
Wir haben ja zusammen ein Buch geschrieben. Früher hätte man von einem Briefwechsel gesprochen. Wir haben den Titel gewählt: „Durch die Wüste der Gegenwart“. Es ist schon etwa ein halbes Jahr her, dass wir das Manuskript abgeschlossen haben. Hast du denn seitdem etwas erlebt, was ein bisschen über das von uns festgestellte Wüstenartige hinausginge, vielleicht gar eine kleine Oase gesichtet?
Moshe Zuckermann: Unser Buch behandelt drei Themenkomplexe. Das eine Thema ist der Stand des Intellektuellen in der heutigen Zeit. Du bist bis zum Altertum zurückgegangen. Wir haben das durchbuchstabiert. Das zweite war die künstliche Intelligenz und ihr Einfluss sowohl auf das intellektuelle Leben als auch auf das Leben in der heutigen Zeit. Und das dritte war die Politik. Wir haben politische, auch biografische Momente angeschnitten.
Zu den ersten zwei Themen könnte ich eigentlich nicht sagen, dass sich irgendetwas elementar verändert hat. Im Gegenteil würde ich sogar sagen, dass im letzten halben Jahr, wo Donald Trump endgültig gewütet hat und mit ihm noch andere autoritäre politische Führer in der Welt, der Stand der Intellektuellen immer prekärer geworden ist. Da hat sich, glaube ich, nichts zum Positiven geändert. Was die künstliche Intelligenz anbelangt, sind wir sowieso noch in den Kinderschuhen. Da wird sich noch eine ganze Menge weiterentwickeln.
Politisch wurde, was ich eben auch schon angedeutet habe, die Welt endgültig und total aufgemischt durch das Wüten von Donald Trump. Immer, wenn er spricht, weiß man nicht, was redet er denn jetzt? Und was kommt im nächsten Moment? Und ganz bestimmt weiß man nicht, was am nächsten Tag kommt. Also ich als jemand, der politisch orientiert ist, bin wirklich nicht fähig zu sagen, worum es ihm geht, außer dass wir es mittlerweile mit einem mafiös geführten imperialistischen Unternehmen dieses Mannes zu tun haben, der einmal meint, er müsse sich Venezuela schnappen und dann Grönland und wer weiß, was noch alles kommt. Das hat sich verändert, und wenn wir noch ein halbes Jahr weiter geschrieben hätten, hätten wir das ganz gewiss thematisieren müssen.
Auch über Israel hätten wir noch weiterreden müssen. Wir sind damals, glaube ich, bis zu dem Programm von Donald Trump zur die Pazifizierung des Gazastreifens gelangt
Das letzte war der Angriff auf Iran seitens der USA.
Moshe Zuckermann: Es wurde ein Waffenstillstand mit Israel im Oktober erreicht. Man muss sagen, weil jetzt das Ganze aus dem Lichtblick herausgefallen ist, dass mitnichten das eingetreten ist, was man hier groß gefeiert hat. Israel hat sich aus dem Gazastreifen nicht zurückgezogen.
Die Hamas ist auch nicht entwaffnet.
Moshe Zuckermann: Das wollte ich gerade sagen: Hamas ist nicht entwaffnet. Die Bedingungen für die Menschen im Gazastreifen sind katastrophal, und jetzt, wo Winter ist und es große Regenfälle und Kälte gibt, ist es noch viel schlimmer als vorher. Es ist auch gar nicht irgendwie abzusehen, wann der Ausschuss oder die Regierung eingesetzt wird, damit international der Wiederaufbau des Gazastreifens beginnt.
Hat nicht Trump schon ein paar Leute eingeladen? Blair, Witkoff, Kushner, Regierungsmitglieder von Ägypten, Katar usw. Israel hat dagegen opponiert.
Moshe Zuckermann: Weil Israel nicht will, dass Katar und auch die Türkei mit dabei sind. Aber Israel ist im Moment auch nicht in der Lage, großartig zu widersprechen, denn alles, was Trump bestimmt hat, muss Israel auch akzeptieren. Von daher kann man sagen, dass mit dem Krieg eigentlich nur ein Ziel mehr oder weniger erreicht wurde, nämlich dass die toten und die lebendigen Geiseln zurückgekehrt sind. Aber ansonsten hat sich die Lage der Palästinenser nur noch verschlimmert, und auch die Friedensaussichten sind noch viel schlimmer geworden, zumal, das ist ja der Weltzustand im Moment, jeden Tag etwas anderes auf der Tagesordnung steht. An einem Tag ist es Venezuela, am nächsten Tag etwas in China, am dritten Tag in Indien und am vierten Tag etwas bei Putin usw. und so fort. Und auf einmal ist der Gazastreifen ganz aus dem Blickfeld daraus geraten.
Ich glaube, das hatten wir in unserem Buch noch nicht ganz so beredet, was das eigentlich noch für eine Welt ist, wo man sich gar nicht mehr auf ein Problem konzentrieren kann, weil es ein Konglomerat von Problemen gibt, bei denen wir auch keinen gemeinsamen Nenner sehen können, außer im Sinne von: Das Autoritäre hat jetzt die Welt mehr oder weniger vollkommen gefangen genommen. Ich muss ganz ehrlich sagen, diese Ratlosigkeit, die wir bei der Behandlung des Intellektuellen festgestellt haben, ist mitnichten bei mir verflogen. Ich bin eher ratloser als vor einem halben Jahr.
Die Weltlage ist doch im Augenblick, das heißt eigentlich schon seit vielen Jahren und auf jeden Fall mit der ersten Präsidentschaft von Trump durcheinandergekommen. Er schafft es ja, dass er jeden Tag etwas Neues präsentiert und damit die Aufmerksamkeit bindet. Die Menschen, auch die Politiker, können nicht mehr handeln, sondern bloß noch reagieren auf das, was jetzt gerade kommt. Man muss zugeben, er ist in dem Sinne ein Virtuose des Destruktiven, der praktisch die bestehende Welt zertrümmert.
Gerade kam von ihm ein neuer Vorschlag, der mit dem Gazastreifen zu tun hat. Er will angeblich einen Friedensrat einrichten, der auch eine Alternative zu den Vereinten Nationen werden soll. Da kann man sich dann einkaufen für einen dauerhaften Sitz. Eine Milliarde würde das kosten. Das Geld soll in den Wiederaufbau des Gazastreifens gehen. Im Hintergrund steht, dass die Vereinten Nationen tot, handlungsunfähig sind. Das ist auch wirklich wahr. Die Großmächte blockieren sich gegenseitig. Deswegen geht gar nichts mehr. Im Kalten Krieg konnte man trotz ähnlicher Konflikte durchaus noch miteinander reden. Das scheint heute fast nicht mehr zu funktionieren. Wenn jetzt alle Weltkonflikte durcheinandergehen, wäre es dann nicht eine sinnvolle Idee, neue Vereinten Nationen aufzubauen. Mit dem bestehenden System kann man auf jeden Fall nicht weitermachen. Das geht kaputt. Das kann man sehen. Das ist sozusagen das Symbol der Gegenwart, dass eine allgemeine Vernunft einfach nicht mehr existiert.
Moshe Zuckermann: Wenn eine Alternative zu den Vereinten Nationen geschaffen würde, ist die Frage natürlich, mit welcher Motivation. Worum geht es zwischen den Chinesen, den Russen und den Amerikanern? Es geht Ihnen nicht darum, dass die Vereinten Nationen zur Sprache kommen, sondern dass es Einflusssphären wie die Monroe-Doktrin der Amerikaner auf den ganzen Kontinent gibt, Putin hat den Blick auf Europa und die Chinesen auf den ostasiatischen Raum. Was hat diese Aufteilung der Welt oder diese Einteilung der Einflusssphären eigentlich mit den Vereinten Nationen zu tun?
Während des Kalten Krieges gab es diese Einflusssphären ja auch schon. Aber die Verhältnisse waren noch einfacher, weil es nur zwei große Blöcke gab.
Moshe Zuckermann: Aber überlege mal, was die unter Einflusssphären verstehen. Beim Ostblock ging es darum, den Warschauer Pakt gegenüber der Nato aufrechtzuerhalten. Heute geht es doch bei einem Trump doch nicht mehr darum. Wenn er kurz sagt, dass man jetzt Grönland braucht, dann sprengt er die Nato. Wenn ein Nato-Staat einen anderen angreifen würde, um Grönland mit Gewalt von Dänemark abzutrennen, dann ist das doch etwas anderes, als was man früher gehabt hat. Als es vorstellbar wurde und die Sowjetrussen in die Tschechei eindrangen, war auch klar, dass es ein Problem gab. Es wäre nicht denkbar gewesen, dass ein Nato-Mitglied ein anderes Nato-Mitglied angreift. Jetzt ist das ganz aus den Fugen geraten, weil es nicht nur um den Block geht, sondern auch um die zentralen autoritären Politiker oder Führer, die die Macht haben.
Es ist doch ein Witz. Stimmt es, dass Deutschland jetzt neuerdings mit 10% Strafzöllen von Trump belegt worden ist?
Moshe Zuckermann: Es haben einige europäische Länder ein paar Soldaten nach Grönland geschickt. Von Deutschland waren 15 dort. Insgesamt waren es ein paar Dutzend insgesamt. Daraufhin hat Trump nicht nur angedroht, sondern ab 1. Februar Strafzölle von 10% auf die Länder verhängt, die dort Soldaten hingeschickt haben. Ab Juni würden noch einmal 15% draufkommen.
Moshe Zuckermann: Du verstehst, was du mir gerade beschreibst? Das ist keine Weltpolitik, das ist Mafia-Politik.
Es war ja im Sinne von Trump frech, weil er ja Grönland kaufen will. Aber wenn man da provokativ Soldaten hinschickt, dann hat er das wohl als Angriff verstanden. Es war auch als demonstrativer Schutz gegenüber den Amerikanern gemeint. Aber das hat man natürlich so auch nicht gesagt.
Moshe Zuckermann: Wenn ich das recht verstehe, was du gerade gesagt hast, geht es darum, dass er sich Grönland gerade grapschen will. Das ist etwas, was man in seiner eigenen Logik begreifen muss, und dann darf man sich auch nicht dagegenstellen.
