»Wokeness führt zu Reaktanz und Trotz«

Regenbogenflagge
Ivan Radic, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Wokeness scheint sich immer mehr in unserer Gesellschaft zu etablieren: Woher kommt sie und was will sie erreichen?

Woke zu sein gilt seit einigen Jahren auch in Deutschland als unbedingtes Muss. Wer das anders sieht, macht sich schnell verdächtig. Die Psychologin Esther Bockwyt hat ein Buch über das Woke geschrieben.

Roberto De Lapuente hat sich mit Esther Bockwyt unterhalten.

 

De Lapuente: Liebe Frau Bockwyt, die Autorin Eva Schweitzer sagte mir neulich in einem Gespräch, dass die Weißen den Schwarzen den Begriff »woke« weggenommen haben. Früher sollte man gegenüber Rassismus »aufgeweckt« sein, »jetzt bist du woke, wenn du glaubst, dass ein biologischer Mann im Fummel eine Frau ist«. Stimmen Sie dem zu?

Bockwyt: Das ist etwas zugespitzt formuliert, aber im Prinzip stimme ich der Aussage zu. Das Woke, also das Wachsein gegenüber Diskriminierungen hat sich zum einen auf diverse andere Themenfelder als den Antirassismus ausgeweitet, vor allem aber das Verständnis von Diskriminierung, von Rassismus, Ableismus, Sexismus und so weiter so stark ausgeweitet, dass die jeweiligen Vorwürfe so nicht mehr gerechtfertigt sind und recht beliebig geworden sind.

De Lapuente: Anhänger der Wokeness erklären ja Kritiker dieser »Lehre« recht unverblümt zu Menschen, die gestrig rassistisch, altbacken sexistisch und altmodisch engstirnig sind. Wie würden Sie so eine Taxierung kontern?

Bockwyt: Das sind einfach nur plumpe, nicht zutreffende ad-personam Totschlagargumente. Mit diesen Worten und persönlichen Angriffen kann man schnell um sich schlagen. Das ist ein Niveau, auf dem man rational gar nicht kontern kann oder will. Wokeness kann man inhaltlich stellen und kritisieren.

»Ideologie ist keine Wissenschaft«

De Lapuente: Wollen Sie ein Beispiel geben, wie man sie inhaltlich stellen kann?

Bockwyt: Es geht meiner Meinung nach weniger um einzelne Beispiele, sondern eben darum, die Grundannahmen, das Weltbild der Wokeness zu verstehen und darauf aufbauend, eine inhaltliche Kritik zu formulieren. Das habe ich in meinem Buch, vorwiegend aus der psychologischen Sicht, getan. Natürlich können Sie auch die einzelnen Themenbereiche abgehen und aufzeigen, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die Thesen gibt und/oder diese schlichtweg nicht zutreffend sind. Beispiel: Geschlecht ist kein soziales Konstrukt. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege dafür und es ist alles andere als naheliegend, dass es so etwas wie eine vom Körper abgekoppelte, unabhängige Geschlechtsidentität gibt. Vielmehr gehen Biologie und soziale Einflüsse hier in der Regel auf natürliche Weise Hand in Hand und ein weiblicher Mensch entwickelt das entsprechende Selbstwissen und kohärente Gefühl darüber, ein Mädchen oder eine Frau zu sein – bei Männern genauso.

De Lapuente: Wie schätzen Sie die wissenschaftliche Basis der Wokeness ein?

Bockwyt: Die Grundannahme der Wokeness, dass westliche Gesellschaften und ihre Strukturen inklusive der Wissenschaft grundlegend rassistisch sind, stammt aus der Philosophie der Postmoderne. Bei wissenschaftlichen Erkenntnissen handele es sich jeweils lediglich um »Narrative«, die von einer mächtigen weißen Vorherrschaft generiert würden. Hieran kann man schon erkennen, dass es nach wokem Glauben keine objektive Wissenschaft geben kann. Und auch die Prämissen von allumfassender struktureller Unterdrückung haben keine wissenschaftlichen Grundlagen. Die Gender-Studies als ein Feld woker Wissenschaft scheinen mit einer ganz bestimmten Prämisse, also Vorannahme, nicht objektiv an den Forschungsgegenstand Geschlecht heranzugehen, sondern Geschlecht, soll letztendlich dekonstruiert, soll nicht mehr existent sein, ebenso wie die sogenannte Heteronormativität.

De Lapuente: Klingt nach Ideologie …

Bockwyt: Das ist eine Leugnung von Realität und Biologie auf Basis einer Ideologie. Und Ideologie ist keine Wissenschaft. Wissenschaft sucht nach der Wahrheit und urteilt nicht moralisch. Besorgniserregend sind auch Versuche, beispielsweise wissenschaftliche Beiträge künftig auch unter moralischem Gesichtspunkt mithilfe von Ethikbeauftragten beurteilten zu lassen. Diese sollen dann die wissenschaftlichen Arbeiten auf rassistische, aber auch sexistische und LGBTQI+-feindliche Implikationen prüfen. Die moralische Kategorie »gut versus schlecht« nimmt Einzug in die Wissenschaft. Wenn man das weiterdenkt, geht es nicht mehr um wahr versus unwahr, sondern um ideologisch und politisch geprägte Wissenschaft.

»Man öffnet mit dieser Ideologie Tür und Tor für mehr Feindschaft zwischen Gruppen«

De Lapuente: Heteronormativität?

Bockwyt: Im woken Sinne ist Heteronormativität ein Begriff der Kritik und soll beinhalten, dass es sich lediglich um eine Weltanschauung handele, die Heterosexualität, Monogamie und sogenannte »Cis-Geschlechtlichkeit«, also die Übereinstimmung von einem biologischen und sozialen Geschlecht (von deren fehlerhafter Trennung ich eben schon sprach), als Norm annimmt. Dies wird also in woker Theorie als fehlerhaft sozialisiert verstanden, in Wirklichkeit sei es so, dass Menschen beispielsweise von Natur aus bisexuell, geschlechtsneutral (und neu: auch polygam) seien. Dementsprechend soll das »falsche« Modell der Heteronormativität dekonstruiert und aufgelöst werden.

De Lapuente: Ist die Wokeness ein Radikalismus?

Bockwyt: Ja. Weil sie anstrebt, westliche Gesellschaften grundlegend umzustrukturieren und auf Zerstörung ausgerichtet ist, nicht mit konstruktivem Ziel. Die Herrschaft der Weißen soll beseitigt werden. Wie das genau aussehen soll, darüber kann man spekulieren. Sollen die Weißen »lediglich« Platz machen für Menschen, die Minderheitengruppen angehören, also auf gesellschaftliche Macht verzichten (so wird es gefordert), oder würde auch das nicht reichen? Müssen Weiße selber im großen Maße und strukturell Rassismus durchleben (wie in einzelnen »Rassismus-Trainings« praktiziert)? Man öffnet mit dieser Ideologie und mit dieser feindseligen, negativistischen Haltung Tür und Tor für mehr Feindschaft zwischen Gruppen, für Denken in starren Kategorien nach Hautfarben, sexueller Orientierung und Co., Gruppenkämpfe und Rassismus gegen Weiße (den es nach wokem Glauben aber niemals gibt, sodass man ihn praktischerweise rechtfertigen kann).

De Lapuente: Würden Sie eigentlich den Begriff der Wokeness und den der Identitätspolitik synonym verwenden?

Bockwyt: Nein. Mit Wokeness meine ich die Annahmen dieser Weltanschauung und die Verhaltensweisen, die von ihren Vertretern üblicherweise an den Tag gelegt werden. Identitätspolitik ist eine aus der Theorie abgeleitete Politik. Deshalb beinhaltet der Titel meines Buchs auch explizit das Wort woke, weil es mir schwerpunktmäßig darum ging, die Wurzeln der Weltanschauung anzuschauen. Das ist ja immer der erste, notwendige Schritt.

»Als Sexismus gilt alleine die Unterscheidung zwischen weiblich und männlich«

De Lapuente: Woke wirken oft fanatisiert. Fabriziert diese Haltung nicht genau das Gegenteil dessen, was sie anzustreben trachtet? Sprich: Stößt sie nicht eher ab, als wirklich zum Umdenken zu provozieren?

Bockwyt: Im Großen und Ganzen schon. Wenn man immerzu wütend Forderungen stellt und anklagend agiert, indem man den »weißen Heteronormativen« immerzu das Gefühl gibt, schuldig und irgendwie »dreckig« zu sein, führt das natürlich zu Widerstand und wiederum zu Ablehnung. Auch, weil Menschen merken, die Forderungen weiten sich immer mehr aus. Zum Beispiel wird die Sprache immer weiter eingeengt, immer mehr Worte und Sätze sollen jetzt gewalttätig sein. Das führt zu Reaktanz und Trotz. Nicht bei allen; es gibt auch Menschen, die sich, wie von jeder radikalen, Ideologie oder Religion, angezogen fühlen können, die ihnen Halt und eine Richtung zu geben scheint. Und über die sie sich, wie bei woke, als besondere Menschen wahrnehmen und inszenieren, sich narzisstisch aufwerten können. Als erwacht, gutherzig und engagiert.

