War Ihr Großvater ein Scherge an der Ostfront? Und hat das für Sie hier und jetzt noch eine Bedeutung?
Der Spiegel wirbt seit Wochen mit einer Nazi-Datenbank, in der Sie nach Ihren Familienangehörigen oder Bekannten von früher suchen können. Ist das etwas, das Sie heute bewegt? Finden Sie solche Datensammlungen richtig? Haben Sie gar jemanden aus Ihrer Familie gefunden?
Das würde uns an dieser Stelle interessieren. Wir würden uns freuen, wenn Sie zahlreich abstimmen würden. Wenn Sie Ihre Position noch ausführlicher darlegen wollen: Schreiben Sie es gerne in die Kommentare. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass Diskussion angemessen und ohne justiziable Aussagen zu führen sind. Die Kommentarregeln sind einzuhalten. Verstöße können zum Ausschluss führen.
Der Spiegel macht seit Wochen Reklame für ein Nazi-Archiv. Haben Sie selbst schon geschaut, ob Ihre Vorfahren dort gemeldet sind?
Nein. 88%, 93 votes
93 votes88%
93 votes - 88% of all votes
Ja. 10%, 11 votes
11 votes10%
11 votes - 10% of all votes
Keine Angaben. 2%, 2 votes
2 votes2%
2 votes - 2% of all votes
Abstimmungen insgesamt: 106
2. Juli 2026 - 9. Juli 2026
×
Von deiner IP-Adresse wurde bereits abgestimmt.
Wäre es für Sie von Bedeutung, dort einen Ahnen zu finden?
Nein. 72%, 75 votes
75 votes72%
75 votes - 72% of all votes
Ja. 20%, 21 vote
21 vote20%
21 vote - 20% of all votes
Beide meiner Großväter waren als Soldat in der Wehrmacht. Ich habe keine Hinweise, dass sie an Dingen beteiligt waren, die über das übliche eines Soldaten hinausgingen.*6%, 6 votes
6 votes6%
6 votes - 6% of all votes
Keine Angaben. 1%, 1 vote
1 vote1%
1 vote - 1% of all votes
Ich weiß auch so schon Bescheid.*1%, 1 vote
1 vote1%
1 vote - 1% of all votes
Abstimmungen insgesamt: 104
2. Juli 2026 - 9. Juli 2026
* - von einem Benutzer hinzugefugt
×
Von deiner IP-Adresse wurde bereits abgestimmt.
Wie stehen Sie dazu, dass man nach über 80 Jahren noch immer die Schuldfrage der Vorfahren wachhält?
Es ist falsch. 40%, 41 vote
41 vote40%
41 vote - 40% of all votes
Es ist richtig. 34%, 35 votes
35 votes34%
35 votes - 34% of all votes
Ich bin da zerrissen. 19%, 20 votes
20 votes19%
20 votes - 19% of all votes
Habe keine Meinung dazu. 7%, 7 votes
7 votes7%
7 votes - 7% of all votes
Abstimmungen insgesamt: 103
2. Juli 2026 - 9. Juli 2026
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Plagt Sie persönlich ein Schuldgefühl für die historischen Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg?
Ich spüre Verantwortung, nicht Schuld. 54%, 58 votes
Mein Opa ist in Stalingrad gefallen. Meine Mutter hat ihren Vater nie kennengelernt. Er wurde als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen, also nicht freiwillig.
Genau aus diesem Grund bin ich sehr besorgt, wenn die deutschen Bellizisten schon wieder den Marsch in Richtung Osten anvisieren. Wir als Deutsche haben bereits ausreichend Unheil in dieser Welt angerichtet und sollten uns gefälligst aus Konflikten heraushalten. Nur Diplomatie ist gefragt. Das hat mir auch meine Mutter so beigebracht und so verfahre ich auch privat in meinem Umfeld.
Die Frage ist zu klein. Es geht nicht darum, ob heutige Deutsche Schuld empfinden. Schuld ist kein Gefühl, das man abfragt.
Die eigentliche Frage lautet: Hat dieses Verbrechen das Menschenbild verändert?
In der Bibel steht der Auszug aus Ägypten. Dort wird Gewalt nicht nur berichtet, sondern zu einer bleibenden Lehre über Macht, Knechtschaft und Befreiung.
Nazi-Deutschland hat 57 Millionen Tote hinterlassen. Krieg, Vernichtung, Lager, industrielle Entmenschlichung.
