„Nutztiere“ – Ein Buch über artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft

Schweine
kallerna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Es ist ein heikles Thema, das sich die Herausgeber:innen Bernward Geier, Stefanie Pöpken und Renate Künast im neu erschienenen Buch „NUTZTIERE – Mehr als eine Frage der Haltung“ vorgenommen haben. Mit zahlreichen Beiträgen von renommierten Experten legen sie erstmals ein umfassendes Werk zu dem vor, was teils höchst emotional diskutiert wird: Totaler Fleischverzicht oder lieber Augen zu beim Thema Tierleid? Das Buch will zeigen, dass beides nicht sein muss und stellt die Protagonisten in den Mittelpunkt, um die es wirklich geht: die Tiere und ihre Landwirte.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass in der industriellen Massentierhaltung neben zu vielen Tieren, die auf zu engem Raum gehalten werden, auch sämtliche Schritte der „Produktion“ aufgeteilt in spezialisierten Betrieben erfolgen. So gibt es zum Beispiel Eber- bzw. Zuchtsauen-Produzenten, danach Ferkel-Erzeuger, dann Babyferkel-Halter und schließlich Mäster. Zwischen diesen Schritten stehen jeweils Transporte, zuletzt auch in die großen Schlachthäuser, oft genug ins Ausland, verbunden mit quälend langen Strecken und extremen Stress und Leid für die Tiere. Kein Wunder, dass hier der Blick auf das einzelne Tier als Individuum verloren geht und auch der Landwirt nur ein kleines Rädchen im industriellen Getriebe ist.

Dem stellt das Buch gegenüber, wie eine Tierhaltung von der Geburt über die Aufzucht und Mast bis zur mobilen Hausschlachtung vor Ort funktionieren kann, alles auf einem Hof und mit Sorgfalt und Achtsamkeit gegenüber Tier und Natur. Auch im eigenen Betrieb angebautes Futter anstatt importiertes Soja von abgeholzten Regenwaldflächen spielt hier eine Rolle, sowie die lokale Verwendung der Gülle, die beide idealerweise einen geschlossenen Kreislauf darstellen. Im Grunde genommen bedeutet das die Umkehr der industriellen Massentierhaltung beziehungsweise eine Rückkehr zu einer bäuerlichen Landwirtschaft mit Tierhaltung auf Höfen, die nicht nur auf einen Teilschritt spezialisiert sind, sondern als ganzheitliches System funktionieren –  im Prinzip ähnlich, wie es früher einmal war.

Neues Wissen kombiniert mit traditionellen Arbeitsweisen

Aber heute kommen neue Erkenntnisse, technische Hilfsmittel und innovativer Wissensaustausch sinnvoll zum Einsatz. Wussten Sie zum Beispiel, dass man Sauen dahingehend züchten und erziehen kann, dass sie sich nicht einfach sacken lassen, sondern sanft zu Boden legen, um ihre Ferkel nicht zu erdrücken, was den Kastenstand überflüssig macht? Oder dass es eine bestimmte Putenart gibt, die sich als Amme besonders eignet und die sich sogar selbst Federn aus der Brust rupft, damit die Küken besser von ihrer Körperwärme profitieren können?

Das Buch ist eine wahre Quelle an gebündeltem Wissen und Informationen und stellt eine Vielfalt von Projekten vor, die sich in der Praxis bereits bewährt haben. Man merkt förmlich, wie sehr es die Herausgeber und Autoren drängte, diese positiven Beispiele, die sie alle selber begutachtet haben, auch einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen. Sie nehmen uns mit, raus zu den Höfen und Betrieben von Familien, die täglich mit Verantwortung, viel Herzblut und aus Überzeugung mit den Tieren arbeiten.

