»Was ich im Krieg erlebt habe, hat Spuren hinterlassen – sinnvolle Spuren«

Albrecht Müller, 2012
Sir James, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Ein sozialdemokratischer Verteidigungsminister will Kriegstüchtigkeit erlangen – der Sozialdemokrat Albrecht Müller nimmt das persönlich und hat nun ein Buch über sein Leben und sein politisches Wirken geschrieben.

Roberto De Lapuente im Interview mit Albrecht Müller.

 

De Lapuente: Herr Müller, Sie wollten kein Buch mehr schreiben, habe es nun dennoch getan. Heraus kam Ihr vielleicht persönlichstes Werk. Sie berichten vom Krieg und vom Elend: Wurde »Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein« – so der Titel des Buches – deshalb so, weil Sie es persönlich nehmen, dass Rüstung, Militarismus und Kriegsvorbereitung wieder so in Mode gekommen sind?

Müller: Dass ein Verteidigungsminister mit SPD-Parteibuch uns auffordert, kriegstüchtig zu werden, hat mich in der Tat persönlich getroffen. Das liegt auch daran, dass ich 1969 für einen großen Sozialdemokraten arbeitete, der in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 bekundete: »Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein« – und in den folgenden Monaten Verträge mit Moskau, Warschau und Prag aushandeln ließ, deren Kern das Bekenntnis zum »Gewaltverzicht« war. Willy Brandts »Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein« und die Forderung von Pistorius, »kriegstüchtig« zu werden – das ist wie Feuer und Wasser.

»Diese Erlebnisse haben sich mir unauslöschlich eingegraben«

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De Lapuente: Sie sind Jahrgang 1938: Welche persönlichen Erlebnisse während ihrer Kindheit im Krieg haben Sie am tiefsten geprägt?

Müller: Das Feuer am Nachthimmel meines Heimatsdorfes, als Mannheim im Nordwesten und Heilbronn im Südosten nach Bombenangriffen der Alliierten brannten. Dann aber auch die Jagdbomberangriffe auf unseren Bahnhof, der in der Nachbarschaft meines Elternhauses lag, und die Jagd dieser alliierten Flugzeuge auf Menschen auf der Straße, die in ihrer Not in den Bach sprangen, der an unserem Haus vorbeifloss. Diese Erlebnisse haben sich unauslöschlich eingegraben.

De Lapuente: Ihre ersten Lebenserinnerungen fallen in die Kriegszeit. Hatten Sie dennoch auch eine glückliche Kindheit?

Müller: Eigentlich ja. Kriegs- und nachkriegsbedingt war in unserer Familie unglaublich viel los. Zuerst kamen Ausgebombte, dann Flüchtlinge. In meinem Buch habe ich diesen großen Auftrieb positiv bewertet. Einem Kind kann eigentlich fast nichts Besseres passieren als ein volles Haus, also viele verschiedene Begegnungen mit verschiedenen Menschen. Aus meiner Mutter Sicht sah das ganz anders aus.

De Lapuente: Waren Ihre Eltern Sozialdemokraten?

Müller: Ganz und gar nicht. Mein Vater war Mitglied der NSDAP. Beide Brüder meiner Mutter auch. Sozialdemokraten und sogar Kommunisten gab es auch in unserem Dorf. Alle gingen in einer Klasse gemeinsam zur sogenannten Volksschule. Unmittelbar nach dem Krieg hatten wir sogar einen sozialdemokratischen Bürgermeister – kaum zu glauben.

De Lapuente: Haben Sie den Krieg mit dem Jahr 1945 hinter sich gelassen? Oder begleiteten Sie diese ersten Jahre Ihres Lebens immer und überall?

Müller: Was ich damals erlebt habe, hat Spuren hinterlassen – sinnvolle Spuren. Für mich sind Kriege nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen, mit militärischen Mitteln. In meinem Buch berichte ich von einem Lehrer, einem Mathematiklehrer, der immer wieder von seinen Heldentaten als Panzerkommandant berichtete – nur sechs Jahre nach dem Krieg. Wir waren als Schüler solchen Typen schutzlos ausgeliefert.

»Mich irritiert und stört vor allem die sichtbare Aggression gegen Russland«

De Lapuente: Sie waren Redenschreiber für Karl Schiller und Wahlkampfleiter für Willy Brandt. Was haben Sie von diesen Persönlichkeiten gelernt?

Müller: Auf diese Frage könnte ich stundenlang antworten. Ich verkürze und konzentriere: Von Bundeswirtschaftsminister Professor Karl Schiller habe ich gelernt, dass man mit reden, letztlich mit Sprache regieren kann. Schiller hat Konjunkturpolitik mit Sprache betrieben. Ein Beispiel: in der konjunkturellen Krise von 1966/67 hat er verkündet: »Die Pferde müssen wieder saufen.« Das sollte vermitteln: jetzt gehts los mit dem Aufschwung. Oder, als dann 1969 klar war, dass die Konjunktur läuft, wir aber unter einem ökonomisch falschen Wechselkurs zum Dollar leiden – damals ein Dollar für 4,20 DM, das war eine deutliche Überbewertung des Dollars –, hat Schiller festgestellt und gewarnt: »Wir verschenken jeden 13. VW.« Unsere Partner auf dem Weltmarkt konnten viel zu billig bei uns einkaufen.

De Lapuente: Brandt ist für viele Linke und Sozialdemokraten eine Sehnsuchtsfigur. Er war, wie überhaupt viele Politiker seiner Zeit, eine charismatische Gestalt. Kann man das fehlende Charisma der letzten Politiker-Generationen nur mit dem Umstand erklären, dass sie niemals eigene Erfahrungen im Krieg gemacht haben, wie beispielsweise eben jener Willy Brandt oder auch Helmut Kohl?

Müller: Eher nicht, das hängt eher damit zusammen, dass heute weniger junge Menschen ihr Glück und noch weniger ihr berufliches Glück in Parteien suchen. Damit schrumpft das Personalangebot – und auch die Qualität der in die Politik gehenden Personen.

De Lapuente: Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen ihr Glück – zum Unglück der Bürger – in der Politik suchen. Sie gehen in Parteien, arbeiten parteilos in Ministerien, sind für politische Beratungsfirmen und Zuarbeiter tätig oder machen was in einer NGO: Ist dieser »politische Wasserkopf« nicht viel aufgeblasener als noch vor 30 Jahren?

Müller: Nach meinem Eindruck nicht.

