
Was ich auf der Stuttgarter Friedensdemonstration beobachtet habe – und was der Zwischenfall über die Bündnisfähigkeit der Friedensbewegung sagt.
Es hätte ein guter Tag für die Friedensbewegung werden können. 15.000 Menschen waren nach Angaben der Veranstalter am 3. Oktober in Stuttgart auf die Straße gegangen. Über 300 Organisationen und Initiativen hatten die Demonstrationen in Stuttgart und Berlin unterstützt: Friedensinitiativen, Gewerkschafter, Parteien, kirchliche Gruppen, Palästina-Solidarität und Gegner der Wehrpflicht.
So unterschiedlich ihre politischen Positionen im Einzelnen waren, an diesem Tag verband sie einiges: Schluss mit Hochrüstung und „Kriegstüchtigkeit“, keine Wehrpflicht, ein Ende des Krieges und des Sterbens in Gaza – und im Ukrainekrieg endlich Verhandlungen mit Russland statt immer weiterer militärischer Eskalation.
Ich war in Stuttgart dabei. Die Stimmung war gut, die Demonstration durch die Innenstadt bunt und lebendig. Vor allem fielen mir die vielen jungen Menschen auf. Auch die Friedensvernetzung Südwest spricht von einem „sehr starken Jugendblock“.
Das ist nicht nebensächlich. Wer seit Jahrzehnten Friedensdemonstrationen besucht, kennt das Problem einer Bewegung, deren Teilnehmer gemeinsam mit ihr älter geworden sind. In Stuttgart hatte ich den Eindruck, dass sich daran etwas ändern könnte. Es hätte also ein Schritt nach vorn werden können.
Doch von diesem 3. Oktober blieben am Ende ganz andere Bilder.
Wenige Minuten verändern einen ganzen Demonstrationstag
Ich saß auf dem Schlossplatz in der Nähe der Bühne, als Sevim Dağdelen ans Mikrofon trat. Kaum hatte ihre Rede begonnen, setzte ein ohrenbetäubender Lärm ein. Sprechchöre, dazu ausdauerndes Trommeln. Offensichtlich ging es nicht darum, Dağdelens Argumenten eine Gegenposition entgegenzusetzen. Sie sollte nicht zu hören sein.
Man kann Sevim Dağdelen kritisieren und ihre Positionen zum BSW, zur Migration oder zu anderen politischen Fragen ablehnen. Aber sie gehört seit vielen Jahren zur deutschen Friedensbewegung. Lange vor dem Ukrainekrieg sprach sie auf Ostermärschen gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, wandte sich gegen den Afghanistan-Krieg, gegen Aufrüstung und die nukleare Teilhabe Deutschlands. Dass eine solche Rednerin auf einer Friedensdemonstration zu Wort kommt, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Doch es blieb nicht beim Lärm. Nach meiner Wahrnehmung waren es einige Handvoll, die Dağdelen mit Sprechchören und Trommeln zu übertönen versuchten. Nur sehr viel weniger versuchten tatsächlich, zur Bühne vorzudringen. Ordner versuchten sie aufzuhalten. Schließlich gelangte ein Mann auf die Bühne und bedrohte die Rednerin. Jetzt griff die Polizei ein.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Stuttgart wurden weitere Personen zurückgedrängt; dabei kamen kurzzeitig Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz. Insgesamt wurden drei Personen festgenommen.
Nach dem Eingreifen der Polizei sah ich einen der Beteiligten aus unmittelbarer Nähe auf der Flucht durch die für uns ältere Teilnehmer aufgestellten Bankreihen sprinten. So entzog er sich dem Zugriff. Ich gestehe: Ich war nicht geistesgegenwärtig genug, ihm ein Bein zu stellen. Inzwischen hatten sich auch die Bankreihen mit den älteren Menschen gelichtet, viele von ihnen hatten Sorge, in die Tumulte hineingezogen zu werden.
Der Polizeieinsatz traf allerdings auch Menschen, die zur Demonstrationsleitung gehörten. Der gekennzeichnete Versammlungsleiter wurde nach eigenen Angaben verletzt; er sagte dies anschließend selbst auf der Bühne. Die Polizei blieb längere Zeit im Bühnenbereich, obwohl die Versammlungsleitung sie zum Rückzug aufforderte.
Danach konnte die Kundgebung fortgesetzt werden. Gemessen an einem langen Demonstrationstag hatte der ganze Vorgang nur wenige Minuten gedauert. Aber genau diese Minuten hatten die Bilder von einer großen Truppe Polizisten in schwarzen Kampfanzügen, manche hoch zu Ross, und gewaltsamen Rangeleien produziert.