Er sagt, die USA würden Grönland brauchen, um den Weltfrieden zu sichern. Da geht es also nicht nur um amerikanische Interessen, sondern angeblich können der Weltfrieden und die globale Stabilität nur gesichert werden, wenn Grönland Teil der USA wird.
Moshe Zuckermann: Der Weltfrieden ist also mehr oder weniger gesichert, laut Trump, wenn ich das richtig verstehe, wenn das Völkerrecht ganz außer Kraft gesetzt wird. Und immer, wenn er meint, den Weltfrieden herstellen zu sollen, dringt er irgendwo ein und sagt, ihr müsst jetzt mehr oder weniger das machen, was ich euch sage. Habe ich dich recht verstanden? Ist das seine Politik?
Er hält ja vom Völkerrecht sowieso nichts, und seine Regierungsmannschaft sagt das ja auch deutlich. Völkerrecht ist ganz nett, aber es geht in Wirklichkeit um die Macht und die Interessen und wer sie durchsetzen kann. Das ist die Devise im Weißen Haus.
Moshe Zuckermann: Wir müssen uns klar werden, was wir jetzt beschreiben, dass der Stärkere immer Recht hat, weil er eben der Stärkere ist und das Völkerrecht schon außer Kraft gesetzt ist. Dann müssen wir einen ganz neuen Diskurs beginnen und abschreiben, was ursprünglich von der Aufklärung kommt, die Souveränität des Menschen, die Souveränität des Staates, der Völkerbund, der ewige Frieden und das Weltparlament. Warum? Weil gerade starke Männer beschlossen haben, das alles nicht mehr zu wollen, sondern einen ganz neuen Weltzustand herzustellen, der auf der Macht des Stärkeren, des Brutalen, der Vulgären beruht. Wenn wir das wollen, dann geschieht das auch, wäre die Devise.
Man könnte sagen, es war schon immer so, dass die Starken bestimmt haben. Aber wer von der Aufklärung herkommt, und das war ja der Diskurs, mit dem wir begonnen haben, mit den Intellektuellen, die kritisch gegenüber der Macht sind, wird damit ausgehebelt. Also müssen wir im Grunde genommen unser Buch in dem Sinne umschreiben: Wir haben einen neuen Weltzustand, und das bedeutet auch, dass wir mit einer neuen Fragestellung damit umgehen müssten.

Wir haben das Buch angefangen mit Hegel und dem Zerfall der alten Weltordnung, die allmählich zerbröckelt, bis eine neue plötzlich erscheint. Hegel hat vom neuen Weltgeist in Gestalt von Napoleon gesprochen, der durch Jena ritt. Wäre Trump in dem Hegelschen Sinn die Verkörperung des neuen Weltgeistes, von dem man nicht weiß, was daraus wird? Trump würde die Bedingung des Neuen aber schaffen, nämlich die Auflösung der alten Strukturen. Es müsste nicht immer nur schlecht sein, was dann entstehen könnte.
Moshe Zuckermann: Bedenken wir das mal. Napoleon hat eines Tages beschlossen, dass er unter guten Voraussetzungen und mit gutem Willen als das Kind der Französischen Revolution in Russland 1812 einfällt. Reingegangen ist er mit 660.000 Soldaten, zurückgekommen sind 15.000 Soldaten. Bei der Schlacht von Preußisch Eylau sind Tausende von seinen Soldaten gefallen. Als er zu hören bekam, was uns da passiert sei, hat er geantwortet: Naja, in einer Nacht in Paris reproduzieren wir das alles wieder.
Schon zu Napoleons Zeit gab es zwei Seiten. Er war sowohl der Herold der Emanzipation, aber auch der erste große Imperialist. Wenn das der neue Weltgeist sein soll, also wenn das Vorbild nicht nur Hegel, sondern vor allem Napoleon ist, dann sind nicht so gute Zeiten angebrochen. Den Weltgeist kann man immer als das Bestehende beschreiben. Wenn das Bestehende so aussieht, dass ein Mann wie Donald Trump der neue Weltgeist ist, dann können wir gleich einpacken. Er hat einen Wortschatz von einem Sechsjährigen, und jedes Mal, wenn er anfängt, nicht den Text vorzulesen, den man ihm geschrieben hat, sondern frei zu sprechen, dann fängt er an zu radebrechen wie irgendein Zurückgebliebener.
Ich bin immer versucht auch zu gucken, ob aus dem Schlimmen nicht auch etwas Besseres werden könnte. Napoleon wurde besiegt, er wurde dann verbannt, seine Zeit war vorbei. Aber in der Zeit entstanden die Nationalstaaten und damit auch das Prinzip der territorialen Integrität und das Völkerrecht. Das brachte neue Probleme mit sich, weil seitdem die Integrität des Staates heilig gesprochen wurde. Das war zunächst eine Friedenslösung, die aber für neue Konflikte mit Minoritäten oder Befreiungsbewegungen sorgte. Vielleicht ist das Nationalstaatsprinzip auch nicht die richtige Grundlage, um eine internationale Ordnung aufzubauen. Und es scheint ja auch das zu sein, woran sie in Wirklichkeit zerbricht.
Moshe Zuckermann: Der Nationalstaat war ursprünglich eine emanzipative Idee, weg vom Feudalstadt und hin zum bürgerliche Nationalstaat. Zugleich aber war er auch der Kern des modernen Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert. Aber meine Frage ist: Wenn du sagst, es geht um den Pendelschlag der Geschichte. Es war einen Moment so, dann pendelt es wieder in die andere Richtung und vielleicht kommt etwas Gutes raus. Richard Sennett hat in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau andere Zeiträume in seinen Blick genommen. Er spricht vom Westfälischen Frieden von 1648, der wirklich eine neue Ordnung geschaffen und als Grundidee sehr lange Zeit angehalten hat. Jetzt aber werde der Westfälische Frieden und die Friedensidee des Westfälischen Friedens demontiert.
Man muss allerdings auch sagen, dass der Westfälische Frieden für Europa gut war, aber nicht für die Kolonialländer. Das Wüten der Europäer in der Welt hat er nicht beendet, das ging einfach weiter.
Moshe Zuckermann: Und dann auch in Europa selber. Ich meine, von Europa gingen ja die zwei Weltkriege aus, also auch in Europa war das nicht das Gelbe vom Ei. Was hast du denn für eine Vorstellung, was aus dem erwachsen könnte, was jetzt im Moment passiert. Du hast ja auf Hölderlin verwiesen: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
Also, ehrlich gesagt, ich habe keinerlei Vorstellung. Ich wehre mich nur dagegen, immer nur pessimistisch in die Zukunft zu sehen. Ich glaube, wir sind wieder in so einer ähnlichen Situation wie im Barock, wo alle Gewissheiten zerfielen, und wie bei Hobbes, der vom Krieg aller gegen alle ausging. Daraus hat sich der Vernunftgedanke ausgebildet. Der aber kann, natürlich auch wegen des Faschismus, aber jetzt auch angesichts von Trump nicht mehr greifen. Deswegen vielleicht auch die Ratlosigkeit der Intellektuellen. Aus diesem Zusammenbruch könnte sich vielleicht dennoch etwas Neues entwickeln, was wir uns noch gar nicht vorstellen können, weil es ja neu ist.
Moshe Zuckermann: Du hast gerade Hobbes angesprochen, den Naturzustand, aus dem sich die politische Gewalt und die Ordnung der Gesellschaft entwickelt. Das geht dann mit Locke weiter. Die Idee von Rousseau war, dass das Problem überhaupt nicht der Naturzustand war, sondern da war der Mensch noch ganz in Ordnung. Erst als er von den Bäumen runtergestiegen ist und die Zivilisation begonnen hat, wurde es ein Problem. Das korrespondiert übrigens mit der sehr interessanten Bibelgeschichte, dass die Vertreibung aus dem Paradies von Adam und Eva der Beginn der Zivilisation war. Gott sagt: Eva wird Kinder gebären und Adam wird im Schweiße seines Angesichts Brot essen, das heißt, er wird arbeiten müssen. Dann kommt die Arbeitsteilung. Und weißt du noch die erste Geschichte, die nach der Vertreibung aus dem Paradies kommt? Kain und Abel, Mord und Totschlag. Das korrespondiert mit dieser Idee von Rousseau. Die große Frage ist, wie man sich denn neu ordnen kann?
Vielleicht ist die Lösung, dass sich diejenigen, die sich des Zustands bewusst sind, einfach zurückziehen? Das machen viele offenbar schon, sie schalten die Nachrichten ab und gehen ins Private zurück, in traditionelle Strukturen, auch der Familien, und lassen das einfach laufen. Ich glaube, das ist auch mit das das Gefährliche an unserer Zeit.
Moshe Zuckermann: Aber Florian, du weißt ja, was du gerade sagst. Das war ja einer der Gründe, die man moniert hat, weil der Autoritarismus seine Siegeszüge in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert wegen der inneren Migration machen konnte. In dem Moment, in dem man sich ins Private zurückgezogen hat. konnte man die Welt imaginieren und sie zum Explodieren bringen, indem man ein paar Gedichte geschrieben hat. Aber die Welt draußen war vollkommen unberührt davon.
Das ist, glaube ich, der Zustand. Das sieht man auch in den USA, wo eine Lähmung herrscht. Dort gibt es Proteste, einen gewissen Widerstand, aber andererseits diese Bewegung ins Religiöse hinein, in die traditionellen Familien- und Sexualitätsstrukturen, in dieses Miefige, wo wir herkommen. Das kommt jetzt wieder. Man muss sich ja immer fragen: Wie kann denn so etwas wie der Faschismus entstehen? Genauso, denke ich. Einerseits gibt es große Angst und andererseits die Einstellung: Mir egal, was da draußen passiert, hauptsächlich ich komme einigermaßen durch. Eine solche Haltung kann man kaum aufbrechen. Ich wüsste nicht, wie das intellektuell geschehen sollte.
Moshe Zuckermann: Das muss man theoretisch auch formulieren können. Wenn die neue Lösung die innere Emigration bzw. der Rückzug ins Private ist, dann überlässt man die Politik denjenigen, die die brutale Macht ausüben.