De Lapuente: Wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein – das ist, Sie sagten es eingangs, ein Satz Willy Brandts. Sehen Sie in der aktuellen Außenpolitik Deutschlands noch Ansätze von Brandts Entspannungspolitik?

Müller: Wenig. Mich irritiert und stört vor allem die sichtbare Aggression gegen Russland. Willy Brandts Bekenntnis galt auch der Sowjetunion – vielleicht sogar ganz besonders der Sowjetunion und den Russen. Willy Brandt löste damit die Aggressionen Adenauers gegenüber den »Soffjets« ab. Schon Adenauers Sprachgebrauch war feindselig. Und das von Adenauer 1953 an den Litfaßsäulen aufgehängte Plakat sowieso. Darauf war ein grimmig dreinschauender Sowjetsoldat abgebildet, kombiniert mit der Parole: »Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau.«

»Es ist gut, dass Gerhard Schröder die Anti-Russen-Propaganda nicht mitmacht«

De Lapuente: Als Sie 2003 die NachDenkSeiten ins Leben riefen, kriselte Ihre Partei, die SPD, schon stark. War es Ihre Absicht, die SPD mit Ihrem Angebot im Internet wieder auf Spur zu bekommen? Und haben Sie damit gerechnet, dass Sie über 20 Jahre danach immer noch Herausgeber der NachDenkSeiten sind?

Müller: Die Erfindung und Gründung der NachDenkSeiten hatte nichts mit der SPD zu tun. Aber zum zweiten Teil ihrer Frage: Ich war 62 Jahre alt, als ich die Idee hatte, eine kritische Internetseite zu gründen, die NachDenkSeiten. Dass dieses Medium 23 Jahre später noch lebt, hatte ich nicht erwartet. Das verdanken wir vor allem den Leserinnen und Lesern. Sie schaffen mit ihrem täglichen Blick in die NachDenkSeiten und mit ihren Spenden die emotionale und die finanzielle Basis unserer Arbeit.

De Lapuente: In jenen Anfangsjahren der NachDenkSeiten kämpften Sie allerdings sehr gegen den Schröderianismus in Ihrer Partei. Haben Sie mittlerweile Ihren Frieden mit Gerhard Schröder gemacht? Immerhin klingt er heute – im Vergleich mit seinen Nachfolgern – sehr viel vernünftiger, geradezu staatsmännisch …

Müller: Zunächst muss ich feststellen: die NachDenkSeiten sind nicht gegen Gerhard Schröder gegründet worden. Sie waren eher eine Reaktion auf die Gründung der Internetseite »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« der Metallarbeitgeber. Diese waren als Propagandakompanie der Reaktion im Oktober 2000 gegründet worden. Mir schien es damals notwendig, etwas dagegen zu tun. Was das Internet leisten kann, wusste ich damals nicht, aber ich ahnte es. Zu Beginn des Jahres 2001 hatte ich dann die konkrete Idee und suchte finanzkräftige Partner, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man ein solches Projekt ohne viel Geld stemmen könnte. Glücklicherweise hatte ich mich darin getäuscht. Aber noch ein Wort zum heutigen Gerhard Schröder: Es ist gut, dass er die Anti-Russen-Propaganda nicht mitmacht. Aus meiner Sicht könnte er noch deutlicher und noch öfter intervenieren, wenn gegen die Russen und gegen Russland mobilgemacht wird, wie es in den deutschen Medien und von deutschen Politikern unentwegt geschieht.

De Lapuente: Auch wenn die NachDenkSeiten nicht gegen die SPD gerichtet waren, so war es Ihre Kritik am Reformkurs der Partei, die viele Menschen auf Ihre Website führte – unter anderem mich. Die SPD gibt es noch. Die Betonung liegt auf »noch«. Dass es eine starke Sozialdemokratie geben muss, kann kaum bezweifelt werden. Aber die Sozialdemokratie hat es überall in Europa schwer. Hegen Sie noch Hoffnung, dass es mit der sozialdemokratischen Idee nochmal vorangehen kann?

Müller: Die sozialdemokratische Idee wird heute auch von anderen Parteien vertreten, deutlich zum Beispiel vom BSW. Die sozialdemokratische Idee wird weiterleben, auch wenn es die SPD selbst gar nicht mehr gibt.

De Lapuente: Sind Sie noch SPD-Mitglied?

Müller: Ja, die anderen Mitglieder in meinem Ortsverein würden nicht verstehen, dass ich die SPD verlasse.

»Wokeness: Ist das nicht alles modisches Gequatsche?«

De Lapuente: Heute hat in fast allen Parteien eine Identitätspolitik die soziale Frage verdrängt. Wie nehmen Sie die sogenannte Wokeness wahr?

Müller: Diese Debatte verstehe ich nicht. Ich weiß zum Beispiel nicht, was Identitätspolitik ist. Und dass wir über »Wokeness« reden sollen, kapiere ich auch nicht. Ist das nicht alles modisches Gequatsche?

De Lapuente: Sie halten diese Überbetonung des Identitätspolitischen also für eine Modeerscheinung?

Müller: Ja, es ist eine Modeerscheinung, die von Wichtigtuern betrieben wird.

De Lapuente: Sie waren Redenschreiber im Kanzleramt, Bundestagsabgeordneter und in der Kommunalpolitik tätig. Überregional wurden Sie einem breiten Publikum durch die NachDenkSeiten bekannt. Bedeutet Ihnen Popularität etwas?

Müller: Wenn es in der Sache etwas brächte, ja. Oder wenn Popularität die Folge von besonderer Leistung wäre, auch okay, gerne. Dazu ein praktisches Beispiel: Als ich in den Bundestag einzog, war die Region, in der ich lebe, wie auch viele andere Teile unseres Landes, von täglichen Tiefflug-Übungen der Alliierten aus den USA, aus Großbritannien und aus Frankreich gepeinigt. Zusammen mit einigen ebenfalls betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der damaligen SPD-Fraktion habe ich dort und auch auf einem SPD-Bundesparteitag einen Beschluss durchgesetzt, der das Ende jeglichen militärischen Tiefflugs forderte. Wir forderten keine halben Sachen wie etwa Höherfliegen – nicht unter 150 Meter, hieß es damals – oder mit geringerer Geschwindigkeit und damit etwas weniger Lärm fliegen, nein wir forderten das Ende jeglichen militärischen Tiefflugs. Für den Erfolg wichtig war, dass in vielen Teilen unseres Landes wie auch hier bei uns in der Pfalz viele Bürgerinnen und Bürger gegen den militärischen Tiefflug demonstrierten, Ballons steigen ließen und das Verteidigungsministerium mit Briefen und Anrufen bombardierten. Das hat den damaligen Bundeskanzler Kohl, der ja aus der Pfalz kam, so genervt, dass er das Ende der Tieffliegerei verfügte. Für uns war das ein Riesenerfolg. Aber populär gemacht hat mich das nicht. Es ist längst vergessen, wer dafür gesorgt hat, dass der Tiefflug ein Ende hatte. Das macht aber nichts. Meine Familie und ich kamen ja selbst in den Genuss der politischen Arbeit. So etwas gibt es selten im politischen Leben.

De Lapuente: Heute sind Sie es aber durchaus. Sie und Ihre Arbeit werden von einem großen Publikum geschätzt und unterstützt. Ich will Sie zum Abschluss nach den Aussichten fragen: Wie schätzen Sie die Lage für das kommende Jahr 2026 ein? Ich könnte auch fragen: Hegen Sie Hoffnung?

Müller: Was die NachDenkSeiten betrifft schon, was die Welt und den Frieden betrifft, leider nicht allzu sehr.

 

Albrecht Müller, 1938 in Heidelberg geboren, ist Diplom-Volkswirt, Bestsellerautor und Publizist. Er ist Herausgeber der NachDenkSeiten. Müller leitete Willy Brandts Wahlkampf 1972 und die Planungsabteilung unter Brandt und Schmidt. Von 1987 bis 1994 war er für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu seinen veröffentlichten Büchern zählen „Mut zur Wende!“, „Die Reformlüge“ sowie „Machtwahn“. Im Westend Verlag erschienen zuletzt die „Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst“ (2019) und „Die Revolution ist fällig“ (2020).

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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63 Kommentare

  1. Soweit, so gut. Die Nachdenkseiten sind auch bei mir im Kreis der täglichen Lektüre. Nur, das es eben mit Wahrheiten benennen halt nicht getan ist. Und da komme ich zu meinem Problem mit all den Wahrheitsberichtern, einschließlich BSW: Warum folgen den Wahrheiten nicht entsprechende Taten? An Herrn Müller: Wieso bleiben Sie in der derzeitigen SPD, aus Angst vor den anderen Mitgliedern in Ihrem Ortsverein, wie Sie schreiben? Wenn im Ortsverein über falsche Entwickungen in der SPD Einigkeit herrschen sollte, könnten doch alle austreten und damit die SPD schwächen. Und wenn das die Anderen anders sehen, so könnten Sie Rückgrat zeigen, und allein austreten. Genauso verhält es sich mit dem BSW. Es schadet der Sozialdemokratie insgesamt, wenn nur Wahrheiten benannt werden und die Handlungen dann den Gegner stärken. Da gibt es kein Vertrauen mehr, aktuell wäre das mit den Medienstaatsverträgen in Brandenburg der Fall. Wenn vor SPD und CDU des lieben Friedens (und der persönlichen Einkünfte) wegen gekuscht wird, ist das Vertrauen dahin. Thüringen brauche ich hier nicht sonderlich zu erwähnen. Auch die Linkspartei ist nicht mehr links. Schöne Reden von Herrn Gysi bringen nichts, wenn die Partei dann insgesamt die Faschisten in Israel und der Ukraine unterstützt, mit Argumentationen, die bei den Nato-Thinktanks abgeschaut wurden und falsch sind. Die Entwicklung der Wählerschaft geht in Richtung rechts und wenn angebliche Linke so weiter machen, sind sie demnächst Geschichte, das betrifft auch und insbesondere das Verhältnis zu den wertschaffenden Menschen und Rentnern hier im Zusammenhang mit der Asylpolitik, welche ich mindestens bei den Linken überhaupt nicht als links anerkennen kann.

      1. …als Rentner nebenbei Geld verdienen, damit er über die Runden kommt sowie in seinem Verantwortungsbereich täglich Müll von Anderen wegräumen. Dazu ärgert er sich aus Langeweile über alle angeblich Linken, die große Reden schwingen, aber am Ende nur ihre eigene Geldbörse im Kopf haben. Die Rechten mochte er noch nie, wobei links und rechts durcheinander geraten ist.

        1. Links und rechts sind nicht durcheinander geraten sondern einige Linke haben sich dank bourgeoisier Propaganda ablenken (lgbxyz, Klimapanik, corinna..) und umlenken lassen. Denn pseudolinks = rechts.

          LINKS geblieben ist die DKP, zumindest weitgehend. Auch die fielen auf corinna rein (immerhin waren sie stets gegen Zwangsimpfung) und auf die Klimapanik leider auch.
          Doch als echter Kommunist weiß man daß man auf diese Reinfälle wissenschaftlich herangehen muß. Also Sterbezahlen der Realität betrachten und beim Klima nicht nur die Wissenschaftler lesen die vom Regime bezahlt werden. Klar, die DKP ist keine alte KPD mehr, aber derzeit noch das beste was da ist.

          1. > DKP

            Ja, die Leute, die noch nicht auf Nato-Kurs sind, werden immer weniger.
            Die Evangelen sagen jetzt auch, bevor wieder an Neutestamentarisches gedacht werden kann, muss man einseitige europäische Sicherheit herstellen.

            Nichts mehr mit Jesus und Nächstenliebe, sondern „Schnapp‘ dir den Balken im eigenen Auge und schlag damit Putin den Schädel ein.“

  2. Ein schlecht geführtes Interview.
    Die Fragen die Lapuente stellt interessieren weder A. Müller als Interviewten noch mich als Leser. Thema verfehlt. Chance verpasst.

    1. Sehe ich ganz anders.
      Und während Herr Müller den WKII noch erlebt hat, gehöre ich zur nachgeborenen Generation, die bezeugen kann, was ein Krieg den Menschen für den Rest ihres Lebens antut.

      Sie sollten vielleicht lernen zuzuhören, bevor Sie den Mund gedankenlos aufreißen….

      1. Sein Kommentar ist ein hilfloser Versuch der Diskreditierung. Er macht ja keine Gegenvorschläge oder erläutert genauer, wss er meint. Kurz: der Kommentar ist substanulos, hat Null Inhalt, Null Gehalt. Würde er mehr Substanz reinpacken, würde er sich angreifbar machen. Ok. Macht er so – dank der Lächerlichkeit dieses Kommentars – auch.

