Beeinflussen Umfragen die Politik, Herr Binkert?

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube (öffnet in neuem Tab).

Meinungsumfragen sollen zeigen, wie die politische Stimmung im Land ist. Aber bilden sie tatsächlich nur Meinungen ab – oder wirken sie selbst auf Wähler, Parteien und öffentliche Debatten zurück?

Mit INSA-Gründer Hermann Binkert sprechen wir über die Macht der Demoskopie, die Entstehung politischer Prognosen und einen besonderen Blick auf Sachsen-Anhalt.

Hermann Binkert kennt das Geschäft mit Zahlen, Stimmungen und politischen Trends aus nächster Nähe. Im Gespräch geht es darum, wie aus Befragungen Prozentwerte werden, welche Rolle Auswahl und Gewichtung der Befragten spielen und warum Umfragen weit mehr Aufmerksamkeit bekommen als nur am Wahlabend. Außerdem richtet sich der Blick auf Sachsen-Anhalt und die Frage, was sich dort politisch abzeichnet.

Redaktion

Redaktion
Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
Mehr Beiträge von Redaktion →

Ähnliche Beiträge:

12 Kommentare

  1. Speerspitze deutscher Schlüsselindustrie
    abgebrochen – VW am Ende.
    60 000 Beschäftigte sollen Job verlieren.
    ( Quelle:Papier d. VW-Konzernvorstands )

    https://www.jungewelt.de/artikel/529077.autoindustrie-die-letzten-tage-von-vw.html

    Deutschland hat in der ersten Jahreshälfte Militärgüterexporte im Wert von fast 800 Millionen Euro nach Israel genehmigt, und zwar inmitten des Völkermords in Gaza.
    ( Quelle: Parlamentarische Anfrage Linkspartei )

    https://www.aa.com.tr/en/europe/germany-approves-nearly-930m-in-arms-exports-to-israel-amid-gaza-genocide/4045528

    1. Der Unterschied zwischen Bauern ♟️und Schafen 🐑 ist in einem feudalen Staat 👑 tatsächlich nicht sehr groß. Auf einen Bauern oder ein Schaf mehr oder weniger kommt es auch im feudalalen Kapitalismus 🏦 💰 nicht an. Es heißt auch Bauernopfer und nicht Turm-, Springer-, Läufer- oder Damenopfer. Man „opfert“ einen oder auch mehrere Bauern, um dafür einen strategischen Vorteil bekommen und der König den Krieg gewinnt.

  2. Selbstredend beeinflussen diese Umfragen und die Umfrageergebnisse die Wahlentsscheidung. Die Frage ist, wer dadurch beeinflusst wird und in welchem Umfang sich das auswirkt.

    Relevanz besitzen die Umfrageergebnisse vor allem für Wähler, die noch unentschlossen sind und die Wechselwähler. Wer seit 60 oder 70 Jahren die Partei der Scheinheiligen und Asozialen wählt, der dürfte im Alter wohl kaum eine linke Partei wählen.

    Ein einfaches Beispiel:
    Situation A: Nehmen wir an an, ein potentieller Wähler sympathisiert mit der Partei „Frieden, Freiheit, Demokratie und Sozialstaat“ (FFDS) und die Partei FFDS würde in den Umfragen derzeit stabil zwischen 4,8 und 5,2 Prozent liegen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein potentieller Wähler diese Partei wählt, verglichen mit der Situation B sehr hoch, weil der Wähler davon ausgehen kann, dass die Partei über die 5-Prozent-Hürde kommt und seine Stimme nicht „verloren“ ist.

    Situation B: Nehmen wir an an, ein potentieller Wähler sympathisiert mit der Partei „Frieden, Freiheit, Demokratie und Sozialstaat“ (FFDS) . Er „weiß“, dass diese Partei bei den Umfragen derzeit bei 3,5 bis 4 Prozent liegt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass er diese Partei wählt im Vergleich zu A sicherlich niedriger, weil der Wähler davon ausgeht, dass die Partei nicht über die 5-Prozent-Hürde kommt.

    1. Ich bin mal auf schlechte Umfragewerte reingefallen. In der Kommune gab es ein Referendum, also eine Sachfrage, eine schöne Sache. Da die Medien übel gegen die Opposition hetzten, klar gekauft waren und mit der Regierung verbandelt, und weil die Opposition, die Nein-Stimmen, eh weit unter 50 % lagen, bin ich nicht hin, um die zu wählen. Das Ergebnis war dann 49 % zu 51 %.

  3. 1. Ich hätte bei dem Lebenslauf auch erwähnt, dass er für die Abgeordnete Claudia Nolte Büroarbeit und bei der CDU Karriere machte in der damaligen Regierung von Kohl.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Binkert

    Gut, später fragt das der Herr Lapuente. 2014 ausgetreten – steht nicht in der Wiki. Weshalb? Wie so oft veraltet… .

    2. bei ca. 8 min sagt er „Es hat niemand die Wähler in der Hand, die entscheiden da schon noch selbst.“ äh …. Weil sie als mündige Bürger rationale Entscheidungen treffen und sich nicht beeinflussen lassen von manipulativer Wahlwerbung und Wählerumfragen (strategisches Wählen)? Gut, wenn man an diese „repräsentative Demokratie“ glaubt, dass das alles so passt und wunderbar ist, dann ist das so … Ich hätte mir aber eine Nachfrage gewünscht. Für ihn ist es natürlich auch so, dass er als ganz rechtschaffender Bürger, der so einen abhängigen Job macht, sowas auch sagen muss. Später redet er dann ausführlich über strategisches Wählen (und Pferderennenjournalismus), wo er noch fleißig Brennstoff für liefert mit seinem Institut. Schon alleine die Repräsentativität lässt sich in mehrfacher Hinsicht bezweifeln und ob das überhaupt eine richtige Demokratie ist, sowieso.

    3. In Frankreich sind Wählerumfragen 1 Woche vor der Wahl verboten wegen dem Mitläufereffekt. Die Idee hatte da mal wer 1977. Das wäre doch eine gute Nachfrage, was er davon hält.

    4. Er nennt die Konsumenten der Produkte seines Unternehmens folgerichtig „Kunden“. Später sagt er, es sei ein gutes Zeichen für eine repräsentative Demokratie, wenn eine Angebotslücke entstünde, dass die dann gefüllt würde. Klingt alles schwer nach Angela Merkels marktkonformer Demokratie. Darauf könnte man dann fragen, ob sich marktkonforme und repräsentative Demokratie vertragen?

    5. „Viel wichtiger als die Meinungsforscher sind die Meinungsbildner. Wir brauchen Leute, die Leitplanken vorgeben und dann können sich die Leute orientieren.“ Das Zitat ist auch ein Hammer. So haben wir das in der Schule nicht gelernt und wie seine ganze Erzählung ist das nicht die volle Wahrheit, sondern nur was man als „middle management“ bezeichnet. Das ist seine Interpretation, die erzählt und erzählt bekommen hat. Die Meinungsbildner (Euphemismus) sind vornehmlich Profitlobbyisten, also professionell angestellte Lobbyisten wie er selbst. Sie werden von Jemandem angestellt, der sie bezahlt. Er erzählt was von Angebotslücke, aber das hätte auch eine andere Seite, nämlich die Nachfragelücke, dass also Jemand diese Nachfrage nach rechten und natürlich schön marktkonformen Parteien weltweit geschaffen hat.

    Ich habe das bei ca. Minute 32 abgebrochen. Schon sein Auftreten sagt, dass er mir nichts zu sagen hat, Technokrat eben. Das merkt man auch besonders daran, wie er eigentlich Schlangenöl verkauft, was von „Meinungsbildnern“ erzählt, aber selbst angeblich Keiner ist, sondern „nur“ ein Meinungsumfrager.

    Als langjähriger Nichtwähler will ich noch einmal betonen, dass es keine rationalen Wähler gibt. Die scheitern nämlich an der Unmöglichkeit bei dem Wirrwarr an Parteien und ihren Programmen, möglichen Koalitionen und manipulativen Verhalten der Politiker und Medien, wo es oft mehr um Personen als Inhalte geht, eine rationale Entscheidung zu treffen. Sie alle belügen sich selbst und lassen sich belügen. Es gibt auch mangelnde Transparenz bei Parteispenden. Daher wird strategisches Wählen und Personenwahlkampf so attraktiv – und letztlich profitiert der Herr Blinkert davon. Dass die Politiker „dem Volke dienen“, wie es oft gesagt wird, ist nur eine Illusion. Das kann man wohl nur erkennen, wenn man sich aus dem Pferderennen verabschiedet und nicht wegen den Pferden verrückt machen lässt. Außerdem gehören beim Pferderennen die Pferde einem Besitzer, will ich noch einmal betonen, nämlich denen, die viel Geld bezahlt haben für das Programm.

  4. Wenn eine Partei in die Nähe der 5% gelangt, hängt es davon ab, wie sie zum Mainstream steht. Bei einer systemrelevanten Partei wird versucht, sie zu stützen, damit sie nicht hinausfliegt, ist es eine unbequeme Partei, wird sie mit allen halbwegs legalen Mitteln bekämpft, so dass sie nicht hereinkommt. Das geht soweit, dass man auch hier und da Wähler „verschwinden“ lässt. Doch die Manipulation findet eher im Vorfeld statt.
    Wie heißt das Sprichwort: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast.
    Zudem hat jede Umfrage selbst bei nicht manipulativer Auswahl rein statistische Fehler.
    Bei 1,7 Mio. Wahlberechtigten (Sachsen-Anhalt) ergeben sich bei 5% Wählern folgende Fehler (Standardabweichung) : Stichprobe 1.000 : +/- 0,7%, 2.000: +/- 0,5%, 10.000: +/- 0,2%
    Doch oft kann durch manipulative Auswahl ein systematischer Fehler erzeugt werden.
    Ganz zu schweigen von ganz anderen Aktionen. Ich sage nur Wannsee 2.0.

  5. Langsam reicht es mit der Zensur hier. Was war an meinem Beitrag auch nur ansatzweise falsch? Ich habe nur mögliche Szenarien beschrieben. Und aufgezeigt, dass Wahlumfragen per se statistisch unsicher sind, solange ich nur geringe Stichprobenumfänge habe. Echt, seid Ihr jetzt auch auf Stichworte fixiert, weil ich die Correctivaktion benannte? Es lohnt sich nicht mehr, hier Kommentare zu veröffentlichen. Die Lebenszeit dafür ist vergeudet. Ciao Amigos. Wahrscheinlich wird das hier erst Recht nicht gebracht. Nun gut.

    1. Ja, und diese (aus der Außensicht) völlig erratische daran ist enervierend. Es gibt mehrere Schichten mit verschiedenen „Antworten“ (Sofortveröffenlichung, Moderatorenvorbehalt oder Nullundweg). Und es gibt verschieden behandelte Kommentatoren. Vielleicht auch Artikel-/Autoren-abhängige Reaktionen. Alles sehr suspekt. Hier wird Wahrnehmung gesteuert. Mies.

  6. „Meinungsumfragen […] wirken sie selbst auf Wähler, Parteien und öffentliche Debatten zurück?“

    Stellt da im Ernst jemand diese Frage?

    Die Wissenschaften von der Meinungsbeeinflussung (gipfelnd in strategische Kommunikation, Propganda, PR, Werbung) arbeiten seit über 100 Jahren daran, wie und mit was man Massen effektiv (fehl-)steuert.

    Und hier soll das schon wieder in Frage gestellt und relativiert werden, was wir alle fühlen und ganz genau wüssten, wenn nicht immer wieder das in Frage gestellt und relativiert werden würde.

    1. @ratzefatz Es geht nicht um die Frage. Es geht darum, wie viele Bürger/Wähler das durchschauen und sich davon beeinflussen/manipulieren lassen oder eben nicht beeinflussen/manipulieren lassen. Wenn es alle wüssten und auch durchschauen würden, dann würde die Propaganda/Manipulation nicht funktionieren.

      Der Kabarettist Georg Schramm formulierte das einmal so (da ging es um Umetikettierung von Fleisch, damit es länger „haltbar“ wird) : „Man braucht Idioten, sonst frisst keiner Gammelfleisch.“

      Man braucht auch Wähler, die Parteien wählen, weil sie glauben, diese Parteien würden ihre Interessen vertreten, aber nicht durchschauen, dass sie sich dabei selbst auf die Finger hauen. Das Faszinierende aus Sicht der Psychologie daran ist, dass es viele Wähler immer wieder machen.

  7. „Meinungsumfragen sollen zeigen, wie die politische Stimmung im Land ist. Aber bilden sie tatsächlich nur Meinungen ab – oder wirken sie selbst auf Wähler, Parteien und öffentliche Debatten zurück?“, heißt es in der Überschrift!
    Die Frage ist eigentlich überflüssig!
    Denn es ist schon lange bekannt, das Meinungsumfragen, vielmehr deren Veröffentlichung, Meinungen und Wahlverhalten beeinflussen.
    Die Furcht, das „meine Stimme verloren ist“ wird und wurde damit schon häufig bedient.
    Kleine Parteien raus oder rein zu schreiben ist hier längst Usus.
    Die werden uns zur nächsten Bundestagswahl solcherart die FDP wieder hinein berichten und verumfragen, beim BSW wird es umgekehrt sein!

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen