Macht eine gewaltfreie, nicht ausgrenzende Sprache die Welt zu einem besseren Ort? Die Linguistik behauptet, dass dem so sei. Eine Linguistin meldet aber starken Zweifel an. Ihr Name: Cordula Simon. Sie sagt, die Sprachpolizisten gründen ihr Weltbild auf eine irrige Linguistik und auf Studien, die gar keine Belege für die These hergeben, dass Sprache die Welt verbessern könnte.
Roberto De Lapuente sprach mit der Linguistin Cordula Simon.
Mag. phil. Cordula Simon, BA phil., Studium der deutschen und russischen Philologie und Gender Studies in Graz und Odessa. Lebt als freie Autorin, zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Wissenschaftliche Schwerpunkte: Medien, Linguistik, Propaganda, Fake News, Desinformation, Mediale Literarizität.




Die Gewalt ist dem Menschen immanent.
Man kann, indem man bessere Strukturen schafft, versuchen diese Einzudämmen.
Dies geschieht aber nicht durch eine aufoktroyierte Sprache von oben, denn, gerade Sprache mit ihren idiomatischen Redewendungen erschafft sich immer neu durch ihren kulturellen Austausch zwischen den Individuen.
motonomer
Der Sexualtrieb ist dem Menschen immanent.
Rischtisch 👍💪✌ führt uns aber wieder ganz woanders hin….
Und was ist dem Menschen noch so alles immanent, was wir eventuell „eindämmen“ müssen?
Keine Ahnung, sag Du´s mir… 😉
Ich hatte auch nicht von „müssen“ geschrieben.
Was wir aber „müssen“ ist den Kapitalismus mit all seinen Adlaten und Strukturen beseitigen, wenn wir überleben wollen.
Mich stört diese Ausschließlichkeit. Dem Menschen immanent ist neben der Fähigkeit zur Gewalt die Friedfertigkeit. Wenn nur ein Merkmal betont wird (der Mensch ein Raubtier), dann glauben wir Menschen noch selbst dran. 😉
„Mich stört diese Ausschließlichkeit.“
Zwar durchaus verständlich, aber er betont diese gar nicht mal, sondern benennt einfach nur etwas, was letztlich schon wahrscheinlich immer vorhanden war. Ja, der Mensch hat grundsätzlich die Fähigkeit zur Friedfertigkeit. Aber warum nutzt er diese so selten ?
Warum trottet er immer und immer wieder genau den widerwärtigen Gestalten hinterher, die eben jegliche Friedfertigkeit konterkarieren und mit dem immergleichen Geseier versuchen, die Menschen zu Verhaltensweisen anzustacheln, die ihrer ureigensten Natur mehr als widersprechen ?
Und „Gewalt“ an sich begrifflich immer wieder ausschließlich negativ zu besetzen, nützt
m.E. vor allem denjenigen, die verhindern wollen, daß man ihre Vorgehensweisen durchschaut (s. z.B. Wolin, Mausfeld, Klein, uvm.) und gegen sie selber vorgeht.
Nein, die „Gewalt“ geht schon seit ewigen Zeiten vom sogenannten Staat, seinen willfährigen Erfüllungsgehilfen, den um ihre Pfründe schachernden Opportunisten und noch so einigen weiteren obskuren Gestalten aus.
„Wenn nur ein Merkmal betont wird“…ja, dann haben wir es geschafft, uns selbst in Ketten zu legen. Denn all die Menschen um uns herum, mit besonderer Betonung auf den Polit- und Mediengreteln, sind ja alle ach so integer. Aber hey, ein Zwinker-Smiley bringt schon alles wieder in Ordnung…
Ja, ich weiß, ich wiederhole mich. Ich könnte trotzdem einfach nur noch kotzen.
Ich kann ja ihren Frust verstehen, aber der Mensch ist in aller Regel sogar dermaßen friedfertig, dass Mikroaggressionen extra erfunden wurden, um da etwas mehr Gewalt in die Gesellschaft hineinzubringen.
Meine ‚gewalttätige Natur‘ beschränkt sich darauf zu wissen, dass ich im Notfall mein Leben und dass meiner Kinder beschützen und sichern kann. Und mein Eigentum. Insofern ist es ein notwendiges, aber kein bestimmendes Merkmal in meinem Leben.
“ Insofern ist es ein notwendiges, aber kein bestimmendes Merkmal in meinem Leben.“
Das habe ich auch nirgendwo behauptet. Es ist m.M.n. auch viel eher so, daß v.a. die äußeren Umstände – und hier gerade die strukturelle Gewalt, die ‚unserem System‘ (Fassadendemokratie, Hyperkapitalismus, Zwangs-‚Pflichten‘, uvm.) innewohnt, die Menschen permanent in die Ecke drängt, ausbeutet, physisch und psychisch drangsaliert und ihnen auch letztlich keine Wahl bzw. freie Entscheidung lässt.
Und das hat Auswirkungen. Die muss man nicht schön finden, die werden allerdings auch nicht verschwinden, wenn man die Augen davor verschließt.
Und das tun einfach viele Menschen. Viel zuviele. Und wundern sich dann über den Zustand der Welt.
„aber der Mensch ist in aller Regel sogar dermaßen friedfertig, dass Mikroaggressionen extra erfunden wurden, um da etwas mehr Gewalt in die Gesellschaft hineinzubringen.“ 😄
Jaja, die Mikros…wieder so eine hübsche PR-Erfindung. Man forsche nur mal zum Begriff ‚Mikro-Abenteuer’…🙄
(Mist, jetzt war ich derjenige mit den Emojis…darauf einen Kosakenzipfel…)
Ihre Analyse der Verhältnisse ist richtig, aber deswegen werde ich nicht zum „Wolf“ oder zum „Raubtier“. Und ich kenne sehr viele Menschen im familiären und sonstigem Umfeld, die das ähnlich sehen.
Apropos Emojis:
Siehste! 😉
Man soll zu seinen Hobbys stehen, anstatt sie als Menschennatur zu verbrämen. Dazu sollte das Rückgrat von Wirbeltieren gemeinhin ausreichen.
Der Mensch kann eben alle Facetten des Lebens bedienen, auch das ist den Menschen immanent.
Wer das verneint, ist genau so verbrämt wie diese Religioten.
Andauernd, müssen uns irgendwelche Gruppierungen erzählen wie der Mensch zu sein hat.
Meistens entgegen seines wahren Wesens und „Gewalt“ gehört nun mal auch dazu.
Mit „Hobbys“ hat das nun wirklich mal gar nichts zutun.
„Der Mensch kann eben alle Facetten des Lebens bedienen, auch das ist den Menschen immanent.“
Eben. Ich halte es auch für reichlich seltsam, „den“ Menschen grundsätzlich eine Friedfertigkeit zuzusprechen, wenn man im Grunde nahezu täglich eines Besseren belehrt wird. Die Gründe hierfür sind erst einmal (nicht grundsätzlich) nachrangig. Der Mensch lebt nun mal nicht im luftleeren Raum.
„Andauernd, müssen uns irgendwelche Gruppierungen erzählen wie der Mensch zu sein hat.“
Jep, auch hier Zustimmung. Und er wird sich auf die ein oder andere Weise einer entsprechenden Zuschreibung immer wieder entziehen.
https://lyricstranslate.com/de/die-goldenen-zitronen-mit-gewalt-geht-alles-besser-lyrics.html
👍
Das Gendern ist sehr wohl aus dem universtären Umfeld herausgedrungen. Was mich daran nervt, dass man jeden Vortragenden zwingt, zu beliebigem Thema, durch seine Sprache eine Stellungnahme zur Frage des Genderns mitzuliefern und damit das Publikum zu spalten. Man es also immer Gegnern zu tun haben wird, völlig unabhängig von der Sache, die eigentlich zur Debatte steht.
Nicht minder nervig, wie das Gendern und damit oft einhergehend ist die Mode, Vokale langzuziehen und zu modulieren. Aus „ganz“ beispielsweise, wird dann ein gesproches „ga-anz“ und aus „ja“ wird „ja-a“.
Bin ja gespannt, ob man eines Tages die 360-Grad-Drehung bei „veralteten, rassistischen Begriffen“ schafft und am Ende wieder von vorne anfängt. In etwa wie folgt:
Man darf nicht „Mohr“ sagen, man muss „Neger“ sagen.
Ein paar Jahre später:
Man darf nicht „Neger“ sagen, man muss „Farbiger“ sagen.
Ein paar Jahre später:
Man darf nicht „Farbiger“ sagen, man muss „People of Color“ sagen.
Ein paar Jahre später:
Man darf nicht „People of Color“ sagen, man muss „BIPoC“ sagen.
Ein paar Jahre später:
Man darf nicht „BIPoC“ sagen, man muss „Mohr“ sagen.
Und so hat man sich einmal im Kreis gedreht und fängt vorne wieder an. Ein Perpetuum Mobile der politischen Korrektheit!
Wäre lustig, wird aber wahrscheinlich nicht passieren, Wokisten sind blöde und versuchen zwei widersprüchliche Ziele gleichzeitig zu erreichen: Unterschiedsblindheit (alle Menschen sind gleich usw. typisch linker Glaubenssatz) bei gleichzeitiger Bevorteilung vermeintlich diskriminierter „Minderheiten“ (die weltweit längst Mehrheiten stellen oder es zumindest bald werden und die uns in unseren eigenen Ländern ebenfalls zur Minderheit machen).
Da sich das gegenseitig ausschließt, müssen sie die (nach einiger Zeit wieder negativ belegten) Begriffe der normalen Menschen immer wieder verbieten und einen neuen Euphemismus für ihre in Geisel genommenen „Minderheiten“ erfinden.
„PoC“ und sowas hat sich m.E. aber nur noch in woken bzw. linksextremen „intersektionalistischen“ Kreisen durchgesetzt, es ist einfach zu gestelzt und albern, ein „Soziolekt“ sozusagen 🙂
Deine Verzeihung saublöde Verballhornung des Appells, allen Menschen gleiche Rechte zu gewähren zum angeblich linken Glaubenssatz, sie seien alle identisch … also die nervt extrem!
Genau darum ginge es den Betreibern dieser Sprachschablonen aber, aus dem Thema kontinuierlich zu machen, ganz unabhängig von realer Unterdrückung oder etwa struktureller Chancenungleichheit.
Im Weiteren argumentiert man dann über geschichtliche Vorgänge, dass schwarzer Rassismus prinzipiell nicht möglich wäre.
Inwieweit das nun aber mit dem Gendern zu tun hat…
@ H.L. erhellendes Beispiel ohne Blabla.
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Welche Bezeichnung ist denn im Februar 2026 gerade oppportun für Menschen mit dunkler Hautfarbe, wie sie in Afrika häufig vorkommt? Und wie darf man deren Unterschiede deutlich machen, ohne als Rassist oder schlimmeres beschimpft zu werden?
Wie dürfen Menschen mit Hautfarben und oft auch anderen, typischen körperlichen Merkmalen bezeichnet werden, die auf anderen Kontinenten weiter verbreitet sind?
Oder darf man gar nicht mehr sagen, dass es unterschiedliche Hautfarben bei Menschen gibt und diese auch noch klassifizieren?
Gewaltfreiheit, allerliebst … als wenn das das Ziel gewesen wäre. Künstlich konstruierte Antagonismen über die sich dann die Machtunterworfenen, angeleitet von den jeweiligen Hirten, künstlich aufregen dürfen, um nur nicht daruf zu kommen, daß dieses Idiotensystem in seinen Grundzügen auf Gewalt gegeneinander aufgebaut ist.
Vlt. noch ein Buchauszug zur Thematik:
Die Schaffung einer ganzen Kaste von Beauftragten, die im Namen von Benachteiligten sprechen und an deren Stelle Vergünstigungen beziehen, ist eine effiziente Maßnahme zur Stabilisierung bestehender Benachteiligung und zur Sicherung wachsender Ungleichheit. Denn wenn in einer Gesellschaft die Einkommensunterschiede sich verschärfen, werden die Verteilungskämpfe härter. Da ist es – wie in jeder Herrschaftssituation – günstig, Kollaborateure heranzubilden. Man ermöglicht Leuten, die sonst meist vergleichsweise wenig Qualifikation innerhalb ihres jeweiligen Apparats aufweisen, einen gewissen sozialen Aufstieg und Zugang zu Kontrollfunktionen in ebendiesen Apparaten. Klarerweise werden die Kollaborateure bestrebt sein, dies ihren Gönnern zu danken. Und sie werden in klugem Eigeninteresse sämtliche Aufgaben und Anliegen, für die sie stehen, immer nur so weit betreiben und vorankommen lassen, dass sie selbst nicht überflüssig werden.
Mit großem Pathos stets gegen irgendeine Benachteiligung ins Feld ziehend – und dadurch jede gegen sie selbst gerichtete Kritik erstickend -, werden sie tunlichst dafür sorgen, dass diese Benachteiligung niemals gänzlich aufhört. Gleichbehandlungsarbeitskreise an Universitäten zum Beispiel geben vor, weibliche Wissenschaftskarrieren zu fördern, indem sie in die Ausschreibungstexte „Genderkompetenz“ als Anforderung hineinreklamieren. Das hat zur Folge, daß junge Wissenschaftlerinnen, um bessere Chancen zu gewinnen, sich verstärkt mit Genderthemen beschäftigen müssen. Dadurch aber vernachlässigen sie andere Fragen, und es wird in der Folge sowohl für Universitäten mit bestimmten inhaltlichen Zielsetzungen als auch zum Beispiel für Veranstalterinnen von Symposien oder Fernsehdiskussionen zu anderen gesellschaftlich relevanten Themen zunehmend schwieriger, überhaupt geeignete weibliche Expertinnen für solche Themen zu finden. Frauen bleiben dann weiter unterrepräsentiert. Umso notwendiger, können die Arbeitskreise dann rufen, ist unsere Tätigkeit.
So gelingt es, die in Schach zu haltende Gesellschaft mehrfach zu spalten: Die Beauftragtenkaste in den Verwaltungsapparaten von denjenigen, die für Produktivität sorgen müssen; einen Mittelstand mit hehren moralischen Gefühlen für ferne Benachteiligte und hohem, daraus entspringenden Distinktionsgewinn von einer Unterschicht, die sich solche Gefühle und den dazugehörigen verklemmten akademischen Jargon immer weniger leisten kann; eine Opfer- oder Interessengruppe von der anderen; die nach Gleichheit Strebenden oder faire Konkurrenz Fordernden von denen, die Sondervergünstigungen beanspruchen.
So wird unter dem Anschein von Emanzipation das Gegenteil bewerkstelligt: Sowohl Solidarität als auch Mündigkeit werden verhindert; Bestrebungen nach Gleichheit werden auf unbedeutendere, kleinere Problemfelder umgelenkt, und berechtigte Empörung wird durch peinlich genaue Sprachregelungen entweder stumm oder kleinlaut gehalten.
Gutgemeinte Worte werden böse
Die zwiespältige Rolle der Verwaltungs- und Vollzugsorgane postmoderner Politiken ist ein Grund für ihr wohl auffälligstes Merkmal: ihre gesetzmäßige Erfolgslosigkeit.
Drei oder vier Jahrzehnte massiver Frauenförderung in westeuropäischen Ländern haben höchstens höhere Frauenanteile in absteigenden Berufssparten wie Kunst, Kulturwissenschaften oder Psychotherapieberufen produziert, aber keine Angleichung der Einkommensniveaus. Regelnde Eingriffe zur Herstellung gendergerechten Sprachgebrauchs haben keine zufriedenstellenden Bezeichnungen hervorgebracht, sondern immer nur neue Unzufriedene: Schien kurzfristig das Binnen-I das geschlechtsneutrale Ei des Kolumbus zu sein, so fühlten sich bald die Transgenderpersonen übergangen, dann kam als vermeintliche Rettung der „underscore“, doch daß dieser eben am unteren Rand der Schriftzeile sitzt, erscheint inzwischen manchen als abwertend; darum muß an seiner Stelle nun unbedingt und definitiv ein Sternchen her. Aber ob dies nun die ideale Lösung ist, und ob es wohl immer die richtige Zahl von Zacken für das Empfinden aller Gruppen besitzt, muß noch abgewartet werden.
-Robert Pfaller, Erwachsenensprache – Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur, S. 27-29
Und den noch, weil … so wie die Agitprop niemals mehr neu ist, ist es auch mit der Aufklärung:
Die herrschende Klasse fördert Identitätspolitik und „Anti-Wokeismus“ aus genau denselben Gründen.
Caitlin Johnstone
17. Dezember 2022
Es ist eine interessante Zeit für Ablenkungsmanöver im Kulturkampf im Schatten des Imperiums. Derzeit finden keine wichtigen Wahlen statt. Die Corona-Maßnahmen der Regierung wurden größtenteils aufgehoben. Das Imperium führt einen extrem gefährlichen und sich ständig verschärfenden Stellvertreterkrieg mit Russland, der dringend genauer unter die Lupe genommen werden sollte. Man könnte erwarten, dass die Bevölkerung in dieser Zeit weniger untereinander und mehr gegenüber den Verantwortlichen wettert.
(…)
Es stimmt vollkommen, dass Identitätspolitik instrumentalisiert wird, um die Agenden des Establishments durchzusetzen und echten Widerstand zu unterdrücken. Ein besonders eklatantes Beispiel dafür lieferte 2016 die extrem aggressive Kampagne zur Wahl der ersten US-Präsidentin. Jeder, der auf ihre erschreckend schlechte Bilanz in Bezug auf Krieg und Militarismus hinwies, wurde als Frauenfeind beschimpft. Die gesamte Demokratische Partei ist im Grunde eine einzige große psychologische Operation, die darauf abzielt, jeden Versuch zu unterbinden, Einkommens- und Vermögensungleichheit, Armut, Kriege, Militarismus, den Einfluss von Geld in der Politik, Überwachung, staatliche Geheimhaltung, die Militarisierung der Polizei und alle anderen Kontrollmechanismen, die den Status quo aufrechterhalten sollen, zu bekämpfen. Gleichzeitig wird jeglicher revolutionärer Zeitgeist mit falschen Versprechungen, das Leben von Frauen und marginalisierten Gruppen zu verbessern, zurück in die Hände des Establishments gelenkt.
Es stimmt aber auch, dass man dem Establishment mit dem Einsatz von Energie im „Anti-Wokeismus“ genauso nützt wie mit dem Engagement in Identitätspolitik.
(…)
Erscheint es Ihnen nicht seltsam, dass die eine Hälfte der herrschenden Klasse die Hälfte der Bevölkerung auf Identitätspolitik fixiert, während die andere Hälfte die andere Hälfte zunehmend in Panik vor der „Wokeness“ versetzt? Wirkt es nicht etwas verdächtig, wie alle etablierten rechten Politiker den Anti-Wokeismus zu einem zentralen Bestandteil ihrer Programme machen, wie alle etablierten rechten Kommentatoren alles daransetzen, ihr Publikum in Panik vor der zunehmenden „Wokeness“ zu versetzen, und wie Elon Musk vom „Woke-Gedankenvirus“ spricht, genau wie liberal gesinnte Oligarchen sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen?
Das liegt daran, dass sowohl der Anti-Wokeismus als auch die Identitätspolitik denselben etablierten Agenden dienen – und zwar ganz bewusst. Je mehr die Menschen auf den Kulturkampf der etablierten Kreise fixiert sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie sich für Maßnahmen wie die Kürzung der Pentagon-Mittel oder die Rückforderung all dessen entscheiden, was ihnen die Reichen gestohlen haben. Die Zeit, die du damit verbringst, die andere Seite der kulturellen Kluft anzuschreien, ist Zeit, die du nicht damit verbringst, deinen Vermieter zu verspeisen, wie es Gott und die Natur vorgesehen haben.
https://caitlinjohnstone.com/2022/12/17/the-ruling-class-promotes-identity-politics-and-anti-wokeism-for-the-exact-same-reasons/
Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Die Zeit, die ihr Linken damit vergeudet, euch an Reichen abzuarbeiten, führt auch nur dazu, dass ihr am Ende doch noch Miete zahlt, statt ein Häuschen abgezahlt zu haben. Ein Leben in Frust und in Abhängigkeit von Leuten mit Macherqualitäten, die was aufbauen, statt herumzujammern, dabei waren die Möglichkeiten im Nachkriegs(west)deutschland vermutlich historisch fast einzigartig günstig, um sich was eigenes aufzubauen.
Auf „Kapitalismuskritiker vs. Spießbürger“ trifft das natürlich nicht zu…? Weshalb nicht? Weil ihr genauso die Wahrheit gepachtet habt, wie radikale Feministinnen oder denkbefreite, gutmenschliche Wokisten, Grüne, Religiöse?
So und jetzt kleb wieder dein überlanges Mausfeld-Geschwätz an meinen Kommentar, wenn ich dir schon so eine Vorlage liefere 😉
Soll ich mich nun geschmeichelt fühlen? Mein eigener Fanboy. Nebenbei bemerkt, du bist doch, was nicht erstaunen sollte, ziemlich verlogen. Du wolltest doch nicht mehr mit mir diskutieren. Macht nichts. Hab’s dir ohnehin nicht geglaubt.
Egal, die kapitalistische Möhre. Mein Haus, mein Auto, mein Rasenmäher und was nicht noch alles ist mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommen. Und im Laufe der Zeit für immer mehr immer unwahrscheinlicher geworden, weil alles immer teuerer wird, weil dein Herrchen ja den Hals nicht voll bekommt.
Und nebenbei bemerkt, es zeigt auch auf wie hohl dieses System ist, das sich allein auf die Anhäufung von Ramsch als Lebensinhalt kapriziert.
Sehr gut! 👍
@ Scheinregen
„… dabei waren die Möglichkeiten im Nachkriegs(west)deutschland vermutlich historisch fast einzigartig günstig ….“
Da hat sich ja für „(west)deutschland“ der Krieg doch verlohnt. Und die Autobahn erst.
@ Scheinregen
Ja, dann fangen Sie doch endlich an und schmeißen Sie die Alte raus! Hören Sie auf zu jammern, beginnen sie zu leben, wenn Sie so frustriert sind und nicht mit ihr reden können oder wollen! Werfen Sie ihre Maske weg und schminken Sie sich die Identitätspaste ab. Und hören Sie auf, im Hamsterrad für Ihre Konsum-, Haus- und sonstigen Kredite zu rackern.
Hier gibt es ein Dutzend Leute mit Macherqualitäten, die können Ihnen helfen! Es ist nie zu spät! Schreiben Sie @ Motonomer an, der lebt seit 1974 autark und kann Leuten wie Ihnen, die bisher völlig am Leben gescheitert sind, wieder auf die Bahn helfen. Oder hier, nehmen Sie dieses Büchlein, das Sie via Amazon, Ihren Marktplatz, beziehen können.
Trauen Sie sich einfach!
Ich habe nicht viele Familienmitglieder, aber die sind inzwischen alle reingekommen und haben gefragt, warum ich so lache.
Also ich freue mich ja immer, wenn ich es vermag, gute Unterhaltung zu liefern. 😉🍿🥂🎉🥳🕺
Ja, hat anständig geklappt, danke! 🙂
@ Altlandrebell
Aber Sie gestehen sich schon ein, dass die Autarkie ein Wunschtraum ist, ein Selbstbetrug oder eben nur eine Metapher für vermeintlich geistige Unabhängigkeit. Denn ohne Elektroenergie, von anderen bereitgestellte Kommunikationskanäle und industriell gefertigte Geräte zur Kommunikation, die alle eine Teilnahme am kapitalistischen Verwertungsprozeß voraussetzen, ist sein Leben alles andere als autark.
Sie kennen das Paradoxon von Epimenides? In dem eine solche Behauptung aufgestellt wird, ist ihr Gegenteil bestätigt. Es entwertet nicht den Wunsch nach Autarkie, aber es bleibt ein Wunsch.
Sentinelesen mögen vielleicht als autark gelten. Aber nur nach außen, innerhalb der Population wird das einzelne Individuum ebenso von der Gemeinschaft abhängig sein, wie jeder der hier an der Kommunikation teilnimmt.
Die Sprache ist doch linguitisch sehr einfach zu hinterfragen, da die Sprache immer mit der kapitalistischen Ordnung einhergeht. Die Macht der Sprache wird gerne untergraben, für die Interessen der Obrigkeit.
Man kann also zu dem Entschluss kommen, das Sprache immer ein Instrument der machtpolitischen Situation entspricht. Ergo : dem Kapital
Die Experten der Linguistik verstehen viel über die Sprache,, aber möchten keinen Bezug auf die kapitalistischen Interessen vertreten. Denn es ist die Sprache, die. alles verändert.
Wann habt ihr euch, mit euren nachkömmlichen Familien Mitglieder ernsthaft unterhalten?, über daß was der älterliche. Geisteszustand ist?
„Gewalt ist dem Menschen immanent“ – Zitat Frank Hanebuth übrigens.
Lächel….ich wußte bis dato nicht einmal wer das ist.
Ich benutze diese Floskel seit, na seit wann…..genau ™1974 plus ou moin… ♫•
Ich kannte aber einen Ingenieur der bei denen war, dem hatte ich mal einen Holden V8 verkauft, der war sehr kompetent auch oder gerade auf der politischen Ebene.
Der hat in den 10Jahren den Absprung geschafft, neee, nicht von den Angels, aber von den Verhältnissen in Europa. 😉
Guter Stoff in Sachen Gewalt – dort undenkbar gegen Frauen, auch was jeweils die „privaten“ Verhältnisse betrifft.
Deutlich wird auch, dass absolute Gleichberechtigung nur in einer gewaltfreien Gesellschaft denkbar wäre, da Frauen sich aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit in dieser Hinsicht nicht mit Männern messen können. Raubaffen werden – s.o. – nicht nicht mit den besten Voraussetzungen für eine gewaltfreie Existenz geboren. Machbar ist das dennoch, als Kulturleistung und nur aus sich selbst heraus. Erzwungene Gewaltfreiheit kann es nicht geben.
Die Frage also, können Frauen möglicherweise dazu beitragen, Männer zu einem friedlicheren Umgang untereinander zu bewegen.
Jo, tun welche und genießen dafür auch allergrößten Respekt.
Gendern – hä, what is mit denen Geländern?
Die Genderei und die Rede-/Vokabelverbote sind selbst eine Form der Gewalt. Es heißt nicht umsonst „Moralkeule“.
Rischtisch 👍
👍👏 🎁
Die bessere Alternative zum Gendern: Inverses Gendern.
Kolleginnen sind Frauen, Kollegonnen sind Männer, Kollegen sind Alle.
https://sedimal.de/Offtopic/
Erinnert mich an die „Harkonnen“ kennen sie die? 😉
Oooooh ja!
Cineastisch exzellent beobachtet!
Oder auch die Klingonnen. 😉
Die laufen im neuesten Ableger jetzt mit Röcken und Strumpfhosen rum, wo wir dann auch wieder beim Thema wären, um jetzt den Bogen zu kriegen, aber das ist schon wieder ein anderes Universum.
Sind das dann jetzt Klingomanen oder Klingomänninnen?
Ich bestehe auf sofortigen hitzigen Endlosdiskussionen, dass die einen benachteiligt werden, weil sie im Alphabet später dran sind. Stigmatisierte Randgruppin!!!12
…die Dachrinne / der Dachren
Nein, Dachr*innen und Dachr*außen! Dachren ist (Fach)Chinesisch, „ren“ (人) bedeutet Mensch. Das nutzt man, wenn man wirklich alle Mensch*innen wie *außen mitmeinen will, auch alle Mitglieder und Mitvaginen!
Also Dachdecker.
Innen.
Dabei dachte ich, Dächer würden von außen gedeckt …
Naja, Dachchinesisch halt …
Dachrinnen
ENDLICH weiß ich, wie man „Mitglied“ gendert! Puuuh! – Aber die Reihenfolgin ist doch schon wieder eine Zurücksetzung der Frauinnen … es ist so schwer, sich korrekt zu verhaltin! 🙁
Google/Youtube ist ein Geheimdienst-Projekt der USA. Dass Overton seine Videos ausschliesslich auf dieser Plattform serviert und andere Alternativen beharrlich ignoriert, ist mehr als beschämend.
Man hat 2020 gesehen wie schnell einem dort der Saft abgedreht wird, wenn man dem herrschaftlichen Narrativ nicht folgen mag.
Ich finde es schon arg auffällig daß die ganze woke Bewegung Fahrt aufgenommen hat, etwa zwei bis drei Jahre nach der Entstehung der „Occupy Wallstreet“-Bewegung.
Ich dachte mir schon damals daß hier eine Art Derailing dieser neuen Kapitalismus-Kritik stattfindet und ein Blitzableiter für Leute mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden geschaffen werden soll. Damals war das aber nur Bauchgefühl meinerseits, ohne Beleg.
Spätestens seit ich von dem Autor Hauke Ritz von der Existenz des „Cultural Cold War“ (siehe auch die britische Historikerin Frances Stonor Saunders) erfahren habe, bin ich aber überzeugt daß mein Verdacht begründet ist.
Gendern soll Sprache zerstören. Und für die meisten gebildeten Menschen ist sie die Heimat. Die deutsche Lyrikerin Hilde Domin prägte diesen Satz in Bezug auf ihre Rückkehr nach Deutschland und ihre literarische Arbeit. Selbst der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami betont ebenfalls, dass die deutsche Sprache sein Zuhause ist.
Es geht nicht um Schaffung einer gewaltfreien Welt, es um die Vernichtung der bestehenden Welt.
Gendern ist wirklich alles – außer gewaltfrei.
Ansonsten gilt natürlich:
— Peter Handke, Unter Tränen fragend, S. 23
Und der Krieg, um den es hier geht, ist der Klassenkrieg. Und Gendern kann in diesem in der Tat als „Soziolekt“ fungieren, als Distinktionsmittel gegenüber den „bildungsfernen Schichten“ und „niederem Gesocks“, das noch nicht die holden Weihen der edlen Genderistas erreicht hat. Oder einfach gegenüber jenen, die diese Klicksprache, diesen Sprachcode, nicht teilen und auch nicht mittragen wollen. Insofern ist es spiegelbildlich das woke-identitäre Gegenstück zur national-identitären Klicksprache der (Schein)-Konkurrenz. Oder auch den religions-identitären Hausmeiern, die Arabismen und Milieu-Sprech einpflegen, um sich von den sogenannten Almans abzugrenzen. (Und nicht minder autoritär als deren Sprech- und Milieugebote.)
Für alle (und noch viel mehr) gesellschaftlichen Identitätsblocks ist ihre Sprache der „Lager Marker“, das Selbstvergewisserungsmittel schlechthin. Und Schmierstoff fürs Moralisieren. Denn wer richtig spricht – ob er nun gendert, heimatverbunden schwätzt oder loyal zur Umma mit den richtigen Versen predigt – der handelt ja auch moralisch richtig. Der ist ein Guter. Und wer will denn nicht gut sein? Auf jeden Fall hebt man sich ab – die einen von den „Ungläubigen“, die anderen von den „rechtsversifften Boomern“ und „Umweltsäuen“, die anderen von den pösen „Azzlacks“ und „Gutmenschen“. Hauptsache Abgrenzung! Hauptsache gegeneinandergehetzt (das Kichern im Hintergrund stammt von der herrschenden Klasse genauso wie das Klirren der Schampusgläser). Ich weiß nicht wie viel Energie die Wörterschlacht erzeugt, das Balgen um Pronomen, Slogans und Signale – aber ich schätze man könnte locker zwei Kohlemeiler für abschalten. Oder zumindest einen Scheinwerfer einschalten, um materielle Fragen zu beleuchten, die all den genannten Milieus gehörig am Allerwertesten vorbeigehen.
Das Gender-Zeug wird jetzt auf jeden Fall sicher schon gut drei Jahrzehnte lang ausgerollt, passend zu Rot-Grün kamen die ersten Sternchen (beziehungsweise damals: Unterstriche) in der Breite auf. Gar nicht mal nur oder erst an Universitäten, sondern vor allem in Parteien und GOs (das N lassen „wir“ mal weg), im Kultur- und Verwaltungsmilieu bestimmter Großstädte. Kurzum: es war ein neuer Spleen des juste milieus, das man früher als „Kaviarlinke“ kannte und sich ganz toll über Klaus Ernsts Porsche beömmeln kann, aber mit Zähnen und Klauen die Porsches der ihren verteidigt, genauso wie ihre Klicksprache.
Der Alt-68er- Paragraphendreher oder universitätsbesoldete woke Staatsbüttel allgemein hat nicht selten Wohnungen, in denen man – nur leicht überspitzt gesagt – drei vor westlichen Bomben geflohene palästinensische Großfamilien unterbringen könnte – aber statt gegen Kriegspolitik kämpft er ja lieber heldenhaft um jedes Sternchen (wenn er nicht gerade zur Ukraine-Demo geht und Taurus fordert). Er kann 72 Geschlechter einer Kassiererin identifizieren und 72 Möglichkeiten, wie man die Frau*in nun korrekt gendert, aber nicht wenige Leute hinter ihm in der Schlange wissen trotzdem nicht wie sie ihren Kass*innenzettel*außen mehr bezahlen sollen. Die Armut mag männlich sein, weiblich oder divers – aber sie ist und bleibt immer arm. Und bei den Themen „Erben“, „Vermieten“ und „Vermögen“ wird der woke Büttel dann sowieso ganz schnell wieder sehr traditionell. Doch wenn Wörter so mächtig sind – warum arbeiten dann eigentlich so viele sprachlich Unsichtbar(gemacht)e im „Niedriglohnsektor“? Tja.
Der Wokista verabscheut das generische Maskulinum, ich einfach die generische Heuchelei. 🤷♂️
„Erlernte Sprechstörung“ trifft es eigentlich eher. Oder Tick. Aber wie so manche Ticks aus Jugendzeiten wächst sich das ja mit der Zeit wieder aus. Oder auch nicht – ist mir persönlich wumpe. Solle die Leut‘ doch schwätze, wiese schwätzä wolle. Problematisch wird es, wenn gesellschaftlich einflussreiche Kreise, dann den Tick als „Normalität“ beziehungsweise „erstrebenswertes Gut“ verkaufen oder gar sanktionsbewehrt anderen Menschen zu oktroyieren beginnen. Spätestens dann ist das Ganze dann nämlich nicht mehr „gewaltfrei“.
Und für jemanden, der vielleicht stottert oder aus pösen „bildungsfernen Schichten“ stammt, kann die Genderei auch ohne Sprachbefehl – wie man heutzutage so schön sagt – leicht „emotional herausfordernd“ oder eben übergriffig (und somit gewaltbeladen) rüberkommen, gerade wenn er einem Genderisten erstmals begegnet. Ich glaube es war in einem Buch von Daniela Dahn, wo sie über eine Gruppe Schüler aus einer Hauptschule oder „lernbehinderten“ Gruppe berichtete, die eine gendernde Vortragsrednerin zu Gast hatten. Die fragten hinterher die Lehrerin (eine Bekannte von Frau Dahn oder wer immer das schrieb), ob die Frau eine Krankheit habe oder warum die so „komisch“ gesprochen hätte. Und ich habe selbst schon Leute erlebt, die das Gendern als Parodie oder Verballhornung ihrer Sprechweise aufnahmen. Oder pöse Ausländer, die mich – ernstgemeint – fragten, ob ein „Bürger*innen-Café“ bedeute, dass die „Nichtbürger“, also eben genau jene pösen Ausländer, denn draußen auf der Terrasse zu sitzen hätten.
Ich habe früher selbst gegendert. Irgendwann haben sich dann die Reste von Großem Latinum und kleinem Turcicum bei mir gemeldet und ich mir diesen Tick wieder abgewöhnt. Es ist also nie zu spät zur Umkehr!
@ Altlandrebell:
Guter Beitrag! Eines darin ist mir nicht klar:
wenn wie du schreibst, Gendern als Distinktionsmittel (einer Klasse) fungiert, warum fordert diese seine Übernahme in den allgemeinen Sprachgebrauch? Gerade damit wäre es ja keins mehr …
Danke für die Rückmeldung. Sehr interessante Frage, das ist ein guter Punkt.
Und Sie haben natürlich recht, dass das juste Milieu damit ein exklusives Abzeichen verlöre. Aber die Kaviarlinken stellen und repräsentieren ja zum einen nicht die ganze herrschende Klasse, sondern nur eine Gruppe innerhalb von ihr. Zudem glaube ich, dass die selbst dann durchaus noch „benefits“ hätten. Zum einen kriegen sie die Bestätigung – wenn sie sich durchsetzten – dass sie mit ihrem Kurs „richtig“ lagen und ihre Norm „fortschrittlich“ sei. Diese Typen haben ja oft, wie ich bereits erleben durfte, einen recht ausgeprägten missionarischen Sendungsanspruch, um nicht zu sagen Universalitätsanspruch („Gendern ist gerechter und guter für alle, deshalb sollten alle gendern und auch die Wahllisten paritätisch besetzt sein.“). Zum anderen gibt es einfach immer Widerstand und diejenigen, die nicht mitmachen, können so dann erst recht ausgegrenzt und gebranntmarkt werden.
Und ansonsten funktioniert die Scheiderei doch auch bei weiterer Verbreitung der Praxis. Am Anfang ist das bloße Gendern der Marker. Wird das zur Norm, werden die feinen Unterschiede (Bourdieu) signifikant. Also – wer gendert wann, wo, in welcher Variante, in welchem Kontext, wie (konsequent)? Wer nutzt Unterstrich, wer Sternchen? Das läuft dann zunehmend über andere Signale oder Neu- / Weiterentwicklungen. Die „Avantgarde“ wird dann beispielsweise zur Verwendung neuer Pronomen übergehen und diese einzuführen versuchen. Er / sie / es reicht nicht mehr, dann braucht es vielleicht noch Örks, Ürks und Ärks. Oder Tick, Trick und Track. Oder was weiß ich. Am Ende steht dann da / hört man vielleicht so was wie: „I bims Leonie. Örks Profess*ox, checkst ärks? Hab ürks vong Therap_ix stabil. Das crazy.“ Und wer bei diesen Neuerungen nicht schnell genug hinterherkommt, der ist dann eben ein Problembär und raus. Nach dem Motto: Hoëcker, sie sind raus! „Ja warum das denn schon wieder?“ Weil halt.
Danke für Ihre Antwort!
Das ist alles richtig, was Sie da schreiben, aber doch nicht vollständig. Eine Seitenansicht.
Was ist so abwegig an der Genderei?
Der Gedanke, eine bloße Änderung der Benennung könne die Verhältnisse ändern? @H.L. hat das oben angedeutet mit seinem „Perpetuum Mobile der politischen Korrektheit“. Was er beschreibt ist aber ein syntaktisches Perpetuum Mobile, kein semantisches. Dass es einen Kreislauf beschreibt, sagt allein noch nichts über seine Sinnhaftigkeit aus, und dass die Prozedur immer wieder an derselben Stelle von Neuem beginnt auch nicht. Essen wird ja auch nicht dadurch sinnlos, dass man schon am nächsten Tag wieder Hunger spürt …
Der Gedanke, die Wahrnehmung einer Sache werde von ihrer Benennung beeinflusst, ist mit Sicherheit nicht falsch, sonst würde er nicht andauernd in Propaganda verwirklicht. Dass abwertende Bezeichnungen Hass auf andere wecken können, und damit eine(!) Voraussetzung für Gewalt zu schaffen imstande sind halt ich mal für gesichert, das zeigt ein kurzer Blick in die Kommentare unter ZEIT-Artikeln über den Krieg in der Ukraine oder in Gaza (ja, was das angeht bin ich schmerzfrei! Oder Masochist …)
Also: die dem Gestammel zugrundeliegende Idee ist für mich keinesfalls irrational. Dass sie dann aber teils groteske Blüten treibt (wohl angetrieben von der durchaus irrationalen Idee, der Zweck heilige die Mittel), von Dritten für völlig andere Zwecke, nämlich welche, die erwähnter Idee diametral zuwiderlaufen benutzt wird … darauf wurde hinreichend oft hingewiesen, und deshalb schließe ich an dieser Stelle mit freundlichen Grüßen
Pirx
Wenn dieses bescheuerte „Gender-Esperanto“ etwas Positives bewirken würde, müßte man das doch in der PRAXIS (liebe Uniblasen-Bewohner, bitte mal den Begriff googlen) merken, oder?
Es gibt nämlich Sprachen, die von Haus aus weitgehend oder sogar völlig „gender“-neutral sind. Persisch beispielsweise! Diese Sprache wird im Iran gesprochen, und ist seit etwa dem 3. Jahrhundert vor Christus praktisch komplett geschlechtsneutral! Keine geschlechtsspezifischen Pronomen, keine „geschlechtsdifferenzierenden“ Substantive. Nichts davon, was unsere Sprachen so „frauenfeindlich “ macht!
Der schiere TRAUM eines jeden Gender-Propagandisten, nicht?
Nur hat das in mittlerweile gut zwei Jahrtausenden offenkundig nicht die gewünschte „Wirkung“ auf die Gleichstellung der Geschlechter in der Gesellschaft bewirkt, oder? Nicht auf die zwei, die wirklich existieren, und schon gar nicht auf die hunderttausenden, die man seit einigen Jahren hinzuzuerfinden versucht….
Es LIEGT NICHT an der Sprache!
Jaaaaa…..geht mir runter wie Öl!
Freue mich jetzt schon, das demnächst meinem Kronsohn aufzutischen!
Schönen Dank dafür!👍
Ich glaube, nein bin überzeugt, das der/die/das/tick/trick/track Erfinder/rin/ran/rein/raus das Tourette-
Syndrom hatte
Nächtlicher Einfall:
Ich weiß endlich, wofür Gendern nützlich sein könnte:
Statt solche Sachen zu sprechen wie Dreiunddreissigste Artilleriebrigade oder Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut oder dem
Fischers Fritze, könnte man nach dem Genuss einer Kiste Bier und ner halben Flasche Dornkaat das Gendern als Trinkspiel etablieren !
Jo, dös wör a Gaudi!
Sehr strange das alles …
… in der Tonspur dieses Videos https://www.youtube.com/watch?v=vd9aIamXjQI
hört man Ali sagen: “ … and shoot them for what?
They never called me nigger …“
Die Untertitelfunktion transkribiert: „they never call me [__] …“
Der Fall Bibiana Malay und Grit Díaz de Arce und MdbK Leipzig ist auch so eine Groteske …
ein Bekannter von mir hält Vorlesungen an einer bayrischen Uni, in Medizin.
Hat erzählt, wenn er mal nicht gendert , kriegt er sofort eins auf den Deckel.
Soziolekt. Weiß nicht. Aber die Funktion des Genderns eine abgehobene, sich überall sofort erkennende Blase von Nomenklatura vulgo Bessermenschen zu schaffen, ist offensichtlich.
Bessermenschen sind Menschn die für sich grundsätzlich in Anspruch nehmen, besser als alle anderen zu sein und dieses eingebildete Besser-Sein allen anderen aufdrängen wollen – zur Not auch mit nackter Gewalt.