    2. Na ja, wenigstens eine Frage hätte geradezu gestellt werden müssen. Die nämlich, wie bzw. ob Herr Müller denn heutzutage (noch) zu seiner Empfehlung steht, die er dem BSW ‚erteilt‘ hat nach den drei Neufundlandwahlen letztes Jahr.
      Nach den mehr als ungnädigen Auslassungen contra BSW (von wg. Thüringen, Brandenburg & Co.) hier und anderswo (so wie bspw. gestern – völlig dégoutant und inkognito auf Seniora) kann man nur noch diesbezüglich von einem shit-storm sprechen. Da käme mir eine Erklärung, dass wohl sein Redaktionsmitglied Riegel doch Recht behalten habe, sehr gelegen, zugegeben. Zumal wenn Herr Müller im Interview selbst äußert „Die sozialdemokratische Idee wird heute auch von anderen Parteien vertreten, deutlich zum Beispiel vom BSW.“

    3. Na ja, wenigstens eine Frage hätte geradezu gestellt werden müssen. Die nämlich, wie bzw. ob Herr Müller denn heutzutage (noch) zu seiner Empfehlung steht, die er dem BSW ‚erteilt‘ hat nach den drei Neufundlandwahlen letztes Jahr.
      Nach den mehr als ungnädigen Auslassungen contra BSW (von wg. Thüringen, Brandenburg & Co.) hier und anderswo (so wie bspw. gestern – völlig dégoutant und inkognito auf Seniora) kann man nur noch diesbezüglich von einem shit-storm sprechen. Da käme mir eine Erklärung, dass wohl sein Redaktionsmitglied Riegel doch Recht behalten habe, sehr gelegen, zugegeben. Zumal wenn Herr Müller im Interview selbst äußert „Die sozialdemokratische Idee wird heute auch von anderen Parteien vertreten, deutlich zum Beispiel vom BSW.“

    1. @Veit_Tanzt
      Danke für den Link

      Noch perverser wird es hier, offensichtlich gibt es keine Grenzen mehr für den „Menschen“, sofern man ihn noch als Mensch bezeichen darf/sollte. Einfach nur widerlich!
      https://www.n-tv.de/panorama/Wochenend-Scharfschuetzen-auf-der-Jagd-nach-Menschen-id30012922.html

      und dann noch das hier

      Bei jeder Schweinerei sind die Kirchenfürsten mit dabei
      https://www.atomwaffenfrei.de/friedensgruppen-entsetzt-ueber-nukleare-zeitenwende-in-der-ekd/

      1. @ Otto0815
        Danke für die Links.
        Da die kirchlichen Institutionen teilweise mit ihren Tendenzbetrieben und der gewaltigen Sozialindustrie existenziell am staatlich kontrollierten Kollektivtropf hängen, wundert die Beschwörung der aktuellen Staatsraison nicht. Dass die Gläubigen den Staatskirchen in Scharen davonlaufen, auch nicht. Aber schon der evangelikale Pseudopapst Luther war diesbezüglich ja vorbildlich.
        https://uncutnews.ch/dies-sind-die-20-schockierendsten-erkenntnisse-von-yuri-bezmenov/
        Inwieweit sich der Autor diese (KGB?????) Thesen aus den Fingern gesogen hat, weiss ich nicht. Zum derzeitigen Ablaufplan, sofern vorhanden, würden sie passen.

      2. Das erinnert an einen KZ-Kommandanten, der sich Gefangene vor seinem Haus hat vorführen lassen auf die er dann wahllos geschossen hat. Auch in Afrika wurde sowas praktiziert. Die Perversität von Faschisten kennt keine Grenzen. Darum: Wehret den Anfängen. Mit der AfD, die die grausamen Massaker an den Palästinensern im Gazastreifen ausdrücklich begrüßt hat und wo auch Faschisten das Gemetzel mit Fernrohren gegen Bezahlung ansehen konnten, fängt sowas an!

  3. Kein Interview von Herrn Lapuente ohne seine persönlichen Trigger „Wokeness“ und „NGOs“.
    Die Abgeklärtheit von Herrn Müller ist da sehr wohltuend.
    Die Nachdenkseiten ist eines der wenigen „alternativen Medien“, die ich mich traue weiterzuempfehlen.
    Allerdings verzeihe ich dem Jens Berger sein unqualifiziertes und frequentes Gequatsche zur angeblich positiven Wirkung der modRNA-Injektion bei der betagten Bevölkerungsgruppe nicht. Und das Abtun der deutlichen Anzeichen eines bevorstehenden Einmarsches der Russen in der Ukraine als ausschliessliche Westpropaganda ‒ noch bis zum Tag davor ‒ war dann doch auch eher peinlich.
    Ansonste aber: danke, Herr Müller.

    1. Allerdings verzeihe ich dem Jens Berger sein unqualifiziertes und frequentes Gequatsche zur angeblich positiven Wirkung der modRNA-Injektion bei der betagten Bevölkerungsgruppe nicht.

      Warum nicht?

      1. Weil mit Beginn der Impfung der Sterbezahlen der Brd anstiegen, während sie davor ,nur mit Corinna, nicht angestiegen waren.
        Wenn du Internetzugang hättest könntest du dich einfach über die realen Sterbezahlen informieren.. sehr peinlich.

        1. Ok Simon, also Du hast was im Internet gelesen, das Du „reale Sterbezahlen“ nennst, und deutest an, dass deshalb notwendigerweise („Weil …“) Zebraherz Jens Berger nicht verzeihen kann. Gilt das jetzt speziell nur für Zebraherz oder allgemein, so dass niemand ihm verzeihen kann?

            1. Aha. Eine Behörde veröffentlicht ein Dokument, in dem Sterbezahlen genannt werden. Es gibt also „offiziell dokumentierte“ Sterbezahlen. D’accord!
              Und dass diese Zahlen darüberhinaus auch „real“ sind, begründest Du wie?
              Damit, dass sie „offiziell dokumentiert“ sind?
              Oder damit, dass Du die „realen Zahlen“ kennst und sie mit den offiziell dokumentierten übereinstimmen?

              1. Ach so, du willst dich an dem real aufziehen. Hat das ein Ziel oder was willst du damit ausdrücken?

                Es ist mir im Moment nicht bekannt, dass es Zweifel daran gibt, dass die von der Behörde dokumentieren Sterbefälle von den realen Fallzahlen gravierend abweichen könnten. Aber vielleicht hast du dazu etwas, was ich nicht kenne?

                1. Ach so, du willst dich an dem real aufziehen.

                  Ja.

                  Hat das ein Ziel oder was willst du damit ausdrücken?

                  Ja, hat es.

                  … den realen Fallzahlen

                  Was bitte sind „reale“ Fallzahlen?
                  Und wodurch gelangt man in Kenntnis derselben bzw. wie begründest Du deren „Realität“?

    2. Peinlich war allenfalls daß Herr Putin 8 lange Jahre dem Völkermord an Russen durch Ukronazis zugesehen hat und total naiv auf Minsk1, Minsk2 und als Krönung noch auf den Waffenstillstand von Istanbul reingefallen ist.
      Mit der KPRF und einem Präsidenten Sjuganow wär das nicht passiert. Aber die Kapitalisten um Putin wollen ja gerne auf Augenhöhe mit der angelsächsischen Bourgeoisie sein, die lassen sie aber nie.

      1. Ich glaube Putin hat zu sehr auf eine eigene Position der EU, Frankreichs und Deutschlands gesetzt. Aber wie sehr heutzutage deutsche und französische Politik an der transatlantischen Leine hängt, hat man mittlerweile auch im Kreml gelernt.

        Die russischen Oligarchen sollten sich aber mittlerweile auch eher auf BRICS orientieren, oder? Wozu der wertewestlichen Oligarchie nachlaufen?

        1. > Ich glaube Putin hat zu sehr auf eine eigene Position der EU, Frankreichs und Deutschlands gesetzt.

          Ich glaube, Russland hat schnell gemerkt, dass von der EU nichts Gutes zu erwarten ist, aber hat die Anstrengungen von Frankreich und Deutschland anerkannt und mit guter diplomatischer Sitte und in gutem Glauben erwidert.

          Im Februar 2022 war dann wieder eine Situation geschaffen wie schon mal 2008, als Georgien die Südosseten überrollen wollte. Dafür wurden weder Deutschland, Frankreich noch die EU gefragt. Russland schritt wieder ein. Nur waren die Ukrainer über achte Jahre lang von der Nato aufgerüstet und im Osten zu einer weit aufgefächerten Festung ausgebaut worden. Den Genuss, wie sich Russland dort erfolglos abmühen und abnutzen würde, wollte die Nato unbedingt erleben. Deswegen wurden die Istanbuler Friedensverhandlungen hintertrieben.

          Es kam dann alles etwas anders und seit dann auch noch Saporischjia und Kerson zu Russland überliefen, verstehen die EUropäer von ihrer Nato-Warte aus gesehen die Welt nicht mehr. Waren doch zuvor Schweden und Finnland der Nato beigetreten und war doch der Westen damit noch viel stärker und noch viel unbesiegbarer geworden.

          Putin kämpft Judo und der Westen posiert für Mister Universum.

  4. Hat denn das BMVg die Meinungsbildung ob Bundeswehrkasernen nach Hitlertreuen benannt werden dürfen schon abgeschlossen? 2017 verlautete es ja dies dauere noch Jahre. Und wie ist die Frage bei der Musterung ob Dönitz ein Kriegsverbrecher war zu beantworten? Eine falsche Antwort vernichtet bekanntlich die gewünschte Karriere bei der Bundeswehr als Offizier.

  5. Wann, wie im Verteidigungsfall unserer Freiheit am Hindukusch, wird die Frage nach NEUEN-ALTEN Orden gestellt?
    Soweit ich mich erinnern kann gab es damals diese Diskussion. Die Wiedereinführung des Eisernes Kreuzes. Wenn schon, denn schon,. Aber da ja jetzt der Franzose unser Verbündete ist, hier ein kleiner Tipp an Fritze und Herrn Fischer (Pistorius). Besonders an Ohrfeigengesicht Fritz. Pour le Merite! Gute Wahl! Damit die Jungs & Mädels auch wissen wofür sie sterben. Es gibt Blech für die Brust.
    Und Friedrich kann seinem Namensvetter alle Ehre machen. Worauf warten.

    *Dieser Text ist, nun ja, ein wenig , zu wenig satirisch. Dieses ganze Kriegsrhetorik ist zum …
    Aber hee »follow the money«. Hätte ich im November 2021 Rheinmetall-Aktion gekauft für eine Million Euronen. Tja dann hätte ich jetzt 19 Millionen, das gleiche mit Milliarden. Und der Ex-Boss (?) von Friedrich hat mind. 6,7% Rheinmetallaktien. Man müsste mal ausrechnen wieviel Zaster das konkret ist.

    1. Pour le Merite wurde vom preußischen König verliehen. Vom frankophilen Alten Fritz benannt. Und das auch nur an Offiziere. Das Eiserne Kreuz ist aber tatsächlich der erste deutsche Orden für alle Deutschen egal aus welchem Fürstentum und auch für alle Dienstgrade gewesen. Vom Schütze Dosenkohl bis zum Generalfeldmarschall. (Oder vom Matrosen bis zum Großadmiral). Sogar der Gefreite Hitler hat eines bekommen. Ist also eigentlich ein ziemlich demokratischer Orden und verbunden mit den Befreiungskriegen.

  6. Da gehe ich in jedem Punkt mit. Danke für das Interview.

    Der WKII war ja im Vergleich zu heute vergleichsweise gemütlich. Aber heute hat man diese Drohnen, die das Decku7ng suchen de facto verhindern. Der Krieg ist noch hässlicher, es ist wie in der Ukraine ein äußerst zäher Stellungskampf mit unzähligen Verlusten. Diese und andere Waffen machen Abrüstungsverhandlungen unumgänglich. Der russische Vorschlag liegt auf dem Tisch, er sieht ein atomwaffenfreies Europa vor. Auch die NDS trauen sich nicht, den zu favorisieren. Sollten sie aber. Klare Positionierung wäre das Richtige.
    An die Tiefflüge über der Stadt kann ich mich auch erinnern, allerdings auf der Schwäbischen Alb. Genau über der Stadt haben sie dann die Schallmauer durchbrochen und alles wackelte. Wir Kinder fanden das lustig, aber die Erwachsenen haben sich furchtbar erschrocken. Das Ganze diente dazu, dem dummen Volk den Ernst der Lage klar zu machen.
    Insofern: das kann wieder kommen. So ticken die.

