Mitten im Niedergang

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Der Westen verliert nicht nur den Krieg in der Ukraine: Er verliert sich selbst und ist im Niedergang begriffen. Emmanuel Todd erklärt, wie unausweichlich dieser Fall ist.

Roberto De Lapuente hat mit dem weltberühmten Historiker und Anthropologen Emmanuel Todd gesprochen.

Emmanuel Todd (*1951), französischer Historiker und Anthropologe, der bereits 1976 den baldigen Untergang der Sowjetunion vorhersagte, studierte am Institut d’études politiques in Paris und promovierte an der University of Cambridge. Er forschte am Institut national d’études démographiques (INED) in Paris zu Fragen der Demografie, Familienstruktur, Religion und Bildung. Viele seiner Bücher wie „Weltmacht USA. Ein Nachruf“ (2002), „Die unaufhaltsame Revolution“ (mit Youssef Courbage, 2008) sowie „Traurige Moderne“ (2018) wurden zu Bestsellern.

Ähnliche Beiträge:

24 Kommentare

  1. Der Wertewesten eine unfassbare Tragödie.

    Eine Frage hätte ich an Herr Tod wäre der Westen heute immer noch Weltmarktführer in allen Berreichen wäre er sein Kooruptionsproblem rechtzeitig in den 60`er Jahren angegangen, oder wären wir so oder so da gelandet wo wir jetzt gerade sind? In meinen Augen haben an der ganzen Misere unsere „Politik“-Darsteller zu tun, und nicht wir Otto Normalos. Oder bin ich es hier der sich seine Realität hier schön trinkt?

    1. Tja gute Frage. Ging es uns zu gut in der Nachkriegszeit und jede dumme Idee konnze sich ausbreiten, weil es in der wachsenden Wirtschaft nicht auffiel? Dazu dann die jüngeren Politiker und anderen Entscheider, die alle im Überfluss aufgewachsen sind und sich nicht vorstellen können, daß nicht alles im Überfluss vorhanden ist und man dafür arbeiten muss, daß so viel von allem vorhanden ist? Gibt bestimmt noch mehr Faktoren, die Europa und Nordamerika so dekadent hat werden lassen.

      Tja ist das unausweichlich, daß Überfluss vermeidbare Dummheit en erzeigt?

      1. „Tja ist das unausweichlich, daß Überfluss vermeidbare Dummheit en erzeigt?“

        Ja ich merk schon, mein Frage „was, hätte wäre könnte“ läuft hier garantiert ins leere. Ist aber trotzdem interessant sich mal vorzustellen wie eine Welt ohne eine U.v.d.L in Brüssel aussehen könnte.

        Aber diese Kaltschnäuzigkeit unserer Politikerkaste muss man auch erst mal haben, zu meinen wir würden ausgerechnet für diejenigen jetzt auch noch in den Krieg ziehen die unsere Lebensgrundlage zerstört haben.

        1. „Aber diese Kaltschnäuzigkeit unserer Politikerkaste muss man auch erst mal haben, zu meinen wir würden ausgerechnet für diejenigen jetzt auch noch in den Krieg ziehen die unsere Lebensgrundlage zerstört haben.“

          Du wirst Dich wundern, wie viele mit Hurra das machen werden. In diesem Punkt ist die Evolution komplett ausgefallen.

    2. Ich denke, der Niedergang des Wertewestens ist keine Tragödie, die wir den Politkern oder gar den Bürgern zu verdanken hätten, sondern der Niedergang ist eine logische Folge der Werte des Westens, seiner Ideologie. Diese Ideologie des Hochmuts (resultierend aus 500 Jahre westlicher Beherrschung der Welt) führt konsequenterweise in den Niedergang wenn es mit der Weltherrschaft zu Ende geht. Die Länder des Westens werden sich einreihen müssen in die Reihe der übrigen ganz normalen Länder.

      Trump und der Populismus ist ein blindes Aufbäumen gegen diesen Niedergang – ohne ihn aufhalten zu können.

      1. ++++

        Wer weiß, vielleicht ist Dekadenz früher oder später das Todesurteil jeder größeren Kultur. In den Geschichtsbüchern steht dann meistens immer „das römische Imperium hat sich überdehnt“, was aber nicht drin steht ist die durchaus plausible möglichkeit das das römische Imperium in dem Moment gestorben ist als die ersten Schwachsinnigen von Löwen im Coloseum zerrissen wurden. Wer weiß, vielleicht hat es kein Römischer Senator mittbekommen das sich jedem einzelnen Römer auf der Tribüne beim Anblick so eines unmenschlichen Massakers der Magen umgedreht und den Leuten übel wurde. Vielleicht wurde es damals nicht ausgesprochen (Hatten die Römer eine Stasi)? aber alle wussten es inständig. Rom ist jetzt gerade in diesem Moment gestorben wie dieser arme Teufel in der Arena der gerade von 200kg schweren Raubkatzen in fetzen gerissen wurde.