Was ich vorher gesehen hatte
Erst im Nachhinein bekamen Beobachtungen für mich Bedeutung, die ich zunächst kaum beachtet hatte. Bei der Aufstellung zum Demonstrationszug hatte sich in meiner unmittelbaren Nähe eine kleine Gruppe von Menschen in schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „Antifa“ versammelt. Zu ihnen gesellten sich zwei junge Frauen, die sichtbar Insignien der Linkspartei trugen – Tasche, Anstecker und Ähnliches. Ich stand so nahe, dass ich zwangsläufig Teile des Gesprächs mitbekam. Die beiden verabredeten sich mit Angehörigen dieser Gruppe.
Ich maß dem zunächst keine besondere Bedeutung bei. Warum auch? Die Linke hatte zur Demonstration mobilisiert, ihre Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel gehörte zu den Rednerinnen. Menschen mit Linke-Symbolen waren dort nichts Besonderes.
Bei Beginn der Abschlusskundgebung sah ich die beiden Frauen erneut. Ich stand zunächst hinter den Sitzreihen für die älteren Teilnehmer und fand dort später – meinem Alter entsprechend – selbst einen Platz. Die beiden drängten sich durch diese Reihen nach vorne zur Bühne und bewegten sich anschließend nach rechts zu jener Gruppe, aus der wenig später die Störungen kamen.
Mehr kann ich darüber nicht sagen. Ich weiß nicht, wer die beiden Frauen waren und ob sie Mitglieder der Linkspartei waren. Auch folgt aus meiner Beobachtung nicht, dass die Partei die spätere Aktion organisiert oder vorher von ihr gewusst hätte. Aber ich habe gesehen, dass Personen mit deutlich sichtbaren Linke-Symbolen vor dem Demonstrationszug Kontakt zu dieser Gruppe hatten und sich später in ihrem Umfeld bewegten. Das ist eine Beobachtung, keine Behauptung über eine organisatorische Verantwortung der Partei.
Inzwischen wissen wir, wer hinter der Aktion stand
Nach der Demonstration bekannte sich das „Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart“ (OTKM) selbst zu der Aktion. Die Organisation bezeichnete sie als „antifaschistische Intervention“ und bestätigte, dass einige ihrer „Genoss:innen“ während der Rede Dağdelens versucht hatten, auf die Bühne zu gelangen, um dort eine „kurze politische Einordnung“ abzugeben. Über den Bühnenvorstoß selbst muss also nicht spekuliert werden.
OTKM begründet sein Vorgehen damit, dass das BSW eine Brücke in rechte Milieus schlage. In seiner Stellungnahme heißt es: „Wer mit den Rechten paktiert hat mit Widerstand zu rechnen.“
Über die Reaktion von Mersedeh Ghazaei hat Rüdiger Göbel inzwischen ausführlich in Overton berichtet. Ghazaei ist Mitglied des Bundesvorstands der Linken und war eine der drei Spitzenkandidatinnen der Partei bei der baden-württembergischen Landtagswahl. Sie war in Stuttgart und sprach anschließend in einem Video von „ein bisschen Eskalation“. Was man denn erwarte, fragte sie sinngemäß, wenn man die von ihr so bezeichneten „Steigbügelhalter des Faschismus“ auf eine Friedensbühne einlade.
Man könnte das als Äußerung einer einzelnen Politikerin abhaken. Damit wäre die Sache für mich aber nicht erledigt.
Und die Linkspartei?
Seit dem 3. Oktober fällt nicht nur auf, was gesagt wurde, sondern auch, was nicht gesagt wurde. Bis zum Abschluss meiner Recherche am 7. Oktober konnte ich weder von der Bundesspitze der Linken noch von Özlem Alev Demirel, stellvertretende Bundesvorsitzende der Linken und selbst Rednerin auf der Stuttgarter Kundgebung, eine öffentliche Distanzierung von Ghazaeis Rechtfertigung oder vom Bühnenvorstoß finden. Schweigen beweist keine Zustimmung. Aber wenn ein Mitglied des Bundesvorstands einen solchen Vorgang politisch rechtfertigt, ist die Frage nach der Haltung der Parteiführung legitim. Und sie führt zu einer zweiten Frage: Wie bündnisfähig ist Die Linke in der Friedensbewegung?