  7. Albrecht Müller ist unglaubwürdig. Die SPd hat die Arbeiter schon einmal verraten, seit 1914 und durchgehend bis heute. Es gibt keine Änderung zu heute.
    Schon in der Weimarer Republik haben sie mit der NSDAP zusammengearbeitet. Als Noske, Ebert, Scheidemann den Nazi Pabst und seine Truppe beauftragen Liebknecht und Luxemburg zu ermorden. Nach der Zerschlagung des Kapp-Lüttwitz-Putschs hat die SPD die verhafteten Nazis freigelassen und auf die KPD gehetzt, weil diese die Streiks fortsetzten da die Spd ihr Versprechen brach die KPD an der Regierung zu beteiligen.
    Es sind Verräter, bis heute und wie man Mitglied in solch einer Dreckspartei sein kann ist mir unverständlich.
    Klar, der Rest im Reichstag ist entweder derselbe Mist (PdL) oder noch mieser (Rest im Reichstag). Das macht die Spd aber nicht besser.

    1. Die NSADAP wurde erst 1920 gegründet, Luxemburg und Liebknecht wurden im Jänner 1919 ermordet. Erzählen sie keinen Quatsch. Der Rest ist auch ziemlich ungenau.

  8. Genau, der Wokeness und Identität-Scheiß ist eine Modeerscheinung, ein Nebenwiderspruch.
    Er soll vom Hauptwiderspruch, der antikoloniale Kampf gegen die westliche Hegemonie, ablenken.

    Rechte, Linke mir rechten Einschlag wie Roberto, spielen diese Sache künstlich hoch und nutzen damit den imperialen Kräften. Sie behindern die Kräfte, die die ideologische westliche Hegemonie in den Köpfen beseitigen wollen.

    Alte Sozialdemokraten haben ein erstaunliches politisches Gespür

    1. Also, wenn Herr Müller diejenigen, die Identitätspolitik betreiben, als „Wichtigtuer“ bezeichnet, dann deckt sich das doch mit Roberto de Lapuentes Einschätzung. Und, sorry, wenn Sie bei jedem, der anderer Meinung ist als Sie, einen „rechten Einschlag“ attestieren, dann erinnert mich das leider auch an das Verhalten dieser „Wichtigtuer“.

  9. Auf den NDS bin ich auch schon lange unterwegs und Herr Müller hat sich ganz sicher damit ein Verdienst erworben, ohne Zweifel!
    Das er immer noch SPD-Mitglied ist habe ich nicht gewusst und finde ich enttäuschend, die Begründung dürftig, obwohl auch in meiner Stadt die SPD eher ein Großmütter und Grossvaterverein ist!
    Auch wenn ich als Kind sehr bewusst die Brandtära erlebte, meine verstorbenen Eltern selber dabei waren, nervt mich Herr Müller mit seiner Rückwärts-gewandtheit. Ich habe oft den Eindruck,
    das er in dieser Zeit stehen geblieben ist und alles ausschließlich durch diese Brille betrachtet. Seine Interviews finde ich ausgesprochen anstrengend und höre da gar nicht mehr rein.
    Ansonsten habe ich aber schon großen Respekt vor Herrn Müller und seiner Lebensleistung!

  10. Zunächst einmal danke für das Interview. Ich habe große Achtung vor Herrn A. Müller. Er ist in meinen Augen eine herausragende Persönlichkeit. Er ist sp eine Art Bindeglied der einst durchaus staatsmännisch organisierten Bonner Republik. Als es damals die Ereignisse um Ohnesorg, Dutschke, allg. die Studentenproteste, die Springer-Affäre mit Strauss als Initiator (mW) gab, würde ich das als die Geburtswehen der jungen Republik mit Demokratie-Anspruch sehen. Es war so als müsste die Politik noch lernen mit dem Souverän (unabhängige Medien, die Bevölkerung, der Wähler) klarzukommen und am Ende zu akzeptieren, wie dieses Demokratie-Modell funktioniert, die Politik, der Machtapparat sich nicht alles erlauben kann. Egal… ich will nicht zu sehr ausschweifen. Müller ist für mich so eine Art Bindeglied in diese Zeit. Das meine ich nicht negativ oder nostalgisch. Er verkörpert für mich in gewisser Weise Hoffnung, weil er durch seine Person, sein Wirken aufzeigt, was sein kann, was echte Werte sind.

    Nun zu meiner „Kritik“ bzw Ergänzung: ich halte die Identitätspolitik für gar keine modische Erscheinung, sondern für gefährlich. Darüber ist erstaunlich gut (aus Sicht der Eliten) gelungen die .Linke zu infiltrieren und in – aus Sicht der Eliten – „eigene“ Bahnen zu lenken, sie zu marginalisieren, fast bis zur Auflösung.. Sie haben der Linken damit eine Hülle übergestülpt, die – vermutlich bewusst – Widerstand bei den Konservativen auslösen würde und auch tat. Die Rechten bekämpfen nun dieses Phantom, welches sich als links bezeichnet und auch von den Revhten so gesehen wird, aber eigentlich rechts, ja sogar reaktionär rechts ist. Diese Pseudolinken überdecken die echten Linken. Viele von ihnen haben sich davon ebenfalls täuschen lassen.

    Warum Identitätspolitik. Es war den westlichen Eliten immer ein Anliegen die Menschen zu spalten, zu lenken, aufzuwiegeln. Das geht nur über eine Identitätspolitik. Die wohl einleuchtendste Identitätspolitik ist der Nationalstaat, aber auch Religionen oder allg. Ideologien wie der Wokismus können dazu dienen. Die Kreuzzüge damals wie heute (heute nennen sie sich anders, zB culture clash, der sog. „freie Westen“ gegen die Barbaren pardon den Rest der Welt).

    Mithilfe des Wokismus wurde eine neue Trennlinie geschaffen, die von der Klassenfrage, also tatsächlicher Ungerechtigkeit ablenken soll. Von dieser Spur, der echten (Un)Gerechtigkeitsfrage sollte die Linke entfernt werden.

    Plakativ gesprochen; ist doch praktisch, wenn sich die Linken darüber streiten, ob man das Gendersternchen korrekt gesetzt hat anstatt um die Ungerechtigkeit im System.

    Abschließend: der Wokismus ansich mag – bis auf inzwischen sogar erlassene Gesetze dazu – nicht das Problem sein. Das größte Problem ist, dass er verfängt (vll nicht bei den Konservativ-Rechten) und lähmt. Er sorgt – aufgrund seiner Vehemenz – zu Zerstrittenheit und bindet Energie.

