesellschaftlichen Zustand ohne institutionalisierte Herrschaft, insbesondere ohne Staat mit Gewaltmonopol.

    * Sie bedeutet zunächst nur die „Abwesenheit zentraler, hierarchischer Autorität“.

    * Als politische Theorie strebt der „Anarchismus“ die Organisation gesellschaftlicher Abläufe ohne dauerhafte Macht- und Befehlsstrukturen an.

    * Gesellschaftliche Ordnung soll dabei durch „freiwillige Kooperation, Selbstverwaltung und horizontale Entscheidungsformen“ entstehen.

    * Anarchie bezeichnet die Abwesenheit von Herrschaft, während Chaos die Abwesenheit von Ordnung beschreibt – beides hat begrifflich keine Überschneidungen.

  15. Da kann ich ihr nur voll zustimmen.

    „Die Demokratie steht am Abgrund, sagt Sylvie-Sophie Schindler: Lüge, Korruption und Bürgerverachtung sind an der Tagesordnung, während Autokraten weltweit auf ihren Moment warten.“

    „Doch wer sagt, dass wir uns das gefallen lassen müssen? Sie schlägt vor, aus dem Parteiensystem auszusteigen und eigene Wege zu gehen. Ihr Buch ist ein Aufruf zur Freiheit: radikal, klug und zutiefst menschlich. Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität, so Schindler.“

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