Wie wird ein Mensch radikal, Herr Jünschke?

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Klaus Jünschke war Mitglied der RAF und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Heute spricht er öffentlich über Radikalisierung, politische Gewalt und die gesellschaftlichen Bedingungen, die Menschen in den Extremismus treiben können. Und wie ordnet er den Fall von Daniela Klette ein?

Journalist Roberto De Lapuente spricht mit Jünschke über seine Vergangenheit, den Weg in den terroristischen Untergrund und die Frage, wie es damals so weit kommen konnte.

Klaus Jünschke war Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF) und saß viele Jahre im Gefängnis. Heute beschäftigt er sich mit Fragen von Radikalisierung, Strafvollzug und gesellschaftlicher Gewalt.

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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22 Kommentare

  1. Gewalt ist nur als Notwehr akzeptabel. Liberalismus oder (demokratischer) Sozialismus wirken sich je nach Situation positiv oder negativ aus. Zum Beispiel muss die ungerechte Einkommensverteilung beseitigt werden. Bitte klicke auf „Christlicher Wicca“.

    1. Ich blicke auf eine Zielrichtung ohne Gewalt.
      Jedoch besitzt dieses System nur eine Richtung, die Macht der Gewalt.
      Das christliche oder jede andere Religion besitzt ,“angeblich“, das die religiöse
      Institution, nur glauben verbreiten möchte.
      Tun diese Institutionen das wahrlich?
      Nein, sie alle wollen Geld, dafür beten wir..
      Was ist der Glaube an einer Religion, wenn der Mensch dafür zahlen soll?:Der Glaube besteht darin, eine Simulation fortzusetzen..
      Das geschieht in Front euer Augen.

    2. Ich blicke auf eine Zielrichtung ohne Gewalt.
      Jedoch besitzt dieses System nur eine Richtung, die Macht der Gewalt.
      Das christliche oder jede andere Religion besitzt ,“angeblich“, das die religiöse
      Institution, nur glauben verbreiten möchte.
      Tun diese Institutionen das wahrlich?
      Nein, sie alle wollen Geld, dafür beten wir..
      Was ist der Glaube an einer Religion, wenn der Mensch dafür zahlen soll?:Der Glaube besteht darin, eine Simulation fortzusetzen..
      Das geschieht in Front euer Augen.

    3. Genau, Notwehr, weil die herrschende Klasse uns dezimieren will, weil sie die letzten Ressourcen nicht mehr mit uns teilen möchte.

  2. Vor über 50 Jahren hatte ich Kontakt zu einer jungen Frau, bevor sie zur RAF ging. Es war ein erschütterndes Erlebnis sie plötzlich auf einem Fahndungsplakat entdecken zu müssen. Würde sie gerne mal wiedersehen.

    1. K. Jünschke urteilt seinem Alter angemessen sehr abgeklärt.
      Wer die Zeit 67-73/4 aus der Sicht engagiert Beteiligter erzählt haben will, dem empfehle ich diese 3 Romane:
      *für das künstlerisch-intellektuellen Milieu München: Erasmus Schöfer: Ein Frühling irrer Hoffnung. Bd.1. Die Kinder des
      Sisyfoss. Köln (Dittrich) 2001,
      *für das christliche Milieu in/um Köln und kommunistische Milieu a. Bsp. Hamburg:
      Ulla Hahn: Spiel der Zeit. München (DVA) 2014 und Wir werden erwartet. München (DVA) 2017,
      *für das das von Industriearbeitern geprägte Milieu um Mannheim-Ludwigshafen teils Heidelberg) mein Buch
      Wilma Ruth Albrecht. Überleben. Bd.3: Ein dokumentarischer Bildungsroman. Reutlingen (E.Spinoza) 2017

      entsprechenden Dokumenten und Persönlichkeiten vor Ort

  3. Video nicht gesehen, wird auch nicht passieren: Die angestrengte Heimeligkeit eines TV Interviews ist unangenehm. Deswegen zu den Textfetzen:

    Der bewaffnete Kampf der RAF war ein Fehler!

    Noch größer war der Fehler, sich „RAF“ zu nennen. Dümmer und vernagelter und rechthaberischer, was die eigene Position angeht, geht nicht. „Rote Armee Fraktion“, als hätten die sich vor der Namensfindung zu viele Ballerspiele reingezogen.

    Wie wird ein Mensch radikal

    Wenn zwischen einem Wunsch-Ziel und der Möglichkeit der Wunsch-Realisierung ein unüberwindbarer Abgrund erkannt wird, folgt eine „radikale Entscheidung“: 1) Aufgabe des Wunsches wäre eine, doch dafür muss eine „Niederlage des Willens“ gehändelt werden, was die wenigsten ohne Selbstbeschädigung hinbekommen. 2) Oder die Unüberwindbarkeit des Abgrunds wird negiert und die unabdingbar erfolgende Selbstbeschädigung wird Aufgabe des Outsourcing: „die anderen sind schuld, nicht ich“.
    So oder so eine Schwäche des Verstandes oder des Charakters. Am Ende war die RAF (und andere) zu theatralisch, zu symbolisch, zu kindisch und zu eitel.

    1. Zitat:
      »Den Grad der Gewalt bestimmt die Gegenseite«

      Quark.

      Die „Art der Gewalt“ mag von der Gegenseite bestimmt sein: Wahl der Waffen.
      Den „Grad“ bestimmt die Fähigkeit, das, was als „menschlich“ bezeichnet wird (durch Idealismus, Erziehung, Deformation, bla) zu ignorieren oder selbst zu töten.

      Dutschke hat das anders gemeint, als er es gesagt hat, als es missbraucht wurde und wird. Sein Feld war der öffentliche Raum, nicht das Schlachtfeld. Er war, wenn es sein musste, Kämpfer, aber er war kein Krieger. Das zeichnet ihn aus.

      1. Ach er ist wieder da? 😉

        Deswegen schleust man ja Agents Provocateures ein um den Mindestgrad an Gewalt zu garantieren zur Qualitätssicherung und für die öffentliche Sicherheit versteht sich.

        1. Alfred Anonym schreibt :
          „Ach er ist wieder da? 😉Deswegen schleust man ja Agents Provocateures ein um den Mindestgrad an Gewalt zu garantieren “

          Ich gebe ehrlich zu, dass ich keine Ahnung habe worauf Sie hinaus wollen.

  4. Der Terror der „RAF“ war kein Fehler. Er war nur Mittel zum Zweck. Denn mit dem Terror konnten all die Gesetze und Maßnahmen, die schon lange geplant waren, in die Realität überführt werden.
    Es ist bitter, seine Rolle als „nützlicher Idiot“ des Systems, das man ändern wollte, zu erkennen…Nicht wenige der Akteure von damals haben es bis zu ihrem Tod nicht begriffen.

    1. das zeigt doch wie sehr beide Seiten, also
      die RAF und die Gegenseite der etablierten Regierenden
      Ihren Psychosen unterlagen, denn gesunde Menschen
      reden entweder miteinander, wie im Video
      gezeigt, oder sie gehen woanders hin, z.b nach Vietnam.

  5. Der Terror der „RAF“ war kein Fehler. Er war nur Mittel zum Zweck. Denn mit dem Terror konnten all die Gesetze und Maßnahmen, die schon lange geplant waren, in die Realität überführt werden.
    Es ist bitter, seine Rolle als „nützlicher Idiot“ des Systems, das man ändern wollte, zu erkennen…Nicht wenige der Akteure von damals haben es bis zu ihrem Tod nicht begriffen.

  6. Faszinierend wie vergiftet und durchwoben mit propgandandistisch eingepflegten Vorannahmen die Sprache der Spindoktoren doch ist.

    Radikalisierung, politische Gewalt und Extremismus, zusammengerührt als gehörte es einfach zusammen. Natürlich dann angewandt auf Machtunterworfene und nicht auf Machtausübende.

    Ob die Machtunterworfenen ihre Herrchen spiegeln, das also aus teils eigenem Antrieb tun oder eher großzügig angeleitet wurden, ist ohnehin einerlei und schon lange nicht mehr Thema. Also sowas wie genuiner oder synthetischer Terror von unten, eben als Reaktion oder Ergänzung gegenüber dem Terror von oben.

    Zum Glück gibt es ja noch die wohlige Mitte. Die ist dann nur halb so kaputt? Es sterben nur halb so viele? Oder wird hier auch nur gelogen?

    1. Eine Analyse ohne explizite Schlussfolgerung.
      Auch fragen ist sagen.
      „Es sterben“ so viele, wie ich es sehen will, kann, ertrage.
      Schließlich sterben alle, braucht es ein befindliches „wozu“?
      Ist wer adressiert? Von Ihnen?

      1. Sry, falscher Planet … wozu also „echte“ Quellennachweise und wer bestimmt was echt ist? Vermutlicht die die auch bestimmen was relevant ist. Also hat die Adresse schon gestimmt.

  7. Nur weiß ich zufällig, ganz genau wie das gemeint war, weil ich den Brennpunkt der damaligen Zeit miterlebt habe und demzufolge auch mitgewirkt habe. 😉

  8. Übt man keine Gewalt aus wenn man in den Krieg zieht um Menschen zu töten?

    Ist es keine Gewalt wenn ein Staat einen Bürger dazu zwingt?

  9. Wer wirklich was über die RAF wissen will, kann schwerlich einen besseren Zeitzeugen dazu finden, als Inge Viett, denke ich, obwohl ich dazu nicht weiter recherchiert habe. Schon der Titel ihrer Autobiographie liefert einen tiefen Schnitt in die Phänomenologie:
    „Nie war ich furchtloser“, 1999
    Die Geschichtsfälscher behaupten, sie habe sich nie von der RAF distanziert, was völlig albern ist, weil schon die Gründung der „Bewegung 2. Juni“ eine Distanzierung gewesen ist, die unter dem Verfolgungsdruck freilich schnell praktisch gegenstandslos geworden ist.
    Inge hat die RAF-Mitglieder allerdings nie für die Öffentliche Meinung „hingehängt“, hat die Inquisition nie mit Widerruf und Absage bedient, lediglich in öffentlichen Diskussionen auf kleinen Veranstaltungen Fehler und Irrtümer benannt, und dabei auf Anklagen anwesender ehemaliger RAF-Leute auch heraus gegeben – widerwillig.

    Ich selbst will zum Thema nur sagen: „Bewaffneter Kampf“ ist ein Euphemismus und Etikettenschwindel gewesen, zu dessen Erschaffung und Verbreitung der Staatsterror wesentlich mehr beigetragen hat, als die RAF-Leute.

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