    1. Es soll heißen „Die Kreuzzüge damals wie heute sind ohne Identitätspolitik nicht denkbar.“ Sie ist – sofern es darum geht auszugrenzen und Besondersartigkeit von Menschen über Andere zu stellen, ein Grundübel der Menschheit, durch Eliten gemacht….

  11. Nochmals, für mich zählt was einer tut. NDS ist gut und der Müller hat richtige Dinge erzählt. Ich weiß natürlich daß die SPD mittlerweile eine sozialfaschistische Partei geworden, die aktiv, mit deutschen Waffenlieferungen, den Völkermord in Gaza unterstützt. Dasselbe gilt für den Ukraine-Krieg, denn Selenskyj und seine Leute sind korrupte Schweine, wie Netanjahu.
    Der Punkt ist doch der, Müller kritisiert zu Recht die Debatte um Gender und Identitätpolitik als ideologisch-mediales Ablenkungsmanöver von wichtigeren Themen, vom Hauptwiderspruch.

    Ich finde da hat Müller vollkommen recht und ich kann mir nicht vorstellen, daß er den Völkermord in Gaza gut findet. Er ist ein heimlicher Sympathisant des BSW, bleibt aber aus persönlichen Gründen noch bei der SPD. Das alles kann ich akzeptieren. Den rechtskonservativen Scheiß, den Roberto hier manchmal von sich gibt vom unterdrückten armen weißen Mann etc., der geht mir auf die Nerven
    Es wird Zeit das Roberto umdenkt!
    Im Grunde hat der Müller Roberto auflaufen lassen!

  12. „Dass es eine starke Sozialdemokratie geben muss, kann kaum bezweifelt werden.“ (Lapuente)

    Oh doch, man muss es sogar wünschen. Die historische Rolle der SPD war stets die der Systemstabilisierung, mit einem Schuss Dialektik versetzt. Sozialdemokratie schützt die soziale Flanke des Kapitalismus, die Grünen die ökologische. Beide Formationen tragen in der Konsequenz dazu bei, die Herrschaft des Bürgertums, dessen Ideologie, namentlich im Bezug aufs menschliche Wirtschaften, zu verlängern. Zu verlängern, bis die ihm eigenen Aporien das Ganze zum Einsturz bringen. Dies dann auf katastrophische weitgehend irreversible Weise.

    Nur ein völliger Ausbruch aus dem bürgerlichen Konsens – in einer kompletten Form hat das nicht einmal ein Marx getan, der jedoch noch die Entschuldigung der frühen Geburt zu seinen Gunsten anführen kann – kann das mildern, zur völligen Verhinderung ist es zu spät. Sozialdemokratie und Grüne arbeiten in Gegenrichtung.

    Und damit man mich nicht falsch versteht – die AFD ist eine Partei, die den institutionalisierten Ausnahmezustand des bürgerlichen Staates anstrebt, nicht seine Abschaffung. Faschismus ist dessen Notfallmodus.

  13. Die Vorwürfe meiner Vorredner,warum Herr Müller noch SPD Mitglied sei, fühlt sich für mich respektlos an.
    Das Herr Müller noch an ein friedliches, menschliches und gerechtes Ende des Kapitalismus glaubt, und er Weggefährten nicht einfach den Rücken kehrt ehrt ihn.
    Leider wurd er damit nicht recht behalten, aber das werfe ich einem 85 Jährigen mit seiner Vita nicht vor.
    Das es seit der grossen Gehirnwäsche seit Januar 2020 kein „links“ mehr gibt, weil niemand mehr zu einer selbstkritischen marxistischen Analyse den Mut hat, dafür kann Manfred Müller am aller wenigsten.

    Dank für seine Energie, Aufrichtigkeit und Mut.

  14. Die Nachdenkseiten sind schon sehr lesenswert.
    Auf jeden Fall wesentlich lesenswerter als die vielen inflationären, sinnlosen und oberflächlichen Texte beim overton magazin, bei denen es im Normalfall völlig ausreicht, sie schnell zu überfliegen.
    Albrecht Müller hat sich schon Verdienste erworben, keine Frage.

  15. Spielarten

    Ich kann mich gut daran erinnern, wie mein jüngster Bruder als kleines Kind einen gestandenen Mann in größere Verlegenheit brachte. Vom Fenster aus sah ich, dass der Erwachsene einen Stock spielerisch langsam zum ritterlichen Kampf erhob, ich öffnete schnell das Fenster um einzuschreiten, leider zu spät, der Gast sank bereits unter Schmerzen in sich zusammen. Ich schloss das Fenster wortlos.

  16. Albrecht Müller ist leider bei genauer Analyse ein großer Dummkopf.

    Und das BSW scheitert, weil es SPD-Vorstellungen übernommen hat.

    Ein Redenschreiber, also einer der mt falschen Narrativen dem Bürger das Hirn vernebelt.

    Und genau das gehört zum Versagen der Politiker, die dieses Land in den Abgrund führen und das auch noch für notwendig halten.

    Er versteht nicht mal, dass die Ost-Poitik von Brandt durchaus Klassenkampf war.
    Egon Bahr war ein kluger Kopf, viel klüger als der Alkohol-Trinker und Frauenheld Willy Brandt.
    Oder war Brandt nur nach Liebe und Anerkennung süchtig?
    Das hätte dann Brandt mit Angela Merkel gemeinsam gehabt.
    Und siehe, die Ergebnisse ihrer Sehnsucht nach Liebe führten zu Mord und Totschlag in Deutschland, zu fehlendem bezahlbaren Wohnraum und weiterer Abholzung von Wäldern.
    Inzwischen ist Umweltschutz lästig geworden und der mündige Bürger wird zum Feind „unserer“ Demokratie, so lautstark erklärt von einem SPD-Steini, einem Knochenbrecher und Förderer einer Sawasan Chebli, die nun den Kampf gegen die Deutschen über die Geburtenrate der Kopfabschneider gewinnen möchte.

    Das deutsche Volk muss sich erst mal selbst befreien, von seinen Unterdrückern im eigenen Land.
    Langsam bewegt sich das Denken nicht ohne Erschütterungen vielleicht sogr beim BSW.

    Dr. Häring ist ja Mitglied des BSW. Denken Sie mal nach, wenn Sie seine Meinung verarbeiten, auch Herr Albrecht Müller hat nie Steuern gezahlt.

    „Laut Apollo News lautete der X-Post des Nutzers Sigartis bzw. @Wnschmstr, dessentwegen die Hausdurchsuchung und erkennungsdienstliche Behandlung stattfanden:

    „Nein, jeder Mensch der vom Staat finanziert wird zahlt Netto keine Steuern, er lebt von Steuern. Jeder Beamte, jeder Politiker, jeder Angestellte in einem Staatsunternehmen, jeder der vom Staat subventioniert und finanziert wird. Kein einziger Parasit zahlt Netto irgendwelche Steuern.“

    Eine reaktionär-libertäre Gesinnung ist nicht strafbar. “

    https://norberthaering.de/propaganda-zensur/ulm-parasiten-hausdurchsuchung/

    Was Albrecht Müller auch ausblendet ist z.B. die Kanzlerakte, die auch ein Willy Brandt unterschreiben musste.
    Ja, Müller mag ein Pazifist sein, das kaufe ich ihm ab, aber schon Wilhelm Busch kannte den bewaffneten Frieden.
    Mit Reden verändert man eben die Welt nicht und schon mal gar keine Wirtschaft.
    Er ist auch überhaupt kein Demokrat, da er seine Kritiker für dumm erklärt und sie persönlich beleidigt.
    In seinem Blog wird nur veröffentlicht, was dem Herrn in sein Weltbild passt und das ist eben ziemlich verkorkst.
    Mit einer völlig desolaten Analyse zum digitalen Euro hat sic nicht nur Berger als Verfasser, sonder auch Albrecht Müller blamiert.
    Das kann man z.B. auch in Norbert Härings Blog nachlesen.
    Es mag sein, dass er mit über 80 Jahren nichts von Software versteht, aber vom Wirtschaft verstehen andere Selfmade-Praktiker wie Egon Wolfgang Kreutzer oder Blogger beim Freiheitsfunken viel mehr.
    Nicht, dass die den Stein der Weisen gefunden hätten, aber es ist schon so, die klugen Leute sind offen für Kritik, Albrecht Müller ist es nicht und so verhält sich wohl notgedrungen das ganze Team, soweit es manche Leute, die ich kenne, getestet haben.

    Mit den Nachbarn gut leben.
    Habeck hat das russische Gas, was wir noch vor dem Terrorakt beziehen konnten, nach Polen weiter verkauft und die Polen stellen Reparationsforderungen an Deutschland.
    Polen war gegen die Gasleitungen durch die Ostsee, weil dann ihre Einnahmen aus den Transitgebühren wegfielen.
    Polen findet noch heute gut, dass die Pipeline gesprengt wurde und weigert sich ,einen Beschudigten, auch wenn es nur ein Fake sein könnte, auszuliefern.

    Frankreich steckt schon so lange in der Krise, dass die unbedingt über Euro-Bonds das Sparvermögen der Deutschen kannibalisieren wollten.

    Steinbrück als oberster SPD-Steuereintreiber wollte bekanntlich die Kavallerie in die Schweiz schicken.

    Und heute möchte die SPD am liebsten Orban alle EU-Mittel streichen.

    Mc Gregor in den USA prophezeit, Deutschland wird aus der EU und aus der NATO austreten.

    Ach ja, die Briten sind vielleicht noch unsere Nachbarn, aber die wollen ihr Britisches Empire zurück und deshalb war Deutschland für Briten schon immer ein tiefer Dorn im Auge, schon wegen seiner Produktqualität.
    Made in Germany war erfunden worden von den Briten, damit es die andereen nicht kaufen.
    Am Ende hat sich die Quaität durchgesetzt, aber die Briten wollten schon 1945 aus Deutschland ein Agrarland machen.
    Nun die Qualitität geht runter und die Leistugsfähigkeit deutscher Industrie auch, wegen künstlich erhöhter Energiekosten und Geldverschwendung.

    Trump verhängt Zölle und wir helfen ihm, die Profite der Rüstugskonzerne in den USA zu erhöhen, indem wir Waffen für die Ukraine bezahlen.

    Vielleicht erwartet Macron auch, dass wir seine Kampfflieger bezahlen, die er Selenskyj liefern will.

    Wie soll man mit solchen Nachbarn in Frieden leben können?
    Nur durch eigene Stärke und das bedeuet Austritt as der NATO und der EU und eigene moderne Atomwaffen auf deutschen U-Boten zur Abschreckung. Aber all das Notwendige ist bei Müller ein NOGO.
    Das erfordert neue Bündnisse, um z.B. mit den Thorium-Vorkommen in den Bergen Östereichs (Karawanken) diese Vorkommen zu erschließen und in den neuen modularen Thorium-Reaktoren der 4 und 5. Generation nutzbar zu machen.

    Russisches Gas brauchen wir weiter für die Beheizung unserer Wohnungen und als Rohstoff für unsere chemische Industrie. Sonst sehen sich die kommunalen Netzbetreiber gezwungen, das Gasnetz wieder zurückzubauen wegender hohen Festkosten und den Netzkosten. Da siz auch die CO2-Abgabe enthalten, also ein Luftsteuer.
    Kein Bürgermeister sollte mehr gewählt werden, der den Schwachsinn der Klimareligioten auch noch umsetzen will.
    Wir brauchen also gute Beziehungen zu Russland, nicht zu Selenskyj.
    Wenn die Ukraine sich von ihren Oligarchen und Vasallen des US-Imperiums befreit hat und zur Selbsterwaltng übergeht, sind natürlich auch zum ukrainischen Volk gute Beziehungen möglich, aber doch nicht, wenn wir uns das Verheizen der Ukrainer als Heldentat im „Freiheitskampf“ verkaufen lassen.
    Das ist schon fast der einzige Punkt, wo die Nachdenkseiten berechtigte Kritik üben, aber ohne praktischem Handeln wird es keine Lösungen geben.
    Nexperia ist ein weiteres Beispiel für die glorreiche Hilfe unserer Nachbarn. Sie beugten sich Trumps Forderungen und VW drohten die Chips auszugehen.
    Inzwischen haben die Niederländer die Zwangsverwaltung wieder aufgehoben.
    Aber es gibt einen großen Hersteller von Technologie zur Prouktion von Halbleitern in de Niederlanden, der das Weltniveau bestimmt
    Auch die folgten dem Embargo von Trump an die Chinesen und Nexperia produziert jetzt in China die notwendigen modernen Machinen selber.

    Matthäus 7.16

    „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? “

    Die schreiben kene dummen Reden, die machen, die Chinesen. Da gibt es auch keine SPD.

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