
Kriegsheimkehrer bekommen den Krieg ihr Leben lang nicht los. Wer jetzt einen Krieg in Aussicht stellt, der wie zu Zeiten der Großeltern geführt wird, sollte Sebastian Schoepps Ausführungen folgen.
In späteren Jahren unterlagen Vaters Kriegserlebnisse einer anderen Form von Zensur als der der Wehrmacht. »Meine Frau will das nicht hören«, schrieb Vater, als er schon Rentner war, einem Jugendfreund, einem evangelischen Pfarrer. Der gehörte zur Gruppe derer, die in der Nachkriegszeit viel redeten, ohne viel zu sagen. Er hat sogar ein Buch über seine Kriegserlebnisse geschrieben, das den Italien-Feldzug wie ein kulturelles Erlebnis schildert. Nie gehörte Vater zu denen, die vom Alterssitz am Ammersee oder im Taunus aus im Selbstverlag detailgenau Märsche und Schlachten an der Ostfront beschrieben, während die polnische oder ukrainische Pflegerin ihnen die Windeln wechselte. Vater ging auch nicht zum Stammtisch oder in den Kriegerverein. Nur einmal fuhr er zu einem Schultreffen der wenigen, die aus seinem Jahrgang 1923 übrig geblieben waren. Er kam entsetzt zurück. Diese Glorifizierung, diese Sprüche vom Krieg als »Schule des Lebens«!
»Die wissen doch genau, dass es nicht so war.«
Er ist nie wieder hingefahren.
Der Mangel im Krieg prägte den späteren Alltag
Um mehr Klarheit zu erhalten, befragte ich einen Psychiater. »Sie müssen davon ausgehen, dass Ihr Vater schwer traumatisiert war«, sagte der. Traumata können bewirken, dass Menschen das Erlebte löschen. Hat Vater deswegen so wenig erzählt, weil er sich an das meiste nicht erinnern konnte? Was bedeutete das für ihn – und was für mich?
Laut der Psychiaterin Luise Reddemann können Eltern ihre Traumata an die Kinder weitergeben – und indirekt an die Enkel. Ja, Wissenschaftler glauben sogar herausgefunden zu haben, dass Traumata die Genetik verändern. Seit einigen Jahren diskutieren Biochemiker im neuen Forschungsfeld der Epigenetik, wie die Umwelt Einfluss auf die molekulare Biologie eines Menschen ausüben kann. »Hunger, Stress und Gewalt scheinen zu verändern, wie die Zellen den DNA-Code der Gene interpretieren, und hinterlassen so Spuren im Erbgut. Die Münchner Medizinerin und Neurowissenschaftlerin Elisabeth Binder, heute Direktorin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, konnte vor einigen Jahren zeigen, dass Menschen, die in früher Kindheit traumatisiert wurden, dieses Trauma auch später im Leben noch immer wie Narben am Erbgut in ihren Zellen tragen«, heißt es in einem Artikel zu dem Thema. Wahrscheinlich, so das Forschungsergebnis, werden einige dieser epigenetischen Veränderungen sogar an die nächste Generation weitergegeben.
Bei den meisten Kriegskindern reichten jedoch schon die Tischgespräche im Elternhaus, um sie nachhaltig zu prägen. Wie sehr der Krieg und der Mangel Vater zu dem Menschen gemacht hatten, der er später war, konnte man seinen Handlungen entnehmen. Nach Vaters Meinung musste man im Leben alles, was auch nur leicht über dem Niveau eines Schützengrabens lag, stoisch akzeptieren. Teller leckte er ab, durchgescheuerte Handschuhe flickte er mit Zwirn. Batterien kamen auf die Heizung, um den letzten Saft herauszuholen. Zu Hause gab es grundsätzlich nur altes Brot. Wenn neues gekauft wurde, mussten erst die alten harten Kanten aufgegessen werden – bis das neue Brot ebenfalls hart war. Vater misstraute allem: Geld konnte entwertet werden, Häuser konnten verbrennen.
Geschichtsfimmel
Ich lernte, dass nichts, was ich erlebte, annähernd so schlimm sein konnte wie das, was die Eltern erlebt hatten. Wenn etwas nicht schmeckte, hieß es: »Stell dich nicht so an.« Wenn ich mich beim Abspülen dumm anstellte: »Das werden sie dir beim Kommiss schon beibiegen!« Doch diese Erziehung hatte auch Vorteile. Man bekam nicht viel Gelegenheit, eine Essstörung zu entwickeln. Und die Warnungen vor den Methoden beim »Kommiss« genügten als Motivation zur Kriegsdienstverweigerung. Da half erstmals Vaters Kriegsvergangenheit. Die ließ mich in den Augen der damals üblichen Kommission, die mein Gewissen prüfen sollte, glaubwürdig erscheinen.
Viele Kriegskinder entwickeln einen regelrechten Geschichtsfimmel. Sie wissen bis in die letzte Verästelung über das Leben von Anne Frank Bescheid, aber sie wissen nichts über das Leben ihrer Eltern. Ich las die Literatur der Opfer: Primo Levi, Elie Wiesel, Jorge Semprún. Ich volontierte in Argentinien bei einer Zeitung, bei der vor allem deutschsprachige jüdische Emigranten arbeiteten, die vor Hitler geflohen waren. Sie erzählten bereitwillig, und sie traten mir als Nachkommen der Tätergeneration unvoreingenommen gegenüber. Ich schrieb meine Magisterarbeit über das antinationalsozialistische Exil in Argentinien und gab sie Vater zu lesen. Er berichtigte die Kommafehler und gab sie mir ohne weiteren Kommentar zurück. Möglich, dass er sich schlicht nicht angesprochen fühlte, möglich, dass ihn so viel Beflissenheit irritierte. Zu dieser Zeit waren auch seine Anekdoten längst verstummt. Sie endeten mit der öffentlichen Debatte nach der Ausstrahlung der Fernsehserie Holocaust 1979. Beiträge der Tätergeneration seien in Deutschland seit dieser Zeit »kulturell nicht mehr erwünscht«, schreibt Sabine Bode. Vater hielt sich an das gefühlte Sprechverbot, kommentarlos. Die Unfähigkeit zu trauern mündete in die Unfähigkeit zu reden.