Wobei das natürlich ein alter philosophischer Strang ist. Die Stoa ging ja auch bereits in diese Richtung.
Moshe Zuckermann: Aber das war eher ein Aushalten. Es war nicht die Empfehlung, sich zurückzuziehen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass, je mehr wir darüber reden, das, was wir vor einem halben Jahr resümierend gesagt haben, sich grundlegend nicht verändert hat. Also die Einsicht hat sich nicht geändert, obwohl sich die Welt im Sinne der neuen Machthaber mittlerweile sehr verändert hat. Die neue politische Kultur sagt so unverhohlen und ohne sich in irgendeiner Weise nach links oder rechts zu orientieren, einfach, das will ich und so wird es jetzt gemacht. Die Kompromissbereitschaft, die Verhandlungsfähigkeit, die rationale Reflexion sind jetzt weg vom Fenster. Das verstört mich als einer, der immer gedacht hat, dass öffentliche Dinge ausgehandelt, reflektiert, diskutiert werden. Mit einem Mal stehen wir da und wir debattieren vielleicht, aber von oben wird dann mit der Keule dann reingeschlagen.
Kürzlich gab es einen Bericht in der New York Times, dass auch die Studierenden kaum mehr lesen können, wenn sie an die Unis kommen. Eine Dozentin sagte, sie bespricht Texte nur Satz für Satz, aber die Studierenden würden trotzdem kaum mitkommen.
Moshe Zuckermann: Ich bin ja schon emeritiert. Aber in den letzten Jahren an der Uni war das genau mein Gefühl. Natürlich können sie lesen, aber der Bildungsgrad, das Abstraktionsvermögen und die Assoziationsweite usw. hat sehr abgenommen. Ich rede jetzt von den Geistes- und Gesellschaftsherrschaften. Die Mathematiker und Physiker haben da keine größeren Probleme aufzuweisen.
Daran könnte es auch liegen, dass die Argumentation überhaupt in Verruf gekommen ist. In Deutschland hat vor vielen Jahren zum Beispiel Der Spiegel damit angefangen, dass möglichst keine Sätze mit Nebensätzen mehr auftauchen. Das ist auch die Methode der Bild-Zeitung, um angeblich die Menschen nicht zu überfordern. Jetzt gibt es seit kurzem die Tagesschau in einfacher Sprache. Es ist zum Davonlaufen, wenn man dem zuhört. Da können keine Gedanken mehr entstehen. Vielleicht ist dann wirklich das Einzige, das bleibt, dass man reinhaut und seine Sache durchzieht.
Moshe Zuckermann: Um das zu bestärken, was du sagst. Es kann sein, dass wir jetzt gerade in der Warteschleife der Geschichte sind. Es gab immer wieder philosophische, theologische, religiöse oder künstlerische Impulse, die das Bestehende aufgerüttelt haben. Vor längerer Zeit gab es die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, dann kam der Poststrukturalismus aus Frankreich, in Amerika sehr aufgeblüht ist. Aber wir sind jetzt im Moment, wo alles in Identitätspolitik und partikularistischen Interessen verflossen ist, wirklich in einer Situation, in der es auch an einem neuen intellektuellen Impuls mangelt. Nicht dass es keine Intellektuellen gibt und jedes Jahr eine Million von Büchern veröffentlicht wird, aber ein theoretischer Wissenskörper mit Impact ist im Moment noch Mangelware. Das ist deshalb besonders paradox, weil die Infrastruktur da ist. Klassenräume, Computer, Digitalbüchereien, alles ist da. Es fehlt nur der neue theoretische Impuls, um das Ganze neu zu denken. Und da kommt dazu, was wir auch in unserem Buch besprochen haben, dass mit einem Mal die künstliche Intelligenz diesen Raum einnehmen könnte. Das wirft schon wieder ein neues Problem auf. Wenn der Mensch überflüssig wird und die Maschine für ihn den Mangel ausfüllt. Wie ist dann dieser neue Mensch? Was ist dieser neue Weltzustand?
Es gibt ja auch die These, die einigermaßen empirisch belegt ist, dass über die Einführung der digitalen Medien in den Schulen allmählich die intellektuelle Kapazität abgenommen hat. Das wäre natürlich perfide, weil immer damit geworben wurde, dass die die digitalen Medien in die Schulen müssen, um die Menschen kognitiv auf den Stand der Jetztzeit kommen. Jetzt könnten sie sich aber als Trojanisches Pferd erweisen, das eingeführt wurde, um die Menschen im Grunde genommen so zu verblöden, dass nun die künstliche Intelligenz diese Leere auffüllen kann.
Moshe Zuckermann: Das wäre menschheitsgeschichtlich eine Tragödie. Die Grundidee war im 19 Jahrhundert, dass die Maschine den Menschen die entfremdete Arbeit abnehmen kann, damit er mehr Freizeit hat, damit er sich mehr entfalten kann, damit er mehr souverän sein kann, sich auch kulturell bereichern kann und so fort. Und jetzt hat man die digitalen Produktionsmittel auf so einen Punkt gebracht, dass auf der einen Seite die Menschen, wie du gerade gesagt hast, verdummen, weil die Maschine schon eine ganze Menge übernommen hat, was aber auf der anderen Seite nicht bedeutet, dass dadurch in der Welt mehr Freizeit entstanden ist. Was in der Welt entstanden ist, ist dann bei gegebenen Arbeits- und Besitzverhältnissen und bei gegebenem Zwang, sich zu ernähren, dass der Mensch bei der Arbeit überflüssig geworden ist. Ich glaube, das ist ein Zustand, den man sich damals gar nicht vorstellen konnte, dass es dazu kommen könnte.
Nun könnte man sagen, vielleicht gehen wird in einen Zustand zurück, den die Sklavenhalter früher hatten, nämlich in eine Gesellschaft der Muße, weil die Arbeit von anderen verrichtet wird. Auch das Denken ließe sich nach der Welle der Kritik an der Rationalität als Entfremdung verstehen, so dass wir in einen natürlichen Zustand zurückgehen. Rationalität war ja unter Kritik gestanden, weil sie den Körper und die Natur beherrscht. Wenn wir die Rationalität an die Künstliche Intelligenz abgeben, kehren wir in den natürlichen Zustand vor der Rationalität zurück.
Moshe Zuckermann: Die Mußegesellschaft konnte nur deshalb bestehen, weil es eben Sklaven gab, die die Arbeit gemacht haben.
Ja, das könnten dann die Roboter sein, und die KI überwacht und steuert das alles.
Moshe Zuckermann: Ich sehe, dass wir mittlerweile schon bei Phantasien angelangt sind, die eher von unserer Ohnmacht zeugen, als von der konstruktiven Idee, wie man da herauskommen könnte.
Ja, das ist Zynismus.
Das Gespräch wurde am Sonntag, den 18, Januar 2026, geführt.
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Florian Rötzer: „(…)Vielleicht ist das Nationalstaatsprinzip auch nicht die richtige Grundlage, um eine internationale Ordnung aufzubauen. Und es scheint ja auch das zu sein, woran sie in Wirklichkeit zerbricht.“
Die Infragestellung des Nationalstaatsprinzips führt zu einer Neuen Wahrheit.
Niemand braucht Großmächte, um Frieden auf Erden zu schaffen. Die sind es die uns und die kleinen Staaten bedrohen.
Hören wir dazu Hans-Jürgen Geese, der in seiner wöchentlichen Kolumne von Neuseeland auf die Welt schaut:
„Der Nationalstaat ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Eine Erfindung. Eine wirklich blöde Erfindung. England wurde nie als Nationalstaat gegründet. Frankreich wurde nie als Nationalstaat gegründet. Genau so wenig wie Schweden oder Dänemark. Japan kam doch nie auf die Idee, eines Tages Japan zu gründen.
Aber Deutschland tat das 1871. Aus wahnwitzigen Gründen. Es war der Beginn einer nicht enden wollenden Welle von Katastrophen. Ohne die Gründung des Staates Deutschland wäre es nie zum Ersten Weltkrieg und zum Zweiten Weltkrieg gekommen. Die Schlesier würden noch immer in Schlesien leben. Und die Pommern in Pommern. Von einer kurzen Periode im frühen Mittelalter abgesehen, gehörte Pommern seit mindestens 800 Jahren zum deutschen Kulturraum. Alles geopfert einem Wahnsinn.
Im Mittelalter bestand das römische, deutsche Reich (oder Heiliges Römisches Reich deutscher Nation) aus hunderten von großen und kleinen und kleinsten unabhängigen Städten, von unabhängigen Staaten, von unabhängigen Fürstentümern, Herzogtümern, Rittertümern, Klöstern und bischöflichen Latifundien. Und keiner kam auf die irrsinnige Idee, das alles zusammenzuwerfen und es einem durchgeknallten, verrückten Politiker in einer Stadt Berlin anzuvertrauen. Die hätten Sie damals für wahnsinnig erklärt. Denn das ist doch völlig absurd. Das ist so absurd, dass wir nach nunmehr 153 Jahren, endlich, endlich, ganz, ganz langsam, einsehen, dass das ein riesiger Fehler war. Heute, nach 153 Jahren, ist Deutschland ein von Amerika besetztes und von Amerika völlig kontrolliertes Land. Meinen Sie, das war genau das, was der Bismarck damals im Sinne hatte? Käme Bismarck heute zurück, was meinen Sie was der uns empfehlen würde?“
Quelle: https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20242/der-traum-von-zehntausend-staaten/
kehren wir also um, und wenden wir uns von dem künstlichen Konstrukt Nationalstaat ab, dann sehen wir das, worauf sich der Nationalstaat gründete: kleine autonome unabhängige Staatsgebilde die es lange vor dem Nationalstaat gab.
Diesem Artikel ist überwiegend zuzustimmen, wie auch Ihrem Kommentar! Ohne vorangehenden Totalzerfall wird es die aktuelle „Elite“ aber nicht geschehen lassen und im nächsten Jahrhundert haben wir nichts mehr davon.
Mir gelingt diese Zustimmung nicht. Auch wenn dem moralischen Urteil Geeses über all das, was im Namen von Nationalstaaten verbrochen wurde, besonders von unserem, nicht zu widersprechen ist. Aber die Vorstellung, man habe beschlossen, sozusagen einfach eine blöde Idee gehabt, einen Nationalstaat zu gründen, den niemand recht brauchte und ohne den alle glücklicher wären, ist falsch. Bürgerliche Nationalstaaten sind geradezu eine historische Notwendigkeit und sie entstehen auch weltweit, wenn auch auf ganz verschiedene Weise. Und diese Entstehung hat nichts mit der „Stimme des Blutes“ zu tun, einem zum Durchbruch drängendem nationalen Gefühl oder weiß der Teufel was sonst noch dereinst und bis heute als „national“ phantasiert wird. Die bürgerlichen Verhältnisse, die später als kapitalistische Produktionsweise begriffen werden, können mit feudaler Zersplitterung, mit Einengung von Produktion und Handel durch feudale Rechte, Immobilität der Arbeitskräfte, Unberechenbarkeit der Eigentumsverhältnisse usw. usf . nicht entfaltet werden und tatsächlich ist die Reichsgründung im Norddeutschen Bund und im deutschen Zollverein eigentlich schon vorweggenommen. Natürlich ist der Rahmen, in dem das entfaltet wird -ein Teil der deutschsprachigen Länder Europas- nicht vollkommen egal und hat geschichtliche Ursachen. Und ganz viel Folklore. Aber die eiskalte Berechnung, mit der Preußen die deutschen Österreicher von der großen „nationalen Einigung“ ausschloß, zeigt auch was da abging.
Zur Illustration meine These möchte ich auf unseren französischen Nachbarn verweisen, von dem im Artikel schon die Rede war. Die französische Revolution findet den einheitlichen zentralistischen Staat und damit einen einheitlichen Markt schon vor, auch wenn der noch von den feudalen Verhältnissen gefesselt wird. Übrigens sind das vor zweihundert Jahren längst nicht alles Franzosen. Napoleon -sicher nicht er persönlich, aber er ist der Chef im Ring- lässt die neuen Verhältnisse in Gesetzesform bringen : Das Zivilgesetzbuch, das oft auch mit seinem Namen benannt wird. Frankreich erlebt in der Folge Aufstände, Revolten, Revolutionen, mehrere Restaurationen. Aber das Gesetz, auch wenn es seine Wurzeln in der römischen Antike hat – bleibt bestehen, weil die neuen Verhältnisse es brauchen und die feudalen Mumien, die immer mal wieder versuchen, Mittelalter zu spielen, können es nicht mehr antasten.
Nationalstaaten sind nichts übernatürliches, keine Kopfgeburten, sondern eine objektive historische Notwendigkeit, die da, wo sie nicht entfaltet werden können – siehe unseren östlichen Nachbarn Polen – zur Dominanz anderer Akteure führten.
Soweit die schlechte Nachricht. Die gute – sie werden genau so wieder verschwinden, wenn sie keine Funktion mehr haben.
Genau „Nationales Gefühl“ damit fängt das Unheil an!
vielen Dank für ihre hervorragende Replik, der ich größtenteils zustimme. Lassen Sie uns den Nationalstaat im Kontext von Föderationen weiter differenziert betrachten. Vor dem norddeutschen Bund und der Reichsgründung 1870/71 gab es ja auch eine Föderation – den Deutschen Bund. Der deutsche Zollverein wurde im Deutschen Bund gegründet.
der Deutsche Bund war ein loser Zusammenschluss von 34 unabhängigen Staaten allerdings mit zwei großen Gebilden Österreich und Preußen. Es gab keine Parteien, es gab nur Gesandte die nach Frankfurt in den Bundestag geschickt wurden.
Worauf ich hinaus will ist folgendes. Preußen und Österreich stritten sich um die Vorherrschaft im Deutschen Bund. Nach dem ersten Einigungskrieg dem deutsch-dänischen Krieg 1863, erfolgte der zweite Einigungskrieg 1866, nämlich der deutsch-österreichische Krieg der in Königgrätz mit der Niederlage Österreichs kulminierte und den Deutschen Bund beendete. Der Norddeutsche Bund sollte nur ein Übergang zu einem neuen (zentral in Berlin) regierten Konstrukt führen, dem Deutschen Kaiserreich.
Das Problem aller nicht erfolgreichen Föderationen besteht, wenn ungleiche Teile miteinander verbunden werden.
In diesem Fall wurde das große Preußen welches 60% des damaligen Gebietes umfasste, im Rahmen einer Föderation mit mehreren Kleinstaaten wie Sachsen den thüringischen Gebilden und Bayern vereinigt, mit dem unvermeidlichen Ergebnis das schließlich das was den Namen nach Deutschland war, zu Groß-Preußen wurde.
Innerhalb einer Föderation war das die einzig logische Entwicklung. Da es nicht möglich gewesen wäre, gegen den Widerspruch Preußens diesen mächtigen Staat irgendein Bundesgesetz aufzuzwingen, konnten Bundesgesetze praktisch nur durch Preußen selbst vollstreckt werden, das allein mächtig genug war sie allen Mitgliedstaaten, einschließlich Preußens selbst, aufzuzwingen.
So musste das Deutsche Reich freier und unabhängiger aber ungleich starker Staaten – sogar wenn Preußen die Vorherrschaft nie gewünscht hätte – endlich doch von Preußen beherrscht werden. Das meinte Geese mit der blöden Erfindung. Dahin die Freiheit und Vielfalt der Kleinen Staaten.
Die blöde Erfindung ungleich großer Staaten in einer Föderation sehen wir auch in der EU. Auch die EU ist eine Föderation. Auch sie wird scheitern.
Gibt übrigens von Treitschke „die Juden sind unser Unglück „, den die Gattin des Kurzzeitkaisers von 1888 aus genau diesem Grund zutreffend einen „Irren“ nannte, einen sehr guten Text zur Geschichte des Zollvereins, in dem er beschreibt, wie man ihn organisierte und jeglichen Widerstand von Kleinststaaten erledigte. Wirklich gut lesbar.
Franz Mehring wies in Texten zur preußischen Geschichte darauf hin, dass es Phasen während der Expansion des preußischen Staates, der nicht müde wurde, sich als Speerspitze im Kampf um die „nationale Sache“ zu erklären, gab, in denen längst nicht sicher war, dass Preußen ein mehrheitlich von Deutschen bevölkerter Staat bleiben würde. Große Teile der Bevölkerung waren slawische Wenden, Polen, Kaschuben, Masuren. Aber Preußen als multiethnischer Staat ? Das war schon damals nicht das Selbstverständnis der deutsch – preußischen Oberschicht, obwohl es real war und man „germanisierte“ im Bildungswesen und in der Verwaltung.
.
Golo Mann erzählt auch davon.
„Es gab im Deutschen Bund mehr nicht Preußen und nicht Österreicher als es Österreicher und Preußen gab, etwa 18 Millionen Bürger in den Kleinstaaten gegen etwa 14 Millionen Preußen und Österreich aber so viele kleine, zerstreute Existenzen ließen sich in keinem politischen Willen summieren der Gedanke der Trias einen dritten reinen Deutschlands, dass sich zusammentun und die beiden deutsch-slawischen großmächte die Waage halten sollte, ist während dieser Jahrzehnte immer wieder aufgetaucht, aber etwas wirkliches ist nie daraus geworden.
Die deutschen Kleinstaaten konnten den Gang der Ereignisse nicht lenken auch sich ihm erfolgreich widersetzen, sie konnten nur wohl oder übel mitmachen, zögernd und Bremsen sich mitreißen lassen. Sie waren passiv, das gilt sogar für die respektabelsten unter ihnen für Bayern.“
Golo Mann, deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Die deutschen Staaten waren wirtschaftlich völlig in die Abhängigkeit vom deutschen Zollverein und dessen leitenden Mitglied Preußen geraten. Schon damals eine Föderation unter Ungleichen. Nur der Kampf über die Deutungshoheit zwischen Österreich und Preußen verhinderte eine Hegemonie über die kleinen Staaten.
Zitat
„Das heißt nicht, dass die kleinen deutschen Staaten gar nichts wirkliches gewesen wären. die Nation hatte damals keine Hauptstadt, aber das Land war übersät mit Hauptstädten, die in kulturellen, akademischen Bestrebungen miteinander wetteiferten. Sie waren eklektisch in ihren Stilen, die italienische Renaissance, das französische Rokoko und Empire, die griechische Antike nachahmen aber einzigartig in ihrer bunten Zahl; und von wohltätigen Einfluss auf den Formsinn der Bürger.
Heute wo das alles größtenteils zerstört ist, die deutsche Stämme durcheinandergewirbelt sind, die Städte einander so ähnlich werden, wie die amerikanischen, können wir rückblickend den Wert des verlorenen Reichtums Ermessen.
Was dann die innere Regierung oder Verwaltung dieser Staaten betrifft, so war sie so vielfältig wie die Staaten von Bayern bis zu den Operettenhöfen Thüringens, ihrer Größe nach verschiedenen waren. In einigen, wie Hessen Kassel, ging es immer wieder abscheulich. In anderen wie Baden, welches 1849 ein so unglückliches Schauspiel geboten hatte, wurde nun im Sinn der Selbstverwaltung der mittleren Verwaltungseinheiten eine erfreuliche Reformarbeit geleistet.
Es lässt sich viel gegen die deutsche Kleinstaaterei sagen, aber auch viel für sie. Sie war die originalste politisch kulturelle Schöpfung die Deutschland zu bieten hatte.“ Zitat Ende
Golo Mann, Ebenda, S.272
Ich möchte nochmals zu sprechen kommen auf die Dominanz Preußens vor allem nach dem Ende des Deutschen Bundes 1866.
“ (…) am 20 dezember 1866, begrüßte Unruhs Parteifreund Karl Twesten, ebenfalls in preußischen Abgeordnetenhaus, die Annexion der Herzogtümer Schleswig und Holstein durch Preußen, dass er als revolutionäres Vorgehen würdigte.
Es verstoße zwar gegen altes positives Recht, aber die geschichtlichen Umwälzung erfolgen (nun) einmal nicht in den wegen des Rechts; das vernünftige vollzieht sich nicht durch die Vernunft…. Preußen vertritt das siegende Ganze dem die einzelnen Teile sich fügen müssen…“
Zitiert nach Heinrich August Winkler die Deutschen und die Revolution eine Geschichte von 1848 bis 1989, S. 44, München 2023
Das meine ich und auch Hans-Jürgen Geesen mit der blöden Erfindung des (zu großen) Nationalstaats.
ich möchte noch gerne ein Zitat beilegen, weil es aufzeigt dass wir das Problem der ungleichen Teile in einer Föderation bis heute nicht gelöst haben.
Leopold Kohr schreibt:
„Unter den zahlreichen Staatsmännern, die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges die Bildung einer europäischen Union vorgeschlagen haben, befinden sich so hervorragende Führer wie Winston Churchill, Dwight Eisenhower, Charles de Gaulle und Konrad Adenauer.
Keiner von ihnen hat aber das zentrale Problem eines solchen Vorhabens genauer festgestellt als der Verstorbene britische Außenminister Ernest Bevin in der berühmten Rede worin er die Errichtung einer westlichen Union vorschlug:
„niemand bestreitet die Idee eines vereinten Europas. darum geht es nicht. Es geht um folgendes: wenn die Einigung Europas erreicht wird, ist das zu machen, ohne dass irgendeine Großmacht es beherrscht oder lenkt? Das ist die Frage, die gelöst werden muss.“
Das ist in der Tat die Kernfrage eines jeden förderativen Experiments, sei es auf nationale, kontinentaler oder auf Weltebene.
Der Wille zur Vereinigung steht nicht in Frage; den mag jede Nation besitzen, und niemand bestreitet ihn. Es ist aber eine Frage der Methode durch die zu verhindern ist, dass eines der Mitglieder, nachdem sie einmal errichtet wurde, die Vorherrschaft an sich reißt. das ist das einzige Problem.“
Leopold Kohr, Weniger Start, Gegen die Übergriffe der Obrigkeit, Seite 96, Salzburg 2004
Um das klarzustellen. Treitschke interessiert mich nicht, und sein Pamphlet „die Juden sind unser Unglück“
gehört hier nicht in die Diskussion. Warum also solche Abgleisungen?
Damit will ich klarstellen, und es ist sie nur ein Nebensatz, dass ich, wenn ich Treitschkes Text über den Zollverein zur Lektüre empfehle, und der ist wirklich gut zu lesen, mich nicht positiv auf den Autoren beziehe. Das ist mir schon wichtig.
Ob Golo Mann mit seinem Hohelied auf die Vielfalt der Kleinstaaterei den Kern der Situation vor der Reichseinigung trifft, kann ich nicht wirklich sachkundig beurteilen. Nachvollziehen kann ich die Wehmut, mit der er eine untergegangene Welt beschreibt. Deren Reste hat der Krieg dann weggespült . Ich bin in den Jahren nach dem Fall der Mauer sehr viel in Deutschland rumgekommen und bin auch ziemlich viel außerhalb des Landes gewesen. Und natürlich gibt es noch immer großartige Rest dieser alten Welt, aber eben nicht mehr viele und diese Vereinheitlichung, die er anspricht ist zu bestätigen und das ist nicht nur der Krieg, der das bewirkte.
Ansonsten weiß ich auch nicht, ob es möglich ist, supranationale Formen zu finden, in denen nicht eine Dominanz eines vormaligen Staates zu befürchten ist. Im Sinne von Emanzipation und Demokratie glaube ich nicht daran. Vielleicht machen nationale Gesichtspunkte für wirklich mächtige internationale Konzerne keinen Sinn und werden eher zur Fessel wie dereinst die Kleinstaaten. Vielleicht wird Trump zum Werkzeug der Geschichte, wenn er erfolgreich jegliche nationale Souveränität zerschlägt, vielleicht finden sich ganz neue staatliche Formen der Organisation, um gegen die übermächtig wirkenden alten und neuen Weltmächte zu bestehen. Das weiß ich einfach nicht und, wenn ich ehrlich bin, fürchte ich auch eher, dass die sich verschärfenden Konflikte zu weiteren Kriegen führen werden und wie die Welt danach aussehen wird, möchte ich eigentlich auch nicht wissen.
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„Damit will ich klarstellen, und es ist sie nur ein Nebensatz, dass ich, wenn ich Treitschkes Text über den Zollverein zur Lektüre empfehle, und der ist wirklich gut zu lesen, mich nicht positiv auf den Autoren beziehe. Das ist mir schon wichtig.“
Aha. Wollen Sie mich mit ihrem Geblubber langweilen? wollen sie meine Zeit stehlen? wollen sie meine Argumente abgleisen? ich habe so langsam den Verdacht, das dem so ist.
wenn wir noch mal kurz rekapitulieren dürfen. Es ging ursprünglich um den Nationalstaat und vor allem um den zu großen Nationalstaat und dessen Konsequenzen für Freiheit und Selbstbestimmung in einer Föderation. Dann kommen Sie mit Treitschke und dem Zollverein, der 1834 im Deutschen Bund gegründet wurde.
Der Deutsche Bund war aber nicht das Problem. Das war der Ursprungspost.
Das Problem um das es in unserer Diskussion ging war der Nationalstaat der erst 1871 gegründet wurde. Dieser Nationalstaat hatte eine zentrale Regierung in Berlin. Mit einer Übermacht von Preußen. 60% des Deutschen Reiches waren preußisch.
Die kleinen vormals autonomen und unabhängigen Staaten wurden in einer vorgeblichen gleichberechtigten Föderation im deutschen Kaiserreich verraten.
Hier gibt es ein Muster dass sich seit Jahrhunderten wiederholt.
Go Go Start to read konversation
https://overton-magazin.de/dialog/sind-die-digitalen-medien-ein-trojanisches-pferd-das-die-menschen-so-verbloedet-dass-ki-diese-leere-auffuellen-kann/#comment-343108
Geese, Hans-Jürgen
Jahrgang 1952. Grossmutter väterlicherseits geborene Rommel. Reserveoffizier. Studium der Wirtschaftswissenschaften, Internationales Marketing, Geschichte, Französisch, Spanisch, Schwedisch und Russisch. Tätig in verschiedenen Industrien in einer Reihe von Ländern. Seit 2015 Historiker mit dem Schwerpunkt Deutsche Geschichte von den Napoleonischen Kriegen bis heute.
lesen und verstehen
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20211/wie-man-revolution-richtig-macht/
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/wie-man-revolution-richtig-macht-teil-ii/
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/wie-man-revolution-richtig-macht-teil-iii/
Ich habe keine Ahnung, warum du unverschämt wirst. Ich habe auf den Text von Treitschke über den deutschen Zollverein hingewiesen und habe den Eindruck, das du unaufmerksam gelesen hast. Das kannst du gern machen, ist deine Angelegenheit. Aber wenn du deinTourette-Syndrom ausleben willst, was du ebenso gern machen kannst, beeindruckt mich das, da sei sehr sicher, nicht im geringsten. Ich gehe keinem Streit aus dem Wege, obwohl ich nicht mal weiß was du willst. Aber auf solche Alberein lasse ich mich schon seit Jahren nicht mehr ein. Die wirst deine Leser schon finden, ich gehöre ab den ersten Pöbeleien nicht dazu und Schluss.
Puh… ich kann mich nicht erinnern ihnen dass Du angeboten zu haben.
Mag sich jeder sein Bild machen.
Ich jedenfalls habe keine Lust auf Ad hominem, welches sie jetzt aufgrund mangelnder Argumente eskalieren möchten…
Die Perzeption der verbalen Massage ist nur eine approximative Kommunikationsvalenz immanent.
Auf gut Deutsch:
wir reden ja sowieso nur aneinander vorbei.
Lassen wir es gut sein.
leben sie gut und lange!
Rischtisch 👍
Dazu ein Ausflug in unser „Bewusstsein“. Nur Ton hören, das Bild ist unwichtig (die Untertitel sind unterirdisch…) inspiriert von Rudolf Steiner
https://www.youtube.com/watch?v=2C7kz3NSBXE
Und Altmeister Dr. Ulrich Warnke:
https://www.youtube.com/watch?v=tTT_U0gbUBA
Der Stärkere kann sich durchsetzen – aber nie ganz. Nie hat er Ruhe, er wird zur Geisel seiner Stärke. Irgendwann ist er erschöpft, es kommt ein neuer Stärkerer, dem es genauso geht. In der heutigen, menschenüberfüllten, ultratechnisierten Welt ist es noch schlimmer, die Phasen der Überlegenheit noch kürzer. Auf eigentliche Legitimation zu verzichten hat einen hohen Preis. Wer einen Gran Verstand hat, sieht das ein und versucht, auf anderen Wegen politisch zu exzellieren.
Statt über ihren Zusammenbruch zu klagen, müssen wir darüber nachdenken, wie eine nachbürgerliche Welt aussehen soll. Die Machtübernahme des abendländischen Bürgertums hat sich als grandioser Fehlschlag erwiesen. Wo ist das Neue, das uns in die Zukunft trägt?
„Wo ist das Neue, das uns in die Zukunft trägt?“
Nach „Globaliserung“ der Nullenjahre -also dem Weltkapitalismus- kann nur der Weltfaschismus kommen. Was denn sonst? Die weltkapitalistische Staatenkonkurrenz wird nicht mittels „Welthandel“ ausgetragen, sondern mittels „Erpressung-Drohung > Gewalt > Krieg“ -in dieser Reihenfolge, wenn Drohung und Erpressung nicht reichen sollte, um eigene Interessen durchzusetzen- zwischen konkurrierenden Machtblöcken. „Multipolare Weltordnung“ halt.
Vielleicht würde ich es nicht „Faschismus“ nennen. Ist ein Begriff, den man den historischen Vorbildern lassen kann. Ich erwarte so einen technokratischen Totalitarismus, der, wie ich finde, schon immer sichtbarer wird und der, da mache ich mir keine Illusionen, nicht besser sein wird als klassischer Faschismus. Aber eben was Anderes und Neues. Die technologischen Mittel, die Herrschaft ein der Hand halten und nutzen wird, werden Lager und Zuchthäuser überflüssig machen. Sie trennen dich von deinem Geld, kontrollieren jedes deiner Worte, schließen dich von der Kommunikation aus…….
?
– Bartlosigkeit
– Hartlosigkeit
– X-artlosigkeit (Anspielung auf X-Musk)
– Ceartlosigkeit (irisch)
– Dartlosigkeit
– Earthlosigkeit
– Tearthlosigkeit (Tearth – irgendein Tee-Shop)
– BeArtlosigkeit
– Sea-artlosigkeit
– Neartlosigkeit (irisch)
– Zartlosigkeit
?
Ich bin von völliger Ratlosigkeit befallen!
Danke, ich war auch völlig ratlos, bis ich Deinen Post sah. Das war der schlimmste Rötzer, den ich je gesehen habe.
Es ist einfach nur psychologische Kriegsführung. Die USA ist wirtschaftlich am Ende. Die Saudies haben den Vertrag, Öl nur gegen Dollats zu vekaufen nicht verlängert und Öl und Gas werdem zunehmend in alternativen Währungen verkauft. China kauft sich mit seinen Dollardevisen überall ein. Das bedeutet, dass die Zeit, in der die USA sich in der eigenen Währung verschulden konnte zu Ende geht und 800 Militärbasen weltweit nicht mehr bezahlbar sind. Das wissen eie Amis, zumindest die Think Tanks.Deshalb versuchen sie sich zuvor noch soviel, wie möglich der westlichen Hemisphäre unter den Nagel zu reissen. Die multipolare Weltordnung kommt und die Macht der USA wird schon wegen der Dekandenz zerfallen. Wir sollten das Trump sche Affentheater etwas gelassener sehen.
Schon erstaunlich, wie viel Durcheinander in dem Dialog zum Ausdruck kommt, ein Durcheinander, das sicherlich dem entspricht, das in der Welt überhaupt herrscht, in das uns die Medien generell mit Vorsatz eintauchen, so lange, bis wir um Hilfe schreien – ja und wer wird uns dann helfen, wenn wir schon vorher die Übersicht verloren haben?
Rötzer und Zuckermann bestimmt nicht, aber immerhin versuchen sie wenigstens, Übersicht zu gewinnen, so richtig erfolgreich sind sie dabei aber nicht.
Alleine schon das Trump-Bashing zeugt von einer kompletten Fehleinschätzung der Realität – die bekommen sie doch sonst auch einigermaßen in den Griff, z.B. wenn es um die Ukraine geht, dann verstehen die beiden doch, dass der russische Angriff auf die Ukraine eine Vorgeschichte hatte – nur bei Trump verstehen sie nicht, dass es dort um einen mörderischen Kampf um die Weltherrschaft geht, den Trump und seine Anhänger im allerletzten Moment noch gestoppt haben; einen Kampf, den sie aktuell intensiv weiterführen, derzeit gegen die EU Kreaturen der Globalisten, die diese fast überall installiert haben, gegen die UN, die von diesen übernommen und gleichgeschaltet wurde, gegen den tiefen Staat, der noch immer weitestgehend nach deren Pfeife tanzt.
Dann KI – du lieber Himmel, was für ein Popanz: noch nie stand die Menschheit so dicht vor der Möglichkeit, mit 2 Tagen Arbeit alles Nötige für ein gutes Leben zu produzieren, aber vielleicht noch nie war der Widerspruch zwischen der Chance nach Freiheit und der realen Unfreiheit größer, noch nie war die Menschheit so nah dran am glücklichen Leben für die größtmögliche Zahl und noch nie stand sie so dicht am Abgrund, vor der Gefahr, in die schlimmste Barbarei abzugleiten.
Wie viel mehr ließe sich erwidern….
Nur noch eines zur Hobbes, Rousseau Verwirrung, die immer wieder aufkommt, obwohl auch hier alles recht einfach wäre: Wenn Hobbes vom Kampf eines jeden gegen jeden im Naturzustand spricht, tut er das, um den zivilisatorischen Fortschritt des autoritären Staates hervorzuheben, denn dieser, meint er, würde die Einzelnen daran gewöhnen, sich – aus Furcht vor der Staatsgewalt – dem Recht und den Gesetzen unterzuordnen.
Wenn Rousseau dagegen davon spricht, dass alle Menschen von Natur aus gleich seien und nur überall in Ketten liegen, so stellt er doch klar und deutlich die Frage, wie man diese Ketten abwerfen könnte. Die Antwort ist das Modell des souveränen Volkes, einer Vereinigung von gleichberechtigten Staatsbürgern, die die grundlegenden Entscheidungen in Staat und Gesellschaft untereinander aushandeln (Meinungsfreiheit ist dafür die Voraussetzung).
So – und wie es weitergeht? Irgendwann stellten einige fest, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln eine Grenze (eine Brandmauer?) darstellt, an der das genannte Modell scheitern muss; nicht weil die Leute bösartig sind, sondern weil es dem kapitalistischen System innewohnt, zu ihm dazugehört. Dieses Problem ist mit dem Untergang der Sowjetunion in verschärfter, weltumspannender Form wiedererstanden, die Oligarchen-Globalisten griffen und greifen nach der Weltherrschaft.
Wir können froh sein, dass Trump und Anhänger den Kampf gegen diese Leute aufgenommen haben und erst einmal auf die Bremse treten. Das quietscht, ja…
Aber: Was glauben die Herren denn: Soll Trump die Totalverarsche (man verzeihe mir diesen Vulgärjargon) der Globalisten mit ihrer EU Trutzburg, in die sie sich zu ihren Vasallen zurückgezogen haben) widerspruchslos hinnehmen, die jeden, aber auch noch jeden seiner Versuche, in der Ukraine Frieden zu stiften, hintertrieben, zuletzt den Iran-Regimechange-Fesselballon starteten, in den USA eine Metoo -Woke-BLM Welle nach der anderen ablaufen lassen?
Die Grönland Klatsche ist dagegen ein herrlicher Schachzug, wunderbar, wie Merz und Co die Welt nicht mehr verstehen.
Und richtig schrieb Dagmar Henn auf RT:
„Nun, es gibt eine ganz einfache Möglichkeit. Der Ukraine den lang verdienten Tritt verpassen und dann in Moskau lieb bitte, bitte machen, wobei man dann auch gleich darum bitten könnte, den verbliebenen Strang von Nord Stream mit Gas zu beschicken. Das wäre eine relativ schnelle Abhilfe und würde auch sonst viel an Geld und Nerven sparen. Und dem Fernsehprogramm vielleicht sogar Zuschauer zurückbringen, die zuletzt diese ständige Kriegspropaganda nicht mehr ertragen haben. Sowieso gibt es weltweit nur ein Land mit einer nennenswerten Zahl von Eisbrechern, die ganzjährig um ganz Grönland herumfahren können“.
Gar nicht übel deine Logik.
Man sollte aber nicht verschweigen, das Trump und Konsorten, insbesondere Leute wie Thiel, Vance und Musk, das alles nicht für UNS tun, sondern ihren ganz eigenen partikularen Interessen nachgehen.
Ja, das sehe ich auch so; sie verschaffen uns aber Zeit, ich schätze 20 bis 30 Jahre – doch da kann viel geschehen.
„Wir können froh sein, dass Trump und Anhänger den Kampf gegen diese Leute aufgenommen haben und erst einmal auf die Bremse treten. Das quietscht, ja…“
Da quietschen vor allem meine Synapsen, bei so viel Irrglauben..
Es ist kein Glaube, sondern ein Modell. Den Unterschied werden Sie aber sehr wahrscheinlich niemals begreifen. Und was Ihre Synapsen betrifft: Naja…
Das sind Fraktionskämpfe innerhalb des serbelnden Imperiums. Die Neocons/“Globalisten“ und die Paypal-Mafia/MAGA haben dasselbe Ziel, die Vorherrschaft des us-amerikanischen Faschismus auch in diesem Jahrhundert aufrecht zu erhalten. Der Unterschied besteht darin wie sie das erreichen wollen (Softpower vs Dominanz) und wie sie persönlich davon profitieren (indirekte Korruption ala Vortragshonorare und Verwaltungsratsitzen vs direkte Korruption ala Subventionen wie zb 500 Mia für „KI“).
Dazu kommen persönliche Animositäten. Trump, Musk et al sind schwer krank (die „Globalisten“ notabene auch, einfach anders), ihr Narzissmus verhindert jegliche Kontrolle über die Vasallen. Trump geht nicht gegen die EU-Staaten vor weil er eine bessere Welt anstrebt, sondern weil unsere EU Politclowns, als Kreaturen der „Globalisten“, gegen ihn vorgegangen sind. Kann man ein Stück weit nachvollziehen (wie jetzt seit 10+ Jahren nonstop gegen den Deppen gehetzt wird ist seit min 8 Jahren lanweilig), er kannibalisiert damit jedoch die Vasallen noch stärker als die Neocons es tun.
Auch die populistischen Grabenkämpfe (pro vs kontra Migration etc) sind bloss Schein. Immigration zb ist ein Merkmal aufstrebender Nationen (mehr Arbeit als Bevölkerung), Xenophobie dagegen ein Merkmal einer niedergehenden Nation (Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze). Dass das jetzt dermassen populistisch zieht ist ein Anzeichen, wie schlecht es den USA in Wirklichkeit geht.
Und hier liegt die Krux begraben. MAGA vs Neocons sind diesselbe Seite der gleichen Medaille (viele Amis sagen ja auch „uniparty“). Die Hauptursache für den Niedergang liegt im us-amerikanischen Faschismus, als zentralem, quasi religiösen Modell, der die Nation von innen heraus auffrisst. Niemand von der politischen Klasse will daran irgendwas ändern da sie zu den wenigen Profiteuren dieses Systems gehören, egal wieviel Synapsen die eine oder andere Fraktion angibt zu haben.
Korrekt wiedergegeben 👍
„Da quietschen vor allem meine Synapsen, bei so viel Irrglauben.“
Verständnisprobleme verorte ich bei Ihnen, nicht bei @Routard.
Sie sind offenbar auch einer von denen, die das Märchen vom Kampf des Edlen gegen den bösen „tiefen Staat“ glauben. Wenn aber Trump eine Handlung zeigt, die so gar nicht in dieses Märchen passt, dass war es natürlich wieder der „tiefe Staat“ unter dessen Einfluss der orange Ritter – entgegen allem Edelmut – geraten ist.
Qanon-Leute argumentieren so.
Das ist so ähnlich, wie wenn man froh ist, wenn die Bandidos den Hell’s Angels ein Territorium streitig machen, weil sie selbst dort den Frauen-, Drogen- und Waffenhandel betreiben wollen. Man kann sich dann darüber freuen, dass Big Red verdientermaßen mal eine auf’s Maul kriegt …
gut gebrüllt, Löwe. Chapeau
@ Routard
Wie man auf rt liest, wollen die Europäer Trump einen Deal vorschlagen. Er bekommt Grönland, die NATO bleibt erhalten, dafür unterstützt er wieder die Ukraine? Also der Preis für Grönland wäre weiter Krieg in der Ukraine mit US-Unterstützung? Was sagst du dazu?
@Naomi
Nach meinem Modell dient das Grönlandgetrommele der Trumpfraktion dazu, die EU-Globalistenvasallen unter Druck zu setzen. Trump will den Ukrainekonflikt beenden, nicht deshalb, weil er ein Friedensfreund wäre, sondern vor allem deshalb, um der Globalistenfraktion einen wichtigen Eckpfeiler ihrer geopolitischen Strategie aus den Händen zu schlagen. Die Gegenseite hat in den Ukrainekonflikt dermaßen viel investiert, dass ein Friedensschluss einem Desaster, einer klaren, lang anhaltenden Niederlage gleichkäme.
In der Prioritätenliste der Trumpfraktion steht nach meinem Modell die Ukrainefrage an erster Stelle, dort entscheidet sich der Machtkampf zwischen den beiden Fraktionen.
Ich weiß, dass mein Zwei-Fraktionen-Modell einigen nicht passt, die gerne alles in einen Topf werfen, bisher finde ich, sind recht viele Entwicklungen damit aber wesentlich besser zu erklären, als mit den üblichen Trump: Böse-verrückt-usw. Hilfskonstrukten.
Und ja – es ist eine Verschwörungstheorie – ich gehe davon aus, dass sich die führende Oligarchenclique gegen den Rest der Welt zusammengetan hat, um ein technisiertes Mittelalter aufzubauen.
Das sind vor allem die Transhumanisten vom WEF, die sich gerade alle mit dem Who´s who in Davos treffen.
Und das sind eben nicht nur bedeutende Leute des Westens anwesend.
Man kann auch froh sein, wenn die Bandidos den Hell’s Angels ein Territorium streitig machen, weil sie selbst dort den Menschen-, Drogen- und Waffenhandel übernehmen wollen und Big Red verdientermaßen mal eine auf’s Maul kriegt.
Muß man aber nicht.
Gar nicht so übel der Vergleich 👍 💪
Routard: „nur bei Trump verstehen sie nicht, dass es dort um einen mörderischen Kampf um die Weltherrschaft geht, den Trump und seine Anhänger im allerletzten Moment noch gestoppt haben …“
Das ist Unsinn. Trump hat den „mörderischen Kampf um die Weltherrschaft“ nicht gestoppt, sondern lediglich Strategie und Taktik geändert, da in liberaler Manier der US-Demokraten das nicht mehr möglich erschien – gegen Russland und China anzukommen.
Dass keiner mehr durchblickt ist doch beabsichtigt. Auch das destruktive Vorgehen von Trump hat System, um Gegenreaktionen zu provozieren, die er als Anlass nimmt, weiter zu eskalieren, und seine Macht auszubauen. Das läuft innenpolitisch in den USA offensichtlich so. Und Trump ist jetzt nicht so kompliziert gestrickt, dass er sich außenpolitisch ein gänzlich anderes Verhaltensmuster zulegen würde.
Der Raubtierkapitalismus entledigt sich jeder zivilisatorischen Schranke. Trump ist zugute zu halten, dass er das zwar brachial, aber „offen und ehrlich“ durchzieht. Die US-Demokraten sind nicht grundsätzlich anders. Sie machen es nur versteckter und „intelligenter“.
Ich glaube dass die KI eher zur Verblödung beiträgt, mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
Das fing aber schon mit dem Taschenrechner an weil viele Leute selbst ein falsches Ergebnis nicht mehr überschlägig erkannt haben.
Kontrolle!
Die KI wird über kurz oder lang genau so wie die CBDC´s unser Ende besiegeln.
Die Menschen finden ja jetzt schon nicht mehr ohne Navi nach Hause, so fern sie noch eines haben… 😦
Thomas Hobbes
https://www.youtube.com/watch?v=MKK_F0VZxF8&t=353s
vs.
Spinoza
https://www.youtube.com/watch?v=C5d4JxvoOvo
Aus dem Interview spricht die Hoffnungslosigkeit zweier alter, weißer Männer, die die Welt nicht mehr verstehen, deren bisheriges Weltbild zusammengebrochen ist. Weil viele Altlinke, Linksliberale ebenso diese Hoffnungslosigkeit ausstrahlen, deshalb finden sie auch immer weniger Anhänger.
Ich langweile jetzt die Gemeinde hier mit Dingen, die ich schon oft gesagt habe, die aber trotzdem richtig sind. Die alte Weltordnung zerbricht, die neue Weltordnung liegt in den Geburtswehen. Wir leben im Zeitalter der Monster. Warum verstehen die zwei alten Männer diesen Gedanken des italienischen Marxisten Antonio Gramsci nicht? Weil der Spruch schon 100 Jahre alt ist?
Die westlich dominierte Weltordnung liegt im Sterben, aber die neuen, antikolonialen Mächte des globalen Südens sind noch zu schwach und die neue Weltordnung schnell durchzusetzen. Das ist ein antikolonialer Gedanke, den man vielleicht nicht verstehen kann, wenn man in einen Land lebt das aus kolonialrassistischen Gründen ein anderes Volk auslöschen will?
Die USA spürt ihren Niedergang und Trump ist der Manager des amerikanischen Abstiegs. Er hat jede demokratische Vertuschung fallengelassen und zeigt offen das wahre Gesicht des US-Imperialismus, das dieser bisher nur bemäntelte. Für diese Offenheit müßte die Welt Trump doch dankbar sein? Er zerreißt das eigene, imperiale propagandistische Lügengebäude und die Welt sieht, der Kaiser ist nackt. Das ist im Grunde schon – sehr verkürzt – die ganze Analyse.
Was die KI betrifft empfehle ich einen Blick nach China zu werfen. Dort verdummt niemand durch den Einsatz von KI. Selbst alte Leute in China sind digital besser drauf als westliche Jugendliche. In China werden die ethischen Probleme der KI, die man hier beklagt, diskutiert. Während die Jugend des Westens im Bildungsnivaeu absinkt, studieren chinesische Jugendliche fleißig und mit Elan, weil sie spüren, sie haben eine bessere Zukunft noch vor sich. Wenn man in der deutsch/israelischen Blase lebt, die Welt nur aus Büchern kennt, dann steht man diesen neuen Entwicklungen ratlos gegenüber..
Das Gespräch der beiden ist auch voller Selbstmitleid, zeigt die Depression verwirrter Altlinker in einer Abstiegsgesellschaft. Warum sollte ich mir deshalb dieses kleine Büchlein kaufen?
Stimmt schon.
Aber das Sterben ist nunmal ein lebenslanger Prozess.
Ja, das Sterben ist eben die Zeit der Monster
@Naomi
Die Macht de Kapitals ist ungebrochen. In der Welt herrscht immer noch der Kapitalismus mit seinem Kapital, das sich in den USA ansammelt. Die superreichen Techgiganten des Silicon Valley versprechen große Gewinne und zieht so das „überflüssige“ Geld der Welt an, was ihnen eine unvorstellbare Macht gibt, in deren Bann auch Trump steht – womöglich ist er auch nur deren Marionette.
https://www.nakedcapitalism.com/2026/01/greenland-and-irrational-responses-to-the-crisis-of-capital-accumulation.html
Die westlich dominierte Weltordnung liegt noch nicht im Sterben, denn sie beginnt gerade erst sich neu zu formieren. Sie besitzt immer noch eine gewaltige Macht um sehr viel Unheil in der Welt anzurichten. Man sollte davon ausgehen, dass Trump das auch tun wird. Die Tech-Giganten erhoffen sich im dann entstehenden Chaos mehr Einflussnahme in der Welt. Bestehende staatliche Restriktionen sind ihnen ein Hindernis für ihre ungehinderte Einflussnahme. Sie streben danach außerhalb von Staaten ihre eigenen Reiche nach ihren privaten Ideen zu gründen. Leider stehen sie mit ihrer Ablehnung und dem Zerschlagen von Staaten nicht allein, wie man auch hier im Forum sieht.
Das ist alles bedingt richtig.
Nur ist m.E. der humane Einsatz von KI selbst in China keine Selbstverständlichkeit.
Die wollen auch die totale Kontrolle, CBDC´s und vor allem einen strake Staat.
Und genau das verleitet immer zu Korruption anstelle zur Selbstbestimmung, weil, der Staat dann das Gewaltmonopol bei ein paar Wenigen inne hat.
Ach Kleiner, du bist wie immer goldig!..lach
Ein starker chinesischer Staat ist notwendig um den chinesischen Kapitalismus zu zügeln und seine Bewohner vor der Aggressivität der Langnasen zu schützen.
Während man hierzulande die KI ungläubig bestaunt und fürchtet, wie den ersten Zug von Fürth nach Nürnberg, sollen sich ein paar Chinesen schon in eine KI verliebt haben. Um sowas zu vermeiden gibt’s jetzt ein Gesetz wonach eine KI deutlich als solche aufzutreten hat und nur einfache, sachliche Fragen beantworten soll. DeepSeek ist seitdem sehr einsilbig geworden…..
Versteh‘ ich nicht: Entstanden in der Welt sind offenbar weder die Arbeits- und Besitzverhältnisse, noch der überflüssig gewordene Zwang, sich zu ernähren, denn diese sind ja gegeben, sondern was?
