Stromversorgung: »Das wichtigste ist, sich damit abzufinden, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt«

Schwarz, dunkel
Dieses Bild ist noch nicht mal KI-generiert.

Stromausfälle könnten zur neuen Normalität werden. Blackout-Experte Herbert Saurugg erklärt, warum das Stromnetz zunehmend fragil ist, wieso die eigentliche Krise erst nach dem Blackout beginnt – und weshalb einfache Vorsorge heute wichtiger ist denn je.

Roberto De Lapuente sprach mit dem Blackout- und Krisenvorsorgeexperten Herbert Saurugg.

 

De Lapuente: Nach dem Stromausfall von Berlin konnte man in den deutschen Presse recht häufig lesen, dass weitere solcher Ausfälle gar nicht so abwegig seien. Den unbedarften Bürger irritiert das, denn er ist Stabilität gewohnt. Ist das alles nur Panikmache oder tatsächlich das Szenario der Zukunft?

Saurugg: Wir sind durch die bisher sehr hohe Versorgungssicherheit verwöhnt und können uns Stromausfälle kaum noch vorstellen. Leider befinden wir uns mit der Energiewende in einer großen Transformation, die einige Unsicherheiten mit sich bringt. Ich rechne daher damit, dass es in Zukunft häufiger zu Problemen und Ausfällen kommen wird. Auch die Gefahr von erfolgreichen Cyberangriffen oder Sabotageakten nimmt leider zu. Daher empfehle ich, besser vorbereitet zu sein, für den Fall, dass es doch einmal nötig ist, statt böse überrascht zu werden.

De Lapuente: Sie befassen sich seit vielen Jahren mit Blackouts, sind Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge und haben eine Schrift herausgebracht, in der davon berichtet wird, wie das europäische Stromversorgungsnetz im Umbruch steckt. Was ändert sich denn da gerade?

Saurugg: Eigentlich sehr viel. Das Hauptproblem ist die Planlosigkeit, mit der dieser Umbau durchgeführt wird. Es wird an vielen Stellen gleichzeitig eingegriffen, ohne die potenziellen Nebenwirkungen zu berücksichtigen. Zusätzlich erhöht die zunehmende Anzahl von Akteuren und deren Vernetzung die Komplexität massiv, was ganz neue Herausforderungen mit sich bringt, auf die wir kaum vorbereitet sind. Hinzu kommen eine alternde Infrastruktur, zunehmend mehr Wetterextreme, ein Fachkräftemangel und nicht zuletzt auch verstärkt Cyber- und Sabotageangriffe auf kritische Infrastrukturen. Es gibt also eine Vielzahl möglicher Auslöseereignisse, die in einem zunehmend fragileren Stromversorgungssystem Kaskadeneffekte mit weitreichenden Ausfällen auslösen können.

»Jetzt erreichen wir den Punkt, an dem es teuer wird«

De Lapuente: Es ist also eine Gemengelage aus verschiedenen Faktoren. Einige davon könnte man in den Griff bekommen – zum Beispiel die alternde Infrastruktur. Warum bleiben hier Investitionen aus? Ist den politisch Verantwortlichen nicht klar, dass sie damit potenziell die Gesellschaft lahmlegen?

Saurugg: Die Infrastruktur wird privatwirtschaftlich betrieben. Zudem wurde uns immer vermittelt, dass der Strompreis durch die Marktliberalisierung günstiger geworden ist. Was man dabei jedoch nicht erwähnt hat, ist, dass dies auch dadurch erreicht wurde, dass Reserven und Redundanzen reduziert sowie erforderliche Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur nicht getätigt wurden. Jetzt erreichen wir den anderen Punkt der Badewannenkurve, an dem das sehr teuer wird. Gleichzeitig müssen wir die Infrastrukturen aus- und umbauen.

De Lapuente: Der privatwirtschaftliche Aspekt erscheint mir sehr wichtig. Daher die Frage: Sollte die Stromversorgung in staatlichen Händen bleiben? Ist das eine Gewähr für mehr Stabilität?

Saurugg: Ich weiß nicht, ob dieser Schritt so einfach möglich wäre. Der Punkt ist auf jeden Fall, dass es Sinn machen würde, die Kerninfrastruktur – dazu zählt auf jeden Fall die Strominfrastruktur – nicht dem freien Markt zu überlassen, weil sich die Grundinteressen widersprechen. Vielleicht sollte der Staat einfach Kernaktionär sein, um die Effizienzvorteile eines privatwirtschaftlich geführten Unternehmens zu nutzen. Dann müsste er allerdings auch entsprechende Vorgaben machen. Wenn diese Vorgaben jedoch, wie es durchaus auch häufiger zu beobachten ist, darin bestehen, möglichst viele Mittel für den Steuertopf bereitzustellen, würde auch nicht viel gewonnen werden. Es geht also mehr um die richtige Governance.

De Lapuente: Sie sprechen von reduzierten Reserven und Redundanzen: Was bedeutet das genauer? Vielleicht haben Sie ein Beispiel?

Saurugg: Aus der Branche wird berichtet, dass es vor zehn bis 15 Jahren noch eine große Auswahl an Ersatzteilen auf Lager gab. Das wurde zwischenzeitlich größtenteils eingespart bzw. aufgebraucht und nicht nachbeschafft. Vor der Marktliberalisierung wurde bei Infrastrukturprojekten ein Reserveaufschlag eingeplant, um den erwarteten Bedarfszuwachs auch auf längere Sicht abdecken zu können. Auch diese Puffer sind mittlerweile größtenteils aufgebraucht, sodass es heute kaum noch freie Netzanschlusskapazitäten gibt. Das zeigt sich bei Anschlussbegehren für neue Erzeugungsanlagen oder Speicher, wo mit Wartezeiten von zehn Jahren oder mehr zu rechnen ist.

»Es kann nicht sein, dass funktionierende Kraftwerke gesprengt werden, bevor es einen gleichwertigen Ersatz gibt«

De Lapuente: Wir benötigen heute im Haushalt viel mehr Strom als noch vor 30 Jahren. Ist das kein Aspekt, der die Stromnetze zusätzlich belastet?

Saurugg: Natürlich spielt auch der Mehrverbrauch eine Rolle, wobei die Haushalte derzeit noch eine untergeordnete Rolle spielen. Das wird sich jedoch mit zunehmender E-Mobilität und dem Einsatz von Wärmepumpen ändern. Zum anderen sind die Ansprüche an Qualität und Verfügbarkeit gestiegen.

De Lapuente: Wem nutzt dieser Umbruch letztlich eigentlich?

Saurugg: Hoffentlich uns allen, wobei ich mir da momentan nicht ganz sicher bin. Ich denke, dass wir diese Transformation brauchen. Ich fordere jedoch eine systemische und ideologiefreie Vorgangsweise, die die physikalischen und systemischen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Es muss auch einen nachvollziehbaren Plan geben, der aufzeigt, wie man von A nach B kommen möchte und welche Zwischenschritte dazu erforderlich sind. Es kann nicht sein, dass funktionierende Kraftwerke gesprengt werden, bevor es einen gleichwertigen Ersatz gibt. Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es außerdem dezentrale Funktionseinheiten mit einem sektorübergreifenden Energiemanagement (»Energiezellensystem«) und einer übergeordneten Orchestrierung. Nur so wird die zunehmende Komplexität beherrschbar bleiben, es sei denn, wir ignorieren die Naturgesetze und Erkenntnisse der Evolution. Das könnte sich aber als gefährlicher Irrtum herausstellen.

De Lapuente: Wie meinen Sie das?

Saurugg: In der Evolution kommen nur diejenigen weiter, die kooperieren und sich anpassen können. Wenn wir uns durch unsere immer größer werdenden technischen Abhängigkeiten, die kaum Rückfallebenen bieten, überheben und es zu schweren Ausfällen kommt, bei denen die gesellschaftliche Durchhaltefähigkeit nicht wie in der Ukraine oder anderen Regionen gegeben ist, könnte sich diese Lebensform als Irrtum erweisen und ausscheiden – um es einmal ganz drastisch auszudrücken.

De Lapuente: In Berlin zeigte sich die ganze Hilflosigkeit der Betroffenen. Was empfiehlt Ihre Gesellschaft, um einen Blackout möglichst glimpflich ertragen zu können?

Saurugg: Eine einfache Vorsorge. Wir stellen dazu verschiedene Hilfestellungen bereit. Der wichtigste Schritt besteht darin, sich damit abzufinden, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, und sich Gedanken darüber zu machen, was ein solches Szenario für einen selbst oder die eigene Organisation bedeuten könnte. Ziel ist es, als Individuum die Folgen eines größeren Infrastruktur- und Versorgungsausfalls gut zu überstehen und die organisierte Hilfe zu entlasten. Dazu braucht es Wasservorräte für mehrere Tage, also mindestens einen 6er-Träger Mineralwasser pro Person. Außerdem sind Erste-Hilfe-Ausrüstung und Medikamente wichtig, um sich 14 Tage möglichst selbst versorgen zu können. Das Gleiche gilt für Lebensmittel: In der Regel reicht eine Klapp-Box voll pro Person, die sich auch in kleinen Wohnungen unterbringen lässt. Mit Taschenlampen, Müllsäcken als mögliche Nottoilette und etwas Bargeld hat man das Wichtigste beieinander.

»Die Probleme und die Dauer des Wiederanlaufs werden häufig unterschätzt«

De Lapuente: Soweit die materielle Ausstattung …

Saurugg: Organisatorisch geht es vor allem um die Vorbereitung der notwendigen Abläufe, um ein geordnetes Herunterfahren ohne Kommunikationsmöglichkeiten sicherzustellen. Außerdem sollte geklärt werden, welche Voraussetzungen nötig sind, um nach einem wirklichen Blackout möglichst rasch wieder hochfahren zu können. Denn das ist deutlich mehr als nur Strom. Gerade die Probleme und die Dauer des Wiederanlaufs werden nach wie vor häufig unterschätzt. Daher auch die vierzehntägige Eigenversorgungsfähigkeit. Wenn man all das hat, ist man schon recht gut aufgestellt.

De Lapuente: Was kommen denn bei einem Wiederanlauf noch für Aspekte hinzu, die man als Laie offenbar nicht mitdenkt?

Saurugg: Die generelle Erwartung ist, dass nach einem Stromausfall alles einfach wieder normal weitergeht. Das ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Es hängt natürlich sehr von der Dauer des Stromausfalls ab, wann sukzessive ein kaskadierender Kollaps der Infrastrukturen und Versorgungsketten beginnt. Es ist nicht ganz klar, ob dieser nach 12, 18 oder erst nach 24 Stunden beginnt. Sicher ist jedoch, dass ein Stromausfall von 48 bis 72 Stunden kaum noch beherrschbar ist, da dann nahezu alle notstromversorgten Einrichtungen ausfallen, sollte die Treibstoffnotversorgung nicht vorbereitet sein oder gelingen. Wenn das passiert, drohen schwere Hardwareschäden an IT-Systemen, wodurch die Wiederherstellung immer aufwendiger und schwieriger wird. Ohne eine ausreichende IT- und Telekommunikationsversorgung funktioniert keine Versorgung. Damit kommen wir sehr rasch in einen Teufelskreis, aus dem es immer schwieriger wird, zu entrinnen. Genau diese Phasen nach dem Stromausfall, die bis zur Normalisierung Wochen, Monate und länger dauern können, werden fast immer unterschätzt. Die eigentliche Krise beginnt also erst nach dem Stromausfall.

De Lapuente: Können Sie noch ein konkretes Beispiel geben? In der Abstraktion denke ich immer noch: Strom an – weiter geht’s …

Saurugg: Nein, eben nicht. Nach einem mehrstündigen Stromausfall, durch den die Kühlketten unterbrochen werden, müssen in Supermärkten enorme Mengen an Frischwaren entsorgt werden, sofern keine entsprechenden Vorbereitungen getroffen wurden. Es gibt jedoch keine Prozesse und Vorbereitungen, um mit dem großen Gleichzeitigkeitsfaktor bei der Entsorgung zurechtzukommen. Ähnliches droht auch bei gekühlten Medikamenten. Je nach Dauer des Stromausfalls ist auch mit einem Massentiersterben in der industrialisierten Tierhaltung zu rechnen. Je nach Jahres- und Erntezeit könnten auch Gemüse und Obst betroffen sein, wenn eine rasche Verarbeitung und Kühlung nicht möglich ist. Das hätte langfristige, massive Auswirkungen auf die Versorgung. Wenn, wie zu erwarten, in vielen Bereichen gleichzeitig Ausfälle oder Störungen auftreten, etwa bei Kühlmöbeln, IT-Infrastrukturen oder Gebäudeleittechnik, werden zunächst genügend Ersatzteile und Techniker benötigt, um die Schäden überhaupt beheben zu können. Hinzu kommt, dass wir viele Ketten mit sehr schwachen Gliedern haben, was zu weitreichenden Verzögerungen beim Wiederanlauf führen kann. Das Problem ist die hohe Unsicherheit darüber, was alles schiefgehen kann und was tatsächlich eintritt. Das Risiko aufgrund des sehr hohen Gleichzeitigkeitsfaktors ist auf jeden Fall enorm und wird häufig unterschätzt.

