
Wie lässt sich eine Gesellschaft schützen, deren Ängste präzise gesteuert, deren Kommunikationsmittel von Oligarchen beherrscht und deren Urteilskraft systematisch zermürbt wird?
Im zweiten Teil des Exklusivinterviews mit Markus Johannes Karsten zeigt Prof. Rainer Mausfeld, wie eng Angst, Medienmacht, Kapitalinteressen und digitale Technologien heute verflochten sind – und warum die Wiedergewinnung geistiger Freiheit zur Grundvoraussetzung jeder Demokratie geworden ist.
Zweiter Teil des Interviews. Den ersten Teil dieses Exklusivinterviews finden Sie hier.

Karsten: Sie erklären, wie Angst als politisches Steuerungsinstrument dient. Welche Form der Angst dominiert die Gegenwart – die vor dem äußeren Feind, oder die vor sozialem Ausschluss? Und aus welchen Gründen?
Mausfeld: Angst ist nun einmal eines unserer stärksten Gefühle; sie ist ein Grundaffekt unserer Psyche. Und damit eignet sie sich besonders für manipulative Zwecke. Wer sie manipulativ erzeugen und kontrollieren kann, beherrscht unser gesamtes Bewusstsein. Techniken der systematischen Erzeugung von Angst sind daher sehr viel wirksamer als eine bloße Manipulation von Meinungen. Meinungen sind zumeist flüchtig und bestimmen unser Handeln weniger als affektive Kräfte.
Beide von Ihnen genannten Formen der Angst dominieren unsere Gegenwart. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied zwischen ihnen: Die Angst vor dem äußeren Feind erwächst nicht aus unserer Alltagserfahrung. Sie muss erst durch einen systematischen Feindbildaufbau von außen geschürt werden. Die Techniken dazu – also, wie man die Bevölkerung in kürzester Zeit in einen kollektiven Wahn von Hass und Feindseligkeit bringt – sind uralt. Heute sind wir wieder Zeugen ihrer flächendeckenden Anwendung – und wohl bald auch ihre Opfer.
Anders als die Angst vor dem äußeren Feind ist die Angst vor einem sozialen Ausschluss tief in uns angelegt. Denn wir sind nun einmal von Natur aus sozial organisierte Wesen. Diese Angst ist auch die Wurzel von sozialem Konformismus. Sie lässt sich manipulativ sehr wirksam nutzen, um die „verirrte Herde“ auf Kurs zu halten. Die Techniken dazu sind Rufmord, mediale Ächtung und der Ausschluss aus einer Gemeinschaft. Auch davon wird heute in gewaltigem Umfang Gebrauch gemacht – von Cancel Culture bis zur Sperrung von Bankkonten. Ein weites Feld … und der Weg in eine neue Form des Totalitarismus.
Karsten: Sie haben oft auf die „Zermürbung der politischen Urteilskraft“ durch Dauerreizung und Informationsüberfluss hingewiesen. Die kollektive Erschöpfung der westlichen Gesellschaften ist sicherlich heute einer der wesentlichen Machtfaktoren – eine Herrschaft durch Überforderung sozusagen. Dies gesetzt, scheint es ausweglos zu sein, aus der „letzten Krise“ herauszufinden. Kürzlich sagte ein bedeutender Schriftsteller zu mir: „Wenn Sie Trost suchen – den bekommen Sie von mir nicht“. Gibt es Trost? Trost, der Wege aus dem kollektiven Irrsinn weist?
Mausfeld: Das muss ein sehr politisch denkender Mensch gewesen sein. Denn Trost kann und muss man spenden, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Trost muss man den Verdammten dieser Erde spenden. Es gilt also zunächst und vor allem darum, dass sich niemand überhaupt erst zu den Verdammten dieser Erde machen lässt. Bevor wir Trost spenden, müssen wir vor allem die Widerstandskräfte gegen Ausbeutung und Unterdrückung wecken und kräftigen. Trost ist Teil der individuellen Unglücksbewältigung. Politische Arbeit muss aber darauf zielen zu verhindern, dass es überhaupt dazu kommt.
Wir müssen also an die systemischen Wurzeln des Irrsinns und der Entzivilisierung von Gewalt gehen. Wir müssen verstehen, wie es zu all dem gekommen ist. Insbesondere müssen wir dringend die Funktionslogik des Kapitalismus und seiner modernen Entwicklungsstufen besser verstehen, wenn wir an die Wurzeln gegenwärtiger Probleme kommen wollen. Und das wiederum geht nur in großen kollektiven Anstrengungen.
Die Mächtigen wollen natürlich die Entstehung von Kollektivität unbedingt verhindern. Dazu muss die Gesellschaft entsolidarisiert und atomisiert werden. Und die Bürger müssen medial in einen solchen Nebel der Verwirrung und der billigen Unterhaltung eingelullt werden, dass ihnen ein angemessenes Verstehen der gesellschaftlichen Realitäten gar nicht möglich ist. Das geschieht, wie man heute sieht, mit überwältigendem Erfolg – natürlich sehr zum Wohlgefallen der Reichen und Mächtigen.
Es geht also gerade nicht vorrangig um Trost, es geht darum, die Bereitschaft zu kräftigen, diesen unvermeidbaren emanzipatorischen Kampf, der zuvor schon in unzähligen Generationen geführt worden ist, mutig und entschlossen weiterzuführen.
»KI-Systeme werden vermutlich bald die traditionelle Schrift-Hochsprache in ein Nischendasein drängen«
Karsten: Gehen Sie doch bitte mal speziell auf die Dimensionen der sogenannten Digitalisierung ein. Wie beförderten und befördern die neuen technisch-digitalen Möglichkeiten das Entstehen und die Entwicklung dieser letzten Krise? Oder sehen Sie eher überwiegend positive Effekte, die die Digitalisierung prinzipiell mit sich bringt, sich aber möglicherweise noch nicht ausreichend entfaltet haben. Welche wären das?
Mausfeld: Wir sind erst in den hochdynamischen Anfängen dieser gesellschaftlichen Entwicklungen und können die Folgen kaum abschätzen. Soviel aber steht fest: Die Form des Kommunikationsmediums bestimmt auch die Art der vermittelten Botschaften und damit auch die gesamte Form unseres Denkens. Das gilt seit den allerersten Anfängen. Schon in der Antike revolutionierte die besondere Form des griechischen Alphabets mit seinen Vokalen und Konsonanten die Art des Denkens und brachte einen gewaltigen kognitiven Abstraktionsschub mit sich, der den Übergang von einer mündlichen zu einer schriftlich gestützten Kultur sehr erleichterte. Auch die Erfindung des Buchdrucks hatte gewaltigen Einfluss auf die Form unseres Denkens. So führte sie zu einer Minderung unseres auditiven Gedächtnisses und zu einer Ausdifferenzierung unserer visuellen kognitiven Kapazitäten. All dies gilt nun in verstärkten Maße auch für die Digitalisierung der Kommunikationsmittel und der damit verbundenen Entwicklungen. So wird durch KI-Systeme vermutlich bald die traditionelle Schrift-Hochsprache in ein Nischendasein gedrängt werden und die Schreibsprache wieder mehr den Regeln mündlicher Kommunikation folgen. Damit wird vermutlich ein Verlust kognitiver Fähigkeiten, wie Abstraktion und schlussfolgerndem Denken einhergehen. Was uns wiederum anfälliger für Manipulationen macht. –Wie immer bringen also solche Revolutionen und dadurch ausgelöste Dynamiken ein großes Spektrum positiver wie auch negativer Effekte mit sich. Wir sind erst mitten in den Anfängen dieser Entwicklung und können natürlich keine abschließenden Urteile fällen.
Soviel aber lässt sich schon jetzt sagen: Die Beziehung von Reichtum und der Kontrolle von Kommunikationsmitteln wird zu einer existentiellen Kernfrage unserer Gesellschaft. Denn keine andere Epoche der Geschichte hat einen so rasanten und umfassenden Ankauf unserer Kommunikationsmittel durch die Hyperreichen, also durch die Milliardärsklasse, erlebt – eine Tatsache, die grundlegende Fragen zur Meinungsfreiheit aufwirft. Die sieben reichsten Menschen der Welt sind heute allesamt einflussreiche Medienmogule, die ihnen eine einzigartige Kontrolle über unsere Medien und damit über unser Bewusstsein verleihen. Dadurch können sie insbesondere Agenden bestimmen und unliebsame Meinungsäußerungen unterdrücken. Dies schließt vor allem Kritik an ihnen selbst, Kritik am Wirtschaftssystem und Kritik am Handeln der Regierungen, insbesondere der USA und Israels ein.
Es ist nun zu erwarten, dass alle Systeme der Massenkommunikation und alle bisherigen Strukturen einer Bevölkerungskontrolle zunehmend mit neuen KI-Systemen integriert werden. Diese KI-Mittel sind jedoch im Besitz einer klitzekleinen Schicht von Hyperreichen. Wenn nun die Bevölkerung in wachsendem Maße von künstlicher Intelligenz abhängig gemacht wird, die ihre Wahrnehmung bestimmt, die für sie denkt, die ihnen die Welt interpretiert und die ihrem Denken Ausdruck verleiht, übergeben sie letztlich ihr gesamtes Bewusstsein in die Hände von Oligarchen.
In diesem Prozess stehen wir gerade. Wenn er sich erst stabilisiert hat, wird er kaum noch umzukehren sein. Die Lösung aller anderen Probleme – ob Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung oder Armut – wird davon abhängen, ob wir unsere geistige Freiheit wiedergewinnen können, uns ein angemessenes Bild gesellschaftlicher Realitäten zu machen. Ohne eine vollständige Demokratisierung der Medien wird dies nicht möglich sein. Ohne eine vollständige Demokratisierung der Medien müssen alle Hoffnungen auf eine bessere Welt private Utopien bleiben.
Karsten: Sie diagnostizieren eine enge Verzahnung zwischen Finanzkapital, Militär und Medienmacht. Wie kann ein einzelner Staat – etwa Deutschland – in einem solchen System überhaupt noch souverän handeln, ohne sich ökonomisch selbst zu schaden? Oder anders gefragt: Bedarf es möglicherweise des Kapitalismus und seiner Verwertungsmechaniken, um nicht einem Hegemon anheimzufallen?
Mausfeld: Genau diese Verzahnungen machen faktisch eine Zivilisierung von Macht und eine Zivilisierung von Gewalt unmöglich – also die Etablierung geeigneter gesellschaftlicher Schutzbalken gegen illegitime Macht und gegen Gewalt. Damit ist natürlich auch der Demokratie jede Grundlage entzogen. Denn Demokratie bedeutet die gesellschaftliche Selbstbestimmung des Staatsvolkes, also Volkssouveränität. In einer Demokratie kann und darf dem Staat als solchem keine Souveränität zukommen. Denn die Organisationsform des Staates ist historisch ja gerade als Herrschaftsform der Besitzenden entstanden. Es geht also primär nicht um Staatssouveränität, sondern um Volkssouveränität. Demokratie bedeutet gerade, dass der Staat seine Legitimität allein durch die Volkssouveränität bezieht. Nur davon darf seine Souveränität abgeleitet sein.
Nun ist der Kapitalismus in seiner Funktionslogik, also bereits strukturell, ein höchst autoritäres System, nämlich die Herrschaft des Kapitals. Im Kapitalismus ist, wenn man so will, das Kapital souverän. Eine andere Form der Souveränität kann es im Kapitalismus nicht geben. Die Funktionslogik des Kapitalismus schließt ja grundsätzlich den gesamten Bereich der Wirtschaft von demokratischen Einflüssen, also von einer Volkssouveränität aus.
In der gegenwärtigen Entwicklungsform des Kapitalismus, nämlich des globalen Finanzkapitalismus, kann es nicht einmal mehr eine Staatensouveränität geben. Das internationale Handelsrecht führt das drastisch vor Augen. Auch die Struktur und Funktionsweise der EU zeigt das unmissverständlich – wie überhaupt die EU der wohl mächtigste Antreiber autoritärer und totalitärer Entwicklungen ist.
Eine Souveränität Deutschlands kann also nicht durch mehr Kapitalismus erreicht werden. Sie kann einzig und allein durch eine ungeteilte gesetzgeberische Souveränität des Staatsvolkes erreicht. Davon sind wir aber heute so weit entfernt, dass die meisten vergessen haben, was das überhaupt bedeutet.
»Alle emanzipatorischen Errungenschaften mussten den Mächtigen in verlustreichen sozialen Kämpfen abgetrotzt werden«
Karsten: Wenn Sie heute an die junge Generation denken – was wäre für Sie Schritte, erste Schritte, die gegangen werden könnten, um sich innerlich von der westlichen Hegemonie zu emanzipieren, ohne in Zynismus oder Nihilismus zu verfallen? Wie lässt sich ein Bewusstsein wecken, das nicht sofort wieder von Ideologie verschluckt wird? Gibt es Auswege?
Mausfeld: Das ist natürlich die Frage aller Fragen. Und seriöse Prognosen sind kaum möglich. Aber für Optimismus scheint mir gegenwärtig wenig Anlass zu bestehen. Denn der Kapitalismus versorgt uns im Überfluss mit dem süßen Gift der Hoffnung, damit wir weitermachen wie bisher und nicht nach den tieferen Wurzeln der Probleme suchen. Auch macht uns der Kapitalismus durch die Verführungen des Konsumismus psychisch zu wirklich hartnäckigen Verteidigern des Status quo. Das bedeutet letztlich, dass wir in unserem Herzen eigentlich gar keine radikalen Veränderungen wollen. Am besten soll alles so bleiben, wie es ist, nur eben besser – zumindest für unsere eigene Lebenssituation.
Genau das ist die Bewusstseinsverformung, mit der der Kapitalismus verhindert, dass man ihn als letztlich selbstdestruktives System in Frage stellt. Vermutlich werden sich erst wieder Möglichkeiten für Auswege eröffnen, wenn seine destruktiven Auswirkungen – sei es gesellschaftlich, ökologisch und vor allem psychisch – so stark werden, dass sie für unsere eigene Lebenssituation unerträglich sind. Das ist zumindest eine Lehre aus der Geschichte.
Wir müssen uns daran erinnern, dass alle emanzipatorischen Errungenschaften, von denen wir heute profitieren, den Mächtigen in mühsamen und oft verlustreichen sozialen Kämpfen abgetrotzt werden mussten. Sie konnten nicht durch einen Dialog mit den Mächtigen erreicht werden. Auch nicht durch einen Appell an das Licht der Vernunft. Und erst recht nicht durch einen Appell an deren Mitgefühl.
Auswege müssen also erkämpft werden. Und das ist nur in einer solidarischen Kollektivität möglich. Die wiederum kann nur durch eine vollständige Demokratisierung der Medien erreicht werden. Solange wir die nicht erreichen, bleiben wir in den systematisch erzeugten psychischen Verformungen von Konkurrenzsituationen und individueller Nutzenmaximierung gefangen – mit allen gesellschaftlichen Konsequenzen. Solange also die Mächtigen über die Mittel zur Formung unseres Bewusstseins verfügen, brauchen wir gar nicht erst zu beginnen, von einer besseren Welt zu träumen.
Karsten: Ich danke für das Gespräch.
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Hier erklärt der Rainer Mausfeld auf seine Art doch ganz verständlich warum der Kapitalismus den gesellschaftlichen Rahmen für diese Entwicklung bildet.
Erst, wenn die Hyperreichen (klingt ein bißchen französisch) samt allen kapitalistischen Strukturen beseitigt sind, kann es überhaupt erst Frieden geben!
Das Bild schon, aber das ist nicht dem Rainer Mausfeld anzulasten, mon pote… 😉
nee du, die Ai ist da schon wesentlich weiter in der Ursachenanalyse zu den derzeitigen Verwerfungen als der werte Mitforent:
https://overton-magazin.de/top-story/nato-generalsekretaer-rutte-wir-sind-russlands-naechstes-ziel/#comment-326240
Und ja, auch in diesen beiden Punkten gebe ich Herrn Mausfeld recht:
1. Veränderungen, Weiterentwicklungen, Verbesserungen, ein neues, besseres System müssen LEIDER buchstäblich erkämpft werden!
