»Oh ja, ich war bekennender Materialist!«

Betende Hände
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Vom Materialisten zum Grenzgänger zwischen Physik und Metaphysik: Gerd Ganteför wagt den Bruch mit dem naturwissenschaftlichen Zeitgeist.

Im Gespräch mit Roberto De Lapuente über sein neues Buch spricht er über die Rolle von Information im Universum, die Unsicherheiten der modernen Physik – und die überraschenden Schnittmengen zwischen Wissenschaft und Religion.

 

De Lapuente: Herr Ganteför, für einen Physiker vernimmt man von Ihnen dieser Tage erstaunliche Aussagen. Sie seien nicht mehr atheistisch, wie Sie es einst waren, sondern sehen heute eine Synthese aus Religion und Naturwissenschaften für notwendig an. Wie nimmt denn Ihre Disziplin auf, dass da einer der Ihren einen Gott vermutet?

Ganteför: Herr Lapuente, für den Nicht-Physiker mögen meine Aussagen erstaunlich klingen, weil Menschen, die nur über die deutschsprachigen Medien etwas von Physik oder den Naturwissenschaften insgesamt gehört haben, denken, dass das Weltbild der Physik ein rein materialistisches ist. Es sind die Maschinisten unserer Kultur, die die Leitmedien betreiben. Hinzu kommt, dass Physiklehrer und -lehrerinnen den Schülern nur das, was in den Lehrbüchern steht, beibringen dürfen. Das ist aber nur die Oberfläche und nicht der wirkliche Kern der Physik. Ähnlich wie beim Klima wird auch hier die Naturwissenschaft von einer politischen Ideologie missbraucht. Diese Ideologie hält Religion für das Opium des Volkes. Dazu gehört alles, was auch nur entfernt an Metaphysik erinnert. Daher ist die breite Mehrheit in Deutschland der Meinung, das Universum sei eine riesige Dampfmaschine, die im Urknall zündetet und seither dem Kältetod entgegentorkelt. Leben kann es in einer Maschinenwelt nicht geben. Dass es Leben auf der Erde gibt, muss nach diesem Weltbild also ein extrem unwahrscheinlicher Zufall sein. Wenn jemand etwas Anderes behauptet, wird er als Spinner abgetan. Kollegen und Kolleginnen aus der Physik stehen dabei unter besonderer Aufsicht.

De Lapuente: Sprich: Dieses Weltbild ist lebensfeindlich und geistlos?

Ganteför: Tatsächlich ist das, was ich in meinem neuen Buch sage, eine moderne Version der kosmischen Religiosität von Albert Einstein. Modern deshalb, weil wir neue experimentelle Ergebnisse haben, die zumindest in meiner Interpretation den Ansatz von Albert Einstein unterstützen. Unser Universum ist nicht geistlos. Nur die Ideologie des deutschsprachigen Mainstreams ist geistlos.

»Die Physik folgt in breiter Front immerzu dem Mainstream«

Der neue Ganteför ist da! Unbedingt bestellen!

De Lapuente: Sie erklären, ich vereinfache jetzt mal, dass die Naturwissenschaftler im Laufe der Zeit vieles entdeckt hätten, nie aber einen Beleg für die Existenz Gottes vorlegen konnten, weswegen für sie klar war, dass es eine solch absolutes Wesen nicht geben könne. Ist denn alles, was die moderne Physik heute annimmt, immer auch belegbar? Anders gefragt: Steckt nicht auch in der Physik ein Stück weit die Bereitschaft, das zu glauben, was das Fach als gegeben annimmt?

Ganteför: Auch die Physik wird vom Zeitgeist beeinflusst. Es ist fast unmöglich, sich von dem, was der Mainstream als gegeben annimmt, zu lösen. Auch muss man, wenn man neue Thesen aufstellt, die dem Mainstream widersprechend, im Job als Wissenschaftler große Nachteile in Kauf nehmen. Mir ging es so, als ich mein erstes Buch »Klima. Der Weltuntergang findet nicht statt« veröffentlichte. Es ist das Ergebnis meiner umfangreichen Vorlesung Energie und Klima. Meine These ist, dass durch zwei oder vielleicht drei Grad Erwärmung die Menschheit natürlich nicht aussterben wird. Wir haben ein Problem aber es ist nicht existenziell. Das erschien mir selbstverständlich. Es hat mich dann vollkommen verblüfft, mit was für einer emotionalen Ablehnung ich von innerhalb und außerhalb der akademischen Welt konfrontiert wurde. Jetzt habe ich ein Buch geschrieben, indem ich vorsichtig andeute, dass etwas im materialistischen Weltbild vielleicht nicht richtig ist.

De Lapuente: Auch in Ihrem neuen Buch widersprechen sie dem Zeitgeist …

Ganteför: Ja, und prompt gibt es im vornehmlich atheistischen deutschsprachigen Raum wieder einen Grund zur Aufregung. Ich verstehe das nicht. Sind wird jetzt aufgeklärt oder folgen wir noch immer Dogmen wie im Mittelalter? Jedenfalls haben Sie mit Ihrer Frage Recht: Die Physik folgt in breiter Front immerzu dem Mainstream und lehnt genauso wie jede andere Gruppe in der Gesellschaft alles ab, was den althergebrachten Dogmen widerspricht. Aber Innovation kommt immer von den Querdenkern. Und »Querdenker« ist heute in Schimpfwort in Deutschland. Die Folge ist, dass Europa und allen voran Deutschland in Forschung und Entwicklung kaum noch mithalten können. Besonders deutlich wird es bei der KI. Dort sind uns die USA und China meilenweit voraus. Mich stimmt das traurig.

De Lapuente: Sie erteilen dem rein materialistischen Weltbild eine Abfuhr. Waren Sie einst bekennender Materialist? Und falls ja, was hat Sie umdenken lassen?

Ganteför: Oh ja, ich war bekennender Materialist! Ich habe Vorträge darüber gehalten, dass unser Gehirn nach den materialistischen Naturgesetzen funktioniert. Unser Bewusstsein sei nicht anders als ein energiesparender sehr langsamer Prozessor. Die Vorträge kamen nicht gut an, obwohl ich alles belegen konnte. Aber ich hatte damals längst nicht so viel Ahnung von Physik. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, wie viel es ist, was die Physiker nicht erklären können. Und ich habe noch länger gebraucht, um wenigstens die Grundzüge der Quantenphysik zu »begreifen«. Verstehen sie mich recht: den mathematischen Apparat musste ich schon ganz zu Beginn meiner Zeit als Universitätsprofessor in den Vorlesungen den Studierenden nahebringen. Aber die Formeln sind vergleichsweise einfach: Man muss nur die Regeln kennen. Dass heißt aber nicht, die Quantenphysik wirklich zu verstehen. Wie kann ein Teilchen sowohl ein Teilchen als auch eine Welle sein? Was sind Materiewellen? Und was bedeutet Verschränkung?

»Ich glaube inzwischen, dass es eine geistige Komponente im Universum gibt«

De Lapuente: Ich bin da ratlos, Herr Ganteför …

Ganteför: Nach langem, langem Nachdenken habe ich verstanden, dass das alles mit Information zu tun hat. Information sollte es aber nur in der belebten Natur geben – dachte ich zumindest. In der Quantenphysik spielt sie aber eine entscheidende Rolle in der unbelebten Natur. Das passte überhaupt nicht zu meiner Vorstellung, was Information ist. Information braucht einen Sender und einen Empfänger. Und beide sollten die Information »verstehen«. Wie kann es also Information in der unbelebten Natur geben? Es gibt sie aber und sie ist sogar von fundamentaler Bedeutung. Information ist so etwas wie Geist und da fing ich an, am materialistischen Weltbild zu zweifeln. Es gibt irgend etwas in unserem Universum, dass mir regelrecht unheimlich vorkommt. Was es ist, kann ich nicht sagen. Aber es ist immateriell und jenseits von allem, was wir auch nur ansatzweise verstehen können. Wir sind wie ein Hund, der ein Buch entdeckt und partout nicht versteht, was es mit den schwarzen Klecksen auf den weißen Seiten auf sich hat.

De Lapuente: Die Altvorderen Ihres Faches, nehmen wir nur mal Isaac Newton, Werner Heisenberg oder Max Planck, waren durchaus gläubige Leute. Würden Sie sagen, diese Herren waren intellektuell weiter als jene, die nach ihnen kamen und vollauf im Materialismus aufgingen?

Ganteför: Geniale Forscher wie Isaac Newton, Werner Heisenberg oder Max Planck haben die Physik in gewaltigen Sprüngen weitergebracht. Ihre Bedeutung kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Newton wird die Aussage zugeschrieben: »Wenn ich weiter gesehen habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.« Die Physiker und Physikerinnen sind heute in der großen Mehrheit stromlinienförmig an den Zeitgeist angepasst. Wären sie es nicht, bekämen sie keine Forschungsmittel oder jedenfalls sehr viel weniger. Auch die großen Vordenker wie Albert Einstein hatte mit ihren neuen Ideen zu ihrer Zeit große Probleme bis hin zu Androhung von Gefängnis oder Schlimmeren. Im Mittelalter drohte sogar der Scheiterhaufen. Ob die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute intellektuell weiter sind als damals, kann ich nicht sagen. Aber jedenfalls waren und sind die Vordenker sehr mutig – zu jeder Zeit. Fast bin ich versucht zu sagen: und ganz besonders in Deutschland.

De Lapuente: Wie beschreibt der Physiker Gott?

Ganteför: Wie ein Physiker Gott beschreibt, kann ich Ihnen nicht sagen. Es gibt allerhand gläubige Kollegen und Kolleginnen, es gibt Buddhisten und es gibt überzeugte Atheisten unter uns. Dann gibt es noch Variationen, die ich nicht so richtig einsortieren kann: Agnostiker, Pantheisten usw. Ich kann nur für mich sprechen: Ich glaube inzwischen, dass es eine geistige Komponente im Universum gibt, die allumfassend ist und von deren wahrer Natur wir keine Ahnung haben. Entweder wissen wir noch nicht genug über unsere Welt und können uns mit der Zeit dem Verständnis dieser geistigen Ebene unserer Wirklichkeit etwas mehr annähern. Oder diese Komponente wird für immer unserem Geist verschlossen bleiben, weil sie zu fremdartig ist, jenseits der Zeit existiert und möglicherweise sogar höherdimensional ist. Diese Wesenheit oder Entität ist dafür verantwortlich, dass es unser Universum gibt, denn ohne sie gäbe es unsere Naturgesetze und Naturkonstanten nicht. Ohne sie gäbe es auch keine Zeit.

»Die christliche Ethik ist die Grundlage unserer europäischen Gesellschaft«

De Lapuente: Wie zeigt sich Ihnen diese Entität?

Ganteför: Ich habe sie in meinem Buch »Informationsfeld« genannt, und möglicherweise ist dieses Informationsfeld sogar identisch mit dem Universum selbst. Materie, Energie und Zeit sind nur Ausformungen dieses Feldes. Es gibt von John Wheeler den Ausspruch »It from Bit«. Er bedeutet, dass Information möglicherweise die Basis allen Seins ist. Diese Vorstellung bedeutet auch, dass ich diesen Gott der Physik nicht ansprechen kann. Er greift auch nicht in unser Leben. Es ist kein Übervater, denn der alte Gottesbegriff ist nur allzu menschlich. Das eine, was ich gelernt habe, ist, dass es eine allumfassende Wesenheit gibt, die uns total fremd ist. Aber es gibt auch etwas Positives: Wenn diese Wesenheit Information ist, dann ist unser Bewusstsein, das die höchste Konzentration von Information im unser bekannten Teil des Universums darstellt, auch Teil dieser Wesenheit und in gewisser Weise unsterblich. Denn es gibt einen Informationserhaltungssatz.

De Lapuente: Wie sieht für Sie die schon angesprochene Synthese aus Religion und Naturwissenschaften aus?

Ganteför: Ich denke, beide Lager, die Naturwissenschaft und die Religion, müssen sich zunächst von ihren Dogmen lösen. Die Naturwissenschaft muss Metaphysik zulassen und erkennen, dass ihre auch Weltsicht von Zeitgeist geprägt ist, der im Augenblick einer materialistischen Ideologie folgt. Es ist eine Ideologie und keineswegs die »Wahrheit«. Die Religion – und hier kann ich nur für die christliche Religion sprechen – muss ebenfalls von ihren Dogmen abrücken. Die Texte in der Bibel sind menschengemacht. Es sind Gleichnisse und Erzählungen, die keineswegs etwas beschreiben, was wirklich geschehen ist. Wir brauchen eine moderne Form eines säkularisierten Christentums. Es muss eine Trennung zwischen dem christlichen Glauben und der christlichen Ethik erfolgen. Dem Glauben, wie er in der Bibel niedergeschrieben ist, kann man anhängen oder nicht, aber die christliche Ethik ist noch immer die Grundlage unserer Gesellschaft. Stichworte sind zum Beispiel die Nächstenliebe und das Verzeihen. Nur mit dieser christlichen Ethik haben wir eine Chance, den nächsten Weltkrieg, der Europa auslöschen wird, zu verhindern. Die christliche Ethik ist die Grundlage unserer europäischen Gesellschaft und ohne diese Grundlage wird unsere Kultur verschwinden. Mit oder ohne Krieg. Die eigentliche Synthese geschieht dann durch eine Reduktion beider Weltanschauungen auf ihre abstrakten Grundlagen. Diese sind sich tatsächlich verblüffend ähnlich. Ich habe diese Reduktion auf einige wenigen Aussagen versuchsweise für beide Weltanschauungen durchgeführt. Für die abstrakten Grundaussagen des Christentums gilt: Es gibt ein höheres Wesen, das die Welt erschaffen hat. Gott ist allumfassend und ewig. Die wahre Natur Gottes entzieht sich unserem Verständnis. Wir haben eine Seele. Sie ist etwas Göttliches und ewig. Gegenübergestellt die abstrakten Grundaussagen der Physik: Es gibt eine immaterielle Komponente und sie erzeugt unsere Wirklichkeit. Sie ist allumfassend und ewig. Ihre wahre Natur liegt jenseits unseres Verständnisses. Unser Bewusstsein ist Teil dieser immateriellen Komponente.

De Lapuente: Warum ist Ihnen diese Verquickung von Religion und Wissenschaft so wichtig, Herr Ganteför?

