»Früher kämpfte die Linke für Freiheit, heute kämpft sie für Formulare«

Konservatismus - Mann im Frack mit Gehstock
Bildquelle: KI

Für die einen ist er rechts – für die anderen nur Notwehr: Der gute alte Konservatismus. Darf man sich noch zu ihm bekennen?

Roberto De Lapuente sprach mit Markus Langemann, dem Herausgeber des »Clubs der klaren Worte«, der sich selbst einen Konservativen nennt.

 

De Lapuente: Sie sind konservativ. So lautet auch der Titel Ihres neuen Buches. Viele betrachten den Konservatismus als Spießigkeit – aber wie ein Spießer wirken Sie nun ganz und gar nicht. Was bedeutet es für Sie, konservativ zu sein?

Langemann: Konservativ zu sein heißt für mich, das zu bewahren, was sich bewährt hat – nicht das, was veraltet ist. Der Spießer ist ein Gefangener der Form, der Konservative der Hüter des Inhalts. Der eine poliert die Vase, der andere kümmert sich darum, dass die Blumen darin nicht verwelken.

De Lapuente: Sie üben – teils heftige – Zeitgeistkritik. Wenn ich Sie jetzt fragen würde, was Sie aus konservativer Sicht am augenblicklichen Zeitgeist vielleicht doch zu schätzen wissen: Was wäre das?

Langemann: Ich schätze die Geschwindigkeit, mit der der Zeitgeist seine Irrtümer produziert. Noch nie war es so einfach, Dummheiten in Echtzeit zu erkennen. Das ist auch ein Fortschritt. So muss man dem Zeitgeist zugestehen: Er sorgt für gute Unterhaltung. Früher musste man in den Zirkus gehen, heute reicht der Nachrichtenticker. Das ist immerhin effizient.

»Ich fühle mich nicht verfolgt, sondern gut unterhalten«

Der Konservatismus hat ein Gesicht: Ab dem 10. November im Handel!

De Lapuente: Wie erklären Sie sich, dass es heute die Konservativen sind, die sich viel zentraler für Meinungs- und Redefreiheit einsetzen, als es die Progressiven tun? Denn das war zu anderen Zeiten auch schon mal genau andersherum.

Langemann: Geschichte liebt Rollentausch. Früher kämpfte die Linke für Freiheit, heute kämpft sie für Formulare. Das Freiheitsvakuum haben die Konservativen gefüllt – aus purer Notwehr.

De Lapuente: Fühlen Sie sich als Konservativer heute verfolgt? Oder doch nur einfach lächerlich gemacht?

Langemann: Ich fühle mich nicht verfolgt, sondern gut unterhalten. Wenn man heute als Konservativer gilt, nur weil man vollständige Sätze bildet und den Duden kennt, dann ist das fast schon eine Auszeichnung. Lächerlich gemacht? Vielleicht. Aber Lächerlichkeit ist die Uniform derer, die keine Argumente mehr haben. Ich trage sie mit Würde.

De Lapuente: Kritisch gehen Sie besonders mit Themen wie Social Media und Mode um. Was zeigen diese Alltagsbeobachtungen über den Zustand unserer Gesellschaft?

Langemann: Sie zeigen, dass wir mehr Wert auf das Schaufenster legen als auf den Inhalt des Ladens. Unsere Gesellschaft trägt das Digitale wie ein zu enges Kostüm – ständig bemüht, gut auszusehen, aber unfähig, sich frei zu bewegen. Social Media ist das Fitnessstudio des Egos. Seit der Coronazeit und der Einführung von Zoomzeugs haben viele Menschen ihre Würde verloren. Wer heute ohne Hose am Küchentisch arbeitet, den sehe ich morgen mit Bekleidung, mit der ich mir nach einem Unfall nicht mal das Bein abbinden würde. Bequemlichkeit in der Kleiderwahl wird über Würde gestellt. Der Trend zur geschlechtslosen Mode verrät mehr über die Verwirrung dieser Epoche als über ihren Fortschritt.

»Konservative restaurieren Werte, um sie wieder nutzbar zu machen«

De Lapuente: Der Gentleman taucht bei Ihnen als Figur auf, die Anstand und Haltung miteinander verbindet. Gentlemen gibt es im Alltag wenige – es sei denn, man stuft junge Herren in Jogginghosen als neue Gentlemen ein. Das Ideal des Gentlemans ist sicherlich anachronistisch. Glauben Sie, dass das Höfliche, das im Gentleman mitschwingt, noch eine Renaissance erleben kann?

Langemann: Der Gentleman wird zurückkehren – nicht als Mode, sondern als Notwehr. Nach einer Ära der Lautstärke wächst die Sehnsucht nach stilvollem Umgang. Es ist wie bei guten Manieren: Man bemerkt sie erst, wenn sie fehlen. Der Gentleman ist nie ganz verschwunden.

De Lapuente: Sie schreiben gegen das »große Egal« an, das »Anything goes« und die Beliebigkeit. Wie kann der Konservatismus Orientierung geben, ohne in Nostalgie oder Rückwärtsgewandtheit zu verfallen?

Langemann: Indem er das Gestern kennt, um das Morgen zu gestalten. Orientierung braucht Erinnerung. Nostalgie ist Flucht, Konservatismus ist Verantwortung. Und Konservatismus ist kein Museum, sondern eine Werkstatt. Wir restaurieren Werte, um sie wieder nutzbar zu machen – nicht, um sie zu vergittern.

De Lapuente: Das alte Konservative und die alte Linke hatten viele Schnittmengen: Respekt gegenüber jedermann etwa – oder die Bewahrung der Schöpfung. Manchmal waren nur die jeweiligen Begriffe andere. Anders gefragt: Steckt in diesem Markus Langemann nicht ein Stück weit auch ein Progressiver, vielleicht sogar ein Linker?

Langemann: Natürlich. Jeder echte Konservative hat ein progressives Herz – sonst würde er ja gar nichts bewahren wollen. Ich bin so konservativ, dass ich sogar die guten alten linken Werte bewahren will: Freiheit, Verantwortung und Solidarität. Ich bin ein Linker, der stehen geblieben ist, als die anderen weiter nach links marschierten. Aber der politische Kompass ist ohnehin kaputt – wer heute geradeaus denkt, gilt schon als radikal.

 

Markus Langemann ist Publizist, Autor und Medienunternehmer. Er gründete Sender, entwarf Formate für Leitmedien und prägte die deutsche Medienlandschaft. Heute zählt er zu den unverwechselbaren Stimmen eines unabhängigen Journalismus. Mit dem „Club der klaren Worte“ schuf er einen Ort für Debatte, Aufklärung und Widerspruch.

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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97 Kommentare

  1. „Aber Lächerlichkeit ist die Uniform derer, die keine Argumente mehr haben.“
    das Lächerlichmachen des politischen Gegenübers ist leider weit verbreitet (auch hier).
    Langemann bringt es auf den Punkt.
    Gutes Gespräch.
    Auch ich habe mich vor 60 Jahren über die Schnittmenge linken Denkens mit den Konservativen, gewundert. Seine Schlussfolgerungen dazu kann ich bestätigen.
    Ich kenne den Mann nicht, aber er spricht Klartext.
    Danke für das Gespräch, Roberto. Schön, mal jemanden reden zu hören/lesen, dem man zustimmen kann.

  2. Ich kann mich dem Herrn Langemann nur anschließen. Zeitlebens habe ich mich als „ links“ gesehen. Während die heutigen „ Linken“ immer weiter nach links gewandert sind, so das sie schon „ rechts“ sind, wollte und konnte ich meine Position nicht aufgeben. Ob man das nun konservativ nennt, ist mir egal. Danke Herr De Lapuente für den Artikel.

    1. @Ronald

      Ging mir lange Zeit ähnlich, bis ich schließlich begriff, dass ich offenbar wirklich konservativ geworden war und mich dann auch etwas mehr mit den geistigen Grundlagen des Konservativen beschäftigte.

      Auch wenn es manche verblüffen sollte, aber ich denke im Grunde heute nicht großartig anders als vor 25 oder 26 Jahren.
      Damals las ich „Die Globalisierungsfalle“ von Schumann/Martin und galt mitnichten als Konservativer oder als Rechter. Der Verrat der Linken an den kleinen Leuten im eigenen Land öffnete mir am meisten die Augen.

    2. Man sollte auf jeden Fall ökonomische und gesellschaftspolitische Standpunkte auseinander halten, wie es beispielsweise die Webseite politicalcompass.org macht.

      Ich kann Sozialist sein und für oder gegen die Homo-Ehe und ich kann neoliberaler Turbokapitalist sein und für oder gegen die Homo-Ehe. Das berührt sich ja nicht. Nur um zu illustrieren was ich meine.

      Und ich halte es für einen Fehler „links“ oder „rechts“ an gesellschaftspolitischen Fragen zu messen.

    3. Die sind nicht nach links gewandert, sondern scharf rechts abgebogen. Sie GLAUBEN nur, weiterhin links zu sein, weil sie hinter jedem Widerwort einen Rechten zu sehen glauben…

  3. Wie der Respekt der ‚alten Koonservativen‘ vor den ‚alten Linken‘ aussah, kann euch jeder Kommi erzählen, der im adenauerschen Ranzstaat gelebt hat.

      1. Na heut‘ zu Tage ist das Pendel in die andere Richtung geschlagen. Fängt zwar auch mit „R“ an ist aber das andere Links gemeint.

  4. Freiheit und Gerechtigkeit sind nur Steckenpferde der linken Psychose.

    In Wahrheit ruht in ihnen wie im NS Armut, Krieg und Zerstörung.

    „Ich baue mir einen kalten Thron aus Stahl“ :Frauenfeind und arbeitsscheues Zionisten Werkzeug Karl Marx.

  5. Ein interessantes Gespräch, danke an die Teilnehmer.
    Vom Inhalt, möchte ich zustimmen.
    Was mich jedoch beschäftigt ist die Frage der Mode? Diese angebliche Mode ist eine immer wieder kehrende Mode, nur zeitlich versetzt. Jetzt nun zur Frage der Ideologie : Ist die Mode wie die Ideologie, eine immer zeitversetzte Erscheinung?
    Ja natürlich ist sie das, denn die Schafe müssen blöcken um ihren Schafsführer zu folgen.
    Wir fabulieren über Sachen, aber lösen nicht die Probleme, die diese Welt besitzt.
    Weder das eine oder andere ideoligische Problem hatte jemals eine Lösung vorangetrieben.
    Das ist des menschliche Manko, das er das Denken nicht mehr praktiziert.

  6. Meines Erachtens ist das Links-Rechts-Schema weitgehend ungeeignet, einfach deshalb, weil darunter jeder etwas anderes versteht.
    Für zielführender halte ich die Benennung konkreter Achsen:
    sozialistisch / kapitalistisch
    progressiv / konservativ
    individualistisch-liberal / kollektivistisch-autoritär
    pazifistisch / interventionistisch
    Volksherrschaft / Elitenherrschaft
    und ja, gerne auch:
    unten / oben

    Wohl die meisten interpretieren den jeweils erstgenannten Begriff als „irgendwie links“, dehnen diese Bezeichnung damit aber auf zu viele Felder aus, obwohl nicht direkt Gemeinsamkeiten bestehen.
    Nur, weil irgendwelche Parlamentspräsidenten sich gezwungen sahen, jede neu hinzugekommene Partei in ein Links-Rechts-Schema zu pressen, um ihnen anschließend Sitzplätze zuordnen zu können, müssen wir uns dem nicht unterordnen. Oder meint hier jemand, die marktradikale FDP sei soetwas wie eine „Mitte“?!?

    1. Es gibt kein richtiges Leben im falschen,

      als Existentialist trägt man lange Schwarze-Feinripp Unterhosen*, im übrigen verbessert man auch sich selbst, und nicht die anderen Mitmenschen. Führt in eine Existenz in Askese mit kleinen Marschgepäck bevor man irgendwelche wichtigen oder unwichtigen Entscheidungen trifft atmet man siebenmal Tief durch.

      *Jedi Meister im Ninja style

      Glück und Freiheit!

    2. @Altlandrebell: Bei vielen Dingen, die Sie in Ihren stets ungemein ausführlichen und vor Wissen strotzenden Beiträgen schreiben, bin trotz allem absolut nicht Ihrer Meinung.
      Aber hier finde ich von A bis Z kaum etwas, wo ich ernsthaft widersprechen kann.
      👍👍👍

  7. Ehrlich gesagt hatte ich mir von diesem Gespräch etwas mehr Substanz und Tiefgang versprochen.
    So hätte man durchaus Jordan B. Petersons Buch „Konservatives Manifest“ erwähnen können, denn so viele zeitgenössische Konservative gibt es ja nicht.
    Auch ein kurzer Rückblick auf die gedanklichen Grundlagen dieser Richtung sowie auf Edmund Burke hätte nicht geschadet.
    So frage ich mich, ob dieses Buch von Langemann für mich denn überhaupt etwas Neues bringt … ?

    1. Ich kann mich an dem Text auch nicht begeistern. Vielleicht liegt das daran, dass ich kein Konservativer bin. Nur mehr als den Versuch, ein paar griffige Sätze zu formulieren, habe ich nicht wahrgenommen. Ging im Fall der Lächerlichkeit als Uniform sogar richtig schief.
      So bleibt nach dem ersten Lesen bei mir nur im Kopf, dass man sich nicht wie ein Flegel benehmen soll. Sollte man auch nicht. Und?

      Der interessanteste Gedanke war für mich die Schlussfolgerung, dass – ich fasse das mal etwas grob zusammen – konservativ das neue Links ist. In diesem Sinne wäre ich es dann auch, Nur bin ich mir nicht sicher, dass das den Kern modernen Konservativismus‘ trifft.

      1. @1211

        Zu Ihrem letzten Absatz:
        In inhaltlicher(!) Hinsicht sind die Konservativen von heute bestimmt nicht links, doch gibt es im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Marginalisierung, ja Ächtung eine gewisse Ähnlichkeit mit der Marginalisierung und partiellen Ächtung der Linken zwischen 1945 und 1970. Gleiches gilt im Hinblick auf die kritische Haltung gegenüber den jeweiligen Denkmoden und Regierungen. Vermutlich meinen Sie letzteres.
        Auch lässt sich unschwer konstatieren, dass heute das öffentliche Bekenntnis, konservativ zu sein, in einigen Gesellschaftsbereichen ähnlichen Mut erfordert wie um 1965 das Bekenntnis, links zu sein …

        Was den Begriff „konservativ“ u.a. kennzeichnet, hat in dem anderen Kommentar von mir wohl Prof. Patzelt nett wie folgt zusammengefasst:
        Aus der Skepsis, dass qualitativer Fortschritt überhaupt möglich sein, folgt die Sichtweise, dass nicht das Alte sich zu rechtfertigen hat, dass es da ist und Bestand haben will, sondern das Neue zu beweisen hat, dass es wirklich besser sei.
        Es gibt natürlich noch mehr Aspekte, aber das soll ja jetzt hier kein ellenlanger Text werden.

  8. Für die abstrakte Freiheit hat eigentlich nie jemand gekämpft. Jede Klasse kämpfte um ihre Herrschaft. Es resultierten Kompromisse wie die Weimarer Republik. Der Adel behielt Besitz und Titel, das Bürgertum die Herrschaft über Produktion und Produzenten, und die übrigen Bürger durften alle paar Jahre wählen. Die Kommunisten gingen ganz leer aus, weil sie die Diktatur des Proletariats wollten. Wie es ausgerechnet ein multiethnisches Bergbauernvolk schaffte, eine Direkte Demokratie zu errichten, und damit echte Freiheit zu schaffen, ist mir schleierhaft. Eine echte Scheindemokratie ist die BRD. Alle paar Jahre geben die Bürger ihre Rechte an der Wahlurne an „Repräsentanten“ ab, die tun und lassen können, was sie wollen. Direktdemokratische Elemente gibt es auf Bundesebene nicht. Das ist in Europa einzigartig.

      1. Individuelle Freiheit beruht auf individuellen Entscheidungen, politische Freiheit auf Mehrheitsentscheidungen. Was ist dabei? Auch die individuelle Freiheit ist keine „totale“ Freiheit, weil man auch bei individuellen Entscheidungen „gespalten“ sein, kann weil ein Teil der Wünsche unerfüllt bleibt, was man als Opportunitätskosten bezeichnet.
        Es ist einer der Vorteile der direkten Demokratie, dass sie die Leute dazu anregt, sich zu informieren und mit Problemen auseinanderzusetzen, und dass sie die Bevölkerung dadurch vor Desinformation und Manipulation schützt.
        Außerdem verhindert direkte Demokratie die Auswirkungen von Blockbildung. In der Schweiz gibt es mal “sozialistische” mal “populistische” mal “neoliberale” Abstimmungsergebnisse, weil man meist so abstimmt, wie es die Situation erfordert. Die Leute merken schon, wo der Schuh drückt.
        In der direkten Demokratie wird der Konformitätsdruck durch geheime Abstimmungen reduziert. Es gibt zuvor Diskussionen und die Menschen informieren sich. So wurden bei der Volksabstimmung vom 13.06.2021 in der Schweiz abgelehnt das Bundesgesetz über die Verminderung von Treibhausgasemissionen (CO2-Gesetz) sowie die Volksinitiativen «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» Bei polarisierenden Kampagnen gibt es meist Ergebnisse plus/minus 50%, was zeigt, dass Konformitätsdruck nicht wirksam war. Es gibt auch keine Brandmauer gegen die SVP, sondern sie ist an der Regierung beteiligt. Konformität entsteht in autoritären Systemen und ist ein Maß für den Mangel an Demokratie und Medienfreiheit, der in der BRD ganz eklatant ist. Scheinkonformität entsteht, wenn bei Wahlen nur Parteien zur Verfügung stehen, die eigentlich keiner will, so dass zähneknirschend das kleinere Übel gewählt wird, um noch Schlimmeres zu verhindern. Dasselbe blöde Gefühl entsteht, wenn man notgedrungen in einem Laden einkauft, der nichts hat, was man wirklich will.
        Ferner ist zur Gestaltung vor Rahmenbedingungen für die Wirtschaft unbedingt ein direktdemokratischer Staat notwendig, damit staatliche Eingriffe nicht im Interesse von kleinen „Eliten“ missbraucht werden.
        Fazit: Repräsentative Demokratie hat mit direkter, also echter Demokratie soviel zu tun, wie Arschbacken mit Kuchenbacken.

        1. Wer gegen Direkte Demokratie ist, ist überhaupt kein Demokrat, sondern ein autoritärer Demokratiesimulant oder ein linker Spinner, der von der Räterepublik träumt.

            1. Es gibt nun mal sogar auf individueller Ebene ja/nein Entscheidungen bei denen kein Kompromiss möglich ist und die man dazu unter Unsicherheit treffen muss. Wie sagt Donald immer so schön, ich treffe folgende Entscheidung, die zu Folgendem führt oder auch nicht. Das Glück der gößten Zahl impliziert Mehrheitsentscheidungen, die nicht immer Minderheiten benachteiligen müssen. Oft wissen Minderheiten gar nicht, dass bestimmte Entscheidungen in ihrem Interesse sind, und Mehrheiten wissen nicht, dass sie falsche Entscheidungen treffen. So ist das Leben. Da gibt es keinen Ausweg. Man kann auch gegen Mehrheitsentscheidungen kämpfen. Direkte Demokratie schließt das nicht aus. Für mich ist ein Kriterium, dass Direkte Demokratie leicht zu verwirklichen ist.

  9. Schon wieder so ein konservativer Schleimscheisser.
    Abartig.
    Club der klaren Worte – ist das die neue Jugendorganisation der AfD, oder was?

    1. Wahrscheinlich ist das die neue Jugendorganisation der AfD, in die sich der Kanzler aktuell möglichst diskret einzuschleimen sucht. In der Jugend liegt schließlich die Zukunft und was wäre ein Kanzler, wenn er nicht andauernd die absurdesten Lügen und Halbwahrheiten zum Besten geben dürfte, die danach auch noch 1:1 im Staatsfernsehen reproduziert würden, nur um einen kleinen Teil des Ruhmes zu ernten, der eigentlich diesen rechtsradikalen Jugendorganisationen gebührte und das ist nur eine der Entwicklungen die ich aktuell als zutiefst arschmäßig bezeichnen könnte.

  10. Völlig nichtssagend, schon der Titel ist auch sehr verwirrend.
    Noch mal was zur Mode.
    Zitat: „Wer heute ohne Hose am Küchentisch arbeitet, den sehe ich morgen mit Bekleidung, mit der ich mir nach einem Unfall nicht mal das Bein abbinden würde.“

    Damit hat sich dieser Langemann für mich entlarvt…mit seiner „mehr schein als sein Mentalität“ und zementiert gerade wieder damit die bestehenden Verhältnisse.
    Der putzt seine Vase ohne auf den Inhalt zu achten.

    Wer sich durch sein Äußeres mit zu viel Schmuck (Goldkettchen) Mode oder Parfüm, Piercings oder gar Tattoos oder sonstigen Entstellungen, meint sich darstellen zu müssen ist auch raus!
    Solche Leute definieren sich in allgemeinen eben über Äußerlichkeiten.
    Die alten Linken kämpften auch u.a. gerade darum, diese Schlipsträger wieder loszuwerden.

    1. @Motonomer: „Wer sich durch sein Äußeres mit zu viel Schmuck (Goldkettchen) Mode oder Parfüm, Piercings oder gar Tattoos oder sonstigen Entstellungen, meint sich darstellen zu müssen ist auch raus!“

      Große Güte, ich muss Dir tatsächlich mal zustimmen! Mais c’est la vie.

    2. Hört sich ziemlich Totalitär von dir an, den Menschen vorzuschreiben was sie am Körper nicht zutragen zuhaben.

      Wo du Hier immer wieder betonst „sie werden uns alles wegnehmen“ sogar das kleine bisschen Individualismus!

      1. Ich schreibe gar nichts vor, ich kommentiere nur und stelle fest.
        Das sind alles nur reine Wahrheiten einer völlig entfremdeten Gesellschaft, die sich über Äußerlichkeiten definiert.
        Die Kardashians lassen grüßen.

    3. Natürlich empfinden diese rechtsradikalen Schwanzträger und ihre in dieser Hinsicht verhinderten, weiblichen Gegenstücke die sexuelle Revolution eher als Makel, weil in diesen Kreisen immer der zuerst zum Schuss kommt, der am meisten Kapital in die Beziehung einbringt oder im Gegensatz dazu durch die unbändige Schaffenskraft seines jugendlichen Alters zu bestechen weiß. Der Gesamtzusammenhang lässt sich etymologisch auch sehr gut an wildlebenden Pavian Populationen demonstrieren. Zwar gewinnt dort zumeist auch das stärkste Männchen die Oberhand aber im Interesse der genetischen Vielfalt muss dieser Fortpflanzungswunsch nicht unbedingt dem Willen einer knappen Bevölkerungsminderheit entsprechen.

    4. @Motonomer
      „Wer sich durch sein Äußeres mit zu viel Schmuck (Goldkettchen) Mode oder Parfüm, Piercings oder gar Tattoos oder sonstigen Entstellungen, meint sich darstellen zu müssen ist auch raus!“

      Das ist wirklich eine sehr tolerante Einstellung, die du da vorzeigst.
      (Dafür hättest du einen ganzen Schwarm deiner Fische verdient.)

      Ich kann Langemann nur recht geben.
      Zwar kommt meine Mode, seit es sie gibt, aus Altkleidersammlungen oder dafür bestimmten Containern. Doch es gibt viele Kleidungsstücke, da würde ich lieber nackt einkaufen gehen, als das anzuziehen, und das sind dann meistens Klamotten, für die die Träger Unmengen von Geld ausgegeben haben.

      Wer keinen eigenen Kleidungsstil hat, hat überhaupt keinen Stil.

      Oder um es Klartext für die Begriffsstutzigen zu sagen: Wer keinen eigenen, von der Mode unabhängigen, Kleidungsstil hat, der hat auch keine eigene, von der Mode, unabhängige Meinung.
      (Was auf die meisten alten und neuen Linken zutrifft. Ob das bei den Rechten auch so ist, weiß ich nicht, da kenne ich mich noch nicht so gut aus.)

        1. „Wer keinen eigenen Kleidungsstil hat, hat überhaupt keinen Stil.“
          Und wer definiert den Style? Wer legt den fest? Dieser Blog hier und hier?
          Was für eine, entschuldige, bescheuerte Frage.
          Den eigenen Kleidungsstil legst du selbst fest, indem du das trägst, was dir gefällt. Darum nennt es sich „eigener Stil“.
          Solltest du das satirisch gemeint haben, nehme ich meine Worte gerne zurück. Ich verstehe die meisten satirischen Einlagen nicht.
          Dafür verstehen die Menschen meine Witze auch nicht.

      1. Nochmal nur zur Info.
        Die Leute, die mich am meisten gelehrt haben, oder mir einfach nur aufgefallen sind, weil sie vielleicht stinkereich waren und in der Masse überhaupt nicht aufgefallen sind, weil sie sich nicht mit den tollsten Klamotte ausstaffiert hatten, das waren meist genau die Menschen mit denen man am meisten anfangen konnte.
        Stimmt schon, Kleider machen Leute und seit geraumer Zeit eben auch die ganzen anderen, teils bleibenden Entstellungen.
        Die Damen mit den Guccitaschen, oder die mit den aufgepusterten Lippen in Begleitung mit den künstlichen langen Fingernägeln, sind eben einfach raus.
        Genau so wie die Goldkettchenjungs mit dem Siegelring…die kann man alle vergessen….
        Lebenslang hab ich das erfahren.

        1. Ich kann mich an einen Sylvesterabend erinnern, an dem ich als solo-lebende Menschin in D-West deutlich vor 1989 dachte: „Jetzt emanzipierst du dich mal.“ Ich reservierte einen Platz fürs abendliche Mahl im anerkannt ersten Haus der Stadt, küchenmäßig, musikmäßig… .
          Was ich bekam: ein kleines quadratisches Tischchen unmittelbar neben der Pendeltür zur Ausreiche der Küche und ein sündhaft teures Abendessen im eleganten Kleid, während an der nahen Tafel eine Familie der örtlichen Hautevolée (gesichtsmäßig bekannt) fröhlich in Jeans, Sweatshirt mit Markenaufdruck und frei von Tischsitten ins neue Jahr „dinierte“. Auf meinem anschließenden Weg zum traditionell feiernden Pöbel auf öffentlichen Plätzen unterhalb der Burg köpfte ich meine unterwegs erstandene Flasche Sekt und erfreute mich meines Lebens.
          Seitdem beschäftigt mich hie und da die Frage, ob es einen Stil der herrschenden Klassen noch gibt. Eine Möglichkeit der Antwort: Die Unterscheidung macht nicht (mehr?) der Stil, sondern bloß noch das Geld. Na und? Änderts´s was an den Zuständen?
          Vor kurzem konnte ich in eben dieser inzwischen fremdenverkehrsmäßig wirksamen historisch aufgewerteten Industriestadt sehen, dass es mittlerweile Second-Hand-Läden für in die Pfandleihe gebrachte Gucci-Taschen, Rolex- Uhren oder Designer-Kleider gibt. Ist es nicht schön zu wissen, dass die herrschenden Klassen selbst den Nachweis erbringen, dass sie mit Geld nicht umgehen können? Ändert´s was? Vielleicht habe ich nur eine antiquierte – vielleicht einfach falsche – Vorstellung von Zahlungsmitteln?

      2. @bonnie: Wie ich bereits oben schrieb, bin ich normalerweise immer auf Konfrontationskurs mit dem Motonomen, aber wo er recht hat, hat er recht und einige hier inklusive Ihrer Wenigkeit haben seine Kritik völlig missverstanden.
        Greifen wir z.B. noch mal die mittlerweile zu einer Art Landplage gewordene Tätowiererei und Piercerei auf: Abgesehen davon, dass dieser Kram absolut nicht meinem ästhetischen Empfinden entspricht, kann sich natürlich jeder und jede einfärben und mit Altmetall behängen, bis die Tinte aus dem Allerwertesten läuft oder die Visage aussieht wie bei den Zenobiten aus dem Horrorfilm „Hellraiser“ (https://www.posterlounge.de/p/697938.html).
        Gerade diese ganzen Figuren, die obendrein meiner Meinung nach sehr häufig nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, meinen aber noch sehr oft, ihr bescheuertes Aussehen wäre irgendwie „subversiv“ oder „freaky“ und sie würden sich ja total von den Spießern abheben, obwohl sie in Wirklichkeit ganz tief im Arsch des kapitalistischen Systems stecken und dieses auf ihre Art und Weise optisch repräsentieren.
        Denn warum wohl ist mitlerweile gefühlt die Hälfte der millionenschweren Fußball-Profis, Pop-Stars, Werbe-Models, mit deren Tattoos und Piercings gezielt Werbung für schweineteuren Luxusschrott etc. gemacht wird, teilweise fast am ganzen Körper bunt bemalt? Weil es eben mittlerweile absolut systemkompatibel ist und perfekt in die kapitalistische Verwertungslogik passt!
        Die Zeiten, als bestimmte Formen von Tattoos bei Knastinsassen oder Seeleuten wirklich noch etwas „Underground-Mäßiges“ waren, sind längst vorbei. Und da ist es natürlich auch kein Zufall, dass peinliche Polit-Hofschranzen wie z.B. die pseudolinke Reichinnek auch so rumlaufen.

        Eins muss man dem Kapitalismus lassen: Er schafft es in seiner ungalublichen Flexibilität permanent, ehemaliges Außenseiter-Gehabe (man nehme z.B. auch die Vereinnahmung des Hip-Hop für die Werbung teurer Sportartikel von Adidas etc.) in Wertschöpfung umzuwandeln und die meisten raffen’s noch nicht mal, sondern halten sich für unglaublich cool, mit dicken Goldkettchen und den angesagten Sneakers sowie exklusiven Sportklamotten auf dem Basketball-Feld im Hinterhof rumzuhampeln.

      1. Wenn ich die alle umbringen wollte, hätte ich einen anderen Begriff gebracht.
        „Loswerden“ war einfach so gemeint, das sie in einer humanen Gesellschaft nicht mehr gebraucht werden.

          1. Das hat der Mann richtig erkannt.
            vor 50 Jahren habe ich im Knast „Krieg und Frieden“ gelesen. Es gab nur ein Buch pro Woche und in der ersten Woche habe ich das dickste genommen, das da war.
            Tolles Buch.
            Obwohl ich immer viel lese, habe ich sonst von Tolstoi nichts gelesen. Scheint ein Fehler gewesen zu sein.
            Echt guter Text.
            Mich zerreißen sie immer, wenn ich in etwa dasselbe von mir gebe.
            Den Staat wünschen sie alle nicht aufzugeben. Immer sind die Betreiber (Machthaber) schuld und mit besserem Personal (ihnen selbst) wird alles besser, lehrt man mich immer wieder.
            Doch so ist es nicht, es ist wie der olle Leo es beschreibt.
            Danke für den Hinweiss.

              1. Mit Sicherheit hat Ihnen bisher niemand nach dem Leben getrachtet.
                Jetzt wollen die uns alle dezimieren und einen kleinen Rest versklaven, das ist die Agenda der Reichen und Mächtigen…. natürlich alles in bewährter Salamitaktik.
                Die haben uns mit der Impfung ganz offen den Krieg erklärt.
                Die wollen zukünftig die letzten Ressourcen nicht mehr mit uns teilen.
                Das weiß ich seit 1974.
                Nun, haben sich die Oligarchen erstmals zur Umsetztung ihres Plans 2020 dafür gegen uns in Stellung gebracht.
                20 Millionen Tote durch die Impfung, ist doch für den Anfang gar nicht so übel…
                Und jetzt kommt der Krieg gegen alle, die nicht das westliche Narrativ teilen…. das wird ein Gemetzel.
                This is what we get: https://theworldwatch.com/videos/1637933/portland-where-empathy-died-of-an-overdose/
                Oder auch hier: https://theync.com/unarmed-man-shot-and-killed-by-florida-officer.htm

                  1. Das sind aber nur die Superreichen und deren Funktionselite. ich gehöre sicherlich nicht dazu, auch, wenn ich aus deren Schoß entstamme. 😉
                    Und ja, ich musste mich 3 mal Prügeln, weil ich draußen ohne Maske rumgelaufen war.
                    Einmal davon im Supermarkt, aber bei diesen Beispielen, ging es nicht um mein Leben.

    1. …was aber junge Emporkömmlinge nicht daran hindern sollte, so früh wie möglich das Licht der Welt zu erblicken. Jeder noch so kurze Moment in diesem kurzen Leben zählt schließlich doppelt. Die Welt, wie sie die Menschheit aktuell zu kennen glaubt, ist nichts als der feuchte Schmutz zwischen den Lenden unserer superreichen Influencer. Tja, die Welt ist auch nicht mehr das, was sich jemand unter dem Aspekt der Geldvermehrung mehr oder weniger zufällig darunter vorgestellt hat.

  11. Mal ein bisschen Butter bei die Fische. Ich denke, das Thema verdient ein bisschen mehr Substanz.
    Deshalb hier einige Anregungen.

    Gespräch mit dem konservativen Philosophen Alexander Grau:
    https://www.youtube.com/watch?v=4TnGReQ_ugY

    Vortrag des gemäßigt konservativen Politikwissenschaftlers Prof. Patzelt:
    https://www.youtube.com/watch?v=PUj0Yj4rPRQ

    Vortrag des konservativen Historikers Weißmann:
    https://www.youtube.com/watch?v=1UCPQ80eU24

    1. Diese ganzen rechtskonservativen Fischköpfe schicken sich gerade wieder einmal an, Deutschland in ein Truppenübungsgelände für vollkommen durchgeknallte Rüstungsstrategen zu verwandeln. In Sachen Diplomatie befindet sich unsere Bundesregierung auf einer einer Skala von +10 bis -10 bei etwa -11. Wenn es hoch kommt, werden da gerade mal Generalamnestien für erwiesene Kriegsverbrecher postuliert und wer trotzdem noch sein Aktiendepot halten kann, gilt schon als Volksheld.

      1. @Grubenhund

        Jeder merkt doch, dass Sie sich mit den verlinkten Vorträgen überhaupt nicht ernsthaft beschäftigt haben.
        Was haben denn Konservative mit unserer Bundesregierung zu tun??
        Ich empfehle Ihnen, das Gespräch mit Alexander Grau als Einstieg zuerst zu hören.

  12. Konservatismus ist heute nur noch ein Tarnbegriff für reaktionär-faschistoide Umtriebe.
    Trump und Netanjahu sind auch konservativ – darüber sollte man mal nachdenken.

    1. „ist heute nur noch ein Tarnbegriff“

      Heute?

      Weil Precht gerade in einem Interview noch einmal daran erinnert hat:

      Wir hatten früher mal echt linke Journalisten wie Gabriele Krone-Schmalz oder Klaus Bednarz und wirklich rechte Journalisten wie Gerhard Löwenthal, der das Apartheidregime in Südafrika ziemlich gut fand und dem Freundeskreis der Colonia Dignidad angehörte.

      Und weil man einfach nicht oft genug darauf hinweisen kann:

      https://www.youtube.com/watch?v=1ipGGyo1uTU

      Ungeheuerliche Vorwürfe gegen einen sehr prominenten deutschen Politiker! Und? Hat es die Öffentlichkeit damals interessiert?

      Es gäbe da noch so viel mehr ins Gedächtnis zu rufen!

    2. Trump und Netanjahu sind auch konservativ – darüber sollte man mal nachdenken.
      Beide sind nicht in dem Sinne konservativ, wie Langemann es beschreibt.
      Da würde ich aus Deutschland doch eher Sahra Wagenknecht nennen.

    3. @Eric Meyer

      Ihr „Beitrag“ demonstriert sehr schön den geistig-intellektuellen Niedergang der Linken.
      Unabhängig davon, ob Sie ein echter Leser sind oder ein Troll.

          1. Der geistige Niedergang gewisser linker Milieus ist sogar noch größer als ich dachte … !
            Das Schöne ist, dass manche dort so dumm sind, dass sie nicht mal begreifen, wie sehr sie sich blamieren.
            Prima!

            1. Danke! (Wann habe ich eigentlich zuletzt so gelacht?)

              Wobei es es natürlich sein kann, dass die, die heute noch lachen, schon bald nicht mehr lachen werden!

    4. Du widersprichst dir doch selbst mit dieser Aussage. Und das innerhalb von nur zwei Sätzen:
      „Konservatismus ist heute nur noch ein Tarnbegriff für reaktionär-faschistoide Umtriebe.“

      Und dann tarnst du Trump und Netanjahu direkt selbst:
      „Trump und Netanjahu sind auch konservativ……“

      Ja, es sind Faschisten.

      1. Nein, wieso denn, meine Aussage stimmt. Trump und Netanjahu tarnen sich als konservativ, geben sich also einen seriösen Anstrich, sind aber im Kern reaktionär-faschistoid. Das würden sie aber selber niemals von sich behaupten. Sie müssen sich tarnen. Genauso wie eine Meloni oder ein Orban. Tarnung ist in diesen Kreisen alles, denn ihre wahren Absichten müssen verschleiert werden, sonst würden die Massen aufbegehren.

  13. Aufgeblasener Kerl. Für seine Propagandaeffekte verdreht er die die Basics: „Die Linke kämpfte für Freiheit…“ – So’n Quatsch.
    Die Rechte kämpfte schon immer für die „Freiheit“ der Privilegien durch Eigentum.
    Die Linke kämpft für Emanzipation und gleiche Rechte.
    Links ≠ Woke (Susan Neiman)

  14. „Wer heute ohne Hose am Küchentisch arbeitet, den sehe ich morgen mit Bekleidung, mit der ich mir nach einem Unfall nicht mal das Bein abbinden würde. Bequemlichkeit in der Kleiderwahl wird über Würde gestellt. Der Trend zur geschlechtslosen Mode verrät mehr über die Verwirrung dieser Epoche als über ihren Fortschritt.“

    Treffer!

    Seitdem ich öfter in Italien verkehre, hat sich mein Bekleidungsstil erst entwickelt. Hierzulande bejubelt man nur all zu oft die Funktionskleidung.

    1. Mag sein. Nur ist mir die Idee, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie die sich kleiden sollten, vollkommen fremd. So wenig, wie ich es mir vorschreiben lasse. Weder von der Mode noch – mit Einschränkungen, zum Beispiel Begräbnis – von der Konvention.
      Als heterosexueller Mann habe ich eine Wahrnahme davon, wie sich Frauen kleiden und das vermag nicht immer zu erfreuen. Aber es ist vollkommen klar, dass es mich nichts angeht, nicht meiner Kritik unterliegt, rein gar nichts. Es ist so und Schluss.

      Und dann ist da noch das weite Feld derer, die um jeden Preis auffallen wollen und dabei in neuer Konformität ersaufen. Männer in Frauenkleidern, Tattoos, Nasenringe, aufwändige Frisuren und was sonst so noch gern genommen wird. Nun sollen sie, auch klar. Aber angesichts dieser Albernenheiten kann ich mir kaum noch Einwände gegen Jogginghosen vorstellen, die greifen.

      1. „Einwände gegen Jogginghosen …die greifen“
        Gibt’s nicht.. Letzter Schrei: Feinrippwollunterhose lang, mit Eingriff, sloppy dirty style.

  15. Wenn man sich schon ständig Gedanken machen muss, über die historischen Grundlagen der Begriffe:
    Wäre es vielleicht möglich, zur Kenntnis zu nehmen, dass für einzelne Menschen Zeit einfach verstreicht, kein Ereignis wiederholbar oder im Nachhinein korrigierbar ist. „Dumm gelaufen“ ist im Kern der einzig mögliche Satz, für alle Menschen, die evt. manche Verläufe im Nachhinein gerne in der ein oder anderen Richtung korrigieren würden und sich dabei ständig auf ihre „Altvorderen“ beziehen.
    „Ideologisch“ ist ein Mechanismus, der idealistische Positionen aus vielerlei zeitlich zurückliegenden Komponenten immer wieder neu zusammensetzt, weil man annimmt, besser `hofft´, etwas daraus gelernt zu haben. Was also etwas ganz anderes ist, als „materialistisch“. In meiner Muttersprache formuliert: „gscheng is gscheng“.
    Hoffnung erwächst aus der Utopie. Nicht aus ständig verfeinerten Sieben, für die Ereignisse in der Vergangenheit.

    1. „Hoffnung erwächst aus der Utopie.“
      Das ist falsch.
      Utopien erwachsen aus der Hoffnung.
      Ohne Hoffnung ist das Leben leer.
      Es ist die Hoffnung, aus der die Kraft erwächst. Die Kraft, etwas zu verändern, etwas zu erhalten oder was immer ein Mensch tun möchte. Am Anfang steht die Hoffnung.
      Auch am Anfang der Liebe steht die Hoffnung.

      1. @ bonnie
        Was bitte ist eine am Anfang stehende Hoffnung des/der/ Menschen? Die Hoffnung – ohne eine utopisch inhaltliche Konstruktion – kann zu einer zukunftsträchtigen Alternative der Menschen werden? Ist das ihre Antwort auf eine weitgehend unbefriedigende Realität?
        Welche Hoffnung hätten sie denn gern?
        Wie viele geprügelte Ehefrauen hören vor lauter Liebe nicht auf zu hoffen.
        Wie viele national-völkische Mitmenschen hoffen, dass ihr Leid eine Ende hat, wenn … ?
        Wer profitiert eigentlich von ziellosen, inhaltsleeren Hoffnungen?
        Die Hoffnung, den morgigen Tag zu erleben, was bewirkt die?
        Das ist ein Gesülze, das in D nicht einmal hinreicht, die Straßen zu füllen gegen einen Krieg – Kriege – die zu Lasten der Bevölkerungen die Kassen von Rheinmetall und Konsorten füllen. Wer inhaltlich keine REALEN Forderungen zu bieten hat, bleibt auf den Straßen unter sich. Reale Menschen verlangen reale Antworten, reale Problemlösungen, umsetzbare Vorschläge. Der einfachste davon: „Die Waffen nieder!“ Mit idealistischem Pazifismus hat das nichts zu tun. In der gegenwärtigen „Friedensbewegung“ hat sich der deutsche Idealismus durchgesetzt. Kein reales Interesse. Deshalb kommt auch fast keiner.
        Inhaltsleere Hoffnungen dienen immer den Machthabern, ganz gleich welchen ideologischen Bekenntnisses.

  16. Der Begriff des „Gentleman“ ist der Begriff für lügnerische Unehrenhaftigkeit par excellence. „Gentlemen“ sind gegeneinander angeblich ehrlich und verlässlich – was auch spätestens schon dann nicht mehr stimmt, wenn es um gegensätzliche Interessen geht. Aber gegenüber Menschen, die vom „Gentleman“ nicht als „Gentleman“ eingestuft werden, fühlt sich der „Gentleman“ völlig frei bei Lüge, Betrug, ja, bis hin zu Verletzung und Mord.

    „Gentleman“ ist ein gezielt aufgebauter Mythos um die Verlogenheit, Gewalttätigkeit und Weltbeherrschungsattitüde der britischen Elite unter einem Mantel der Lüge zu verstecken. Dass dieser angebliche Konservative hier ausgerechnet dieses kranke Vorzeigemodell bemüht, spricht Bände – über die zu erwartende Geisteshaltung dieses „Gentleman“ selbst.

  17. Eine wirre Aneinanderreihung von Floskeln macht nicht intelligent. Das könnte auch eine KI generiert haben, was der Herr da sagt.

    „Die Linke“ – was immer das auch sein soll – hat sich noch nie für Freiheit eingesetzt. „Die Freiheit“ ist gerade eine bürgerliche und kapitalistische Konstruktion, sich in Konkurrenz zueinander begeben zu können (und damit aber auch zu müssen). Diese Freiheit zwingt heute jeden, sich ständig Gedanken darüber machen zu müssen, ob er nicht irgendwie abgehängt werden könnte, ob er nicht in Armut und Krankheit alleine klarkommen muss.

    Für den, der reich ist, verhält sich das dann genau andersherum: da er auf ein wohlwollendes Miteinander nicht angewiesen ist, kann er mit diesen Freiheiten seine Ego-Party feiern und Leute bis in Krankheit und Tod ausbeuten.

    Dafür haben Linke wirklich noch nie gekämpft. Linke waren der Meinung, dass eine Konkurrenzgesellschaft einen Haufen Scheiß ist und diese Freiheit konkurrieren zu dürfen völlig sinnlos. Im übertragenen Sinne: wenn man sich eine Familie denkt, die gemeinsam Lebensaufgaben bewältigt, dann ist die Freiheit Familienmitglieder auszunehmen und platt zu machen auch völlig sinnlos. Man lebt einfach GEMEINSAM miteinander und hilft sich da, wo man eben Hilfe braucht.

    Mit Formularen hat das alles dann auch nichts zu tun. Formulare gibt es in jeder Bürokratie. Jeder Staat BRAUCHT eine Bürokratie und hat sie daher auch – egal ob kapitalistisch oder sonst wie. Jeder bürgerliche Staat, der sein Geschäft mit dem Kapitalismus macht und damit mit der „Freiheit“ in der Konkurrenz seiner Einwohner, hat jede Menge Formulare. Wer gegen Formular ist, ist auch nicht links oder rechts oder progressiv oder konservativ oder woke oder …. Das meinte ich mit KI-Inhalt: das ist einfach völlig dumm, was da an Zeug aneinander gereiht wird.

    Gentleman, Rasur und Rechtschreibung: der Mann hat echt Probleme. Man steht vor einem klimatischen Zusammenbruch der Erde mit einem potentiellen Atomkrieg, einem Kollaps des Handelsystems und Verelendung der gesamten Gesellschaft. Aber hey, man kann auch über rasieren reden und wie gut die alte Zeit war. Diese gute Zeit mit Vietnam, kalter Krieg, Smog, Hunger, Schwulenhass, Völkermord, Kolonialismus, Sklaverei und so einen adrett rasierten Führer.

    Wenn der Lehrer die Kinder mal wieder ordentlich zusammenprügelt, damit sie nicht mehr widersprechen. Hach, was vermissen wir diese gute alte Zeit. Den Kindern mal wieder schön die Fresse polieren, damit sie anständig werden.

  18. Wenn man sich mal den youtube-Kanal von diesem Typen ansieht, kann man sich nur noch übergeben.
    Ein aufgeblasener und hyperventilierender Konservatismus-Darsteller, der zu viel Geld beim Herrenausstatter ausgegeben hat.

    1. Dieses Urteil ist unfair! In der Anfangszeit seines Kanals hat er ein langes Interview mit Flassbeck (Paywall!) geführt und (so aus dem Gedächtnis!) hat Flassbeck gesagt, dass Langemann sehr gut vorbereitet war und Fragen gestellt hat, die tiefer gingen, als er es woanders (TM) gewohnt ist!

      Nach dem, was ich gesehen habe, würde ich mit Langemann jederzeit ein Bier trinken!

  19. @ Oliver S
    „Wenn der Lehrer die Kinder mal wieder ordentlich zusammenprügelt, damit sie nicht mehr widersprechen.“
    Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass gegenwärtig die Herrschaft gewaltlos konservativ alles machen kann, was sie will? OBWOHL auf so gut wie allen Pausehöfen keine Lehrer mehr `gewaltsam´ dazwischen gehen, weil die gesellschaftlich korrekte Arbeitsteilung nach polizeilicher Unterstützung zum Schutz des friedfertigen Nachwuchses ruft? Keine Eigenmächtigkeiten, bitte!
    Scheiß Dialektik. Es will einfach nicht gelingen, eine widerspruchsfreie Gesellschaft zu organisieren. Dabei haben wir uns das 68 doch so schön vorgestellt.

    1. Keine Eigenmächtigkeiten?
      Es ist doch noch nicht so lange her, als die staatlichen Erziehungs-, Bildungs- und Ausleseanstalten während den jahrelangen „gesundheitspolitischen“ C- Sonderaktionen, einen erbitterten Wettstreit austrugen, wer von ihnen am radikalsten und totalsten, dem Ideal einer „widerspruchsfreien Gesellschaft“ am nächsten kommen wird. Auch damals ging fast niemand gegen diese Büttel der Herrschaft vor. Ganz ohne Bullengewalt oder der tatkräftigen Hilfe unserer demokratischen Wehrmacht beim zwangsimpfen gegen renitente und „verwirrte“ Greise in unseren Sterbeheimen. Am schlimmsten wüteten die gelernten bildungspolitischen Gewalttäter dort, wo auch die GEW- Mitgliedschaft überdurchschnittlich war. Die unzähligen minderjährigen Opfer waren diesem kollektiven Missbrauch, den gesundheitlichen Schäden und Terror dieser Leute jahrelang ausgeliefert. Inkl. den massenhaften „Schutzimpfungen“ vor Schulbeginn in der Frühe. Wo im radikalsten Ausnahmeregime der Nation, Hamburg, unzählige Schüler, in massenhaft angekarrten „Impfbussen“ mit der Giftgülle vollgepumpt wurden. Auch tausende Migrantenkinder aller Altersklassen wurden ungefragt (auch ihre Eltern wurden nicht gefragt) sonderbehandelt.
      Die Gewalttäter feiern ihre Verbrechen bis heute, als besonders sozialengagierte Herzensangelegenheit.
      An der „korrekten Arbeitsteilung“ hat sich überhaupt nichts geändert.

  20. Ach je. Noch so einer, der in Moden gefangen ist und ein gefühliges Statement abgibt.
    Einer, der in der Welt verloren gegangen ist, u d sich eine imaginäre gute alte Zeir zurück wünscht.
    BTW: Die konservative „Freiheit“ ist meist arg egoistisch als dass sie eben anderen keine Freiheit über ihr eigenes Weltbild hinaus zugestehen.
    Und das „anythong goes“ habe uns doch erst die sogenannten Konservativen mit ihrer ganzen marktkonformen alternativlosem Demokratie und der damit verbundenen Freiheit der Deregulierung und Umverteilung eingebrockt.
    Aber sich über ein paar alberne laute Sprachregelungen als Problem aufregen und sich als große Bewahrer stilisierten während man einer zunehmenden Ausbeutung das Wort redet.
    Sorry alberner geht echt nicht.

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