Niemand verlangt von ihr, Positionen des BSW zu übernehmen. Ebenso wenig muss Özlem Alev Demirel Sevim Dağdelen in der Migrationspolitik oder irgendeinem anderen Politikfeld zustimmen. Für ein gemeinsames Bündnis müsste aber ein Minimum gelten: Wer als eingeladener Redner auf einer gemeinsamen Demonstration spricht, darf seine Position vortragen – auch dann, wenn andere Teilnehmer sie für grundfalsch halten.
Eine Klarstellung der Parteiführung wäre deshalb weder schwierig noch eine Annäherung an das BSW gewesen: Wir streiten mit dem BSW, wo wir es für notwendig halten. Aber wir akzeptieren nicht, dass ein eingeladener Redner niedergebrüllt oder durch einen Vorstoß auf die Bühne am Reden gehindert wird. Eine solche öffentliche Distanzierung ist bislang nicht auffindbar.
Vor diesem Hintergrund bekommen auch meine Beobachtungen vor der Demonstration Gewicht: Personen mit Linke-Symbolen im Umfeld der späteren Störer; eine Bundesvorständlerin, die das Geschehen anschließend politisch rechtfertigt; bislang keine erkennbare Distanzierung der Parteispitze. Das sind drei unterschiedliche Sachverhalte, und keiner beweist eine organisatorische Beteiligung der Partei. Für die Frage ihrer Bündnisfähigkeit sind sie dennoch relevant.
Was hat die Aktion bewirkt?
Die für mich entscheidende Frage ist inzwischen nicht mehr, wie sich die Beteiligten selbst etikettieren, sondern was ihre Aktion politisch bewirkt hat. An Aufrüstung, Wehrpflicht oder Waffenlieferungen hat sie nichts geändert. Dafür genügten nach meiner Wahrnehmung einige Handvoll Menschen und wenige Minuten, um aus einer Demonstration von Tausenden Bilder von Vermummten, Rangeleien, Pfefferspray, Schlagstöcken und Polizei zu machen.
Das Bittere daran: Dafür kann man nicht einfach „die Medien“ verantwortlich machen. Der Zwischenfall hatte stattgefunden. Wer versucht, während einer Rede auf eine Bühne zu gelangen, muss damit rechnen, dass genau dieser Vorgang zur Nachricht wird.
Die Bilder einer friedlichen Demonstration sind schnell erzählt: Menschen ziehen mit Transparenten durch eine Stadt, auf einer Bühne wird geredet, alles bleibt ruhig. Ein Vermummte auf dem Weg zur Bühne, Rangeleien und ein Polizeieinsatz sind dagegen Bilder, die sich von selbst aufdrängen.
So wurde aus einer Demonstration gegen Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit in Teilen der Berichterstattung eine Geschichte über Gewalt, Vermummte und Polizei. Einige Handvoll Menschen konnten für kurze Zeit das öffentliche Bild von Tausenden bestimmen.
Provokateure brauchen keinen staatlichen Auftrag
Wer lange genug an politischen Demonstrationen teilgenommen hat, kennt den Begriff des Agent Provocateur. Ob in Stuttgart irgendjemand in fremdem Auftrag handelte, weiß ich nicht – und dafür gibt es bislang keinen Beleg. Für die politische Wirkung der Aktion ist das auch nicht wesentlich. Man kann einer Bewegung schließlich auch aus voller eigener Überzeugung einen verheerenden Dienst erweisen.
Auch jemand, der überzeugt ist, im Interesse der eigenen Sache zu handeln, kann ihr mit seiner Aktion objektiv schaden. Genau das ist in Stuttgart geschehen: Einige Handvoll störten die Kundgebung, nur wenige versuchten auf die Bühne zu gelangen, es folgten Rangeleien, Polizeieinsatz und Festnahmen – und diese Bilder überlagerten einen großen Teil dessen, wofür Tausende gekommen waren.
Manche nennen solche Akteure schlicht „nützliche Idioten“. Mir ist das Etikett weniger wichtig als das Ergebnis. Wer die weitere Aufrüstung Deutschlands befürwortet und die gesellschaftliche Opposition dagegen lieber klein sähe, musste über diese Bilder jedenfalls nicht unglücklich sein.
Eine Frage an die Polizei bleibt
Eine Beobachtung lässt mich trotzdem nicht los.
