Rudolph Bauer: »Ich werde weiterhin kämpferisch bleiben«

Kunstfreiheit
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Hausdurchsuchung, Anklage, Gerichtsverfahren – Sozialwissenschaftler und Künstler Rudolph Bauer hat in den vergangenen Jahren erlebt, wie aus politischer Kunst ein Strafverfahren werden kann.

Auslöser des Verfahrens waren mehrere Bildmontagen, in denen Rudolph Bauer Motive der Corona-Politik mit Symbolen und Bildwelten des Nationalsozialismus kombinierte. Die Justiz wertete Teile dieser Arbeiten als Volksverhetzung, Bauer sieht darin von der Kunstfreiheit geschützte politische Kunst.

Im Interview mit Roberto De Lapuente blickt er auf die Geschehnisse zurück und erläutert seine Position.

 

De Lapuente: Erlauben Sie mir zu Beginn die persönliche Frage, wie es Ihnen im Augenblick – nach all den juristischen Strapazen – geht, Herr Bauer?

Bauer: Auf Fragen nach dem persönlichen Befinden, antworte ich meistens: Ich kann nicht klagen. Wobei die Betonung auf dem »können« liegt. Also eine kleine ironische Untertreibung. Aber im Ernst: Es geht mir leidlich gut. Die juristischen Strapazen freilich, das nervt. Vor allem nervt mich, dass ich in einem Film mitmitspielen muss, für den ich mich nicht als Schauspieler beworben habe. Ich komme mir manchmal vor wie eine Nonne, die sich in einem Porno nackt machen soll.

De Lapuente: Sie waren jahrzehntelang Wissenschaftler und Hochschullehrer, haben in Ihrer künstlerischen Arbeit vor den Irrwegen unserer Vorfahren gewarnt. Nun gelten Sie als jemand, der den Nationalsozialismus gewissermaßen verherrlicht. Wie bitter das für Sie sein muss, kann ich nachempfinden. Wie geht aber Ihr Umfeld mit dieser seltsamen Entwicklung um Ihre Person um?

Bauer: Dass ich den Nationalsozialismus verherrliche, davon geht niemand in meinem Umfeld aus. Wer mich kennt, wer meine Schriften kennt, wer mein politisches Denken und Handeln kennt, der kommt niemals auf diese obskure Idee. Bitter ist jedoch, dass in meinem Umfeld viele Menschen meiner Generation, die mich seit Jahrzehnten kennen, schon gestorben sind. Oder sie sind pflegebedürftig, Heimbewohner,  krank, können nicht mehr aktiv sein. Ferner sind während Corona zusätzlich manche Kontakte weggebrochen. Bei vielen verfingen die »Wir«-Parolen und der falsche Solidaritätsappell. Ich hatte hingegen gute Gründe, das Seuchen- und Volksgesundheits-Narrativ aus sozial- und politikwissenschaftlicher Sicht, auch aus historischer Sicht zu hinterfragen.

»Kunst darf im Prinzip alles, auch vergleichen – sogar gleichsetzen«

De Lapuente: Bereuen Sie es mittlerweile, dass Sie damals mit den berüchtigten Collagen den Vergleich des Corona-Notstandes mit gewissen Phänomenen des Nationalsozialismus gleichgesetzt haben?

Bauer: Diese Frage ist verständlich, aber falsch. Verständlich wäre sie, wenn mir ein Fehltritt anzulasten wäre. Etwa nach dem Motto: Bauer hat einen Vergleich angestellt. Das war ein Fehler. Jetzt soll er Reue zeigen. Falsch! Denn Kunst funktioniert so nicht. Kunst darf im Prinzip alles, auch vergleichen. Kunst darf sogar gleichsetzen. Man beachte den »kleinen Unterschied« von vergleichen und gleichsetzen. Kurz: Kunst ist frei. Kategorisch frei! Die Ausübung von Kunst unterliegt keinen Einschränkungen. Das unterscheidet die freie Kunst in der Demokratie von der Kunst in Diktaturen. Kunst darf Zusammenhänge aufzeigen, sie darf auf Parallelen hinweisen, sie darf verfremden. Sie darf interpiktoriale Bezüge, Bild-Bild-Bezüge, herstellen. Auch Bezüge zu NS-Symbolen wie dem Hakenkreuz und dem Reichsadler oder einem Hitler-Kopf. Wer das verbietet, der missachtet die Kunstfreiheit, wie sie im Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 3, Satz 1 verankert ist: »Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.«

De Lapuente: Kritiker monieren, so ein Vergleich sei weit überzogen und überschreite die Grenzen des guten Geschmackes. Können Sie diesen Einwand nachvollziehen?