Ganteför: Eine Gesellschaft braucht einen Kitt, der sie zusammenhält. Über die letzten 2.000 Jahre war dies in Europa das Christentum. Heute sind die Europäischen Gesellschaften und allen voran Deutschland dabei, von innen zu zerfallen. Man nennt diesen Prozess Tribalisierung: Die Gesellschaft spaltet sich in verfeindete Gruppen und fällt zurück in den Zustand einer steinzeitlichen Stammesgesellschaft. Symptome des Zerfalls sind ein überbordender Egoismus, die Zunahme von Lügen und die Ausgrenzung ganzer Teile der Bevölkerung. Es sind Symptome des Niedergangs. Mein Vorschlag, die Naturwissenschaft mit der christlichen Religion zu versöhnen, ist ein Versuch, diesen Zerfall aufzuhalten.

 

Prof. Dr. Gerd Ganteför, geboren am 3. November 1956, studierte von 1977 bis 1984 Physik an der Universität Münster und promovierte 1989 an der Universität Bielefeld im Bereich Nanotechnologie. Diesem Gebiet blieb er sowohl als Postdoktorand in den USA als auch während seiner Habilitation am Forschungszentrum Jülich treu. 1997 wurde er an die Universität Konstanz berufen, an der er bis zum Ende seiner Dienstzeit 2022 forschte und lehrte. Seither widmet er sich der Leitung seiner Consulting-GmbH mit Sitz in Kreuzlingen im Thurgau.

Redaktion

Redaktion
Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
Mehr Beiträge von Redaktion →

Ähnliche Beiträge:

36 Kommentare

  1. Schöner Kategorienfehler. Es ist gar nicht Aufgabe eine Physikers lebende Systeme zu beschreiben. Da hätte er sich was anderes suchen sollen. Das selbe gilt übrigens für Mathematiker die ihren Kram komme was wolle auif die reale welt übertragen wollen und sich dann darüber wundern, dass dort ihre Modell ständig scheitern. Jetzt soll der Ausweg Religion sein und Hegel applaudiert aus seinem Grab. Naja, noch eine Generation, dann sind wir sowieso in Idiocrazy angekommen.

  2. Seit mindestens 1 Mio Jahre erkennen Geister in Gestalt des homo erectus (sapiensis) sich selbst in den Stoffen wieder, von denen sie sich nähren, mit denen sie umgehen, die sie bearbeiten, aus denen sie bestehen.
    Und nun, da diese Informationen zu den Formen fortgeschritten sind, die sie in den energetischen Phasenräumen und Zustandsgleichungen der Quantenphysik angenommen haben, wird solcher Geist für Herrn Ganteför zum … unbekannten Wesen. Ob er eine Frau hat? Sorry, could not resist.
    Und ja, Legolas Assoziation stimmt: Das ist eine farcenhafte Wiederkehr desjenigen mystizistischen Zuges, welches das System der hegelschen Philosophie auszeichnet. „Information“ wird für Ganteför zum „absoluten Wissen“ – aber nicht länger als ein wissenschaftliches, sondern spirituelles IDEAL.

  3. Stimmt soweit alles, es fehlt aber wieder die Grenze zur Philosophie, das ruft Widerspruch hervor. Ein bekannter Kollege hat diese mal kurz, aber absolut zutreffend so beschrieben:

    „Wir können als Physiker die Natur zwar beschreiben, aber wenn wir wissen wollen, was die Natur eigentlich ist, müssen wir die Philosophen fragen.“

    Dass diese Grenze nicht eindeutig zu bestimmen ist, überrascht nicht. Das zeigt sich schon bei dem Versuch, Kant’s „Ding an sich zu definieren. Ist ein Punkt ein Ding? Diese Frage ist noch philosophischer Natur. Wie sieht es mit einem ausgedehnten Ding (Fläche) aus? Wie mit einem (undefinierten) Körper? … mit einem flüssigen Körper? Ups, jetzt sind wir eindeutig in der Physik gelandet.

    Der uralte Begriff „Weltgeist“ ist mir beim Lesen eingefallen, passt hier richtig gut. Ob man diesen mit einem Gott gleichsetzt, mag jeder halten wie er will, auch wenn das den Theologen nicht gefallen dürfte.

  4. Es ist ungefähr halb off-topic, aber …

    Die Werbung für spiritualistische „Natur“-Mystik ergänzt das gewähren-lassen der Redaktion für Modelle wie „Dr.Klöber“, „Ratzefatz“, „Scheinregen“ und andere im Rahmen der sog. „Forenregeln“. „Overton“ wird zunehmend zur nicht nur nationalkonservativen, nein, neonazistischen und postfaschistischen Kampagnen-Plattform.
    Lohnt freilich nicht mehr, sich darüber aufzuregen. O tempora o mores.

  5. Ach Gott, laßt ihn doch, wenn er sich verbessern kann?
    Der Spruch war eigentlich für Kriegsfreiwillige und Selbstmörder reserviert, aber wenns zutrifft, naja.

  6. Das einzige was bei diesem Ex-Professor OK ist wenn er seine alten Vorlesungen für das Grundstudium wieder aufwärmt. Mit eher mittelmäßigem pädagogischen Talent. Aber seine persönliche Religion öffentlich auszurollen ist schon ganz schön dumm, und der propagierte Deismus ist auch eine ziemlich schale Geschichte.

  7. Für mich ist Geist immer noch an Materie gebunden, auch wenn es nach meinem jetzigen Stand nur mit Leben verknüpft ist d.h. der Geist hängt mit der Reproduktion und Selbsterhaltung von Organismen zusammen. Das ist der Antrieb, der immer noch eine materielle Basis hat. Warum produzieren Sterne komplexere Moleküle und induzieren damit eine Evolution im Universum.

  8. Leider habe ich den Eindruck, dass Overton zur Marketingabteilung von Herrn Ganteför geworden ist. Genauso wie in seinem Klimabuch liesse sich auch hier jedes Argument auseinander nehmen. Ich habe einige Jahre wissenschaftliche Beiträge für den Elsevier und den wissenschaftlichen Springer Verlag begutachtet. Das Manuskript zu diesem hier besprochenen Buch, falls das Interview in etwa dem Inhalt des Buches entspricht, hätte ich umgehend zurückgesandt und die Veröffentlichung abgelehnt.

    Nun gut, es ist ein populärwissenschaftliches Buch und unterliegt keiner strengen Qualitätskontrolle, jeder kann lesen was er will, aber auf so einen Quark werde ich gerne verzichten.

    1. Ich finde die Klimaargumente von Herrn Gantefor gut. Die Gegenargumente sind leicht zu entkräften. „Klimaängste“ sind psychologisch zu sehen.

    2. Ich finde die Klimaargumente von Herrn Gantefor gut. Die Gegenargumente sind leicht zu entkräften. „Klimaängste“ sind psychologisch zu sehen.

  9. „Naturwissenschaftlicher Zeitgeist“ ???

    Naturwissenschaftliches und überhaupt nur rationales und analytisches Denken ist doch seit Jahren massiv auf dem Rückzug!
    Mir, als Naturwisschenschaftler, fällt das seit mind. 20 Jahren auf.
    Niemals zuvor in Deutschland war das naturwissenschaftliche Wissen, gerade auch in den gebildetetn Schichten der Bevölkerung, so gering wie heute (zumindest im Vergleich zum aktuellen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand).

    Man bedenke: In den 1920er Jahren diskutierte die gebildete Schicht in Deutschland über die Bedeutung der damals recht neuen Relativitätstheorie von Einstein.
    Heute fehlen häufig selbst elementare naturwissenschaftliche Grundkenntnisse.
    Das aller Naturwissenschaft zugrunde liegende skeptiche, analytische Denken ist nur selten anzutreffen.
    Die entscheidende Qualität eines Naturwissenschaftlers ist nicht angelesenes Wissen, sondern Verständnis von Zusammenhängen und vor allem ein grundlegender Zweifel.
    Davon ist wenig geblieben.

