Steht das BSW vor Schicksalswahlen, Frau Wagenknecht?

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Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) will die politische Landschaft verändern. Doch wie stehen die Chancen der neuen Partei wirklich? Welche Rolle spielen die Landtagswahlen in Ostdeutschland – und wie positioniert sich das BSW zwischen den etablierten Parteien und der AfD?

Journalist Ramon Schack spricht mit Sahra Wagenknecht über die Zukunft des BSW, die politische Strategie der Partei und die Frage, welche Perspektiven das BSW in Deutschland noch hat.

Im Gespräch geht es um politische Mehrheiten, die AfD und die Frage, ob das BSW das Parteiensystem nachhaltig verändern kann.

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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53 Kommentare

  1. Die Wahlplakate der Bundestagswahl sind gerade erst abgehängt, da ist die Blenderin schon wieder dicke da, mit den gleichen Sprüchen – Landtagswahl in Sachsen-Anhalt demnächst. Ich hoffe, daß die Bürger in Sachsen-Anhalt nicht so dumm sind, wie man bei BSW gern hätte. BSW ist Oppositionssimulation – weg damit.

    1. Soziales, Frieden, BürgerInnenbeteiligung, Vorgehen gegen Alltagsgewalt im öffentlichen Raum, humane, aber realistische Migrationspolitik! Das BSW ist und bleibt notwendig!

      1. „Das BSW ist und bleibt notwendig!“
        Volle Zustimmung!!!

        Den ewigen Nörglern allerdings, die selbst nie etwas auf die Kette bekommen, kann es niemand recht machen.
        So bleibt es dann auch nur bei einem EU? Nein danke! ohne Sinn und ohne Verstand

    2. @ EU? Nein danke!

      Sie wollen also, dass die Bürger aus Sachsen-Anhalt noch dümmer sind und mit dem vorhandenen schwarz || blau Unvermögen weiter und schneller auf Talfahrt gehen?

      Deswegen haben @Ribi & @Otto0815 mit »BSW ist und bleibt notwendig« alleine deshalb recht, damit für die Mehrheit der Bürger auch sichtbar der Korridor gelegentlich anders beleuchtet wird. Je mehr Parteien, um so mehr Themen kommen auf’s Tapet, werden wegen Quote in den MSM notgedrungen gezeigt und „die Vielen“ merken ggf. etwas, manchmal, vielleicht…

      1. Das BSW konnte immerhin schon zeigen, wie es bei Wahlen reagiert, wenn
        es gewählt ist. Man küngelt gleich mit den Altparteien. Die AFD, die Blauen,
        müssen erst noch zeigen, wie sie nach der Wahl reagieren. Wenn die AFD
        auch gleich küngelt, was gerade von der AFD Spitze ausgeschlossen wird,
        ist sie bei der nächsten Wahl weg vom Fenster. Da die Altparteien wissen,
        dass die AFD ihnen ihre Pfründe zusammen streichen wird und die Öffentlich-
        Rechtlichen wissen, dass sie nach einer Wahl der AFD mit Regierungsbeteiligung
        aufhören zu existieren, wird mir allen zur Verfügung stehenden Schweinereien
        versucht die AFD madig zu machen. Auch hier scheinen so einige Kommentatoren
        auf die plumpen Schweinereien hereingefallen zu sein. Man kann sich nicht über
        ein Essen beschweren, bevor man es überhaupt gekostet hat.

        1. beim bsw gab und gibt es karrieristische, janusköpfige halunk:innen. gegönnt.
          darf deswegen eine kluge wagenknecht keine zweite chance bekommen?
          sollen wir, um den punkt zu unterstreichen, einen halunk:innen-ratio-vergleich mit den anderen parteien aufmachen?

        2. @ Inninör:

          Ja, das BSW hat direkt mit Achsenbruch begonnen, mag jeder abwägen, wie beredt das war.

          Die AFD wird (ein Konjunktiv ist wohl nicht mehr angebracht) mit einem seligen Lächeln umfallen und sicher nicht den ÖRR abschaffen, dieses Propagandainstrument ist viel zu praktisch und die ÖRR-Leute werden beweisen, wie gelenkig, sorry, flexibel sie sind.

          Beim AFD-Personal kann sich dann auch jeder seine eigene unwichtige Meinung bilden, ob sie naiv waren oder Lügner und nur nach einer staatlich alimentierten Karriere strebten, egal mit welchen Themen; oder ob es eine höhere Instanz gibt, die alles tatsächlich maßgeblich regelt. Eines kann sich dann auch erzählen lassen, was die AFD als erfolgreiche Arbeit zusammenfantasieren wird, und sich dabei auf der Gewinnerseite wähnen.

          Btw. bin ich nahezu 100%er Nichtwähler – gut, ich habe Sonneborn ins EU-Parlament gewählt und der liefert wie zugesagt.

          Man kann sich nicht über ein Essen beschweren, bevor man es überhaupt gekostet hat.

          Wenn der Koch schmierig ist wie Altöl, die Zutaten way EOD und die Küche septisch, dann kosten Sie trotzdem? So viel Unvoreingenommenheit werde ich mir nicht gestatten.

          1. Ups….weg war er mein Kommentar zu EL-G. Den Trollen darf man hier
            bei Overton nicht widersprechen. Immer schön der angesagten Meinung
            folgen, dann ist die KI auch gut zu einem.

        3. Aber dieses Essen (© Goldman Sachs) ist doch bereits gekostet:

          Alice Weidel: COVID19 – Nichtstun der Bundesregierung gefährdet Leib und Leben der Menschen

          Berlin, 12. März 2020. Die stellvertretende Bundessprecherin Dr. Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, fordert die Bundesregierung auf, konkrete Schritte zum Schutz der Menschen bzgl. des Corona-Virus einzuleiten statt ‘Handlungsempfehlungen’ zu geben:

          „Man überlässt die Bürger sich selbst – eine Praxis, die sich schon seit 2015 quer durch alle politischen Felder zieht. Lediglich da, wo man den Menschen in diesem Land noch ein bisschen Geld aus der Tasche ziehen kann, also zum Beispiel in Sachen Klimapaket, interessieren sich die Regierenden noch für das Volk.