Trotzdem steht dieses Ereignis bis heute außerhalb der großen religiösen Deutung des Menschen. Es wurde archiviert, verwaltet, betrauert und politisch beschworen. Aber es wurde nicht in eine verbindliche Lehre über den Menschen übersetzt.
Darum ist es nicht aufgearbeitet. Der Mensch hat es nicht aufgenommen.
„Schuld und Verbrechen sind nicht vererbbar.“ (I. Kant)
Nein, ich persönlich verspüre keine historische Schuld. Jedoch versuche ich alles daranzusetzen, dass sich solch ein Verbrechen nicht wiederholt, das Völkerrecht geachtet und der aufgehobene Art. 80 StGB wieder eingesetzt wird.
Für mich ist es UNFASSBAR, dass die Bundesrepublik Deutschland Rüstungsexporte in Kriegsgebiete genehmigt, Steuergelder hierfür verprasst, Truppen in Drittländer entsendet und die Verantwortlichen für ihre Verbrechen straffrei bleiben.
„Strafgesetzbuch
§ 80 Vorbereitung eines Angriffskrieges
Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.“
Bezeichnend, dass die Hälfte der Befragten
nicht einmal ein gewisses Verantwortungsgefühl in sich trägt.
Da hat es die Propaganda leicht,
denn aus dieser inneren Leere lässt sich
Kapital schlagen.
Von welcher „Schuld der Deutschen“ in der Headline die Rede ist, bleibt ein ungeklärtes Gehemnis des Autors. Man kann zwar ahnen, worauf der Autor anspielt, diese Anspielung hat allerdings mit der gesellschaftspolitischen Relaität der Auffassung und des Verständnisses der deutschen Geschichte nichts zu tun. In der als „historisch“ bezeichneten Rede „Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa“ des damaligen -in Deutschland übrigens äusserst beliebten- Bundespräsidenten R. von Weizsäcker stellte dieser klar, dass es keine Kollektivschuld der Deutschen gebe, zu gelten habe eine sog. „Erinnerungskultur“. Die Rede galt damals -und gilt bis heute- als Sternstunde der deutschen Nachkriegsgeschichte, weil sie einen Wendepunkt in der Interpretation der deutschen Geschichte darstellte: Das deutsche Volk sei kein Tätervolk gewesen, sondern auch ein Opfervolk, welches am 8.05.1945 von den Klauen der „Naziherrschaft“ befreit worden sei. Diese grundlegende Neuauslegung und -bewertung von historischen Ereignissen im Sinne von „Verbrechen ohne Schuld“ gilt in Deutschland als „historisch“ nicht nur im Kontext einer abgeschlossenen Vergangenheit, es definiert gleichzeitig auch den Umgang der Deutschen mit der eigenen Zukunft: in einer Gesellschaft wo es per Definition gar keine Schuld gibt und auch nicht geben kann, kann auch z.B. die Beteiligung der Deutschen am Völkermord in Palästina gar kein Verbrechen sein.
Es war mein Vater der in der Wehrmacht war.
Ich weiß eigentlich von allem was er mir berichtete und auch von damaligen Zeitzeugen weil ich mich für dieses Thema immer schon interessiert habe.
Er hat mich bspw. schon damals vor den galizischen Nazikollaborateuren gewarnt.
Warum sollte ich mir diesen Schuh anziehen, mein Vater hat sein ganzes Restleben nach dem Krieg unter teilweise schweren Depressionen gelitten?
Meine Großväter mußten in Wehrmacht und SS. Sie haben sich nicht schuldig gemacht weil der eine älter und weit weg von der Front in Norwegen war und der andere sofort desertierte.
Diejenigen die sich schuldig fühlen sollten wären besonders diejenigen deren Ahnen Nazis waren, davon profitierten und heute wieder in der Politik sind und wieder faschistischen Abschaum bewaffnen und finanzieren – und wieder profitieren.
Mein Opa ist in Stalingrad gefallen. Meine Mutter hat ihren Vater nie kennengelernt. Er wurde als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen, also nicht freiwillig.
Genau aus diesem Grund bin ich sehr besorgt, wenn die deutschen Bellizisten schon wieder den Marsch in Richtung Osten anvisieren. Wir als Deutsche haben bereits ausreichend Unheil in dieser Welt angerichtet und sollten uns gefälligst aus Konflikten heraushalten. Nur Diplomatie ist gefragt. Das hat mir auch meine Mutter so beigebracht und so verfahre ich auch privat in meinem Umfeld.
Die Frage ist zu klein. Es geht nicht darum, ob heutige Deutsche Schuld empfinden. Schuld ist kein Gefühl, das man abfragt.