Ich habe in meinem politischen Leben viele Demonstrationen erlebt: gegen die Notstandsgesetze, gegen Berufsverbote, gegen Atomkraftwerke, gegen die Volkszählung und gegen die sogenannte Nachrüstung. In Stuttgart fiel mir auf, wie schnell die Polizei beim Versuch, auf die Bühne zu gelangen, präsent war – und wie lange sie anschließend im Bereich der Bühne blieb.
Auch aus der Friedensbewegung wurde inzwischen gefragt, ob der Polizei möglicherweise schon vorher Erkenntnisse über die betreffende Gruppe oder eine geplante Aktion vorlagen. Einen belastbaren Beleg dafür gibt es bislang nicht.
Die Frage kann man trotzdem stellen: Falls es solche Erkenntnisse gab, wurde die Versammlungsleitung informiert? Und falls nicht, warum nicht?
Unabhängig von der Antwort sollte die Friedensbewegung eine praktische Konsequenz ziehen. Wenn einige wenige Personen ausreichen, eine Großdemonstration medial zu überschatten, muss der eigene Ordnerdienst auf solche Situationen besser vorbereitet sein.
Eine Bewegung oder eine Gesinnungsgemeinschaft?
Das eigentliche Problem reicht allerdings über Stuttgart hinaus. Auf derselben Bühne sprachen Sevim Dağdelen vom BSW, Özlem Alev Demirel von der Linken und der Gewerkschafter Mark Ellmann von der DKP. Zwischen ihren Parteien und politischen Traditionen liegen erhebliche Unterschiede. Trotzdem konnten sie an diesem Tag gegen Aufrüstung und Krieg sprechen. Ich halte genau das für eine Stärke.
Wer Anfang der achtziger Jahre gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen demonstrierte, musste nicht Kommunist werden, weil neben ihm ein DKP-Mitglied lief. Er musste auch nicht Christ sein, weil Pfarrer und kirchliche Friedensgruppen mitdemonstrierten. Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Grüne, Kommunisten, Christen und Parteilose stritten über vieles – und konnten trotzdem gemeinsam gegen neue Atomraketen auf die Straße gehen.
Gerade darin lag die politische Kraft dieser Bewegung.
Wenn heute erst geprüft wird, ob jemand bei Migration, Klima, Corona, der AfD oder einem halben Dutzend anderer Fragen die jeweils richtige Position vertritt, bevor er gegen Krieg und Aufrüstung demonstrieren darf, wird aus einem Bündnis eine Gesinnungsgemeinschaft. Übrig bleiben politisch reine Gruppen, die einander für untragbar halten.
Eine Friedensbewegung, die wieder gesellschaftliche Breite gewinnen will, muss politische Widersprüche aushalten können. Sonst wird sie klein bleiben.
Vielleicht war Stuttgart trotzdem ein guter Tag
Deshalb möchte ich den 3. Oktober nicht mit den Bildern von Vermummten und Polizei enden lassen.
Ich erinnere mich an Tausende Menschen auf dem Schlossplatz, an den langen Demonstrationszug durch Stuttgart und an die überraschend vielen jungen Teilnehmer. Und ich erinnere mich daran, dass auf derselben Bühne Menschen unterschiedlicher politischer Herkunft gegen Aufrüstung und Krieg sprachen.
Vielleicht ist das die wichtigere Lehre aus Stuttgart. Eine neue Friedensbewegung wird nur Bedeutung gewinnen, wenn sie größer ist als jedes ihrer politischen Lager. Sie muss streiten können, ohne dem anderen das Recht auf das Wort abzusprechen.
Einige Handvoll Menschen dürfen nicht darüber entscheiden, wer für den Frieden sprechen darf – und auch nicht darüber, welches Bild von Tausenden Demonstranten am Ende übrig bleibt.
Quellen und Arbeitsnachweise
- Vorbereitungskreis Friedensdemo Stuttgart: Erklärung vom 4.10.2026.
- Friedensvernetzung Südwest: „Erklärung und Berichte zum Zwischenfall auf der Friedensdemo am 3.10.“, Stand 6.10.2026.
- Polizeipräsidium Stuttgart: Pressemitteilung zum Zwischenfall auf der Friedensdemonstration.
- OTKM Stuttgart: „Intervention bei Friedensdemo in Stuttgart“, 3.10.2026.
- Rüdiger Göbel: „Spitze der Linkspartei billigt Angriff auf Friedensdemo“, Overton Magazin, 7.10.2026.
- Öffentliche Äußerung von Mersedeh Ghazaei nach der Stuttgarter Demonstration; dokumentiert in der Berichterstattung über den Vorfall.