De Lapuente: Letztlich heißt das also, wir werden uns auch in den Gesellschaften des Westens an Stromabwesenheiten gewöhnen müssen. Ein Stück weit darf man das wohl auch als Destabilisierung der Gesellschaft sehen. Wird von der Politik die Versorgungssicherheit denn nicht als wesentlicher Aspekt der Sicherheitspolitik begriffen?

Saurugg: Ich fürchte, nein. Entweder ist der Ernst der Lage nicht wirklich bewusst, oder es werden nicht die richtigen Schlüsse bzw. Handlungen gezogen. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Problem einfach zu groß und unvorstellbar ist. Selbst wenn wir es realisieren und zum Handeln beginnen, sind die Ursachen nicht binnen Wochen behoben. Das dauert Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Daher sind wir gut beraten, uns auf solche Szenarien einzustellen und vorzubereiten.

 

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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50 Kommentare

  1. Die rechtsradikale deutsche Nazi-Elite wollte einfach nur mal auschecken wie sich so Kriegszeiten – wo Stromausfälle an der Tagesordnung sein dürften – anfühlen und welche Implikationen das haben kann. Ich traue den Verbrecherrn in Staatsapparat, Politik, Mainstreammedien keinen einzigen Millimeter mehr über den Weg. Aus ihnen trieft das pure Böse. Sich nett zu verhalten kennen diese Leute überhaupt nicht.

    1. Sie finanzieren Terroristen (IS), Nazis (Ukraine) (beides zusammen in Israel und über die NATO), zerstören das Recht, Treten Menschenrechte mit Füßen, verfolgen Menschen, die anderen Menschen helfen, solchen, die in der Ukraine vom Bombenterror der NATO betroffen sind, oder allgemein Menschen, die sich für Menschenrechte stark machen, den gemeinschaftlich vom Westen begangenen Genozid in Gaza kritisieren, sie versuchen mit Zensur und Gewalt ihre Deutungshoheit zu sichern, bei der sie sich als die Guten bezeichnen, die Widersacher (z.B. Russland, China, Iran), Opfer oder Kritiker ihrer Gewalt zu Tätern umdeklarieren. Ihre Gewalt ist überall ersichtlich und trotzdem versuchen sie den Menschen noch mit übelster Manipulation zu erzählen, dass sie die Guten seien. Sie sind das pure Böse. Warum sollten solche Leute nicht auch einen Stromausfall fabrizieren, der dann mehrere Tage anhält, um etwas zu testen, wovon die Bevölkerung nichts wissen soll, weil sie das „beunruhigen“ könnte?

      1. Auch der Geheimdienst eines Staates kann so einen Stromausfall fabrizieren um Geld zu erpressen. Der österreichische Innenminister hat in einem Interview vor Jahren einen solchen Dienst benannt, der Rechtradikale in Österreich zu Taten animierte um Geld zu erpressen, sogar den Safe des Innenministers hätten sie dafür ausgeraubt. Kurz danach waren die Berliner Staatsschützer beim österreichischen Innenminister um sich ausführlich über die Schandtaten dieses Dienstes und seiner Verbindungen zu Rechtsradikalen zu informieren. Es soll in Deutschland ähnliches passiert sein.

      2. Ja, die „Grünen“- Nazis haben uns nicht nur ein vorher stabiles Stromnetz zerstört und ein ideologisch verblendetes Flatterstrom-Netz beschert, sie haben auch die Nazis in der Ukraine unterstützt und sind glühende Anhänger der NATO.
        Ebenso machten sie sich gleichzeitig über „nazi-Spinner“ lustig, die als sog. Prepper genau das taten, was jetzt nicht nur Experten hier vorschlagen, sondern sogar mittlerweile die Bundesregierung – sich auf Blackouts vorbereiten. Vor 20 Jahren noch ein völlig undenkbares Szenario!

  2. Interessante Aussagen. Nicht nur, dass uns durch diese vollkommen verfehlte Energiepolitik das Geld massiv aus der Tasche gezogen wird, sollen wir nun auch noch dafür sorgen, dass wir bei Ausfällen durch die fehlende Versorgungssicherheit aufgrund des labilen Netzes und der fehlenden Geeignetheit der sogenannten alternativen Energien, gewappnet sind. Ich finde solche Aussagen als eine Frechheit. Es ist löngst an der Zeit, dieses absolut überteuerte, ungeeignete, ideologische und alles andere als nachhaltige und ökologische Projekt zu stoppen, sämtliche Fördermittel und Abgaben dafür zu streichen und zu einer tauglichen und bezahlbaren, ideologiefreien Energieversorgung zurückzukehren.

    1. Das ist Bullshit. DAS ist Ideologie: den Menschen einzureden, dass das völlig überteuert sei und ja gar nicht funktioniere. Es gab bisher noch keine neue Technologie, die gleich von Anfang an fehlerfrei und ohne Probleme funktioniert hat. Jede neue Technologie bringt erst einmal mitsich, dass man sie verstehen lernen, gegebenenfalls weitere Technologien entwickeln muss, um etwaige Nachteile auszugleichen

      Und nun rate mal, warum Händler wie Aldi und Lidl ihre Dächer mit Solar eindecken? Das sind Kaufleute, die nicht dumm sind. Sie wissen, dass der daraus gewonnene Strom günstiger ist als ihn bei RWE und Co zu beziehen. Schau Dir mal ein Video von Nordwolle an, wo der Eigentümer über seine neue Solaranlage spricht. Er versteht überhaupt nicht, warum das nicht alle so machen, WEIL es viel günstiger ist. Die Armortisationszeiten sind mW wenige, maximal 10 Jahre.