        1. Es sind ja nicht alle Römer gestorben, als das Imperium zerfiel. Und ich bin mir sicher, dass einige sogar vom Zerfall profitiert haben, so wie das eigentlich bei jeder Krise ist.
          Von der damaligen Zeit ist zudem nur das überliefert, was irgendwie festgeschrieben wurde, und das ist eher das, was die Mächtigen und Staatsstrukturen betrifft, was in einem normalen Bauerndorf geschehen ist hat 200 Jahre später keinen interessiert.

          Der Trick wäre jetzt, dass sich die einfache Mehrheit irgendwie von den politischen Problemen fernhält, was leider nicht einfach so machbar ist.

    3. @Tommy, Sie irren sich.
      Der Wahnsinn geht leider nicht nur von der Elite aus.
      Charakteristisch für eine Volldemokratie wie die unsere ist, dass die „Elite“ sich nicht mehr äußerlich, im Habitus, in der Moral oder in der Intelligenz vom Pöbel unterscheidet.
      Die Annalenabearbocks gibt es unter uns überall, ebenso wie die Roberthabecks. Sehen sie sich nur mal in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld richtig um.
      Nichtsnutze, Abbrecher, Absahner, Abzocker, Denunzianten, wohin man sieht. Alle billigst zu kaufen, beeinflussbar, manipulierbar.
      Eine zukunftsfähige Gesellschaft wird mit denen nicht zu machen sein.

      1. Einmal das, und zum Anderen, wie schon die Vorredner ausführten und wie es der Volksmund sagt, besser sagte, als es noch nennenswerte Volksweisheit gab: Hochmut kommt vor dem Fall.
        Wir sind vermutlich genau in der Übergangsphase.

      2. Ich frage mich, ob die Beobachtung hinsichtlich der hier mit „Pöbel“ bezeichneten normalen Mitbürger nicht eine Folge des Verfalls oben ist, möglicherweise auch in Teilen vorsätzlich herbeigeführt durch immer niedrigere Bildungsanforderungen.

        1. Ethik und Bildung haben nichts miteinander zu tun, sind unabhängig voneinander.
          Und wenn man schon die „Bildung im Niedergang“ beim Pöbel sieht – bei den Politikern ist es ja ebenso.
          Politiker sind ja mitnichten intelligenter oder gebildeter als „der Pöbel“ – das Gegenteil konnte man die letzten Jahre in Deutschland exemplarisch beobachten.
          Die Ethik der deutschen Gesellschaft – falls sie jemals da war, denn immerhin sind die Deutschen ja auch das Volk der Blockwarte und Denunzianten – ist jedenfalls längst passée, da hilft auch ein Ethikrat nichts mehr. Ethikrat – auf so eine Idee muss man ja auch mal erst kommen. Da schimmert wieder der Wunsch und Anspruch der Deutschen nach Führung durch.

    4. Entwicklung geschieht in Wellen. Die grundlegende Wellenbewegung ist unausweichlich, die Amplitude dagegen variabel.
      Grundsätzlich ist das ja auch gesund.

      Die Amplitude, also die „Intensität“ der Wellen allerdings verdanken wir großteils unserem Handeln und damit zuvorderst unseren Vortänzern. Aber auch unserer Trägheit als Wähler und Demokraten, solange alles halbwegs gut läuft.

      Der alte Spruch passt dazu:

      Schwere Zeiten schaffen starke Menschen.
      Starke Menschen schaffen gute Zeiten.
      Gute Zeiten schaffen schwache Menschen.
      Schwache Menschen schaffen schwere Zeiten….

      Lediglich WIE elend bzw. angenehm GENAU die jeweiligen Zeiten sind, dass ist, was Politik und Wirtschaftssubjekte bestimmen.

      Trost: kein Niedergang ist von Dauer und von jedem Gipfel geht es in alle Richtungen bergab…

  2. Das ist am Mittwoch den 02.04.2025 in Gaza passiert:

    https://vimeo.com/1072214191

    Es gab einen Luftangriff auf eine Vereinte Nationen/UNRWA Klinik.
    22 Personen wurden dabei getötet, 16 davon Kinder.
    Es gibt dutzende Verletze, die meisten davon Frauen, Kinder und Ältere.

    Eine Richtigstellung: Seit 30+ Tagen werden keine Hilfslieferungen nach Gaza reingelassen.
    Seit 18 Tagen werden wieder militärische Angriffen gegen Palästinenser geflogen oder finden Bombardierungen statt.
    In diesen 18 Tagen wurden mehr als 1042 Palästinenser umgebracht.
    Im Video sieht man die Momente nach dem Angriff auf die UN Klinik und einen Bericht der Korrespondentin.