2. Die Lösung, das anzustrebende Ziel ist die Volldemokratisierung!
Deswegen möchte ich hier erneut auf die Wertstufendemokratie verweisen. Denn sie ist ein volldemokratisches System, die zudem die institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen schafft, dass notwendige Veränderungen und Weiterentwicklungen nicht immer wieder erneut erst erbittert erkämpft werden müssen wie in den bestehenden Demokratien.
Aber erst müssen die (Hyper)Reichen beseitigt werden…. gefällt mir der Begriff lächel
Jetzt wiederholst Du dich auch noch andauernd…
Du bist mitlerweile eher peinlich gelle…ich hoffe du siehst das ein, das ich Dir über bin.
Daß konnte ich noch nie, aber ich schreibe ja auch in 5 Sprachen.
Da hab ich keine Zeit mich um die Grammatik zu kümmern.
Wie gesagt bin ich Pragmatiker.
Dümmerisch, Lächerlisch, Peinlisch und Wischtischtuerisch sind keine Sprachen. Und die fünfte im Bunde soll dann wohl Deutsch sein, aber das kann ich bei dir auch nicht erkennen.
Ich kann jedenfalls besser französisch, weil das eine Herzenssache ist, und ich die wichtigste Zeit meiner Jugend in der Provence verbracht habe.
Dieser Stumpfsinn wurde mittels ChatGPT „entwickelt“.
Hier dein 🐟!!
Die Zeit muss sein. lächel
Herzlichen Glückwunsch!
Edles Statussymbol, einen persönlichen Betreuer von Arvato hier zu haben!👍😁
@ Toto …… Platte hängengeblie -ben? Sprung in der Platte ?
NEIN. Demokratie ist nicht die Lösung für alles.
Erst braucht es eine Bewusstwerdung wie die besten Entscheidungen zu finden sind, bzw. wie die Negativauslese für Führungspositionen zu stoppen ist. Es kann nicht sein und ist unmöglich, dass ständig alle gefragt werden, um irgendeine Entscheidung auszubaldowern in endlosen Versammlungen. Und wie soll dann abgestimmt werden? Absolute Mehrheit? Das wäre immer noch die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit. Die repräsentative (amerikanische) Demokratie ist allerdings schon lange am Ende, wie auch Prof. Mausfeld darauf hinwies in der Vergangenheit, war sie nie dazu angelegt von Anfang an, wie er es nennt, Volkssouveränität zu garantieren.
ps: Ich habe gerade „Wertstufendemokratie“ nachgeschlagen.
Das überzeugt mich nicht. Die „Wertstufen“ sind sehr generalistisch angelegt, wie die Kategorisierung der Nachrichtenmedien, also die Propaganda des Kapitalismus. Wer schon mit so einer Schablone kommt:
Wirtschaft, Politik, Kultur und noch mehr Gedöns
Umwelt braucht man nicht? Die Maxime hier ist also im biblischen Sinne: Macht euch die Welt Untertan!
Wo ist der Unterschied zu heute? Ich sehe keinen Unterschied.
(…) Es kann nicht sein und ist unmöglich, dass ständig alle gefragt werden, um irgendeine Entscheidung auszubaldowern in endlosen Versammlungen. Und wie soll dann abgestimmt werden? Absolute Mehrheit? Das wäre immer noch die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit (…)
Also der Meinung bin ich nicht, im Gegenteil. Genau das ist eines der Herzstücke einer echten Demokratie, „dass ständig alle gefragt werden“ und sich die Minderheit der Mehrheit dann auch anschließen muss
Andernfalls wäre ein demokratisches Zusammenleben so vieler Menschen wie heute unmöglich. Von einer „Dikatatur“ der Mehrheit zu sprechen ist absolut lächerlich. Da hätte ich vielmehr vor so Menschen Angst mit deiner Meinung
Viele praktische Erfahrungen mit (echten) Volkssouveränitäten und respräsentativen Entscheidungen haben gezeigt, dass die Mehrheit auch tatsächlich oft im Gemeinschaftssinn handelt und auch oft (wenn natürlich auch nicht immer, aber dann ist es so) zum Wohle aller letzen Endes. Ein gutes Beispiel sind die repräsentativen Bürgerräte (per Los bestimmt) in Frankreich, die Vorschläge für den Umwelt- und Klimaschutz erarbeitet hatten. Natürlich ohne irgendwelche Folgen, es war lediglich ein Testballon ohne ernsthafte Befugnisse
Aber auch unzählige Volks-Umfragen stehen ja total oft im völligen Kontrast zur aktuellen herrschenden Politik – und zwar seit man denken kann. Corona und Ukraine haben nur alle Dimensionen gesprengt was man sich vorstellen kann an Desinformation. Aber die Kluft zwischen Volksumfragen und ihrer politischen Umsetzung haben die Dimension vom St. Andreas Graben und sind so alt wie die „repräsentative Demokratie“ (ein Orwellscher Begriff) selbst.
Studien – die auch Mausfeld in seinen Vorträgen und Büchern oft zitiert – haben das längst bewiesen
Und genau so soll und würde es dann auch laufen
Ist ja klar, dass die Parasiten, die Nutzniesser der Zerstörung und ihre Sklaven und Medienhuren (Merz, Spiegel & Co) keinerlei Interesse an sowas haben. Mausfeld hat die Strukturen dahinter wieder und wieder detailliert gezeigt
Ein demokratisches Zusammenleben erfordert immer Kompromisse. Man wird letzten Endes keine andere Lösung finden können. Sonst werden sich wieder die Machtstrukturen bilden, welche man – gerade in einer echten Demokratie – versucht zu verhindern, dass ist ja der Witz bei der Sache. Siehe Mausfeld, der die Sache – im Gegensatz zu dir – verstanden hat
Aber wenn man sich hier so die vielen Kommentare durchliesst, hat man nicht gerade das Gefühl, dass viele verstanden haben was Mausfeld überhaupt meint. Woran auch immer das liegen mag
Die Diagnose ist richtig:
„Eine Souveränität Deutschlands kann also nicht durch mehr Kapitalismus erreicht werden. Sie kann einzig und allein durch eine ungeteilte gesetzgeberische Souveränität des Staatsvolkes erreicht. Davon sind wir aber heute so weit entfernt, dass die meisten vergessen haben, was das überhaupt bedeutet“.
Bloß fehlt die Heilungsmethode, auch im Zusammenhang mit der letzten Frage:
„Und das ist nur in einer solidarischen Kollektivität möglich. Die wiederum kann nur durch eine vollständige Demokratisierung der Medien erreicht werden“.
Das hilft nicht wirklich, man kann die solidarische Kollektivität nur dadurch erreichen, dass man zunächst Kommunikatiosngebiete/-räume aufbaut, in denen die Beauftragten der MSM, NGOs usw. nicht hineinsehen, nicht hineinquatschen können. Das ist der erste Schritt, bevor man die vollständige Demokratisierung der Medien erreicht. Sonst, Herr Mausfeld, beißt sich die Katze in den Schwanz.
Stimmt, Bei der Frage des Karsten ‚Zitat : „Bedarf es möglicherweise des Kapitalismus“, bin ich ja fast von meinem Bürostuhl gefallen…. 😉
Autor: „Die Mächtigen wollen natürlich die Entstehung von Kollektivität unbedingt verhindern. Dazu muss die Gesellschaft entsolidarisiert und atomisiert werden.“
Zur „Atomisierung“ ist die liberale Ideologie natürlich bestens geeignet – mit dem Streben nach der Freiheit des Einzelnen gegenüber Kollektiven jeder Art. Der Liberalismus ist wie eine Angel, hat man da einmal angebissen, so ist schwer davon wieder loszukommen.
Das menschliche Bedürfnis nach „Kollektivität“ wird natürlich auch von den Herrschenden genutzt um ihre Macht-Interessen zu sichern: Eine Armee ist ein Kollektiv, aber auch die Omas gegen rechts.
Es braucht eine Ideologie, die verteidigt werden muss, bei Hitler war es eine völkische Ideologie, heute ist es die westliche Freiheit und die liberale Demokratie, gemeint ist jedoch die Freiheit des Kapitals. Die Oligarchen verstecken sich hinter der (individuellen) Freiheit, und nutzen sie als Schild und Speer gleichermaßen, was den Kampf gegen den Kapitalismus so schwierig macht.
Gibt es kein Video dazu? Der 1. Teil vom Interview war ergiebiger. Ich mag es sehr, wenn Prof. Mausfeld literarische Hinweise gibt. Er ist einer der belesensten Intellektuellen, die ich kenne, und vor allem seine Einordnungen sind sehr interessant. Ich muss wirklich mehr lesen.
zwei kurze Gedanken:
1. Zu der Angst, die ich doch eher als Hass sehen würde, der nicht zwangsläufig aus Angst resultiert:
Es sind bestimmte Menschen, bzw. Gruppen von Menschen, die hassen oder Hass verbreiten. Also ich habe z.B. keine Angst vor Russen, Iranern oder Chinesen etc. Ich würde schon sagen, dass die Feindbildgenese der NATO-Propaganda bei mir nicht funktioniert. Damit die Hass-Propaganda der NATO funktioniert, braucht es eine gewisse xenophobische Grundhaltung, die aus entweder niedrigen IQ oder niedrigem emotionalem IQ folgert. Wenn man sich z.B. vor Messerarabern fürchtet, obwohl es dafür keinen Grund gibt oder Russen als Vatniks abwerten muss, da sieht Jeder, dass bei dieser Person was im Kopf nicht stimmt. Oder vielleicht entstand der Hass aus schlechten Erfahrungen mit Ausländern, die dann aber wiederum falsch, nämlich gruppenspezifisch (rassistisch) ausgelegt werden, was wieder der 1. Punkt wäre. Oder leider eventuell öfter der Fall als wir wahrhaben wollen: Die Hetze geschieht absichtlich, wider besseren Wissens, Machiavellismus und schlimmer, also aus Bosheit.
2. Hoffnung oder nicht, totale Medienkontrolle oder nicht
Solidarität ist ein wichtiger Aspekt, aber mein Gedanke ist, dass man auch erst einmal mit Individualismus gegenhalten kann, wenn es keine Solidarität gibt. Ein Beispiel ist, bei denen, die sich das leisten können und das Risiko wagen, die reisen in so „gefährliche“ Länder und zeigen individuell, dass es doch anders geht und dass dort auch viele nette und gute Menschen leben. Oder man verweigert sich bewusst bestimmten Entwicklungen:
voidzilla: big tech is betting on gambling and scams
https://www.youtube.com/watch?v=julHFXsKsdQ
Der ist kein tiefer Denker, aber er hat doch einige Erfahrung mit Betrug im Netz, der systematisch von den großen Konzernen ermöglicht wird, so wie z.B. Tabakkonzerne Zigarettenschmuggel ermöglichen. Er entlarvte in der Vergangenheit so einige Betrüger. Den (finanziellen) Hintergrund von ihm kenne ich nicht gut genug.
Er erkennt den Trend richtig: Es soll möglichst alles finanzialisiert und gamifiziert (Spielifikation) werden, was die Abhängigkeit vom Casino, Wallstreet, noch mehr erhöht.
Das kann man ablehnen und sich dem verweigern. Hinzu kommt noch, je krimineller die Geschäftsmodelle werden, und Finanzgeschäfte sind die ultima ratio eines kriminellen Geschäftes, eines Heists, weil man den Aufwand, Profit zu erzielen, minimiert, um so eher geht etwas kaputt in dem System, was nicht mehr reparierbar ist. Wenn es zu viel Betrug gibt, geht grundsätzlich was kaputt.
Es gibt immer eine Welt außerhalb dieser Matrix, also eine reale Welt, denn das Casino ist eine virtuelle Welt. Das Casino, und seine Besitzer, haben zu viel Einfluss auf die reale Welt, aber sie werden diese reale Welt nie vollständig, was immer das heißen mag, kontrollieren können.
Xenophobie ist eine natürliche und angeborene Verhaltensweise. Auch unsere Vorfahren werden fremde Menschen solange kritisch beäugt haben, wie deren Motive ihres Erscheinens nicht ultimativ feststellbar waren.
„Diese Xenophobie sei ein Erbe unserer Urahnen und fest in unseren Genen verankert, sagt der Psychiater Borwin Bandelow.“
https://www.deutschlandfunkkultur.de/angst-vor-dem-fremden-auch-intelligenz-schuetzt-nicht-vor-100.html
Dass dieses natürliche Misstrauen gegenüber Fremden politisch kanalisiert und missbraucht wird, spricht nicht dagegen.
Das erklärt aber nicht, warum sich gerade ältere, weiße Herren rechte Propaganda reinziehen, die wirklich, wie auch Kriegspropaganda, gehört ja zusammen, die wirklich dumm gemacht ist, sich dann noch einreden lassen, sie würden benachteiligt.
Mein Punkt ist, dass Kriegs- und Hasspropaganda oft wirklich sehr primitiv ist. Die ist nicht an Menschen wie mich adressiert. Gestern im Podcast mit Tarik Cyril Amar meinte er, dass das Bildungs- und Schulsystem so schlecht wäre. Gut, das wäre natürlich ein Ansatz, wobei es nie gelingen wird alle Menschen genügend zu bilden, damit sie auf solche primitive Propaganda nicht reinfallen. Dazu gehört viel Zeit, viele Menschen scheinen auch einfach nicht die geistigen Kapazitäten zu haben … und genau deshalb gibt es diese Propaganda.
Auch ohne Samstag Abend Show von einem typischen Propagandisten der Democratic Party, die darauf hinweist mit einem kurzen Clip, wäre ich nie z.B. auf die Kriegshetze gegen Venezuela reingefallen:
Mark Rutte’s World War 3 Warning: Is Europe Sleepwalking Into Disaster? | Syriana Analysis
https://youtu.be/W7a08wNhoxA?t=2697
Worauf ich einzig und allein hinweisen will, ist die heutzutage üblich gewordene verengte Benutzung des Wortes Xenophobie. Die Urangst besteht nicht darin, Angst vor dem fremden Menschen, vor einem fremden Wesen zu haben, sondern Angst vor dem Fremden an sich, dem Unbekannten. Diese Urangst vor dem Unbekannten verhindert beispielsweise das Betreten einer stockdunklen Höhle, da die eventuell lauernden Gefahren wie giftige Schlangen nicht wahrgenommen werden können. Diese Urangst ist jedem Menschen beigegeben; und dürfte bei allen Säugetieren vorhanden sein.
Inwiefern es dann vom IQ oder Bildung abhängt, leichter Opfer von Manipulationen zu werden, bleibt davon unberührt.
Was ist gefährlicher und weniger einschätzbar als das Verhalten anderer Menschen abzuschätzen? Da gibt es nicht viel, gerade wenn man in so einer hochindustrialisierten „Kultur“Landschaft lebt wie wir.
Angst vor Spinnen ist auch nicht angeboren. Andere Ängste wie Angst vor Spinnen, wirken nicht so gravierend. Dass das auch anerzogenes Verhalten ist, sieht man daran, dass wohl mehr Frauen Angst vor Spinnen haben. Diese Angst kann man auch gut therapieren, wie so oft mit Angst, indem man die Phobiker einfach aufklärt.
Der Artikel vom Deutschlandfunkkultur (3 x Hundescheiße in einer Hundescheißetüte) ist echt dürftig.
Die Tschournalisten und der Öchsperte, die den Text verbrochen haben, sind die erklärten Gegner der AfD und kommen offensichtlich nicht auf die naheliegendste Erklärung, nämlich dass nicht nur die Ossis irgendwie zu doof wären, nie Demokratie gelernt hätten, oder was auch immer, sondern dass Viele erst einmal betrogen wurden, oder sich betrogen fühlen, und dass die AfD dort massiv Wahlkampf gemacht hat. Das hat doch nichts mit Steinzeitgenen, die nicht nachweisbar sind, zu tun. Das hat was mit (historischen) Ereignissen zu tun und daraus gelerntem Verhalten.
Solange mir Niemand die biochemischen Prozesse zu diesen „steinzeitlichen Genen“ erklären kann, gehe ich einfach davon aus, dass das stimmt, was ich überall beobachte: Dieses Verhalten ist antrainiert, eben durch den Konsum bestimmter Medien und die Unfähigkeit sich kritisch mit diesen Medien auseinander zu setzen und sie damit zu meiden, also bessere Medien zu konsumieren.
Der“Öchsperte“ sollte lediglich verdeutlichen, dass dies anerkannte Phänomene in der Psychologie sind. Es ging nicht um die AfD. Sorry, meine Schuld.
Das sind Grundlagen der Psychologie, die nicht kontrovers diskutiert werden.
Wie das politisch (ich schreibe es letztmalig hier hin) diskutiert oder instrumentalisiert wird, ist nicht Gegenstand meiner Anmerkung.
Und ich werde hier auch keine Diskussion über Sinn oder Unsinn des Behaviorismus führen. Das Fazit, eine xenophobische Verhaltensweise würde nur bei Doofen durchbrechen, ist nicht haltbar.
–
Etwa 3 bis 15 % der Bevölkerung leiden unter Arachnophobie (Spinnenangst), wobei in Deutschland rund fünf Prozent eine tatsächliche Phobie haben.
Bei der Angst vor Spinnen dürfte es sich damit wahrscheinlich nicht um eine evolutionär erworbene Angst handeln. Dementsprechend ist diese behandelbar und damit den Urängsten nicht vergleichbar.
Gut, ist aber eben sehr schwer quantifizierbar. Ich habe übrigens nicht behauptet, dass solche xenophobe Verhaltensweise nur Dumme betrifft. Bei Intelligenten unterstelle ich aber, dass bei ihnen eigene Interessen stärker dominieren und sie sich bewusst xenophob verhalten, weil sie davon profitieren. Also dass sie von einer pathologischen Verhaltensweise profitieren.
Ich sehe ein, dass das alles nicht so einfach ist, und ich jetzt wirklich mich mit Psychologie beschäftigen müsste, um nuancierter zu argumentieren. Die ÖRRsis haben das aber auch nicht gemacht, sondern im Gegenteil. Wenn Jemand von „Steinzeitgenen“ spricht, ist das schon negativ konnotiert, irgendwas mit Barbarentum und „kann man nichts machen, ist halt so“.
Mein Punkt war ja, dass das offensichtlich bei ganz vielen Menschen nicht so ist, dass dieses „Steinzeitgene“ ihr Denken übernehmen, sondern es passiert bei uns mit der Manipulation durch rechte Medien: Die schüren den Rassismus, der Grundlage ist für Kriegspropaganda, und angeblich „linksliberale“ Medien machen auch mit bei Kriegspropaganda und dem Rassismus, der dazugehört, vielleicht nur besser versteckt in Orwellsprache.
Ich teile Ihre Ausführungen bezüglich Politik und Manipulation. 😉
Ich bezog mich auf folgendes:
Das habe ich mit dem Begriff die „Doofen“ vielleicht überspitzt zusammengefasst.
Zu den Ängsten lässt sich noch ausführen, dass diese nicht in dem Sinne behandelbar sind, wie Krankheiten heilbar, sondern eine erfolgreiche Behandlung zum Zustand eines beherrschbaren Angstzustandes führen kann.
Das Gehirn funktioniert so, dass der Mensch, der nicht unter ständigem Zeit- und Arbeitsdruck steht sein Frontalhirn nutzen kann, um über eine aktuelle Info nachzudenken und in Ruhe mit bisherigen zu vergleichen. In drei Zehntel einer Sekunde schaltet sich dieses Frontalhirn ab, wenn Gefahr droht. Dann greift das Reptiliengehirn (Hippocampus und Amygdala) ein und setzt automatische Schutzreaktionen in Gang. Die durch erlernte Angstreflexe unterstützten Reaktionen müssen deshalb automatisiert sein, weil sie schnell erfolgen müssen. Erfolgt eine Habitualisierung von Angstreflexen und überwiegend dauerhafte Abschaltung des Frontalhirns oder durch die in der Kindheit mangelhaft ausgebildete präfrontalen Regionen des Gehirns, dann automatisiert sich Verhalten, statt Nachdenken wird regelmäßige Betäubung durch Alk/Drogen und Überessen nötig, Frust wird nicht abgebaut, sondern staut sich und entläd sich schließlich in Fremd- oder Selbstaggression. Der Fussballplatz ist da noch die harmlose Variante. Ein Leben in Aussichtslosigkeit, Existenzangst und Ohnmacht aktiviert immer die automatisch sich entladenden Reptilienfunktionen im Menschen. Dann ist ein Über-den-eigenen Tellerrand-schauen nicht mehr drin.
Zitat: „[solidarische Kollektivität] kann nur durch eine vollständige Demokratisierung der Medien erreicht werden.“
Das Meinungsmonopol der Milliardärspresse zu durchbrechen, kann nicht ohne Volksabstimmungen erreicht werden.
Volksabstimmungen können womöglich nicht gegen die Meinung der Milliardärspresse etabliert werden.
Eine Zwickmühle.
Dennoch: der erste Schritt muss sein, sich für Volksabstimmungen einzusetzen; durch zunehmende Unzufriedenheit besteht durchaus eine Chance, das auch entgegen der Ansichten der Mainstreammedien zu erreichen.
Anschließend besteht zumindest im Grundsatz die Möglichkeit, ein unabhängiges öffentlich-rechtliches Medium zu etablieren, welches das vorherige Meinungsmonopol durchbricht.
Die Reihenfolge der Schritte ist m. E. also vorgegeben.
Auch das ist wieder zu kurz gesprungen:
Wenn es so eine „Volksabstimmung“ oder Referendum gäbe, in z.B. Deutschland, dann haben wir genug Beispiele wie das Ergebnis zunichte gemacht wird, sogar in Deutschland, siehe z.B. in Berlin „Deutsche Wohnen enteignen“.
Hier wird auch erklärt, warum das nicht funktioniert:
https://www.youtube.com/@99ZUEINS/search?query=grundgesetz
Für einen Regime change muss das Regime erst einmal geschwächt sein und dann gehört dazu mehr als irgendeine Abstimmung, die das Regime einfach annullieren kann.
Meine Vermutung ist schon lange, dass solche Regierungswechsel in Schland, wo eine neue Koalition an die Macht kommt, z.B. rot-grün nach schwarz-gelb, aus USA gesteuert sind und die neue Koalition dem Hegemon das beste Angebot gemacht hat, z.B. Beteiligung an Krieg in Jugoslawien damals. Deutsche sind zu sehr propagandisiert und zu naiv, um das zu erkennen, die imaginieren was von Demokratie und Grundgesetz. Wenn sie mal wieder an der Urne waren, und wie immer verarscht wurden, sich bereitwillig haben verarschen lassen, sind sie beleidigt, um den gleichen Schwachsinn nächstes Mal zu wiederholen. Damit verstehen sie auch nicht, was es bräuchte für einen Regime change – oder gar eine eigene souveräne Politik. An dieser Stelle sagt KJ Noh in einer einfachen Aufzählung, 4 Punkte, was in der EU falsch läuft:
China Would DESTROY U.S. in War Over Taiwan, Trump’s National Security Strategy a FANTASY | KJ Noh
https://youtu.be/fOHFAW8tR5A?t=1324
Finanz-, Energie, IT- und Sicherheitssektoren kontrolliert durch die USA.
Erstaunlich, dass ein Südkoreaner besser in der Lage ist, zu erkennen, was in Deutschland und der EU falsch läuft als die große Mehrheit der Deutschen selbst.
Wer jetzt noch Trost für die politische Gegenwart sucht, hat bereits aufgegeben und sich der Hegemonie des Irrsinns unterworfen; oder anders gesagt: Der zerschmetternde Sturz wird akzeptiert, ohne gesprungen zu sein.
Dieses »angemessene Bild« will doch keine haben. Gleich einer durch Testosteronflut umgeleitete Graffiti-Jugendlich reicht es doch, seine Kritzeleien, seine Tags anzubringen, seine Meinung und Gefühl rumzupopeln, in der beschränkten Annahme, das wäre bereits Anteilnahme an demokratischer Freiheit, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit (sic!).
Das trifft es vollkommen. Und jeder abendländische Mensch, der bei diesem Satz nicht getroffen zusammenzuckt, ist bereits vollständiger Diener, Sklave, Handlanger des Irrsinns der Gegenwart, Unterstützer der Verarmung der Alten, Täter der Kriegsbereitschaft, geneigter Subunternehmer der Ausbeutung.
Doch auch eine breite Einsicht, dass man selbst zu schwach ist, um sich von der (induzierten) »Angst« zu lösen, für sich selbst zu denken, zu sprechen, zu entscheiden und für sich selbst und andere verantwortlich sein, wird nichts ändern. Dieser Ereignishorizont ist schon eine Weile passiert worden, die Menschheit bewegt sich in Richtung eines Kollektivismus, der ähnlich dem eines Ameisenstaats sein wird. Oder wie in Huxleys »Brave New World«.
Hier diskutieren einige sympathische Dinosaurier, die den selbst geschaffenen Meteor sehr gekonnt analysieren (Dank an M. K. Karsten & R. Mausfeld), jedoch nicht verhindern können.
Na ja, im Großen und Ganzen anschlußfähig, bei Volkssouveränität bin ich ganz bei Mausfeld, aber einige Kritikpunkte:
Hier wird Herr Mausfeld wieder unnötig grob in seiner Analyse
1) „das Kapital“ herrscht bei uns eben nicht uneingeschränkt (also haben wir in Deutschland keinen Kapitalismus?), die Behauptung ist so pauschal schlicht falsch und interessegeleitet (ich unterstelle Herrn Mausfeld, dass ihm eine Art Kommunismus vorschwebt), Kapital findet seine Grenzen an Gesetzen, Staat, Militär und (normalerweise) Landesgrenzen, es versucht natürlich kontinuierlich diese Gegebenheiten zu unterwandern, genau deshalb brauchen wir Volkssouveränität, also direkte Demokratie
2) die Wirtschaft zu demokratisieren, macht nur in wenigen Bereichen Sinn und ist auch nicht nötig, weil man sie ohnehin durch Gesetze, Verordungen und Steuern ausrichten kann
Das internationale Handelsrecht wurde national beschlossen und kann auch national wieder zurückgenommen werden, siehe Großbritannien und EU-Austritt. Natürlich ist das nicht schmerzlos, man muss es wollen und durchziehen.
Was bedeutet „Erkämpfen“? Was bedeuten „verlustreiche sozialen Kämpfe“?
Wenn also „ein Dialog mit den Mächtigen“ nicht möglich ist, welche Art von Kampf soll es dann sein?
Streiks? Generalstreik? Bewaffneter Kampf a la RAF? Bürgerkrieg?
Mausfeld beschreibt treffend, dass heute allesamt einflussreiche Medienmogule eine einzigartige Kontrolle über unsere Medien und damit Kontrolle über unser Bewusstsein ausüben. Aber diese ungeheure Macht kann man den Mogulen nicht mal einfach so wegnehmen, die enge Verzahnung zwischen Finanzkapital, Militär und Medienmacht lässt kein Aufbrechen dieses strukturellen Problems zu. Hierzu müsste sich das Bewusstsein in großen Teilen der Bevölkerung drastisch verändern, aber genau das wird die hier residierende Medienmacht eben nicht zulassen.
Wenn also künftig zudem ein absehbarer Verlust kognitiver Fähigkeiten, wie Abstraktion und schlussfolgerndem Denken eintritt, was wiederum die Menschen noch anfälliger für Manipulationen macht, wie soll sich da die Dynamik hin zu einer Revolution einstellen?
Ich stimme Mausfeld in seiner Analyse in Teilen zu, aber sein Resümee fällt doch eher dahingehend aus, dass er die momentane Hoffnungslosigkeit hinsichtlich einer positiven Gesellschaftsveränderung dann doch deutlich aufzeigt. „Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet!“ ist treffend dazu ein wohlbekanntes Zitat aus der Weltliteratur.
„Streiks? Generalstreik? Bewaffneter Kampf a la RAF? Bürgerkrieg?“
Im Endeffekt wohl ja……
Der Grad der Freiwilligkeit der „Mächtigen“ ist wohl mindestens sehr unterentwickelt.
Ich denke die Demokratisierung des Geld- und Kreditsystems ist mindestens so wichtig
wie die Demokratisierung der Medien.
Hier ist ein möglicher Ansatz von Varoufakis:
https://monetarycommons.com/#democratised-money
Der Kapitalismus ist nicht zu zähmen.
„Die Mächtigen wollen natürlich die Entstehung von Kollektivität unbedingt verhindern. Dazu muss die Gesellschaft entsolidarisiert und atomisiert werden.“
Diese Erkenntnis ist über 3000 Jahre alt. Und sie wird auch in 3000 Jahren ihre Gültigkeit nicht verloren haben.
Aber ist die Entstehung einer allumfassenden Kollektivität überhaupt erstrebenswert? Dort wo sie manifest wird, finden wir meist Sekten vor. Aber da wo sie verhindert wird, finden wir auch nur Kreise, die Partikularinteressen auf Kosten von Kollektiven verfolgen.
Es, es ist wie mit allem, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.
„Solange also die Mächtigen über die Mittel zur Formung unseres Bewusstseins verfügen, brauchen wir gar nicht erst zu beginnen, von einer besseren Welt zu träumen.“
So pessimistisch scheint mir die Situation dort nicht zu sein, wo Bildung ins Private gezogen wird. Beispeilgebend wären hier die Arbeiterbildungsvereine des 19. Jahrhunderts. Die Bildungsinhalte sollten heute zuvorderst auf naturwissenschaftlich-technische Bildung gelegt werden. Denn das Ziel der staatlichen Bildung ist, die Masse dumm zu halten, um ihr das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und das funktioniert mit Theorien über „erneuerbare Energien“ oder „Bekämpfung des Klimawandels“ bisher prächtig.
Die Bildungsinhalte der staatlichen Bildung im Privaten erweitern durch Organisation von Lernzirkeln zu Mathematik, Physik, Chemie, … für Schüler und all jene, die immer schon wissen wollen was die Welt im Innersten zusammenhält. In den Augen der Machthaber höchst subversiv, juristisch aber nicht angreifbar.
Ist es nicht China, das diese Gratwanderung versucht?
Ich weiß nicht ob es private Bildungsinitiativen in China gibt.
Ansätze gab es aber während des Corona-Regimes in einigen Gegenden im Siedlungsgebiet der brd.
Wie kann man etwas beheben, das im Vorfeld schon zerstört wurde?
Das Problem zu besprechen ist eine Sache, aber wie soll, ein Problem gelöst werden, wenn alle gespalten sind?
Wir leben in einer Simulation, die keine Probleme lösen wird, da jegliche Probleme von ihrem Arzt und Apotheker versorgt werden.
Auch hier wieder, wie schon im ersten Teil :
In großen Teilen eine durchaus zutreffende Analyse, aber die Schlussfolgerung geht m.M.n. in die falsche Richtung.
Man könnte sie sinngemäß so zusammenfassen : Man kann eh nichts machen. Solange diese oder jene Struktur nicht aufgebrochen, ’solidarische Kollektivität‘ (was auch immer das heißen soll) nicht erreicht wurde und diese nur durch eine „vollständige Demokratisierung der Medien“ (guter Witz) zu erlangen sei, ist jegliches Bemühen sinnlos (auch wenn das jetzt ein wenig überspitzt dargestellt ist).
So scharfsinnig und in vielem auch zutreffend die Äußerungen des Herrn Mausfeld sein mögen, so wirken sie auf mich in vielerlei Hinsicht doch auch arg technokratisch und (gerade bezüglich verschiedener postulierter Kausalketten) eindimensional.
„Solange also die Mächtigen über die Mittel zur Formung unseres Bewusstseins verfügen, brauchen wir gar nicht erst zu beginnen, von einer besseren Welt zu träumen.“
Bitte, was ? Klar, bei den ‚Mächtigen‘ handelt es sich ja um ominöse Magier, die über Zauberkräfte verfügen und denen man nichts entgegensetzen kann. Und eigenes Nachdenken/Reflektieren, etc. steht ja auch niemandem zur Verfügung.
Und dieses permanente Massen generieren wollen, ist letztlich auch nichts anderes als Manipulation, und sei die Absicht dahinter auch noch so gut gemeint. Und mit Vertrauen (auch wenn mir klar ist, daß dieses schon so oft enttäuscht wurde) hat das auch nicht wirklich etwas zu tun.