De Lapuente: Haben die Woken also letztlich gar nicht bewirkt?

Bockwyt: Ich nehme es schon so wahr, dass die woke Bewegung ursprünglich dazu beigetragen hat, dass nach wie vor existenter Rassismus, Sexismus (in ihren ursprünglichen Bedeutungen) und auch Stigmatisierungen bei psychischen Erkrankungen zum Thema und ein Stück weit sichtbarer wurden. Das war es aber auch schon. Und jetzt eben mit dem Ergebnis, dass es eine Art „Übersichtbarkeit“ in dem Sinne gibt, dass man allumfassende ständige Diskriminierung sieht, die eben in diesem Ausmaß nicht existent ist. Die Begriffe wurden und werden dermaßen verwischt, dass die Vorwürfe und Annahmen nicht mehr die Realität abbilden und daher auch eine nicht notwendige feindselige Stimmung erzeugen. Als Sexismus beispielsweise gilt eben jetzt allein die Unterscheidung zwischen weiblich und männlich und nicht mehr ausschließlich die Abwertung oder Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Es geht bei der woken Bewegung eben nicht mehr um etwas Konstruktives, sondern um Wut und Kampf gegen alles Bestehende, gegen das Westliche.

De Lapuente: Geht es nicht auch häufig gegen das Männliche? Wobei die woke Logik wäre, dass ich als Mann das gar nicht als Frage in den Raum werfen dürfte, oder?

Bockwyt: Ja, auch. Das Männliche an sich wird als toxisch verstanden (sog. toxische Männlichkeit). Eigenschaften oder Verhaltensweisen beispielsweise der Durchsetzungskraft, von Mut, Konkurrieren zählen dazu, eben nicht mehr nur dann, wenn sie ein gewisses ungesundes, starres Ausmaß erreicht haben, das dann in der Tat toxisch wirkt. Sie deuten aber eine weitere zentrale Prämisse der Wokeness an …

»Noch vor einem Jahr hieß es, das Wort »woke« überhaupt zu nutzen, unterstütze rechte Narrative«

De Lapuente: Welche meinen Sie?

Bockwyt: Dass nur die Betroffenen Deutungshoheit haben. Als Mann dürfen Sie beispielsweise nichts über Feminismus sagen. Als Weißer nichts über Rassismus. In ihren Ursprüngen ist Wokeness vor allem auch eine feministische Bewegung. Die Feministin und Philosophieprofessorin Judith Butler, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die »Geschlechter-Binarität in Verwirrung« zu bringen, ist eine der zentralen Figuren aus dem akademischen Milieu, die die heutigen woken Manifestationen angetrieben hat. Dieser Tage fordert sie aufgrund des deutschen Umgangs mit dem Nahostkonflikt den Boykott von deutschen Kultureinrichtungen und begreift den Staat Israel und seine Entstehung als Teil einer »Geschichte kolonialer Gewalt«, deren Opfer die Palästinenser seien. Dieser woke Glauben geht auf die sogenannten postkolonialen Theorien zurück, die die »weiße Schuld« vereinfacht und pauschal als Geschichte der gewaltsamen Kolonialisierung begreift. Es handelt sich bei dieser Butler-Strömung des Feminismus nicht um Feminismus im Allgemeinen, sondern um eine bestimmte Richtung des Feminismus, des Queer- oder intersektionalen, eben des woken Feminismus‘ mit unter anderem den schon genannten Annahmen über Geschlecht und Sexualität. Am Beispiel der Postkolonial-Theorien sehen Sie aber, Vertreter der Wokeness sind nicht nur auf einem Themenfeld wie Geschlecht aktiv, sondern sie haben in der Regel ein geschlossenes und eindimensionales Weltbild.

De Lapuente: Sie sprechen die woke Lust an der Zerstörung an: Was steckt dahinter?

Bockwyt: Die Überwindung von bestehenden Verhältnissen ist ein zentrales linkes Thema, das immer schon als Kampf verstanden wurde. So jetzt auch bei der Wokeness. Ursprünglich hat man das Ziel, die Welt zu verbessern, mehr und mehr geht es dann aber vor allem darum, das Bestehende nicht nur schrittweise zu verbessern, sondern grundlegend zu ersetzen. Dabei nimmt man in Kauf oder will es sogar, den Menschen das Gewohnte und Bewährte (das sog. Konservative) so schnell und ausufernd zu entziehen (Beispiel: Das Verständnis und Erleben von Geschlecht), dass man das menschliche Grundbedürfnis nach Sicherheit und Halt durch das Gewohnte und Bewährte übergeht. Es gibt diese wütende Lust an der Zerstörung dessen, was da ist, welches man es immerzu und ausschließlich als sozial-gesellschaftlich bedingt und als toxisch versteht. Man kommt gar nicht auf die Idee, dass es einen Sinn dahinter gibt, was Menschen und Gesellschaften immer und immer wieder tun. Dass nicht alles schlecht ist, nur weil es bewährt ist. Es geht vor allem um Verändern um des Veränderns willen. Nicht darum, wirklich etwas Besseres zu schaffen. Es hat nicht nur etwas Anmaßendes, sondern auch Aggressives, wenn man meint, die Welt und die Art, wie Menschen leben bestimmen und grundlegend umkrempeln zu wollen, während man glaubt, man sei im Besitz des Wissens darüber, was gut und richtig ist. Das ist der aggressiv-zerstörerische Anteil, der Kulturkampf, der über einen gesunden Veränderungswillen hinaus geht.

De Lapuente: Zum Abschluss, Frau Bockwyt – überrennt uns die Wokeness final?

Bockwyt: Ich verfolge die Debatten um das Themenfeld der Wokeness und ich glaube, es hat sich hier etwas verändert, im Vergleich zu noch vor einem Jahr. Sogar die ZEIT, die einer konservativer oder gar rechter Haltung nicht verdächtig ist, postulierte kürzlich das Ende der Wokeness und meinte damit, der Peakpoint der Wokeness, die zwar inzwischen stark in Institutionen und Co. verankert sei, sei jetzt erreicht. Ob man diesen Befund teilt oder nicht, es scheint ein Umdenken zu geben. Man »darf« Wokeness jetzt wieder kritisieren. Noch vor ca. einem Jahr hieß es, das Wort »woke« überhaupt zu nutzen, unterstütze rechte Narrative. Dass hier jetzt eine Veränderung im Gange ist, ist vor allem denjenigen zu verdanken, die trotz Stigmatisierungen und Angriffen aufgrund ihrer Überzeugungen Kritik übten und üben.

 

Esther Bockwyt studierte Psychologie und Rechtspsychologie an den Universitäten Marburg, Köln und Bonn. Sie arbeitet als selbstständige psychologische Gutachterin und ist Inhaberin des diagnostisch tätigen Gutachterbüros „Die Gutachterinnen“. Als Autorin schreibt sie psychologische Fach- und Sachbücher. Gastbeiträge von ihr erscheinen periodisch in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

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50 Kommentare

  1. Bitte was ist Negativ an Reaktanz die ganze Diskussion erinnert an Tierdressur. Töpfchen-Dressur erzeugt Trotz.

    Panther werden keine Glückskekse fressende „Einhörner“

  2. Wokeness IST Reaktanz und Trotz gegen eine Welt, die es wagt, die Befindlichkeit verhätschelter Geister nicht exakt so wichtig zu nehmen, wie diese es verdient zu haben imaginieren.
    Ein Trotz, der alle Mitmenschen als feindlich erkennt, die sich weigern, sich der eigenen Gedankenwelt bedingungslos zu unterwerfen. Im verzweifelten Bemühen, eine Art Gemeinschaft herzustellen, die die empfundene eigene Unzulänglichkeit nicht mehr spüren lässt, wird dabei jede Möglichkeit zu Gemeinschaft sabotiert.
    Es ist der Versuch, Selbstzweifel, Unsicherheit und Komplexe des Inneren durch Änderung des Äußeren zu beseitigen.
    Es ist die ultimative Verweigerung der Eigenverantwortung, sozusagen das gegenteilige Extrem der Weltanschauung, die alle Verantwortung für das Befinden der Eigenverantwortung unterwirft und ebenso schädloch für das Zusammenleben der Menschen.
    Ohne dass es seinen Anhängern bewusst wäre, ist auch Wokeness eine Ideologie, die konsequent verfolgt jede echte Gemeinschaft unmöglich macht.