Die eigentliche Frage lautet: Hat dieses Verbrechen das Menschenbild verändert?
In der Bibel steht der Auszug aus Ägypten. Dort wird Gewalt nicht nur berichtet, sondern zu einer bleibenden Lehre über Macht, Knechtschaft und Befreiung.
Nazi-Deutschland hat 57 Millionen Tote hinterlassen. Krieg, Vernichtung, Lager, industrielle Entmenschlichung.
Trotzdem steht dieses Ereignis bis heute außerhalb der großen religiösen Deutung des Menschen. Es wurde archiviert, verwaltet, betrauert und politisch beschworen. Aber es wurde nicht in eine verbindliche Lehre über den Menschen übersetzt.
Darum ist es nicht aufgearbeitet. Der Mensch hat es nicht aufgenommen.
„Schuld und Verbrechen sind nicht vererbbar.“ (I. Kant)
Nein, ich persönlich verspüre keine historische Schuld. Jedoch versuche ich alles daranzusetzen, dass sich solch ein Verbrechen nicht wiederholt, das Völkerrecht geachtet und der aufgehobene Art. 80 StGB wieder eingesetzt wird.
Für mich ist es UNFASSBAR, dass die Bundesrepublik Deutschland Rüstungsexporte in Kriegsgebiete genehmigt, Steuergelder hierfür verprasst, Truppen in Drittländer entsendet und die Verantwortlichen für ihre Verbrechen straffrei bleiben.
„Strafgesetzbuch
§ 80 Vorbereitung eines Angriffskrieges
Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.“
Bezeichnend, dass die Hälfte der Befragten
nicht einmal ein gewisses Verantwortungsgefühl in sich trägt.
Da hat es die Propaganda leicht,
denn aus dieser inneren Leere lässt sich
Kapital schlagen.
„historische Schuld als Deutscher?“
Von welcher „Schuld der Deutschen“ in der Headline die Rede ist, bleibt ein ungeklärtes Gehemnis des Autors. Man kann zwar ahnen, worauf der Autor anspielt, diese Anspielung hat allerdings mit der gesellschaftspolitischen Relaität der Auffassung und des Verständnisses der deutschen Geschichte nichts zu tun. In der als „historisch“ bezeichneten Rede „Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa“ des damaligen -in Deutschland übrigens äusserst beliebten- Bundespräsidenten R. von Weizsäcker stellte dieser klar, dass es keine Kollektivschuld der Deutschen gebe, zu gelten habe eine sog. „Erinnerungskultur“. Die Rede galt damals -und gilt bis heute- als Sternstunde der deutschen Nachkriegsgeschichte, weil sie einen Wendepunkt in der Interpretation der deutschen Geschichte darstellte: Das deutsche Volk sei kein Tätervolk gewesen, sondern auch ein Opfervolk, welches am 8.05.1945 von den Klauen der „Naziherrschaft“ befreit worden sei. Diese grundlegende Neuauslegung und -bewertung von historischen Ereignissen im Sinne von „Verbrechen ohne Schuld“ gilt in Deutschland als „historisch“ nicht nur im Kontext einer abgeschlossenen Vergangenheit, es definiert gleichzeitig auch den Umgang der Deutschen mit der eigenen Zukunft: in einer Gesellschaft wo es per Definition gar keine Schuld gibt und auch nicht geben kann, kann auch z.B. die Beteiligung der Deutschen am Völkermord in Palästina gar kein Verbrechen sein.
Es war mein Vater der in der Wehrmacht war.
Ich weiß eigentlich von allem was er mir berichtete und auch von damaligen Zeitzeugen weil ich mich für dieses Thema immer schon interessiert habe.
Er hat mich bspw. schon damals vor den galizischen Nazikollaborateuren gewarnt.
Warum sollte ich mir diesen Schuh anziehen, mein Vater hat sein ganzes Restleben nach dem Krieg unter teilweise schweren Depressionen gelitten?
Weiß hier zufällig jemand, ob solche Umfragen auch in Spanien, England oder Frankreich durchgeführt werden?
Meine Großväter mußten in Wehrmacht und SS. Sie haben sich nicht schuldig gemacht weil der eine älter und weit weg von der Front in Norwegen war und der andere sofort desertierte.
Diejenigen die sich schuldig fühlen sollten wären besonders diejenigen deren Ahnen Nazis waren, davon profitierten und heute wieder in der Politik sind und wieder faschistischen Abschaum bewaffnen und finanzieren – und wieder profitieren.