Dieses Buch werde ich bestimmt nicht lesen. Der Trump-Hass hat all ihre Erinnerungen verbrannt an die Zerstörung Jugoslawiens, Libyens, des Irak und Syriens, den jahrzehntelangen Afghanistankrieg, den Putsch in Ägypten und den in der Ukraine und die Provokation des Ukrainekriegs, und die Schweinereien in Afrika usw., und hat ihre Gehirne zu einer trostlosen Wüste gemacht.
Wir wissen ja, dass ihr alles schlecht findet, was Trump macht, aber er kann wirklich nichts dafür, dass die Israeliten und die Ukronazis weiter ihre Kriege führen wollen.
Nein davon wollen wir uns nicht ablenken lassen, auch wenn ihr Hobbes und Hegel zitiert, wobei ihr letzteren wahrscheinlich gar nicht gelesen habt, denn vom Weltgeist seid ihr wirklich nicht beseelt.
In meiner Arme, Beseelter, zum Trost!
Wenn man von der Hoffnung der Höherentwicklung der Menschheit ausgeht, was ich tue, blickt man über aktuelle Verwirrungen und Rückschläge hinaus, oder versucht es, und hat notwendiger Weise einen größeren Zeithorizont vor Augen. Denn das was aktuell abzusehen ist, ist nur Niedergang und Rückschlag – auf jedem Fall im Westen.
Neben objektiven Fakten der Höherentwicklung in der Geschichte, wie immer höherer Organisationsgrad immer größerer Menschengruppen, sei es in Staaten, sei es in weltweiten Konzernen oder Netzwerken, und der allgemein immer größer werdenden Beherrschung der Naturkräfte, gibt es Aspekte der Entwicklung, die von verschiedenen Menschen und Gruppen verschieden bewertet werden. So ist die Vermassung der Menschen und Steuerung immer größerer Gruppen durch Wenige für die Wenigen sicher eine positiv gesehene Entwicklung, für andere nicht. (Mit dem Corona-Regime wurde da anscheinend ein singulärer Höhepunkt erschaffen – wobei das Mittun von China von hier aus aber nicht so eindeutig zu beurteilen ist.)
An der Stelle setzt also notwendig ein persönlicher Glaube, ein Standpunkt, eine individuelle Stellungnahme ein, wie das Geschehen zu beurteilen ist. Für mich, und nicht nur für mich, ist der Ansatzpunkt dafür der Ruf der Aufklärung, die Erklärung, dass man aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit austreten solle, indem man sich ohne Anleitung (das impliziert: als erwachsen Gewordener; denn Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene müssen erst einen Verstand durch Erziehung, Lehre und Lebenserfahrung ausbilden, eine Selbstverständlichkeit, die heute in der allgemeinen Verdummung (und Spaltung) in Abrede gestellt wird) seines Verstandes selbst bediene.
Von dieser Warte aus ist die nächste Aufgabe der Menschheit die, sich von der durch großen Geldeinsatz mittels Propaganda geschaffenen großflächigen und langanhaltenden Verblendung zu befreien. Diese nächste Aufgabe ist ikonoklastisch, denn die Verblendung wird durch die Berufung auf künstlich aufgebaute Idole und von denen verkündete, angeblich letztgültige Wahrheiten aufgebaut. Wobei die Idole Agenten oder auch missbrauchte Denker gewesen sein mögen. Für den Endeffekt spielt das keine Rolle. Und es geht ja auch nicht um Schuldzuweisung oder Verdammnis, sondern einzig darum, diese Idole von ihren Sockeln zu stoßen um endlich wieder einen freien Blick auf das Denkmögliche zu erlangen.
Natürlich geht es dabei um jene Köpfe, die den größten Einfluss auf das heutige Denken, unser heutiges Weltbild haben, die da (für den Westen) zB sind:
Malthus (Überbevölkerungs-Angst, Wille der Einflussnahme auf die Fertilität anderer)
Darwin (Leben als Kampf, angebliches Naturrecht des Erfolgreichen, Eugenik)
Marx (Feindschaft zwischen Arbeitern und Arbeitsplatz-Schaffenden, Verächtlichmachung von Spiritualität, Spaltung)
Koch (Fehlleitung im Gesundheitswesens, Quacksalberei des „Impfens“)
Einstein (höchste Ikone der sich immer stärker zementierenden „Wissenschaftskirche“ als angeblicher Quell letztgültiger Wahrheiten und angeblicher Garant für die Schaffung des Paradieses auf Erden)
Freud (Untergrabung der Eigenverantwortung, Individuum sei Unterworfener und Opfer seiner „Psyche“, Übersexualisierung)
…
um nur ein paar Beispiele zu nennen.
ALLE breit durchgesetzten angeblichen Gewissheiten ALLER „großen Geister“ mindestens seit dem 18. Jahrhundert müssen neu hinterfragt werden um aus der aktuellen Misere herauszukommen.
Und die Mittel und durchschlagenden Wirkungen und die daher übergroße Bedeutung der modernen, ausgefeilten, wisssenschaftsbasierten, mit viel, viel Geld betriebenen, auf jeden, auch Kinder, abzielenden Propaganda muss verstanden werden.
Die Großmächte blockieren sich gegenseitig. Deswegen geht gar nichts mehr. Im Kalten Krieg konnte man trotz ähnlicher Konflikte durchaus noch miteinander reden.
Das soll eine Beschreibung der Vereinten Nationen ein? Gegenseitige Blockade war und ist ja gerade Versuch und Sinn des Sicherheitsrates. Und natürlich reden die miteinander, wieso ist denn sonst Bewegung in den Ukrainekrieg gekommen.
Das Gespräche ist wirklich ein wenig zu pessimistisch.
Ich lese Florian Rötzer immer wieder gerne, weil er ein guter Recherchierer ist, Fakten, Sichtweisen, Varianten und Interpretationen beschreibt, die dem Mainstream widersprechen. Das lässt mich daran glauben, dass die Geschichte nicht zu ende ist.
Ein kurzes Wort zum „postfaschistischen Manifest“ von Routard, das auch seine Ergänzung durch Ratze einschließt.
Warum nenne ich es „postfaschistisch“? Weil sein Kernargument ein Revival der Konstruktion des ‚Joden‘ ist:
Routard’s ‚Jode‘ ist nicht der geborene Schädling, wie im Falle des Hitlerismus, vielmehr ein eingefleischter Schädling, deshalb wäre es völlig daneben, von „Antisemitismus“ zu reden. Doch abgesehen vom vordergründigen Rassismus des 19. Jhd. ist das Konstrukt dasselbe, der Schädling soll zwar nicht im Schoss „des Volkes“, aber an seinem Busen wuchern, am:
Dies „Modell“ ist nicht weniger fiktiv und identitär, als das nationalsozialistische Konstrukt einer völkischen Rasse, schematisch entspricht es dem jakobinischen Ideal völkischer Staatstugend, und folgerichtig ergänzt Ratze es mit dem Verlangen, die Produkte bürgerlicher Untugend aus dem völkischen Leben auszumerzen.
Nun, tatsächlich sind die sog. „Globalisten“ schlicht und banal Agenten des Weltmarktes, doch in dieser Eigenschaft stehen sie nicht gegen „Nation“ und „Volk“, sondern an deren Spitze, weil bürgerliche Staaten im Imperialismus gewordenen Kapitalismus Agenturen des Weltmarktes sind.
Das sind die Staaten übrigens nicht erst seit gestern oder – was ein plausibler Irrtum wäre – seit 1949, vielmehr seit der Zeit des Absolutismus und europäischen Kolonialismus, wenngleich noch feodal „verschmutzt“, während die bürgerliche Reinform im amerikanischen Bürgerkrieg auf die Welt gebracht wurde.
Worin besteht dann aber abseits der territorialen Herrschaftskonstrukte, die Resultat der Kriegshandlungen seit der Zeit des europäischen Kolonialismus und Absolutismus gewesen sind, ein „Weltmarkt“?
Im Geld. In der dinglichen Gestalt abstrakten Reichtums, wie er Produkt kapitalistischer Ausbeutung der Arbeitskraft ist, ausführlicher vorgestellt in einem älteren Kommentar von mir:
Ja, davon bin ich fest überzeugt.
Das Völkerrecht, als Wort, war immer eine Illusion.
Denn diese Welt, hatte niemals ein recht für die Bevölkerung vorgesehen.
Alle historischen Überlieferungen zu Imperien,haben alles bestätigt. Es geht einzig allein darum, dem Kapital eine neue Chimäre vorzustellen. Trump und sein ‚Nanoinvestment‘, von irgendwelchen Forderungen, erbringt eine enorme Bereicherung am fiktiven Markt.
Das eine Prozent bedient sich an der ideodiet der Massen….
Ich verweise hier nochmal auf das Manifest von Theodore Kadschinsky: https://archive.org/details/Kaczynski-Die_Industrielle_Gesellschaft_Und_Ihre_Zukunft
Einfach. weil er Recht hat, oder auch nur mal als Gedankenmodell…
Verblödung ohne KI:
https://www.berliner-zeitung.de/news/eu-kommission-verbot-chinesischer-technik-in-it-netzen-geplant-li.10015119
Na dann gibt’s hier nur Ami Tech und Ami KI denn außer verbieten können die deutschen Fürsten doch nichts, schon gar nicht eine eigne KI, eigene Tech-Konzerne aufzubauen. Das können nur Amis und Chinesen
Zur Frage zum Titel:
Wir erleben wie KI und Mensch sich durch diese Propaganda, selber vernichtet.
Die alten gegen die jungen Generationen.
Der große ‚Freund’von der anderen Seite im Atlantik, ist auf der Zielstrecke fast im Abgrund.
Die Trompete verkündet, sie sei Groß,aber letztendlich, bettelt die Trompete,um Hilfe nach ihrem Sturz. Das Resultat der künstlichen geschaffenen Realitäten, wird verpuffen, da der Westen nicht seine Fiatwährungen mit künstlicher Intelligenz am Leben erhalten kann.
Und dann macht es aufeinmal peng, wir sind verloren worden über den Gelehrten Egoismus ….
Gesellschaften so zu vernichten, wie es in der Vergangenheit getan wurde, wird sich Übel auswirken.