„Die Linke“ steht im besten Erbe der Maoisten.
BSW hingegen ist intelligent links.
„Steigbügelhalter der Faschisten“ ist ein typischer maoistischer Kampfbegriff. Auch und gerade, wenn er von Antifa Seite kommt.
Inwieweit wirken eigentlich die K-Gruppen nach bei linken und grünen in BaWü? Kretschmer war ja auch von dort ursprünglich gewesen und hat dann auf Öko umgesattelt.
Es ist haben Krieg und den müssen wir nur zu den Reichen tragen und schon ist dann nämlich auch der ganze Spaß vorbei.
Ein Teil der Linken und der Antifa sind ganz sicher keine glaubhaften Fürsprecher des Friedens. Wer Frieden fördern will, der muss im Diskurs bleiben, ganz besonders auch mit denen, die man als politische Gegner betrachtet. Frieden zu fordern ohne Diskursbereitschaft ist für mich ein Wiederspruch in sich.
Die Antifa hingegen schreit alles weg und scheut auch nicht vor körperlicher Gewalt zurück. Ich habe sie so oft bei den Corona Demos erlebt und ein Dialog war nie möglich, stattdessen nur stumpfes Angeschreihe (natürlich mit Nazi Vorwurf), bis hin zu Flaschen- und Steinewürfen.
Damit ist ihr Denken längst dort angekommen, wo der Krieg sich nährt. Die betrachten dich nicht als Mensch, der anders denkt, sondern bereits als Feind.
In wiefern die PDL davon betroffen ist, das kann ich nicht sagen, nur habe auch ich die vom Autor wahrgenommene Nähe selbst sehr oft beobachtet. Ich denke es gibt auf jeden Fall eine klare Schnittmenge.
Erstmal vielen Dank für den Artikel, desen Inhalt ich absolut teile. Mersedeh Ghazaei sondern im Bundesvorstand der Partei, sie ist ja nicht irgendwer in der Linken sie ist ja unter anderem auch in VER.DI und der GEW laut ihrem Portrait gewählte Funktionärin. Bleibt die Frage an VER.DI und die GEW wie man mit so einem Verhalten umgeht.
Für mich stellt sich die Frage wie weit man der Partei die Linke unterstellen darf, das sie hinter der Aktion steht.
Schließlich ist Mersedeh Ghazaei Mitglied des Bundesvorstandes. Also nicht irgendwer in der Partei.
Nur weil sich eine Gruppe als Antifa und Links bezeichnet, ist sie noch lange nicht Links. Da gibt es historische Beispiele eine Partei trug damals auch die Bezeichnung Sozialistische im Namen.
Ohne klare marxistische Orientierung, ist der Begriff Links eine inhaltslose Floskel. „hinter der Trommel her, marschieren die Kälber, das Fell für die Trommeln, liefern sie selber“ schrieb damals schon Bert Brecht.
Ich habe das mit Interesse gelesen und danke dem Autor für den Bericht. Eventbeurteilungen wie:
muß ich nicht den Veranstaltern und/oder Teilnehmern zur Last legen, will aber gleichsam als „Duftnote“ hinterlassen:
Es gibt eine qualitative Scheidelinie zwischen „Demonstrationen“ und „Kundgebungen“. Für das vorliegende Thema würde ich sagen: Wenn die Veranstalter in einer Stadt, wie Stuttgart, absehbar nicht 50k plus Teilnehmer (1) auf die Beine bringen, entscheiden sie sich für eine Demo unter Kundgebung der Ohnmacht der Veranstalter und Teilnehmer. Dazu braucht keine Polizei etwas beitragen (was nicht heißt, daß sie es gewohnheitsmäßig dennoch tut).
(1) Die Zahl ist eine gewaltige persönliche Konzession, aus der Unkenntnis urbaner Verhältnisse der letzten 23 Jahre. 2003 hätte ich 100k genannt.
Eine handvoll Spinner, die sich für links und antifaschistisch halten ist natürlich sehr praktisch für Geheimdienste. Das ist entweder eine Kunstrasenbewegung oder eben Naive, de der generellen „Alles-Nazis-Außer-Ich“ Ideologie und Brandmauer anhängen. Kann natürlich beides sein, so ein paar selbstuberhöhende selbstgerechte Spinner sind natürlich leicht zu führen den Diensten. Und so praktisch um unliebsame Demos anzuschmieren. Nicht, daß da womöglich wieder eine Friedensbewegung sich entwickelt.