      1. @ Richard

        „Es gab bisher noch keine neue Technologie, die gleich von Anfang an fehlerfrei und ohne Probleme funktioniert hat.“

        Das stimmt. Aber keine andere Technologie musste 25 Jahre gepampert werden, mit solchen Ergebnissen.

    2. Ergänzend zu meinem vorherigen Kommentar… Ich stimme Dir jedoch zu, dass es nicht sein kann, dass das, was eine moderne Gesellschaft der Arbeitsteilung ausmacht, aufgekündigt wird, wie das im Neoliberalismus üblich ist, wo nur noch aus der Substanz gelebt wird, Investitionen ausbleiben und dafür dann die Allgemeinheit irgendwann teuer zur Kasse gebeten wird, um die Schäden dieser kurzsichtigen Politik zu kompensieren. Das ist einfach auch vollkommen ineffizient so zu agieren. Deswegen gibt es ja die Arbeitsteilung.

  3. Nun ja, das neoliberale wirtschaftliche Weltbild von der Heiligkeit des Marktes zerbricht und der Westen steht vor chaotischen Zeiten.

    In der gelenkten Marktwirtschaft Chinas ist die Stromversorgung überwiegend in staatlicher Hand. Das ist doch besser! Ihr könnt Euch selbst bei DeepSeek und den US-Konkurrenten ChatGPT informieren. Die berichten dieselben Fakten.

    Fazit: selber schuld an den deutschen Schlamassel!
    Die westliche Welt ist im Niedergang. Wir leben in einer Abstiegsgesellschaft. Ertragt dies in christlicher Demut denn ihr habt 500 Jahre von der Ausbeutung der Mehrheit der Menschheit gut gelebt. Jetzt müßt ihr die Rechnung bezahlen, auch mit Stromausfällen, die Kuba durch US-Sanktionen schon lange kennt.

    Der Westen hat durch eine arrogante Außenpolitik Russland in den Ukrainekrieg getrieben. Jetzt hat Putin Kiew in die Dunkelheit geschossen. Damit das Licht in Berlin ausgeht, dazu aber wird Putin gar nicht gebraucht, das kann Berlin alleine!

  4. Die gesellschaftstragenden Infrastrukturen gehören in staatliche Hand, das kann man auch sehr gut auch an der Bahn erkennen, die von Jahr zu Jahr schlechter und unzuverlässiger wird. Auch Strom- und Wasserversorgung sollten mindestens unter staatlicher Aufsicht, mit Kontrollregularien, sein. Wir haben uns bereits mit der total „freien“ Marktwirtschaft, die lobbygesteuert ist, ins Hintertreffen gegenüber China und anderen Nationen katapultiert, was nicht mehr aufgeholt werden kann. Um so wichtiger wäre es, noch zu retten, was zu retten ist, und das wäre nun mal Energie und Verkehr, eventuell auch Änderungen im Bildungssystem. Aber leider haben sich Kräfte, denen man früher einmal zugetraut hat, eine vernünftige Balance zwischen Profit und Sicherheit zu realisieren, voll auf die Seite des Kapitals geschlagen, das sind insbesondere die SPD, die Grünen und die Linken. Etwas mehr Mindestlohn hilft uns allen nicht, es müssen grundsätzliche Änderungen her, natürlich auch in der Außenpolitik, aber das ist hier nicht das Thema. Eine Wirkung auf Andere erzielt man in der Regel nur, wenn man den eigenen Verantwortungsbereich in Ordnung hat, und das ist in Deutschland nicht mehr gegeben, in keinem Bereich. Daß die Energiesicherheit eine grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft ist, dürfte sogar Grundschülern bewusst sein, die Handelnden ignorieren das. Es ist bei allem Verständnis für die Probleme nicht nachvollziehbar, dass es tagelange Stromausfälle gibt. Ja, es wurde eine Kabelbrücke in Berlin zerstört. Aber von den auch gesellschaftlichen Ursachen mal abgesehen, gibt es im angeblich hochentwickelten Deutschland keine herumstehenden Kabelrollen mehr, mit denen man im Notfall den Strom vor Ort bringen könnte? Eigentlich lachen da die Hühner, und der Mensch greift sich an den Kopf. Aber ja, der Rest des Verstandes wird nun ins Militär gesteckt, damit wir auch morgen noch sämtliche Möglichkeiten für das Überleben faschistischer Regimes verpulvern und diese dann, wie im Falle des teuer gekauften Arrow 3, dann auch noch bestimmen, wann es gegen wen zum Einsatz kommen kann. Da ist eine gewaltige Portion Dummheit dabei, Humanität spielt ja eh keine Rolle mehr.

    1. „Das Wichtigste ist, sich damit abzufinden. dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt“
      Das ist dummes Geschwätz. Ich kann mich nicht erinnern ,dass es in den 70er 80er oder 90er Jahren Sorgen um Stromausfälle gegeben hat. Da wird dem dummen Michel wieder eingebläut wie er auf diese furchtbaren Bedrohungen zu reagieren hat womit man ganz dezent von den Vollidioten ablenkt die dieses Desaster verbrochen haben. Nicht wie man damit umgeht, wie man das wieder auf die Reihe bekommt muss geklärt werden. und zu aller erst müssen diese ganzen unfähigen ,korrupten Politschranzen zum Teufel gejagt werden.

  5. Saurugg war schon immer mit der These unterwegs, dass die Erneuerbaren für Stromausfälle verantwortlich sein werden. Er hat eben einen gewissen Hintergrund. Hier bleibt er merkwürdig unkonkret und das aus gutem Grunde.
    Was er uns da empfehlen will, sind Atom- und Kohlekraftwerke. Dino-Technik, die in die Knie geht, wenn die Last zunimmt. Was dann fürchterliche Oberwellen auf dem Netz macht, sodass man auch bei kleinen Abweichungen das Kraftwerk abschalten muss. Hingegen Erneuerbare gehen nicht in die Knie, die liefern unabhängig von der Last immer 50 Hertz. Außerdem sind sie mühelos schwarzstartfähig, die Dino-Technik hingegen nicht.
    Nun war die Energiewende ursprünglich als lokales Konzept gedacht, was kurze Leitungen bedeutet hätte. Das ist erstens billig und kaum anfällig gegen Cyberangriffe. Ein Konzept, das aufging. Die Bürgerwindparks schossen nur so aus dem Boden. Aber das rief natürklich die Bremser auf den Plan, die diese Windparks erschwerten bzw. unmöglich machten. Wir haben im Jahr 2017 einen Einbruch des Ausbaus von Windanlagen um zwei Drittel. Wobei ein EU- und ein deutsches Gesetz zusammen wirkten. Jetzt muss man unendliche Leitungen von Nord nach Süd legen, ins CSU-Bayern, wo der Ausbau durch 10H nochmals erschwert wurde. Kaum besser im grün regierten BaWü. Das ist natürlich teuer und anfällig.

    Hinzu kommen diese Leitungsbauer, die letztlich Pyramiden bauen können und das wird alles bezahlt. Überdies versuchen sie, auch ohne Pyramiden abzusahnen. Ja, verstaatlichen. Da hat er recht.

    1. “ erneuerbare gehen nicht in die Knie…“ Komisch, meine Voltaikanlage geht jeden Tag nach Sonnenuntergang in die Knie, die benachbarten Windmühlen bei Windstille ebenfalls. “ Mühelos Schwarzstartfähig“, jetzt wirds lustig, diese Fähigkeit ist bei Solaranlagen fast unmöglich, bei Windrädern dürfte der synchronisierte Schwarzstart von z. b. 5000 Anlagen ebenfalls Probleme bereiten. Wirklich gut Schwarzstartfähig sind vor allem die Turbinen der Wasserkraftwerke. Bei schlagartig nachlassender Sonnenschein haben die Experten alle Hände voll zu tun, die 50 Hertz im Netz aufrecht zu erhalten. Diese Eingriffe gehen jährlich mittlerweile in die tausende und werden immer komplizierter. Möglich ist der Ausgleich übrigens nur mit der NOCH vorhandenen “ Dinotechnik“.

      1. Vor zehn Jahren war das vielleicht noch richtig. Aber inzwischen haben wir diese sehr billigen Batteriespeicher.

        „Die Schlüsseltechnologie für den Schwarstart in einem erneuerbaren Energiesystem sind netzbildende Wechselrichter, die heute fast immer in großen Batteriespeichern verbaut sind.“ meint DeepSeek.

        Ein Bürgerwindpark könnte das mühelos leisten. Wenn er nicht per Gesetz verunmöglicht worden wäre.

    2. @ Artur_C

      „Hingegen Erneuerbare gehen nicht in die Knie, die liefern unabhängig von der Last immer 50 Hertz. “

      Klar doch, als „grid-follower“. Und wem folgen sie?

  6. Ein Staat der grundlegende Infrastuktur in private gewinnorientierte Hände legt, hat seine grundlegenste Existenzberechtigng verloren. Strom, Trinkwasser, Abwasser, Straßen, Schiene, Kommunikation und natürlich Gesundheit sind das.

  7. Der Knackpunkt ist, daß dieser Stromausfall längerer Dauer, sofern er nicht gerade von Terroristen verursacht wird, auch genau dann kommt, wenn man ihn am wenigsten brauchen kann, nämlich nicht bei flauschigen 25 Grad im Schatten, sondern bei -15. Und wenn dann bereits vorher eine Woche strenger Frost war, steckt die Kälte schon so tief im Mauerwerk, daß die Wohnungen im Handumdrehen unter Null auskühlen und reihenweise Wasserleitung platzen, die keiner in aller Eile noch schnell abgelassen hat (man denkt ja immer, der Strom würde schon bald wieder kommen). Dann hat man erhebliche Schäden am Inventar, möglicherweise sogar an der Bausubstanz.
    Hinzu kommt auch bei den Tips zum Bevorraten mit Lebensmitteln, daß man sich überlegen sollte, daß gerade Menschen in der Stadt ohne Strom vielfach überhaupt keine Möglichkeit mehr haben, irgendwas warm zu machen oder gar zu kochen.

  8. Danke für das Aussagekräftige Bild,
    es zeigt nämlich ein Cyberangriff🕯️auf die Energieversorgung 🔦 wobei das Opfer, dem Täter auch noch die Waffen freiwillig zur Verfügung stellt.

  9. Ich lese erstaunt, das immer mehr Leute erkennen, die Infrastruktur gehört in staatliche Hand. In der alten BRD war das teilweise auch der Fall, in der DDR sowieso. Dann kamen die neoliberalen Privatisierungen und selbst die Berliner Regierungslinke fand das gut. Dabei wußtet ihr doch, das dies Scheiße ist, habt Euch nur nicht getraut dies laut und deutlich zu sagen. Jetzt müßt ihr mit den Schlamassel leben. Selber schuld!

    Und Klimaschutz kann man nicht mit der Brechstange erzwingen, wie es die Grünen versucht haben. Klimaschutz ist ein weltweites Projekt und kleine Länder wie die BRD müssen mit großen Ländern wie China zusammenarbeiten. Das wollen die Dummköpfe hier aber nicht und den Klimaschutz wird wohl das große China auch ohne die kleine BRD realisieren und die Erde wird sich weiter drehen…

    1. Klima kann man nicht schützen. Das zum einen. Man kann die Einflüsse des Menschen auf seine Umwelt reduzieren. Indem weniger unsinniges produziert und konsumiert wird, Geräte wieder längere Lebensdauern haben, was den Ressourcenverbrauch senkt. Lange Transportwege vermieden werden. Lebensmittel nicht verschwendet werden. Wälder nicht mehr abgeholzt werden… All das senkt den Einfluss. Es senkt den Ressourcenverbrauch und es steigert die Qualität der Umwelt und letztlich wird es den Klimawandel verändern. Inwieweit der nicht eh stattgefunden hätte, ist auch noch zu klären. Denn die Jahre in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren als „Kleine Eiszeit“ bekannt. Die als Referenz zu nehmen, hieße, den damaligen Zustand als Referenz oder gar Ziel zu definieren. Damals wanderten viele wegen der schlechten Bedingungen nach Amerika aus. Wollen wir das heute wieder?