    Viele Wissenschaftler haben ihre Zunft auch durch ihre freiwillige Prostitution gegenüber der Politik in Verruf gebracht. Die Ergebnisse ihres Denkens und Forschens haben sie an die Wünsche der Politik angepasst (RKI Files) und dieser dadurch quasi den priesterlichen (wissenschaftlichen) Segen gegeben. So konnte die Politik mit dem „follow the science“ den notwendigen politischen Machtkampf um die Massnahmen im Umgang mit dieser „Pandemie“ umgehen.
    Das hat die Wissenschaft leider als Ganzes diskreditiert.

    Der vorherrschende Zeitgeist ist eher ein esoterischer.
    Wo früher noch der Anspruch herrschte, die Dinge zu verstehen und Wissen zu vermehren, sind heute für viele die Grenzen des Wissens interessanter, der Bereich, wo wissenschaftliche Spekulationen und Glaubensvorstellungen vorherrschen.
    Leider begeben sich auch zahlreiche Wissenschaftler auf dieses Feld, da es mehr öffentliche Aufmerksamkeit verspricht. Ich denke da an die TV Sendungen eines Morgan Freeman, der vorzugsweise über Wissenschaftler berichtete, die sich zB mit solchen Konstrukten wie Paralleluniversen und Wurmlöchern beschäftigen. Das sind aber reine Spekulationen, ohne irgendeinen Hinweis, dass es so etwas gibt.
    Ganteför, so sehr ich ihn auch wegen seiner guten Vorlesungen auf youtube zu Klima-Fragen schätze, scheint mir da auch anfällig zu sein.

    Das heutige Weltbild auch vieler in der sog. gbildeten Schicht scheint mir mehr geprägt durch Glauben und Fühlen, als durch solides Wissen. Viele fühlen sich im Innersten verbunden mit dem „Universum“, haben aber wenig kosmologische Kenntnisse über Aufbau und Struktur des Universums.
    Sie sind suchende Seelen und hoffen dann, ihresgleichen in der Natur zu finden.
    Das erinnert mich an Naturvölker, welche sich mit der Seele des Adlers oder des Bären identifizierten. Das sind ja immerhin noch andere Lebewesen. Aber die Strukturen des Kosmos, Sterne und Gasnebel sind aller Wahrscheinlichkeit nach unbelebt. Man könnte genauso gut an die Seele des Sandes an einem Strand glauben.
    Aber ich möchte niemand seinen Glauben absprechen, nur ist das eben keine Wissenschaft. Und eine Vermengung von beidem führt eher zu Vernebelung und Verwirrung, als zu mehr Klarheit.

    Ein weiterer Aspekt: Was man nicht weiß, das muss man Glauben. Und selbst dabei muss man etwas wissen, um zu entscheiden, wem man glauben soll.
    ZB Iran:
    Wie nah ist der Iran an der Realisierung einer Atombombe?
    Weit entfernt und keinerlei Anzeichen dafür, dass er den Bau einer Bombe überhaupt anstrebt (wie vor dem Angriff Trumps die US Geheimdienste und auch die IAEA (Grossi) sagten, oder Wochen und gar nur Tage, wie Netanjahu sagte.

    Auch viele aus unserer sog. gebildeten Schicht wissen nicht, was zum Bau einer Atombombe alles entwickelt und gemacht werden muss und dass dies erheblichen Aufwand und Zeit kostet.
    Fragt man sie zB was beim Uran „angereichert“ werden muss und warum, dann kommt da nichts.

    Mit dem schwindenden Wissen schwindet auch die eigene unabhängige Urteilskraft, auch das Empfinden dafür, was plausibel ist und was nicht.
    Mir scheint das geradezu eine von unseren Regierungen gewünschte Entwicklung.

    Wir nähern uns wieder den Verhältnissen im Mittelalter, wo der Herrscher zum Bischof sagte: „Halt Du sie dumm, ich halt sie arm (ed.: damit sie an Deine Religion glauben)“.
    Zumindest in Corona-Zeiten spielten einige Wissenschaftler, die in den Medien großen Raum erhielten, hierbei die Rolle des Bischofs.

    1. Herbert Pietschmann hat in „Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters“ hergeleitet, dass Naturwissenschaft sich nur mit intersubjektiv mitteilbaren Phänomenen befasst, was sich i. d. R. auf das Messbare beschränkt. Dabei gehen selbstverständlich bedeutende Teile der Wirklichkeit – im Sinne von „dem, was wirkt“ – verloren. Es wäre also nötig, dass Herr Ganteför darlegt, wie sich sein Informationsfeld denn intersubjektiv nachweisen lässt. Ansonsten bleibt es eine durchaus legitime, vielleicht auch interessante Spekulation, hat aber nichts mit Physik zu tun. Eher mit Religion oder Philosophie.

    2. @Coroner

      Wir nähern uns wieder den Verhältnissen im Mittelalter, wo der Herrscher zum Bischof sagte: „Halt Du sie dumm, ich halt sie arm …“

      Wobei die Rolle des Bischofs heute die Medien übernehmen (halt du sie dumm). Anstelle eines autoritären Herrschers haben wir heute eine transatlantische Herrscher-Clique, die sich notgedrungen gezwungen sieht, das Volk ärmer zu machen – eine zwangsläufige Folge des Festhaltens an westlichen Werten (Neoliberalismus nach innen und Neokolonialismus nach außen). Also die seit einiger Zeit propagierte Werte-geleitete Politik, die zu einer starren Ideologie geworden ist – wie im Mittelalter die Religion.

  10. Mir gefällt diese Buchvorstellung und auch der Inhalt.
    Jeder soll glauben an was er möchte, aber jeder Mensch benötigt ein Fundament, um auf dieser Welt zu bestehen.
    Es ist ja ein Witz der Geschichte, das ausgerechnet der Islam, das Christentum und der jüdische Glaube aus. dem ehemaligen Imperium des heutigen Iran entstanden ist.
    Ob Lüge oder Wahrheit, alle Imperien hatten sich zu einer religiösen Werteeinheit identifiziert und danach gelebt.
    Der Materialismus jeder Epoche hat Veränderungen, den weg bereitet, den die Menschheit anscheinend nicht aufgeben möchte. Die Aufgabe vom Materialismus könnte zu einem wahren Erfolg für Zeit, Geist, Gefühl und dieser Erde dazu führen, den Materialismus aufzugeben.

    PS
    Die Waagschale jedes Imperium, war immer das Gold oder anderen Ortes der Preis für einen Sack Reis

  11. RDL:
    „… dass die Naturwissenschaftler im Laufe der Zeit vieles entdeckt hätten, nie aber einen Beleg für die Existenz Gottes vorlegen konnten, weswegen für sie klar war, dass es eine solch absolutes Wesen nicht geben könne. Ist denn alles, was die moderne Physik heute annimmt, immer auch belegbar?“

    Der Unterschied zwischen „Glaube(nsbekenntnis)“ und (wissenschaftlicher) These liegt immer noch darin, dass einer These eine Theorie folgt, die es ermöglicht, diese zu verifizieren oder falsifizieren. In dem Moment, wo der Glaube beginnt, hört das kritische Denken über den Glaube selbst auf, das zeichnet ihn aus.