Besonders beeindruckend sind dabei die Biobetriebe, aber der mehrheitliche Teil der Beiträge beschreibt, wie vorbildliche und zukunftsfähige Tierhaltung auch auf sogenannten konventionellen Höfen funktioniert.  Die Agrarwissenschaftlerin und Expertin zum Thema Tierwohl Stefanie Pöpken zeigt zudem strukturelle Lösungswege für die einzelnen Nutztierarten auf, wie der Verzicht auf Kastration, Schwanzkupieren, Schnabelkürzen, Enthornung und Kälberiglus gelingen kann und welche Tierschutzorganisationen, Verbände und Programme die Landwirte beim Umbau unterstützend begleiten können.

Kreativ mit Tieren und Natur

Kuh und Kalb zusammen auf offener Weide, Aktivställe mit Schweine-Dusche und Symbiose von Agroforstwirtschaft und ökologischer Viehzucht mit klimafreundlichem Nebeneffekt sind nur einige der positiven Beispiele, die im Buch vorgestellt werden. Wobei die Tiere immer auch in die Boden- und Landschaftspflege eingebunden sind, mithelfen, CO2 im Boden zu sequestrieren und die Artenvielfalt zu erhalten. Der Schwerpunkt liegt hier nicht so sehr auf biologischer, vielmehr auf regenerativer Landwirtschaft – wichtig ist das Gleichgewicht der Natur, und mit ihr und den Tieren im Einklang zu arbeiten, nicht gegen sie.

Eine große Rolle spielt dabei auch die Kreativität der einzelnen Bauern, die ihre ganz individuellen Lösungen erarbeitet haben. Jeder Hof ist einzigartig. Alte, oft fast ausgestorbene Rassen werden wieder gezüchtet, zum Beispiel auch im Hinblick darauf, nur so viele Nachkommen zu haben, wie ein Mutter- oder Ammentier bewältigen kann. Robustere Arten, angepasst an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten, kommen zum Einsatz. Und alles immer in Freiland- und Weidehaltung, die ein natürlich funktionierendes Immunsystem garantiert und somit Prophylaxe-Behandlungen mit Antibiotika hinfällig macht. Übrigens ist der Missbrauch von Antibiotika in der industriellen Tierhaltung, der Resistenzen hervorruft und somit auch unsere Gesundheit bedroht, nun als „Metaphylaxe“ wieder legalisiert, wie der Tierarzt Rupert Ebner in seinem Beitrag zum Buch beschreibt und ein vernichtendes Urteil im Bezug auf Pharmaindustrie und Tierärzte als deren Erfüllungsgehilfen fällt.

Tierwohl kostet Mut und Geld

All das braucht viel Geduld und vor allem auch Mut. Viele der im Buch vorgestellten Landwirte betreiben Direktvermarktung auf lokaler und regionaler Ebene und beschreiben den teils holprigen Weg dahin. Denn mehr Tierschutz in der Landwirtschaft kostet auch Geld und Investitionen und viele Bauern wehren sich, weil sie diese Kosten nicht allein schultern können, zumal es mit einem bloßen Stallanbau oft nicht getan ist. Es gehört eben mehr dazu, dass Tiere – Nutztiere – so gehalten werden, dass sie ihre natürlichen Bedürfnisse artgerecht ausleben können und dabei weder Schmerzen, Hunger und Durst noch Angst, Enge oder Apathie, im schlimmsten Fall Kannibalismus erleiden müssen.

Das Buch klärt hier auch auf, was die wissenschaftliche Forschung dazu sagt, unter anderem mit einem sehr interessanten Beitrag von Edna Hillmann, Professorin für Tierhaltungssysteme und Ethologie, zum medial überspannten Begriff „Tierwohl“, was wirklich dahintersteckt und wie es gemessen werden muss: nicht nur das physische, sondern auch das psychische („emotionale“) Wohlbefinden der Tiere ist ausschlaggebend. Würden alle Tiere wie in den im Buch vorgestellten Betrieben gehalten, hätten wir ohne Zweifel gesündere und glücklichere Tiere. Aber wie soll das im großen Stil umgesetzt und finanziert werden?

Tierschutz in Recht und Politik

Auch dazu gibt das Buch Antworten, die natürlich vor allem politischer Natur sind. Renate Künast beschreibt als Juristin und derzeitige Leiterin der AG Ernährung und Landwirtschaft der Grünen im Bundestag in ihrem Beitrag die rechtliche und politische Situation in Deutschland, Martin Häusling als Landwirt und Mitglied des Europäischen Parlaments die der EU. Auf beiden Ebenen gibt es noch große Defizite, es geht nur schleppend voran und hier liegt auch die Wurzel des Problems: Solange die Tatsache, dass „ein wirtschaftliches Interesse für sich genommen keinen vernünftigen Grund darstellt, Tiere leiden zu lassen“ missachtet und dies toleriert wird, ist eine Transformation, wie sie das Buch fordert, kaum möglich.

Denn obwohl der Großteil der Verbraucher:innen – laut Eurobarometer 60% – nicht möchte, dass die Tiere leiden und auch bereit ist, dafür höhere Preise zu bezahlen, und trotz der kürzlich von der EU gebilligten einer Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für den Umbau der deutschen Tierhaltung, nutzt die Industrie diese klaffende Lücke im Tierschutzgesetz weiter aus, um finanzielle Interessen vor das Tierwohl zu stellen und wusste offensichtlich auch zu verhindern, dass die Lücke im aktuellen Entwurf zur Novellierung endlich geschlossen wird – die entsprechende Passage wurde einmal mehr gestrichen.

Industrie und Marktmacht

Alle Tierwohllabel, die absolut ihre Berechtigung haben und zu denen das Buch einen guten Überblick gibt, nützen nichts, wenn die Verbraucher im Kühlregal zum überwiegenden Großteil „billige“ Produkte aus tierquälerischer Haltungsform finden und oft gar keine Wahl haben. Lidl will zum Beispiel bis Ende 2024 auf 25% aus Haltungsform 3 („Außenklima“) und Haltungsform 4 („Freiland“) aufstocken. Das heißt im Umkehrschluss, dass aktuell immer noch weit mehr als 75% aus dunklen, engen Ställen stammen, mit all den Problemen, die auch das Buch im Anfangskapitel zum Status Quo der Massentierhaltung beschreibt, einschließlich ihrer absurdesten Auswüchse wie dem trächtigen Stuten abgezapften PMSG-Hormon für eine profitablere Ferkelzucht oder der industriellen Aquakultur, einer Art Käfighaltung unter Wasser.

Als einziger Kritikpunkt am Buch wäre anzuführen, dass es sich nicht mit der Rolle der Lebensmitteldiscounter, der großen Food-Konzerne und ihrer Marktmacht befasst, im Grunde also mit dem globalen Freihandel, der alles seinem Diktat unterwirft, unsere Landwirte einem mörderischen Preisdruck aussetzt und sie mit ihren Kollegen aus anderen Ländern in Konkurrenz setzt – zum Wohle der Großaktionäre und zum Leid der kleineren Betriebe, die nach und nach aufgeben. Ganz nach dem Prinzip der GAP „Wachse oder weiche“. Das manifestiert sich aktuell in den Protesten von Bauern überall in Europa.

Fazit

Doch diese Kritik soll lediglich dazu dienen, das Thema einmal kurz in den größeren Zusammenhang zu setzen. Ziel des vorliegenden Buches war, zu zeigen, dass eine artgerechte, auf echtem Tierwohl basierende Tierhaltung möglich ist, und das ist ihm definitiv gelungen. Es richtet sich sowohl an interessierte Landwirte, die sich vom Weltmarkt unabhängig machen, nicht weiter gegen ihr Gewissen arbeiten und trotzdem finanziell gut wirtschaften wollen, als auch an alle Menschen, die Veggieschnitzel, Insekten oder Laborfleisch ablehnen und trotzdem möchten, dass unsere Nutztiere anständig behandelt werden und ein gutes Leben haben. Eingefleischte Veganer werden dieses Buch eher nicht mögen und der Anteil der Menschen, die stur weiter Fleisch essen wollen – egal woher -, auch. Doch für die große Mehrheit lautet die frohe Botschaft: Ja, echter Tierschutz in der Landwirtschaft ist möglich und so geht es!

 

Transparenzhinweis: Die Autorin dieser Rezension hat selbst am Buch mitgewirkt und war mit der Bildrecherche für den Abschnitt „Tierqual statt Tierwohl“ betraut, zu dem zahlreiche Tierschutzorganisation Fotos beigesteuert haben. Sie engagiert sich ehrenamtlich für Menschenrechte, Tierrechte, Agrarökologie und Ernährungssouveränität und lebt seit 2016 aus Boykott der Massentierhaltung nahezu vegan, mit Ausnahme von Eiern und Honig aus lokaler kleinbäuerlicher Erzeugung sowie Andechser Biokäse, dem sie einfach nicht widerstehen kann.

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16 Kommentare

  1. Vorhin über den Isemarkt gelaufen der war vor Corona immer gut besetzt und hatte Warteliste um einen Standplatz zu bekommen. Heute fehlt es an Marktständen, große Lücken weniger Käufer und die Hälfte ist auch noch Non-Food.

    Schon mal überlegt warum Vegetarier/Veganer*Innen eigentlich Nachgemachte Fleisch/ Milchprodukte und Meeresfrüchte kaufen, und verzerren? Je künstlicher die Nahrungsmittel um so besser für diese Närr*Innen.

    1. Die essen das, wie auch ich eine Zeitlang, weil sie auf tierischeErzeugnisse nicht aus Geschmacksgründen verzichten, sondern aus ethischen Gründen. Aber das scheint Ihnen ja ziemlich verschlossen. Und die all die Karnisten verzichten selbstverfreilich auf hochverarbeitete Lebensmittel und wissen ganz bestimmt, dass ihr antibiotika-verseuchtes und von Stresshormonen überschwemmtes Stück Leben natürlich supergesund sind, aber sicher.
      Mann, man kann tausend mal gegen diesen Mist anschreiben und es kommt immer der selbe Quark als „Argument“.

      1. Kinder und Katzen,
        vegan zu ernähren ist eine Straftat! Diese Närr*Innen können sich selbst Schädigen aber nicht ihre Umwelt.

        Honig Schlecht, Milch Schlecht, aber Insekten Gut und wie soll ein Kind ohne Milch auskommen? Amme oder Leihmutter?

        Uralte-Kastenscheiße die mit Ethik und Moral aufgeblasen wird um sich selbst zu Erhöhen.

  2. Schade. eigentlich ein hochinteressantes und wichtiges Thema, aber nach „… die Herausgeber:innen Bernward Geier, Stefanie Pöpken und Renate Künast …“ verging mir spontan die Lust.

      1. Ich habe sicherlich wie jeder andere Mensch auch Vourteile, aber hier geht es nicht um Vourteile, sondern um meine Abneigung gegen dieses schwachsinnige Gegendere, zumal schon allein an den Namen erkennbar ist, dass es sich um zwei Frauen und einen Mann handelt.

  3. Es gibt so viele „German Votes“ aber in der Landwirtschaft unterstützt auch DE ein europäisches Subventionsschema, das das Geld falsch verteilt. Da soll es dann wieder der Verbraucher richten und eine Zusatzabgabe zahlen, die einen weiteren Ausgleich finanziert. Und das obwohl diese Verbraucher ihre Nahrungsmittel mehrfach über Steuermittel und an der Kasse bezahlt haben. Aber man mag sich ja nicht mit der Großbauernlobby anlegen.

  4. Wir sollten darüber reden, worum es wirklich geht. Das grün -wokeschistiche Bürgertum will beim Schlemmen ein gutes Gewissen haben. Das Geld, es sich zu kaufen, haben sie. Die, die das Geld nicht haben, und das werden eher mehr als weniger, sollen gemahlene Insekten fressen. Und nein, es ist kein konstruierter Zusammenhang, wenn ich darauf hinweise, dass eine der Autorinnen des Buchs eine bedeutende Politikerin Grünen ist, die den Krieg in der Ukraine bis zum Endsieg führen wollen, die den Tod weiterer Tausender junger Menschen für ihre kranken Vorstellungen von Politik hinnehmen, sich aber um das Leben und Sterben von Schweinen bekümmern.

    Ich muss zugeben, dass, wenn ich Dokumentationen über Massentierhaltung gesehen habe, auch meine Lust, Fleisch zu essen, rapide sank. Und ja, ich weiß schon seit langem, dass die Massentierhaltung barbarisch ist. Übrigens schon seit DDR-Zeiten, als eine einstige Gefährtin sich wissenschaftlich damit befasste. Aber ich weiß auch, dass aus der politischen Richtung, zu der Frau Kühnast zählt, nichts, aber auch wirklich gar nichts kommt, was für mich akzeptabel ist.
    Wenn Leute mit einem Monatseinkommen weit über dem Durchschnitt und jenseits von Niedrigeinkommen, das ihnen gegönnt sei, über Menschen Hohn und Verachtung ausschütten, die auf der Suche nach den Angeboten im Supermarkt sind, könnte ich zum Jacobiner werden.

    Ich will es nochmal auf den Punkt bringen. Selbst wenn man den Anliegen gegenüber offen ist, dass die Tierquälerei ein Ende haben muss, mit diesen politischen Kräften zusammen geht nur und ausschließlich soziale Katastrophe. Mit denen zusammen will ich gar nichts machen. Nicht mal die gleiche Toilette benutzen.

    1. Guter Artikel,
      Die Politik hat ca. 60 Jahre benötigt, um das zu zerstören, was sie nun wieder aufbauen möchte,
      Geboren am Stadtrand einer Kleinstadt, führte mich mein Weg täglich, zum Milch holen, zum Bauern. Vorbei an 4 anderen Bauernhöfen, zu „unserem“ Bauern.
      Alle 5 Höfe wurden so betrieben , wie sich die Autoren, das für die Zukunft wünschen.
      Ich selbst habe oft die Kühe im Frühjahr mit zur Weide begleitet, oder die Kartoffeln auf dem Feld eingesammelt.
      Auch ich halte diese Art der Tierhaltung, diese Art der Landwirtschaft für optimal.
      Leider sind die Höfe alle verkauft, verkauft an „Freunde“, von Frau Künast. Diese Menschen halten dort Pferde. Die Wiesen und Äcker gehören längst Großunternehmen und so wären nur gut betuchte grüne Pferdefreunde überhaupt in der lange auf diese Weise im ganz kleinen zu wirtschaften. Land kaufen ist heute unerschwinglich und so ist richtig, was geschrieben wurde. Es wäre, wieder, nur Nahrung, für die grünen Raubritter.
      Dass jemand wie Künast solche Haltungsformen fordert, ist dreist, sie war vor 20 Jahren in der Regierung und hat das Desaster, mitzuverantworten.
      Mich hätte fast folgender Satz abgehalten weiter zu lesen: „CO₂ im Boden zu sequestrieren“.
      Sequestrieren, tut man Gift.
      CO₂hingegen, ist eines der lebenswichtigsten Gase, die wir haben. Immer wieder diesen Schwachsinn über CO₂ zu lesen, tut weh.
      Aber ich konnte mich überwinden.

      1. Künast war die einzige im Agrarministeramt, die der Agrarlobby Paroli geboten hat, was sie dort so verhasst machte. Dass sie der letztlich doch unterlag, hat mit den Machtverhältnissen zu tun.

        1. das ist der größte Blödsinn, den ich je gelesen habe.
          Künast ist, wie die ganze grüne Partei, eine Stimmenfangnummer um gute grüne Politik zu verhindern.
          Denen geht es darum , an den Honigtöpfen zu sitzen und dazu zu gehören.
          Die grüne Partei ist Täter, nicht Opfer.

  5. Diese Buchrezension ist aus Sicht der Tierrechte (abolitionist approach) eine einzige ethisch-moralische Bankrotterklärung der Autorin. Die Frau hat entweder von Tierrechten (im Sinne von Menschenrechten) keine Ahnung oder sie verschweigt deren Argumentation absichtlich. So oder so eine Lüge und eine befangene Schönfärberei der Ausbeutung und Ermordung von Tieren für einen Gaumenkitzel. Ich habe in meinem Blog eine ausführliche Kritik aus tierrechtlicher Sicht geschrieben und hier verlinkt.

    1. Wenn wir bei Tierrechten sind: Freie Fahrt für Gono-, Pneumo und sonstige Kokken. Schluss mit übertriebener Hygiene! Ende der Unsitte, Bienen ihren selbst erflogenen Vorrat zu entreißen! Die Beschränkung der Tierrechte auf Säugetiere und Milchspender bedarf einer Begründung.

      Was bei allen Vorschlägen betreffend die Haltung von Nutztieren unter den Tisch fällt: Das Phänomen Hunger und der menschliche Wille Nahrung aufzutreiben und alles, was das Tier oder die Natur an Essbarem zu bieten hat, auch zu essen. Dazu gehören auch Tiere und ihre Produkte. Ameisen liegen unter Feinschmeckern derzeit im Aufwind. Welche Tierrechte haben die?
      Ich gebe zu: auch ich bin eine Wählerische. Leber, Nieren, Herz geht. Bei Lunge, Hirn oder Bries setzt mir mein „Ich“ Schranken. Obwohl ich mich an Tests solcher Gerichte errinnern kann, die meine Mutter noch zubereiten konnte. Sie waren tatsächlich nicht nur essbar, sondern schmackhaft. Heute sehe ich sie nicht einmal mehr beim Metzger ohne eine mindestens 2-wöchige Vorbestellung, weil sie für die Freunde von Hund und Katz in Dosen landen.
      Die wenigsten Hundefreunde sind in der Lage ihre vermenschenrechtlichten Tiere daran zu hindern, auf Spielplätze und Grünfutterwiesen zu scheißen. Aber wehe, ein Elter lässt ein kleines Menschlein dort ins Gebüsch pinkeln!
      Vor allem wegen der Steakfresser dürfte der „Verbrauch“ von Tieren so enorm angestiegen sein. Dabei gibt es eigentlich kein schlechtes Fleisch, sondern nur auf Lende getrimmte Menschen. Es spricht nichts dagegen, sich die Sülze aus den Füßchen selbst zu kochen, statt die vom Bielefelder Freund der deutschen Hausfrau in Tütchen gelieferten Zutaten zu verwenden.
      Der einzige Grund, warum derartige Koch- und Verzehrgewohnheiten nicht mehr üblich sind: Das heutige Arbeitsleben lässt keine „Selbstversorger“ mehr zu. Auch Teig kneten, Wäsche aufhängen oder rubbeln geht nicht mehr. Ob es nützlich ist, Nahrungsmittel aus aller Welt nach Mittel und Nord-Europa zu befördern, weil wir keine Leber essen oder ein winterlicher Abfall der Vitamin-D-Zufuhr lebensgefährlich werden könnte?
      Unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit nahrungstechnisch einfach für sich selbst sorgen, ohne ständig andere Lohnabhängige zu bemühen, wäre das nicht chic? Es ist aber nicht en vogue sich ohne Fitnesstrainer zu bücken, zu strecken oder etwas zu heben.
      Manche meiner ideologisch gebildeten Mitmenschen werden mir unterstellen, ich propagierte schon im Vorfeld eine durch Krieg erzwungene Notversorgung – kurz vor der Verpflichtung zum Strecken von Brot durch Zugabe von Sägemehl. Deshalb stelle ich abschließend klar: In sämtlichen Kriegen, die bisher von den Menschen vom Zaun gebrochen wurden, hatten Könige, Kaiser, Pharaonen… Präsidenten und Generäle immer genug! Völlig unabhängig davon, wieviele Menschen als potentielle Esser auf dem Globus herumliefen. Man setzt uns den Bayer- und Monsanto-Fraß nicht vor, weil das Futter nicht für alle Menschen reichen würde, sondern weil man mehr Profit will.

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