    2. Die Infrastruktur IST in staatlicher Hand. Der Staat hat entschieden, Kraftwerke zu vernichten und dort Spreng-Shows zu veranstalten. Der Staat hat das ganze Volk angefüttert mit Solareinspeisungen usw., um Akzeptanz für seine Politik zu schaffen. Alles ist in staatlicher Hand. Die gesetzlichen Grundlagen für eine enorme Bedarfserhöhung von Elektroenergie für den Verkehr und Heizzwecke, Erhöhung der Verbraucherzahl durch Masseneinschleppung uvm. kommen aus staatlicher Hand. Auch die Senkung des Energiebedarfs durch Deindustrialisierung reguliert der Staat. Der Staat hat in Energiefragen das Heft fest in der Hand. Das ist so, leider.

  10. Das mit der „Badewannenkurve“ habe ich nicht verstanden…

    Hieße das nicht, daß der Strom durch die Privatisierung irgendwann billiger geworden sein müßte? Ich kann mich nicht erinnern, daß das mal passiert wäre.

    1. Er meint wahrscheinlich die Kostenkurve. Am Anfang von Privatisierung gibt es Einspareffekte. Ist dann die Substanz verbraucht, dann steigen die Kosten wieder.

  11. Der „green deal“ leitet an der Planlosigkeit, dass ist offensichtlich. Das hat ja nicht mal die DDR fertig gebracht, dass zu einem festgelegten Datum ein Wunschziel verkündet wurde, ohne die Schritte dahin zu planen. Die erfolgreichsten Projekte aus dem letzten Jahrhundert, wie die Apollo Mondlandung, die industrielle Entwicklung der ostasiatischen Tigerstaaten sind einer strikten behördlichen Planung zu verdanken.
    Die Energiewende, hätte durch eine Fachbehörde geplant und kontrolliert werden müssen. Die marktwirtschaftlichen Instrumente Subventionen und Prämien, sind wichtig, aber reichen zur Durchsetzung des Zieles nicht aus.
    Die Abschaltung der AKW und die Sprengung von Kühltürmen dient eher dem guten Gefühl von Jürgen Trittin als der Energiesicherheit. Welche Folgen haben eigentlich die Lügen vom „Eisesser Jürgen Trittin“, für diesen?

  12. Dass der Stromverbrauch der Privathaushalte noch unerheblich ist, liegt an der Tatsache, dass noch die wenigsten Wärmepumpen haben und ihr E-Auto an der privaten Wallbox laden. Das wird sich radikal ändern. Die Folge: Der private Stromverbrauch wird sich um Faktor 3 bis 4 oder gar mehr erhöhen. Wenn dann gleichzeitig die Gaskraftwerke und Kohlekraftwerken abgebaut werden … Dann braucht es keine Terrorakte, dann reicht eine längere Dunkelflaute und insbesondere ein extrem kalter Winter. Denn dann ist die Effizienz der Wärmepumpen wegen der notwendigen Enteisung der Wärmepumpen nicht mehr bei Faktor 3, sondern bestenfalls bei 1,5 und dann steigt rasant der tägliche Strombedarf.

    1. Wärmepumpen sind verkappte Stromheizungen. Und im Gegensatz zu den Nachtspeicheröfen der 1960er-Jahren auch noch extrem anfällig, schon alleine aufgrund der Vielzahl der Komponenten – von der sinkenden Kompetenz der Fachkräfte ganz zu Schweigen. (oder glaubt jemand, der Fachkräftemangel bliebe ohne Folgen außer dass man auf den Handwerker länger wartet?)

      1. Ganz so einfach ist das nicht.
        Klimageräte und was anders sind die Wärmepumpen nicht, können schon was bringen.
        Nur sollte man für die wirklich niedrigen Temperaturen noch eine richtige Heizung im Haus haben.
        Besser ist eigentlich parallel zur klassischen Heizung einfach gute Klimageräte einzubauen und die alte Anlage zu behalten. Eventuell ist ein Brennerwechsel noch sinnvoll.
        Damit kann man im Sommer auch noch gut kühlen und generell entfeuchten. Sehr angenehm.
        Dazu ist die Installation billiger und kann bei einer Reihe von Geräten inzwischen vollkommen unabhängig von Handwerkern vorgenommen werden. Dazu kommt, man kann das Schrittweise machen.
        Also die Kosten verteilen. Auch ist der Austausch bei Defekten günstiger und vermutlich schneller.
        Die Stilllegung solch einer Anlage ist unkompliziert, was bei einem Defekt oder Stromausfall nicht unwichtig sein kann.
        Der Knackpunkt sind die enormen Strompreise, die es einfach unwirtschaftlich machen bei sehr niedrigen Temperaturen sowas als alleinige Heizung zu verwenden. Also wenn das Ding zum Durchlauferhitzer oder bei Klimageräten (je nach Modell) eher zum Raumlufterhitzer wird.
        Die Kosten für das abtauen des Kompressors (modelabhängig) sollte man auch berücksichtigen.
        Überall wo Wärmepumpen ohne massive Förderung erfolgreich sind, ist der Strompreis sehr günstig und die Geräte viel preiswerter. Wir haben uns Klimageräte (Splitgeräte) aus Polen besorgt (für den Gesamtpreis hätte man in Deutschland nicht mal die Wärmepumpe bekommen) und auf jedwede Förderung verzichtet. War dennoch preiswerter als Angebote mit Förderung von hier.
        Für den Extremfall haben wir einen Stromerzeuger (asynchron sehr wichtig, mit Heizöl kann man einfach die Heizöltanks mitbenutzen) der die Restwärme in die alte Heizung (Warmwasser) mit einspeist auch andere Geräte mit betreiben kann. Eine Solarthermische Anlage hatte ich schon vor Jahrzehnten eingebaut.
        Erstaunlicherweise funktioniert dieser Mischmasch reibungslos.
        Die Gesamtbetriebskosten sind erkennbar niedriger als vorher.
        Unabhängig von denn obigen Ausführungen würde ich jedem raten noch irgendwas für Festbrennstoffe parat zu haben. Weil, das funktioniert immer.

    2. @ Gunther

      „Wenn dann gleichzeitig die Gaskraftwerke und Kohlekraftwerken abgebaut werden … Dann braucht es keine Terrorakte, …“

      Nein, denn die Zertrümmerung der Energieversorgung ist der Terrorakt. In der Ukraine besorgt das Russland, in der brd die „Erneuerbaren“.

  13. „… Infrastruktur…privatwirtschaftlich… Marktliberalisierung… (Der Anfang vom Ende. Der Markt reguliert sich selbst. Der Staat sollte sich aus allem raushalten)…erforderliche Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur … (Die darf der Staat dann doch übernehmen)…keine hundertprozentige Sicherheit gibt…(Das gab es nie und wird es auch nie geben.Trotzdem wird uns eine solche immer wieder suggeriert. Beispiel selbstfahrende Autos.)
    …Vielleicht sollte der Staat einfach Kernaktionär sein… zunehmende Anzahl von Akteuren… (Der Staat bezahlt die Verluste der Aktionäre. Darin sieht er wohl seine Kernaufgabe.)… Dazu braucht es Wasservorräte … (Und ein hochgerüstetes Militär, um diese zu verteidigen.) … verstärkt Cyber- und Sabotageangriffe…(Deshalb auch immer schön Bargeld mitnehmen. Cash doesn‘t Crash.) … In der Evolution kommen nur diejenigen weiter, die kooperieren und sich anpassen können…(Ach so. Wie gut das es doch die Evolution gibt. Das hören die Aktionäre gern. Wie wäre es stattdessen mal mit Denken. Denken heißt nämlich immer auch Vorausdenken.)
    Herr Saurugg hört sich an, wie jemand, der uns rät, uns einen privaten Atombunker anzulegen, um uns vor einem bevorstehenden Atomkrieg zu schützen.

  14. „sollte der Staat einfach Kernaktionär sein, um die Effizienzvorteile eines privatwirtschaftlich geführten Unternehmens zu nutzen. “

    Was für ein Gerede. Die „Effizienzvorteile“ der privatwirtschaftlich geführten Unternehmen wie die DB etwa?

    Der Mann lebt doch in einer Irrealitätsblase.

    Oder die „zunehmend mehr Wetterextreme“. Das Problem das wir haben liegt vor allen Dingen darin, dass immer mehr Personen vollständig von den Wahnbildern der PR erfasst sind anstatt realistisch zu sehen.

    Es gibt genau dieses eine Problem: Verblendung durch ideologisierte und Partikularinteressen-geleitete Falscherzählungen über die Welt. Alles andere ist nur die erwartbare Folge davon.

    „Es kann nicht sein, dass funktionierende Kraftwerke gesprengt werden, “ wie zB das modernste und effizientes Kohlekraftwerk Europas in Hamburg, das nicht einmal 6 Jahre am Netz war? Und jetzt wird dort ein Wolkenkuckucksheim-Wasserstoff-Elektrolyseur hingesetzt. Das ist Irrsinn, ja.

    Was meint er denn damit: „bei denen die gesellschaftliche Durchhaltefähigkeit nicht wie in der Ukraine oder anderen Regionen gegeben ist,“? Die Ukraine als Vorbild, Hort der Stärke, Faschisten voran?

    Sehr durchwachsener Mehrwert, dieser Artikel. Auf solcherart „Experten“ kann man getrost verzichten. Jeder Prepper weiß da besser Bescheid. Das gehört auch zum Problem: dass es immer mehr „Experten“ ohne Ahnung gibt. Wie auch hier wieder durchscheint: die Haltung zählt, die Haltung macht den „Experten“. (Klima, Energiewende, Ukraine)

  15. Wieder ein schönes Beispiel, wie die große Fresse des deutschen Spießbürgers funktioniert.

    Aus „Blackout, pah, kann in der 3 Weil passieren aber nicht bei uns in der Vorzeigemarktwirtschaft“ wird quasi über Nacht „Das kann jederzeit passieren, da muss man halt drauf vorbereitet sein. Und Ausserdem ist der Iwan schuld“.

    Das mann vor ein paar Jahren die Warner noch als „Schwurbler“, „Reichsbürger“ „Nazi“ oder „Putintroll“ bezeichnet hat, wird geflissen unter den Teppich gekehrt.
    Ach ja, und wer für die Malaise wirklich verantwortlich ist, das wollen wir sowieso nicht so genau wissen. Weil das könnte die Bevölkerung verunsichern.

  16. »Es kann nicht sein, dass funktionierende Kraftwerke gesprengt werden, bevor es einen gleichwertigen Ersatz gibt«

    Das ist alles so traurig… Allein dieser Satz geht so dermaßen volle Pulle an der Sache vorbei… Es soll doch gar keinen „gleichwertigen Ersatz“ geben – nicht kapiert?

    Die Kraftwerke bzw. deren Kühltürme wurden gesprengt, um die Kraftwerksstandorte für lange lange Zeit unbrauchbar zu machen, damit also eine neue politische Führung, die mit der Zeit auf jeden Fall kommen wird, die Kraftwerke auf keinen Fall wieder in Betrieb nehmen kann. Das Gelände ist jetzt erstmal mit Betonstaub vollkommen verseucht. Und ich sage Euch, was der nächste Schritt ist: Die restlichen Gebäude der Industrieruine werden NICHT zügig abgerissen, damit NICHT bald das Gelände frei ist für ein neues Kraftwerk. Die staubigen Ruinen garantieren die Nichtnutzbarkeit.

    Der einzige Stromausfall, an den ich mich erinnern kann, war übrigens Silvester 1978. Ich denke, es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, die Versorgungssicherheit war 100 %.

    Im Prinzip finde ich das lustig. Wenn man über einen langen Zeitraum immer wieder die selben Parteien ankreuzt und ihnen alle 4 Jahre einen Freibrief für die Veruntreuung des Volksvermögens ausstellt, kommt eben sowas heraus. Jammert in Zukunft bitte etwas leiser.