Bauer: Dieser Einwand benutzt ein Vokabular, das die Bücherverbrennung rechtfertigen sollte und dem Nazi-Verdikt von der »entarteten Kunst« sehr nahekommt. Das zum einen. Andererseits ist es jedermann unbenommen, Geschmacksurteile zu äußern. Wir sollten streng unterscheiden zwischen den Reaktionen des Publikums, das mit einem unterschiedlichen Kunstverständnis ausgestattet ist, und den Urteilen einflussreicher Kritiker im Feuilleton oder – in meinem Fall – der Herren und Damen bei Gericht.

De Lapuente: Darf Kunst im Prinzip wirklich alles, wie Sie eben sagten?

Bauer: Kunst ist frei. Dieser Grundsatz ist im Geltungsbereich der bundesdeutschen Verfassung unumstößlich. Das ist eine Lehre aus der deutschen Geschichte. Die totalitäre Peversion zeigt sich heute nicht zuletzt darin, dass es wieder Bildverbote gibt – wie unter den Nazis, jetzt aber mit der Begründung, auf diese Weise gegen deren Wiederkehr »wehrhaft« zu sein. Pervers, absurd! Es gibt jedoch weltweit andere Verfassungen, andere Kulturen, Länder mit bestimmten religiösen Geboten und moralischen Imperativen. Dort sind der Kunst Grenzen gesetzt. Die Frage, darf Kunst alles, muss daher kulturspezifisch beantwortet werden. In einem Land mit demokratischer Verfassung jedoch, also in der Bundesrepublik, darf Kunst grundsätzlich alles. Der Künstler ist bei seinen Gestaltungsmöglichkeiten, bei seinen Sujets und bei der Entscheidung frei, ob er sich politisch einmischt oder nicht. Das hat Vorbildcharakter für die Menschen in Ländern, wo Kunst nicht frei ist.

»Wo der Staat geschützt wird, ist höchste Vorsicht geboten«

De Lapuente: Einigen wir uns auf die Aussagen, dass Ihre Arbeiten bewusst provokant gehalten sind. Was möchten Sie bei den Betrachtern auslösen?

Bauer: Diese Frage, was ich beim Betrachter auslösen möchte, lockt mich auf die schiefe Bahn der Meinungsäußerung. Das Verfassungsrecht der Meinungsfreiheit findet, wie es in Artikel 5, Absatz 2 Grundgesetz heißt, seine »Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre«. Die Meinungsfreiheit hat – gemäß Grundgesetz, leider – Grenzen, die im Strafgesetzbuch StGB festgezurrt sind. Unlängst, beim Bremer Landgericht, musste ich die traurige und empörende Erfahrung machen, dass die Richterin mich durch die Fragen nach meinen Motiven in die Falle der Meinungsäußerung lockte. Meine Bildmontagen wurden dann bei der Urteilsbegründung nicht als künstlerische Arbeiten gewertet, sondern als Meinungsäußerung. Zwar will ich nicht verhehlen, dass meine Bildmontagen politisch motiviert sind – wie übrigens auch die Collagen von Bildkünstlern wie John Heartfield und George Grosz. In deren Tradition bewege ich mich. Und das heißt sehr wohl: meine Bildmontagen können und sollten provozieren. Sie legen die Finger in die Wunden des politischen Geschehens. Sie mahnen und warnen, sie klären auf. Das ist vom Staatsschutz nicht gewollt. Das soll bestraft und unterdrückt werden.

De Lapuente: Ein Staat, der Sie – einen Mahner vor totalitären Verhältnissen – nun in die Nähe totalitärer Sympathien rückt: Sehen Sie den noch als Heimat an? Oder muss man sich den heutigen Rudolph Bauer als Heimatlosen vorstellen?

Bauer: Ein Staat, wie er in der Idee der Staatsräson zur Geltung kommt, ist 19. Jahrhundert, ist Absolutismus. Wenn Frau Merkel das Wort Staatsräson gebraucht, lässt sie erkennen, wo sie politisch sozialisiert wurde: in der DDR. Der allmächtige Staat, das ist Diktatur. Nicht ohne Grund wurde 1933 die »Verordnung zum Schutz von Volk und Staat« erlassen, um die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft zu setzen. 1934 folgten das »Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr« und das »Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniformen«. Wo der Staat geschützt wird – Stichwort: Staatsschutz –, ist höchste Vorsicht geboten. Im Grundgesetz ist die Rede vom sozialen Rechtsstaat mit demokratischen Strukturen. Nicht von einem Polizeistaat, nicht von einem Gesundheitsstaat, nicht von einem Militärstaat. Der Staat ist keine Heimat. Kein Staat ist eine Heimat freier Bürger. Demokratie, wenn man so formulieren will, ist unsere Heimat. Für diese Heimat, sie wiederzugewinnen, sie zu erhalten und weiterzuentwickeln, dafür setze ich mich ein.

De Lapuente: Sie haben sich wissenschaftlich und politisch viele Jahre mit Macht, Herrschaft und Gesellschaft beschäftigt. Dürfen wir Ihre Kunst als eine Fortsetzung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit anderen Mitteln verstehen?

Bauer: Die Bildmontagen sind keine Fortsetzung meiner wissenschaftlichen Arbeit mit anderen Mitteln. Sie sind ein anderes Feld, eine andere Art, eine andere Methode, sich mit Macht, Herrschaft und Gesellschaft auseinander zu setzen. Kunst und Wissenschaft können sich zwar ergänzen. Ein und dieselbe Person kann Künstler und Wissenschaftler sein. Aber Kunst ist keine Fortsetzung der Wissenschaft. Wissenschaft folgt strengen Regeln – jedenfalls sollte sie das tun. Kunst aber sprengt Regeln. Sie verändert Sehgewohnheiten. Sie öffnet Gedankengefängnisse. Sie rückt Gewohntes in ein anderes, ein neues Licht. Sie muss provozieren.

»Nicht grundlos war ich im Winter 2024/25 schwer krank«

De Lapuente: Ihre provokante Kunst hat, so könnte man unter aktionskünstlerischen Gesichtspunkten anmerken, die Justiz auf den Plan gerufen, womit diese ein Stück weit zum Teil Ihrer künstlerischen Absichten wurde, indem sie bestätigte, dass der totalitäre Furor in der Tat real ist in dieser Bundesrepublik. Anders gefragt: Bestätigt die Justiz Ihre These, wonach sich Deutschland zu einem totalitären System entwickelt hat?

Bauer: Ja.

De Lapuente: Haben Sie seit Beginn der juristischen Händel darüber nachgedacht, Ihre künstlerische Bildarbeit einzustellen?

Bauer: Seit dieser albernen, wenngleich schockierend verbrecherischen Wohnungsdurchsuchung im Jahr 2023 sind im pad-Verlag insgesamt sechs Bände mit meinen Bildmontagen veröffentlicht worden. Außerdem habe ich ein »Kritisches Wörterbuch des Bunten Totalitarismus« verfasst und veröffentlicht. Auch ein Band »Neue politische Lyrik« wurde unter dem Titel »Von Covid-19 zu Putin-22« veröffentlicht. Weiterhin bin ich also aktiv und engagiere mich, so gut ich es kann. Trotz alledem.

De Lapuente: Sie zeigen sich kämpferisch. Wie präsent ist diese Causa in Ihrem Alltag? Können Sie sie von den normalen Verrichtungen eines Lebens trennen oder schwebt sie dauernd über Ihnen?

Bauer: Sowohl als auch. Natürlich hinterlässt dieser brutale Schwachsinn Spuren. Die kolossale Verdrehung, die entwürdigende Pervertierung und Vergewaltigung meines Wirkens und meiner Person vom Demokraten zum faschistischen Volksverhetzer, vom Heiler zum Hexer, vom Gärtner zum Bock, vom Künstler zum Nazi – das geht gewaltig unter die Haut. Nicht grundlos war ich im Winter 2024/25 schwer krank. Erst Lungenentzündung, dann Herzprobleme. Aber, forget it; das Leben geht weiter. Andere Kämpfer sitzen langdauernd in Haft oder Untersuchungshaft. Über tausend Ärzte wurden verurteilt. Spahn? Merkel? Drosten? Fauci? Die Epstein-Freunde? Alles kein Thema der Medien und der Justiz. Soweit meine Kräfte es zulassen, werde ich weiterhin kämpferisch bleiben. Nicht zuletzt in Sachen Kunstfreiheit. Aber nicht nur. Besonders herausfordernd sind derzeit die irrationale Feindbild- und Kriegshetze, der zur Scheinrealität gewordene Kriegsertüchtigungswahnsinn. Bedrückend ist die Tatsache, dass ein widersinniger Weltkrieg vorbereitet wird, damit die Aktienkurse steigen. Größenwahnsinnig sind sie wieder einmal, »die Deutschen«. Ich meine nicht das Volk. Sondern die Politiker, die etablierten Medien, das Leitungspersonal in Kirchen und Gewerkschaften, in Teilen des Wissenschaftsbetriebs, bei Stiftungen und in Think Tanks, bei den denunziatorischen Meldestellen.  Warum wohl? Aus denselben Gründen, derentwegen meine Bildmontagen angeblich das Volk verhetzen. Aus denselben Gründen, weswegen das Zeigen von Nazi-Symbolen angeblich den Totalitarismus glorifiziert.