    Ganteför:
    „Die Physik folgt in breiter Front immerzu dem Mainstream“

    Das ist eine selektive Wahrnehmung. Weiterhin gibt es genügend Thesen, die mehr als exotisch sind und nie bewiesen werden können. Und auch nicht sollen. Sondern nur Effekthascherei bzw. Geldmacherei sind. Die Wissenschaft ist ideologisch gefärbt und beeinflusst. Das ist natürlich richtig, aber ein Allgemeinplatz. Neue Thesen, besonders wenn sie fremdartig sind, schwierig zu verstehen sind und das Potenzial haben, zum Paradigmenwechsel zu werden, haben es immer schwer. Dazu sagte Planck bekanntlich: „Die Wahrheit triumphiert nie, ihre Gegner sterben nur aus.“ Ich schließe mich Planck an.

    Ganteför:
    „Information braucht einen Sender und einen Empfänger.“

    Nein. Das ist kein Informationsmodel, es ist ein Kommunikationsmodel. Dieses ist inzwischen ziemlich überholt. Dazu ein Scherz aus der Systemtheorie: „Kommunikation funktioniert um so besser, je mehr ihr Inhalt gegen NULL geht.“ Es geht zu weit, „Information“ eine Funktion, einen Sinn oder eine Absicht zu unterstellen.

    Ganteför:
    „Es gibt irgend etwas in unserem Universum, dass mir regelrecht unheimlich vorkommt […] Aber es ist immateriell und jenseits…“

    Weil etwas „unheimlich“ ist, ist es ein „Geist“? Und weil etwas nicht verstanden wird, ist es immateriell? Eine sehr subjektive Interpretation.
    „Es gibt mehr im Universum, das noch verstanden werden kann, als bereits verstanden wurde“: Das wäre eines Wissenschaftlers würdig.

    Ganteför:
    „Die Physiker und Physikerinnen sind heute in der großen Mehrheit stromlinienförmig an den Zeitgeist angepasst.“

    Wann war das jemals anders? Es haben immer viele darunter gelitten.

    Ganteför:
    „Diese Wesenheit oder Entität ist dafür verantwortlich,“

    Hier wird die Interpretation zum Glauben, ein bemerkenswerter Fehler.

    Ganteför:
    „aber die christliche Ethik ist noch immer die Grundlage unserer Gesellschaft. Stichworte sind zum Beispiel die Nächstenliebe und das Verzeihen.“

    Warum ist man denn ursprünglich auf diese „Stichworte“ gekommen? Weil Menschen im Gemeinsamen und im Miteinander in der Lage sind, großes zu schaffen und über sich selbst hinaus zu wachsen. Doch lebt der zivilisierte Mensch in anerzogener Konkurrenz und diese Konditionierung nützt nur sehr wenigen, denen aber sehr viel.

    Abschluss:
    Herr Ganteför steht am Ende seines wissenschaftlichen Lebens. Er blickt auf die unvollkommene Physik und ignoriert den ihn umgebenen sozialen Raum, den er auf das Symptom der „Tribalisierung“ reduziert. Seine gewachsene Kritik an der Wissenschaft, am Wissenschaftbetrieb und an Wissenschaftspolitik, an den blinden Flecken des Verständnisses bezüglich der Information ist vollkommen richtig, notwendig, wichtig. Die Antwort, die er erhalten hat – „es ist nicht alles verstehbar“ –, treibt ihn umher. Aber jetzt will er sich mit einem „Geist“ eine Leiter bauen, mit der er die unüberwindbare Mauer des Nicht-Verstehen-Könnens meint erklimmen zu können. Das ist vergeblich.

    Als abschließender Trost: Vielleicht sperrt diese Mauer nicht ein. Vielleicht sperrt diese Mauer nicht aus. Vielleicht steht die Mauer einfach nur dumm in der Gegend herum. Ist einfach nur da. Was soll’s?

    Immerhin, Herr Ganteför zweifelt und das ist absolut respektabel.

    1. In der Quantenmechanik zeigen zwei miteinander verschränkte Teilchen korrelierte Eigenschaften, sodass die Messung des einen Teilchens unmittelbar Informationen über den Zustand des anderen liefert, ein Phänomen, das häufig im Rahmen der Quanteninformation als Ausdruck nicht‑lokal gespeicherter Information interpretiert wird.
      Es ist dabei nicht zwingend, aber auch nicht vermessen, das Verhalten verschränkter Teilchen primär als ein Informationsphänomen zu interpretieren, da jenseits der gemeinsam verfügbaren Quanteninformation keine lokal realistische Erklärung für ihre Korrelationen existiert.

      1. Von dem Phänomen „spukhaften Fernwirkung“ oder auch Quantenverschränkung auf ein trans- oder metadimensionales Bewusssein zu schließen (Ganteförs „Geist“), ist aber doch ein wenig verfrüht, oder?

        1. Ich wollte lediglich auf den Informationsbegriff eingehen, den der Vorredner verworfen hat. Meine Annahme ist, dass Prof. Ganteför sich auf dieses Phänomen bezieht.

          1. Das wurde auch so verstanden, die Information sollte nicht über Bord geworfen werden. Alles weitere hat im nächsten Post @Klau-Die skizziert. Es macht einen Unterschied, versuchen zu erklären, wie eine Informationübertragung oder -darstellung funktioniert, oder Information durch eine immanente Funktion zu definieren. Das eine ist eine Beschreibung, das andere eine Zuschreibung.

      2. Jede Änderung des Wertes einer physikalischen Größe, aus welchem Grund auch immer, kann als Information interpretiert werden. Im Grunde taugt so jede physikalische Größe als Informationsträger. Das ist Binse und der Rest ist ganteförsches Informationsgeschwätz.

        Verschränkte Teilchen haben zwei Eigenschaften die sie faszinierend für Anwendungen zur Informationsübertragung machen.

        Zum einen lassen sich ihre Quantenzustände unabhängig vom Ort auslesen. Eine Informationsübertragung erfolgt instantan, d.h. schneller als die Lichtgeschwindigkeit. Da beide über einen gemeinsamen Quantenzustand beschrieben werden kann, führt dessen Änderung bei einemTeilchen auch zur instantanen Änderung beim anderen Teilchen.

        Der gemeinsame Quantenzustand ist zudem Abhörsicher. Jeder Versuch den Quantenzustand irgendwie auszulesen, führt gemäss der Heisenbergschen Unschärferelation zur Zerstörung des Quantenzustandes und wird entsprechend bemerkt werden. Zum Vergleich: Ein Lichtwellenleiter kann anhand der evaneszenten Felder bei der Totalreflexion der Photonen an der Hülle recht einfach ausgelesen werden. Er muss dazu einfach nur ein wenig gebogen werden.

  12. Ein Konvertit schreit seine sehr persönliche Sicht auf die Existenz Gottes und eines göttlichen Plans in die Welt hinaus. Woher kommt eigentlich diese Sendungsbewusstsein?

    Im speziellen Fall wird auch noch auf uralte spirituelle Konzepte zurückgegriffen. Es gibt also noch nicht mal einen innovativen Ansatz. Weltgeist und Informationsfeld scheinen mir identisch im Ansatz.

    Die hier laufende Werbung für das Buch scheint mir, obwohl zutiefst materialistisch geprägt, doch wenig erfolgversprechend.

    1. Eigentlich steht im Text, woher sein Sendungsbewusstsein kommen könnte. Um den Niedergang der westlichen Gesellschaft zu bemerken, braucht es keine außergewöhnliche Fähigkeit zur Analyse. Ich denke, dass seine Feststellung da nicht so weit von dem entfernt ist, was viele von uns und etliche Autoren auch beschreiben.
      Was er nun tut, ist sich Gedanken zu machen, wie man das – aus meiner Sicht – Unvermeidliche vermeidet. Das ist nun eigentlich nicht zu kritisieren und eigentlich auch nicht, dass er meint, die Versöhnung von Gedankenkonstrukten, könnte eine Lösung sein. Kann es sicher nicht. Wie auch? Aber die Initiatoren eines Regenzaubers oder einer Bittprozession werden sicher nicht den benötigten Regen bewirken, ihn aber auch ebenso sicher nicht behindern. Er fällt einfach nicht. Oder zu spät. Oder was weiß ich.
      Ich denke, es ist einfach vorbei, eine Zivilisation dankt ab, wie schon so viele vor ihr. Wie lange das dauern wird, ist nicht zu prognostizieren und was auf dem Totenschein als Todesursachen stehen wird, weiß ich nicht. Von mir aus die Diagnose von Ganteför. Ist das wichtig?

  13. Meine Güte: Wenn man den Gott nicht beschreiben kann an den man angeblich glaubt, ist das natürlich sehr praktisch, weil dann muss der Herr Physiker einem Agnostiker oder Atheisten auch nicht beweisen, dass es den Gott gibt – an den er angeblich glaubt. So kann man auch an Ufos glauben, grüne Männchen, den Yeti, das Spaghetti-Monster – egal was. Weil isso.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Burden_of_proof_(philosophy)

    Die Naturwissenschaft müsse Metaphysik zulassen – wäre das Glaube an übernatürliche Kräfte – sprich Glaube an Zauberei oder magisches Denken – ist das so zu verstehen? Wenn es um philosophische Metaphysik geben sollte, könnte man sich doch mit der Literatur dazu beschäftigen, die übrigens auch tausende Jahre zurück reicht. Ich bin da nicht Experte, aber weiß immerhin, dass das es das gibt.

    Das Interview liest sich wie eine einzige große God of the Gaps fallacy.

    https://en.wikipedia.org/wiki/God_of_the_gaps

    So kommen auch z.B. Evangelikale daher, wenn sie die Evolutionstheorie abstreiten wollen. statt dessen Kreationismus in der Schule unterrichtet haben wollen, damit das besser zu ihrer Bibelauslegung passt und ihrem Apologetentum. Sie möchten Wissenschaft möglichst kaputt machen, wie auch Klimawandelleugner, weil sie sich sonst damit auseinander setzen müssen, gerade auch mit den Konsequenzen dieser Wissenschaft und daran scheitern mit ihrer Religion. Die hat dazu nämlich keine validen Antworten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Design

    https://de.wikipedia.org/wiki/Apologet

    Den nächsten grundsätzlichen Fehler, den er macht: Christliche Ethik (Moral) gibt es nicht. Um ethisch zu handeln, braucht Niemand das Christentum oder eine andere Religion. Christliche Ethik wurde meistens nicht von Christen erfunden, sondern kam z.B. von altgriechischen Philosophen oder anderen Religionen, die keine Christen waren, weil es die damals noch nicht gab.

    Religionsgeschichte, die heutzutage weit fortgeschritten ist, beschreibt wie Gottesbilder und Kulte entstanden, wie die abrahamitischen Religionen entstanden, wie die Geschichten in den „heiligen“ Büchern entstanden. Ich schaue mir gerne dazu den YT-Kanal von Mythvision an. Bei Pantheismus und Buddhismus kenne ich mich zu wenig aus.

    Ich verlinke mal 2 alte Vorträge vom Ketzerpodcast – muss ich selbst mal wieder schauen:

    S.55: Die Legende von der christlichen Moral — Neuer Vortrag von Dr. Andreas Edmüller

    https://www.youtube.com/watch?v=G5ZW8ToUz7I

    Der hat wohl auch mal bei Telepolis geschrieben. Lang ist es her.

    143.2 Gibt es eine objektive Moral?

    https://www.youtube.com/watch?v=9lvHrn8l1AI

    Noch was zum Schluss:

    Bei dem abrahamitischen, bzw. christlichen Weltbild gibt es das Problem:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee

    Das ist einer der Hauptgründe warum viele ehemals christlich Erzogene oder gar akademisch Ausgebildete nicht mehr an Gott glauben. Diesen Gott gibt es offensichtlich nicht. Wenn der „neue“ Gott keine menschlichen Eigenschaft hat, Moral oder ein System der Ethik – für was soll der gut sein? Es ist kein Zufall, dass viele Götter menschliche Eigenschaften haben, oft aus historischen Person oder Mythen von alten Göttern entstanden.

    Bei seinem neuen Weltbild hat er die Ethik raus, sicherlich wegen dem Theodizee-Problem. Nur was soll das? Dann kann es doch auch den 3. Weltkrieg und totalen Atomkrieg geben, sich die Menschheit selbst auslöschen, ist doch dem Überwesen eh egal.

    Ich frage mich auch, warum wir noch einen Physiker brauchen, der mit seinen schrägen religiösen Vorstellung daher kommt, reicht nicht eigentlich schon Harald Lesch?

    Da sind noch so viele weitere halbgare Sätze: Unsterblichkeit, Seele – Beweise?

  14. Und »Querdenker« ist heute in Schimpfwort in Deutschland. Die Folge ist, dass Europa und allen voran Deutschland in Forschung und Entwicklung kaum noch mithalten können. Besonders deutlich wird es bei der KI. Dort sind uns die USA und China meilenweit voraus.“

    Soso, an der fehlenden Freiheit der Freidenker liegt es also, dass „uns die USA und China meilenweit voraus“ sind.
    Es könnte aber auch an massiver „materieller“ Förderung liegen – in den USA durch die Freiheit des dort angehäuften Kapitals und in China durch kluge Politik, die das Kapital in die gewünschte Richtung lenkt.

  15. Zitat 1:
    „… Das eine, was ich gelernt habe, ist, dass es eine allumfassende Wesenheit gibt, die uns total fremd ist. Aber es gibt auch etwas Positives: Wenn diese Wesenheit Information ist, dann ist unser Bewusstsein, das die höchste Konzentration von …“ (Zitatende)
    Eine ALLUMFASSENDE Wesenheit – DIE UNS TOTAL FREMD IST – ist für Glaubensdinge immer praktisch. Das gibt Anlass für weitere tausende von Bänden theologischer Spekulationsliteratur. Wir wissen zwar nix, fühlen uns damit aber so, als hätten wir irgendwie doch ALLES verstanden.

    Zitat 2:
    „…Wenn diese Wesenheit Information ist, dann ist unser Bewusstsein….. die höchste Konzentration von Information
    im uns bekannten Teil des Universums …..“(Zitatende)
    Erstens hat er nicht gesagt , was Information eigentlich genau ist und zweitens möchte ich wissen, ob er wisseen kann , dass Bewusstsein….. die höchste Konzentration von Information im uns (er) bekannten Teil des Universums darstellt.
    Ich bezweifle auch, dass er umfassende Kenntnis über den „uns“ bekannten Teil des Universums hat oder haben kann.
    Also im besten Fall metaphysisch- physikalische Spekulation. Wenn nicht gar eine private Wunschtheologie.

    Zitat 3:
    “ …aber die christliche Ethik ist noch immer die Grundlage unserer Gesellschaft….“ (Zitatende)
    Dass ich nicht lache !

    Zitat vier:
    „…Stichworte sind zum Beispiel die Nächstenliebe und das Verzeihen.“ (Zitatende)
    Wieder mal ein weiterer Denker in der intellektuellen Reihe der „Reformierer“ , die verzweifelt versuchen , das Christentum auf die „Nächstenliebe“ zu reduzieren. Das haben schon die (protestantischen) „Entmythologisierer“ vor mehr als hundert Jahren versucht.
    Ist aber völlig überflüssig, denn HUMANITÄT oder „Menschenliebe“ oder Nächstenliebe bedarf keiner Verkleidung in eine christliche Thologie, deren reale historische Ausprägungen jahrtausendelang für die Untergebenen das genaue Gegenteil von Menschlichkeit und Humanität bedeutete. Und deren humane Komponenten historisch immer nur als marginale Begleiterscheinung aufgetreten sind.
    Eine vom Kinderglauben befreite pseudo intellektuell auftretende (christliche) Theologie ist schon lange eine bewährte Methode , die Sehnsüchte von Religionssüchtigen Intellektuellen zu befriedigen, die sich schämen , öffentlich die Hände zum Gebet zu falten. Und da besonders bei den Protestanten (wegen der Erlaubnis zur Privatexegese der „Heiligen Schrift“) fast alles möglich ist, kann man sich dann sogar als naturwissenschaftlich gebildeter Intellektueller im Schoß der Kirchen wohl fühlen.

    Zitat 5:
    „….Nur mit dieser christlichen Ethik haben wir eine Chance, den nächsten Weltkrieg, der Europa auslöschen wird, zu verhindern….“ (Zitatende)
    Dazu hatte diese „Christliche Ethik“ schon circa zweitausend Jahre lang immer wieder mal Gelegenheit. Was sie in dieser Hinsicht in der REALITÄT zustande gebracht hat, sollte eigentlich jeder wissen. Zumindest aber jeder Intellektuelle.

    Zitat 6:
    „Die christliche Ethik ist die Grundlage unserer europäischen Gesellschaft und ohne diese Grundlage wird unsere Kultur verschwinden.“ (Zitatende)
    Dass ich nicht lache. Pures Wunschdenken : Eventuell aufgrund bewusster oder unbewusster Realitätsverweigerung.

    Zitat 7:
    „..Es gibt ein höheres Wesen, das die Welt erschaffen hat. Gott ist allumfassend und ewig. Die wahre Natur Gottes entzieht sich unserem Verständnis. Wir haben eine Seele. Sie ist etwas Göttliches und ewig. .“ (Zitatende)
    AMEN.
    Wir wollen uns jetzt erheben und das Loblied auf die physikalische Theologie anstimmen. Im Vatikan ist das ein sehr beliebtes Urknall – Lied. Es heißt: Wir gedenken des Ursprungs aus einer (unendlichen) Sigularität mit anschließender Instantan- Explosion.

    Zitat 8:
    “ Eine Gesellschaft braucht einen Kitt, der sie zusammenhält. Über die letzten 2.000 Jahre war dies in Europa das Christentum…“(Zitatende)
    Richtig: Es war das feudalistische „Bündnis von Thron und Altar“ zur „Knechtung“ des weitaus größten Teils der diesem Bündnis ausgelieferten Bevölkerung.

    Zitat 9:
    „….Symptome des Zerfalls sind ein überbordender Egoismus, die Zunahme von Lügen und die Ausgrenzung ganzer Teile der Bevölkerung….“ (Zitatende)
    Eine treffende Beschreibung des Zustands des „Jüdisch-christlichen Abendlandes“ seit mehr als tausend Jahren.
    Vom Feudalismus über den Kolonialismus bis hin zum aktuellen „Epstein – Ismus“

    Schlussbemerkung:
    Ich habe großen Respekt vor der Fähigkeit und dem Mut des Autors , sich dem (vor allem deutschen ) wissenschaftlichen Mainstream zu widersetzen. Das ist aktuell fast das Wichtigste überhaupt. Andererseits ist das aber kein Grund, kritiklos anzudeuten, dass die die Narrative des „Christlichen Abendlandes“ eine Rettung aus der Misere sein könnten. Kann es sein, dass der Herr Professor noch nie etwas von zweitausend Jahren Philosophiegeschichte bzw. von philosophischer Erkenntnistheorie oder auch von den (gefühlt) unendlichen Debatten (zumindest der letzten ca. 150 Jahre) „Wissenschaftstheorie “ gehört hat? Da ging es nicht nur um „Materialismus versus Theologie bzw. Christentum“

  16. weil Menschen, die nur über die deutschsprachigen Medien etwas von Physik oder den Naturwissenschaften insgesamt gehört haben, denken, dass das Weltbild der Physik ein rein materialistisches ist.

    Ja denken sie das? Zwar dient die Physik der Erforschung von Materie, Energie und Aussage Wechselwirkungen. Aber der Gegenstand der Physik ist etwas völlig anderes als ein (materialistisches) Weltbild. Vielmehr ist die Physik religiös indifferent. Mit ihr lässt sich weder ein positiver noch ein negativer Gottesbeweis führen.

    Ich weiss ja nicht, wo Herr Prof. Dr. rer. nat. Ganteför seine Aussage her hat (Eine
    nachprüfbare Quelle gibt er nicht an), aber mir ist diese Ansicht so neu wie unplausibel.

    Daher ist die breite Mehrheit in Deutschland der Meinung, das Universum sei eine riesige Dampfmaschine, die im Urknall zündetet und seither dem Kältetod entgegentorkelt.

    Ich habe in der DDR erst Physiklehrer gelernt und anfang der 90er Jahre noch ein Physikstudium an einer anderen Hochschule angehängt. Die Urknalltheorie und die Expansion des Weltalls war immer ein Thema. Allerdings nicht in dieser vulgären, offen falschen Form.

    Ganteför kommt hier wieder ohne jeglichen Beleg für seine Aussage aus. Auch ist sie weit, sehr, sehr weit von einer Sorgfalt entfernt, wie sie zum Handwerkzeug jedes Wissenschaftlers gehört. Was treibt den Mann zu solch hanebüchenen Aussagen?

    Hinzu kommt, dass Physiklehrer und -lehrerinnen den Schülern nur das, was in den Lehrbüchern steht, beibringen dürfen. Das ist aber nur die Oberfläche und nicht der wirkliche Kern der Physik. Ähnlich wie beim Klima wird auch hier die Naturwissenschaft von einer politischen Ideologie missbraucht.

    Das ist definitiv falsch. Ein Lehrer ist verpflichtet den im Lehrplan vorgesehenen Unterrichtsstoff zu vermitteln! Durch diesen Stoff, soll den Schülern in der Physik das grundlegende Verständnis physikalischer Gesetzmässigkeiten vermittelt werden, in der Astronomie (sofern noch existent) auch das Verständnis von der Universalität physikalischer Gesetzmässigkeiten über die Erde hinaus.

    Was er darüber hinaus noch vermittelt, liegt allein in seiner Verantwortung. Da darf er alles lehren was er will, sofern es nicht im Widerspruch zur Physik steht. Ein Verbot gibt es höchstens für pseudowissenschaftliche Quacksalberei.

    Das war der Punkt, wo ich mir weiteres Lesen erspart habe. Mit verkaufsförderndem Unsinn werde ich in den Medien genug bombardiert.

  17. Und der Gott des Materialismus schickte Ganteför einen Engel und dieser sprach zu ihm: „So höre die Botschaft des Mammons die ich dir überbringe und schreibe ein Buch“
    Und da fiel es Ganteför wie Schuppen von den Augen, dass die Welt nicht nur aus physikalischen Gesetzen besteht und ein Informationsfeld existiert, dass nur darauf wartet mit unsinnigen und nichtssagenden Phrasen befüllt zu werden um Reichtum zu erzeugen.

  18. Vielleicht besucht Herr Ganteför mal die nächstgelegene Bahai Gemeinde…

    Das Bahaitum entspricht in einigen Grundsätzen genau dem, was er vermutet…

    Zentral, zitiert aus Wikipedia:
    „Die Harmonie von Wissenschaft und Religion gilt als eines der zentralen Prinzipien des Bahai-Glaubens. Sowohl Wissenschaft als auch Religion seien notwendig für die Entwicklung der Menschheit. Sie seien wie die beiden Flügel eines Vogels. Religion ohne Wissenschaft arte in Aberglauben und Fanatismus aus, während Wissenschaft ohne Religion zu Materialismus führe. Beide in Einklang zu bringen, sei demnach Voraussetzung für zivilisatorischen Fortschritt.[58][59][60] Dazu erklärt ʿAbdul-Bahāʾ:

    „Jede Form von Religion, die der Wissenschaft nicht entspricht oder sich zu ihr im Gegensatz befindet, ist gleichbedeutend mit Unwissenheit, denn Unwissenheit ist der Gegensatz von Wissen.“

    – ʿAbdul-Bahāʾ: Ansprachen in Paris[61]
    Die Bahai-Religion lehrt also, dass es keine grundsätzliche Unverträglichkeit von Wissenschaft und wahrer Religion geben könne. Die Wissenschaft bringe beispielsweise Wissen über die physische Welt und ihre Gesetze hervor, während die Religion moralische Führung und spirituelle Einsicht biete. Zusammen ermöglichen Wissenschaft und Religion ein ganzheitliches Verständnis der Welt und des Platzes der Menschheit in ihr. ʿAbdul-Bahāʾ bezeichnete die Wissenschaft als die „edelste“ aller menschlichen Tugenden und „den Entdecker aller Dinge“. Die Religion sei der äußere Ausdruck der göttlichen Wirklichkeit, die dabei jedoch nicht starr und fundamentalistisch, sondern flexibel und auch fortschrittlich sein müsse.“

  19. Die Anzahl der ganz offensichtlichen Denkfehler in so einem Artikel ist schon herausragend:

    zB das friedliche Christentum, dass die europäische Gesellschaft(en) in den letzten 2000 Jahren so wunderbar vereint hat zB in ungefähr 1000 Kriegen in Europa, Kolonialismus und Völkermord in Afrika, 2 Weltkriege, Holocaust, Völkermord in Amerika. Kreuzüge anyone? Europa ist Ausgangspunkt für die schlimmsten Gemetzel der Erdgeschichte.

    Wo wären wir nur ohne Christentum?

    Was soll denn bitte der Kitt der Gesellschaft sein? Schon mal was von Klassen gehört? Ausbeutung? Muss wohl dieser Gott sein, der Kapitalismus erfunden hat, zusammen mit dem Christen.

    Es ist eigentlich jedem Wissenschaftler klar, dass wir Menschen das meiste nie wissen werden können. Aus theoretischen Gründen. Dennoch muss nicht jeder sein Ego aufbessern mit einer Urtheorie – mehr ist es ja auch nicht, was der Herr betreibt.

    1. Lieber Oliver S. – ich kann ihren Beitrag voll unterschreiben. Ferner kann ich die zeitgeistgeprägte Frage in dem Artikel
      „in ihrem Buch schreiben sie“ (oder so ähnlich)
      langsam nicht mehr ertragen.
      Physik hat nur was mit Wissen und nichts mit Glauben zu tun wobei man sich, zugegeben, auch darin „verstricken“ kann auch an das Wissen, was man sich nicht selbst erarbeitet hat, zu glauben.
      Das reale Leben ist verdammt kompliziert – nach über 84 Lebensjahren immer noch Fragen über Fragen.

  20. Tja, in der Physik gibt es viel, was man nicht unmittelbar wahrnimmt, sondern was aus dem Wahrgenommenen – meist über mehrere Stufen – >erschlossen< wird: Radiowellen, Atome, etc., ja im Grunde auch schon so elementare Dinge wie Trägheit, Energie, elektrische Spannung. — Und nun sagt Herr G. er könne aus dem, was er über die Physik weiß, etwas erschließen, was nicht Physik sei. Aber wenn es wirklich aus der Physik erschlossen ist, dann ist es eben auch Physik. Der Unterschied ist nur, dass G. gar nicht so genau sagen kann, wie dieser sein spezieller Schluss geht, es also gar kein wirklicher Schluss ist, sondern eine Privat-Marotte des Herrn G., die dem Rest der Welt herzlich egal sein kann.

  21. „Die spezielle Relativitätstheorie beschreibt das Verhalten von Raum und Zeit aus der Sicht von Beobachtern, die sich relativ zueinander bewegen, und die damit verbundenen Phänomene.“ (Wikiblödia)

    Diese Phänomene wären:
    * die Veränderungen von Längen in Bewegungsrichtung je nach Geschwindigkeit („Längenkontraktion“)
    * die Veränderung von Zeitabläufen je nach Geschwindigkeit („Zeitdilatation“)
    * die Veränderung von Massen je nach Geschwindigkeit (sich bewegende Massen seien massereicher als ihre „Ruhemassen“ und umso massereicher, je schneller die Bewegung)

    Geschwindigkeit, in Form von gleichförmig-geradliniger Bewegung, ist aber relativ! Die Geschwindigkeit, richtiger gesagt:, die Zuweisung einer Geschwindigkeit, kann immer nur in Relation zu einem Referenzpunkt, zum Beispiel in Relation zum Aufenthaltsort eines Beobachters, erfolgen. Es gibt keine Geschwindigkeit „an sich“ eines Objektes. Es gibt keine für alle Beobachter und in jeder Ansicht verbindliche Geschwindigkeit eines Objektes.

    Von einer „absoluten, allgemeingültigen Geschwindigkeit“ kann nur jemand sprechen, der eine Form von Äthertheorie vertritt. Aber genau solche Äthertheorien gelten seit der Zeit Einsteins vollständig widerlegt.

    Wenn Geschwindigkeit aber keine objektive, absolute, allgemeingültige, verbindliche Eigenschaft eines Objektes ist, sondern vielmehr eine Zuweisung, die je nach Beobachter oder Ansicht völlig unterschiedlich sein kann, kann Geschwindigkeit keine objektiven physikalischen Effekte bewirken.

    Auf einem aus Sicht eines Beobachters bewegten Objektes ist keine Länge verkürzt – es scheint einem Beobachter höchstens so.
    Auf einem aus Sicht eines Beobachter bewegten Uhr geht die Zeit nicht langsamer – es scheint einem Beobachter höchstens so.
    Eine aus Sicht eines Beobachters bewegte Masse ist nicht massereicher als die Masse in aus Sicht des Beobachters ruhenden Masse, – es scheint einem Beobachter höchstens so.

    Und damit wird auch der Unfug der daraus entstanden ist – bis hin zu „verschränkten Teilchen“, etc. – Makulatur, Geschichts-Müll, geistige Verirrung einer Zeit des Niedergangs und der allgemeinen gezielten und gewollten und PR-betriebenen Verladung.

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 3 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen