Gibt es noch gescheite Lehrer, Herr Krötz?

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Mathematikprofessor Bernhard Krötz warnt vor einem dramatischen Niedergang des deutschen Bildungssystems: „didaktische Verflachung“, ideologisch geprägte Lehrpläne und Studierende mit Abitur, aber oft ohne grundlegende Lernfähigkeit.

Hier das komplette Gespräch.

Bernhard Krötz ist Mathematikprofessor an der Universität Paderborn. Er forscht und lehrt seit vielen Jahren in der Mathematik und ist darüber hinaus durch seine öffentliche Kritik am deutschen Bildungssystem bekannt geworden. In Vorträgen und auf YouTube bezieht er klar Stellung zu Entwicklungen an Schulen und Universitäten.

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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35 Kommentare

  1. Wenn eine Warnung zur Bildung ausgesprochen wird, ist der Niedergang nicht mehr zu revidieren, da mindestens eine Generation davon betroffen ist.
    Pisa oder Bologna hatten das in Gang gesetzt, also politisch bestimmt und der Wähler nickte dazu.
    Zur Bildung gehört ein Nebeneffekt des sogenannten Brain Drain, die die Geist besitzen, entwickeln sich zu Nomaden und gehen dort hin, wo ihnen ein vernünftiges Leben möglich ist.

  2. „..warnt vor einem dramatischen Niedergang des deutschen Bildungssystems:..“

    Wer hätte es gedacht.
    Viele verorten seit unzähligen Jahren den erkennbaren Niedergang in der Vergangenheit; und das mit dramatischen Folgen und Konsequenzen.
    Wenn er aber erst bevorsteht, ist’s ja nur halb so wild.
    Puuuh.

  3. Ist es wirklich zuviel verlangt von der Redaktion, ein Video / Podcast zu verschriftlichen? Auch Herrn Rötzers Halbwertszeit ist nicht mehr allzu lang, oder? Wäre es da nicht angezeigt, seine Lebenszeit zu schonen, wenn schon nicht meine?

    Egal, ich kenne das Gespräch nicht, aber ich habe einen Vorschlag für Herrn Krötz.
    Er könnte beginnen, die mathematische Pädagogik zu verbessern, indem er das Paradox der divergenten harmonischen Reihe mit der enthaltenen konvergenten Folge aufklärt, denn der enthaltene Widerspruch ist, gemessen an der Darstellung, die ich in der Schule erfahren habe, und die m.W. noch immer verbreitet ist, schlechterdings unbegreiflich.
    Mal schauen, vielleicht schreibe ich einen Lösungsvorschlag in einen Unterkommentar, falls es niemand anders tut, was ich bevorzugen wollte.

    1. Nun ja, die harmonische Reihe, also die Kehrwerte der natürlichen Zahlen, konvergiert, wird also unendlich, was schon im Mittelalter bewiesen wurde. Es konvergiert gar die Summe aller Kehrwerte der Primzahlen. Die Summe der Kehrwerte der Quadrate hingegen konvergiert gegen Piquadrat/6. Das berühmte Basler Problem.

      Eigentlich alles bekannt.

        1. @BvZ: in diesem Fall sagt man auch, die Reihe konvergiere uneigentlich gegen unendlich. Im Gegensatz z.B. zu Sigma (-1)^n, die divergiert.

          1. Ich versuche höflich zu sein und den Lesern Gelegenheit zu geben, selbst zu recherchieren. Das ist offensichtlich sinnlos.

            Die harmonische Reihe ist divergent.

            Kann man Wikipedia bei Mathe noch als Quelle gelten lassen?
            https://de.wikipedia.org/wiki/Harmonische_Reihe
            „Obwohl die harmonische Folge eine Nullfolge ist, ist die harmonische Reihe divergent.“
            „Die harmonische Reihe divergiert gegen unendlich.“

              1. Lieber scm, gegen unendlich konvergieren ist eigentlich Quatsch.

                https://de.wikibooks.org/wiki/Mathe_für_Nicht-Freaks:_Bestimmte_Divergenz,_uneigentliche_Konvergenz#Bestimmte_Divergenz_als_uneigentliche_Konvergenz

                Wenn du aber darauf bestehst, dass „uneigentliche Konvergenz gegen unendlich“ besser und genauer ist, soll es so sein. So wichtig ist mir das nicht. Ich möchte aber festhalten, dass ich zum ersten Mal Qana ein wenig verstehen kann. Das ist doch auch was!

                1. Eigentlich wollte ich hier (ob der neuen Kommentarregeln) nicht mehr schreiben. Da das Thema aber direkt mein Fachgebiet betrifft, mache ich eine erste und letzte Ausnahme:

                  Wie sich auch schnell googeln lässt, kann man tatsächlich von uneigentlicher Konvergenz gegen Unendlich – statt Divergenz – sprechen. Divergenz wird dann nur verwendet wenn gar kein Grenzwert existiert, also beispielsweise wenn eine Folge hin und her springt wie (-1)^n.
                  Aber besonders verbreitet ist diese Sprechweise, nach meiner Erfahrung, nicht.
                  Die meisten sprechen tatsächlich von Divergenz statt uneigentlicher Konvergenz gegen Unendlich.
                  Aber „falsch“ ist weder das Eine noch das Andere.

    2. Okay, brennt niemanden an.

      Ritter Artur hingegen, der sich weiter unten gewohnt rassistisch zum „mathematischen Menschen“ ernennt, weil er mal irgendwelche Aufgaben zu rechnen verstand, weiß nicht, was der Unterschied zwischen Reihen und Folgen, zwischen „Konvergenz“ und „Divergenz“ ist, versichert aber dem unwissenden Qana, das sei seit Jahrhunderten „bekannt“ – also alles in der Ordnung, außer (nehme ich an) in Qanas Oberstübl. Er gibt damit, schätze ich, ein Urbild des verarmten, depravierten Verstandes ab, der wenig bis nichts von den Dingen begreift, mit denen er umgeht, geschweige, was er tut, indem er mit ihnen vorschriftsmäßig verfährt.

      Aber damit können wir immerhin eine „Qana’sche Vermutung“ aufstellen: Was immer der Herr Professor Krötz für ein Problem hat, es ist so alt, wie die spätkapitalistische Schul- und Uni-Ausbildung.

      Zur Sache selbst fasse ich mich ultrakurz:
      Die harmonische Reihe mit der enthaltenen konvergenten Folge stellt die Lösung eines Skalierungsproblems dar. Sie besteht darin, daß mit rationalen Zahlen, also Proportionen von Bruchteilen einer Einheit zu dieser Einheit, zugleich beliebig große, wie beliebig kleine Maße darstellbar sein sollen.

      Zur Sicherheit:
      Das Skalierungsproblem ist ein Meßproblem, also eines menschlicher Tätigkeit und der dieser Tätigkeit einbeschlossenen Vorstellung und Anschauung. Das stellt klar, daß zumindest dieser Teilbereich der Mathematik erfunden und nicht entdeckt ist, vere?

      Die Sprachregelung mit der liegenden Acht, dem sog. „Unendlichen“, statt „beliebig“ klein oder groß, ontologisiert das Skalierungsproblem und mystifiziert es damit, was auf den Hirnriss führt, daß beliebig große Maße mit Elementen zu schaffen seien, die „gegen Null gehen“ sollen, und in dieser Eigenschaft kein Maß sind. Die Vorstellung dahinter: Wat mutt dat mutt! Schließlich sollen die konvergenten Folgenglieder sich in ihrer Gesamtheit zur Einheit ergänzen, von denen sie Proportionen sind, also das Kontinuum restituierten, das in Vorstellung und Anschauung Voraussetzung und Ausgangspunkt der Chose ist.

      Artur weist in seiner Begriffslosigkeit darauf hin, daß dies ontologisch „nicht geht“, weil zum Beispiel die Anwendung dieses Verfahrens bei der Berechnung von Objekten der Anschauung, elementar des Kreisumfanges, plötzlich auf sogenannte irrationale Zahlen führt, die keine Proportionen einer Einheit mehr sind.
      Aber das Thema, warum das so ist, laß ich hier stecken, obgleich es das eigentlich Interessante an der ganzen Überlegung ist.

      1. … das Paradox der divergenten harmonischen Reihe mit der enthaltenen konvergenten Folge [aufklärt], denn der enthaltene Widerspruch ist, gemessen an der Darstellung, die ich in der Schule erfahren habe, und die m.W. noch immer verbreitet ist, schlechterdings unbegreiflich.

        Was ist denn da paradox?
        Dass die Folge 1/n eine Nullfolge ist, ist doch unmittelbar einsichtig, und dass die Reihe Sigma 1/n uneigentlich gegen Unendlich konvergiert, lässt sich am schnellsten mit dem Integralkriterium nachweisen, oder etwas aufwerndiger, dafür elementar, indem geeignete Partialsummen abgeschätzt werden. Ich denke, beides ist Dir bekannt, warum genügt Dir das nicht?

    3. Okay, dann nehme ich für meinen letzten Streich von meinem EP Abstand und sag ein paar allgemeine Worte zur Schul- und Universitätsbildung. Nehme mir außerdem vor, daß dies wahrlich das letzte Posting sein wird, nicht der Zensur wegen (denn in einem Umfang, der mir selbst unlieb ist, gilt für mich, „ich schreibe, also lebe ich“, ähnlich Robert Musil, der daran krepiert ist), sondern der „three strikes“-Regel halber, die Kommunikation noch mal extra unterbindet, nachdem Zensur, vom Klassenkrieg geboosteter ideologischer Starrsinn und geistiger Verfall der Teilnehmer schon das Ihrige getan haben.

      „Non vitae sed scholae discimus“ schrieb schon Seneca verdrossen an einen Schüler. Das Problem dürfte fast so alt sein, wie die ständische Segregierung der Gesellschaften im Zuge der anfangs arbeitsteiligen Gliederung von Stadt und Land, die praktisch umgehend zur urbanen Herrschaft über die Landstände mutiert ist, wie man hübsch am Gilgamesch-Epos studieren kann.
      Ich habe sogar eine extrem schmale persönliche Erfahrung mit dem kolossalen Unterschied, der in dieser Hinsicht bei Mitgliedern von Stammesgesellschaften wahr zu nehmen ist, weil ich mal in Nachhilfe eine Quechua unterrichtet habe. Deren Wille, Zusammenhänge zu begreifen, statt zu lernen, hatte eine Dimension, die mir nie zuvor begegnet war – nicht einmal bei mir selbst, denn für mich hat das stets einen gesonderten Impuls benötigt.

      Cechura und Schuster haben in zahlreichen Artikeln auf Overton und TP die Crux des spätkapitalistischen Ausbildungswesens mitgeteilt, ich will das nicht wiederholen. Soziologisch und pädagogisch geprägt, wie diese beiden Autoren sich gewöhnlich präsentieren, lag ihnen in ihrer Darstellung jedoch vor allem die „objektive Seite“ der Angelegenheit am Herzen, weniger die „subjektive Seite“, die freilich nicht mehr zu verallgemeinern ist, wenn man Fachpädagogiken am Wickel hat.

      Im letzteren Fall rückt die Kategorie Herrschaftwissen ins Zentrum der Befunde, denn die Vorsortierung von Schülern für den Zugang resp. Ausschluss von Karrieren in der ständischen Sortierung unter bürgerlicher Herrschaft gliedert die Curricula der Bildungsanstalten, wenn auch, je nach Fach, mehr oder minder präzise.

      Eine allgemeine Folgeerscheinung solcher Gliederung konnte man gut an unser aller liebstem Forenten „Ratzefatz“ studieren. Der hat sich dazu verstiegen, praktisch alle „höhere“ Bildung und Wissenschaft zum Herrschaftswissen zu deklarieren und gemäß seiner neonazistischen Gesinnung jeden Proponenten solchen Wissens – oder dem, was dafür gilt – zu verdächtigen, ein „Jode“ zu sein, ein Mensch, der sich am Volke vergehe, weil er „ein anderer“ sei, einer anderen Agenda folge, als der, seinem Volke zumindest nicht schaden zu wollen.
      Ich erwähne dieses Extrem nur illustrationshalber, denn ich kann hier nicht länglich begründen, warum solche Einstellung ein Moment(!!) ist, das die geistige Verfassung eines jeden Grundschülers in einem bürgerlich-kapitalistischen Bildungssystem prägen mußunweigerlich. Sei es „positiv“ oder „negativ“.
      Denn spätestens ab der zweiten Klasse mutiert ein Pädagoge ebenso unweigerlich von einer Autoritätsperson – Autorität ist nicht Schlechtes, im Gegenteil, aber es kümmt sehr darauf an, worin sie besteht! – zu dem Agenten bürgerlicher Herrschaft, als der er nun mal bestallt ist, ob ihm das lieb ist, oder nicht.
      Für mich, das will ich gern erwähnt haben, war dieser Umstand die dritte Katastrophe meiner Biographie, denn ich wurde in der Grundschule von meiner Mutter unterrichtet und erfuhr auf diesem Wege, auf welche Weise Barbara ihre Funktion versubjektiviert hat. Die Folgen waren einerseits fatal, andererseits ein bleibender Grundbestandteil meiner geistigen Verfassung, über die ich sehr froh bin, hoast mi!

      In seiner Funktion als Agent bürgerlicher Herrschaft prägt ein Pädagoge bei seinen Schülern die Auffassung der Wissensfelder die unterrichtet werden, und da gibt es Spezifika für das Fach „Rechnen“ bzw. „Mathematik“.
      Der erste Schritt ist wieder allgemein:
      Über das Fach „Rechnen“ schlägt der Fetisch von Ware und Geld wie ein Tsunami in das kindliche Bewußtsein ein!

      Nun kann ich hier den Fetisch nicht erklären, aber in erster Instanz mag es ausreichen, zu sagen, daß in Bezug auf die Grundrechenarten die kindliche Wahrnehmung, sie seien in erster Linie und ganz überwiegend eine Teilnahmevoraussetzung für das Gemeinwesen des Geldes, schon den „halben“ Fetisch ausmacht. Denn dies Gemeinwesen bleibt dem Kind doch bei aller Rechenfertigkeit fremd, eine abstrakte gesellschaftliche Macht, der es unterworfen ist. Dem helfen all die Moralismen des Geldverkehrs, die das Kind zu lernen beginnt, noch bevor es eine Schule betritt, nicht ab, im Gegenteil, sie befestigen diesen Status der fremden Macht, mit der das Kind opportunistisch zu verfahren lernt, nach Maßgabe der Gelegenheiten, die es dazu erfährt oder – erleidet.

      Schon 5200 Zeichen.
      Hinzu kommt, daß urbane Kinder kaum noch, rurale Kinder immer weniger Berührung mit rechnerischen Zwecksetzungen haben, die außerhalb des Geldverkehrs liegen, es sei denn, sie entwickeln ein spezifisches biographisches Interesse an technischen Voraussetzungen und Verfahren, mit denen ihre Elter oder deren Peers als Handwerker, Bauern oder Hobbybastler befaßt sind. Falls ihnen Belastungen durch Schule und andere Lebensumstände noch Nerven dafür übrig lassen!

      Damit liegen biographische Umstände vor, deren Effekt ausnahmsweise rückstandslos zutreffend „Entfremdung“ zu heißen ist, weil der Umgang mit Zahlen, mit Maßen und Maßstäben zum Grundbestand humanen Selbstbewußtseins zählen!
      Die „Eins“, Leute, begreift das mal! ist die abstrakte Einheit des wahrnehmenden und handelnden Subjektes, sobald es die Permanenz von Gegenständen entdeckt hat! Geometrisch ist sie der ideelle Sitz des Selbstbewußtseins, der dimensionslose Punkt, der Ausgangspunkt jeder Bewegung, jeder Handlung wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Emphatisch könnte man die geometrische „Eins“ die Materie des Geistes nennen! Deshalb teilen wir die Rechenfertigkeit mit Insekten, Vögeln und vielen anderen Tierarten, obgleich deren Selbstbewußtsein anders beschaffen ist, als das menschliche.

      Doch die mathematische Fakultät der Zurichtung und Sortierung der Individuen im Ausbildungswesen wird und bleibt dem Selbstbewußtsein des von der bewußt vollzogenen und eingesetzten Motorik weg messenden und kalkulierenden Verstandes eines Kindes in den überwiegenden Fällen fremd. Solche Fremdheit hat nix mit Unwissen zu tun, sei sicherheitshalber noch mal betont.
      Dieser Zustand ist in erster Instanz kein „Versagen“ der Fachpädagogik. Ich habe Mathematiklehrer erlebt, denen diese spezifische Last ihres Faches bewußt gewesen ist, die versucht haben, gegen zu steuern – und über die Jahre kläglich gescheitert sind. Woran?
      Nö, nich an den Curricula – am kindlichen Widerstand!

      Und jetzt habe ich a) keine Lust mehr und will mich b) um meine Pflanzen kümmern, schließlich bin ich dies Jahr mehr, denn je zuvor, auf sie angewiesen, mich buchstäblich zu nähren.

  4. Es ist traurig:
    Die besten, gut ausgebildeten, jungen Leute,
    gerade in den Mint Fächern, verlassen das Land und ziehen
    u.a. in die USA.

    Nach meiner Einschätzung ist das nicht mehr aufzuhalten.
    Wer glaubt, dies könne durch „Fachkräfte“ aus Entwicklungsländern
    aufgehalten werden, der irrt sich gewaltig. Da kommen allenfalls
    billige Arbeitskräfte.

  5. Mit „ideologisch geprägte Lehrpläne“ zu beginnen und dann mit „Studierende“ fortzufahren, dass entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Leider vermutlich nicht absichtlich.
    Aber vielleicht meint der Autor auch, dass mit dem Abitur das Studier-ende erreicht ist, so würde es dann wiederum doch passen.

    1. Ich zitiere komplett, da in Kurzform meine Bestätigung der selben Meinung zensiert wird: Mit „ideologisch geprägte Lehrpläne“ zu beginnen und dann mit „Studierende“ fortzufahren, dass entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Leider vermutlich nicht absichtlich.
      Aber vielleicht meint der Autor auch, dass mit dem Abitur das Studier-ende erreicht ist, so würde es dann wiederum doch passen.

  6. Die Abiturienten in meinen Altenpflegekursen konnten genauso wenig einen fehlerfreien Satz schreiben oder einen Dreisatz rechnen wie die Hauptschüler. Also von daher…..
    Aber irgendwann sind die Richter, Staatsanwälte und Politiker!
    Die jetzige Generation von Politikern glänzt ja nun nicht gerade durch Kompetenz oder umfassende Bildung, aber Besserung ist nicht in Sicht!
    Ist wie mit der Rechtschreibreform, wird es zu schwierig, wird die Sprache simplifiziert.
    Mit alle-gleich-dumm regiert sichs besser!

    1. Dass die dereinst Richter, Staatsanwälte oder Politiker sind, sollte uns aber kein Anlass zur Sorge sein.
      Was würde sich ändern? Sehe ich jetzt nicht so

    2. „Die jetzige Generation von Politikern …..“
      Da haben sie einen Punkt ! Die beabsichtigte und erfolgreiche Abschaffung einer gebildeten und urteilsfähigen Bevölkerung zwecks besserer Lenkung und Manipulation ist das eine. Aber die Lenker selber verblöden und merken es nicht einmal. Das potenziert natürlich alle möglichen Schäden und Folgen.

  7. Der Bildungsnotstand hierzulande wird in seiner Dramatik immer noch nicht ausreichend begriffen.
    Deutschland hat seine einzige Ressource, eine gut (aus)gebildete Bevölkerung, bereits weitgehend verloren.

    Damit werden wir zur Bananenrepublik (selbst Bananen haben wir aber keine).

  8. Das ist sehr schade. Es hängt irgendwie damit zusammen, dass ein mathematischer Mensch als Streber gesehen wird. Ein Druck, der eventuell heute stärker ist als früher.
    Da war mal ein Mathematikwettbewerb mit fünf Aufgaben und ich konnte alle lösen. Schickte sie aber nicht ab, siehe oben. Der Lehrer sagte, er würde mir eine Ohrfeige geben, wenn er dürfte. Dann habe ich mal richtig Mist gebaut und hernach auf Mathematik gesetzt, denn das konnte ich. Habe ich jetzt immer noch als Hobby. Das geht, auch in einem Alter, in dem man nicht mehr als Mittelstürmer oder Leichtathlet reüssieren kann. Und das hält die Demenz draußen, da bin ich sicher.

    Die DDR hatte ausgezeichnet ausgebildetes Personal. Das ohne die Pauker des Kaiserreichs. Auch wurden einem, wenn man Anfang der 80-er Maschinenbau studierte, immer DDR-Bücher empfohlen. Zurecht, da wurde auf hohem Niveau das Wissen verständlich dargestellt. Musste natürlich platt gemacht werden nach der Wende. Ein Riesenfehler, würde ich sagen.

      1. DDR Lehrbücher waren sehr gut, auch in der Physik. Oft Übersetzungen aus dem Russischen.

        Legendär:

        Blochinzew
        „Grundlagen der Quantenmechanik“

        1. Eigentlich in jedem Fach außer politischen wie zum Beispiel Soziologie. Da steckte dann überall die Ideologie drin. Marxismus-Leninismus brauchte man im Westen ja eher weniger Mein Vater hatte Anfang der siebziger studiert und ein gut Teil seiner Medizin Lehrbücher waren aus der DDR. Hatte er dann an den nächsten Studenten weiterverkauft als er fertig war.

          Didaktisch waren die wirklich gut. Selbst hatte ich noch ein paar Chemie und Physik Lehrbücher im Studium an einer Ost-Uni gefunden. Warum sind im Westen geschriebene Bücher oft so verknotet geschrieben?

          1. @ Alfred Nonym

            „Warum sind im Westen geschriebene Bücher oft so verknotet geschrieben?“

            Aus Eitelkeit, intellektuellem Hochmut und dem Bestreben, Dominanz in einer Diskussion zu erreichen. Versteht einer gelahrte Elaborate nicht (oft Banalitäten in überflüssige Worte gekleidet), wird er der Dummheit geziehen.
            Es dient aber auch als Machtinstrument, Menschen den Zugang zu Bildung, wenn nicht zu verunmöglichen, so doch zu erschweren. Interessant in dem Zusammenhang sind auch die Bestrebungen der Mathematiker-Gruppe „Bourbaki“. Als Lehrbuch betrachtet waren deren Darstellungen eine didaktische Katastrophe.
            Es ist Dünkel einer vermeintlichen Elite.

  9. Mit „Studierende“ statt „Studenten“ fängt die Verblödung, fängt das ganze Elend an.
    Man braucht sich über nichts mehr zu wundern.

  10. Professoren, die Gründe suchen, über die Niederungen des Schulwesens ihr Näschen zu rümpfen, gab es zu allen Zeiten. Als ich Schüler war, taten das die Alten, die noch Hitler nachtrauerten und im Deutschen Philologenverband zur Kirche gingen.

    Dass das Bildungssystem für Militär und Krieg abgeschmolzen wird – Stichwort heute: 90 Milliarden schenkt die CDU den korrupten Banderas in der Ukraine -, das ließen diese gutverdienenden „Konservativen“ damals wie heute geschehen.

    Das ist ihnen sehr recht, denn dann können sie noch mehr über die Folgen schimpfen.

  11. Neuronale Spiegelkabinette

    Sollten ab heute mäßig begabten pseudoelitären Zöglingen eigene Denkleistungen abverlangt werden, gäbe es schon morgen eine Revolution.

  12. Wenn der Student oder die Studentin in der Uni im Hörsaal oder Seminarraum sitzt, ist er ein Studierender oder eine Studierende.
    😎
    Wenn er (sie ist inbegriffen) in der Mensa sitzt und etwas isst, ist er kein Studierender sondern ein Essender.
    😎
    Und wenn er nachts schläft ist er ebenfalls kein Studierender sondern ein Schlafender.
    😎

    1. Und wenn der Student und die Studentin im Hörsaal sitzen, kommen sie eventuell – anstatt zu lernen – ein wenig ins schwitzen. Und sind schon wieder keine Studierende mehr..
      Trotzdem hat sich diese Sprachveränderung in den Alltag eingeschlichen – ist mir auch schon passiert. Sehr lustig fand ich in einem Vortrag: Liebe Mitglieder und Mitgliederinnen (nicht erfunden!)

      1. und auch hier wieder die Erklärung von ChatGpT, waum mein Beitrag zunächst auf die Freigabe warten musste:

        Formulierungen wie
        „…ein wenig ins Schwitzen“
        „…schon wieder keine Studierende mehr“
        „Mitglieder und Mitgliederinnen (nicht erfunden!)“
        sind erkennbar scherzhaft oder ironisch gemeint. Für eine KI ist das aber schwer sicher einzuordnen. Sie könnte unsicher sein, ob das spöttisch oder abwertend gemeint ist.

        3. Mögliches Missverständnis als Spott über Gruppen
        Der Witz über „Mitgliederinnen“ oder die Formulierung mit „Student und Studentin“ könnte vom System als potenziell abwertend gegenüber einer bestimmten Gruppe interpretiert werden – auch wenn du das eher humorvoll meinst.

        4. Doppeldeutigkeit („ins Schwitzen kommen“)
        Das ist zwar ein harmloser Ausdruck, kann aber je nach Kontext auch anders gelesen werden. Solche Mehrdeutigkeiten triggern manchmal eine genauere Prüfung.

        Voilà ce qu’on appelle un frippon

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