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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31 Kommentare

  1. Wenn Merkel von der Staatsraison schwadroniert, ist die DDR schuld.
    Was für ein Bullshit.

    Als ob der Adenauersche Ranzstaat nicht selbst im Kern autoritär wäre.

    1. Das eine schließt doch das andere nicht aus. Außerdem hat ein Nachfolger und Parteikollege Adenauers, ein gewisser Helmut Kohl von der CDU, die DDR 1990 für 100 Euro „Begrüßungsgeld“ gekauft.

      Für die westlichen Banken, Versicherungen, Großkonzerne und ihre Aktionäre war das ein Bombengeschäft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gab es für wertewestliche Kapitalisten kein besseres Geschäft, um Profite zu kapitalisieren und Verluste auf die Allgemeinheit zu verteilen. Viele ehemalige DDR-Bürger haben bis heute nicht verstanden, wie der Kapitalismus funktioniert. Die meisten Bürger der BRD aber auch nicht.

      1. Viele ehemalige DDR-Bürger haben bis heute nicht verstanden, wie der Kapitalismus funktioniert.

        Da muss ich widersprechen. DDR-Bürger haben anfangs den Verheißungen und Versprechungen des Westens geglaubt – bis sie dann aus Erfahrungen feststellten, dass die angebliche Propaganda der DDR über den Westen doch keine Propaganda war.

        1. „… bis sie dann aus Erfahrungen feststellten, dass die angebliche Propaganda der DDR über den Westen doch keine Propaganda war.“

          Kann Mann oder Frau nicht widersprechen.

          Aber warum wählen viele (Ex-DDR-)Bürgerinnen und (Ex-DDR-)Bürger eine neoliberale und asoziale Partei, die Katherina Reiche, Friedrich Merz und vor allem milliardenschwere „Superreiche“ wie Dieter Kaufland-Lidl und Elon Musk immer noch reicher machen will, aber immer dagegenstimmt, wenn der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland für Geringverdiener um ein paar lausige Cent pro Stunde erhöht werden soll? Glauben die tatsächlich selbst, dass alle irgendwann reich oder sogar „superreich“ werden, wenn sie hart arbeiten, oder gauckeln die Politiker der AfD das den Wählern nur vor?

          Die „Alternative“ für Deutschland ist Fleisch vom Fleische der konservativ-bürgerlich-neoliberalen CDU/CSU und der FDP. Ein paar ehemalige NPD-Wähler sind auch dabei. Die AfD ist so alternativ wie die CDU/CSU „christlich“ und die FDP „liberal“ ist.

          1. Aber warum wählen viele (Ex-DDR-)Bürgerinnen und (Ex-DDR-)Bürger eine neoliberale und asoziale Partei

            Die Meinungsmache in den Medien zeigt natürlich Wirkung, vor allem bei den Jüngeren. Die DDR ist ja schon 36 Jahre vorbei, da geht Erinnerung verloren. Was bleibt, das ist der Wohlstandsunterschied zwischen Ost und West (was Höcke aufgreift, neben dem Nationalen).

            Das Kapital hat sich im Westen konzentriert. Und Geld regiert bekanntlich die Welt.

        2. In Sachsen-Anhalt wollen gegenwärtig 40% der Wähler der AfD ihre Stimme geben, weil sie seit 35 Jahren in einer deindustrialisierten und damit perspektivlosen Region leben (25% der Bewohner haben das Land seit 1990 verlassen).
          Natürlich haben diese Leute offensichtlich bis heute nicht verstanden, wie Kapitalismus funktioniert, wenn sie glauben, die Wahl der AfD könne ihren Zustand verbessern.

  2. Danke für das Interview.

    Es tut sehr gut von Menschen zu lesen,
    die die Dinge beim Namen nennen.

    Der vorauseilende Gehorsam der Justiz,
    das totalitäre Klima der Ausgrenzung
    Andersdenkender bis in die Familien hinein,
    die Einschüchterungen von Ärzte und Experten,
    die bewusst einseitige, verzerrende und
    somit lügenhafte Berichterstattung der Medien,
    die mangelhafte Aufklärung über einen
    gravierenden ärztlichen Eingriff als
    millionenfacher Straftatbestand, die
    ungesühnte Bereicherung und Manipulation
    durch Politiker. Was fehlt?

    Achso, und wenn auch noch
    Überlegungen kommen, „Ungeimpfte“
    mit gelben Stickern zu markieren (sic!)
    und man sich dann an die NS Zeit erinnert fühlt,
    das ist dann „Volksverhetzung“?

    Und es geht genau in dem Stile weiter.
    Ja. Covid-19, Putin-22. Exakt!

    Mein tiefer Respekt gebührt Herrn Bauer.
    Für den Rest kann man nur Mitleid empfinden,
    weil Verachtung noch zu schade scheint.

  3. Diesem Mann ist vom Staate her unrecht getan worden. Die Hausdurchsuchung, die martialisch auftrtenden Polizisten. Unser Staat schiesst hier zu unrecht mit Kanonen auf einen Spatz. Aber unrecht hat er schon, wenn er sagt: „Kunst ist frei. Dieser Grundsatz ist im Geltungsbereich der bundesdeutschen Verfassung unumstößlich“ Man kann nicht verbotene Symbole nutzen und sich mit der Kunstfreiheit rechtfertigen. Es ist sinnvoll das manche Sybole verboten sind. Vielleicht wird auch dabei etwas übertrieben, aber am grundsätzlichen Verbot mancher Sybole ist nichts auszusetzen, ich halte solche Verbote sogar für nötig. Ich möchte auch nicht das auf Demonstrationen Fahnen von Terrororganisationen gezeigt werden, oder eben per sozialen Medien. Auch dabei könnte man sich auf die Kunstfreiheit berufen, aber das funktioniert zurecht nicht. Trotzdem ist darüber zu sprechen warum unser Staat einen so recht harmlosen Menschen in dieser Weise behandelt. Auch das ist grundfalsch. Wofür eine Hausdurchsuchung? Der Ermittlungsrichter der diese Hausdurchsuchung angeordnet hat sollte sich dafür rechtfertigen müssen, was er damit eigentlich bezweckt hat, und wenn die absolut unschlüssig ist eben auch wegen Schikane belangt werden.

    1. … ich halte solche Verbote sogar für nötig.

      Meinen Sie das in dem Sinne, dass eine Gemeinschaft „das Tabu“ benötigt, als innere Grenze sozusagen, die nicht überschritten werden darf und so Zusammenhalt erzeugt?

      1. Habe ich zwar nicht genau so gemeint, aber lasse mich gerne so interpretieren. Mir geht es hauptsächlich darum das ich gerne in einem Rechtsstaat lebe. Eine Hausdurchsuchung bei einem über 80 jährigen zu veranlassen um diesen einzuschüchtern ist für mich keine rechtsstaatliche Vorgehensweise.
        Es braucht diese Verbote von Symbolen damit der Staat gegen Organisationen vorgehen kann, welche den Staat gefährden. Ein solcher staalicher Selbstschutz ist legitim.

    2. Wofür eine Hausdurchsuchung? Zur Einschüchterung natürlich, um ein Exempel zu statuieren. Schüchtere einen ein, damit alle anderen Angst haben und apathisch bleiben.

      1. Die bisherige Darstellung lässt fast keine andere Interpretation zu als Ihre. Und wenn das so ist, ist das ein Verbrechen des Untersuchungsrichters und gehört strafrechtlich verfolgt. Mir ist durchaus bewusst wie weit weg von der Realität dies ist, aber um wieder ein wenig mehr Rechtsstaat zu werden ist es nötig zu fordern das das Ansetzen einer Hausdurchsuchung in einem solchen Fall überprüft wird. Da dies wirklich sehr unrealistisch ist, zeigt sich hier einer der Brüche des Rechtsstaates.

    3. @Frank

      … ich halte solche Verbote sogar für nötig. Ich möchte auch nicht das auf Demonstrationen Fahnen von Terrororganisationen gezeigt werden, oder eben per sozialen Medien.

      Verbote sind staatliche Verbote. Was ist aber wenn der Staat selbst ein Terrorstaat ist. Große Teile der Welt halten Israel und USA für Terrorstaaten, deren Symbole werden natürlich nicht verboten.

      Und überhaupt, was wäre das für eine Demonstration wenn der Staat vorgibt gegen was und wofür demonstriert werden darf? Ich halte es für keine gute Idee sich Moral und Ideologie von Staat und herrschender Klasse unterzuordnen.

      Man sollte sich zudem darüber klar werden was Symbol-Politik eigentlich ist.

      1. Rechtsstaat oder nicht ist für mich keine 1/0 Entscheidung. Staaten sind immer mehr oder weniger rechtsstaatlich. eine eher philosophische Frage, ob es einen totalen Unrechtsstaat eigentlich gibt. Ich halte weder Israel noch die USA für Staaten die sehr nah am Unrechtsstaat sind. Auch wenn ich meistens wenig Fan derer Politik bin. Aber wenn ein Staat wirklich eine Art Terrorstaat ist, dann sollten auch dessen Symbole verboten werden.
        „Und überhaupt, was wäre das für eine Demonstration wenn der Staat vorgibt gegen was und wofür demonstriert werden darf? Ich halte es für keine gute Idee sich Moral und Ideologie von Staat und herrschender Klasse unterzuordnen.“
        Dies überzieht ein wenig das Verbieten von Symbolen. Verbieten von Symbolen ist nicht gleich der Vorgabe von Themen für oder gegen die Demonstriert werden darf.

        1. „Staaten sind immer mehr oder weniger rechtsstaatlich“
          Richtig, es ging aber um Terror-Organisationen und -Staaten.

          „Aber wenn ein Staat wirklich eine Art Terrorstaat ist, dann sollten auch dessen Symbole verboten werden.“
          Nur wird ein Terrorstaat kaum seine eigenen Symbole verbieten. Und von seinen Vasallen ist das auch nicht zu erwarten. Die Vasallen sind ja von ihm abhängig.
          Bleibt noch die Definition von „Terror-Organisation und -Staat“: Das ist schlicht ein organisatorisches Gebilde, das Menschen und Staaten terrorisiert. Was offensichtlich auf Israel als auch auf die USA zutrifft.

  4. Auch in der ehemaligen DDR und im Dritten Reich gab es Gerichte und Richter, die bezahlt vom Volk im Namen des Volkes, aber gegen die Interessen des Volkes bzw. die Mehrheit der Bürger und für die Interessen der herrschenden Klasse Recht sprachen, weil sie selbst dazu gehören.

    In der DDR bezeichnet man das herrschende Regime als „Nomenklatura“. Heute in der BRD nennen die Mainstream-Propaganda-Medien das „Elite“ und im Dritten Reich gab es am „VGH“ (Volkgerichtshof) einen Richter mit dem Spitznamen „Blutrichter“. Für ein Todesurteil genügten damals Vergehen wie die Verbreitung von Nachrichten abgehörter „Feindsender“ z. B RT-DEUTSCH, abwertende Bemerkungen über den Führer Adolf Hitler („Lügenfritz“) oder Zweifel am sogenannten „Endsieg“ im Gaza und in der Ukraine.

    In dem Lied „Sei wachsam“ von Reinhard Mey von 1996 heißt es:

    Ich hab Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen
    Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen
    Und verschon‘ mich mit den falschen Ehrlichen
    Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!
    Ich hab′ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit
    Nach ’nem bisschen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit
    Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu Lachen
    Sie wer′n dich ruinier’n, exekutier′n und mundtot machen
    Erpressen, bestechen, versuchen dich zu kaufen
    Wenn du die Wahrheit sagst, lass draußen den Motor laufen
    Dann sag‘ sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:
    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd!

    Hauser: Noch Fragen Kienzle? Das Lied stammt aus dem Jahr 1996.
    Kienzle: Nur Ignoranten behaupten, es würde keine Propheten geben oder sind Sie da anderer Meinung?

    1. … im Dritten Reich gab es am „VGH“ (Volkgerichtshof) einen Richter mit dem Spitznamen „Blutrichter“. Für ein Todesurteil genügten damals Vergehen wie die Verbreitung von Nachrichten abgehörter „Feindsender“ …

      … während in der DDR viele beim Kauf eines Fernsehers noch im Geschäft überprüften, wie gut das Westbild (bekanntlich in PAL codiert) dargestellt wird.
      Also warum nennen Sie das Dritte Reich und die DDR in einem Atemzug?

      In der DDR bezeichnet man das herrschende Regime als „Nomenklatura“.

      Nö. Und auch im Westen hat bis 1980 niemand das Wort benutzt – ja nicht einmal davon gehört.
      Dann trat ein gewisser Michael Woslenski auf den Plan. Das war ein mittlerweile längst vergessener sowjetischer Historiker, der 1972 nach irgend einer Tagung im Westen geblieben war. Der gab anschließend acht Jahre lang keinen Piep von sich, aber veröffentlichte dann 1980 mit freundlicher Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft sein Nomenklatura-Buch („Nomenklatura – Die herrschende Klasse der Sowjetunion“, Fritz-Molden-Verlag).

      In dem Buch musste er in der Einleitung zunächst einmal erklären, warum er als 150ster Überläufer plötzlich mit diesem neuen Wort um die Ecke kommt. Zumal Nomenklatura einfach das russische Wort für die deutsche „Nomenklatur“ ist, also eine Benennungskonvention. In der Chemie gibt’s beispielsweise die IUPAC-Nomenklatur. Usw.

      Und seine Begründung war folgende: Ein anderer Überläufer, der Tscheche Jiri Pelikan, hatte das Wort zuvor in seinen Erinnerungen verwendet für (Zitat) eine „Liste, die festlegt, welches Parteiorgan der tschechischen KP welche Probleme bearbeiten kann“. Und Andrej Sacharow hatte behauptet, dass die sowjetische Parteibürokratie sich selbst intern Nomenklatura nannte – was sich nach Öffnung der Partei-Archive nach 1991 ganz und gar nicht bestätigte. Aber wen juckt das schon.

      Kurz: „Nomenklatura“ war ein Werbe-Gag, um das ansonste belanglose Buch von Woslenski zu verkaufen.

  5. Kunst darf im Prinzip alles, auch vergleichen. Kunst darf sogar gleichsetzen. Man beachte den »kleinen Unterschied« von vergleichen und gleichsetzen. Kurz: Kunst ist frei. Kategorisch frei!
    (Bauer)

    Dem würde ich zustimmen und ergänzen mit: „Kunst kann und darf scheitern!“ (Womit ich jetzt nicht die Arbeiten von Herrn Bauer meine.)

    Darf Kunst im Prinzip wirklich alles..?
    (De Lapuente:)

    Ja, solange der Gegenstand der Kunst das Symbol ist und nicht das Leben bzw. lebendige Lebewesen. Das schließt „Meinung, Befindlichkeit und Geschmack“ aus, deren Deutungsbefugnisse sind gleichfalls auf das Symbol zu beschränken – was dieser Tage offensichtlich nicht funktioniert.

    Danke für das Interview und die besten Wünsche für Herrn Bauer!

      1. Die dokumentarische Filmaufnahm eines Massenmordes würde ich nicht als Kunst bezeichnen, den Akt selbst auch nicht. Und es ist sicherlich auch kein Kitsch.

        Ist das wiederholte Aufrufen eines symbolischen Einsturzes ein künstlerischer Akt oder ist die Hoffnung, nach dem zigsten herzeigen, noch immer eine Reaktion oder auch nur einen Reflex zu erzeugen, Kitsch?

        1. Ist das wiederholte Aufrufen eines symbolischen Einsturzes ein künstlerischer Akt oder ist die Hoffnung, nach dem zigsten herzeigen, noch immer eine Reaktion oder auch nur einen Reflex zu erzeugen, Kitsch?

          Der Akt selbst ist Kunst, das wiederholte Vorführen dessen
          Aufzeichnung ist Kitsch und die Hoffnung auf wasauchimmer
          ist keines von beiden.

          1. Kitsch ist die Hoffnung | Absicht von Wirkung ohne (profunde?) Substanz.

            Den Akt eines Massenmordes als Kunst zu deklarieren, ist ziemlich radikal – doch nicht völlig abwegig. „Gesund“ allerdings auch nicht.

