
Die USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit – Werner Rügemer sieht wenig Grund zum Feiern.
Im Gespräch mit Roberto De Lapuente erklärt er, warum »Broken America« – so lautet auch der Titel seines neuen Buches – für ihn kein Betriebsunfall ist, sondern das Ergebnis eines Systems, das von Beginn an auf die Herrschaft von Eigentum und Kapital zugeschnitten war.

De Lapuente: Herr Rügemer, anders als andere Chronisten betrachten Sie die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika nicht als eine Geschichte verlorener Ideale, sondern Sie behaupten, dass schon bei der Staatsgründung vor 250 Jahren alles dafür ausgelegt war, dass die viel beschworene amerikanische Demokratie nicht funktionstüchtig ist. Sind die USA also von Anbeginn an als eine Lebenslüge zu betrachten?
Rügemer: Das ist keine Lebenslüge der USA, sondern die nackte Wahrheit. In der Verfassung, die seit 1787 bis heute gilt, steht nichts von Demokratie. Die Sklaverei war weiter erlaubt und wurde zudem in den sieben Jahrzehnten bis zum Bürgerkrieg vervierfacht, beim Einsatz der Sklaven wie beim transatlantischen Sklavenhandel. Gründungspräsident George Washington hatte 317 Sklaven, auch während seiner Präsidentschaft. Thomas Jefferson, der dritte Präsident, hatte über 200 Sklaven und gab nur die vier Kinder frei, die er nebenbei mit der Sklavin seiner Ehefrau gezeugt hatte. Sklaven durften nicht wählen, klar, aber wählen durften nur vermögende Steuerzahler. Und nach der Abschaffung der bisherigen Sklavenarbeit, nach dem Bürgerkrieg, wurde sie immer weiter modernisiert, national, vor allem global, heute in arm gehaltenen Staaten der »Fabrik Afrika« und der »Fabrik Asien«, etwa durch die großen US-Nahrungsmittel- und Digitalkonzerne: So hat Apple keine einzige Fabrik, sondern lässt z.B. die iPhones durch taiwanesische Zulieferer in Indien von armen vertragslosen Frauen montieren, die in überwachten Massenunterkünften zusammengepfercht und nach ein paar Jahren krank ausgetauscht werden, gegen neues Frauen-Material: Unsichtbar für die freudig-freien iPhone-Nutzer in den USA und Europa.
De Lapuente: Wie erklären Sie, dass die USA sich so schamlos der Welt bedienten – und es noch immer tun?
Rügemer: Die Demokratie hat die feudale Herrschaftsform mit gottgeweihten Monarchen abgeschafft – eigentlich. Aber die Sklavenhalter erklärten ihren Staat sehr schnell zu »God’s own country«: Das von Gott auserwählte Land. Deshalb darf es zu seiner Ausbreitung Völkermord begehen und fördern, in Nordamerika, später etwa in Vietnam und jetzt im Nahen Osten. Der US-Gottesstaat steht vom Anspruch her über allen anderen Staaten. Auch dafür haben sich die USA – Stand heute – 31 Religionen gekauft, zuerst christlich-protestantische, dann auch jüdische, katholische, auch hinduistische, muslimische, Sikhs: So begleiten tausende staatlich bezahlte Militärpriester die US-Soldaten bei lügenhaft begründeten Kriegen und regime changes. »May God bless you. May God bless our men and women in uniform. And may God bless the United States of America«, so schickte auch Präsident Obama die US-Soldaten und auch die Soldatinnen – die betonte er besonders – in seine sieben Kriege: In Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Pakistan, Somalia, Jemen. Deshalb beschwören die USA mal die Demokratie, wenn es passt – aber gleichzeitig unterstützen die USA ungleich nachhaltiger alle Varianten von Diktatur, auch alle faschistischen, etwa nach dem Ersten Weltkrieg in Europa sofort ab 1922 Mussolini, dann Salazar, Franco, vor allem Hitler und gemeinsam mit Hitler auch Chiang Kai-shek in China (und den ab 1949 auch weiter in Taiwan), nach dem Zweiten Weltkrieg etwa den Shah Reza Pahlevi in Persien, das Apartheid-Regime in Südafrika, Marcos auf den Philippinen, Batista in Kuba, Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile und so weiter. Demokratie?
»In den USA gilt seit der Gründung das Primat des großen Privateigentums«
De Lapuente: Ihr Buch »Broken America« zeichnet zugleich eine merkwürdige Erfolgsgeschichte: Die amerikanische Gesellschaft blieb zerrissen und unbefriedet, während die USA über Jahrzehnte die mächtigste Nation der Erde waren. Wie erklären Sie dieses Ungleichgewicht zwischen innerer Zerrüttung und äußerem Erfolg? Und ist das ein Widerspruch oder dieselbe Seite der Medaille?
Rügemer: Ja, das sind dieselben Seiten der US-Medaille. Übrigens: Das wissen und erklären die US-Kapitalisten selbst. »The Strange Triumph of a Broken America: Why Power Abroad Comes With Dysfunction at Home«, so hieß es in der führenden außenpolitischen Zeitschrift der USA, Foreign Affairs am 7. Januar 2025: »Der ungewöhnliche Triumph eines zerbrochenen Amerika. Warum die Macht draußen begleitet wird von Dysfunktion zuhause«. Da erklärt der prominente Autor vom Think Tank American Enterprise Institute: Die weltweite Militärpräsenz ist so aufwendig, dass im Inneren für die Mehrheit der Bevölkerung das zerbrochene Amerika herrscht, aber das ist eben notwendig für den Reichtum und die Macht des Staates. Broken America: So brauchte ich den Titel für mein Buch nicht selber zu erfinden.
De Lapuente: Donald Trump erscheint bei Ihnen weniger als Bruch mit der amerikanischen Politik, denn als deren Zuspitzung: Obama leitete den Konflikt mit China ein – Biden setzte ihn fort – Trump verschärft ihn. Ist der Trumpismus die logische und vielleicht sogar zwangsläufige Entwicklungsstufe amerikanischer Innen- wie Außenpolitik?
Rügemer: Ja. Anfänglich haben die Silicon-Valley-Konzerne und ihre Großaktionäre wie BlackRock, Vanguard & Co., die mit der Demokraten-Partei, mit Clinton, Obama, Biden groß geworden sind – sie alle haben den Rüpel Trump zunächst kritisiert. Aber dann sind sie alle zu ihm übergelaufen, spätestens nach seinem zweiten Wahlsieg. Sie haben ihre Umwelt- und Diversitäts-Aktivitäten zurückgeschraubt. Sie wollen mit den Trumpisten vor allem die aufsteigende Volksrepublik China bekämpfen, auch die aufsteigende Kritik in den USA selbst. Die Ukraine wurde seit 30 Jahren zum US-Stellvertreter-Krieg aufgebaut, Israel schon seit über 50 Jahren, Iran wird genausolang sanktioniert: Trump führt das verschärft fort, nicht so erfolgreich – die Oligarchen suchen noch die zeitgemäße Broken-America-Strategie.
De Lapuente: Sie beschreiben die USA als Oligarchenherrschaft und sprechen von einer »zivilen Privatarmee des transatlantischen Kapitals« aus Beratern, Stiftungen, NGOs, Medien und Wissenschaft. Das ist aber doch eine Entwicklung, die den USA nicht in die Wiege gelegt wurde – das politische Primat galt dort lange Zeit als stark ausgeprägt. Wo sehen Sie den Bruch mit dieser Tradition starker Politik, die zugunsten eines privaten Sektors »abdankte«?
Rügemer: Nein, da gibt es keinen Bruch, nur Modernisierung. In den USA gilt seit der Gründung das Primat des großen Privateigentums. Der Staat war zuerst das Instrument der Sklavenhalter. Bis 1877 waren die meisten der 18 US-Präsidenten Sklavenhalter. Dann kamen die Industrie-Barone – 1860 wurde Abraham Lincoln von der Republikaner-Partei zum Präsidenten gewählt, ein reicher Anwalt, der Eisenbahn-Unternehmer vertrat. Auch 1860 wurde August Belmont Vorsitzender der Demokraten-Partei – er war an der New Yorker Wall Street Chef von Rothschild, der Bank, bei der die USA am höchsten verschuldet waren. So wurden die Sklavenhalter durch Wall Street und Großindustrielle wie Rockefeller und Ford und durch deren Stiftungen abgelöst. Zuletzt kamen die Silicon-Valley-Konzerne und BlackRock, Vanguard & Co. – und sie spenden ebenfalls immer für beide politischen Parteien, die Demokraten und die Republikaner, gleichzeitig. BlackRock & Co. sind auch die führenden Aktionäre der New York Times, des Wall Street Journal, von USA Today und der großen TV-Sender. Amazon-Gründer Jeff Bezos kaufte sich die Washington Post.
»Die Doppel-Strategie gehört zur DNA der USA«
De Lapuente: Sie beschreiben zugleich eine verarmende amerikanische Working Class, unbehandelte Krankheiten, Drogen, Alkohol oder Amokläufe. Warum hat dieses soziale Elend bisher keine starke Klassenbewegung hervorgebracht?
Rügemer: Ja doch, zunächst. Die internationale Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert hatte in den USA eine sehr wichtige Abteilung. Der Acht-Stunden-Tag, der 1. Mai als Tag der Arbeit – das geht auf Arbeiterstreiks in den USA zurück. Der New Deal unter Präsident Franklin Roosevelt ab 1933 förderte die erstarkten Gewerkschaften und die Arbeitsrechte – während aber Wall Street und US-Konzerne in Europa gleichzeitig alle faschistischen Diktaturen unterstützten und die Arbeiterbewegung zerstörten: Dies ging in den USA nach 1945 mit McCarthy weiter, mit Folgen bis heute. Aber es gibt einen neuen Aufschwung – über ihn berichten deutsche Medien nicht.
De Lapuente: Die Identitätspolitik – entstanden im akademischen Milieu der USA – simuliert Klassenbewusstsein. Würden Sie diese als amerikanische Simulation von Klassenkampf sehen wollen?
Rügemer: US-Kapitalisten sind immer auf der Suche: Welche neuen nicht nur religiösen, sondern auch zivilen, ideologischen Strömungen können wir zu uns herüberziehen, um einen möglichen Klassenkampf zu verhindern? So wurde die Schwulen-Bewegung der 1960er-Jahre gefördert und entschärft, dann die Frauen-Bewegung, dann die Umwelt-Bewegung, dann LGBT+. Wenn die an Wirkung verlieren, werden sie abgehalftert, wie jetzt mit Trump die Diversität, die Frauen- und Umwelt-Bewegung. Dagegen wird Altes hervorgeholt, jetzt wieder christliche Sekten, verstärkt der Zionismus, auch in Mischformen wie der »christliche Zionismus« vieler Trumpisten.
De Lapuente: Nach Ihrer Darstellung waren die USA und die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg nur für wenige Jahre taktische Verbündete, während der Antikommunismus die eigentliche Kontinuität amerikanischer Politik bildete – vor, während und nach Hitler. Die Amerikaner fuhren schon damals eine Doppelstrategie. Wie genau sah die aus?
Rügemer: Diese Doppel-Strategie gehört zur DNA der USA: Die Präsidenten reden vom Frieden, die Kapitalisten machen Krieg. Im Ersten Weltkrieg beschwor Präsident Woodrow Wilson den Frieden und die Neutralität, bis 1917, während Wall Street und US-Konzerne sofort von 1914 an die europäischen Kriegsparteien England, Frankreich, dann auch Italien usw. für deren 10-Millionen-Heere kreditierten und belieferten. So unterstützte die US-Regierung unter Roosevelt im Zweiten Weltkrieg öffentlich die Sowjetunion mit Stalin, gegen Hitlers Vernichtungskrieg – das wissen alle. Aber die Wall Street wusch schon ab 1938 außerhalb der Öffentlichkeit – und gegen die Roosevelt-Regierung – das von der Wehrmacht in dem Dutzend besetzter Staaten geraubte Zentralbankgold und Raubaktien: Mit diesen Devisen kaufte das überschuldete Hitler-Deutschland weltweit den riesigen Kriegsbedarf hinzu, in neutralen Staaten wie Schweden, Schweiz, Spanien, Portugal, Türkei, auch US-Konzerne lieferten weiter. So wurde der Krieg gegen die Sowjetunion verlängert, profitabel nicht nur für Flick, Krupp, Quandt, Wolff, Deutsche Bank & Co. Denn US-Kapitalisten organisierten Hitlers Krieg gleichzeitig als einen profitablen US-Stellvertreter-Krieg gegen den gemeinsamen Hauptfeind, die Sowjetunion. Das wussten nach dem Krieg auch DDR-Historiker nicht. Die beamteten BRD-Historiker verleugnen das sowieso, die EU schreibt die Geschichte noch lügenhafter um. Aber international setzen sich die historischen Fakten jetzt nachholend durch.
»Nach Broken USA wäre Broken Planet Earth durchaus logisch«
De Lapuente: Bei China fällt Ihre Analyse auffallend positiv aus. Sie sprechen von »gelebter Demokratie«, davon, dass 700 Millionen Menschen aus der Armut geholt worden seien, und sehen die chinesische Globalisierung als Gegenmodell zur amerikanischen. Ich verstehe Ihren Punkt. Sind Sie an dieser Stelle aber nicht zu wohlwollend?
Rügemer: Demokratie ist Herrschaft des Volkes. Die Menschen müssen an der Gestaltung von Gesellschaft und Staat mitmachen können, angefangen bei den eigenen Lebensverhältnissen. Dazu gehören in China Arbeits- und Sozialrechte, Bildung, Gesundheit, öffentliche Infrastruktur, eine für alle zugängliche Kultur, Geselligkeit etwa auch im Alter – sonst bleiben die demokratischen Rechte abstrakt, wie in Broken America. Auch in China gibt es Millionäre und Milliardäre – aber sie dürfen keine Partei, keine Medien, keine Universitäten und keine NGO finanzieren. Und China hat nicht den riesigen Militärapparat mit 850 Militärstützpunkten in über 80 fremden Staaten und auf annektierten Inseln wie die USA, mit Dauerpräsenz des Militärs zu Boden, Wasser, Luft und im Weltraum und mit weltweiten Kriegen – China, im prinzipiellen Unterschied zu den USA, kann die Ressourcen für die ganze Volkswirtschaft, für flächendeckende Infrastruktur und Sozialstaat, auch für Forschung und Ausbildung von Fachkräften einsetzen. Da gibt es nicht die systemische »Dysfunktion« von Broken America. China hat mehr grüne Energieproduktion als alle anderen Staaten zusammen, während das US-geführte Militär der größte Umweltzerstörer der Welt ist. Und China fordert im Unterschied zu den USA und der Weltbank in den Kooperationsstaaten keine Privatisierungen staatlicher Unternehmen, und die Kooperationsprojekte sind nicht finanzialisiert, sondern industriebasiert. Den Mehrheits-Bevölkerungen in den Staaten des US-geführten Kapitalismus geht es immer schlechter, auch perspektivisch – in Deutschland mit BlackRock-Kanzler Merz voran –, während es in China für die Mehrheit und für die Staaten, die in den Formaten wie BRICS, SCO, EEV mit China kooperieren, aufwärts geht.
De Lapuente: Ihr Buch endet nicht bei der Diagnose des amerikanischen Niedergangs, sondern setzt auf eine multipolare Gegenmacht um China und den Globalen Süden. Warum sollte Ihres Erachtens nach eine Welt mit mehreren Machtzentren automatisch friedlicher oder gerechter sein als eine amerikanisch dominierte?
Rügemer: Die Eliten der US-geführten »westliche Zivilisation« wissen in ihren Think Tanks und Epstein-Netzwerken über Broken America und dessen systemischen Abstieg Bescheid. Deshalb intensivieren sie mit ihrer fake production alte Feindbilder, jetzt am offensten die Todfeinde Russland und Iran, weil die als schwächer eingeschätzt werden als der Hauptfeind China. Die US-Regierung hat jetzt das Militärbudget von einer Billion US-Dollar auf 1,5 Billionen erhöht, so hoch und so schnell wie nie. Das »Verteidigungs«-Ministerium, das 1947 im lügenhaften »Kalten Kriegs«-Sprech umbenannt worden war, wurde jetzt wieder rückbenannt in »Kriegs«-Ministerium, wie es seit 1789 sowieso hieß. Die Oligarchen bauen ihre hochgerüsteten Domizile auf gekauften Inseln und riesigen Yachten aus, einige wollen auf den Mars: Nach Broken USA wäre Broken Planet Earth durchaus logisch. Jedenfalls: Der von den USA und der EU unterstützte Völkermord im Mittleren Osten und die öffentliche Hinrichtung von Führungsmitgliedern im Iran demonstriert das Vernichtungspotential. Und die wichtigsten Vasallen machen mit: Israel macht die »Drecksarbeit für uns«, so der deutsche BlackRock-Regierungschef Friedrich Merz von der CDU.
De Lapuente: Mit einer globalen Hegemonialmacht namens China liefe es anders?
Rügemer: China ist kein kapitalistischer oder neokolonialer Machtkonkurrent, sondern eine Systemalternative. China und die Formate wie die Neue Seidenstraße und BRICS praktizieren ein anderes System. Nach dem Ende des Hauptfeindes Sowjetunion 1990 führten die USA über 200 Kriege – übrigens keiner vom US-Kongress beschlossen –, lösten die NATO nicht auf, sondern schoben sie weiter gegen den alten Feind Russland vor. Dagegen stärkt sich China militärisch vor Ort, gegen die auch in Asien US-geführte Aufrüstung der dortigen Vasallen Japan, Südkorea, Australien, Philippinen, Taiwan. Und China organisiert die Gleichberechtigung der Staaten, setzt auf die UN-Charta und auf nicht-militärische Multipolarität, auf die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaften, national wie international. Aber klar: Die Zeit bleibt sehr gefährlich, auf lange Zeit. Die führenden EU-Politiker wie Merz und Macron, die nur noch kleinste Minderheiten hinter sich haben, befolgen alle Forderungen des mächtigsten Rechtsextremisten der Welt, US-Präsident Trump, nach Zöllen, nach Kauf des teuren und umweltschädlichen US-Frackinggases, nach Bezahlung der US-Waffen für die Ukraine und nach der Aufrüstung: Die europäischen NATO-Mitglieder sollen den kaputten US-Stellvertreter-Krieger Ukraine ersetzen, gegen Russland. Doch die Potentiale der friedlichen, wohlständigen, demokratischen, multipolaren Alternative des viel größeren »Restes« der Menschheit wachsen weiter. Wir müssen aber in der EU und in Deutschland auch neu lernen zu kämpfen, und mit viel mehr internationaler Kooperation – innerhalb der EU und weit darüber hinaus, auch mit Akteuren in den USA selbst!
Werner Rügemer (Jahrgang 1941) lebt in Köln und arbeitet als Publizist, Buchautor, Referent, Berater und Stadtführer. Thematische Schwerpunkte: Internationale Kapital- und Arbeitsverhältnisse; Privatisierung, Unternehmenskriminalität; Die Entwicklung des Weltsystems nach Prinzipien des Völkerrechts und der Menschenrechte Promotion 1978 über „Philosophische Anthropologie und Epochenkrise“. Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (VS/Verdi) und im PEN-Zentrum Deutschland.
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»Die USA unterstützen alle Varianten von Diktatur«
Die Diktatur des Proletariat unterstützen die USA mit Sicherheit nicht. Sie unterstützen nur alle Varianten der Diktatur des Kapitals, weil sich in den USA die Masse des Kapitals versammelt hat und den Staat USA zu ihrem Interessen-Vertreter gemacht hat – die Welt für sie nutzbar zu machen.
Ob sich diese Kapital-Diktaturen nun Demokratie oder sonst irgendwie nennen, das spielt eigentlich nur für die naive (westliche) Bevölkerung eine Rolle.
Das Buch hangelt sich am schlechten hoch, das kann man machen, ist aber deswegen kein objektiver Vergleich von Demokratien.
> In der Verfassung, die seit 1787 bis heute gilt, steht nichts von Demokratie.
Weil man ein Wort nicht mit sich selbst definiert (der Fehler wird öfter gemacht). Die Verfassung beschreibt die amerikanische Form der Demokratie, deshalb kommt es im Text nicht vor.
> Die Sklaverei war weiter erlaubt
Demokratie wird als Herrschaft der Bürger betrachtet, seit Erfindung in Griechenland. Sklaven (und andere) wurden da rausgerechnet. Natürlich ist das unschön, aber wurde ja dann auch abgeschafft. Bei uns zb Wahlrecht für Frauen wurde auch erst später eingeführt. Das sind alte Ansichten, die teils weltweit galten.
Tatsächlich hat die USA mehr Elemente von Demokratie als zb Deutschland. Richter und Staatsanwälte werden teils direkt vom Bürger gewählt. In Jurys entscheiden 12 per Los ausgewählte Bürger. Präsident wird direkt gewählt. Meinungsfreiheit ist weit fundamentaler angesetzt als in Deutschland. Während Corona und auch Ukraine zeigt sich das trotz einer bestimmten Politik des Staates andere Meinungen in den Medien vorhanden und erlaubt sind.
Andersrum, wenn die USA so schlecht ist laut Buch, wieso wollen dann so viele dahin auswandern? Auch aktuell aus Deutschland. Die Amisch zb sind damals ausgewandert, weil sie hier gegängelt wurden und daran hat sich nichts geändert. Die Amisch sind perse gegen Impfung, in USA kein Problem, während Corona währen die hier wieder zum Problem geworden. Davon ab, sind die gut durch Corona gekommen 😉
> In den USA gilt seit der Gründung das Primat des großen Privateigentums
und der Meinungsfreiheit . Trotz aller Probleme halte ich das für besser als das Primat des Staates, wie hier. Das zeigt sich grad aktuell in allem, von der Meinungsfreiheit bis zur Wirtschaft.
Kritik an der USA ist auf jedenfall berechtigt, nur sollte man das nicht mit Demokratie in einen Topf werfen. Das autoritäre Herrschaftsformen zurückkommen, halte ich in den USA für weit weniger wahrscheinlich als hier, und da meine ich nicht die AfD.
„… wenn die USA so schlecht ist laut Buch, wieso wollen dann so viele dahin auswandern?
Wenn das Imperium USA die Reichtümer der Welt plündert und bei sich hortet, dann ist es logisch, dass die Menschen dem Reichtum folgen. Das ist die materialistische Erklärung. Und man sollte sich darüber bewusst sein, dass Wohlstand für Freiheit notwendig ist.
„Das autoritäre Herrschaftsformen zurückkommen, halte ich in den USA für weit weniger wahrscheinlich als hier …“
Das verkennt, dass die USA doch nur noch eine Fassaden-Demokratie sind, in Wirklichkeit aber eine Oligarchie oder Plutokratie, es nur noch verschiedene Kapital-Fraktionen um die Macht streiten.
> Wenn das Imperium USA die Reichtümer der Welt plündert und bei sich hortet, dann ist es logisch, dass die Menschen dem Reichtum folgen.
Könnte man denken. Der Reichtum wird aber ins Militär gesteckt. Bei den Leuten kommen diese Gelder nicht an. Das kann nicht der Grund sein.
> in Wirklichkeit aber eine Oligarchie oder Plutokratie
Der Aussage kann ich zum Teil zustimmen. Ändert aber nichts an der Verfassung wo die Grundrechte sehr tief verankert sind, im Gegensatz zu uns wo noch dazu ständig dran rumgefummelt wird.
Allgemein hast du das Problem das Politiker Geld (oder Posten,..) nicht ungern nehmen. (Das wussten auch schon die alten Griechen, deshalb das Losverfahren.) Das Problem haben wir doch auch. Führt in den USA aber nicht dazu das die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird.
Davon ab, wenn du mich danach fragst wer hat die beste Demokratie, dann würde ich auch nicht sagen USA sondern Schweiz. Wobei besser geht immer, auch dort. 😉 Demokratie seh ich eher als Range von 0 .. 10. Es gibt nicht DIE Demokratie aber auch nicht DIE Diktatur (NK mal abgesehen).
„Das autoritäre Herrschaftsformen zurückkommen, halte ich in den USA für weit weniger wahrscheinlich als hier …“
Wenn man bedenkt, wie viele US-Amerikaner im Knast sitzen und wie viele durch Polizeigewat sterben, ist diese Aussage noch mal so hohl…
Unter den sog. Gründervätern der USA gab es natürlich auch solche, die Platons und Aristoteles Politeia gelesen hatten, also sowohl mit dem Wort „Demokratie“, seiner (antiken) Bedeutung und der Ablehnung der „Demokratie“ durch Platon und Aristoteles vertraut waren. Und die genau deshalb ebenfalls keine „Demokratie“ anstrebten.
Wer weiß schon von dieser Tatsache:
„At the time of the first Presidential election in 1789, only 6 percent of the population – white, male PROPERTY OWNERS – was eligible to vote.“
Es war also in den ersten Jahrzehnten der USA auch nur ein Bruchteil der weißen Männer wahlberechtigt (Zensuswahlrecht)!
Die us-amerikanischen Gründer sprachen deshalb nicht zufällig nicht von „Demokratie“, sondern von „Republik“ – ebenso wie zuvor die Gründer der mittelalterlichen genuesischen und venitianischen Republiken sowie der meist vergessenen „Republik der Vereinigten Niederlande“ (1581 ff).
Im Vorwort einer Cambridge-Ausgabe der Federalist-Papers, also der damaligen Diskussion um die amerikanische Verfassung, heißt es diesbezüglich eindeutig:
„It is important to remember that neither side (weder die Federalists noch die Anti-Federalists) viewed this as a struggle for “democracy.”In the late eighteenth century democracy was still viewed as class rule – specifically, rule by the lower or working class in their own class’s political and economic interest.“ (The Federalist, S. xix, Cambridge 2003)
„Weltweit“ und zu dieser Zeit?
Die Französische Republik verabschiedete nicht nur im August 1789, zwei Jahre nach Inkraftsetzung der US-Verfassung, die Erklärung der Menschrechte (nicht nur Bürgerrechte!), sondern schaffte im Jahre 1794 auch die Sklarerei in den französischen Kolonien ab. (Napoleon führte sie 1802 wieder ein.)
Auf den britischen Inseln war die Skaverei defacto im Jahre 1772 abgeschafft worden (Somerset v Stewart), also zu einem Zeitpunkt, als die nordamerikanischen Kolonien noch zum Mutterland gehörten. Als ein nordamerikanischer Siedler mit seinem Sklaven das Mutterland besuchte reichten englische Bürger vor dem höchsten königlichen Gericht eine Klage auf habeas corpus ein, also eine Untersuchtung auf unrechtmäßigen Freiheitsentzug. Der Sklave James Somerset bekam Recht und wurde befreit.
Nachdem sich die Nachricht vom Fall Somerset in den nordamerikan. Kolonien verbreitete wurden dort in den Folgejahren ähnliche Gerichtsprozesse angestregt, die von den dortigen königlichen Richtern ähnlich wie in England entschieden wurden, wogegen aber jeweils der königliche Governeur sein Veto einlegte.
Der us-amerikanische Historiker Gerald Horne hat in jüngster Zeit in seinem Werk „The Counter-Revolution of 1776“ (Kapitel 9: Somerset’s Case and the North American Aftermath) die Vermutung zu belegen versucht, dass der us-amerikanische Unabhängigkeitskrieg jedenfalls von Seiten seiner eigentlichen Initiatoren, nämlich von Sklavenhaltern wie George Washington oder Thomas Jefferson, in erheblichem Maße der Befürchtung geschuldet war, dass das Mutterland in seinen Kolonien die Sklaverei abschaffen könne.
Diese Methode, also die Sezession um der Erhaltung der Sklaverei willen, konnte man anschließend noch zweimal in Nordamerika beobachten.
– Der zweite Präsident der mexikanischen Republik erließ im Jahre 1829 ein Dekret zur Aufhebung der Sklaverei, was Unmut bei den texanischen Sklavenhaltern erregen musste. Sie spalteten sich 1836 ab.
– Die Abspaltung der Südstaaten im Jahre 1861.
Ob Figuren wie Merz, von der Leyen, Wadephul, Pistorius ihre Position in der Politik hätten, wenn die Mehrheit der Deutschen der Inhalt dieses ausgezeichneten Artikels bekannt wäre?
Ich sag es ja nur ungern, aber die Lebenslüge ist gelebte globale Praxis. Denn Kapitalismus und Demokratie schließen sich gegenseitig aus. Da hilft keine Fetischisierung des einen oder anderen Diktats, kein positiver oder negativer Rassismus, wie vorgeführt an der drolligen Gegenüberstellung USA und China.
Demokratie steht nicht auf dem Programm, nirgends. Nur die Befriedigung von Herrsch- und Habsucht einiger Auserwählter, auf Basis der erstrittenen Möglichkeiten. Vlt ein Bsp.:
Jul 2, 2026
Functional Oligarchy
Iain Davis
(…)
Political science provides the answers. The investment houses act as front organisations for the functional oligarchies that control the policy decisions made by the oligarchs’ primary front organisation: the government.
By maintaining investor anonymity, a kind of investment shell game further protects the oligarchy. That said, we can see how oligarchy operates if we take the time to research relationships.
To illustrate: Chengdu Aircraft Corporation (CAC) is a subsidiary of the Aviation Industry Corporation of China (AVIC), which is supposedly a “state-owned,” Beijing-based publicly traded defence conglomerate. The leading “private” investment house backing AVIC is China Asset Management Co., Ltd. (ChinaAMC). Originally based in Hong Kong, ChinaAMC currently has $0.5 trillion of assets under management. ChinaAMC’s leading investors include the Canadian-based Mackenzie Investments, which is a subsidiary of the Canadian financial services company IGM Financial Inc. IGM is largely controlled by the Power Corporation of Canada, which is dominated by the Desmarais oligarch dynasty. Doubtless, many of the other leading oligarch shareholders of IGM are represented by BlackRock and Vanguard.
https://off-guardian.org/2026/07/02/functional-oligarchy/
Es gibt verschiedne Herrscherhäuser, die reichlich Geschäfte miteinander machen und auf der Dienstbotenebene ihre Konflikte, wie üblich auf dem Rücken der Machtunterworfenen, miteinander austragen. Auf der Ebene der Rahmensetzung, wie Gesellschaft überhaupt zu funktionieren hat, ist man sich sehr einig. Das wurde sehr offenkundig beim Start des Umbaus vor ein paar Jahren. Man sieht auch wie gut es funktioniert, zumindest im Hinblick darauf, falls, sollte man ein katastrophales Ende anstreben.
Was sind wir doch also multipolar:
Fake Wars & Higher Prices: What a “Multipolar World Order” REALLY Means
Kit Knightly
(…)
The whole world (minus the US, currently) has signed the Pandemic Treaty, or signed up to the United Nations “Pact for the Future”.
The BRICS nations all have globalist ties – recall BRICs was a term coined in a Goldman Sachs report in 2001 – and they all signed the Kazan Declaration in 2024. Supporting, among other things, the IMF, the WHO, Agenda 2030 and “sustainable development goals”. (Read Riley Waggaman’s great break down here)
The Kyoto Protocols, the Paris Climate Agreements, the UN’s Sustainable Development Goals are all backed by every one of our multiple poles.
Everyone on any of the supposed sides believes in the same things and shills the same foundational globalist lies such as climate change and Covid.
And, quirks of implementation or nomenclature aside, they all want the same things and push the same familiar shopping list of policies:
– Programmable Digital currency
– biometric Digital ID
– ending online anonymity
– Cashless society
– Censorship
– “Sustainable development goals”
The unspoken endgame of this collective horror show is easy to summarize: Techno-authoritarianism.
Hrvoje Moric has written about how multipolarity, as a model, is a form of global government.
A dystopian society where the state and mega corporations merge into a Thing-like monstrosity that has constant, real-time access to any and all data for pretty much everyone on the planet. That has the ability and facility to monitor – or control – every transaction, every journey, every message or phone call.
“Multipolarity” disguises this truth, and uses partisan thinking and ideology to draw fake or surface-level distinctions.
BRICS vs NATO, the US vs China, Israel vs Iran, Europe vs Russia, Belt and Road Initiative vs the India-Middle East-Europe Trade Corridor.
https://off-guardian.org/2026/07/02/functional-oligarchy/
Aber dann sagen Sie es doch nicht, denn Sie wissen doch, der Bote trägt bisweilen die Konsequenzen der Botschaft. 😉
Die Verkletteten der Lebenslüge:
Was sollen sie denn auch sonst machen, sie sitzen ja auch nicht im selben Raum, in dem die Diktate verlesen werden, wissen nicht (evtl. auch nur passiv), dass es so einen Raum überhaupt gibt und dass dieser Raum das Höchste ist, das sie jemals erreichen könnten, um ein Diktat direkt zu empfangen, wenn sie denn menschlich nur flexibel genug gewesen wären.
Die Puzzleteile werden nicht zusammengesetzt, nicht mal als Teile eines Ganzen erkannt, dabei stehen genug davon als einzelne Artikel hier auf der OM Webseite, um diese Welt in ihren Fetzen zu erkennen: Freiheitlicher Diktatur-Support über Dekaden, Red Storm ABC, UA-Phantome, CO₂ Hirnflipper, Wunder-Monopol, Vergreisung, Depression, Auftragsmorde, parteiliche Loyalitätsbefreiung und natürlich AFD oszillierend in 4D. Da oszilliert auch der Blick, der Fokus entgleitet, das Kopfschütteln ermüdet, denn Headbanging ist keine zuträgliche Alltagsbeschäftigung.
Sie machen doch schon alles, sie lesen viel, zweifeln, aber wollen doch nur dazu gehören, machen, was sie von klein auf gelernt haben, dass der eigene Anteil an einer »Demokratie« mit der Abgabe eines Wahlzettels abgegolten ist, die Verantwortung verantwortungsvoll abgegeben und somit „eine gerechte Behandlung in einem demokratischen Rechtsstaat“ erworben wurde. Freilich wird es gelegentlich gespürt, dass man gepresst wird im unteren Layer; und dass so viele Layer über einem liegen, dass die Kirsche auf der Torte niemals auch nur erblickt wird. Aber »multipolar« ist nicht eine Lösung der aktuellen Hegemonie, sondern auch nur eine Variante von Teile & Herrsche? Kann doch nicht sein… oder? Kann es sein..?
Btw., Dank für die Links.
Danke, auch für die Anmerkungen. Ich kann leider nicht sagen, daß ich das gerne tue. Ich könnte mir weitaus Nützlicheres vorstellen, als dieses Anrennen gegen die stupide Materie als ein Ergebnis der systemischen Grundfunktionen. Aber es ist wie es ist. Die vorherrschende Ordnung, die selbstgezimmerte Mausefalle, läßt nichts Anderes zu als die Vergeudung von Zeit und weiteren Potentialen.
Ich möchte den zweiten link noch korrigieren:
https://off-guardian.org/2026/05/20/fake-wars-higher-prices-what-a-multipolar-world-order-really-means/
@ Gracchus Babeuf:
Ja, es sind diese Potentiale, gebunden und vergraben in den Paralysen dieser falschen Zeit. Dabei sind es nicht die Möglichkeiten und die Antworten, die ich vermisse. Es sind die richtigen Fragen, die ich mir in diesem gegenwärtigen dröhnenden Grab nicht einmal vorstellen kann und so sehr fehlen.
Im Grunde genommen war der Staat immer nur der Büttel der Trusts und Konzerne. Ausnahmen gibt es und Werner erwähnt sie auch. Aber allzu viel ist das nicht.
Auf die Idee, man könne sich in China etwas abgucken, scheint niemand zu kommen. Was bei uns niemand glaubt, die Chinesen sehen ihr System als Demokratie. Auszug aus Grok:
„Internationale und akademische Erhebungen (u. a. Democracy Perception Index / Alliance of Democracies, Harvard Ash Center, World Values Survey, Asian Barometer) kommen zu ähnlichen Ergebnissen:79–83 % der Befragten in China sagten in den letzten Jahren, ihr Land sei eine Demokratie (DPI 2022: 83 %, 2024: 79 %).
Demokratie gilt den meisten als wichtig (über 90 %).
Sehr hohe Zufriedenheit mit der Zentralregierung (Harvard Ash Center: um die 93 % in den letzten verfügbaren Wellen).
Viele sehen die Regierung als im Interesse der Mehrheit handelnd und das System als fair.“
„Die USA unterstützen alle Varianten von Diktatur“ … und die Merz-Regierung unterstützt sie als treuer Vasall dabei.
Auch früher schon hat Deutschland Diktatoren unterstützt z. B. Pinochet in Chile oder den Schah von Persien
– Sanktonen gegen den Iran trotz völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA und Israel auf den Iran
– Waffenlieferungen für den Völkermord in Gaza und dem West-Jordan-Land
„Vor dem IGH behauptet die deutsche Vertreterin, Berlin ergreife keine Partei im »israelisch-palästinensischen Konflikt«. Waffenlieferungen seien aber kein Problem“
https://www.jungewelt.de/artikel/529385.deutschland-vor-gericht-regierung-gibt-sich-unparteiisch.html
Imperialistischer Krieg nach außen sozialer Krieg nach innen!!!
@Otto0815
Da schließe ich mich vollumfänglich an, da ich das genauso sehe wie Sie.
Parole Merz muss weg 😉
Allerdings muss er nicht durch nach was Schlimmeres ersetzt werden – ein deutscher „Mr. Burns“ reicht völlig, der muss weg 😉
Trauriger Gruß
Bernie
Mit welcher Regierung die letzten Jahrzehnte ist es denn mal besser geworden? Von Schmidt zu Kohl zu Schröder zu Merkel zu Scholz zu Merz während meinen Lebzeiten. Also ich sehe da nur eine Tendenz. 🙁
Die USA und Israel müssen fallen, sonst wird es keinen Frieden auf der Welt geben.
So lange die herrschende Klasse samt ihrer Funktionselite und allen kapitalistischen Strukturen nicht beseitigt ist, wird sich auch nichts ändern.
Der Artikel beschreibt eine unrühmliche und sehr trübe Geschichte der Vereinigten Staaten und kommt damit der Wahrheit wahrscheinlich näher als der ganze pathetische Müll, den wir zu sihrer Geschichte zu hören gewohnt sind.
Meine Generation (Boomer) wurde mit us-amerikanischen Mythen gemästet. Das Dauer-Trommelfeuer der weißen Propaganda nach WK2 war dermaßen umfassend und geschickt, so dass die Verschleierung des ganzen Konstrukts geradezu perfekt gelang. Ein Konstrukt, das von Beginn an einer durch und durch brutalen Agenda der Vernichtung, Unterwerfung und Ausbeutung zuerst der Ureinwohner, den zwangsverschleppten afrikanischen Sklaven, dann der vor ähnlichem Pack verfolgten und fliehenden europäischen Immigranten und schließlich der wehrlosen, post kolonialen kapitalistischen Peripherie, soweit man sie sich hörig und abhängig machen konnte, folgte.
Auch zum Beispiel das Bild des schrulligen englischen Kolonialisten der mit seiner seltsamen Kopfbedeckung ausgestattet den rückständigen Indern die Zivilisation und die Eisenbahn schenkt ist so ein durch zahlreiche filmische Narrative angereicherter Mythos, der gar nichts mit der brutalen Realität des englischen Kolonialismus dort zu tun hat. Trotzdem glauben oder wollen es die allermeisten glauben.
Das organisierte Verbrechen, das sich ein ganzes Staatsgebilde namens USA als Tarnorganisation leistet und je nach Situation auch die Bevölkerung anderer Staaten zu manipulieren und damit die Staaten selbst einzuspannen in der Lage ist, ist schon sehr lange und planvoll am Werk, um die eigenen Interessen zu sichern und einen vernünftigen Fortschritt zu verhindern. Ein düsteres Bild, aber nach Abzug der üblichen Illusionen, das wahrscheinlichste.
Schon vor 30 Jahren erschienen: Karlheinz Deschner: Der Moloch. Untertitel: Sprecht sanft und tragt immer einen Knüppel bei euch – Eine kritische Geschichte der USA.