          Ich fordere die Bundes- und Landesregierungen auf, dem Beispiel vieler europäischer Länder zu folgen und endlich die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten. Das Handeln der Politik ist fahrlässig und gefährdet Leib und Leben der Menschen in unserem Land.“

          https://www.afd.de/alice-weidel-covid19-nichtstun-der-bundesregierung-gefaehrdet-leib-und-leben-der-menschen/

          Oder hier:

          ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel – Geschichtsrevisionismus ist offenbar wieder salonfähig

          12. September 2023

          Aus Sicht der AfD-Vorsitzenden war der 8. Mai 1945 nicht etwa ein Tag der Befreiung, sondern eine Niederlage. Dass ihr Parteifreund Tino Chrupalla zu dieser Gelegenheit an einem Empfang der „ehemaligen Besatzungsmacht“ Russland teilgenommen hat, ist für sie reine Symbolik. Sie würde nie die „Niederlage des eigenen Landes befeiern“ – schon gar nicht mit den „ehemaligen Besatzern“. Das ist starker Tobak und zeigt einmal mehr, dass Geschichtsrevisionismus in der AfD allgegenwärtig ist. Doch anders als z.B. bei Gaulands „Vogelschiss-Rede“ blieb der Sturm der Entrüstung bei Politik und Medien diesmal aus. Offenbar ist es wieder salonfähig, die Niederlage des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg als „unsere“ Niederlage zu deuten – zumindest dann, wenn es um den Krieg im Osten geht. Nicht die nicht sonderlich überraschende Identifikation Weidels mit dem Dritten Reich, sondern die ausbleibende Kritik daran ist ein mahnendes Zeichen für die Verfasstheit des politischen Diskurses. Da waren wir schon mal weiter. Von Jens Berger.

          https://www.nachdenkseiten.de/?p=103700

          Läßt sich fortsetzen. Was ist man doch alternativ. Ist ja nicht so, daß hier weniger verlogener Blödsinn gequatscht wird.

          Und nebenbei erwähnt, wer nicht gerade erst seit gestern auf dem Planeten weilt, dürfte einstweilen bemerkt haben, daß der Unterschied zwischen Opposition und Regierung darin besteht Gegenteiliges zu behaupten und zu versprechen. Und wenn dann die Rollen getauscht sind, wieder Gegenteiliges zu behaupten und zu versprechen.

          Horst Seehofer hat das in einem seltenen Moment von Offenheit mal erläutert:

          Horst Seehofer : Diejenigen die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden
          https://www.youtube.com/watch?v=NxSNj0fULLw

          Da kann man Kreuze machen bis man schwarz wird.

        4. Ganz genau.

          Daher finde ich auch den Beitrag von „EU? Nein danke!“ von heute, 14:14 zustimmungswürdig.

          Puh, die 100-Zeichen-Grenze einfach so knapp geschafft 🙂 (102 vor dieser Zeile).

    3. @EU? Nein danke!

      Was wäre denn dann für Sie die „echte“ Opposition?

      Meinen Sie mit „echter“ Opposition diese „alternative“ blaue Partei? Es gibt sicherlich ein oder zwei Punkte, wo man der AfD zustimmen kann, z. B. bei der Kriminalitätsbekämpfung, der Aufarbeitung von Coroan und wenn es um die ungezügelte Zuwanderung geht.

      Aber wir sollten uns doch klar darüber sein, dass die AfD keine Alternative und keine Opposition ist, wenn es um Wirtschaft-, Steuer-, Bildungs-, Umwelt-, Renten- und Sozialpolitik geht, sondern eine neoliberale Partei. Neoliberal heißt asozial. Gegründet wurde die AfD schließlich von neoliberalen Wirtschaftsprofessoren, denen die Sozialpolitik der FDP zu „sozial“ war. Schon wieder vergessen?

      Die AfD ist eine Blender-Partei. Sie gaukelt den Bürgern vor, sie würde die Interessen der sogenannten kleinen Leute vertreten. Aus der Sicht eines objektiven Dritten ist die AfD eine Partei, die „superreiche“ milliardenschwere narzistissche Oligarchen noch reicher machen will. Warum stimmt die AfD immer dagegen, wenn der gesetzliche Mindestlohn für Geringverdiener um lausige 20 oder 30 Cent pro Stunde erhöht werden soll? Und damit, dass zukünftig die Hälfte des Bundeshaushalt für das Militär, Rüstung und Waffen ausgegeben werden soll, hat die Partei mit den blauen Socken offenkundig auch kein Problem. Wie dumm ist das denn?

      Oder sind Sie ein Sympathisant bzw. Wähler der radikalen bürgerlich-konservativen Mitte, also der Parteien, die Deutschland deindustrialisieren und die Bundeswehr auf Kosten aller Steuerzahler auf Teufel komm raus aufrüsten und zur stärksten konventionellen Armee Europas machen wollen und dafür den Sozialstaat schlachten? Das will die AfD doch auch oder wollen Sie das bestreiten?

    4. @EU? Nein danke!
      Da kannst du ganz unbesorgt sein, Sahra Wagenknecht hat gegen die gleichgeschalteten Medien keine Chance, die Medien werden sie wieder ignorieren, wie bei der Wahl 2021 von Olaf Scholz zum Bundeskanzler und Ignorieren ist für Politiker schädlicher als Diskreditieren.

    5. Bedauerlicherweise haben Sie mit Ihrer Einschätzung „Oppositionsimulation“ vollkommen recht. Ist eben Fleisch vom Fleische der Linkspartei.

  2. Es wäre schön, wenn das BSW einen Blick auf das Geldsystem hätte.
    Da sollte sich etwas grundlegend ändern.
    Da es die Gesellschaft ist, die für Kredite arbeiten muss, sollte es auch die Gesellschaft sein, die darüber entscheidet, wer für was Kredit erhält. Das bedeutet z.B., dass eine Terrororganisation wie die Deutsche Bank nur Darlehen aber keine Kredite vergeben darf. Die Vergabe von Krediten muss demokratisch organisiert werden.
    Man muss auch überlegen, die Zentralbank abzuschaffen. Das ist sowieso nur eine korrupte Lobbyorganisation.

  3. Ja, da hat sie recht?
    Der Merz will keine Gespräche mit der russischen Regierung.
    Und ich sage dazu:
    Für Staaten gibt es nur zwei Möglichkeiten mit einander zu verkehren.
    Und wer die Diplomatie so kategorisch ablehnt wie Merz das tut , der hat eigentlich schon den Krieg gewählt.