    Sie ist, einfach gesagt, die einfachste Möglichkeit für sich selbst als gescheitert empfindende Persönlichkeiten, sich selbst zu erhöhen und das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu geben und das Empfinden des Scheiterns zu kompensieren, indem es den äußeren Unständen angelastet wird. Wenn also erst die Welt umgestaltet ist (vulgo: die Mitmenschen korrekt umerzogen), dann ist der Weg zum Glücke endlich frei.
    Der quasi-religiöse Anspruch ist unverkennbar und der Grund, warum Argumente hier kaum noch wirken können.

    1. Vielen Dank insbesondere auch für den letzten Satz. Beim Lesen des Artikelanfangs habe ich in Gedanken widersprochen. Wokeness kann man (weit überwiegend) nicht inhaltlich stellen, nicht weil es keine guten Argumente gegen Wahn gäbe, sondern weil diese von den Betroffenen nicht mehr zur Kenntnis genommen werden.

        1. Vielen Dank für den Link, wobei da ja noch nicht viel drinsteht Vorletzter Absatz:
          „Wie genau und an wen die Widersprüche ab 2025 zu erfolgen haben, dazu hat macht das Bundesgesundheitsministerium noch keine Angaben.“

    2. Was ich noch vergessen hatte ist die anmaßende Übergriffigkeit der Woken gegenüber allen anderen, selbst denen, für die zu streiten sie vorgeben, wenn diese die vermeintliche Diskriminierung oder Beleidigung gar nicht als solche empfinden.
      Gutes Beispiel sind hier Frauen, die sich frei und aus eigenem Antrieb für eine Familie nach klassischem Rollenbild entscheiden und dafür als etwas dumm angesehen werden. Solchen wird von Woken einfach abgesprochen, entscheidungsfähig zu sein, weil in deren Welt eine solche Entscheidung ausschließlich als Resultat von Beeinflussung oder Unterwerfung möglich ist.
      Die härteste Aussage, die mir je begegnet ist, war, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau ja im Grunde gar nicht möglich sei… fast alle Frauen, die ich dazu gefragt habe, sahen das anders. Vermutlich, weil sie einfach noch nicht „erwacht“ sind.
      Woke maßen sich an, besser zum Diskriminierung zu wissen, als die vermeintlich Diskriminierten selbst. Sie weiten also eigene Traumata in vereinnahmender Weise auf die sie umgebenden Menschen aus. Dass diese sich gar nicht diskriminiert fühlen ist im Zweifel lediglich auf deren Unterentwicklung zurückzuführen.

      1. „Sie weiten also eigene Traumata in vereinnahmender Weise auf die sie umgebenden Menschen aus.“

        Ich glaube zwar vieles, aber an die „eigenen Traumata“ in keinem Fall!
        Wenn man sonst keine tiefgehenden Interessen oder ein Verständnis für Leben allgemein hat, freies Assoziieren und Denken unmöglich ist, aber ein Schwarm toter Fische seicht dahin dümpelt und dennoch eine treibende Gruppendynamik entwickelt, passiert so etwas – man fühlt sich „geborgen“ und wird Teil der sich selbst überbietenden Masse. Übrigens anwendbar auf fast alle Bereiche.
        Auch neigen Traumatisierte eher dazu, sich in sich zurück zu ziehen und nicht parolierend durch die Gegend zu tingeln, um geistbefreit alles platt zu walzen.

        1. „selbst empfundene Traumata“ wäre oräziser gewesen….unter Trauma gilt doch heute keine Enttäuschung oder Kränkung mehr als annehmbar….

          ;o)

          1. Na, der Versuch war schon ganz gut. Aber mehr verrate ich nicht, denn andernfalls müsste mein Vorschlag „eingebildet“ sein. 😊

            Dann bewegten wir uns aber direkt wieder im pathologischen, (krankhaften) Bereich, der zwar (allgemein) gut durch „Gesunde, nachhaltige, hochwertige Ernährung“ kompensierbar wäre, aber DAS Thema hatten wir schon. 😉
            Dazu müsste man auch erst ein beworbenes Kochbuch kaufen, das !lesen und verstehen! sowie handwerklich umsetzen können usw.; spätestens da hat es sich bereits mit der „Gesundung“!🤣

    3. Was machen wir jetzt mit dieser Menge von Gescheiterten?
      Früher waren sie in der Kirche oder sind nicht aufgefallen. Sie wurden auch nicht so verhätschelt.
      Jetzt finden sie über die sozialen Netzwerke Gleichgesinnte und werden laut. Damit haben sie schon ihre Eltern tyrannisiert.

    4. Ich nenne sie ja neue Puritaner. Genauso nervig und besserwisserisch und moralisch selbstüberhöhend.

      Generell bei linken Auswüchsen gibt es auch immer diesen naiven Glauben, wenn erst einmal alles zerstört ist, dann automatisch das Paradies eintritt. Einfach so.

  3. Jeder, der Menschen kategorisiert und sie in Schubladen steckt, hat die Würde des Menschen nicht verstanden. Natürlich gibt es Diskriminierung. Die ist vielfältig, äußert sich natürlich auch gegen die von den „Woken“ gemeinten Gruppen und gehört politisch bekämpft. Diskriminierung gibt es aber auch gegen Menschen, die sich den Kategorisierungen der „Woken“ entziehen, da hilft auch kein Sternchen hinter irgendwelchen Buchstabenketten. Konkret: wenn es in Betrieben den Unternehmern gelingt, eine Regenbogenfahne auf dem Unternehmensdach zu hissen und das abgefeiert wird, alle darüber reden aber keiner mehr für höhere Löhne für ALLE kämpft, haben ALLE verloren. Da hilft es auch nichts, wenn der neue Chef aus Indien kommt und vielleicht eine Frau ist. Wokeismus spaltet. Sein im Kern vernünftiges Anliegen wird wie oft, wenn Ideen insbesondere durch damit Geld verdienende Aktivisten übertrieben werden, in sein Gegenteil verkehrt.

    1. Wokeness ist das Kasperle-Programm des faschistoiden Neoliberalismus: Ablenken und „Fortschrittlichkeit“ vortäuschen, damit die Kinderlein ja nicht auf die Idee kommen, die (richtigen) Fragen zu stellen.

    1. kollektiver Schwachsinn muß erklärbar sein,
      wer diesen Stuss braucht, sollte sich ein großes
      rotes -W- auf die Stirn malen, nicht zu vergessen,
      auch seinen Kindern. Schließlich muß man das Recht
      haben , sich vor diesen Nichtsnutzen zu schützen.

  4. Einerseits hat man keinerlei Verständnis dafür, dass in armen Gesellschaften ohne Sozialsystem die Familie diese Funktion hat, andererseits versteht man auch nicht, dass in Gesellschaften mit Sozialsystem die Familie an Bedeutung verliert. Die ganze Aufregung um Wokeness und Abtreibung entsteht aus der grenzgenialen Idee, die Frauen in einen Vermehrungswettlauf mit den Neubürgern zu treiben, um die Islamisierung des Abendlandes zu verhindern und das Rentensystem abzusichern. Und Gendern ist sowieso viel zu bedeutungslos, um eine Rolle zu spielen. Mit solchen Dummheiten tun sich die Populisten keinen Gefallen. Die Neubürger passen sich bezüglich Vermehrung den Indigenen an und die Renten werden durch Wirtschaftswachstum gesichert und Überfremdung verhindert man durch Stop der Migration. Sich für Heteronormativität stark zu machen, und den Islam wegen seiner heteronormativen Unterdrückung abzulehnen, ist ein Widerspruch, aber kognitive Dissonanz spielt in dekadenten Gesellschaften ja keine Rolle mehr, egal ob woke oder populistisch.
    p.s. Werft Frau von Storch aus der AfD. Sie schreckt viel mehr Leute ab, als sie Stimmen bringt.

  5. Warum kontern? Ich finde Wokeness toll, solange es sich auf die westlichen Gesellschaften beschränkt. Wokeness ist die Selbstverbrennung dieser Gesellschaften, die jahrhundertelang Mord, Krieg und Ausbeutung an Regionen verübt haben, die ihnen waffentechnisch unterlegen waren. Dass diese Praktiken, die innerhalb des Westens selbst natürlich strengstens verboten waren, zu einer Schizophrenie geführt haben, ist verständlich. Und die Wokeness ist der Ausdruck dieser Schizophrenie.
    Natürlich wäre es den allermeisten Menschen, inklusive mir lieber, wenn der Westen einfach seine kolonialistischen Ambitionen aufgibt und beginn ehrlich und fair zu handeln (was auch seine Heilung wäre), aber das ist so, als würde man an den Weihnachtsmann glauben. Das kann er nicht, also ist es besser, er frisst sich selbst auf und zerstört den Träger seiner Ideen selbst.
    Die Geburtenrate ist in den meisten westlichen Staaten längst deutlich unter 2, in vielen Regionen vermutlich sogar unter 1, was nur durch den Zuzug von Immigranten aus aller Welt, welche zumindest in der 1. Generation noch eine höhere Geburtenrate haben, verschleiert wird. Dies wird sich auch nicht ändern lassen, denn wenn wir mal die Genitalverstümmelung durch die Geschlechtsumwandlung außen vor landen, so reicht bei den meisten Menschen das Einkommen nicht, um maximal ein Kind aufzuziehen und dies war bereits vor Corona und der Explosion der Energiepreise so. Und, nur um das „linke“ Argument vorwegzunehmen, es gibt hier keine Unschuldigen im Westen. Alle haben hier profitiert, egal ob Unternehmer oder Arbeiter, keiner hätte seinen Lebensstil so halten können ohne diese Ausbeutung der Welt. Und interessiert hat es auch keinen, selbst jetzt interessiert es kaum einen, obwohl sich das Problem offen und direkt zeigt.

  6. „Wokeness“
    -> die zeitgenössische Variante der „ewigen Linken“, diesmal allerdings nicht in der intellektuellen oder humanistischen Form, sondern ganz unverblümt offen …

  7. Was im Artikel etwas zu kurz kommt, ist die Trans-Ideologie.
    Kinder, die in solche Kreise geraten, können körperlich massiv geschädigt werden. Allein schon durch Pubertätsblocker und nachfolgend gegengeschlechtliche Hormone.
    Wenn sie dann vielleicht im Alter von 25 Jahren feststellen, dass es für sie doch die falsche Entscheidung war, sind sie irreversibel „umgebaut“ und können keine eigenen Nachkommen mehr haben.
    Was für ein seelisches und köperliches Leid erzeugender Wahnsinn das doch ist.

  8. Wirth versucht, wie alle neurechten Ideologen, die Herkunft der woken Ideologie, wie auch der Postmoderne insgesamt, aus dem antikommunistischen und antimarxistischen Kreuzzug zu verschleiern (ich nehme ihm nicht ab, so dumm zu sein, dass er das nicht weiss). Die postmodernen, wie auch die strukturalistischen und poststrukturalistischen Ideologien (Foucault, Derrida et alii) wurden massiv durch Programme der CIA, des MI6 und andere Dienste und Einrichtungen der NATO gefördert. Ziel war die Zurückdrängung marxistischen Einflusses auf die Akademie.

    Gleichzeitig verbreiteten retardierte Rechtslastige, vor allem in den USA, aber auch hier etwa durch den „Blogger“ Damisch, political correctness, Gender Mainstreaming etc. seien „marxistisch-leninistisch“, der selbe Vorwurf wurde gegen die Frankfurter Schule erhoben.

    Der Kampf der imperialischen und faschistischen Ideologien gegeneinander könnte amüsieren, wenn es nicht so traurig wäre, wie viele Idioten auf die Propaganda von rechts („Woke ist links“) und pseudolinks (Kampf gegen die AfD ist Kampf gegen Faschismus) hereinfallen. Eine Tragödie menschlicher Blödheit.

      1. Die Woken sind genauso fanatische Antimarxisten und Antikommunisten wie Himmler und Goebbels, auch ihr Russenhass liegt auf der selben Ebene. Goebbels hat sich und seine Bande auch bei Bedarf als Sozialisten verkleidet, zum Empfang im Industrieclub wurde der Mummenschanz abgeworfen.

        Neurechte Propagandisten behaupten auch, die Nazis seien Linke gewesen, so what?

      2. Ich finde es lustig, wenn einerseits kritisiert wird, ein sich „als Frau fühlender Mann“ sei noch lange keine Frau, auch wenn er sich als solche „identifiziert“ – da es objektive Kriterien dafür gibt, ob es sich bei einem Mann um einen Mann und bei einer Frau um eine Frau handelt – sobald es um das Thema „woke“ geht, wird das aber über Bord geworfen.

        Da reicht es völlig aus, wenn sich die „Woken“ selbst als „links“ empfinden oder „identifizieren“ und man verzichtet darauf, sie an irgendetwas zu messen, was tatsächlich links ist.

        Es ist bei der „woken“ Ideologie doch offensichtlich, Sozioökonomie und politische Ökonomie ist verschwunden – man wird in „Privilegierung“ und „Unterdrückung“ hineingeboren, weil diese biologisch determiniert sind.
        Intersektional „woke“ gesehen ist eine schwarze lesbische Milliardärin dreifach diskriminiert und ein weißer heterosexueller Obdachloser dreifach privilegiert.
        Was soll er machen, um seine Lage zu verbessern?
        Seine „weißen Privilegien“ verkaufen?!
        Man muss schon ziemlich verbohrt sein, um da noch „links“ zu sehen.

        Ich will nicht ausschließen, dass die Geheimdienste früher kräftig bei der Entstehung mitgeholfen haben (übrigens kein Scheiß: der CIA hat die Verbreitung von Jazz nach dem 2. WK gesponsort), aber heute sind nachweislich die Tech-Konzerne, think tanks, „N“GOs und die Unis (inkl. hier unser Staat) die Hauptakteure bei der Etablierung.

  9. Und für politische Menschen der Linken lesenswert:

    Susan Neiman „woke ≠ links“
    (2023, Berlin Hanser-Verlag)

    In Albert Einsteins Potsdamer Fußstapfen – erinnert uns Susan Neiman wieder dran, auf welchen Füßen die Linke steht.
    Und wie diese Linke seit den griechischen Philosophen und der Aufklärung auf diesen Füßen gelaufen ist, ohne sich vom woken „Stammesdenken“ in tausend Stücke spalten zu lassen. Eine sehr anregende, „ganzheitliche“ und optimistische Kampfschrift für uns Nicht-Philosoph:innen.

    1. Ich gucke mir gerade ein Video von ihr an.

      Die Dame ist Amerikanerin mit Deutsch als Zweitsprache.

      Susan Neiman – Links ist nicht woke

      https://www.youtube.com/watch?v=Yof7XfavC6Q

      „ein Streit, der an amerikanischen Universitäten angefangen hat, ist durch die Welt gegangen.“

      „Cancel-Culture = Methode, nicht Idee, wird von beiden Seiten benützt“ stimmt.

      „Identitäten Teile einer Gesamtidentität“ Dabei erklärt sie gut, wie man da Schubladen aufmachen kann, aber auch darauf achten sollte, wie diese dann gewichtet werden. usw.

      Vielleicht lese ich das Buch von ihr, wobei ich echt viele andere Bücher eher lesen muss.

      Leiterin des Potsdamer Einsteinforum, äh ja will ich mich jetzt nicht weiter beschäftigen mit.

  10. Wenn „es so etwas wie eine vom Körper abgekoppelte, unabhängige Geschlechtsidentität“ nicht gibt. Wenn vielmehr „Biologie und soziale Einflüsse hier in der Regel auf natürliche Weise Hand in Hand [gehen] und ein weiblicher Mensch entwickelt das entsprechende Selbstwissen und kohärente Gefühl darüber, ein Mädchen oder eine Frau zu sein – bei Männern genauso.“ Woher kommen dann bitte Transsexuelle Identitäten? Genau die angesprochene Regel erklärt nicht die Ausnahmen. Ich verstehe nicht woher die angeblich natürliche Entsprechung (von biol. Geschlecht und Identität) notwendig kommen soll, wenn sie in der Realität offensichtlich nicht notwendig ist?

  11. Sind die Menschen erst seit Edward Bernays ‚woke‘, oder vorher schon?
    Natürlich wurde annodazumal nicht ‚woke‘ kommuniziert, sondern in der deutschen Sprache. Aber was soll’s seit englisch die Weltsprache geworden ist nach dem verlorenen Krieg.
    Hatte nicht Herr Bürger berichtet, wie es ist als homosexuell bekennender, aber auf der falschen Seite ist vom ‚woke‘ sein!
    Mir persönlich ist ein Herr Bürger wesentlich lieber, als die kreischenden ‚Dragqueens‘ die auf jungen und den jüngsten losgelassen werden.
    Solange die jüngsten ihre neue Droge erhalten, das unkontrollierte Netz der Dinge, solange sind die Leute machtlos. Es ist das Netz das jeden Schmarrn bringt und dadurch die Schäden verursacht, das z.B. Fr v. d. L illegal einen Posten innehält und aber Millionen gucken zu im Netz der Dinge. Absolutes Versagen jeglicher demokratischen Instanzen!

  12. Ein anderer Leser versteht nicht, dass die sog. „Wokeness“ eine Variante der „ewigen Linken“ ist – also der ewigen extremen Linken (i.S. von Ernst Nolte).

    Nicht eine Variante der marxistischen Linken, sondern der ewigen Linken, deren Vertreter, aus immer wieder anderen und neuen Milieus kommend, sich seit Jahrhunderten neidvoll beklagen, zu kurz gekommen zu sein – warum auch immer – und sich daher hasserfüllt anklagend nach dem Umsturz sehnen (von welchen Verhältnissen auch immer), um selbst an die Fleischtöpfe zu kommen.

    Dieser Leser versucht nun, die ideologische Herkunft der sog. „Wokeness“ aus dem „antikommunistischen und antimarxistischen Kreuzzug“ der CIA usw. konstruieren.
    Zitat: „Die postmodernen, wie auch die strukturalistischen und poststrukturalistischen Ideologien (Foucault, Derrida et alii) wurden massiv durch Programme der CIA, des MI6 und andere Dienste und Einrichtungen der NATO gefördert. Ziel war die Zurückdrängung marxistischen Einflusses auf die Akademie.“

    Hmm? Will er etwa allen ernstes behaupten, die CIA und die NATO hätten die sog. Wokeness“ inszeniert?? Bisschen weit hergeholt.
    Allerdings stimmt es durchaus, dass die Identitätspolitik der „Wokeness“ und der „Lifestyle“-Linken wegen ihrer zersetzenen Wirkung die Interessen globalistisch-neoliberaler Kreise bedient.
    Andererseits scheint die heutige „Wokeness“-Bewegung allenfalls eine ins Primitive und Extremistische gehende gedankliche Fortentwicklung jener älteren philosophischen Richtungen darzustellen. Anderes und neues Gedankengut und andere INTERESSEN kommen ergänzend und bestimmend hinzu.

    Eine Auflösung des Widerspruchs kommt zustande, wenn man sich bewusst macht, dass dieser Leser sich vermutlich gar nichts anderes als eine marxistische Linke vorstellen kann.
    In diesem Sinne mag sein Gedanke nachvollziehbar sein, denn die sog. „Wokeness“ stört und konterkariert ja politische Bestrebungen der traditionellen Linken (-> Zersplitterung der Interessen, Erschwerung/Verhinderung der Herausbildung eines revolutionären Subjekts, Ablenkung vom Thema ökonomischer Konflikte usw.)

    Wäre übrigens durchaus zu diskutieren, ob der „woke“ Mob in den USA von Marx als „Lumpenproletariat“ bezeichnet worden wäre.

    Für einen Konservativen gehören indessen alle diese Richtungen zur Linken, sowohl die marxistische Linke als auch die „woke“ bzw. identitätspolitische Linke und natürlich auch jede Variante der „ewigen Linken“.

    Nun ist ja jeder frei darin, selbst eigene Definitionen zu ersinnen und so zu verwenden, wie er mag. Ich würde mich hüten, einem Marxististen vorzuschreiben, wie er „Kapitalismus“ zu definieren hat. Das geht mich nichts an.
    Genauso wenig hat es einen Linken etwas anzugehen, wie ein Konservativer den Begriff „links“ definiert; von einer gemeinsamen Terminologie haben sie sich ja zuerst verabschiedet … !

    1. Ein wenig Munition für den Standpunkt von aquadraht:

      Why Wokeness Is a Scam | Glenn Loury & Norman Finkelstein | The Glenn Show

      https://www.youtube.com/watch?v=0rvxnmIJ7yQ

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kongress_f%C3%BCr_kulturelle_Freiheit

      Germany made in USA

      https://www.youtube.com/watch?v=tfXLOtlYC7E

      Wie sonst so mit Bürgerrechtlern umgegangen wurde:

      https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO

      oder mit Gewerkschaften:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Union_Busting

      Deutsche Geschichte, wie der BND und Verfassungsschutz mit Studentenbewegung und radikalen Linken u.a. umgingen, war mir immer zu provinziell, aber ist natürlich ein Unterkapitel, wovon ich nicht so viel weiß.

      Unterkapitel deshalb:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Gehlen

      auch lecker:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Condor

      https://de.wikipedia.org/wiki/Andenpakt_(CDU)

      https://de.wikipedia.org/wiki/Legion_Condor

      Viel Spaß beim Missionieren für den heiligen Konservativismus! Das ist wirklich unverzichtbar für das Overton-Window, sonst würde hier ja Niemand den Konservativismus verstehen.

      1. @ Garry

        Sie scheinen nicht gemerkt zu haben, dass ich ihm gar nicht so sehr widersprochen habe. Im Rahmen seiner gedanklichen Konstrukte hat er ja recht.
        Allerdings sind seine gedanklichen Konstrukte nicht meine gedanklichen Konstrukte. Ich dachte, ich hätte das ausreichend klar differenziert.

        Könnte es sein, dass auch Sie jene Grüppchen, die ich die „ewige Linke“ nenne, gar nicht der Linken zuordnen wollen, weil sie ebenso denken wie er?!

        Natürlich kann es sein – ist vielleicht auch so – dass das „woke“ linksextreme Milieu von US-Diensten gefördert wurde (vielleicht auch noch wird).
        Trotzdem wähnt sich dieses Milieu frei, souverän und links! Aber auch, dass es sich verselbständigt, ist denkbar. Nicht alles kann gesteuert und geplant werden. Dass das doch so ist, ist ein beliebter Irrglaube der Linken.
        Es ist also gar nicht sonderlich wichtig, ob bzw. wie sehr das „woke“ Milieu gefördert wird, entscheidend ist, dass es viele Leute gibt, die da mitmachen und sich dafür hergeben.

        Ihre vielen Videos sind mir ehrlich gesagt zu viel. Nach kurzem Anklicken weiß ich auch nicht recht, was das soll. Außerdem wissen Sie doch, dass ich als Konservativer kein Problem damit habe, wenn der Staat gegen Linksextreme vorgeht. Früher tat er es ja noch.

        1. Also wieder der gleiche Psychopath namens Panzerhaubitze:

          “ Außerdem wissen Sie doch, dass ich als Konservativer kein Problem damit habe, wenn der Staat gegen Linksextreme vorgeht.“

          Als Antwort auf einige Links, die andeuten, dass Millionen echte und vermeintliche Kommunisten von „Konservativen“ verfolgt, gefoltert und ermordet wurden.

          Was dich auch immer verrät, dass du so unsäglich faul bist, außer dem kläglichen Wortschatz und dümmlichen Doppelsprech.

          Und als echter Psychopath, dafür dass du die Leute hier piesackst, willst du gesiezt werden.

          Die 3 anderen Rechten, denen ich heute geantwortet habe, die sich eher kurz hielten, normalerweise ist ja das die Taktik, um sich nicht zu sehr zu verquatschen und selbst zu belasten, sind die gleiche braune Schlonze. Kann auch alles der gleiche Troll sein, gibt ja keine Kontrolle.

          Also was lernen wir daraus? Na? Was wohl? Nein, du lernst nichts.

          1. @ Garry

            Sie sind ein unhöflicher, grober und unverschämter Mensch, der überdies noch Mühe hat, seine Gedanken präzise und sachbezogen zu formulieren.

            Wären Sie wirklch ein Linker, vor dem man Respekt haben könnte (ja, es gibt welche), dann würden Sie sich darum bemühen, durch ein eigenes gutes Verhalten ein Vorbild für andere zu sein. Das schaffen oder wollen Sie aber nicht.
            Was bleibt übrig?

            Dass Sie außerdem unfähig oder unwillig waren, in der Sache zu diskutuieren, hat nun auch jeder gemerkt.

            Träumen Sie weiter in Ihrem Paralleluniversum und sparen Sie sich die Zeit, mir zu schreiben. Ein Austausch ist nicht sinnvoll.

            1. So fing das an im ersten Posting:

              „Ein anderer Leser versteht nicht, dass die sog. „Wokeness“ eine Variante der „ewigen Linken“ ist – also der ewigen extremen Linken (i.S. von Ernst Nolte).“

              ewige Linke, ewige Juden … Zufälle gibt es.

              Dann geht es weiter im Text, dass die ewigen Linken nur eine Neiddebatte führen würden. Oder neulich ging es um das Unwort des Jahres 2023 „Remigration“. Ein anderes Unwort, was nicht fiel im Forum, aber hier sehr gut passt, war „Sozialklimbim“.

              https://de.wikipedia.org/wiki/Hundepfeifen-Politik

              Ernst Nolte zu erwähnen, geht überhaupt in die Richtung: Wie braun darf es denn sein?

              „Dieser Leser versucht nun, die ideologische Herkunft der sog. „Wokeness“ aus dem „antikommunistischen und antimarxistischen Kreuzzug“ der CIA usw. konstruieren.
              Zitat: „Die postmodernen, wie auch die strukturalistischen und poststrukturalistischen Ideologien (Foucault, Derrida et alii) wurden massiv durch Programme der CIA, des MI6 und andere Dienste und Einrichtungen der NATO gefördert. Ziel war die Zurückdrängung marxistischen Einflusses auf die Akademie.

              Hmm? Will er etwa allen ernstes behaupten, die CIA und die NATO hätten die sog. Wokeness“ inszeniert?? Bisschen weit hergeholt.“

              Geheimdienstliche Operationen und deren Auswirkungen werden geleugnet als Verschwörungstheorie, worauf ich Bezug nahm. Hier zeigt sich auch wieder wie faul die Panzerhaubitze als NATO-Troll (mit offenem braunen Ende der Skala) ist. Dann kommt im nächsten Post der nächste entlarvende Satz, dass früher noch Linksextreme ordentlich verfolgt wurden, nicht so wie heute, als Antwort auf das Posten eines Links zu z.b. Operation Condor. Das war also alles in Ordnung damals. Na klar.

              “ Außerdem wissen Sie doch, dass ich als Konservativer kein Problem damit habe, wenn der Staat gegen Linksextreme vorgeht.“

              Ist das letzte Posting nicht etwas viel passiv-aggressives Mimimi, um nicht aus der Rolle zu fallen?

              Natürlich ist die Panzerhaubitze die verfolgte Unschuld. Wenn da nur nicht diese groben, unverschämten Linken wären, die in einer Parallelwelt leben und nicht richtig präzise und sachbezogen argumentieren können. Wenn die der Haubitze zustimmen würden, das wären die Linken, die er als feiner Herrenmensch respektiert.

              Natürlich stellt sich die Frage: Ernst oder Satire?

              Kommt es darauf überhaupt noch an?

  13. Naja, kann man so formulieren, obwohl mir ein bisschen die Substanz fehlt. Viel konstruiert aus Annahmen und Erwartungen.

    Einfach gesagt, wo es früher hiess „Holzauge sei wachsam“, heisst es jetzt „Guter Bürger, sei woke“.

    Bedient die Blockwartmentalität des Primaten im Menschen, kein Wunder dass das in D-Land auf fruchtbaren, oder war es furchtbaren, Boden fällt.

  14. Ein „Wok“ ist ein runder Topf in Form einer Kugelkappe, in der Nahrung erhitzt wird. „Ness“ ist im Englischen eine ins Meer ragende Landzunge, von der Wortherkunft eine „Nase“. Angehörige der Wokness-Sekte stecken ihre Nasen in Dinge, die sie nichts angehen und erhitzen damit ihre Gemüter. Man könnte also „Wokness“ mit „naseweise Empörung“ übersetzen.

    Eine weitere Übersetzungsmöglichkeit:
    „Woke“ ist die Vergangenheitsform des Verbes „wake“. He/she/it was woke – wie der derzeitige Zustand ist, bleibt dabei unbekannt, vermutlich wieder eingeschlafen. Die Endung „-ness“ ist ein Endmorphem analog dem deutschen „-nis“ und wird genutzt, um ein Abstraktum zu bilden, das sich auf einen Zustand bezieht. „Wokeness“ würde demnach einen Zustand bezeichnen, der dem von eingeschlafenen Füßen ähnelt.

    Ehrlich gesagt, mehr fällt mir zu dem Blödsinnswort „wokeness“ nicht ein. Sich damit zu befassen, ist so langweilig, wie einem aufgeblasenen Wicht bei seinen Eigenlobhudeleien zuzuhören oder dem Bundespräsidenten beim Salbadern wider indonesische Künstler.

    Wenn ich mir Angehörige dieser Sekte vorstellen will, denke ich an Daniel Gottlob Moritz Schreber. Ich zitiere mal aus Wikipedia:
    „Der Begriff der Gesundheit schloss in dieser Zeit auch den Gedanken an „gesunde Triebabfuhr“ mit ein, weshalb Schreber unter anderem mit mechanischen Geräten zur Verhinderung der Masturbation experimentierte. Überdies empfahl er Axthauen und Sägebewegungen, in schwierigen Fällen abendliche kalte Sitzbäder, Kaltwasserklistiere und das Abreiben der Schamgegend mit kaltem Wasser. Um gesunde Körper zu formen, konstruierte Schreber außerdem zahlreiche Apparaturen: etwa orthopädische Kinnbänder, um Fehlbissen vorzubeugen, Schulterriemen, die das Kind im Bett in Rückenlage hielten, und „Geradhalter“ für aufrechtes Sitzen.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Schreber

    Oder an Biedermeier, Füdlibürger, Bünzli, also an Spiessbürger, Philister.

    „In seinem 1930 erschienenen Roman Der ewige Spießer charakterisiert der Schriftsteller Ödön von Horváth einen Spießer als einen „hypochondrischen Egoist, der danach trachtet, sich überall feige anzupassen und jede neue Idee zu verfälschen, indem er sie sich aneignet“. Der Spießer reise in der Welt herum und sehe doch nur sich selbst. Was gut und böse sei, wisse er ohne nachzudenken.“

    „Die bösartigen Varianten von Spießern tauchen bei Honoré de Balzac in seinem Roman Die Kleinbürger auf, den Gehässigkeit, Klatschsucht, Verleumdung und Verrat, Dünkel, Besserwisserei und Aufgeblasenheit auszeichnen. Der Untertan in Heinrich Manns gleichnamigem Roman von 1918 ist ein autoritätshöriger Opportunist, Mitläufer und Konformist. Vieles daran erinnert an Adornos „Autoritäre Persönlichkeit“.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Spie%C3%9Fb%C3%BCrger

    Die treffendste Übersetzung von „Wokeness“ ist wohl „Borniertheit“.
    „Woke“ ist, wer borniert ist.

  15. Kurz gesagt:

    Genauso wenig hat es einen Linken etwas anzugehen, wie ein Konservativer den Begriff „links“ definiert; von einer gemeinsamen Terminologie haben sie sich ja zuerst verabschiedet … !

    Natürlich geht das Linke etwas an. Entlang dieser „Definitionen“ haben „Konservative“ über anderthalb Jahrhunderte und praktisch den gesamten Erdball „Linke“, Kommunarden, „jüdische Bolschewisten“, „Juden und Marxisten“ etc. nicht nur definiert, sondern zu Millionen abgeschlachtet, ob Cavaignac, Petljura, Denikin, Himmler/Heydrich, Bandera/Schuchtjewitsch, Suharto, LeMay, Pinochet und wie die „Konservativen“ noch hiessen.

    Das Nebelwerfen gehört dabei zum Geschäft, darunter auch die systematische Unterwanderung emanzipatorischer Bewegungen. Man braucht sich nur die Entwicklung etwa von Fücks/Harms von „Maoisten“ zu Nazicheerleadern und Zensuraktivisten in der Unterdrückungsgruppe „Zentrum Liberale Moderne“ anzusehen. Das sind auch inzwischen „gute Konservative“.

    1. Ich habe den Eindruck, dass Sie sich noch nie wirklich mit dem Denken von Konservativen beschäftigt haben. Für Sie scheint es immer nur Schwarz oder Weiß zu geben. Ein sehr simples und manichäisches Weltbild, das überdies auch einsam macht, denn wer kann dann schon Gnade finden unter Ihren Augen!

      Wer nicht links – nein: wer nicht linksextrem ist – der gehört für Sie automatisch zur Seite der Feinde.

      Nur am Rande bemerkt: Den gewaltigen Leichenberg, der auf das Konto von Kommunisten, Jakobinern usw. geht, haben Sie vergessen! Und all das Unrecht außerdem. (Ach ja, ich vergaß, das waren Ihrer Meinung nach ja gar keine Linken, jedenfalls keine richtigen, keine guten, denn die kommen ja erst noch … )

      Lassen wir das.
      Wir können uns anscheinend nicht leiden, und ein Austausch ist vermutlich Zeitverschwendung.

  16. Wenn sich einer auf Nolte beruft, für den die Shoah eine „asiatische Tat“ war, ist eigentlich alles gesagt.

    Und nein, ich habe kein grundsätzliches Problem mit Konservativen, und ich kenne die Positionen recht gut. Es gibt aber einen Unterschied zwischen konservativem Traditionalismus und aggressiv-reaktionärem „Konservatismus“. Mit ersterem ist Koexistenz möglich, zum „konservativen“ Antikommunismus dagegen nur Gegnerschaft. Mit „nicht mögen“ von Kommentatoren, die ich nie gesehen habe, hat das nichts zu tun, das ist kindisch.

    Was die Frage betrifft, was links ist und was nicht, sind die Definitionen von Mausfeld, Tariq Ali et alii (Die extreme Mitte) brauchbar. Eine gute Zusammenfassung liefert Wolf Wetzel: https://overton-magazin.de/kolumnen/kohlhaas-unchained/rechte-linke-antworten-auf-die-krise-sind-weder-egal-noch-gleich/

    Danach sind „identitäre“ und „woke“ Positionen eben nicht „links“. Wie Mausfeld ausführt, sind auch liberale Positionen nicht einfach „nicht links“, sondern häufig reaktionär und antidemokratisch. Was nicht heisst, dass es nicht linksliberale Positionen gibt, die im Sinne obiger Definitionen als links im weiteren Sinn gelten können.

    Auf den woken Mist trifft das nicht zu. Und das ist keine Ausflucht wie etwa die, die den Sowjetsozialismus, Stalin, Mao etc. als „nicht links“ erklären möchte, um „wahres, gutes“ etc. Linkssein abzugrenzen. Das ist Flucht aus der Verantwortung, wie es die Bürgerlichen mit ihrer blutgefleckten Geschichte gern tun, vor der sich jeder Robbespierre, Stalin, Mao etc. verstecken muss.

    1. Ich kenne mich nicht so gut aus, bin zu jung und nicht in „Deutschem Idealismus“ gebildet, aber auf den ersten Blick fiel mir auf, dass es bei dem Nolte nur so von Sprache wimmelt, die in typischer Manier, wie auch die AfD versucht sich möglichst knapp neben der Sprache der Nationalsozialisten zu platzieren – um das dann mit groß aufgeblasenen Backen abzustreiten, dass sie irgendwas mit den Nazis zu tun hätten.

      Er schrieb, wie schon angedeutet von „ewigen Linken“. Bei den Nazis waren es „ewige Juden“ usw. Juden wurden als parasitär bezeichnet von den Nazis. Er spricht von Neiddebatte der ewigen Linken.

      Das ist auch, was der „Marketingexperte“ Martin Sellner macht wie Jean Peters es in dem Podcast von Logbuch-netzpolitik nannte.

      „Lass uns nicht Neo-Nazis nennen, lass uns Identitäre nennen.“ „Nicht Rassen, sondern Ethnien“ „Lass uns über Remigration reden“ „Lambda statt Hakenkreuz“ (..)

      Letztlich ist dieses sehr plumpe Rebranding ziemlich langweilig, denn intelligente Menschen kann man damit nicht täuschen.

      Bei dem Historikerstreit ging es um die Relativierung der Einzigartigkeit der Shoah, soweit ich verstanden habe.

      Relativieren ist legitim, allerdings ist die Frage, WER das versucht und warum?

      Wenn z.B. der Anthropologe David Stannard von „American Holocaust“ schreibt, geht es nicht darum die Shoah herunter zu spielen, sondern die Aufmerksamkeit der Amerikaner auf ihren eigenen Holocaust zu lenken, statt dass sie sich hinter dem Gedenken an die Shoah verstecken.

      Norman Finkelstein schrieb über die Holocaust-Industrie.

      Oder Ali Abunimah sagte, dass Deutschland aufhören muss, die Palästinenser für ihre Verbrechen bezahlen zu lassen.

      Ich würde also auch von der linken Seite deutscher Historiker (Transatlantiker) abweichen, für die die Einzigartigkeit der Shoah genauso unverrückbar ist wie das Existenzrecht von Israel. Bei Nolte paraphrasiert ist das dann der ‚kollektive Schuldkult“, also ein klassisches Nazi-Argument, womit sie sich beschweren, dass das die Wiederherstellung des deutschen Imperialismus aufhielte.

      Dazu gehören dann die Abrechnungsphantasien „Wenn wir wieder an der Macht sind, dann ist Schluss damit“. Oder hier hatten wir die Variante: „Früher wurden Linksextreme noch ordentlich verfolgt.“

      Der kann froh sein, dass ihn hier keiner Ernst nimmt.

    2. @ aquadraht

      Ich stimme Ihnen zu, dass es bei Konservativen viele Spielarten gibt.
      So, wie Sie, Wetzel oder Mausfeld einige Gruppierungen nicht mehr zu den Linken zählen (z.B. diese „woke“ Szene), so würde ich vermutlich manche, die Sie als „konservativ“ oder „reaktionär“ bezeichnen, nicht mehr zu den Konservativen zählen.

      Es ist halt so, dass man desto mehr Unterschiede bemerkt, je näher man an dran ist.

      Die Definitionen von „links“ die Sie erwähnen, sind eben Definitionen von bestimmten Leuten. Nebenbei von Leuten, die sich selbst als „links“ einschätzen.
      Es gibt aber auch andere Definitionen, z.B. von Liberalen oder von Konservativen.
      Die Leute haben alle Freiheit der Welt, so zu definieren, wie sie wollen. Die Gedanken sind frei.

      Meine eigene Definition hat mit den von Ihnen genannten Definitionen (ich kenne sie nicht) vermutlich eine gewisse Schnittmenge, berücksichtigt daneben aber gewiss auch andere Kriterien.
      Für mich sind solche Definitionsgeschichten aber ehrlich gesagt nicht sonderlich wichtig oder interessant. Es sind bloß Wörter, die man irgendwo anklebt. Es gibt nichts Ermüdenderes und Sinnloseres als Definitionsdebatten!

      Dann habe ich Ihre Denkweise im Hinblick auf die „Wokeness“ ja anscheinend richtig charakterisiert.

      Zu Nolte:
      Ich bin kein Anhänger von Ernst Nolte. Wirklich nicht. Einigen seiner Gedankengänge haftet sogar etwas seltsam Manisches an, und sein Interesse für den NS geht über ein distanziert-nüchternes Betrachten hinaus. Außerdem ist er von Hause aus Philosoph und nur auf Umwegen Historiker geworden, was den Blickwinkel („die Brille“) nicht unbedingt positiv beeinflusst.

      Anderserseits gibt es einige Überlegungen von ihm, die durchaus helfen, die Geschichte besser zu verstehen. Jener bewusste Zusammenhang zwischen kommunistischer Revolutionsdrohung und faschistischer / nationalsozialistischer REAKTION hierauf („Nexus“), ist für idealistische Linke natürlich empörend und leicht zu beschimpfen – aber weit schwerer zu widerlegen.

      Seinen Begriff „ewige Linke“ habe ich zuletzt übrigens doch nicht ganz richtig verwendet, denn er bezieht die Marxisten bzw. Kommunisten sehr wohl mit ein. Der entscheidende Punkt ist für ihn, inwieweit eine linke Richtung noch kompromissfähig ist und davon Abstand nimmt, extreme Egalitätspositionen auch durchzusetzen.

      Inwieweit man die „woke“ Szene nun als links oder nichtlinks bezeichnet, hängt von der eigenen Definition von „links“ ab. Für mich zählen sie aus bestimmten Gründen, die ich oben wohl schon euinmal angedeutet habe, zur Linken dazu. Allerdings zu einer sehr primitiven, aintellektuellen und atavistischen Linken.

      Wie gesagt, halte ich es durchaus für möglich, dass diese Szene von US-Diensten zeitweise gefördert wurde, aber das bedeutet nicht, dass es „woke“ ohne diese Unterstützung nicht gäbe.

      Hier eine gar nicht so schlechte Beschreibung von Noltes Gedanken zur „ewigen“ Linken in einem Nachruf von Norman Siewert:

      „Vermutlich zeigte sich Noltes Konservativismus am deutlichsten darin, dass ihm der linksliberale Fortschritts-Optimismus und erst recht der sozialistische Vollendungs-Glauben suspekt waren. Ungleichheit und hierarchische Herrschaft galten ihm nämlich als Signaturen der historischen Existenz schlechthin. Sosehr er auch den Egalitätsideologien, d.h. der „ewigen Linken“, das vielleicht größte historische Recht zusprach, sosehr lehnte er ihren Finalitätsdogmatismus ab. Vielleicht, so Nolte, schreite die Geschichte zwar überhaupt erst voran, weil der Drang nach Emanzipation immer wieder sein Recht einfordert. Doch wo die gemäßigtere Linke bereit sei, Kompromisse zu schließen, würde das extreme Egalitätsdenken stets darüber hinausgehen und in letzter Konsequenz potentiell massenmörderische Vernichtungskonzeptionen hervorbringen. Das Tragische der „ewigen Linken“ sei daher, dass sie die Unmöglichkeit des Erreichens ihrer utopischen Ziele nicht einzustehen bereit sei und daher immer weiter vorwärts treibe, auch auf die Gefahr hin, das bislang erreichte aufs Spiel zu setzen.“

      Wichtig ist der letzte Satz.

      aus: https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/ernst-nolte-radikales-geschichtsdenken-im-system-der-fragefreiheit/

      1. “ halte ich es durchaus für möglich, dass diese Szene von US-Diensten zeitweise gefördert wurde, aber das bedeutet nicht, dass es „woke“ ohne diese Unterstützung nicht gäbe.“

        Viel Text darum herum – geändert hat sich nichts.

        Es wird einfach wiederholt, was da schon stand.

        Anderes Beispiel:

        Ob der Klimawandel wirklich durch Menschen verursacht wurde und wie sehr, das ist fraglich. Klassisches Klimaleugner-Argument, dass auch die Tabakindustrie lange benützte, um zu leugnen, dass Rauchen krebserregend ist und Schadensersatz zu zahlen.

        Trägt hier der „konservative“ Zweifler „mit dem gesunden Menschenverstand“ – dem ein Hinweis auf das Schicksal von Millionen Menschen, die als Kommunisten verfolgt wurden, egal ist und das er sogar noch begrüßt und wieder haben will – irgendwas selbst bei um seine Frage zu beantworten? Natürlich nicht.

        Entschuldigen muss er sich ja auch nicht. Da ist es wieder das hässliche Gesicht der Panzerhaubitze.

        Statt dessen kommt er wieder mit seiner „Philosophie“ und „Definitionen“. Die Platte hängt offensichtlich.

        Ich habe schon bemerkt, dass es kein Zufall ist, dass er ausgerechnet einen ehemaligen Kolumnisten bei der FAZ namentlich erwähnen musste. Ich schrieb das noch „tritt auf wie ein FAZ-Kolumnist“ bevor der Name Ernst Nolte fiel. Tja, warum konnte ich das schon davor erahnen? Könnte daran liegen, dass ich mich mit der Geschichte der FAZ, deutschen Medien, ihrem Werdegang nach dem 2. Weltkrieg beschäftigt habe, wie sie von den Alliierten zensiert und lizensiert wurden. Wissenschaftler wie Uwe Krüger haben das auch getan. Ignoriert der Troll natürlich auch alles.

        Jetzt haben wir einen ersten Link: tichyseinblick – natürlich. Denen ist auch die CDU noch zu links. Wenn man Ernst Nolte sucht, kommen ein Haufen Nachrufe als Erstes, worunter tichyseinblick nicht ist. Und ist das eine seriöse Quelle? Finanzbuchverlag. Crash Propheten, Aktien mit Kopf und der ganze Sumpf – sind die seriös?

        Ist das seriös, wenn in dem nächsten Zitat gleich wieder den „ewigen Linken“ „massenmörderische Vernichtungskonzeptionen“ unterstellt werden vom offensichtlichen Triebtäter, der nicht anders kann?

        Vorhin wies ich noch darauf hin, was aber unterging, wie sein Text vom „ewigen Linken“ weiterging, dass die ständig Neiddebatten führen würde. Eines der Unworte des Jahres war auch „Sozialklimbim“. Bei solchen Kampfbegriffen weiß Jeder gleich worum es gehen soll. Vergleiche mit dem ewigen Juden, der parasitär von der Gesellschaft lebt.

        Was hat sich jetzt mit all den Texten geändert? Nichts, außer dass sich der „Konservative“, der natürlich nichts mit Nazis zu tun hat, sein intellektuelles Loch noch tiefer gegraben hat.

        Das liegt natürlich daran, was der Herrenmensch konsumiert an Schrifttum, das beeinflusst auch sein Denken, bzw. sucht er sich das so aus, wie er meint, dass es zu ihm passt und seinem Menschenbild passt.

        Nach einer wissenschaftlichen Basis fragen wir hier gar nicht. Der Troll weiß gar nicht, was das ist. War auch noch nie anders. Es kamen immer nur so Fußnoten aus der rechten bis rechtsradikalen Echokammer, wenn man mal nachfragte, wo er seine Erkenntnisse und Theorien her hat.

        Auch mal beachten, über was wir hier jetzt schreiben und was das Thema des Artikels war. Es geht nur noch um den Troll und seine Ansichten. Er hat damit aber natürlich nichts zu tun.

      2. „Jener bewusste Zusammenhang zwischen kommunistischer Revolutionsdrohung und faschistischer / nationalsozialistischer REAKTION hierauf („Nexus“), ist für idealistische Linke natürlich empörend und leicht zu beschimpfen – aber weit schwerer zu widerlegen.“

        Das ist auch ein ganz perfides Zitat. Man vergleiche mal mit

        https://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile_1973

        Das interpretiert also der verkappte FAZ-Kolumnist (NATO-Troll) so, dass sich das die Linken in Chile selbst zu zuschreiben hatten, quasi als natürliche Immunreaktion des reinen Volkskörpers. Warum das so sein soll, dafür braucht er keine Beweiskette.

        Dass die CIA damit was zu tun gehabt haben könnte, das weiß er nicht so genau, wäre auch zu viel Arbeit sich damit zu beschäftigen. SO schrieb es auch damals die FAZ und andere NATO-Medien.

        Mittlerweile wurde diese Ereignisse aber gut erforscht und Akten dazu freigegeben bei der CIA.

        Muss die FAZ jetzt was korrigieren, bzw. ein Mea culpa nachreichen? Nein, natürlich nicht. Das wäre gegen ihre Ideologie und dann wären tausende und mehr solcher Korrekturen erforderlich. Also bleiben die alten Lügen einfach stehen. Nur wenn sie zu viel Aufmerksamkeit erlangen, dann könnte es sein, dass sie verschwinden, z.B. aus dem Internetauftritt, was man dann „stealth edit“ nennt.

  17. Ich schreibe mal noch was zum Artikel. (bevor ich vom Troll abgelenkt wurde)

    Der Artikel ist wirklich lang, aber ziemlich allgemein wissenschaftlich gehalten, so dass es selbst für mich als Jemand, der nichts mit dem Thema zu tun hatte, kaum Neuigkeiten gibt. Judith Butler, Genderstudies – schon mal gehört. Das ist schon eine sehr inhärente Erkenntnis, die die Autorin auch dadurch darlegt, wie wissenschaftlich unausgegoren Wokeness oder Gender-Studies davor sind.

    Ich hatte schon Finkelstein‘ Buch verlinkt, wo schon der Titel im Gegensatz steht und selbst polarisiert.

    Am Ende sagt die Autorin:

    „Bockwyt: Ich verfolge die Debatten um das Themenfeld der Wokeness und ich glaube, es hat sich hier etwas verändert, im Vergleich zu noch vor einem Jahr. Sogar die ZEIT, die einer konservativer oder gar rechter Haltung nicht verdächtig ist, postulierte kürzlich das Ende der Wokeness und meinte damit, der Peakpoint der Wokeness, die zwar inzwischen stark in Institutionen und Co. verankert sei, sei jetzt erreicht. Ob man diesen Befund teilt oder nicht, es scheint ein Umdenken zu geben. Man »darf« Wokeness jetzt wieder kritisieren. Noch vor ca. einem Jahr hieß es, das Wort »woke« überhaupt zu nutzen, unterstütze rechte Narrative. Dass hier jetzt eine Veränderung im Gange ist, ist vor allem denjenigen zu verdanken, die trotz Stigmatisierungen und Angriffen aufgrund ihrer Überzeugungen Kritik übten und üben.“

    Sie hört gerade da auf, wo es anfängt interessant zu werden. Werden verstärkt Maßnahmen der Wokeness überprüft und eventuell rückgängig gemacht?

    Gerade an den Unis wird vorgeschrieben zu gendern?
    Oder auf der Werbung von Unis und multinationalen Unternehmen lächeln einem viel zu oft 20-jährige exotische Schönheiten entgegen.
    Oder wird gar die Bolognia-Reform rückgängig gemacht?
    Oder wird wieder mehr darauf geachtet, dass Forschung in Deutschland nicht immer mehr nur noch in Englisch publiziert, sondern auch in Deutsch oder übersetzt wird?

    Was ist mit Frauen oder Minderheitenquoten -wird da was überdacht?

    Gegen Letztere Maßnahme habe ich gar nichts, nur müssen die dann auch fachlich qualifiziert sein.

    Das absolute Negativbeispiel in der Hinsicht war ja gerade die gefeuerte Harvard-Direktorin. Die war ja nicht in der Lage, sich gegen Antisemitismus-Unterstellungen zu wehren, weil sie gleichzeitig von zionistischen Spendern erpresst wurde. Wobei die eigentlich nur so inkompetent war wie ein männlicher Direktor, allerdings das Pech hatte zur falschen Zeit am falschen Ort aufzuschlagen. Sie war bis zu dem Vorfall sicherlich ähnlich gut im Spenden sammeln wie ein Mann. Die versteckte Ironie dabei, dass die dunkelhäutige Diverity-Kandidatin gefeuert wurde, weil sie angeblich nicht divers genug war.

    Überhaupt „gendern“ „woke“ – natürlich kommt das aus USA.

    Ich frage mich auch immer, warum die Leute, die :innen als weibliche Endung einführten, warum die nicht verdammt nochmal bemerkt haben wollen, dass eine Endung mit 5 Buchstaben und einem Sonderzeichen zu lange ist?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gendersternchen#Vorgeschichte

    Binnen-I und Plural … da waren echte Logiker am Werk.

    Am Besten an der Sache ist, dass die Engländer weit weniger gendern. Also unsere Sprache wird noch länger und komplizierter, deren Sprache bleibt kürzer.

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