Einer der wenigen literarischen Zeugen, den meine Eltern gelten ließen zur Erklärung ihrer Kriegszeit, war Walter Kempowski und dessen ironische Familiensaga Tadellöser und Wolff, in der die Protagonisten stets betonen: »Nazi und Deutscher, das sei ein Unterschied!« Mir kam es so vor, als erzähle die Verfilmung von Eberhard Fechner mit Karl Lieffen, Edda Seipel und Martin Semmelrogge meine eigene Familiengeschichte. Ansonsten gibt es wenig Literatur, die überzeugend von der deutschen Kriegsgeneration berichtet. Die Konsaliks und Willi Heinrichs und ihr Landser-Schmalz sind zu Recht vergessen. Heinrich Böll, Wolfgang Borchert und Günter Grass taugen nicht, um die Generation zu verstehen, sie galten vielen Heimkehrern als verkopft, abgehoben und wehleidig.




„Ja, wie isses denn bloß mööchlich …“
gute Nacht, schlaft gut.
Günter Grass ist sogar ein vorzügliches Beispiel für die genannte Generation, der allerdings eine alternative Methode als das Schweigen wählte. Der Subtext, den der ehemalige Angehörige der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ in der ‚Blechtrommel‘ erkennbar bearbeitet, ist doch der, dass die Nazis in Deutschland viele und schlimm, aber grundsätzlich die anderen waren. Die Linksliberalen der ach so geläuterten Nation nach `45 haben ihm diese Sicht der Dinge sehr gedankt!
Der gemeine Soldat der verheizt wurde war kein Nazi. Wer in meinem Alter ist, hatte
sicher noch Gelegenheiten mit Männern die im Krieg waren oder auch Frauen, die als
Krankenschwestern eingetzt waren zu sprechen. Einige mußten etwas los werden,
andere kamen nur schwer mit ihren Erlebnissen rüber. Ich habe aber keinen Getroffen,
der heroisch über seine Zeit im Krieg berichtet hat. Oft berichteten die Männer unter
Tränen über ihre Erlebnisse, wie neben ihnen die Kameraden starben. Da wurde nichts
beschönigt. Die beeindruckensten Schilderungen kamen von einer Lehrerin in der
Berufsschuhle, die als junge Krankenschwester den Angriff auf Dresden miterlebte.
Sie war vor allem wütend, dass über die tatsächlichen Toten und die Tieffliegeratacken
der Amerikaner auf Frauen und Kinder, die an der Elbe Schutz vor den Flammen suchten,
damals Ende der 70er schon so gelogen wurde. Die Erzählungen dieser Frau werden einem heutigen
Krieg wahrscheinlich sehr nahe kommen. Nur das es kein Phosphor ist was heute die Menschen
verbrennen wird, sondern der Atomblitz.
Wie fast immer lässt sich auch das nicht verallgemeinern. Ich hatte durchaus stramme Nazis unter den ehemaligen „gemeinen Soldaten“ und unter dem früheren Kriegs-Hilfspersonal kennenlernen dürfen.
Mein Opa, Waisenkind und Wehrmachtssoldat schon vor dem Krieg, hat durchaus vom Krieg erzählt, die „guten“, wie die schlechten Seiten. Er konnte die Erlebnisse offenbar gut wegdrücken. War ein liebevoller Großvater und mein Ersatzvater. Mein eigentlicher Vater wurde mit 18 Jahren Vater und war zu jung und überfordert, da mein Großvater sehr lange in Gefangenschaft war und daher nicht wusste, wie ein normales Verhältnis Vater-Sohn in Kleinkindjahren aussieht.
Habe ähnliche Erfahrungen. Mein Vorfahr, Ostfront 41-45, war nicht nur aus meiner subjektive Sicht sondern auch nach Meinung anderer einer der freundlichsten humorvollsten ausgeglichensten, „in sich ruhenden“ Menschen . Lediglich ein völliges Desinteresse an Waffen, ein Hang zu Sentimentalität und makaberen, schwarzen Humor waren vielleicht durch die Erlebnisse erworbene oder verstärkte Eigenschaften.
Und er hat ebenso bei Gelegenheit, von den Erlebnissen erzählt, den guten und schlechten.
Er erwähnte mal, dass man da so viele grausige unglaubliche Erlebnisse hat, das man dann später zweifelt ob man das wirklich erlebt hat oder nur geträumt hat und auch gar nicht alles erinnern kann wegen der schieren Menge der Erlebnisse. Es bleiben halt nur einzelne markante Sachen in Erinnerung.
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Aber ich möchte auf etwas hinweisen, was oft übersehen wird. Man muss sich klar machen, das der gewaltsame Tod naher Verwandter oder Freunde , Gefahr für das eigene Leben, kritische Situationen jeder Art für alle Lebewesen das normale ist. Auch für den Menschen war es in der Steinzeit bis weit in die geschichtliche Zeit hinein noch das normale. Noch vor wenigen Jahrhunderten war durch Krankheit der Tod von Kindern in den ersten Lebensjahren fast normal und man musste damit umgehen. Der westliche kultivierte verwöhnte nicht „traumatisierte“ Wohlstandsmensch ist also aus psychologischer Sicht, wenn man die Geschichte und alle höheren Lebewesen mit einbezieht eine ziemliche Ausnahmeerscheinung.
„Wer jetzt einen Krieg in Aussicht stellt, der wie zu Zeiten der Großeltern geführt wird, sollte Sebastian Schoepps Ausführungen folgen.“ Wozu sollte ich diesen folgen?
Wenn ich meine 90jährige Mutter und ihre Generation mit ihren Enkeln und Urenkeln vergleiche, fallen mir ohne viel Nachdenken jede Menge mentale Eigenschaften ein, die erstere besitzen und ihr ein Überleben in einem derartigem prophezeiten Kriegsgeschehen leichter machen. Ihre Nachkommen dagegen fehlen diese Eigenschaften teilweise oder vollkommen.
Aber auch Personen, die diese mentalen Eigenschaften besitzen, hätten keine Chance in so einem Krieg, weil wir heute in einem wenig resilienten Gesellschaftssystem leben. Wir leben in einem Kartenhaus, was Versorgung und Selbstständigkeit angeht. Wir können einen derartigen Krieg gar nicht führen.
Das Einzige, worüber man sich in einem „kommenden grossen Krieg“ Gedanken machen braucht, ist die Frage, ob der Haushalt über genügend Tische oder Aktenmappen für alle Familienmitglieder verfügt.
Einen allfälligen Krieg mit Russland mit dem zu vergleichen, was unsere Vorfahren erlebten, ist bereits propagandistischer Bullshit. Nichts ist vergleichbar mit einem atomaren Schlagabtausch… und jede militärische Auseinandersetzung zwischen NATO und Russland wird unweigerlich dazu führen.
Wenn das jetzt auch noch unsere Politiker in Deutschland und der EU kapieren,
sollte es gar keinen Krieg mit Russland geben. Da die aber ihre Hirne jeweils
bei den Pförtnern der Parlamentsgebäude abgeben, werden die es nicht kapieren
und uns schon in wenigen Jahren verheizen. Wenn wir kein Gas mehr aus Russland
importieren, werden wir vielleicht ja tatsächlich noch in den Heizungen der Parlamente
verheizt.
Als Kind im Osten erlebte ich keinen einzigen Vater aus Freundeskreisen, auch sonst keinen Erwachsenen, der über Kriegserlebnisse sprach. Auch mein Vater ließ nur widerwillig einzelne Episoden nach meinem Drängen raus. Und er war erwiesenermaßen Antifaschist. Aber bei jeder Gelegenheit forderte er seine Gesprächspartner heraus, die Wahrheit über ihre Erlebnisse zu erzählen, sehr eindringlich. Mir war das peinlich, erst später, wenn er andeutete, viele Spuren von Verbrechen vor allem in der Ukraine und Weißrussland als Nachschubfahrer gesehen zu haben, begriff ich, was jeder, so mein Vater, riesige Verbrechen erlebt haben muss, aber nicht darüber sprechen wollte und konnte. Die Väter waren fast durchweg traumatisiert und isoliert, auch in ihren Familien. Lachende und Scherzende erlebte ich nicht, aber unwirsche Familientyrannen.
Der Russlandkrieg wurde von den allermeisten Deutschen nicht akzeptiert, weil ihn jeder vernünftige Mensch für komplett sinnlos hielt. Und Hitler wurde nicht gewählt, sondern den Deutschen von Himdenburg, Theodor Heuss und den Liberalen sowie dem Katholischen Zentrum an die Macht geputscht. Das ohnmächtige Gefühl war gigantisch.
Zum Thema „Traumatisierung“ bzw. zum Umgang mit traumatisierenden Dingen bei der Argumentation gegen den Krieg zählen in gewisser Weise auch die Gedanken von Ken Jepsen bzw. Kayvan Soufi-Siavash.
Ich bin an und für sich kein Fan von ihm, was auch schon an seinem zu schnellen Sprechen liegt, aber was er hier zwischen der 15. und 22. Minute des Videos für Ideen beisteuert, das ist schon bemerkenswert.
https://pi-news.net/2025/12/a-wef-2025-panel-wie-wir-den-krieg-in-europa-verhindern-koennen/
Vielen, Vielen Dank für den LINK !
habe ich an die üblichen Verdächtigen in meinem Umfeld weitergeleitet, also die CDU,ler und die grün / protestantisch Verseuchten.
Ich wäre zwar irre, hoffte ich bei denen auf irgendeine Form von Erleuchtung, aber zumindest ärgert es sie.
Kann bei meinem Vater, Jahrgang 1921, die Traumatisierung bestätigen. Er redete nicht über den Krieg. Meiner Mutter hat er wohl mehr erzählt, aber das einzige was sie weiterleitete war dass er immer danebengeschossen hat. Was vielleicht nicht stimmt, aber traumatisiert war er definitiv. Das einzige was mir hängengeblieben ist: er meinte einmal (da war er etwa 70), dass im Krieg Menschen zu Hyänen werden. Was sich vermutlich auf Kameraden bezog, die als nette Jungs in den Krieg zogen und sich dort zu schrecklichen Greueltaten hinreissen liessen.
Mein Vater war eigentlich immer irgendwie depressiv.
Er hatte im 2.Weltkrieg fast seine ganzen Freunde im Krieg verloren.
Seine Einheit bestand aus 2 Zügen zu je 12 Mann mit 2 Sd.Kfz. 9 mit dem 8,8er Geschütz 12 Tonnen und einem Sd. Kfz7/1 5 Tonnen mit einem Flakvierling zur Luftabwehr.
Er wurde gleich nach seiner Matura 1937 zum Wehrdienst eingezogen und kam dann 1939 mit all einen Freunden seines Jahrgangs aus der Gymnasium gleich zum Einsatz nach Polen.
Er war dann später in Jugoslawien, danach in der Ukraine bis Ende 42 wo er bis auf 2 Kameraden seine Freunde verlor.
Bei einem Volltreffer waren damals 10 Mann auf einen Schlag getötet worden.
Er wurde verwundet, kam nach Hause um dann etwas später nach Frankreich abkommandiert zu werden, wo er sich 44 dann bei Rückzugsgefechten 2 Kugeln einfing.
Nur, weil er französisch sprach, wurde er überhaupt von einem Arzt operiert, zu dem er auch nach dem Krieg ein sehr freundschaftliches Verhältnis hatte.
Da ich von klein auf, immer alles wissen wollte, hatte er mir auch eigentlich alles erzählt was sich so zugetragen hatte.
Bevor ich in die Schule kam, kannte ich seine Einsatzgebiete, eigentlich alle Waffengattungen und jeden Panzer, jedes Fahrzeug und alle Handfeuerwaffen, aller Parteien, die damals so im Umlauf waren.
Da mein Vater nicht arbeitete und meine Mutter in der Arztpraxis und im Krankenhaus tätig war, verbrachten wir ganz automatisch viel Zeit zusammen.
Wir waren oft zusammen im Urlaub wo wir auch mal seine damaligen Einsatzorte aufsuchten, zumindest die in Frankreich und in Jugoland.
Er hatte immer wieder mal seine tief depressiven Phasen, auch weil er ja seine Heimat verlor, als er Ende 49 aus der Kriegsgefangenschaft kam, hatten seine Eltern ihn wegen seiner Bisexualität enterbt und ihren Landsitz veräußert, weil sie nicht unter russischer Besatzung Leben wollten.
Er war dann in den 50ern sogar ins Gefängnis gekommen…war ja noch verboten.
Er musste sich ja auch während des Krieges immer schwer zusammenreißen das sie ihn nicht gleich ins KZ schickten, allein schon weil er ja auch immer politisch tätig gewesen war.
Er war eigentlich immer viel zu gut für die Welt und konnte sich auch nie wirklich gut in dieser Gesellschaft zurechtfinden.
Auf eine ganz andere Weise als meine Wenigkeit aber es gibt da zwischen mir und meinem Vater doch so einige Schnittmengen.
Wenn du mal nen Stellplatz brauchst melde dich.
Bin andauernd am suchen… 😉
@motonomer
Das Beste, was ich bislang von Ihnen gelesen habe.
Danke!
—
Mein Vater war etwas jünger, aber auch er war noch kurz im Fronteinsatz und hat den Krieg lebenslang als entsetzliches Erlebnis in Erinnerung behalten. Er mochte nicht gern davon erzählen, erst in späteren Jahren.
Er mochte auch nicht, dass wir als Kinder mit Pistolen spielen wollten.
Danke, ich weiß das zu schätzen. 👍
Sehr gut, sehr offen und mich berührend!
Ich hätte auch nen Stellplatz…
Oh Danke, eben erst gesehen…☀️
Toller Beitrag, danke!
Ich hab‘ leider keine Ahnung, wie man hier Emojis einfügt, daher: *handshake*
Wenn das bei Ihnen nicht inklusive ist, dann hier kopieren:
https://emojikopieren.de/
😉
Besten Dank! 🤘
🙂
Kriegsheimkehrer.
lassen wir das mal so stehen.
Wenn der geneigte Overtone Leser in den nächsten Jahren einen Krieg mit Beteiligung Deutschlands erlebt, wird das 1. nicht in weiter Ferne wie damals in 41 sein, und 2. sehr schnell gehen.
Jeder Deutsche hätte auch in 39 bis 45 den Kriegsdienst verweigern können! o k das war dann kein Zuckerschlecken, aber nicht wie eine Desertation.
Heute ist es wahrscheinlich weit gefährlicher! Ein paar tausend Spinner in der BW sind in der Lage mit Taurus usw den Krieg auszulösen, für den Putin klar gesagt hat, daß im Gegensatz zum Krieg mit angezogener Handbremse( Ukraine) dann echt hart reagiert wird. Also an der russischen Grenze, sonder direkt in Deutschland( und natürlich den anderen lebensmüden EU Staaten).
Über Trauma brauchen sich weder die Täter( Soldaten) noch die Opfer at home weitere Gedanken machen.
Jeder Widerstand gegen die Kriegstreiber ist gerechtfertigt!!!!!!!
Jeder Deutsche hätte damals den Kriegsdienst verweigern können?
Aha, in dieser Zeit!
Den letzten Satz unterschreibe ich!
Ansonsten haben Sie hier ziemliches Blech geredet!
Keiner unserer Soldaten wird Russland je erreichen.
Hallo Heinz, Wehrdienst verweigern im 2. WK? Wo leben Sie denn? Wer nicht mitmachte, wurde wegen Wehrkraftzersetzung erschossen. Und zwar zackzack und nicht erst nach jahrelangem Rumprozessieren.
Mein Großvater, Wehrmachtssoldat in Italien bei der psychologischen Betreuung von Piloten der Luftwaffe, leitete später eines der Kinderheime, in die Ulrike Meinhof und der SDS dann intervenierten!
(Ich war damals 7 Jahre alt.)
Deshalb lege ich großen Wert darauf, dass Grundsätze der Psychoanalyse beachtet werden, was dieser Artikel sträflich vernachlässigt. Ob genetisch eine Delle in der DNA vererbt wird oder nicht, ist völlig Banane. Es geht um Aufklärung und Aufarbeitung, die mit Hilfe der Freudschen Psychologie möglich ist – gerade auch für Kriegstraumatisierte!
Mein Großvater ging als Nazi zur Wehrmacht und kam als strikter konservativer Pazifist wieder zurück. 1945, auf Heimaturlaub, sollte er noch einen Volkssturm kommandieren, da setzte er sich in einen der letzten Züge, die noch an die Front fuhren und ging dort in die Kriegsgefangenschaft. Später weigerte er sich, seinem Enkel (mir) Kriegsspielzeug zu schenken, und hat mir das auch genau begründet.
Mit seiner geisteswissenschaftlichen Psychologie-Ausbildung (Oswald Spengler und Goethe; der „jüdische“ Freud war damals tabu) war er als junger Soldat völlig überfordert, die traumatisierten Luftwaffenpiloten wieder aufzubauen. Nach dieser Erfahrung hat dann zeitlebens nicht mehr als Psychologe, sondern nur noch als Sozialpädagoge gearbeitet und schöne Reden über Goethe bei Feierlichkeiten gehalten.
An seinen runden Geburtstagen hat er voller Freude erzählt, was für ein Glück er im Leben gehabt habe.
Er war CDU-Stammwähler und Anhänger Helmut Kohls wegen der Friedenssicherung. Für einen Merz oder Spahn hätte er nur abgrundtiefe Verachtung übrig.
Hallo Sebastian, das sind ja erschreckend viele Parallelen zu meinen Alten, nicht nur der gleiche Jahrgang.
Hast erfolgreich einen künftigen Leser deines Buches geworben.
Danke für diesen Ausschnitt.
Den Krieg erlebt hat die Generation meiner Eltern, die Generation meiner Großeltern sogar deren zwei!
Krieg war DAS Thema meiner Kindheit;
ich habe irgendwann gemerkt, das diese Kohorten das Kriegserlebnis als gemeinsame Erfahrung zwar teilten, jeder einzelne jedoch seinen individuell eigenen Krieg erlebte.
Das Spektrum reichte weit, vom Generalstabsoffizier bis Fronteinsatz mit noch nicht 16, wie mein Vater.
In meiner Stadt waren in meiner Kindheit viele Ruinen noch nicht beseitigt und mir wurden von vielen Seiten wirklich furchtbare, brutale Dinge heran getragen.
Auf die eine oder andere Weise trug jeder sein ganz persönliches Trauma mit sich herum!
Niemand bekam Hilfe, flächendeckend gab es keine Psychatrie oder Psychotherapie, Hilfe wurde auch nicht gesucht, man „riss sich am Riemen“ und erwartete ein solches Verhalten in der Regel von mir und meiner Generation!
„Indianer kennt keinen Schmerz“ war noch das Harmloseste, wenn ich als kleiner Junge mal geweint habe, musste ich mindestens mit einer Ohrfeige rechnen. Prügel waren ein allfälliges Erziehungsmittel!
Diese Generation war zutiefst traumatisiert und konzentrierte sich aufs Materielle, die Kinder sollten es einmal besser haben!
Kritik an den Verhältnissen von der Seite meiner Generation her in der Zeit unseres politischen Erwachens wurde stets mit „Ihr wisst ja nicht, wie gut ihr es habt“ oder sogar mit „Seid froh, das ihr den Krieg nicht erlebt habt“ begegnet.
Das Thema Krieg war immer negativ besetzt, immerhin, das war mir klar!
Meine Generation ist von den Eltern- und Großelterngenerationen nie wirklich ernst genommen worden, da wir deren einschneidende traumatische Erlebnisse nicht teilten!
Nicht das sie uns diese Erlebnisse wünschten, ganz im Gegenteil, aber in der Retrospektive betrachtet, glaube ich mittlerweile, das Eltern und Großeltern sich mehr Verständnis von uns gewünscht hätten, wobei genau gewusst wurde, das dies unmöglich ist, da wir diese fürchterlichen Erfahrungen nicht teilen konnten und auf keinen Fall sollten!
Eine nicht aufzulösende Ambivalenz, ob sie uns ihre Erfahrungen durch Erzählen mitteilten oder ob nicht!
Nun sind alle tot, die meisten von ihnen lange schon; da ich mich in deren Erleben nie wirklich hineinversetzen konnte, trotz Lesen, Filmen, Photos und Erzählungen, war da immer eine Kluft, die der Krieg geschaffen hat. Heute empfinde ich eher etwas Mitleid mit den beiden Generationen vor mir! Ich möchte nicht tauschen, ganz gewiss nicht!
Ich bin nun selber alt und erfüllt mit großem Zorn über den aktuellen politischen Kurs, der uns leicht ins Verderben führen kann. Nicht nur, weil ich Pazifist bin, der jeden Krieg als Verbrechen ansieht!
Sondern auch, weil die Kriegstreiber das Vermächtnis meiner Eltern und Großeltern besudeln, die trotz aller ihrer Traumata und Fehler eines niemals wollten, nämlich das meine Altersgenossen und ich einen Krieg erleben müssen!
@Wallenstein
++++
Top Beitrag 💪👍
Gerade, weil es mir zum Glück mit meinen Eltern völlig anders erging.
Danke
Opa wurde 1895 in einem kleinen Dorf im Sudetenland geboren. Neuigkeiten kamen einmal pro Woche, wenn der große Pferdewagen mit dem Bier aus der Stadt kam. Es gab keinen Strom. Zeitung einmal pro Woche, für die, die sich eine leisten konnten. Mit 19 zum österreichischen Militär. Das Sudetenland gehörte damals zu Österreich-Ungarn. Gaskrieg im Hochgebirge, Maschinengewehr, alles überlebt. Mit 44 das zweitemal ran. Glück gehabt. Ich hatte also Vorfahren, die nichts als Krieg erlebt hatten. Als Junge Onkel Georg gefragt, woher die komischen Beulen an seinen Beinen kommen. „Frostbeulen aus Russland“ antwortete er und auf meine Nachfrage: „Ach Thomas, das war alles so schrecklich im Krieg. Ich kann da gar nicht drüber sprechen.“ Mein Tante wurde beim Anblick von Uniformen immer ganz furchtbar ängstlich und Vatern mußte mit 17 zur Wehrmacht. Natürlich waren die alle schwerst traumatisiert. Enttäuscht von allen Politikern, die ihnen immer alles versprachen und alles endete immer im Krieg. Woran man ein Zwangssystem erkennt, ist ganz einfach: Sie nehmen dir die Freiheit, sie zwingen dich ständig und wenn du nicht mitmachst, kriegste Ärger. Die Leute werden zu Arschlöchern, ohne daß sie es bemerken. Ob ich nun gezwungen bin, den Kaiser, Adolf oder Erich lobzuhudeln ist egal. Und heute fängt es an, daß man wenn man nicht den heutigen Scheiß mitmacht, das man schon wieder Arger bekommt. Die Leute sind genau so wie früher, aber sie wissen es nicht. Sie denken, sie wären anders, trotzdem versuchen sie mich wieder zu zwingen mitzumachen.
Vollkommen richtig. Die Corona-Massnahmen waren schon kriegsvorbereitend. Inzwischen machen unsere Politiker auch gar kein Hehl mehr daraus, dass ein Krieg geführt werden soll. In Anbetracht meiner Mitmenschen habe ich auch keinerlei Hoffnung, dass der Krieg verhindert werden kann. Die offene Frage ist nur noch, wo und wie ich meine Familie in Sicherheit bringen kann.
Natürlich ist es ein Erlebnis, wenn man es überlebt und man auch sonst Glück gehabt hat.
Mein Nenn-Onkel hat immer von den Panzerfahrten in Afrika geschwärmt. Da wäre er doch ohne Krieg nie hingekommen. Er hinkte danach ein wenig, es störte ihn nicht so und eine kleine Rente und einen Schwerbeschädigten-Ausweis bekam er auch dafür.
Von dem richtigen Onkel hing bei der Oma ein Bild von seinem Birken-Kreuz an der Wand. Der musste nach Russland.
»Sie müssen davon ausgehen, dass Ihr Vater schwer traumatisiert war« Genau diesen Satz hat eine Psychoanalytikerin schon 1960 zu meiner Mutter gesagt, nur dass sie dies über meinen Vater, den Mann meiner Mutter, sagte, der heute mit seinen 100 Jahren im Altersheim sich die damaligen Erlebnisse im Jungvolk und als Soldat ständig von der Seele reden muss, indem er sich in diese Zeit zurückversetzt erlebt und mit fiktiven Gesprächspartnern spricht. Der traumatische Druck entläd sich nach so vielen Jahrzehnten des Schweigens, welches er uns Kindern gegenüber nicht brechen konnte. Erst jetzt kannbittet er seine fiktiven Gesprächspartner flehendlich Frieden zu schaffen, dies unter Tränen. Der schweigende Vater war ein innerlich abwesender, der alles Psychische als irreal und irrelevant bezeichnete. Auch mit seiner Frau konnte er nie offen darüber sprechen. Auch ich bin mit seinen hartherzigen Forderungen mich nicht so anzustellen zu sollen groß geworden.
Als Therapeutin habe ich mit vielen „Kriegsgeschädigten“ der 2. und 3. Generation zu tun gehabt, die erst mühselig lernen mussten ihre Gefühle ernst zu nehmen und in eine Mehrgenerationenperspektive einzuordnen. In sehr vielen Fällen wurden dann depressive Zustände verarbeitbar. Unbewusst trauen sich viele Mitglieder der Nachkriegsgeneration nicht ein unbelastetes Leben zu führen, weil sie als Kinder ausschließlich unter schwer kriegsbelasteten Menschen aufgewachsen sind. Deren unausgesprochene Ängste haben sie verinnerlicht. Diese unbewusste Treue zum Familiensystem im Einzelfall aufzudecken ist heute immer noch eine große Aufgabe in der Psychotherapie. Dass Krieg sich über mindestens3 Generationen in Familien destruktiv auswirken kann ist zum Glück heute auch in der Psychoanalyse anerkannt.
Schade, dass Sie sich nicht über unsere Politiker äußern, und was sie antreibt.
Sie haben mein Erleben beschrieben, ich bin jetzt 66 und mich treibt es immer noch um, mich davon zu lösen ist mir nicht möglich.
Im Gegenteil sind aufs Neue damit verbundene Ängste aufgetreten, da ich einen Sohn habe und um ihn zu fürchten beginne.
Ich danke für Ihren Kommentar!
transgenerationale traumatisierung ist von großer relevanz, wird aber intra- und interfamiliär viel zu wenig beachtet –
mir (*1949) ist es erst jetzt möglich, claude lanzmanns SHOAH-doku frei anzuschauen …
entstehungsgeschichte und zweiteiler sind bis mai 26 in der arte-videothek zu finden:
https://www.arte.tv/de/videos/117204-000-A/ich-hatte-nur-das-nichts/
Die Traumatisierung des palästinensischen Volkes wird mehrere Generationen bestimmten.
Der Haß und der Wunsch nach Rache wird viele Kämpfer rekrutieren.
Aber den Deutschen ist das egal.
Sie beschäftigen sich mit der eigenen Traumatisierung, die sie selbst verursacht haben.
Wer hat die Sowjetunion überfallen, wer hat Leningrad in eine Hungerblockade genommen?
Insofern hält sich mein Mitleid mit deutschen Tätern in Grenzen.
Immerhin, zur Entlastung der Deutschen muß man feststellen, sie haben sich wenigstens für ihre Verbrechen entschuldigt.
Die Japaner haben dies niemals getan!
Das ist so eine Sache mit der Entschuldigung.
Wer hat sich entschuldigt, ‚Die Deutschen‘ ?
Die, die die Verbrechen nicht begangen haben.
Und die, die stolz sind, dass auch unsere Verbrechen die ‚größten‘ waren.
Warum hat der Deutsche kein „Recht“ auf ein Kriegstrauma, obwohl er nun einmal die Symptome dafür zeigt? Ich verstehe Ihren diesbezüglichen Einwand nicht.
Sie scheinen den Sinn des Artikels überhaupt nicht verstanden zu haben. Der Autor hat ihn verfasst, um vor Krieg und seinen (Langzeit)Folgen zu warnen. Und Sie haben nichts anderes zu tun, als den Betroffenen ihr Menschsein abzusprechen , indem Sie ihnen kundtun, ihr negatives Gefühl, ihre bodenlose Traurigkeit wäre aufgrund ihrer Abstammung und der Politik ihres Heimatlandes ein Ding der Unmöglichkeit.
Gehen Sie weiter mit Ihren „Omas gegen Rechts“ auf die Straße, aber verhöhnen Sie nicht die Vorfahren der Leute, die hier zum Thema schrieben.
Mein Großvater war Bergmann und die Großeltern lebten im Ruhrgebiet, einfache Leute die kaum lesen und schreiben konnten und den Krieg als Katastrophe sahen, nicht wollten und furchtbare Luftangriffe erleiden mussten, Tote, Verbrannte, Zerstückelte sahen, mit Verwesungsgeruch leben mussten….
Mein Onkel wurde 1938 mit 20 Jahren zur Wehrmacht eingezogen, zu einem Heerspionierbatallion, das als Spezialtruppe an den Brennpunkten der Ostfront eingesetzt wurde, vor Leningrad, am Wolchow, in Stalingrad, der Krim!
Das Bataillon ist 3x neu aufgestellt worden, er selbst 4x verwundet und hat mit knapper Not überlebt. Er hat da nicht hingewollt, hatte nichts gegen Russen und war alles andere als ein begeisterter Soldat der Grauenhaftes mit ständiger Todesangst einhergehend erlebt hat!
Er und viele andere meiner Familie sahen sich in einer Zwangslage, aus der sie keinen Ausweg sahen, Parteimitglied sind sie alle nicht gewesen, außer meinem anderen Großvater!
Mein Vater wurde im November 1945 sechzehn Jahre alt, er und seine 30 Klassenkameraden mussten im April 45 Fronteinsatz leisten, sieben haben das überlebt!
IHR Mitleid hält sich in Grenzen?
Wie arrogant und herzlos sind Sie eigentlich, das Sie so etwas hier zu schreiben wagen!
Diese Menschen haben furchtbares erlebt und deren Traumata erstrecken sich auf mich mit, bis zum heutigen Tag und ich bin 14 Jahre NACH dem Krieg geboren und habe einen Sohn, um den ich mich immer stärker zu sorgen beginne!
Naomi, ich hätte nie gedacht so etwas hier zu sagen, weil das für gewöhnlich überhaupt nicht meine Art ist:
Aber ich scheisse auf Ihre Meinung!
👍👍👍!
Wenn wir von Traumatisierten sprechen, müssen wir auch des Massakers von Nanking am 13.Dezember 1937 gedenken. In bestalischer Weise ermordeten japanische Faschisten 300.00 Chinesen. Aber es gab auch einen guten Deutschen, der sich der japanischen Barbarei entgegenstellte.
https://podcast.vollmar-akademie.de/das-massaker-von-nanking/
In China gedachte man gestern dieses Massakers, zur Linderung von Leid und zur Aufarbeitung der Traumatisierungen
https://www.globaltimes.cn/page/202512/1350436.shtml
Gleichzeitig wurde vor einen Wiederaufflackern des japanischen Militarismus gewarnt. Dasselbe gilt auch für den deutschen Militarismus, den die Medien täglich anheizen
Shame in you Gernamy, ehemaliger Verbündeter von Japan und noch heute Freund Japans!
Ehe an die Aufarbeitung der deutschen Traumatisierungen überhaupt gedacht werden kann, muß sich Deutschland entgültig von der dunklen Seite der Macht lossagen
Siehe meinen Kommentar zu Ihrem vorherigen Beitrag!
Sie reden gequierlte Kacke!
Geben Sie Ihre Staatsbürgerschaft auf und werden Sie Chinesin!
Unerträglich, überheblich, nicht zu ertragen!
Und was, bitte, ist „die dunkle Seite der Macht“?
Bitte um Auskunft. Bin sehr wissbegierig.
Meine Eltern, die zwangsweise am Weltkrieg teilnehmen mußten, hat niemand gefragt, ob sie da mitmachen wollten. Sie wurden gezwungen. Mann, wie naiv sind Sie denn? Meinen Sie, die konnten einfach einen Blümchen-Gesprächskreis aufmachen? Wer nicht mitmachte, wurde wegen Wehrkraftzersetzung erschossen. Und heute? Heute sagt der blöde Merz, daß wir möglicherweise in der Ukraine mitschießen sollen. Schreiben Sie Herrn Merz an und fragen Sie den, ob der sich „von der dunklen Seite“ lossagen will, aber nicht harmlose Leute von Nachkommen, deren Vorfahren gezwungen wurden. Wenn der Deutschland in einen Krieg verwickelt, den wir verlieren, dann Schreiben Sie wieder Briefchen an die, die nichts dafür können. Falsch Adresse, meine Liebe, schreiben Sie an die Regierung.
Die Sprachlosigkeit der Großeltern, wenn es um ihr Dasein zur Zeit des WK II ging, habe ich auch kennengelernt. Von meinem Opa mütterlicherseits weiß ich, dass er als Flieger in Afrika war, dann in Frankreich, und schließlich trieb er sich als Deserteur in den Wäldern Meckpomms herum, wo ihn meine Oma, seine Ehefrau, deren Familie in der Gegend wohnte, mit Nahrungsmitteln versorgte. Die Zeugung meiner Mutter fällt auch in diese Zeit.
Als dieser Opa nach Kriegsende in die Zivilisation zurückgekehrt war, erwies er sich seinen Familienmitgliedern gegenüber als brutal und jähzornig. Meine Mutter erzählt bis heute von seinen Prügelorgien.
Diese meine Großeltern mütterlicherseits traten ziemlich bald in die SED ein. Sie wollten ganz offensichtlich kein „Weiter so!“.
Die Eltern meines Vaters waren einfache Bauersleute. Sie ordnete sich seinem Willen unter, aber mein Vater hatte Glück, dass sein Vater nach dem Krieg noch eine Zeitlang in russischer Kriegsgefangenschaft blieb. Dieser Mensch war wirklich von seinem Denken durch und durch kapitalistisch. Beispielsweise verkaufte er den Hund meines Vaters nach dem Krieg an Kriegsflüchtlinge, die natürlich alles, was ging, als Nahrungsquelle erschlossen. Mein Vater erfuhr erst Jahre später, was seinem Hundefreund widerfahren war. Zunächst glaubte er die Geschichte, der Hund sei weggelaufen.
Der Vater meines Vaters war in der Ukraine im Einsatz als Mitglied der Organisation Todt. Er durchkämmte das Umland nach zur Versorgung des Heeres geeigneten Gütern und bereicherte sich auch privat. Mein Vater (er ist leider vor 6 Jahren verstorben) konnte einige Geschichten darüber erzählen: ein Paar Winterstiefel, die ihm, meinem (damals noch Kind) Vater nicht passten; ein Fass Lindenblütenhonig, das ihnen irgendwann über war, weil man nicht täglich das gleiche essen kann und sie auch anderes zu essen hatten; Sonnenblumenkerne, die dort in Thüringen niemand kannte: mein Vater säte sie aus, und die Blüten der meterhohen Pflanzen waren schon aus der Ferne zu erkennen. Mit anderen Worten: Man plünderte in den eroberten Gebieten auf Teufel komm raus, egal ob man das Zeug benötigte oder nicht. Hauptsache, Schaden zufügen, ein Kennzeichen für einen Genozid. Und dieser mein Opa väterlicherseits hat da mitgemacht, wenn auch nur als kleines Rad im Getriebe.
Werte Bettina, vielleicht sind sie zu streng mit ihrem Opa!?
OT schreiben Sie, nun, Barbarossa war als Rasse- und Vernichtungskrieg von vornherein angelegt, aber grob gesagt, haben die sich verzockt!
Die Heeresleitung, das OKH, konnten den Nachschub nur bis zum Dnjepr sicher stellen, das kann man nachlesen im Kriegstagebuch des Generalstabschef Halder, selbst die Fronteinheiten konnten im weiteren Verlauf des Feldzuges nicht mehr genügend versorgt werden, die Klagen des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Mitte, Feldmarschall v. Bock, sind da Legion, kann man in dessen KTB nachlesen.
Die Wehrmacht sollte sich aus dem Land versorgen, 30 Mio. Hungertote waren beabsichtigt und wurden eingeplant.
Auch das kann man nachlesen, Stichwort Generalplan Ost.
Die OT, bei der Ihr Opa war, wie sie schreiben, war im Verteiler ganz hinten angesiedelt.
Vielleicht hatte Ihr Opa einfach Hunger und nahm das, was er kriegen konnte?
Denn Sonnenblumenkerne und Honig hören sich nicht nach systematischen Raubzug an, der natürlich beabsichtigt war und durchgeführt wurde, von Oben verordnet.
Was Ihr Opa da tat, klingt für mich eher nach Hilflosigkeit und Verzweiflung.
Vielleicht sollten sie wirklich nicht zu streng urteilen, ich weiss es nicht!
Mein Vater war jedenfalls auch ein jähzorniger, prügelnder Mann, soviel dazu.
Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich der Krieg auf die Menschen gewirkt hat. Mein Großvater war im 1. WK an der Isonzo-Front im Gaskrieg im Hochgebirge. Sein Gasmaske hatte ihm oft das Leben gerettet und er hat sie sogar immer in Ehren gehalten. Wenn der wüßte, daß wir die Büchse heute für Schmierfett verwenden, naja, egal. Aber er war am Maschinen gewehr eingesetzt und hat vermutlich reihenweise Menschen töten müssen. In italienischer Gefangenschaft hat er die italienische Sprache und das Mandolinespielen gelernt. Später hat er sein Geschäft für Glas- und Schmuckwaren wieder aufgenommen. Feinsinniger und kultivierter Mensch. Ist aber 1957 mit nur 62 Jahren an Magenkrebs gestorben. Ich vermute mal, daß einen die Kriegserlebnisse nicht loslassen und er deshalb so früh starb.