  4. Sahra Wagenknecht hat gegen die gleichgeschalteten deutschen Medien keine Chance.

    Nach der Bundestagswahl 2013 war die »PDS« unter Frau Wagenknecht die drittstärkste Partei in Deutschland, die »Grünen«, die »FDP« und die »AvD« haben es nicht in den Bundestag geschafft.

    Als Frau Merkel 2015 alle Einreise-Willigen nach Deutschland einlud, wie reagierten die deutschen Medien darauf? Plötzlich konnten Politiker »FDP«, der »Grünen« und vor allem der »AvD«, die damals gar nicht im Bundestag vertreten waren, im Fernsehen und in den Print-Medien ihren Senf zur Migration beitragen, über Frau Wagenknecht wurde nur über ihre Streitereien mit Katja Kipping und Bernd Riexinger berichtet.

    Das hatte zur Folge, dass die damals unbedeutenden »AvD«, plötzlich zum Anwärter der stärksten Partei in Deutschland wurde.

    Seit Sahra Wagenknecht bei der letzten Bundestagswahl mit genau 4.9% (???) scheiterte, ist die Stille, die die Medien über sie verbreiten ohrenbetäubend. Die deutschen Wähler werden schon richtig wählen, weil die deutschen Medien ihnen klar machen werden was »richtig« ist.

    1. @henio
      stimme gerne zu, gut analysiert. Als dann der gute Gregor noch gegen Sahra einen draufgesetzt hat, war es geschehen. Mit einer „Stute“ und einem „Wallach“ wäre Sahra noch wahrscheinlich zurecht gekommen, nicht aber mit aber zusätzlich mit dem „Hengst“.
      Das war auch echt zu viel für mich, den „heimlichen Sympathisanten“ der Linken😉
      Das schlechte Abschneiden des BSW war der Klüngelei in Erfurt zu verdanken. Schon in der Wahlnacht stellte ich an der Reaktion der Spitzenfigur des Landesverbandes fest, dass die EX Oberbürgermeisterin ihr „eigenes Ding“ machen würde. Es für die Vertretung der Interessen der Bevölkerung sehr schlecht gelaufen. 😒Schade drum

    2. Sie haben leider Recht. Man erkennt unschwer, dass für die Machthaber und deren Medien das BSW der eigentliche, weil gefährlichere Gegner ist gegenüber der AfD.
      Neben dem systematischen Totschweigen ist aber noch ein andere Fakt dem Erfolg des BSW im Weg. Das BSW versucht eine rationale Politik zu machen. Dank der nun seit Jahrzehnten mit großem Erfolg betrieben Debilsierung und Infantlsisierung der Bevölkerung sind viele Wähler einfach intellektuell überfordert wenn es um das Erkennen realer Zusammenhänge, Probleme und echter Lösungen geht.

    3. Die pöhsen Medien aber auch. Kein Wunder, dass die AfD an den 30% kratzt, so, wie die von den Medien hofiert wird.

      Die Linkspartei war lange Zeit auch deutlich unterrepräsentiert in den Medien. Aber die haben es trotzdem geschafft, rein zahlenmäßig.

      Keine Partei kommt so öde und altbacken daher wie das Wagenknechpartei. Da treffen sich Partei und Namensgeberin in perfekter Übereinstimmung. Aber natürlich sind die Anderen schuld.

  5. Herrlich!
    Die deutschen Fascho-Unterstützer haben sich beim UN-Sicherheitsrat heute einen ordentlichen Tritt in die Eier geholt – LOL!
    Grund, warum man stattdessen Österreich und Portugal den Vorzug gab: die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine und Israel.
    Tja, wer Faschos offen unterstützt, solle im Sicherheitsrat auch nichts zu suchen haben, Bravo! Nicht mal als nichtständiges Mitglied ohne Vetorecht.

  6. Ihr fragt, was denn wirkliche Opposition sei? Wenn der Fraktionsvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt sagt, daß er nach mehreren Anschlägen sein Auto inkognito 1 oder 2 km weit weg von seinem Wohnort parken und dann nach Hause laufen muß………DANN wißt Ihr, wer als „wirkliche Opposition“ angesehen wird.

    Insofern: Ich weiß, was ich bei der nächsten, viel zu seltenen, Gelegenheit anzukreuzen habe.

    1. Ach so. Wer bedroht wird, ist also die *wirkliche* Opposition. Interessante Definition. Dann sind vermutlich die Nachbarn im Rosenkrieg auch die letzte Hoffnung der Demokratie? Aber gut: Wenn der große Herr Vorsitzende das sagt, wird er sich dabei etwas gedacht haben.

      Natürlich sind Einschüchterungen verwerflich. Doch Bedrohung beweist nicht „Opposition“. Aus der Tatsache, dass jemand Feinde hat, folgt nicht, dass er automatisch richtig liegt. Das gilt übrigens für jede Partei.

      Der eigentliche Punkt ist auch nicht, wer nachts nervös nach Hause läuft. Die Frage lautet, wer politisch etwas Substanzielles gegen die Regierung stellt. Da wirkt die AfD auf mich genauso blank wie alle anderen Parteien.

      Zitat: „Insofern: Ich weiß, was ich bei der nächsten, viel zu seltenen, Gelegenheit anzukreuzen habe.“

      Ich hab’s vom Schaffen bereits im Kreuz, da muss ich nicht noch irgendwo Kreuzle machen. Schon gar nicht bei Leuten, die mir anschließend erklären, warum ich noch mehr zu schleppen habe.

      Die Geschichte der Erlöser ist lang – die Liste ihrer Wunder erstaunlich kurz.

  7. Die Überflüssigmachung des BSW ist die Schuld von allen möglichen Menschen und Umständen. Mit Ausnahme von Frau Wagenknecht natürlich. Wer eine Partei nach sich selbst benennt, ist einfach nur noch eine lächerliche Figur. Wer dann noch bei handverlesener Mitgliederauswahl in der Anfangsphase davon faselt, dass ja Karrieristen unerwarteterweise die jungfräuliche Partei missbraucht haben. Überraschend war auch die Unterwanderung von interessierter Seite in Thüringen und Brandenburg. Wer konnte denn so etwas ahnen? Und dann auch noch die Vielzahl von Meinungen und Ideen in einer wachsenden Partei. Dabei hat man doch alles getan um eine Partei leninschen neuen Typus zu schaffen. Einschließlich versuchter Säuberungen. In der von Wagenknecht allerhöchstpersönlichselbst geleiteten Grundwertekommission findet sich die einfache Basis wieder – oh wait, doch nur Elite. Wagenknecht ist 4 Mio schwer, ihr Gatte knapp 20 Mio. Irgendwie wirken dann etliche Aussagen wenig glaubwürdig. Genauso unglaubwürdig ist die Aussage, dass das BSW für einen Politikwechsel stünde. Bewiesenermaßen steht das BSW für ein Weiterso. Die Anbiederung an die AfD trägt die Basis nicht mit, war es doch erklärtes Ziel genau dieser Stimmen zu entziehen.

    Tatsächlich gibt es eine Repräsentationslücke in dem Segment wo die Wagenknecht-Partei steht. Diese Partei hat allerdings klar gezeigt, dass sie ungeeignet ist diese Lücke zu füllen.

    Kleiner Tipp für die großen Strategen des BSW: nehmt Wagenknecht aus der Öffentlichkeit. Sie steht einfach nicht für Aufbruch.

    1. Sie schreiben:
      „Wagenknecht ist 4 Mio schwer, ihr Gatte knapp 20 Mio.“
      Haben sie Belege für diese Aussage?

      „Irgendwie wirken dann etliche Aussagen wenig glaubwürdig.“
      Könnnen sie das begründen? Kann, wer viel Geld hat, keine vernünftigen Positionen vertreten?

  8. Man sollte nicht nur den Herrschenden misstrauen, sondern auch denjenigen, die versprechen, sie zu ersetzen.

    Das BSW lebt stark von der Strahlkraft der politischen Marke „Sahra“. Wer aber eine Bewegung um eine Person herum organisiert, macht mich sehr misstrauisch. Allzu oft wird dabei nur eine alte Abhängigkeit gegen eine neue eingetauscht. Der Name über dem Eingang wechselt, das Prinzip dahinter bleibt erstaunlich ähnlich.

    Leute, mal ehrlich: Das BSW ist doch weniger ein Ausbruch aus dem Politzirkus denn dessen neueste Darbietung.

    Es verspricht „Vernunft“ statt Ideologie, Nähe zu den „einfachen Leuten“ und einen Politikstil, der endlich mit dem bisherigen Betrieb „brechen“ soll. Aber wo ist die Substanz? Solche Versprechen sind alle nicht wirklich neu. Fast jede Partei beginnt als Protest gegen das System. Die meisten enden dann als dessen Hausmeister.

    In Thüringen und Brandenburg wirkte es jedenfalls nicht so, als hätte das BSW lange überlegt, ob es „Verantwortung“ übernehmen möchte. Das Handtuch für den Platz an der Sonne lag bemerkenswert früh bereit.

    Wer braucht also das BSW?

    Wer eine „gut ausgestattete Bundeswehr“ sucht, findet Parteien, die seit Jahrzehnten aufrüsten.

    Wer etwas gegen „Ausländer“ sucht, findet Parteien, die seit Jahrzehnten alle Probleme an Fremden festmachen.

    Wer nach „wirtschaftlicher Vernunft“ sucht, findet Parteien, die seit Jahrzehnten dem Leistungsethos huldigen.

    Wer nach „staatlicher Autorität“ und „Sicherheit“ sucht, findet Parteien, die seit Jahrzehnten nicht genug Staat bekommen können und noch den letzten Winkel ausleuchten.

    Wer etwas gegen die „Eliten“ sucht, findet Parteien, die seit Jahrzehnten versprechen, mit den Eliten aufzuräumen.

    Und wer allgemein Schuldige statt Lösungen sucht – der findet auch sein Angebot.

    Der politische Markt ist also gut sortiert. Alle verkaufen Sehnsüchte, das BSW verkauft dieselben Sehnsüchte mit anderer Verpackung. Warum sollte ausgerechnet diese Ware halten, was auf der Verpackung steht?

    Für mich ist das BSW kein Ausbruch aus der politischen Hölle. Es ist eher das Angebot, den vergifteten Kelch für eine Weile an den Nachbarn weiterzureichen. Für kurze Zeit in einem anderen Winkel des Pandämoniums Platz zu nehmen und den verdammten Seelen beim Rösten zuzusehen.

    Bis man feststellt, dass der Rauch dort auch nicht anders ist. Und man selber an die Reihe kommt…

  9. Bei allen was Recht ist: Was haben wir denn hier zur Wahl?
    Einen strukturell korrupten Kanzlerwahlverein namens CDU,
    eine Partei deren Alleinstellungsmerkmal der Verrat ihrer Wählerschaft schon seit Generationen darstellt, vulgo: SPD,
    ein – Gott-sei‘s-gedankt – endlich aus purer Dämlichkeit in der Versenkung gestrandeter parlamentarischer Arm einer Lobby-Veranstaltung von Gnaden industrieller Großbourgeoisie, kurz: FDP,
    eine sehr ähnliche Konglomeration in Grün, die ihre Geschwister im Geiste in der Disziplin der Opportunismus noch um Längen übertrifft, aber mit moralinsaurer Wokeness im Trüben uneingestandener Ressentiments derart fischt und sich als die wahre Bellizisten zu inszenieren nicht müde wird, dass sie zurecht als das neue „Braun” zu firmieren erkannt wird (die Grünen)
    und schlussendlich eine zum inneren Feindbild hoch gejazzte völkische Folklore-Truppe, die als nützlicher Popanz, als Kontrast-Folie zum Inszenieren wahrer Demokraten herhalten muss.
    Dagegen erscheinen mir die Einlassungen von Frau Wagenknecht doch recht plausibel und nachvollziehbar.

    1. Aber hallo, die Frau will 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger steuerlich entlasten, bezahlbare Mieten, armutsfeste Renten, eine gesteuerte Migrationspolitik und keine offenen Grenzen.

      Das können die besserverdienenden Reichen und vor allem „Superreichen“ und ihre medialen und politischen Stiefellecker nicht zulassen. Schließlich wollen die Reichen auch einmal zu den milliardenschweren „Superreichen“ gehören und die „Superreichen“ wollen immer noch reicher und reicher und reicher und reicher werden.

      Deshalb müssen die bürgerlich-konservativen Stiefellecker der Reichen und „Superreichen“ zum Beispiel die Geringverdiener gegen die Arbeitslosen und Bürgergeldempfänger aufhetzen. Das unterscheidet Frau Wagenknecht von Frau Weidel bzw. das BSW von der AfD, denn die Sozialdarwinisten von der AfD sind immer mit dabei, wenn es gegen die faulen und „reichen“ Bürgergeldempfänger geht. Auf der anderen Seite küsst die Frontfrau der AfD, Alice Weidel, einem „Leistungsträger“ und „armen“ Multimilliardär wie Elon Musk in einem Interview die Füße, wenn dieser behauptet, Adolf Hitler wäre kein Rechter, sondern ein Kommunist bzw. Sozialist gewesen.

      Warum hat der „nicht-rechte“ Adolf Hitler mit seinen „nicht-rechten“ Deutschen dann 1941 das kommunistische Russland aka die „Bolschewisten“ überfallen?

      Wieso hat der „nicht-rechte“ Adolf Hitler mit seinen „kommunistischen“ Helfershelfern dann 2,5 bis 3 Millionen kommunistische russische Kriegsgefangene umbringen lassen?

      Warum hat der „nicht-rechte“ Adolf Hitler den kommunistischen Häftlingen in den konzentrierten Lagern einen roten Winkel verpasst bevor viele erschossen, erhängt, erschlagen, zu Tode gepügelt, durch „Arbeit vernichtet“ wurden oder einfach „nur“ erfroren oder langsam verhungert sind?

      Warum hat der „nicht-rechte“ Adolf Hitler zwischen 1939 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 rund 250.000 Behinderte und Kranke (Stichwort: Euthanasie) und rund 250.000 Sinti und Roma ermorden lassen (Stichwort: Zigeuner)?

      Adolf Hitler und seine „nicht-rechten“ Helfer haben in den Konzentrationslagern nicht nur Juden ermordet, sondern auch Kommunisten, Pazifisten, Pfarrer, Gewerkschaftler, Sinti und Roma, Homosexuelle, Widerstandskämpfer und viele andere, die nicht in das „kommunistische“ Weltbild der anständigen, ordentlichen, aufrechten, fleißigen, pünktlichen und sauberen Deutschen passten. Habe ich etwas vergessen? Ja, „christlich“ bzw. römisch-katholisch oder protestantisch-evangelisch war die Mehrheit der Deutschen damals bekanntlich auch noch.

      Wenn man Adolf Hitler GLEICHZEITIG als „Kommunisten“ und als „nicht rechts“ bezeichnet, wo verortet man sich dann selbst? Und die Antwort lautet: Man gehört zu den Sozialdarwinisten und radikalen Extremisten der bürgerlich-konservativen und „liberalen“ Mitte. Noch Fragen Hauser? Nein Kienzle!

      1. Wenn Ihre so titulierten „Sozialdarwinisten und radikalen Extremisten“ Frieden mit Russland machen, dann ist das allemal besser als die aktuelle „demokratische“ Untergangspolitik.

        1. An dieses Märchen von der „Friedenspartei“ AfD glaube ich keine Sekunde. Diese Leute sind Fleisch vom Fleische der „Berufs-Christen“ und wollen es nicht anders, sondern lediglich „besser“ machen, d.h. noch totalitärer, militaristischer und ausbeuterischer.

          1. Die AfD wird früher oder später regieren, das können auch die Omas gegen rechts oder @DIRTY OPERATING SYSTEM nicht ändern. Die Frage ist, ob sie dann mit den „Berufs-Christen“ regiert oder mit dem BSW. Meiner Ansicht nach sollte sich das BSW um die AfD bemühen, es gibt ja einige positive Ansatzpunkte.

            1. Davon kann man fast ausgehen. Natürlich werden sich dann die „Berufs-Christen“ anwanzen, denn wenn es um Macht geht, vergisst man in diesen Kreisen gern mal die „christlichen“ Tugenden…

      2. Nicht zu Vergessen, dass die Pläne der NordAtlantischen TerrorOrganisation in den Nordatlantik fielen, wenn das BSW stark genug wäre. Das werden die Milliardäre und Geheimdienste nicht zulassen.

  10. Es tut mir leid, sehr geehrtes Publikum,
    [ des Videos] bist du wirklich so dumm ?

    Diese Debatte hier ist eine depperte.

  11. Frau Wagenknecht kann vielleicht Vereine und Parteien gründen, aber nicht leiten und führen!
    Eine offensichtlich angeborene Gutgläubigkeit und Naivität, die immer deutlich erkennbar war, ließen ihre Auftritte in Talkshows zu einer Veranstaltung zum “fremdschämen“ werden. Selbst auf einfache mediale Tricks, die von “mit allen Wassern gewaschenen“ Moderatoren angewandt wurden, erkannte Sie nicht, und fiel auf diese herein. So wurde Sie öffentlich vorgeführt, was ja auch immer das eigentliche Ziel dieser Talkshows war.
    Für den Moment eines Augenblickes barg in der neuen Partei BSW für viele Ostdeutsche , das zeigten ja die Landtagswahlergebnisse ganz deutlich, die Hoffnung und die Möglichkeit der westdeutschen Vormundschaft und Vorherrschaft in Ostdeutschland etwas entgegen zu setzen.
    Diese stillen Hoffnungen und Erwartungen wurde bitter enttäuscht!
    Das BSW als Partei wird in die Bedeutungslosigkeit versinken!

  12. Das Leid mit der Ideologie ist, das daß Opfer Mensch einfach nicht begreifen will:
    Es regiert nur eine einzige Ideologie Kapital.
    Jede praktizierte Ideologie darunter, spricht darüber, wie man sein Leben gestalten kann vom Lohn des Bürgers.
    Die gesamte Welt wird nach einem Model umgebaut, die Bürokratie wird zusehends aufgeblasen damit das postmoderne System jeden Bürger auf dieser Welt unter seiner Kontrolle stellt.
    Dieses System kann nicht eine linke oder rechte Ideologie ändern.
    Die Bürger müssten das erkennen, tun sie aber nicht!

    1. „Die gesamte Welt wird nach einem Model umgebaut, die Bürokratie wird zusehends aufgeblasen damit das postmoderne System jeden Bürger auf dieser Welt unter seiner Kontrolle stellt.

      Die Bürger müssten das erkennen, tun sie aber nicht!“

      Es ist viel schlimmer, SW bringt es in dem Interview auf den Punkt. Aber, statt mal genauer hinzuhören, pflegt der schlafmützige Michel seine Vorurteile. Die Hütte brennt und die einzige Partei, in der noch Vernunft herrscht, wird niedergemacht, wird auch hier ganz deutlich. Offensichtlich muss es noch viel schlimmer kommen im Land, bevor es nochmal besser werden kann – wenn überhaupt, wenn wir dann nicht schon alle tot sind.

  13. Soll ich mir dieses Gespräch anhören? Das meiste, was Frau Sagenknecht sonst sagt, halte ich für zutreffend. Aber:
    1000 mal gehört, 1000 mal ist nichts passiert. Deshalb spare ich es mir. Aber viele Kommentare waren treffend.

    Es gibt Restaurants, die draußen eine verlockende Speisekarte hängen haben. Man geht rein, die Tische sind recht nett gedeckt – aber es ist kein Mensch da. Das ist das BSW.

    Wo soll ich dann essen gehen? Wenn alle anderen nur Sushi anbieten, das ich gar nicht mag? Man muss nicht essen gehen. Man kann auch zu Hause bleiben.

    1. Kleine Ergänzung: Es scheint wohl alles auf AfD+BSW gegen den CDU/SPD/Grüne/Linke/FDP heraus zu laufen. Frau Wagenknecht will ihr Bündnis (für was steht der jetzt Name eigentlich?) der AfD als Mehrheitsbeschafferin zur Verfügung stellen. Das ist die einzige Option die sie hat. Aber sie hat bei den Linken das Handtuch geworfen, wo die Schnittmengen trotz aller Differenzen immer noch deutlich größer waren, als mit einer durch und durch neoliberalen Alice Weidel. Nach dem Motto „Schlimmer als mit den anderen kann es nicht werden“ wird so mancher diesem Bündnis eine Chance geben wollen. Auch wenn das arithmetisch langen könnte, und jemand wie Tino Chrupalla eine solche Zusammenarbeit vielleicht repräsentieren könnte, scheint das doch Wunschdenken zu sein. Es fällt es mir schwer zu glauben, dass ein solches Zweckbündnis auf Dauer hält.

      Das gegenwärtige politische Establishment in West+Mitteleuropa sind wie die Titanic kurz vor dem Auftreffen auf den Eisberg. Noch fährt das Schiff, noch könnte man das Ruder herumreißen, aber man will den Eisberg partout nicht sehen. Lohnt es da noch, sich um einen Platz auf der Kommandobrücke zu bemühen? Oder wäre es besser, die Unbelehrbaren machen zu lassen und statt dessen gleich die Rettungsboote flott zu machen? Aber ob das BSW für diese Knochenarbeit die richtige Mannschaft hat? Da diskutiert man lieber auf der Kommandobrücke über den richtigen Kurs bis das Schiff versunken ist.

  14. Mein Kommentar, der etwas drastischer formuliert war um aufzurütteln, wird nicht eingestellt. Alles klar, es geht nur Friede, Freude, Eierkuchen – bis wir dann im atomaren Feuer verglüht sind. Das war dann mein letzter Kommentar zu politischen Themen, hier. Es bleiben nicht mehr viele Themen, bis ich hier ganz weg bin.

  15. Was Frau Wagenknecht selber als Einzelperson sagt, ist ja durchaus interessant und sinnvoll.

    Von ihrer Partei, dem BSW, kann man das indessen bisher nicht sagen, denn diese Partei hat in den Landtagen, wo es bisher vertreten war/ist, überhaupt nicht überzeugen können. Besonders problematisch scheint mir dieser Crumbach in Brandenburg gewesen zu sein, aber auch in Thüringen haben die BSW-Vertreter letztlich nur (pflichtgemäß?) als Mehrheitsbeschaffer für die ohnehin schon Mächtigen agiert.
    Da ist enorm viel Kredit verspielt worden.

    Mal abwarten, ob das BSW nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erstens überhaupt in den Landtagen vertreten sein wird und wie die Abgeordneten – so sie über 5 % liegen – dann bei der Wahl zum Ministerpräsidenten abstimmen. Nur und AUSSCHLIESSLICH durch eine Nichtkooperation mit dem Establishment und durch eine Koop mit der AfD könnte es wieder positives Profil gewinnen. Das dürfte zwar zum Verlust einer gewissen Wählergruppe führen – @Otto0815 wird dann vermutlich wieder die SPD oder die PDS wählen – aber ohne die genannte Ausrichtung ist die ganze Partei überflüssig und würde auch so wahrgenommen.

    Gibt es eigentlich im Netz ein Videogespräch von Wagenknecht und Höcke? Wäre auch deshalb interessant, weil sie – im Gegensatz zu den Behauptungen in der Propaganda – in Wirklichkeit gar nicht so furchtbar weit auseinanderliegen.

    1. Zitat 1: „Nur und AUSSCHLIESSLICH durch eine Nichtkooperation mit dem Establishment und durch eine Koop mit der AfD könnte es wieder positives Profil gewinnen.“

      Man merkt, da schreibt ein jüngerer Kopf! In der Jugend hat man noch Träume, mit dem Alter kommt die Erfahrung. Denn die AfD ist doch längst Teil des Establishments: Sie stellt einen Landrat, sitzt in zahllosen Kommunalparlamenten und produziert Hoffnungen, die sich früher oder später als Verwaltungsvorgang erweisen.

      In meiner Jugend gab es erst die NPD, dann die APO, später die Grünen, die REP, Schill und noch einige andere. So viele Heilande verschlissen sonst nur die Clubberer an Trainern!

      Man könnte fast glauben, „Anti-Establishment“ sei kein politischer Standpunkt, sondern ein Wanderpokal, der regelmäßig den Besitzer wechselt. Kaum sitzt einer am Koalitionstisch, wird schon der nächste als Revolutionär gehandelt.

      Es ist auch irgendwie rührend, wie hartnäckig die Vorstellung überlebt, ein politisches Profil entstehe durch die Wahl des Koalitionspartners. Das erinnert an jene Halbstarken, die überzeugt waren, man werde automatisch interessant, wenn man dieselben Turnschuhe trägt wie die Oberprimaner vom Schulhof.

      Zitat 2: „Gibt es eigentlich im Netz ein Videogespräch von Wagenknecht und Höcke?“

      Eine klassisch moderierte Videodiskussion der beiden gibt es meines Wissens nicht. Aber braucht es das wirklich? Man kann sich aus den einschlägigen Interviews und YouTube-Schnipseln auch selbst ein Medley zusammenschneiden. Immerhin hätte man so in fünf Minuten mehr politische Substanz beisammen als manche Partei in fünf Legislaturperioden.

      PS: Die Grenzen wurden nicht 2015 geöffnet. Das konnte ich dir letztes Mal nicht schreiben, weil die Antwortfunktion streikte. Aber den Stein ins Rollen brachte Kohl mit Schengen, nicht sein Mädchen mit Budapest. Geschichte ist oft komplizierter als die Geschichten, die man über sie erzählt.

      1. @Sepp Gladiola

        Ihr Satz: „Denn die AfD ist doch längst Teil des Establishments“ setzt so extreme Maßstäbe an, dass die Aussage für mich abwegig ist. Nein, vom Mars ist die AfD in der Tat nicht.

        Mit „Establishment“ meine ich lediglich, dass eine Partei/Gruppierung heute nicht dem seit Schröders und Merkels Zeiten regierenden Parteienblock (von SPD – CDU – Grüne – [FDP] und PDS/Linke) angehört. Das reicht.
        Und das ist insbesondere für jene Wähler wichtig, die seit Jahren von der behaupteten Alternativlosigkeit der Politik der regierenden Parteien abgestoßen sind. Dazu gehören gewiss auch die BSW-Wähler.

        Dass sich das BSW – wie Sie ja auch erwähnen – in Brandenburg und Thüringen als Mehrheitsbeschaffer für eben diese „alternativlosen“ Establishmentparteien sogleich einen Platz an der Sonne ergattern wollte, das war der vermutlich kaum je wieder gut zu machende Ur- und Anfangsfehler des BSW! Sozusagen die Urkatastrophe.
        Vermutlich ein Fehler, der NIE mehr korrigiert werden kann, denn sowohl ein Weitermachen als Mehrheitsbeschaffer für die Establishmentparteien wird von den klassischen BSW-Wählern nicht verziehen wie auch ein regelrechtes Koalieren mit der AfD.

        Von daher ist Wagenknechts Vorschlag einer von AfD und BSW gestützten oder zumindest tolerierten Expertenregierung aus ihrer Sicht wirklich die gegenwärtig beste und klügste Strategie! Einerseits will sie die Rolle des BSW als Mehrheitsbeschaffer für die Establishmentparteien beenden, andererseits will sie mit der AfD keine offizielle Koalition bzw. allgemeine Zusammenarbeit, sondern lediglich eine auf gewisse Sachfragen hin begrenzte Kooperation. Das ist klug!

        Ihr Verständnis von „Establishment“ ist ein anderes und über meines hinausgehendes. Dass es immer ein Establishment und eine hierarchisch gestufte Gesellschaft gibt, das ist eben Teil der Weltordnung und daher kein Problem.

        Auch der Satz: „PS: Die Grenzen wurden nicht 2015 geöffnet. “ ist doch nur haltbar, wenn man von ganz weit weg betrachtet und den dramatischen Unterschied in der Menge(!) zwischen 2015 ff und – sagen wir mal – 2000 oder 2005 ignoriert.

        Zu berücksichtigen ist auch, dass die AfD-Landesverbände der ostdeutschen Länder – und um die geht es ja hier ! – ein eigenes Profil haben, sodass das übliche Narrativklischee von Linken und Linksliberalen (-> AfD als in erster Linie neoliberal) schlichtweg falsch ist. Gewiss gibt es in der AfD auch Parteimitglieder, die hauptsächlich neoliberal und transatlantisch sind, z.B. Lucassen), aber es ist natürlich ein gravierender Fehler (bzw. bloß eine taktische Finesse), daraus auf die Partei als Ganzes zu schließen. Und für die ostdeutschen Verbände gilt das noch mehr.

        Natürlich werden weder die AfD noch das BSW eine grundsätzliche Änderung der Verhältnisse bewirken können oder Utopien verwirklichen können. Das ist sowieso klar. Die einzige sinnvolle Aufgabe, die diese Parteien haben, besteht darin, zur Korrektur einiger besonders desaströser Fehlentwicklungen beizutragen.

        Finde ich ja bemerkenswert, dass sie sich von einem (theoretischen) Gespräch zwischen Höcke und Wagenknecht so viel Substanz versprechen.

        Abschließend: Ich Sie doch bitten, auf dieses kindliche Duzen zu verzichten und beim Sie der Erwachsenen zu bleiben.

        1. Man kann „Establishment“ natürlich immer so definieren, dass die aktuelle Flamme nicht dazugehört. Das ist bequem, aber analytisch wie beziehungstechnisch unerquicklich. Eine Partei mit hunderten Mandatsträgern, professionellem Funktionärsapparat und Mästung durch staatliche Parteienfinanzierung ist vieles – aber ganz gewiss keine ausgestoßene Bande von Bettelbrüdern.

          Auffällig ist überhaupt, wie sehr „Establishment“ hier als moralische Kategorie behandelt wird. Eine Partei gehört demnach so lange nicht dazu, wie sie noch nicht mitregiert. Das erklärt vielleicht auch, warum die AfD seit Jahren fieberhaft versucht, endlich mitzuregieren:

          2019 bot Björn CDU und FDP eine gemeinsame Regierung an.

          2020 wählte er Kemmerich zum Ministerpräsidenten. Die AfD-Spitze bettelte mehrfach um Koalitionen mit der Union, die sie zugleich angeblich so verabscheut.

          2024 suchte Björn das Gespräch mit dem BSW und erneut mit der CDU.

          2026 schlug die AfD in Baden-Württemberg der CDU den Ministerpräsidenten vor und erklärte offen, in fünf Jahren gemeinsam mit ihr regieren zu wollen.

          Die Blockparteien überwinden, indem man mit ihnen regiert! Das System stürzen, indem man in seinen Regierungen sitzt! Das Establishment bekämpfen, indem man um Aufnahme bittet! Und immer diese romantische Sehnsucht nach ewiger Außenseiterschaft. Das hat wirklich etwas Rührendes.

          Zu meiner Zeit nannte man dieses Projekt den „Marsch durch die Institutionen“. Heute trägt die Revolution Sakko, beantragt Ausschussvorsitze und interessiert sich auffällig für Ministerien und Staatskanzleien. Angeführt wird sie von Commandante Björn Dutschke. Als Geschichtslehrer hat er den langen Marsch der 1970er offenbar aufmerksam studiert. Jedenfalls scheint ihm die Aussicht, vom Widerstandskämpfer zum Behördenleiter aufzusteigen, nicht völlig unsympathisch zu sein.

          Auch die Rede von den „geöffneten Grenzen“ lebt von einer eigentümlichen Optik. Warum soll man bei Migration ausschließlich auf 2015 starren, aber nie auf 2022? Oder 1991? 2000 und 2005 sind übrigens auch jeweils netto rund 200.000 Menschen mehr zugewandert als abgewandert. Die Frage ist ohnehin nicht, ob die Grenze offen oder geschlossen ist. Grenzen sind keine Fenster. Die Frage lautet: Welche Ausländer will man – und zu welchem Zweck?

          Und schließlich danke ich für die Belehrung über das „Sie der Erwachsenen“. Es ist tröstlich zu erfahren, dass politische Reife nicht an Argumenten, sondern an Personalpronomen erkannt werden kann. Da sind die Blau-Wähler den Grün-Wählern erstaunlich ähnlich. Die alten Griechen hätten sich viele philosophische Mühen sparen können.

  16. Das BSW stellt vor allem für die AfD ein Problem dar. Das zeigen auch die Beiträge dieses Forums deutlich.

    Viele sitzen dem Irrtum auf, das BSW konkurriere um Wähler der AfD. Das ist falsch! Wählerwanderungen zeigen eindeutig, dass die meisten BSW-Wähler von linken Parteien kommen, vor allem von der SPD. Viele sind Arbeiter und Rentner.

    Die AfD hätte gern, dass es zu ihrem blauen Neukonservatismus keine Alternative gebe – und schon gar keine linke. Deshalb ist sie auch hier im Forum so aktiv. Das BSW hindert die AfD daran, weitere Wähler, die von den ehemals linken Parteien enttäuscht sind, zu sich herüberzuziehen.

    Als Friedenspartei ist die AfD ohnehin ein Witz für die Leichtgläubigen: Viele AfD’ler glauben immer noch, dass Trump den Frieden bringen werde, obwohl sich längst erwiesen hat, dass das Gegenteil stimmt. Ansonsten gibt es in der AfD ein großes Klientel der Sicherheitsapparate, die das nachplappern, was die Bundeswehr sagt. Ein bisschen mehr Deutschlandfahne auf alles drauf, und dann wird es mit der AfD so weiter gehen wie bisher: NATO, die angeblichen „deutschen“ Waffen der US-Firma „Rheinmetall“, US-Vasallentum, Aufrüstungsspirale, Atomwaffen, Sozialabbau bis zur Massenverarmung.

    Der AfD-Landesverband Brandenburg hat kürzlich klargemacht, dass er an Hitlers Russlandfeindschaft anknüpfen will („Tag der Vernichtung“). Die AfD-Bundespartei wird folgen, sollte sie z. B. von Merz dazu aufgefordert werden.

    Und aus den Sicherheitsapparaten kommt die AfD-nahe Fake-Liste „Bündnis für Deutschland“, perfekt organisiert mit Direktkandidat in jedem Wahlkreis, ohne jemals öffentlich aufzutreten, die – mit Duldung der Falschauszählungen durch die Wahlleiter – dem BSW die Stimmen zum Einzug in den Bundestag geklaut haben. In der DDR wäre das Wahlfälschung genannt worden.

    1. Schockierend guter Beitrag, @Vende!

      Man fragt sich natürlich, ob das sächsische BSW hier völlig eigenständig handelt oder ob dies in Übereinstimmung mit der Parteileitung und Frau Wagenknecht geschieht …

      Mit Ihrem Satz zu den Stalinisten haben Sie natürlich recht! Zwar ist es nicht so, dass nur Stalinisten und ihre geistigen Verwandten so gehandelt haben, aber das schmälert trotzdem nicht den Wahrheitsgehalt Ihres Satzes.

      Vermutlich ist es so, dass all jene politischen Richtungen in stärkerem Maße zu Überwachung, Lenkung und Kontrolle tendieren – und zwar so weit, wie es die jeweiligen technischen Möglichkeiten zulassen – denen es ein wichtiges und stets moralisch verbrämtes Anliegen ist, die Menschen in Richtung auf eine Vision und ein angeblich erstrebenswertes hehres Ziel hin zu bewegen.
      Da sind sich dann plötzlich so manche politischen Richtungen einig.

      1. Drollig! Ihr diskutiert, wer euch mit welcher Moral besser führen soll – und wundert euch, dass die lenkende Hand auch noch Werkzeuge braucht! Ob grün, ob blau, ob lila oder nicht: alle stehen stramm für mehr Kameras und noch mehr Datensammelei.

        Überwachung ist kein Ausrutscher einer Idee, sondern ihr natürlicher Schatten, sobald jemand glaubt, Menschen müssten in eine bessere Form gebracht werden. Und ganz gleich, welche Farbe das Etikett trägt: Wer regieren will, will sehen, speichern und sortieren – schon allein aus Zugriffsnotwendigkeit.

        Meine Erfahrung ist: Je größer das Ziel, desto kleiner wird der Raum für den Menschen darin. Und während ihr über die Farbe der Zukunft streitet, baut ihr brav die Infrastruktur für eine Verwaltung, die euch weiter zähmt.

        Mir sind die Heilande und Utopien alle gleich zuwider. Ob links, ob rechts, ob mittig. Ich brauche deshalb auch keine Gegenutopie. Wer einmal ernsthaft nachdenkt, der tritt aus dem Spiel – denn Leben, das sich selbst genügt, ist schwer zu lenken. Deshalb interessiert es so wenig.

        Aber beschäftigt euch ruhig damit den Stall zu verschönern, in dem der Gaul schon lange an die Kette gelegt wurde. Irgendwann wundert auch ihr euch über die Stille.

        1. @ Sepp Gladiola

          Sie irren, wenn Sie meinen, dass ich hier grundsätzlich anderer Meinung wäre als Sie selbst.

          Ihr Satz
          „Überwachung ist kein Ausrutscher einer Idee, sondern ihr natürlicher Schatten, sobald jemand glaubt, Menschen müssten in eine bessere Form gebracht werden.“
          ist doch vollkommen richtig.

          P.S.
          Welchen Namen hatten Sie eigentlich früher? Ich habe zwar eine gewisse Ahnung, aber ein Hinweis wäre doch hilfreich.

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