Zu versuchen, in einer Welt des absoluten Irrsinns einigermaßen integer zu bleiben, Dinge zu hinterfragen und bei Bedarf ungemütlich und unberechenbar zu sein, aber dort, wo es nötig ist, Zuwendung zu spenden (oder ggf. einfach nur zuzuhören), ist m.E. nicht das Verkehrteste.
Natürlich fühlt man sich angesichts der Massenmanipulation ziemlich machtlos. Aber das wird natürlich nach hinten losgehen und dazu führen, daß „denen da oben“ die Sprechblasen nicht mehr geglaubt werden. Das sieht man doch schon an den letzten Wahlen z.B. in Deutschland (trotz „Kampf gegen Rechts“ liegt in „unserer Demokratie“ die AfD vorne) oder Rumänien, die wegen „russischer Manipulation“ für ungültig erklärt wurden.
Ich bin ja auch „machtlos“. Und froh drum. Ich habe nicht das geringste Interesse daran, irgendjemanden zu kontrollieren, jemandem zu sagen, wo’s langgeht o.ä. mehr.
Allerdings gilt das auch umgekehrt. Wer mich respektiert, mir auf Augenhöhe begegnet und ein echtes Interesse an Kommunikation und Begegnung hat, wird auf die entsprechende Resonanz treffen. Wer meint, mich von oben herab und mit unsäglicher Arroganz behandeln und mir vorgeben zu müssen, was ich zu denken, empfinden und wie ich mich zu verhalten habe, der kann mich mal. Und daran wird auch keine Drohung o.ä. etwas ändern.
Ich weiß, im Großen und Ganzen sieht es nach wie vor düster aus, und das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Auch die Enttäuschung über das Verhalten so vieler Menschen wird noch lange nachwirken.
Aber in dem ein oder anderen Gespräch kommt doch immer mal wieder (wenn auch subtil) die Diskrepanz mit den von oben verordneten Märchen und der eigenen Wahrnehmung zutage.
stellen Sie sich sich mal als zum vortänzer/-sprecher/-schreiber…../-leber (oder mit „-in“) ernannt vor, einfach ihre daseinsweise bzw alles, was Sie tun als ansage an Ihre umgebung, was zu tun sei bzw wie dazusein sei…..stelln Sie sich vor, Ihnen würde einfach „macht“ zugewiesen/übergestülpt…..
neuzeitlich: stelln Sie sich sich vor als zum reichweitenstarken influenzer gemacht bei einem zugriff pro tag und jedes späßchen/ jede satire/ jeder genuß….einfach alles, was Sie sich selbst bereiten wird „ernst gemacht“ und all dies in halb absoluter isolation, isoliertwerden……
niemand spricht/labert/spaßt…..mit Ihnen, alle umwelt interagiert nur/ausschließlich mit diesem wesen, zu dem Sie ernannt wurden und je heftiger Sie sich dem erwehren, desto erbitterter wird diese „volks-/gemeinschaftsdienerschaft“ eingefordert gewaltsam….
gewissermaßen irgendein „zur heiligen oberhexe“ ernannt sein, obwohl du nichts hast/bist als diese lebenslust, die tatsächlich auf dem erkennen des „was dir und mir so zu schaffen macht“ beruht, wobei die „erlösung“ von ausdauernder suizidalität zb natürlich auf dem „mir“ liegt…..
derart „in dienst“ genommen bleibt nur dies lebenslustige bedürfnis nach „teilen“ zu unterdrücken bzw mit allem nichtmenschlichen in der umgebung zu kompensieren….unschönes leben im nur-noch-nicht-tot 😉 🙁
…
Nur. werden wir die herrschende Klasse nicht damit los.
Die werden uns in bewährter Salamitaktik alles nehmen.
WIR müssen denen die Mittel nehmen in Form einer waschechten Revolution.
Ich will niemanden „loswerden“.
Revolution ? Nee, is klar. Kleiner Tipp : vielleicht nochmal den entsprechenden Song der Beatles zu Gemüte führen.
Hat es Ihrer Meinung nach bisher irgendetwas gebracht, den ewig gleichen Sermon wieder und wieder abzulassen ? Ich greife vor : nein, hat es nicht, abgesehen davon, daß diverse Mitforisten von Ihren ‚Ausführungen‘ wahlweise genervt, belustigt oder gelangweilt sind. Das ist wie früher beim Auswendig-Lernen. Man kann Ihre Kommentare irgendwann runterbeten, aber mehr ist da auch nicht.
Da sind die Kommentare vom Altlandrebellen, DasNarf, auch eines W. Wirth (mit dem ich ja selten einer Meinung bin, was aber nichts weiter zur Sache tut) und einiger anderer wesentlich gehaltvoller. Und deshalb bleibt auch mehr hängen, weil es zum Nachdenken anregt.
In diesem Sinne : Die Ente bleibt draußen ! 😉
Sie wollen also untergehen…nur zu…lächel
Denn die wollen nämlich UNS loswerden, aber das scheinen sie nicht begreifen zu wollen.
Ich habe mich seit dem 12.4.2020 nur noch der Wahrheit verpflichtet und werde das wo immer es mir möglich erscheint wahrnehmen.
Die Beatles fand ich im Übrigen, schon als vorpubertärer Junge viel zu naiv, denn Ich bin mit „I can´t get no….“ aufgewachsen. 😉
Ich habe seit ™1974 Recht und nur darauf kommt es mir noch an.
Das bin ich mir meinem Gewissen einfach schuldig.
Vor allem was ich seit über 50 Jahren alles geleistet habe und noch leiste, muss auch für mich einen Sinn ergeben.
Deswegen werde ich kämpfen bis die Bomben fallen, ich mit den Füßen zuerst rausgetragen werde, oder es doch noch zu einer Revolution kommt wo die Reichen endlich aus ihren Villen getrieben werden.
Denn, ich habe jetzt nichts mehr zu verlieren.
Interessant, was Sie so über mich zu wissen glauben.
Und aufgrund der Penetranz und Monotonie (und damit sichtbar fehlenden Kreativität), die Sie hier ein ums andere Mal demonstrieren, könnte man Sie doch glatt für einen Troll halten.
Auch dieser Ihrer Kommentar war völlig vorhersehbar. Geht’s nur darum, vermeintliche Aufmerksamkeit zu binden ? Wenn Sie also ansonsten nichts Substanzielles zu bieten haben, war’s das für mich.
An TPP (= Troll-Ping-Pong) habe ich kein Interesse.
Kann bitte jemand von der Redaktion genau erklären, wie man mit Chat gpd so ein Titelbild erstellt, denn chat Gpd kann so etwas nicht, man braucht noch ein AI-Designprogramm. Welches? Braucht man ein Abo?
Wer die elementare Rolle der Digitalkonzerne bei dem von Mausfeld beschriebenen Misere begriffen hat, lässt die Finger davon. Overton selber versteht da offensichtlich viel zu wenig.
„Ich mache da nicht mit“ ist immer noch zweifelsohne eine richtige und wichtige Strategie. Mit Doppelmoral kommt man nicht weiter.
Der jüngste EU-Beitrag zur Presefreiheit.
„Der ehemalige Oberst der Schweizer Armee, Jacques Baud, wird ebenfalls aufgeführt, weil er „als Sprachrohr prorussischer Propaganda fungierte und Verschwörungstheorien verbreitete, beispielsweise indem er der Ukraine vorwarf, ihre eigene Invasion inszeniert zu haben, um der NATO beizutreten“. Der ehemalige französische Offizier Xavier Moreau wird wegen ähnlicher Handlungen aufgeführt.“
https://www.rferl.org/a/eu-blacklist-russia-sanctions-shadow-fleet/33619173.html
Leicht OT, aber habe auch soeben gelesen, dass Jacques Baud auf der EU-Liste der sanktionierten Personen gelandet ist. Das ist ein ziemlicher Hammer, die Meinungskontrolle nimmt allmählich finstere und bedrohliche Formen an. Gerade er vertrat vielleicht Gegenpositionen zum transatlantischen Mainstream, allerdings meiner Meinung nach niemals unsachlich/populistisch, sondern immer gut begründet. Er ist auch ein häufiger Interviewpartner alternativer Medien und YouTube-Kanälen. Mal sehen, wann es dann diesen Kanälen an den Kragen geht. Habe mir gerade mal überlegt: Was ist eigentlich, wenn man nur noch öffentlich-rechtliche Propaganda hören kann? Verändern sich dann Weltbilder? Kann man so einem ganzen Volk Kriegswünsche aufdrücken? Wäre ich selbst dann auch davon ergriffen?
Gruseliges zweiteiliges Interview, dass leider viele meiner Vorurteile bestätigt, was das Spektrum linkspopulistischer Verschwörungstheorien anbelangt. Es wird doch nur eine Aneinanderreihung von Schlagworten und Behauptungen geboten, die weder inhaltlich definiert noch genauer erklärt werden, etwa wenn die Gegenwart mit der NS-Zeit verknüpft wird: »Auch der Neoliberalismus ist, wie auch der Faschismus, ein sozialdarwinistisches Projekt.« (Prof. em. Dr. Rainer Mausfeld)
Diese völlig unbegründete Behauptung mag zwar Mausfelds Bauchgefühl entsprechen, ist aber historisch falsch. Der Sozialdarwinismus (https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/214188/was-ist-sozialdarwinismus/) war nicht immer das, was man heute damit verbindet, nämlich einfach das Recht des Stärkeren, sondern ursprünglich der Versuch einer wissenschaftlich begründbaren Gesellschaftstheorie und so gewissermaßen ein Vorläufer unseres heutigen, im Grundgesetz verankerten Meritokratiegedankens mit Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit (https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/523330/bildung-und-soziale-ungleichheit-eine-einfuehrung/). Wie erklärt sich Mausfeld eigentlich die eigene Karriere?
Der Neoliberalismus befürwortete im Unterschied zum Liberalismus des 19. Jahrhunderts bei bestimmten sozialen Missständen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft (https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20176/neoliberalismus/), allerdings so selten wie möglich, weil alle Liberalismusformen grundsätzlich einen schwachen Staat befürworten und stattdessen bei sozialen Problemen auf Lösungen aus einer starken, sich selbst organisierenden Zivilgesellschaft heraus setzen möchten, wodurch der Liberalismus den einzigen prinzipiellen Gegenentwurf zu all den kollektivistischen politischen Ideologien darstellt, natürlich auch zu Formen des Faschismus.
Den gesellschaftlichen Idealzustand »einer solidarischen Kollektivität« (Mausfeld) entgegen der kapitalistischen Verwertungslogik der marktwirtschaftlich Reichen und angeblich so Mächtigen konnte man doch in den diversen Lockdowns während der Pandemie bewundern, auch wenn damals »die vollständige Demokratisierung der Medien« (Mausfeld) – was auch immer darunter zu verstehen sein soll –, die sonst im Bereich der Social Media im Unterschied zur vermeintlich guten alten Zeit heute bereits Wirklichkeit sein könnte, durch überraschend viele solidarisch-kollektive Nutzungsbedingungsanpassungen temporär reduziert schien. Die tiefe Krise des Liberalismus in all seinen Erscheinungsformen unterstreicht gerade diese Zeit, in der Freiheit zum Unwort wurde.
Schön verklehrt aber halt falsch
Jeder weiß, das der „Trickle Down“ Effekt in einer kapitalistischen Wirtschaft nicht funktionieren kann.
Die „Meritokratie“ ist eine Elitenherrschaftsform, die sich ganz autoritär auf der Vorteilnahme einer historisch gewachsenen Obersicht geriert und hat mit „Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit“ wie sie mit ihrem Beitrag behaupten wirklich gar nichts am Hut.
Auch zu diesen beiden Begriffen könnte ich jetzt eine Abhandlung schreiben, aber ich belasse es jetzt mal dabei.
Jein, ich beurteile Mausfeld ähnlich wie du. Allerdings sehe ich den Neoliberalismus eigentlich als ökonomische „Schule“ (eine harte Wissenschaft ist VWL leider nicht, sondern eher geisteswissenschaftliches Herumgestochere und -gerate), basierend auf der:
https://de.wikipedia.org/wiki/Neoklassische_Theorie
die massive Denkfehler enthält und ungefähr so realistisch ist, wie der Quark, den Marx postuliert hat.
Anders als die meisten Linken hier, sehe ich den Neoliberalismus auch seit Jahren auf dem Rückzug, er hatte als Ideologie seinen Höhepunkt Ende der 90iger Jahre und Teile der EU hängen ihm sicher noch an, aber der Zug fährt längst in die Gegenrichtung (was leider auch nichts verbessert, weil die ebenfalls große Schwächen hat, das ist auch so eine falsche Dichotomie, aus der wir nicht richtig rauskommen, was auch an den festgefahrenen Parteien liegt).
Die Zeit des Konsumismus der mit dem Neoliberalismus in der 80ern bspw. durch die erhebliche Senkung des Spitzensteuersatzes insbesondere in den USA, durch Reagen und der Abschaffung der Vermögenssteuer bei uns durch Kohl und der beginnenden Deindustrialisierung durch Thatcher in England erst richtig Fahrt aufgenommen hatte, wird jetzt abgelöst durch eine restriktive Verbots und Zensurpolitik, die nur noch den elitären Eliten den Zugang zu allen Freiheiten ermöglichen soll.
Er ist auch auf dem Rückzug zu einer neuen Form des Kapitalismus, nämlich dem transhumanistischen Zielen des WEF, der UN und der herrschenden Klasse.
Über die Existenz des Trickle-Down-Effekts (https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/trickle-down-effekt-54458) kann man gewiss streiten, doch zumindest in meinem Umfeld hat er bislang immer funktioniert; wir helfen einander, auch finanziell, denn wem es heute gut geht, könnte vielleicht schon morgen selbst Unterstützung benötigen. Temporär wohlhabende Leute betrachten dies einfach als Investition in die Zukunft und hoffen dabei natürlich schon auf so etwas wie Dankbarkeit oder Fairness, falls sich die Besitzverhältnisse einmal ändern sollten.
Neoliberale fühlen sich der Menschlichkeit verpflichtet, unsere zivilreligiöse Gottheit sind die Menschenrechte; niemand wird ins Bodenlose fallen, sofern Starke und Schwache ein Team bilden. Doch zugleich vermuten wir, dass es im Leben irgendwie schon auch um Leistung gehen könnte, wozu der zweite bpb-Link in meinem obigen ersten Kommentar vier Grundsätze benennt:
– Verantwortungsvolle Positionen werden auf Basis nachgewiesener Kompetenz vergeben.
– Die Verteilung von Bildungschancen erfolgt entsprechend der naturgegebenen Fähigkeiten.
– Leistung und Anstrengungsbereitschaft bilden die wesentliche Grundlage sozialer Ungleichheit.
– Soziale Ungleichheiten, die aus der Verwirklichung dieser Prinzipien hervorgehen, sind legitim.
Natürlich ist eine solche Herrschaft der Leistung zwangsläufig auch in dem Sinne ungerecht, als dass wir alle – Menschinnen, Menschen, andere Menschliche – zwar gleich an Menschlichenwürde (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_1.html) sind, allerdings nicht an Talenten. Im Idealfall handelt es sich jedoch daher gerade nicht bloß um die Herrschaft einer historisch gewachsenen, privilegierten Oberschicht, sondern vielmehr um die freie Selbstentfaltung (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html) und die möglichst diskriminierungsfreie gesellschaftliche Teilhabe (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html) aller Menschlichen.
Selbstverständlich verhindern diese hehren Grundsätze nicht den Aufstieg neuer Eliten, und die gesellschaftliche Gefahr sehe ich eher im Erstarken eines neuen Feudalismus im Bereich der politischen Klasse, also der politischen Parteien. Im Kern geht es seit jeher um politische Macht, nicht um unpolitischen Reichtum; am Primat der Politik wird sich vermutlich nie etwas ändern.
Sowohl in Amerika als auch in Russland sitzen in Ungnade gefallene Milliardäre oft jahrelang im Gefängnis und in China werden sie nicht selten hingerichtet. Politische Macht ist aufgrund der damit verbundenen Netzwerke in Geld transformierbar, umgekehrt funktioniert dies nicht. Man sieht dies auch im Kleinen, denn wenn es mir – keine Angst, bin aus Überzeugung rechtstreu – einmal gelänge, eine Polizeikraft aus der Unterschicht mit einem angemessenen Geldbetrag zu bestechen, so doch nur aus empfundener politischer Machtlosigkeit, während eine solch kriminelle Amtsperson jederzeit aus politisch gewährter Macht etwas Geld generieren kann. Ähnlich, jedoch in diesem Fall völlig legal, sind auch alle Parteispenden aus dem Bereich der Wirtschaft einzuordnen, die gerade aufgrund der bestehenden Machtverhältnisse höchstens auf Gefälligkeiten aus Dankbarkeit abzielen können, für die allerdings keinerlei Garantie besteht.
Kurz gesagt halte ich es für eine linkspopulistische Verschwörungstheorie, dass die Wirtschaft die Politik kontrollierte; es ist eher ein symbiotisches Verhältnis zum beiderseitigen Nutzen, in dem die angeblich freie Wirtschaft zwar hofft, bei Wohlverhalten von der Politik zu profitieren, doch selbst über keinerlei politische Macht verfügt, weshalb man im Allgemeinen und im Besonderen etwa während der Pandemie entgegen der eigenen finanziellen Interessen den teils totalitären Forderungen der politischen Parteien auf Befehl gehorcht. Am Neoliberalismus liegt dies nicht.
Es geht nur um das Kapital und die Wenigen wirklich Reichen, die tatsächlich mal ins Gefängnis kommen, waren allesamt nicht in der westlichen Hemisphäre ansässig.
Der „Trickle Down Effekt “ bezieht sich nicht darauf, das man sich gegenseitig helfen muss wenn man in Not gerät sondern, das gerade die Unterschicht immer einen würdigen Lebenswandel leisten kann.
Die Wirtschaft kreiert die Politik, schreibt die Gesetze und diktiert transnational unser aller Leben.
Nein, an Neoliberalismus liegt das nicht! 😉
Danke…der Nächste… meine Fresse ist das alles wieder Scheiße heute…ehrlich…
Nun ja, heute ist eben so ein Tag wie jeder andere sonst auch. Im Neoliberalismus geht es schon ums Geldverdienen, und gewiss in ganz anderem Kontext entstanden existiert dazu vom deutschen Zeithistoriker Dr. phil. Michael Richter ein schöner Aphorismus: »Zwecklos sind wir nicht, nur hat unser Zweck keinen Sinn.« (https://www.aphorismen.de/thema/Zweck?seite=7)
Natürlich sollte man den Einfluss gut organisierter Interessengruppen, die ganz gezielt einen in Demokratien jedoch prinzipiell erwünschten Lobbyismus (https://www.lpb-bw.de/lobbyismus) betreiben, auf Gesetzgebungsverfahren nicht unterschätzen, aber dies ist eben vor allem einer falschen Bequemlichkeit der Politik geschuldet, denn politische Macht im eigentlichen Sinne besitzen solche Interessengruppen gerade nicht, die bei neuen Gesetzentwürfen lediglich als Fachleute für das eigene Interessengebiet politikberatend tätig werden sollen. Über einen würdigen Lebenswandel in Deutschland könnte man gewiss streiten; was macht ihn aus?
Und natürlich konnte es bei fortgesetztem Fehlverhalten auch im sogenannten Westen in der Vergangenheit Superreichen an den Kragen gehen; für die USA beispielhaft genannt seien die Fälle Rajat Gupta und Raj Rajaratnam (https://www.n-tv.de/wirtschaft/Hedgefonds-Manager-muss-hinter-Gitter-article13568881.html), wobei zumindest der Hedgefonds-Manager zuvor Milliardär war (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ex-hedgefondsmanager-raj-rajaratnam-92-millionen-dollar-strafe-fuer-schamlose-geschaefte-1.1184431). Ähnlich gelagerte Probleme mit der Justiz hatten die beiden hierzulande bekannteren deutschen Hedgefonds-Manager Florian Homm (https://www.welt.de/wirtschaft/article123760458/Hedgefondsmanager-Dem-Plattmacher-Homm-drohen-220-Jahre-Haft.html) und Helmut Kiener (https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/fast-elf-jahre-haft-fuer-hedgefonds-manager-kiener-126969/). Dies sind nur vier Beispiele, die mir zum Thema sofort einfielen.
Die kennt keine Sau also völlig irrelevant diese Leute. also alles nur heiße Luft.
„Wir helfen uns gegenseitig.“
Wer ist „wir“ und wer hilft wem bei was?
Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Die Rentenkürzungen. Wer hilft hier wem? Millionen Rentner werden ärmer. Es ist das Gegenteil von Hilfe. Es gibt tatsächlich Profiteure einer solchen Politik. Die haben doch dafür erst die Profitlobbiysten bezahlt, damit diese Politik passiert. Die Profiteure sind große Kapitalisten, die sich diese Lobbyisten leisten konnten.
Und die helfen sicher auch irgendwem – mit sogenanntem Philantrophismus. Nur werden sie dabei wie die Kirchen immer reicher bei all ihrer „Hilfe“.
Dieses Wir in meinem Kommentar ist tatsächlich nur mein privates Umfeld, das insgesamt von tiefem Misstrauen gegenüber der Institution Staat geprägt ist; im Prinzip sind alle Linkslibertäre.
Den anderen gestrigen Kommentar von 21:02 Uhr habe ich übrigens auch gelesen und werde mir den dort empfohlenen letztjährigen Mausfeld-Vortrag über das Wesen der Demokratie demnächst anschauen; der zweitletzte Satz jenes Kommentars zum eigenen Konservatismus ist allerdings etwas unglücklich formuliert, denn wer unsere Umwelt konservieren möchte, sollte sozial Schwachen nicht, wie jahrhundertelang gewohnt, heute noch mehr wegnehmen wollen.
Als Liberaler befürworte ich den Schutz der Umwelt und den Schwächerer gleichermaßen, alles andere wirkt stockkonservativ. Daher bin selbstverständlich auch ich gegen Rentenkürzungen und würde stattdessen gerne eine Mindestrentengarantie von ungefähr 2.000 Euro, ähnlich der Mindestpension für Verbeamtete nach fünf Jahren Dienst (https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/die-luxus-pensionen-der-staatsdiener-dafuer-muessten-nicht-beamte-91-jahre-arbei-83366706.bild.html), durchsetzen; ohne zu wissen, wie sich diese Idee finanzieren ließe.
@ Leser gestern 13:28 Uhr
boah, Hauptsache, sich selbst in Szene gesetzt –
Nachhilfe wird hier geboten:
https://www.arte.tv/de/videos/103517-001-A/kapitalismus-made-in-usa-reichtum-als-kult-1-3/
vielleicht trickelt dann noch was down im Leserhirn
Danke für das kritische Feedback; diese insgesamt rund dreistündige, dreiteilige Dokumentation von Cédric Tourbe und Romain Huret (Frankreich 2020) zum Thema »Kapitalismus made in USA – Reichtum als Kult« gibt es übrigens auch mit jeweils zu jedem der Teile vorbildlich ausführlicher Videobeschreibung bei ARTEde auf YouTube, allerdings dort wohl nur noch bis zum 01.02.2026, weshalb ich diese wichtigen Nachhilfe in Sachen Kapitalismus nun umgehend archivieren werde.
Dank des Trickle-Down-Effekts, der dem Konservatismus zugeschrieben wird, während zugleich eine neue arbeitnehmendenfreundliche Managementkultur im liberalen Silicon Valley den dortigen Mitarbeitenden dank Aktienoptionen plötzlich ein Vermögen bescheren konnte, sollen in den USA heute tatsächlich bereits 722 Erwachsene mit einem Milliarden- und sogar rund 22 Millionen mit einem US-Dollarmillionenvermögen existieren, während Wikipedia für das Jahr 2021 knapp 10% der US-Gesamtbevölkerung in dieser Liga sieht (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Anzahl_an_Million%C3%A4ren); was macht Deutschland mit nur knapp 4% falsch?
Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=f0IaeFKJbik
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=yaoOQQOuGmI
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=k4XG-xTmjFI
Jawoll, wir brauchen einfach mehr Millionäre und alles wird gut… 👄
jo, da lernt man auch was über den Trickle-Down-Propagandaspruch und seinen Erfinder:
https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_W._Mellon
„Während seiner 10-jährigen Amtszeit senkte er massiv die Steuern für die Reichsten und die großen Unternehmen in den USA. Seine Politik rechtfertigte er mit der Trickledown-Theorie (auf Deutsch Durchsickereffekt), die besagt, man solle die Reichen so reich wie möglich werden lassen, dann würde ihr Vermögen schon nach ‚unten‘ durchsickern.“
Am Ende dieser Finanzpolitik steht der Börsencrash von 1929..
hindert aber nicht daran, den alten Propagandahut durch Reagan wieder aus der Mottenkiste zu holen, verbunden mit der Deregulierung und Wiederherstellung der besten aller Welten für die Mellons und Konsorten.
Ergebnis heute: Das Durchschnittsvermögen der Mehrheit der US-Amerikaner ist in den letzten 30 Jahren um 20% gestiegen, das der reichsten 0,1% um 6000%. Das ist die Realität des Triple-Down-„Effekts“. Vollständig substanzloser propandistischer Bu**shit, aber um so lieber zur „-Theorie“ geadelt.
Als Sozialist war all das einem schon immer klar. Mausfeld erklärt aber sehr gut, so daß es eigentlich noch der letzte Trottel verstehen müßte. Außer natürlich die Brd-Propaganda sitzt extrem tief fest.
Wieder einmal sehr kluge Gedanken!
Im Prinzip hat Herr Mausfeld im letzten Abschnitt eine Bankrotterklärung abgegeben oder besser einen „Deadlock“ beschrieben:
Es gibt laut seiner Meinung also keinen Ausweg aus der Bewusstseinskontrolle, weil man dazu eine Mediendemokratisierung bräuchte, die man aber erst bekommt, wenn man der Bewusstseinskontrolle entronnen ist 🙂
Da ich Herrn Mausfeld aber als verkappten Kommunismusanhänger sehe, vermute ich, dass er das Gewicht eher auf
sehen will. Es gäbe also erst Demokratie, wenn „wir“ den Reichen (gewaltsam und undemokratisch) alles abgenommen haben, das würde in seiner Logik sicherlich Sinn machen und ist genau die Art, wie Kommunisten erfahrungsgemäß denken… und immer damit gescheitert sind, denn wenn sie einmal die Macht haben, wirds überraschenderweise mit Demokratie auch nie was, nichtmal trotz massiver Umerziehungsversuche und Propaganda, um die „gehirngewaschenen Massen“ endlich richtig einzunorden. Kommunismus bleibt immer eine Sache auserwählter, erleuchteter Kader und Funktionäre, weil das Menschenbild eben nicht demokratisch ist und davon ausgeht, dass alle Menschen sowieso immer nur Opfer sind (und in der Logik verbleibend halt nur durch die eigene, die einzig „gute Seite“ zwangsbefreit werden können und jeder der sich wehrt, ist böse und reaktionär und muss ausgemerzt werden, falls er sich nicht umerziehen lässt).
Meines Erachtens sieht man an dem Beispiel gut, wie Herr Mausfeld denkt, er denkt in Absolutheiten bzw. falschen Dichotomien: entweder das eine herrscht absolut oder das andere herrscht absolut (während er sich selbst und seine Anhänger als eine Art Ausnahme davon behandelt, eine Art Linkserleuchtete, geistig Berufene, die vermutlich den Weg in Paradies ebnen sollen.
Und tatsächlich sehe ich da den größten Fehler in seiner Argumentation! Die Bewusstseinkontrolle funktioniert nämlich nicht absolut, im Gegenteil, sie ist aktuell so schwach wie vermutlich noch nie! Und der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Medien sich bereits „demokratisieren“, youtube-Kanäle sind nichts anderes, ebenso Telegram, X und Co. und die zahlreich spriessenden Alternativmedien. Bei den großen Plattformen ist man letztendlich immer noch von Medienkonzernen und deren Willkür abhängig, aber solange die staatlich nicht zensiert werden und untereinander konkurrieren, erweitert es das Meinungsspektrum trotzdem enorm.
Wir haben also schon eine Art demokratisierten Zwischenzustand, der weiter wächst. Daraus ergibt sich auch Einflußpotential, welches auch auf die Reichen wieder zurückwirkt, Elon Musks Vorgehen gegen die EU sehe ich z.B. als positives Beispiel (auch wenn sowas zugegebenermaßen eher die Ausnahme ist, Musk hat halt ein spezielles Mindset). Da auch die Wahlokratien noch nicht abgeschafft sind (auch wenn EU und mafiöse Altparteienkartelle daran arbeiten) ist sogar noch Spielraum, etwas Einfluß über Wahlen auszuüben. Da findet bereits ein Kampf statt, ein massiver und kaum zu übersehender Kampf um Interpretationshoheit, Macht bzw. letztendlich demokratische Mitbestimmung und ich sehe die aktuellen Mächte in Rückzugsgefechten, zumindest werden ihre Abwehrreaktionen immer heftiger und verzweifelter… das Falscheste, was man in so einer Situation tun könnte, wäre gewalttätig werden, denn das böte der Gegenseite die Rechtfertigung, jegliche Opposition auch mit Gewalt wegzufegen, etwas wovor sie noch zurückschrecken (auch wenn sie zweifelsohne bald false flags einsetzen werden, man sollte solche Gewalt allein deshalb immer sofort verurteilen und sich distanzieren, nur das gibt die moralische Hoheit, die letztendlich Mehrheiten überzeugen kann).
Was sie Herrn „Mausfeld“ da in den Mund legen ist eine reine Hypothese die noch zu beweisen wäre.
Ich halte das für eine völlig unbegründete Behauptung, oder ist bestenfalls ihrer Interpretation zuzuordnen.
Und das man den Reichen alles gewaltsam abnehmen muss, wenn man es denn wollte, was Mausfeld sich hütet zu fordern, geht es sowieso nur noch mit Gewalt.
Ich denke weniger, das „Mausfeld“ viel mit dem Kommunismus gemein hat und eben auch das einen kommunistische Denkweise ebenfalls immer mit Gewalt enden muss um ihre Ziele zu erreichen.
Das „Mausfeld“ zu unterstellen, halte ich für mehr als gewagt.
Wie Rudi Dutschke 1967 schon verlautbaren lies…
„Den Grad der Gewalt bestimmt die Gegenseite.“
Es ergibt sich logisch aus dem was er sagt, vorausgesetzt er möchte etwas ändern und wollte nicht nur eine Bankrotterklärung abgeben. Aber ja, beweisen kann ich es nicht, weshalb ich es ja als Vermutung formuliert habe, es würde zu meinem Gesamtbild von Mausfeld, als einem Linksextremisten, passen. Die richtigen Phrasen sondert er dafür jedenfalls allenthalben ab.
Eine bequeme Ausrede, selbst Gewalt zu gebrauchen. Ist ja auch gescheitert…
Ich zitiere mal einen erfolgreicheren Menschen:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/528249/gandhis-theorie-der-gewaltfreien-aktion/
Klingt doch super anarchistisch 😉
Mag man teilweise auch als naiv ansehen, funktioniert aber oft erstaunlich gut, erfordert aber unglaubliche Selbstbeherrschung, gerade von jungen Männern (ich weiß, wie ich selbst darüber dachte). Der Weg zum Paradies ist nicht der, der mit Leichen gepflastert ist, deshalb ist er auch so schwer zu finden…
Sorry, aber ich halte das alles für Druidentee. 🍵
Gewaltfreie Aktionen, funktionieren nur, wenn die Gegenseite nicht vorhätte UNS zu töten.
Allein schon die Herkunft ihres Links ist Systemkonform und dient letztendlich nur dazu jeden echten Widerstand einzuhegen.
Die werden UNS töten, wenn wir denen nicht zuvorkommen.
20 Millionen Impftote sprechen Bände und das war erst der Anfang, jetzt wollen die Krieg, gegen UNS!
Und die denken vermutlich geauso, so ist es immer bei Konflikten, siehst du nicht, dass das eine Sackgasse ist? Nein, natürlich nicht, was frage ich…
Nein, den Grad der Gewalt bestimmt die Gegenseite.
Es gibt nur Menschen, die schlechte Dinge tun und andere Menschen die schlechte Dinge tun um sie aufzuhalten.
Scheinregen
dass er ein verkappter Kommunismusanhänger im Tarnfleck sein muss.
Die Logik hat was. Ja, irgendwas hat die Logik. Fragt sich nur, was?
Du wieder und deine dämlichen Ratespiele, das wirkt übrigens nicht klug, bestenfalls altklug und macht keine Lust, mit dir zu diskutieren.
Die Logik hat Ausgang.
Übrigens Logik:
Prämissen
• Logiker lieben Rätsel
• Scheinregen mag keine Rätsel
Konklusion
Scheinregen ist kein Logiker
1. Vorwurf „Absolutismen“ und primitives Denken
Ich kenne kaum Jemanden, der so belesen ist wie Mausfeld, der Precht vielleicht noch ad hoc. Daran sieht man, dass ich es nicht bin, in keinen so intellektuellen Kreisen verkehre, aber ich erkenne es zumindest, wenn ich von Zeit zu Zeit mal so Jemanden treffe. Wie viele tausend oder gar zehntausend Bücher mehr als Mr. Scheinregen mag Mausfeld gelesen haben? Das heißt nicht, dass man dann seine Ideologie teilen muss. Was zählt, ist, wie er das verarbeitet. Das kann er auch nach meinem Ermessen weit besser als Precht. Erstaunlich ist, wie man das überhaupt nicht erkennen oder gar übersehen kann? Aber da ist der Op nicht der Einzige. Selbst ein Soziologiestudium vor langer Zeit wie beim edlen Hauptstadtjournalisten Hans Jessen schützt offensichtlich nicht davor sich als Kritiker von Mausfeld zu blamieren. Jessen produziert zwar längere Texte mit mehr Fremdwörtern und versucht auch mit Literaturkenntnis zu glänzen, also irgendwie wissenschaftlich zu argumentieren, aber es bleibt unklar, was er an den Argumenten von Mausfeld inhaltlich wirklich auszusetzen hätte. Wie bei „Scheinregen“ merkt man dann irgendwann, dass es gar nicht darum geht, ob das stimmt oder nicht, was Mausfeld sagt oder schreibt, sondern der soll doch bitte nicht unhöflich sein gegenüber den Herrschenden und das den Profis wie Jessen überlassen, wenn der mal wieder als Bittsteller vor dem Holzpodest der BPK den Buckel krumm macht.
2. „verkappter Kommunist“
… schreibt der „verkappte“ selbsternannte Kommunistenjäger. Das Urteil stand doch schon fest bevor der Versuch kam dazu ein Argument zu finden, denn sonst hätte der OP die vielen Texte von Mausfeld zu Demokratie gelesen, warum die so wichtig wäre oder gar seine Empfehlungen zu Ingeborg Maus wahrgenommen, von der ich immer noch nichts gelesen habe. Mausfeld spricht sich explizit für Demokratie zur Verhinderung von Gewalt aus, aber das hindert den Mr. Scheinregen nicht daran ihm zu unterstellen, Mausfeld wäre für Gewalt gegen die armen Reichen, die es doch so schwer haben in unserer Gesellschaft mit diesen Neiddebatten. Wie kam man sich noch mehr als Lakai outen, der offensichtlich gerne nach oben buckelt und nach unten tritt?
Der Text ist ein super Beispiel für einen Zirkelschluss: Weil der Mausfeld ein verkappter Kommunist wäre, könne er nur primitiv in Absolutismen denken und würde heimlich nach Gewalt trachten. Solche Gedanken kommen aus US-Ideologie-Mühlen, von Leuten wie Friedman, Hayek, Bzrezinski etc. die für die reichsten Amerikaner ihrer Zeit als Mietmäuler gearbeitet haben. Die scheuen sich auch teilweise nicht Nazis und Kommunisten gleichsetzen. Ihre heutigen Vertreter wie Shapiro oder andere rechte Influencer, das „intellectual dark web“, arbeiten auch für die armen Reichen und lassen sich die Hetze, die mit den größten Medienplattformen überhaupt verbreiten, sehr gut bezahlen. Sowohl Hayek als auch Friedman arbeiteten für die Rockefeller Stiftung.
ps: Wenn Kritik an der Philosophie von Prof. Mausfeld, dann eher andersrum, an seinem Anpreisen der Demokratie, dass er der Demokratie zu viel zutraut. Nur dazu müsste man sich wirklich mit eigener Literaturrecherche vorbereiten. Das ist eher mein Eindruck als Nichtwähler. Das könnte ein Peter Decker versuchen oder andere Forenteilnehmer, die auch belesener und erfahrener sind bei dem Thema als ich.
pps: „verkappter Kommunist“ „Gesamtbild von Mausfeld, als einem Linksextremisten“ – geht noch mehr Übertreibung und Diffamierung, ist er denn nicht auch noch ein Nazi? Oder vielleicht ein Chämäs-Terrorist? Dann müsste doch sofort ein Sondereinsatzkommando bei dem in Kiel die Türe um 5.00 Uhr morgens eintreten und den bösen Professor am Bart in den Gefangenentransportwagen zerren.
@Garry
1. Es geht nicht darum, wie viele Bücher jemand gelesen hat, sondern wie viel einer verstanden hat von dem was geschieht.
2. Wer ist Jessen?
3. Precht: Ach du liebe Sch….
4. Was ist der Widerspruch zwischen Kommunismus und Demokratie?
5. Wer ist Peter Decker?
und schließlich 6.: Was ist schlecht an der Gewalt, die die Gewalttätigen stoppt?
7. Es sollte keine Autoritäten geben, die man nicht kritisieren darf.
8. Wieso ist links = rechts?
Ich habe @Scheinregen als nachdenklich und an der Fragestellung, ob die Meinungskontrolle Lücken aufweist, wie man diese erweitern kann, als sehr klug abwägend gelesen. Seine Kritik an Mausfeld ist völlig „in Ordnung“, ich verstehe Ihre Aufregung nicht.
Sie wollen allen Ernstes die üblen Unterstellungen von Scheinregen verteidigen?
Alles belegloses Geschwätz.
Aber dem Mausfeld die Gewaltoption unterzujubeln, ist üble Unterstellung. Das ist keine harmlose Vermutung mehr, das grenzt an Rufmord.
@Dan
Da ist doch so viel Stoff drin, das können wir hier gewiss nicht ausdiskutieren. Etwa: Wer ist dieses „wir“, wer sind „die Reichen“ – die einzige zu klärende Frage wäre, ob es in dem Interview von Mausfeld für die Vermutung, dass ein Umsturz, eine Revolution nötig sein könnte, Anhaltspunkte gibt. Mag sein, dass Sie recht haben, und er auf seinen Ruf achten muss.
Dann finde ich einen Abschnitt wie diesen mutig:
„Die Beziehung von Reichtum und der Kontrolle von Kommunikationsmitteln wird zu einer existentiellen Kernfrage unserer Gesellschaft. Denn keine andere Epoche der Geschichte hat einen so rasanten und umfassenden Ankauf unserer Kommunikationsmittel durch die Hyperreichen, also durch die Milliardärsklasse, erlebt – eine Tatsache, die grundlegende Fragen zur Meinungsfreiheit aufwirft. Die sieben reichsten Menschen der Welt sind heute allesamt einflussreiche Medienmogule, die ihnen eine einzigartige Kontrolle über unsere Medien und damit über unser Bewusstsein verleihen“
Routard
Scheinregen‘s Argument ist das Argumentum ad hominem.
Das ist keine Diskussionsgrundlage.
Durchaus nicht, meine Schlußfolgerung ist naheliegend und ich habe sie als Vermutung aufgestellt, weil der Text das hergibt.
Wichtiger war mir aber eigentlich die Korrektur von Mausfelds fatalistischer Darstellung, die Realität ist nicht derart schwarz-weiß und die Zukunft steht noch längst nicht fest.
noch einmal ganz einfach in wenigen Sätzen:
Der Mausfeld hat Karriere gemacht als Universitätsprofessor.
Wie viele Bücher hat der Prof. Mausfeld gelesen? Würde mich mal interessieren. Die Zahl wird um ein paar tausend oder gar zehntausend höher sein als die Zahl, die bei euch steht, was Lektüre betrifft. Das sind nicht nur irgendwelche Bücher gewesen, Räuber Hotzelplotz oder die Bio von Dieter Bohlen oder Kaja Kallas.
Und genau das stört euch, deshalb ist der Inhalt seiner Schriften auch nicht das Thema. Wie viele Bücher hat er in den wenigen Jahren geschrieben seit er emeritiert ist? Ich habe davon eines gelesen, immerhin. Eins ist mehr als 0. So ist das mit eurer Kritik an ihm, die ist unter 0 und schäbig. Aufregen tut mich das nicht. Ich sage nur Bescheid. dass es so nichts wird.
Kritik an Mausfeld wäre genau andersrum eventuell valide: Wenn es viele Mausfelds gebe, viele linke Intellektuelle wie er, dann gäbe es sicher weniger Gewalt, weniger Machtmissbrauch und Gier. Aber das ist nicht so. Oder anderes Beispiel: Glenn Greenwald ist ein „free speech absolutist“. Weil ein Glenn Greenwald euch, und all die Stümper, die es versucht haben, natürlich total in einer Debatte erledigen würde und hat. Da wärt ihr keine Ausnahme, sondern die Bestätigung der Regel. Deshalb kommen die Ad hominens wie „verkappter Kommunist“ „Linksextremist“. Das ist genauso schäbig wie jüdischen Mitgliedern von der Jüdischen Stimme für Frieden als nicht-jüidischer Alman zu unterstellen, sie wären antisemitisch. Dabei scheint so eine gewisse Boshaftigkeit durch. Das ist nicht neu für mich, deshalb rege ich mich darüber auch nicht auf. Ich schreibe nur was ist und es ist langweilig.
@Garry
Jetzt habe ich es verstanden – oh je, Sie meinen „Kommunist“ sei ein Schimpfwort: ad hominem, oho, oho! „Linksexremist“ dito.
Dann kommen Sie daher und versichern, Mausfeld sei ein Demokrat, was ich nach all den Büchern, die ich von ihm gelesen habe, bestätigen kann und Sie begreifen nicht, dass es durchaus sein könnte, dass der Widerspruch zwischen Kommunismus und Demokratie gar keiner ist.
Und schimpfen wie ein Rohrspatz auf alle anderen. Nicht zweckdienlich, finde ich, Sie verlabern das Thema, schade, oder war das der Zweck?.
Deshalb erwähnte ich Peter Decker. Der ist Kommunist, aber nicht unbedingt Demokrat. Also gut, ich schwurble, alles klar. Tschüss.
In der Realität war er das bisher immer. Der Grund ist auch relativ leicht ersichtlich: wenn du private Kapitalanhäufungen bzw. „Produktionsmittel in privater Hand“ unbedingt vermeiden willst, musst du privates Wirtschaften mit Repressalien möglichst klein halten.
Die Alternative, mit Gemeingütern zu wirtschaften, ist aber leider um Größenordnungen weniger leistungsfähig und führt in der Bevölkerung schnell zu Frust (mehr Arbeit als im Kapitalismus, aber im Endeffekt weniger Wohlstand, von der Fabrik, die einem theoretisch mitgehört, hat man ja nichts).
Das heißt, nach spätestens einem Jahrzehnt schei**en die Leute auf die große beglückende Revolution und wollen das alte Modell zurück… was natürlich kein überzeugter Kommunist dulden kann! Von da an ist der Weg quasi vorgezeichnet…
„Die Alternative, mit Gemeingütern zu wirtschaften, ist aber leider um Größenordnungen weniger leistungsfähig “
Im Prinzip richtig, aber nicht, wenn durch Automatisierung die Versorgung der Bevölkerung mit allem, was man braucht mit, sagen wir mal, 16 Std Arbeit wöchentlich gesichert werden kann.
Ich glaube, so weit sind wir da gar nicht auseinander: Direkte Demokratie wäre ein Anfang.
Richtig.
Die aktuelle Entwicklung ist deshalb so spannend, weil sie auf Technik beruht, die wir bisher nicht hatten. KI könnte tatsächlich ein Gamechanger sein.
Ich sehe da aber auch durchaus noch viele Hürden und befürchte, dass wir auf dem aktuellen Entwicklungsstand lediglich an der nächsten Hürde, den Rohstoffen/Energie, hängenbleiben. Wenn man ein bisschen in die Zukunft zu extrapolieren versucht, erkennt man das Problem: bisher lebten die rohstoffarmen europäischen Länder von ihren Fähigkeiten, d.h. sie entwickelten Hochtechnologie und exportierten diese, um dringend benötigte Rohstoffe importieren zu können.
Dieser Import-Export-Mechanismus könnte Dank KI (oder auch mangels Nachwuchs, erodierendem Bildungssystem und stark aufholender Konkurrenz) zum Erliegen kommen. Das würde bedeuten, wir hätten zwar massenweise Produktionskapazität, aber nicht genug Rohstoffe/Energie, um sie zu betanken. Aber gut, das ist Spekulation, lassen wir es auf uns zukommen…
Ja, und es sollte weniger Menschen auf der Welt geben (etwas wie die 1 Kind Politik könnte helfen, das wird ohne leichten Zwang nicht funktionieren). Viel mehr bräuchten wir nicht. Bloß die kleine Kleinigkeit, dass einige, sehr wenige, sehr Mächtige mit unserem Plan nicht einverstanden sein werden, ganz im Gegenteil sogar, steht dagegen.
KI wird unseren Untergang maßgeblich beschleunigen!
Mit KI werden die Programme von PeterThiel uns schon präventiv auszusortieren Wirklichkeit werden.
In der Schweiz musste „Crazy Karp“ ja grade eine deftige Niederlage einstecken.
Bei uns geht man zusammen mit der AFD mehr in Richtung Überwachungsstaat..
https://netzpolitik.org/2025/neues-polizeigesetz-berlin-wirft-die-freiheit-weg/
Da gab es komischerweise auch keine „Brandmauer“.. 😒
Obwohl man sich hier wohl auch noch nicht sicher ist ob man die Software von Palantir auch benutzen will..
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/08/berlin-brandenburg-einsatz-palantir-software-ueberwachung.html
Schaun wir mal, das Thema bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend..
Mfg Makrovir
Ja, möchtegern-Intellektuelle (meist Geistes“wissenschaftler“) erkennt man recht schnell, i.d.R. an ihren verstiegenen Theorien, die sie nicht konkret begründen können, sondern dafür auf Bücher mit anderen verstiegenen Theorien zurückgreifen müssen und weil sie ihr vermeintliches Wissen nur mit unverständlichem Wortgeklingel und Gephrase zu einem beeindruckenden Popanz aufbauen können. Mit diesen Leuten über die Realität diskutieren zu wollen, scheitert fast immer, weil sie diese kaum kennen.
Mausfeld sehe ich so auf halben Wege, er nutzt gelegentlich auch Glaubensphrasen, die aufzudröseln und zu widerlegen mühsam ist, aber im Großen und Ganzen versteht auch ein Normalmensch, was er sagen will.
Viele (politische/theoretische/wirtschaftliche) Bücher gelesen zu haben, ist oft sogar hinderlich, um die Realität vorurteilsfrei analysieren zu können. Wenn man sich mit einem Marxisten unterhält, glaubt der auch, alles verstanden zu haben und richtig einordnen zu können, obwohl alle Gesellschaftsversuche, die auf Marxismus basierten, krachend gescheitert sind. Das ist aber nicht nur mit linken Ansätzen so, die Neoklassik z.B. bietet ebenfalls eine in sich geschlossene Logik, funktioniert aber genausowenig. Ich sehe es auch nicht gern, wenn Rechte philosophieren, weil sie genauso die Tendenz haben, sich in weltfremde Ideologien zu versteigen und daraus dann falsche Schlüsse ziehen.
Genau wie ich oben geschrieben habe 🙂
Ich hoffe bei mir ist das nicht unklar geblieben?
Da interpretierst du mich falsch. Du kannst so unfreundlich zu denen sein, wie du willst. Außerdem wäre ich der erste, der die Supervermögen entschärfen würde, wenn ich denn könnte, weil mir bewusst ist, was für ein Problem sie darstellen.
Worum es mir eigentlich geht: ich will keine weiteren Kommunismusversuche. Ein Problem erkannt zu haben, ist nämlich nicht identisch damit, es auch (nutzbringend für die Menschen) beheben zu können. Ich bin sogar ein großer Fan von kollektiven Kraftanstrengungen, aber wenn ich Mausfeld lese, beschleicht mich dieses ungute Gefühl, dass es nur darum geht, mich zu vereinnahmen, so wie in der DDR.
Vielleicht tue ich Mausfeld Unrecht und er ist überzeugter (Direkt)Demokrat, in diesem Fall bin ich ganz auf seiner Seite (hatte ich auch im ersten Kommentar, weiter oben, geschrieben), seiner fatalistischen Schlußfolgerung stimme ich aber explizit nicht zu.
Das ist einfach absolut beschissener Diskussionsstil von einem richtig miesen Charakter:
1. erst das Ad hominem raushauen und jetzt nicht zum ersten Mal, diesmal „Pseudointellektueller“
2. Dann wiederum dem Autor das Gegenteil von dem, was er gesagt hat unterstellen.
3. Dann relativieren: „vielleicht ist er doch für Demokratie“
Nein, mein Junge. DU bist weder konservativ noch irgendwie für Demokratie oder gar direkte Demokratie. Das glaubt dir doch Niemand, der noch klar bei Verstand ist, so wie der AfD.
Ich habe schon kapiert, was du für Demokratie willst: Amerikanische Demokratie. Die ist gut abgesichert gegen Kommunismus oder Sozialismus. Bevor es das überhaupt gab, sprachen schon die Gründungsväter, Sklavenhalter und Völkermörder, untereinander darüber, wie man verhindert, dass sie ihren Reichtum mit dem besitzlosen Pöbel teilen müssten. Die Hauptstadt der USA ist nach einem der damals größten Bodenspekulanten benannt. Das steht aber natürlich nirgendwo dort auf einem Straßenschild, also weißt du nichts davon, weil du eben kein Intellektueller bist und nicht liest. So schwer ist das nicht zu verstehen.
Scheinregen schrieb:
Sie sind also damit überfordert zu begreifen, dass ökonomische Macht politische Macht nach sich zieht? Dass deshalb beispielsweise Elon Musk über ungleich mehr politischen Einfluss verfügt als Sie kleines Würstchen?
Man weiß gar nicht so recht, was man darauf entgegnen soll, außer dass man soviel geistige Beschränktheit selbst in Foren selten antrifft. Das erklärt aber zumindest, warum sich Ihre Kommentare auf Overton mehrheitlich darauf beschränken, der Welt mitzuteilen, wen Sie gerade für einen Kommunisten halten.
Auf @Scheinregen, der meines Wissens eher konservativ tickt, möchte ich hier nicht eingehen, obwohl ich verstehe, was er meint, dies aber ungeschickt begründet, weil wohl niemand genau weiß, ob Mausfeld etwa Gewalt als Konfliktlösungsmittel befürwortet oder nicht; als Psychologe vermutlich eher nicht. Meine eigene Meinung zum Thema Gewalt: »Die Mittel richten den Zweck!« Selbst ein sonst guter Zweck, der über physisch gewaltsame Mittel erreicht werden soll, verliert seine Legitimität. Oder in den Worten des deutscher Dramatikers Emil Gött: »Das Mittel kann den Zweck entheiligen.« (https://www.aphorismen.de/thema/Zweck?seite=6)
Die Frage, wer abseits erteilter politischer Mandate eigentlich noch über wie viel politische Macht genau in einer Demokratie maximal verfügt oder verfügen sollte, ist kaum zu beantworten und, in ganz anderem Zusammenhang geäußert, gemäß des US-amerikanischen Politologen Francis Fukuyama eine theoretische Lücke in der politischen Theorie: »Diese Lücke ist das Schweigen des Liberalismus über den Platz und die Bedeutung von Gruppen.« (https://www.perlentaucher.de/essay/identitaet-und-migration.html) Ungelöst ist offenbar das Problem der Grenzen des Einflusses von in Demokratien prinzipiell erwünschtem Lobbyismus (https://www.lpb-bw.de/lobbyismus), gerade weil diese Herrschaftsform eigentlich auf das einzelne Individuum als Teil des Souveräns abstellt und nicht auf Subpopulationen.
„eher konservativ“ den erklärten Gegner maximal diffamieren, aber man selbst ist ja überhaupt niemals irgendwie rechts, oder gar rechtsradikal oder gar rechtsextremistisch, sondern die großartige Mitte, die schweigende Mehrheit, irgendwie sozialkonservativnationalundtralala. Das ist so ein verlogenes Spiel und ihr meint, wir durchschauen diesen Etiquettenschwindel nicht? An Fukuyama gibt und gab es genug Kritik. Das ist auch so ein Mietmaul des Imperiums im Gegensatz zu Mausfeld.
Lobbyismus ist natürlich im amerikanischen Kapitalismus ein absolut unlösbares Problem…. wie soll es denn sonst sein? Das gehört doch dazu und wenn die Lobbyisten euch umschmeicheln würden, würdet ihr deren Geld natürlich nehmen.
Fangt doch einfach mal da an:
Rainer Mausfeld – Was ist und wozu dient Demokratie? (12.06.24)
https://www.youtube.com/watch?v=jSkbe-SzIgY
Vortrag sogar beim ehemaligen Amerikahaus, von der CIA gegründet. Da könnt ihr dann danach weiter überlegen wie gewaltbefürwortend dieser linksextremistische, verkappte Kommunist ist. Könnt ihr euch noch dümmer anstellen? Geht das? Gut, ihr seid Menschen, also geht das sehr wohl. Die Skala ist nach oben und nach unten offen.
Ist das jetzt wirklich so, dass hier 3 „Konservative“ aufschlagen, die noch nie was von Mausfeld selbst gehört oder gelesen haben, aber dafür eine um so stärkere Meinung über ihn haben?
btw. der Link: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Das geht so Richtung CDU-Schwulitäten, wobei in BW gerade die grün lackierten Schwatten dran sind. Ist das eine Nachwirkung von seinen Auftritten in Heidelberg?
Also die CDU/CSU wird natürlich niemals ein Lösung finden, die Profitlobbyismus einschränkt, weil sie seit der Gründung der BRD die korrupteste Partei Deutschlands waren, also die größten Profiteure des politischen Systems, das sie selbst am Meisten beeinflusst haben.
Die sind natürlich auch irgendwie konservativ – aber nur solange es ihrem Geldbeutel nicht schadet.
ps: Ich bin auch konservativ. Wusstet ihr das? Bei manchen Themen bin ich sehr konservativ, z.B. bei Umweltschutz oder wenn es darum geht, sozial Schwachen was weg zu nehmen. Ich bin der beste Konservative hier überhaupt.
@Garry
Dass Sie konservativ sind, hätte ich nicht für möglich gehalten.
Ein bedeutender deutscher Schriftsteller (ja, ein Kommunist, auch so einer darf bedeutend sein), Peter Hacks, schrieb einmal dies, auf Voltaire bezogen:
„Voltaire war, wie alle anderen Klassiker auch, ein konservativer Umstürzler und ein konservativer Fortschrittler. Mich wundert immer wieder, wie schwer es diese Welthaltung hat, sich Gehör zu verschaffen…. Worauf es doch ankommt, ist, beim Lauf nach dem Glück nicht das Gute, das man schon hat oder hatte, aus dem Korb zu verlieren“.
So gesehen, ist der Weg von einem Konservativen zu einem Revolutionär manchmal gar nicht so weit – so, wie der Kommunismus die Vollendung der Demokratie wäre und Kommunist niemals ein Schimpfwort sein sollte.
Wie man bei Scheinregen sieht, ist das sogar nicht nur eine Diffamierung, sondern wird und wurde in der BRD benützt, um den so Beschuldigten ihr Leben zu ruinieren.
Also was soll das?
Außerdem meinte ich das mit „konservativ“ ironisch. Meine Güte. Diese politischen Labels, gerade „konservativ“ sind so wischiwaschi. Wie ich schon schrieb, wenn hier ein echter Nazi wäre, könnte er das nicht bekennen, denn das ist auch strafbar. Also kommen sie mit „konservativ“ oder „wertkonservativ“ – noch mehr Schlangenöl, weil viel hilft viel.
Rischtisch 👍
Nein, mir ist das vollkommen bewusst, ich bezweifle nur, dass ihr ein wirkungsvolles Mittel dagegen habt ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten, wie Linke und gerade Kommunisten es gerne tun. Ist ja jetzt nicht so, dass das nicht schon oft genug ausprobiert wurde, nicht wahr?
Davon abgesehen habe ich ziemlich klar dargelegt, wo Mausfeld es (mal wieder) übertreibt, um m.E. genau diese radikalen Folgerungen nahezulegen…
Aha, da meldet sich die Quelle des Disputs. Sie, @Scheinregen, meinen, alles sei bestens eingerichtet in dieser unserer Welt und man müsste nur hier und da ein Schräubchen drehen, dann würde das Uhrwerk wieder formidabel laufen?
Dann sind Sie wohl ein Optimist?
🙂
Nein, ich sehe die Welt im Umbruch und es ist noch vollkommen unklar was kommt, ich will nur verhindern, dass die Mausfelds dieser Welt nochmal die ganze Schei**e ausprobieren, die schon im letzten Jahrhundert gescheitert ist (bisher habe ich auch noch kein überzeugendes Konzept gesehen, das die Probleme mit einem Schlag beheben würde, meist ist es nur frustriertes Revolutionsgeraune ohne Fundament).
Man sollte schon ehrlich analysieren und dazu gehört eben auch, positive Entwicklungen zu sehen, falsche Dichotomien (die zu falschen Schlußfolgerungen führen) zu vermeiden und gescheiterte Rezepte endlich ad acta zu legen…
Alles, was ich von Mausfeld gelesen habe, zeigt ihn als Anhänger der Demokratie, also der Volksherrschaft. Er sieht düstere Wolken über unserer Zukunft, weil eine klitzekleine Milliardärs Clique so viel Macht angehäuft hat, dass sie mit normalen, demokratischen Mitteln nichts mehr gegen sie ausrichten können. Ich habe oben geschrieben und kritisiert, dass er aber auch keinen Ausweg weiß/nennt.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, schlagen Sie so etwas wie die Ausweitung des sog. „herrschaftsfreien Diskurses“ vor – also was wir hier praktizieren – dank Overton. Das wird aber nicht ausreichen, fürchte ich.
Die Frage ist, was man tun kann. Es ist wahr, dass die Superreichen viel Einfluß haben, zuviel, es ist aber auch wahr, dass man an die nicht rankommt, es ist also eine Fehlfixierung die als Alleinübel zu sehen, dadurch ändert sich noch nichts, man macht sie sich schlimmstenfalls zu (übermächtigen) Feinden, erfahrungsgemäß ist es besser, man arbeitet auf ein positives Ziel hin, welches erreichbar ist und wenig Angst bei der Gegenseite auslöst.
Was man z.B. machen kann, ist hier für ein mehr an Demokratie zu lobbyieren, was man tun kann, ist die nationale Souveränität wieder herzustellen (nur die bietet den Rahmen für funktionierende Demokratie und alternative Ökonomieversuche). Die Mentalität, dass wir selbst für uns bestimmen wollen, muss in der Bevölkerung verankert werden, so dass sie in ein oder zwei Generationen auch in der Politik und den Medien omnipräsent ist.
Das klingt trivial, aber z.Z. geschieht noch das Gegenteil, wir lassen uns spalten, wir lassen uns belügen, wir lassen uns beherrschen, wir hängen nach wie vor am Parteienstaat, der m.E. keine Erlösung bringt. Sogar bei vielen Alternativmedien ist das leider so, aber die Gegenbewegungen, die nicht nur meckern, sondern selbst gestalten, sieht man u.a. bei so Formaten wie „Kosubek“ und „Ben ungescriptet“ und vielen anderen, die bringen die Leute ins Gespräch, ermöglichen verschiedene Perspektiven, die im Mainstream längst abhanden gekommen sind usw. und m.E. wirkt das auf die Gesellschaft positiv zurück, macht sie reifer…
Sonderlich viel Neues brachte das Gespräch ja eigentlich nicht, aber mit seiner Analyse dürfte Mausfeld schon ziemlich richtig liegen.
Richtig ist auch dieser Satz:
„Ohne eine vollständige Demokratisierung der Medien wird dies nicht möglich sein. Ohne eine vollständige Demokratisierung der Medien müssen alle Hoffnungen auf eine bessere Welt private Utopien bleiben.“
Woher er nun allerdings die Hoffnung oder gar Erwartung nimmt, dass diese erhoffte Demokratisierung gelingen könnte, das bleibt mir schleierhaft. Aber ich glaube, dass er in Wirklichkeit diese Erwartung auch gar nicht hat.
—
Richtig dürfte auch dieser Satz sein:
„Vermutlich werden sich erst wieder Möglichkeiten für Auswege eröffnen, wenn seine destruktiven Auswirkungen – sei es gesellschaftlich, ökologisch und vor allem psychisch – so stark werden, dass sie für unsere eigene Lebenssituation unerträglich sind. Das ist zumindest eine Lehre aus der Geschichte.“
In dieser Allgemeinheit ist das wohl eine zutreffende Aussage. Allerdings ist im Moment überhaupt nicht absehbar, dass bei uns in Mitteleuropa „unsere eigene Lebenssituation unerträglich“ werden könnte – von der Kriegsgefahr und von Freiheitsverlusten jetzt einmal abgesehen.
zu Scheinregen
gestern 10:21 Uhr
Ganz so auswegslos scheint mir das nicht. Man denke an die DDR: das Bewustsein, dass die Medien bestenfalls ein ideologisch verbrämtes und geschöntes Bild verbreiten – bis hin auch zu offenere Lüge und Täuschung – war dort anscheinend weit verbreitet. Unter diesen Voraussetzungen hat die Bewusstseinskontrolle nicht mehr funktioniert. Ein weiterer wichtiger Punkt war natürlich das soziale Miteinander, das eine Gegenöffentlichkeit bilden konnte.
Nun haben wir das Bewusstsein dieser viele DDR-Bürger leider nicht. Zumindest im Westen. Im Gegensatz zur DDR, in der in weiten Teilen auch eine mächtige Gegenpropaganda. wahrgenommen wurde – die Westmedien – ist bei uns die übermächtige Hauptmasse des Medienangebotes gleichgeschaltet – und in dem ganz kleinen Teil der Medien für eine Gegenpropaganda arbeiten auch noch massig viele Zersetzer und Vernebler. Aber was vielleicht noch viel entscheidender ist, ist die immer weiter und weiter getriebene soziale Fragmentierung. Ohne soziales Miteinander gibt es aber keine Gegenöffentlichkeit.
Aber Aufklären, Aufklären, Aufklären kann auf Dauer schon etwas ändern. Wahrheit setzt sich tatsächlich durch – allerdings erst dann erfolgreich, wenn die Bemühungen, die Wahrheit zu vertuschen, nachlassen. Lügen haben kurze Beine – aber wenn sie dafür viele, viele kurze Beine haben, kann das leider auch weit tragen. In der Situation sind wir heute.
Aber das muss nicht so bleiben. Es wird zwar schon sehr viel kontrolliert – aber doch noch nicht alles.
Ein erster Schritt einer wirklichen Gegenöffentlichkeit wäre, der Aufmerksamkeitsfehlsteuerung entgegen zu wirken. Uns werden doch die Brocken hingeworfen und alles stürzt drauf: sei es „KI“, seien es Viren, seien es Politiker und ihre angeblich wichtigen Treffen und Sätze, sei es Weltuntergang wegen dem Spurengas CO2, sei es angebliche Abhängigkeit von russichem Gas, seien es Vorgänge in fernen Ländern, die uns überhaupt nicht betreffen, die wir nicht unabhängig einschätzen können, auf die wir keinerlei Einfluss haben – mit denen man aber unsere Gehirne verstopft, .seien es idiotische Ideologien, sei es das „links-rechts“-Getue, …..
Das erste wäre, sich von dieser Aufmerksamkeitsfehlsteuerung frei zu machen. Selber Themens setzen – und bei einer Sache auch bleiben. Wir sehen doch hier tagtäglich dabei zu, wie die Themen ständig verblassen um neuen Themen und Aufregern Platz zu machen – im Tages- manchmal im Stundenrythmus. Kein Thema wird wirklich durchdacht bei keinem Thema wird ein Fortschritt in der Erkenntnis erzielt. Alles wird nur noch abgenmudelt, durchgewurstelt, halbverdaut wieder liegen gelassen. Auf die Art ist selbst eine Gegenöffentlichkeit, wie sie hier immerhin aufgebaut wurde, schon wieder kontraproduktiv, weil das hier auch nur funktioniert, indem laufend eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und damit wird jegliches Wirken erstickt, alles bleibt Attitüde oder Haltung … ob gewollt oder ungewollt – wir ersticken uns selbst im pseudowiderständigen Kommentier-Rausch. Ist es nicht so?
Der Analyse stimme ich zu.
Aber wie lautet die Alternative? Nutzung eines unabhängigen Forums nebenbei, welches sich nicht am Tagesgeschehen orientiert, sondern nach alternativen Problemlösungen sucht?
Vorschläge?
Nutzung eines Forums? Ganz gewiss nicht. Alles Digitale ist UMSONST – im negativsten Sinne des Wortes.
Rausgehen, Menschen treffen. Reden. —- Alles ander ist VÖLLIG NUTZLOS! Völlig bedeutungslos. Völlig zwecklos. Ohne jede Wirkung oder Relevanz.
Ja!
Ein Forum ist wie ein Spielplatz, man kann einige lustige Leute treffen, auch interessante, nachdenkliche , von denen man sonst nie etwas erfahren hätte. Es gibt natürlich auch die seltsamsten Erscheinungen in solch einem Forum, Bösartige z.B., die versuchen, einen die Rutschbahn hinunterzuchubsen – viel können sie aber nicht verderben: Und das ist erfreulich!.
Ein Forum für Gleichgesinnte könnte meiner Ansicht nach durchaus den Anfang machen. Dass dem persönliche Kontakte im Reallife folgen müssen, ist natürlich selbstverständlich.
Ziehe meinen Beitrag von 19:12 Uhr zurück.
Hab nochmal drüber nachgedacht und stimme nun @Ratzefatz (und auch @Routard) zu: Foren sind völlig nutzlos – allein schon aus Gründen der Möglichkeit der Unterwanderung von außen. An echten Kontakten im persönlichen Umfeld führt kein Weg vorbei.
Wenn ihr schon keine Revolution machen wollt, dann sollten wir uns wenigstens darauf konzentrieren, möglichst viel Sand ins Getriebe zu streuen.
Den ganzen Konsum nicht mehr mitmachen und aktiv-subversiv diese Gesellschaft zu vernichten.
Sabotieren wo es immer möglich erscheint.
Das Alltagsleben bietet viele Möglichkeiten dazu. glaubt es mir, ich mache wöchentlich meine Runde, auch im höheren Alter geht das gut
Was erwarten Sie von einem tagesaktuellen Medium?
Es kann nur Informationen und Anregungen bieten.
Für das weitere Durchdenken und Taten sind die Leser selbst zuständig.
Ich erwarte nichts von einem „tagesaktuellen“ Medium. Was immer das ist (wer bestimmt, wer wählt aus, was wichtig ist von den hunderttausend täglich gemeldeten Ereignissen in einer vernetzten, globalisierten Welt? Und was ist mit nicht tagesaktuellen Themen wie Systemfragen, Zukunftsprognosen, Zukunftsperspektiven, Handlungsoptionen, …?)
Ich erwarte aber viel von Menschen mit Anspruch. Nämlich dass sie ihre Ansprüche ernst meinen und ihr Handel sich an ihren Ansprüchen orientiert.
Und Ansprüche melden zum einen Autoren an, zum anderen Kommentatoren hier im Forum. Und allzuoft kann man schon hier im rein textlichen, digitalen Feld die Widersprüche zwischen Anspruch und Handlung (Texte sind das Ergebnis von Handlungen) erkennen. Etwa das bekannte revolutionäre Getue – um im nächsten Satz jede Massenbewegung zu untergraben indem gespalten wird, was das Zeug hält. „Linke“ Schwätzer, für die jeder Arbeiter, „Proletarier“, der nicht hinter „linkem“ Geseire stramm steht sofort ein „Rechter“ ist, den es zu bekämpfen gilt, „Linke“ die die CO2-Angst-Agenda der Milliardäre befördern, „Linke“, die sich vehement für die Migrationsförderung von WEF und Co. einsetzten, „Linke“, die für die Virenpanik-Agenda der Bedrücker und deren Pharma-Milliardenprofitmaschine agitieren, etc. pp …
Oder Leute, die sich hier plakativ und überheblich als „spartacus“ anmelden, und anscheinend nichts als Zersetzung im Sinn haben …
Genau mit solchen Scheinbegriffen werden uns die Augen verklebt: „tagesaktuell“, das klingt nach seriös, nach neutral, nach objektiv, nach wichtig.
Aber nochmal, um den Hohn solcher Worte sichtbar zu machen: wer bestimmt, was „tagesaktuell“ ist? Es ist das Großmedienorchester das uns glauben macht, weil ALLE ZUGLEICH über etwas reden sei das wichtig und relevant. Ja, aktuell mag es ja sein. Zumal solches Aktuelles ja gerade zu produziert wird, etwa mit Politiker-Verkündigungen – oft genug um etwas anderes, viel wichtigeres Aktuelles, im Orkus hinten runter fallen zu lassen.
Man versteckt sich hinter dem „tagesktuell“ um damit unangreifbar sich an dem Spiel zu beteiligen, täglich, ja stündlich, eine neue Sau durch das Dorf jagen zu lassen. Um damit jede ernsthafte, tiefergehend Beschäftigung mit einzelnen Sachverhalten zu konterkarieren.
Schon alleine die Beschäftigung jedes Einzelnen jeden Tages mit der Auswahl, was für ihn wichtig, was nicht wichtig ist, ist schon bald tagesfüllend weil man uns mit „tagesaktuellem“ Müll und Trash rund um die Uhr vollpumpt. Etwa in der Tagessau und Heuteurinal Berichte über Unwetter oder Schneefall in den USA … was hier in Deutschland unglaublich wichtig sein muss für uns – oder wie?
„Oder Leute, die sich hier plakativ und überheblich als … anmelden, und anscheinend nichts als Zersetzung im Sinn haben …“
Das ist aber eine schöne Selbstbeschreibung.
„Genau mit solchen Scheinbegriffen werden uns die Augen verklebt: „tagesaktuell“, das klingt nach seriös, nach neutral, nach objektiv, nach wichtig.“
Und auch das zeigt, wie unsortiert es in ihrer Birne dröhnt.
Warum versuchen Sie es nicht einmal in einem Philosophieforum, wenn ihnen so an ewigen Fragen gelegen ist oder einfach bei schöner häkeln?
Was hat der große spartacus gegen einen kleinen ratzefatz?
@spartacus
Da haben Sie sicher nicht unrecht.
@Scheinregen
Von wissenschaftlicher Theoriebildung keine Ahnung, aber Schlussfolgerungen ziehen.
Genau mein Humor.
1.
Eine Schlussfolgerung als Vermutung aufzustellen ist Unsinn. Das ergibt (logisch) keinen Sinn.
Du hast deine Schlussfolgerung aus Vermutungen, die aus üblen Unterstellungen bestehen, gezogen. Ohne Belege. Obwohl das neue Buch von Mausfeld vorliegt. Das ist nicht realitätsnah, sondern pure Ignoranz.
Eine abenteuerliche Frechheit ist es jedoch, statt sachlichen Diskurses zu Vermutung und übler Unterstellung zu greifen.
(Ein Beispiel aus der Praxis: Kein KFZ-Meister greift zu Vermutungen, sondern wird der Ursache des Motorschadens per Analysemethoden auf den Grund gehen.)
Die Arbeiten Mausfelds als intellektuelles ‚Gedöns‘ und unter Geschwätzwissenschaften einzuordnen, belegt nur deine tiefe Ahnungslosigkeit gegenüber der wissenschaftlichen Theoriebildung, offenbart Wissens- und Bildungslücken.
Literatur- und Quellenangaben dienen scheinbar nur der eigenen ‚intellektuellen’ Beweihräucherung und plustern den Umfang eines Buches unnötig auf.
hier
(Beispiel aus der Praxis: Wenn du mit einem Schraubendreher und tiefer Ahnungslosigkeit bewaffnet an einem Formel1 Motor dich ‚praktisch‘ und ‚realitätsnah’ versuchst, wird dich jeder KFZ-Meister achtkantig aus der Halle werfen.)
2.
Und dafür werden Vermutungen und Unterstellungen bemüht? Wie dumm ist das eigentlich?
Niemand muss sich der „fatalistischen“ Schlussfolgerung eines Mausfeld anschließen, da es die Schlussfolgerung eines Mausfeld ist und diese keine Allgemeingültigkeit besitzt.
Es ist genau dieser Gewaltverzicht, der Mausfelds resignatives Fazit zugrunde liegt. Würde er die Gewaltkarte ziehen, würde er nicht resignieren, sondern zum Kampf aufrufen. Was er nicht tut.
Nur weil Mausfeld messerscharf die derzeitigen Verhältnisse seziert und deren Widersprüche aufzeigt, ist er noch lange nicht im ‚anderen‘ Lager. Es ist dein ‚Lagerdenken‘ (was übrigens vom Denken abhält).
Ein guter Anfang wäre, Mausfelds Buch zu lesen; – schon um Wissens- und Bildungslücken zu schließen. Es sei dir hiermit ausdrücklich versichert, dass es nicht dümmer macht. 😉
Den zweiten zitierten Satz konnte man hier schon mehrfach von der Trollfraktion lesen. Sie wollen doch nur die armen blonden, blauäugigen Kinder retten, die sich in dieses Forum verirren könnten, in diese linke Lasterhöhe, die von den Russen, Nordkoreanern, Chinesen und Muslimen kontrolliert würde. Das Selbstbild und daraus resultierende Sendungsbewusstsein ist schon so lächerlich.
Danke für den Versuch sachlich zu bleiben.
Es ist doch völlig berechtigt, wenn @Scheinregen – und da ist er doch beileibe nicht der einzige – den bisherigen Versuchen, eine Gesellschaft auf der Grundlage gemeinschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln aufzubauen, skeptisch gegenübersteht. Sie haben nicht durchgehalten, haben vor dem Gegner, dem US-Kapital, die Segel gestrichen, warum auch immer. Ich verstehe sogar, dass einige hier den Begriff „Kommunismus“ als Schimpfwort verstehen – obwohl sie, hakt man nach, das Ziel einer humanen Gesellschaft teilen und den Gegner erkennen..
Deshalb Querfront: Mit Leuten, gleichgültig, ob früher links rechts oder sonst etwas, die Lage neu bedenken – aber in Ruhe, nicht aufgeregt unter gegenseitiger Beschimpfung. Dazu gibt es Overton, dazu gibt es Gesprächskreise von den Nachdenkseiten, dazu manche regionale Initiative. Gegenöffentlichkeit ist ein guter Begriff, auch was weiter oben gesagt wurde: An einem Thema dran bleiben ist absolut notwendig, dazu sind Vortragsveranstaltungen mit anschließender Diskussion am besten geeignet – ohne letztere kann man sie allerdings vergessen, ohne Gesprächskreise auch. Das Zauberwort heißt Basisdemokratie und mehr. Das wäre das Mausfeld-Programm: die Kollektivität wiedererobern.
„Divide et impera“, ein uraltes, aber bis heute äußerst wirksames und perfides Machtinstrument!
Gerade seit dem 24.02.2022 funktioniert es wieder einmal allerbestens!
Das 10minütige Video hier https://www.youtube.com/watch?v=eIU9bCJ9TDU
„AUFGEKLÄRT: Der einfache, völlig triviale Grund, warum die Politik IMMER übel für Dich sein wird“
(Empfehlenswerte Texte darunter verlinkt zu Bürgerfreundschaft/ Bürger in Beziehung bringen..)
macht auch wieder klar, dass Politikmachen, ohne die davon Betroffenen, letztlich immer im Autoritarismus endet.
Was´n blödes Gelaber.
Das musste ich nach 3 Minuten einfach nur abstellen…?!?!?!
Hmm, ich habe den Kommentar von Scheinregen nicht ganz gelesen und nur die ersten Aussagen kommentiert. Aber wenn später
„der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Medien sich bereits „demokratisieren“, youtube-Kanäle sind nichts anderes, ebenso Telegram, X und Co. “
kommt, kann ich nur noch den Kopf schütteln über so viel Naivität – oder pure Dummheit?
Alle Kanäle, und auch die Infrastruktur auf der das ganze läuft, sowie die Investitionen, Regulatoren, Kontrolleure, sind in den Händen von wem? Vom Volk? Lächerlich.
Was dem Herrn Scheinregen da als sich „demokratisieren“ scheint, ist nichts weiter als das Zulassen von die Herrschaftsverhältnisse unangetastend lassendes Geplänkel und Gedöns. Sobald sich da etwas organisieren würde, wäre es sofort vorbei mit diesem „laissez faire“.
Scheinregen scheint eines der Softpower-Werkzeuge der Herrschaft zu sein, wenn er solche abstrusen Behauptungen raushaut.
Vor allem darf man bei all dem nicht vergessen, dass es sich hierbei um Unternehmungen handelt. Influenzer, Podcaster, Buchautoren und sonstige selbsternannte „Kritiker“ sind in erster Linie Unternehmer, die ganz offensichtlich Geld verdienen wollen. Da nehme ich auch einen Precht, Schmitt oder einen Mausfeld nicht aus. Wieso bieten Menschen, die über ein Professorengehalt verfügen, ihre Texte und Produktionen nicht zum Selbstkostenpreis oder umsonst an, wenn es Ihnen doch vorgeblich um Aufklärung und eine Änderung der Verhältnisse geht? Für mich sind das alles Heuchler, Schwätzer und Selbstdarsteller. Wie sagte hier letztens einer so schön: „strukturkonservativ“. Schönes Wort, gefällt mir.
Stattdessen wird alle 5 Minuten um Likes und Abos gebettelt. Man nennt das auch „Aufmerksamkeitsökonomie“.
Der Kapitalismus ist das einzige uns bekannte System, in dem man mit Systemkritik Geld verdienen kann.
Wer wirklich etwas am Kapitalismus verändern will, sollte als allererstes aufhören, mitzumachen. Eine wirkliche Veränderung findet sonst nämlich nicht statt.
Das Ganze dreht sich einfach nur im Kreis, ein Ausweg ist nicht in Sicht. Der gute Herr Hildebrandt sagte einst: „Die machen aus uns eine Rederepublik“ (aus dem geradezu visionären Programm „Der Anbieter“ von 1994, das Ding sollte Standardstoff in Schulen werden). Und genau das ist passiert.
Mich erinnert das immer an die Golgafrinchaner aus „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“. Da wird endlos über die Farbe des Rades diskutiert, anstatt es zu erfinden. Die schwafeln auch dann noch weiter, wenn bereits Bomben fallen.
So wird das nix mit der Revolution.
Während im direkten, zwischenmenschlichen Kontak das Gespräch wirklich noch interessen- und zweckfrei SEIN KANN (mit einem Makler oder Bank-Berater natürlich nicht) ist im Digitalen weitgehend JEDE Kommunikation interessen- und geldgetrieben. Oder zumindest hat man keinerlei handfeste Anhaltspunkte, ob das „Gegenüber“ als Privatperson oder als beauftrage Person unterwegs ist (oder gar ein Chatbot oder eine „KI“ ist).
Und ja, die unendlich vielen Geschäftsmodelle, ob einer einem Gold aufschwätzen will und deshalb Untergangsstimmung schürt, ob einfach, die meiste Hauptmotivation, „Traffic“ generiert werden soll (etwa bei „Influenzern“), ob subtile Meinungsmanipulation das Ziel ist, ob jemand seine Glaubensinhalte (etwa als marxistischer „Linker“) verbreitet sehen will, …, das Digitale in seinen Ausrpägungen ist fast vollständig zweckorientiert. Es geht nirgends mehr um Wahrheit oder purer Meinungsaustausch – es geht fast immer um Manipulation und Vernebelung und Konformitätserzeugung.