  17. Als Österreicher kann der Autor sicher etwas unbefangener argumentieren. Gleichwohl ist er nicht frei von (selbstauferlegten oder erzwungenen, wer vermag das schon zu beurteilen?) ideologischen Schranken. Denn wenn er von der Notwendigkeit einer Transformation spricht, ohne deren Inhalte zu beleuchten, dann ist er schon mal eingehegt. Vorsichtig formuliert er lediglich „ideologiefreie Vorgangsweise, die die physikalischen und systemischen Rahmenbedingungen berücksichtigt.“ Damit könnte man ja schon mal arbeiten. Wenn da nicht die bildungsfreien Energiewender in der brd wären. Denn mit diesem Satz: „Es kann nicht sein, dass funktionierende Kraftwerke gesprengt werden, bevor es einen gleichwertigen Ersatz gibt.“ wird er sich den Zorn der Energie-Pharisäer auf sich ziehen.
    Zu widersprechen wäre ihm, wenn er unterstellt, dass den staatlichen Akteuren der „Ernst der Lage nicht wirklich bewusst [ist], oder es werden nicht die richtigen Schlüsse bzw. Handlungen gezogen.“ Man ist sich sehr wohl der Bedeutung einer stabilen Energieversorgung bewusst. Aber wer die Hand am Lichtschalter hat, bestimmt die Orientierung im Raum. Die Übergabe der Energieversorgung an private Investoren war ja ein politischer Akt und damit ging die Energiesicherheit an Hasardeure über. Hier fanden dann sowohl windige als auch maladaptive Tagträumer ihr opulentes Auskommen auf Kosten der Verbraucher.
    Wenn ein Larry Fink, der zuvor weltweit Unternehmen unter massiven Druck setzte, auf „erneuerbare“ Energien umzusteigen, jetzt eine Stromknappheit beklagt, weil seine eigene Infrastruktur betroffen ist, diese aber selbstverständlich eine stabile Energieversorgung benötigt, dann ist diesen Akteuren der Ernst der Lage sehr wohl bewusst.
    Für die da „oben“ müssen neue Kraftwerke her, den da „unten“ wird die Prepper-Strategie empfohlen. Vor wieviel Jahren galten Prepper noch als Staatsgefährder?
    Eine Energieversorgung in privaten Händen kann für die Verbraucher nur nachteilig sein. Daseinsvorsorge darf weder Geschäft noch Steuerquelle sein.

  18. Schön das das mal wieder erwähnt wird, sind allerdings keine neuen Erkenntnisse.
    Eine kleine Anmerkung zu den nicht vorhanden Ersatzteilen.
    Es ist unter anderen aufgrund der Besteuerung (die faktische Abschaffung der Bildung von steuerbegünstigten Rücklagen) und Bewertungsregeln von Anlagevermögen in Deutschland für viele Betriebe einfach nicht möglich diese anzulegen.
    Denn Aufwand können nur noch sehr große Firmen mit eigener Rechtsabteilung stemmen.
    Auf Kredit legt sich niemand Zeug hin, was er eventuell niemals braucht und sich eigentlich auch nicht leisten kann.

  19. In den 70ern gab es in Bielefeld einen grossen Stromausfall, ich glaube so an die 20 Stunden.
    Geheizt wurde mit Kohle/Holz, Kerzen waren damals immer im Haus.
    Ein paar Runden Mensch ärgere dich und Kartoffelpuffer vom Kohleofen.
    Dann ging es ohne Glotze und Trallala ins Bett.
    9 Monate später gab’s einen seltsamen Peak in der Geburtenstatistik
    Ich schätze Berlin war ein Feldversuch um diesen Effekt in unserer alternden Gesellschaft zu erforschen.

    1. @ Heinz

      „Ich schätze Berlin war ein Feldversuch um diesen Effekt in unserer alternden Gesellschaft zu erforschen.“

      Wird nicht klappen. Die hysterische Erregung würgte jede Libido ab. 😉

  20. In Österreich gibt es für die Mobilphone der In das Katastrophenmanagement eingebundenen Behörden, Hilfskräfte, politische Entscheider und sogar relevante Firmen ein technisches Tool, damit sich die Geräte mit dafür eigenen Kennungen autonom vernetzen und die Kommunikation unterbrechungsfrei ohne Provider funktioniert.
    hat jemand eine gecrackte version für Android?

  21. „Die Sonne schickt keine Rechnung“, so ähnlich lautete der Werbespruch für die EE, u. a. vom langjährigen MONITOR-Moderator Franz Alt (sonnenseite.com) verbreitet. Dass für die volatilen Stromeinspeisungen von Solardächern, Wind- und Solarparks die vorhandene Netzkapazität nicht ausreichte, kam in der Argumentation kaum vor, denn Speichertechnologien würden es schon richten. Das mag im Prinzip ja stimmen, nur befindet sich eine leistungsfähige und bezahlbare Speichertechnologie immer noch im Anfangsstadium, auf jeden Fall in Deutschland/EU. Die kontroverse Debatte um die Leistungsfähigkeit von Batterien allein für die E-Mobilität zeigt dies in aller Drastik. Es nützt uns in Deutschland/EU nichts, dass in China die Batteriespeicherforschung dem Rest der Welt davongeeilt ist, wenn diese Errungenschaften nicht in der EU aus Gründen der Marktabschottung alias „Industriepolitik“ eingesetzt werden dürfen.

    Selbst in China bereitet der immense Zubau an Windparks und Solarfarmen, u. a. in der Gobi-Wüste – da ist reichlich Platz dafür – der Netzstabilität große Probleme, dabei hat China in den Ausbau der Stromnetze im vergangenen Jahrzehnt mehr investiert als der Westen zusammen. Siehe dazu:

    https://www.youtube.com/watch?v=LVbXI3RTm9E
    „(…) Die Abhängigkeit von erneuerbaren Energien stellt die Netzbetreiber jedoch vor ein ernstes Problem. Sie haben Schwierigkeiten, die schwankende Stromversorgung des Netzes auszugleichen. Diese Herausforderung wird in China noch verschärft, da sich riesige Wind- und Solaranlagen Tausende Kilometer von den Ballungszentren entfernt befinden, deren Bewohner auf diese Energie angewiesen sind. (…)“

    Das erinnert an die Windparks in Norddeutschland, deren Strom nicht nach Süddeutschland gelangen kann ….

  22. Der Neoliberalismus funktioniert eben nicht. Denn sobald die allgemeinen Versorgungsstrukturen der Gewinnmaximierung unterstellt werden, kollabiert das System mit einer gewissen Zeitverzögerung an allen Ecken und Enden.
    In Deutschland kommt dann noch der politische Irrglaube hinzu, dass lediglich der Strompreis in die Höhe getrieben werden muss, damit sich dann anschließend auch die ganze Umwelttechnik lohnt. Aus zweimal minus wird plus, aber aus zweimal Wahnsinn bleibt nur Wahnsinn übrig.

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