            Hoffnung kann alles sein, bzw. in allem einen Ausdruck finden, auch in Kunst oder im Kitsch, denn »am Ende des Verstehens beginnt die Hoffnung«, doch zeigt die Erfahrung und Statistik, dass sie meistens vergeblich ist.

                  1. Falsche Orthografie oder Grammatik kommt vor (falscher Inhalt ist unangenehmer) und da hier nicht mehr korrigiert werden kann, no need for sorry…
                    Dieser 2nd Account ist für die seltene Gelegenheit, mehr als 5 Kommentare („plus5“) pro Artikel verwenden zu wollen.
                    Und getz is jut. Bis dahin!

  6. Dass es irgndwie normal losgeht, konnte man ja nicht erwarten. Was er denn meint, hat der Staat das Recht, Maßnahmen zu erlassen, wenn eine Pandemie wütet? Das tut er seit Jahrtausenden und warum soll er das jetzt nicht? Oder hat es gar keine Pandemie gegeben? Dass Bauer auch nur eine kritische Frage beantworten muss, war nicht zu erwarten. Er musste auch nicht.
    Er hat also eine Hausduchsuchung bekommen, wegen Volksverhetzung. Ist schon wieder abgeschmettert, aber das reicht natürlich, um in der Szene einen Jammerhotspot zu kreieren. Ist ja gelungen. War immer meine These, dass der Tiefe Staat die Schwurbler unterstützt, indem er ihnen Jammervorlagen beschafft.

    „Impfen macht frei“ / „Arbeit macht frei“-Montage: Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme von KZ-Häftlingen unter dem Auschwitz-Schriftzug „Arbeit macht frei“, darüber montiert eine Covid-19-Impfstoff-Grafik. Darunter Hashtags wie #Impfenmachtfrei.

    So also kommt der Bauer daher. Ist das noch harmlos, nachdem inzwischen gleich zwei versuchte Staatsstreiche mit exakt dieser Begründung aufgeflogen sind. Zur RAF-Zeit hätte man so etwas sehr eng gesehen. Bei Schwurblern hingegen ist es harmlos.

    Einspruch: es ist nicht harmlos.

  7. Dass es irgndwie normal losgeht, konnte man ja nicht erwarten. Was er denn meint, hat der Staat das Recht, Maßnahmen zu erlassen, wenn eine Pandemie wütet? Das tut er seit Jahrtausenden und warum soll er das jetzt nicht? Oder hat es gar keine Pandemie gegeben? Dass Bauer auch nur eine kritische Frage beantworten muss, war nicht zu erwarten. Er musste auch nicht.
    Er hat also eine Hausduchsuchung bekommen, wegen Volksverhetzung. Ist schon wieder abgeschmettert, aber das reicht natürlich, um in der Szene einen Jammerhotspot zu kreieren. Ist ja gelungen. War immer meine These, dass der Tiefe Staat die Schwurbler unterstützt, indem er ihnen Jammervorlagen beschafft.

    „Impfen macht frei“ / „Arbeit macht frei“-Montage: Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme von KZ-Häftlingen unter dem Auschwitz-Schriftzug „Arbeit macht frei“, darüber montiert eine Covid-19-Impfstoff-Grafik. Darunter Hashtags wie #Impfenmachtfrei.

    So also kommt der Bauer daher. Ist das noch harmlos, nachdem inzwischen gleich zwei versuchte Staatsstreiche mit exakt dieser Begründung aufgeflogen sind? Zur RAF-Zeit hätte man so etwas sehr eng gesehen. Bei Schwurblern hingegen ist es harmlos.

    Einspruch: es ist nicht harmlos.

    1. Habe ich etwas verpasst?

      Stand Rudolph Bauer, bewaffnet mit diskutabler Kunst und mieser Laune, oder gar mit verfassungsfeindlichen Fahnen und Maschinengewehr vor dem Reichstag?

      Oder ist das Ihr Argument, nicht unterscheiden zu können oder zu wollen, was Diskurs und was gewalttätiger Aufstand ist, um sich bei Bedarf der Grundrecht zu entledigen, um Hausdurchsuchungen zu rechtfertigen und abzusegnen?

      Diese Haltung oder Sichtweise halte ich nicht für »harmlos«.

  8. Frau Merkel hat die deutsche Staatsräson mit Israel nur nachgesprochen. Vor ihr hat es etwa 2002 Joschka Fischer bekräftigt, der nicht in der DDR sozialisiert wurde.

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