    Länge: 1:20 Minuten
    Sie können den Link gerne rumschicken, wenn Sie möchten.

  3. Was Herr Todd sagt und schreibt – ja, ich habe das Buch gelesen – ist schon sehr interessant und oft auch zutreffend. Zweifellos eine lohnende Lektüre!

    Wenn man sich allerdings noch gründlicher mit dem Thema befassen will – und das scheint gewiss angebracht – dann reichen die von ihm angeführten empirischen und sozialwissenschaftlichen Belege (z.B. Zahl der Ingenieure, Familienstrukturen, Alphabetisierungsraten, religiöse und kulturelle Codes, Geburtenraten und Bildungssysteme) nicht aus. Oden sagen wir mal so: Er beschreibt Symptome, weniger aber tiefere Ursachen

    Nicht, dass Todd falsche oder unwichtige Dinge anführen würde oder sich irren würde, nein, aber ein so groß gewähltes Thema ruft nach umfassenderer Analyse. Es sind also noch weit mehr Aspekte zu berücksichtigen. Das soll nicht als Kritik an Todd verstanden werden, dessen Überlegungen für sich stehend zweifellos wertvoll sind.
    Mit ziemlicher Sicherheit würde man aber das Ziel verfehlen, wenn man sich allein auf wirtschaftliche Produktionszahlen, die geopolitische Machtstellung oder Bildungsleistungen beschränkt. Das sind Symptome, mehr nicht.

    Will man sich also dem Niedergang des Westens (der nicht mehr zu übersehen ist und daher nicht bloß eine These, sondern ein Faktum darstellt) umfassender nähern, so ist eine Beschäftigung mit den Gedanken von Oswald Spengler und Arnold J. Toynbee sowie in jüngerer Zeit auch David Engels und Douglas Murray unverzichtbar.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untergang_des_Abendlandes

    https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_J._Toynbee

    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Selbstmord_Europas

    https://duckduckgo.com/?hps=1&q=david+engels&atb=v332-1&ia=videos&iax=videos&iai=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DXEZjY_L1nQ8

  4. Verstanden. De Lapuentes letztes Interview. Denn wer so eine „weltberühmte“ Figur wie diesen Herr interviewt hat kann wohl nicht mehr mit ordinary people sprechen …

  5. Wahnsinn wie oft der „kollektive“ Westen diesen (nicht erklärten) Krieg/Sonderoperation schon verloren hat. Irgendwie läuft er immer noch und es geht weiterhin darum dem Drohnengemetzel weiterhin, wahlweise, genug Weichziele aus ukrainischer oder russischer Produktion zuzuführen, damit die Dividende für jene stimmt, die nie einen Schützengraben aus der Nähe sehen. Mal mit der frz. und/oder brit. Drohung eigene Weichziele zuzuführen. Also das neben Gemetzeln in Nahost und sonstwo. Gibt es noch Länder in Afrika?

    Warum wird dieser Krieg, angeblich im Todeskampf verstrickt, so geführt? Also weitestgehend ohne die ’state of the art‘ Waffen, mit denen der Konflikt in einem Tag final entschieden wäre. Genau, das Spiel auf dem Rücken der Machtunterworfenen muß weitergehen und je mehr davon über die Klinge springen, während sie sich gegenseitig umbringen, umso besser. Ich schätze von einem antikommunistischen bürgerlichen Anthro-Historiker ist das zuviel erwartete Erkenntnis. Der eigene Platz ist doch allzu bequem.

  6. Die Aufklärung ist leider Opfer des Neofaschismus der Oligarchen, der Plutokrachie geworden. Aber nett das es staatlich finanzierte Demonstrationen von Nazis gegen rechts gibt.
    Der Schoss ist fruchtbar noch, warnte einst Brecht. Man sieht heute die Gebärmutter in voller Aktion, eine Termitenkönigin wäre neidisch.

    1. „eine Termitenkönigin wäre neidisch

      🙂 Nicht nur die, auch die Alienkönigin kann von den Nazis noch was lernen.

  7. All das muss sich jeder auf der Zunge zergehen lassen. DE & EU schließen sich mit dem Faschisten, besser wäre „NAZI“ Netanyahu zusammen!

    „Krieg ist der Terror Reichen“
    „Terror ist der Krieg der Armen!“

    MfG KB/BR

    „Aus dem Drehbuch der extremen Rechten“
    04. 04. 2025

    Deutsche Behörden bereiten Abschiebung migrantischer Gegner des Gazakriegs vor – ein Präzedenzfall für die Ausweisung politisch missliebiger Migranten. Israels Regierung stützt die extreme Rechte in Europa, plant Vertreibung aus Gaza.
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9936

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert