
Wie werden die heutigen Eliten zu Eliten? Was lehrt man sie? Wer legitimiert sie?
Oder werden sie eher anerkannt als legitimiert – und durch welchen Prozess? Werden sie im Stillen rekrutiert und initiiert wie die Mitglieder von Skull and Bones, dem Geheimbund der Yale-Studenten, von denen einige hohe politische Ämter bekleiden?
Ein Auszug aus Wollins »Umgekehrter Totalitarismus: Faktische Machtverhältnisse und ihre zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Demokratie«.
In zurückliegenden Zeiten gab es auf derartige Fragen recht eindeutige Antworten. Mitglied der Elite wurde man auf dem Wege der Erbschaft. Im antiken Griechenland war das Wort für Aristokratie aristokratía oder Herrschaft der Besten (áristoi). Man ging davon aus, dass eine adelige Geburt mit einer »natürlichen« Begabung für militärische oder politische Führung oder hohe religiöse Ämter einherging. Die konkreten Fähigkeiten wurden durch Schulungen und Anleitung erworben. Jefferson zitierte später den Begriff áristoi, als er den Wert einer »natürlichen Aristokratie« pries, deren Mitglieder allein durch ihre Fähigkeiten herausragende Stellungen erreichten – was eine Gesellschaft voraussetzte, die Talent unabhängig von Reichtum oder Geburt begrüßte. In den Vereinigten Staaten des 21. Jahrhunderts folgt der Elitestatus jedoch selten aus Verhältnissen, wie sie der Autor Horatio Alger im 19. Jahrhundert in seinen Groschenromanen beschrieb, wo Personen bescheidener Herkunft durch harte Arbeit und Begabung zum Erfolg gelangen, Status und Reichtum erlangen, dabei aber niemandem verpflichtet sind.
Ein sich selbst erhaltendes Unternehmen
Man könnte Elitismus als das politische Prinzip definieren, das davon ausgeht, dass das Bestehen ungleicher Fähigkeiten eine unumstößliche Tatsache ist. Dieses Prinzip war grundlegend für die nationalsozialistischen und faschistischen Regime; es ist ebenso grundlegend für den umgekehrten Totalitarismus. Allerdings ist die »Tatsache« ungleicher Fähigkeiten nicht zufällig. Heute existiert in den Vereinigten Staaten ein in sich geschlossenes System, in dem Eliten produziert werden und die Institutionen, die sie hervorbringen, als »Elite-Institutionen« bestätigt werden, wodurch neuer Nachschub an vielversprechendem Material angezogen wird, der den besonderen Status der Institutionen weiter bestätigt. Eine kleine Anzahl von US-Institutionen wählt, fördert, trainiert und zertifiziert eine kleine Anzahl von Personen als außergewöhnlich talentiert und rechtfertigt somit Privilegien. »Elitäre« private berufsbildende Akademien, Colleges und Universitäten, darunter auch Bibelschulen und theologische Seminare, erfüllen die Funktion, nicht nur Eliten, sondern auch Autoritäten zu identifizieren und zu produzieren. Anders als an Community Colleges und vielen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen werden an Elite-Institutionen die Geistes- und Sozialwissenschaften in den Vordergrund gestellt. Damit gelten diese Fächer als Ausweis der Überlegenheit, die ihre Studenten von denen an weniger bedeutenden Einrichtungen unterscheidet, die die »Arbeitsfähigkeit« betonen. Die Berufsausbildung der Eliten wird auf die hochkompetitiven Graduierten- und Fachschulen in den Bereichen Recht, Medizin, Wirtschaft, Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften verlagert, wo nicht nur qualifizierte Praktiker, sondern »Führungskräfte auf dem jeweiligen Gebiet« produziert werden. Auch wenn einige wenige staatliche Universitäten und gelegentlich sogar eine öffentliche High School das Rennen machen, stellt aufgrund der hohen Kosten der Besuch einer Elite-Institution eine Investition dar. Mit der Erwartung, dass es eine »Rendite« in Form einer prestigeträchtigen Karriere geben wird.
Der Elitismus funktioniert wie ein sich selbst erhaltendes Unternehmen. Der Schlüssel liegt darin, nicht nur erfolgreiche, sondern auch reiche Alumni zu produzieren, um den schier unersättlichen Appetit der Elite-Institutionen zu stillen, wo Geldbeschaffer so produktiv sind wie Wissenschaftler und die Finanzverantwortlichen der Universitäten Millionäre. Noch während ihrer Schulzeit werden die für die zukünftige Elite Auserwählten ermutigt, sich untereinander zu »vernetzen«, um sich später gegenseitig zu unterstützen. Academia ist außerdem ein privilegierter Ort, an den die Erfolgreichen als Ehrengäste und Dozenten zurückkehren. Dort tummeln sie sich mit den eifrigen Möchtegerns und sorgen für künftige »Kontakte«, Empfehlungsschreiben und Lebenslaufeinträge.
Nun sind zwar akademische Institutionen die Hauptproduzenten von Eliten, zugleich gibt es aber noch die Post-Postgraduierten-Phase, in der sie gepflegt und verfeinert und ihre Fähigkeiten genutzt werden. Vielversprechende Kandidaten werden an Denkfabriken, Institute und Zentren weitergeleitet. Dort erlernen sie die Kunst, »Politikvorschläge« zu entwickeln und die Argumente ihrer Gegner zu demontieren. Denkfabriken sind nicht am Vorbild von Platons nüchterner Akademie orientiert; sie sind keine Orte, an denen die Mitarbeiter die Freiheit haben, einem Problem in alle Richtungen nachzugehen und wo gegebenenfalls auch einmal Späne fallen dürfen. Vielmehr dienen die Denkfabriken und -zentren als ideologische Hilfstruppen, die mobilisiert werden, um die von ihren Sponsoren favorisierten Ziele zu fördern. Wie sich ein leitender Angestellter einer prominenten Denkfabrik ausdrückte: »Wir sind hier kein Promotionsausschuss, der gleiche Fristen bewilligt. Unsere Aufgabe besteht darin, konservative politische Entscheidungsträger mit Argumenten zu versorgen, um unsere Seite zu stärken.« Es gibt auch parteiunabhängige, käufliche »Zentren«, in denen Ex-Beamte Analysen oder Vorschläge auf Vertragsbasis verkaufen. Flankierend dazu gibt es die Stiftungen, die Denkfabriken unterstützen, Stipendien an ausgewählte Begünstigte vergeben und Projekte nach ihrem Gusto fördern. Stiftungen subventionieren eine Vielzahl von Anliegen, die vom liberalen bis ins reaktionäre Spektrum reichen. Liberale Stiftungen vergeben Preise an ausgewiesene Genies, während die extremeren konservativen Stiftungen von der Aussicht darauf erpicht sind, die Sexpraktiken liberaler Präsidenten zu untersuchen.
»So ganz schlecht kann das System nicht sein …«
Die Reproduktion der Eliten ist ein Beispiel für das Phänomen der »Rationalisierung«. Die Existenz von Eliten kommt nicht einfach so zustande. Ihre Hervorbringung ist systematisiert, vorausschauend geplant und zu einer Praxis verfeinert, die sicherstellt, dass diejenigen, die als »vielversprechendes Führungsmaterial« ausgewählt werden, auch das Zeug dazu haben, wodurch die Methoden der Auswahl bestätigt werden. Was wiederum dazu führt, dass das System, das dies ermöglicht hat, ewig fortbesteht. Man munkelt, dass die Eliten nachts, wenn sie sich im Spiegel betrachten, murmeln: »So ganz schlecht kann das System nicht sein …«
Der Elitismus ist wahrscheinlich in denjenigen Politikbereichen am stärksten ausgeprägt, die sich mit internationalen Beziehungen und Außenpolitik befassen. Das überrascht nicht, denn dies sind genau die Bereiche, in denen Parteilichkeit historisch gesehen angeblich tabu ist – sieht man von parteiübergreifenden Beschlüssen einmal ab. (»An der Landesgrenze hört der politische Streit auf.«) Historisch gesehen sind die Bereiche der Diplomatie, der Außenpolitik, des Krieges und des Friedens eine besondere Domäne, zu der sowohl die Opposition als auch die Öffentlichkeit nur dann zugelassen werden, wenn es politisch ungeschickt ist, sie auszuschließen, oder wenn es zweckmäßig ist, sie zuzulassen. Bezeichnenderweise wurde die Außenpolitik einst als Domäne der »Staatskunst« bezeichnet und war eng mit den sogenannten arcanae imperii, den Staatsgeheimnissen, verbunden. Sie verweisen auf eine Reihe besonders sensibler Angelegenheiten, die mit hohem Risiko, großen Gefahren und schnellem Handeln einhergingen und überlegene Intelligenz, Spezialwissen, lange Erfahrung und eine relativ freie Hand erforderten. Damit lagen die auswärtigen Angelegenheiten praktisch per Definition nicht nur »außerhalb« der Politik, sondern waren eine Domäne des Expertentums, in der Vorstellungen von Demokratie scheinbar keinen Sinn ergaben. In der Außenpolitik ging es ebenso wie im Militär um Machtpolitik, unvorhersehbare Gefahren – einschließlich der existenziellen Bedrohung der Nation selbst –, um komplexe Strategien und »das« nationale Interesse. Themen, zu deren Beurteilung dem Durchschnittsbürger die Erfahrung und Kompetenz fehlten. Die Vorbilder für diese Art von Erfahrungswissen, das qualifiziert ist, sich mit den wichtigen Angelegenheiten des Staates zu befassen, waren die »Weisen«, die von Präsident Kennedy während der Kubakrise und später von Präsident Johnson für die Vietnamstrategien zusammengerufen wurden. Obwohl es in der Kubakrise fast zu einem Nuklearkrieg gekommen wäre (der abgewendet wurde, weil sich Kennedy letztlich auf sein eigenes Urteil verließ) und der Vietnamkrieg eindeutig ein Fiasko war (in das man geriet, weil Johnson den Falken unter seinen Beratern folgte), führte keine der beiden Krisen zu einer Diskreditierung des Elitismus oder seiner Ansprüche. Zwei prominente Neocons sagten voraus, dass die Einsetzung »einer anständigen und demokratischen Regierung in Bagdad« »eine überschaubare Aufgabe für die USA« sein würde. Wie der zweite Irakkrieg bewies, steigert ein Scheitern lediglich die Entschlossenheit der Eliten und ihrer Verteidiger.
Während des ersten Irakkriegs jubelte George I.: »Gott sei Dank, wir haben das Vietnam-Syndrom ein für allemal überwunden.« Zum Syndrom gehörten nicht nur der Widerstand der Bevölkerung gegen eine abenteuerliche Außenpolitik und die wachsende Kritik an den »außenpolitischen Eliten«, sondern, was ebenso wichtig war, weit verbreitete Experimente mit spontanen »Teach-ins«, bei denen das Für und Wider außenpolitischer und militärischer Strategien von einfachen Bürgern, Studenten und Lehrern eifrig diskutiert wurde. Einer der Gründe, warum »die sechziger Jahre« weiterhin ein beliebter Prügelknabe der Neocons und Neoliberalen sind, ist, dass sie ein Jahrzehnt anhaltender politischer Volksbildung repräsentieren, das in der jüngeren amerikanischen Geschichte einzigartig ist. Die häufigsten Themen waren Rassismus, Außenpolitik, die Macht der Konzerne, Hochschulbildung und die Bedrohung der Umwelt – jedes Thema ist in der einen oder anderen Form eine Domäne des Elitismus. Staatliche Universitäten, wie die in Berkeley, Ann Arbor und Madison, spielten bei der Organisation von Antikriegsaktivitäten eine führende Rolle. Dass keine dieser Institutionen zum Zeitpunkt der US-Invasion im Irak 2003 durch Antikriegsagitation aufgerüttelt wurde, zeugt von der effektiven Integration der Universitäten in den korporativen Staat.




Elite vielleicht. Aber für mich sind die nicht intellektuell. Diese Leute verhalten sich nicht rational, höchstens gierig.
Wer das Geld hat, bestimmt. Der “Westen” ist im Wesentlichen eine Oligarchie. Habermas nannte die Transformation des Westens zur Oligarchie die “Refeudalisierung”. Der Prozess ist abgeschlossen. Es geht nur noch ums Geld – und darum, die Völker so zu betrügen, dass sie zwar gespalten bleiben aber möglichst keinen echten Aufstand machen. Dafür sind die zusammengekauften und längst gleichgeschalteten Massenmedien da, sowie der Staatsfunk. Letzterer bleibt über die Parteienkorruption auf Linie. Die Parteien gehören den Oligarchen, genau wie die NGOs auch. Die Medien haben die Hauptaufgabe zu verhindern, dass ein politisches Bewusstsein entsteht, oder gar ein Klassenbewusstsein. Medial abgebildet werden meist die Eliten-Darsteller, die Marionetten. Sie dürfen ein Leben für die Kamera führen, damit verschleiert bleibt, was wirklich passiert.
Ja, das mag alles für die USA gelten. Für die EU einschließlich mehrerer assoziierter Staaten gilt das aber kaum. Dazu muss man sich nur einmal gründlich ansehen, welche „Eliten“ da schon in die außenpolitische Verantwortung gekommen sind und den diplomatischen Apparat wenn nicht gar ruiniert, so doch merklich geschwächt haben.
Eliten? Wer sind die Elite? Die Auswahl, auf gut deutsch… Wer hat sie ausgewählt? Oder halten sie sich selbst für ausgewählte Exemplare des Homo Sapiens?
Die Elite das sind doch nur die „Bessergestellten“ oder die „am Besten gestellten“
50.000 auserwählte Menschen auf dieser Welt in ca. 50 auserwählten Familien regieren diese Welt.
Ich schließe mich der Vormeinung an: Oligarchen, Obszön und unethisch Besitzende halten sich für für „Eliten“
Passt zum Thema Fußball WM: die National-Mannschaft ist die Elite, oder was? National Auswahl, oder?
Elite(n) ist so ein nichtssagender verschleiernder Begriff
Kann wieder nur auf Nel Bonilla verweisen:
Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerstörung Europas (einfach suchen, ist in 4 Teilen auf deutsch erscheinen)
oder hier im Original:
https://worldlinesletter.substack.com/p/elite-capture-and-european-self-destruction
Auszug:
Der bloße Austausch von Persönlichkeiten reicht nicht aus. Es gilt, die biografische Fließbandproduktion zu zerschlagen , die mit stiftungsfinanzierten Jugendaustauschprogrammen beginnt, über Stipendien in Thinktanks verläuft und in Ministerämtern oder Aufsichtsräten endet. Solange dieses Förderband nicht unterbrochen oder zumindest über die atlantische Echokammer hinaus diversifiziert wird, werden alle „neuen Gesichter“ dieselben strategischen Reflexe reproduzieren.
Eine kleine Geschichte der „Eliten-„Demokratie. Fangen wir fast ganz von vorn an. Elite bezeichnet allgemein die Auswahl der Besten, den oder die Anführer an der Spitze einer gesellschaftlichen oder sozialen Gruppe.
Das gibt es auch in einer Gang oder einer kriminellen Vereinigung. Auch da gibt es einen Anführer. In der Regel ist das der mit den größten Muskeln, dem größten und lautesten Mundwerk und/oder der mit dem größten Hirn. Der Muskelmann, Schreihals oder der Brainman sagt dann, welcher Geldtransporter oder welches Juweliergeschäft als nächstes überfallen wird. Der Anführer bestimmt in der Regel auch, wer welchen Anteil an der Beute bekommt. Die Beute kann auch „brüderlich“ geteilt werden, muss aber nicht.
Bezieht man den Begriff „Elite“ auf die Gesellschaft, ist er positiv konnotiert (immer noch). Die Geführten erwarten von der „Elite“ = Führungsschicht, dass sie diese anvertraute Macht zum Wohle der Geführten ausüben. Das kann sein, muss aber nicht. Die „Elite“ kann ihre Macht auch missbrauchen, um sich auf Kosten der Geführten zu bereichern und sie in den Untergang zu führen.
Das beste Beispiel ist der kleine Braune aus Braunau am Inn mit seiner nationalistischen Partei. Bei den letzten „freien“ Reichstagswahlen 1933 haben 43,9 Prozent der deutschen Wählerinnen und Wähler diesen gescheiterten Kunstmaler gewählt, weil er gut reden konnte und von der ökonomischen Elite finanziert wurde. Das war 1933 keine „Machtergreifung“ und kein Putsch. Wie man weiß, führte der größte deutsche Führer aller Zeiten viele Deutsche nach rechts und nicht ins Paradies, sondern in den Tod. Deshalb „konnten“ sich viele (überlebende) Deutsche nach 1945 auch nicht mehr daran erinnern, 1933 den kleinen braunen Führer aus Braunau gewählt zu haben. Wer gesteht sich schon selbst ein, dass er die falsche Elite gewählt hat.
Bei den „Eliten“ von heute muss man unterscheiden zwischen den politischen und der ökonomischen Elite. Zur ökonomischen Elite kann man bereits mit der Geburt gehören, wenn man z. B. als Kind eines Superreichen zur Welt kommt. Man kann aber auch eine clevere Idee haben und damit (Multi-)Milliardär werden. Man muss allerdings der Erste sein, der auf diese Idee kommt.
Man stelle sich vor, man würde ein Tool entwickeln und programmieren, nennen wir es Bezahl-Kumpel. Das Tool würde für Käufer im Internet die Überweisung bei einem Onlinekauf mit wenigen Mausklicks erledigen, man muss nicht einmal die Kontonummer eintippen. Das ist doch bequem oder etwa nicht? Als Eigentümer der Firma Bezahl-Kumpel kassiert man dafür fünf Prozent Gebühren vom Verkäufer. (Der Verkäufer kalkuliert das selbstverständlich in den Preis ein und am Ende zahlt es dann der Käufer.)
Fünf Prozent von 50 Euro sind 2,50 Euro und nicht viel. Aber es läppert sich, vor allem wenn Sie mit Ihrem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung (ein Quasi-Monopol) haben. Nehmen wir an, in Deutschland werden an einem Tag mit dem Tool „Bezahl-Kumpel“ Waren und Dienstleistungen im Wert von 50 Millionen Euro bezahlt. Dann würde man jährlich dafür 912 Millionen Euro „Gebühren“ kassieren und das nur in Deutschland. So wird man Multimilliardär und gehört dann zur (ökonomischen) Elite.
Zur politischen „Elite“ gehört man heute in Deutschland, wenn man bereits als Schüler in die Jugendorganisation einer Partei eintritt, Abitur macht, irgendein Studium absolviert, Berufspolitiker wird und sich in der Partei hocharbeitet, indem man lästige Konkurrenten aus dem Weg räumt. Wenn man gute Verbindungen (Vitamin B) hat, dann klappt das manchmal aber auch als Quereinsteiger und man wird Ministerin für Reiche.
Und jetzt kommen wir zum Problem der „Eliten“-Demokratie. In einer Demokratie sollten diese politischen Eliten die ökonomischen Eliten kontrollieren und zügeln, wenn die ökonomischen Eliten zu gierig werden und sich auf Kosten der Allgemeinheit schamlos und maßlos bereichern. Das gilt auch für die medialen Eliten der sog. Vierten Gewalt.
Das machen die medialen und politischen Eliten aber in der real existierenden „Eliten-„Demokratie nicht bzw. nicht mehr. Die mediale und politische Elite ist zum Stiefellecker der ökonomischen Elite geworden. Wenn man zur politischen Elite gehört und auf Kosten der Allgemeinheit 300.000 oder 400.000 Euro im Jahr kassiert, dann gehen einem die Probleme der Bürger, die 2.500 Euro netto im Monat verdienen, keine bezahlbare Wohnung finden oder 1.000 Euro Rente im Monat bekommen auch am gepolsterten Hintern vorbei.
Darüberhinaus bekommen die Parteien der politischen Stiefellecker von den ökonomischen Eliten auch noch Spendengelder in Millionenhöhe, dass das auch so bleibt.
Die Geschichte hat leider kein happy-end.
Äther oder idealisiertes Vakuum
Gemessene Lebenslügen, von Generation zu Generation weiter gereicht, bereiten einem das Leben deutlich angenehmer, als wären die unsäglichen Abgründe der zahllos geschundenen menschlichen Seelen durch sie weniger allgegenwärtig.
In diesem Land ist es seit jeher klüger Stromlinienform anzunehmen, anstatt sich seiner Rechte berauben zu lassen. Irgendjemand muss schließlich Schuld sein, deshalb wechseln von Zeit zu Zeit die politischen Ziele, die Gruppendynamik bleibt gleich.
Ohne auf den Artikel eingehen zu wollen: Schon das Titelbild ist irritierend.
6 Personen die sich zuprosten, aber nur mit 3 Gläsern? Immerhin ist noch ein vierter Glasboden vor der Dame in der Mitte zu erkennen. Was halten die Hände der beiden Damen links und rechts fest? Deren Arme scheinen ins Leere zu führen.
Na ja, halt KI-generiert
Da sind 3 Drillings-Brüder und 3 Drillings-Schwestern abgebildet. Schaut mal genau hin! Zur Elite gehören sie nicht.
„Die Existenz von Eliten kommt nicht einfach so zustande. Ihre Hervorbringung ist systematisiert, vorausschauend geplant und zu einer Praxis verfeinert, die sicherstellt, dass diejenigen, die als »vielversprechendes Führungsmaterial« ausgewählt werden, auch das Zeug dazu haben.“
Aha! Ist das auch in Deutschland so? Hier schicken reiche Leute ihre Kinder auf Privatgymnasien, wenn diese es auf öffentlichen Schulen nicht schaffen würden. Und dann hängt ihnen der Nimbus einer Eliteschule an. Danach studieren sie Politologie, Kommunikationswissenschaft, Völkerrecht, Jura usw. und gehen in die Politik.
Wie man young global leader wird, weiß ich allerdings nicht. Kann ich auch nicht wissen. Bewerben kann man sich da nicht. Man wird ausgewählt. „Die endgültige Auswahl der jährlich etwa 100 bis 200 neuen YGL erfolgt nach einem mehrstufigen Verfahren, dessen genaue Abläufe vom WEF nicht öffentlich gemacht werden.[4]“ (Wikipedia)
Omid Nouripour, Cem Özdemir, Angela Merkel, Olaf Scholz, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Jens Spahn usw. sind glänzende Beispiele.
Werter Herr Wächter des Tores,
die von Ihnen genannten Damen, Herren (oder was auch immer) Omid Nouripour, Cem Özdemir, Angela Merkel, Olaf Scholz, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Jens Spahn, das sind doch alles „studierte“ Politikerinnen und Politiker oder etwa nicht? Frau Dr. Merkel hat sogar promoviert, auch wenn das noch in der ehemaligen DDR war.
Bemerkenswert ist allerdings, dass die Aufzählung keinen Politiker und keine Politikerin von FDP und AfD enthält. Was für ein „merkwürdiger“ Zufall oder ist es kein Zufall? Schließlich sind Frau Strack-Zimmermann (FDP), Christian Lindner (FDP), Alexander Gauland (AfD) und Alice Weidel (AfD) auch studierte und z. T. sogar studierte Leute mit Dr.-Hut.
Der „Akademiker“ Alexander Gauland ist derjenige, der die Zeit von 1933 bis 1945, also das Terror-Regime des Dritten Reiches inklusive Zweitem Weltkrieg, Holocaust, Euthanasie, diesen „konzentrierten“ Lagern und den Leichenbergen einmal als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnete.
Und die „Akademikerin“ und AfD-Frontfrau Alice Weidel hat sogar promoviert und zwar an der Universität Bayreuth bei einem gewissen Prof. Oberender. Der werte Herr Professor Oberender, ein Sympathisant der AfD, hat einmal vorgeschlagen, dass Arbeitslose eine Niere verkaufen sollten, wenn sie kein Geld hätten. Gegründet wurde die AfD nämlich von neoliberalen Wirtschaftsprofessoren (also habilitierten studierten Leuten), denen die Sozialpolitik von FDP und CDU/CSU zu „sozial“ war.
Haben Sie diese „gebildeten“ Damen und Herren von der FDP und dieser „alternativen“ Partei etwa vergessen? Warum haben Sie die vergessen, werter Herr Wächter des Tores, oder haben Sie noch nie etwas davon gehört? Wenn es um Bildungs- und Wirtschaftspolitik, Steuern, Renten, Sozialpolitik und diesem anderen Gedöns geht, dann ist die AfD keine Alternative zu CDU/CSU, SPD und diesen regenbogenfarbenen veganen olivgrünen Kriegstreibern.
Die FDP schießt seit 1970 gegen den „demokratischen und sozialen Bundesstaat“ (siehe Art. 20 Grundgesetz), CDU/CSU seit 1980, die SPD seit 1990 und die Grünen machen es seit 2000. 2012/2013 kamen dann die Sozialdarwinisten der „Alternative“ für Deutschland, denen das alles immer noch zu „sozial“ war.
Frage: Warum hetzen die Politiker, Wähler und Sympathisanten der AfD immer Geringverdiener gegen arbeitslose Bürgergeldempfänger auf? Warum schießt die AfD immer gegen den Mindestlohn, wenn der Mindestlohn um ein paar lausige Cent pro Stunde erhöht werden soll. Warum schmiert die promovierte Vorsitzende dieser „Alternative“ einem Narzissten und milliardenschweren Superreichen wie Elon Musk, der behauptet, Adolf Hitler wäre kein Rechter gewesen, kiloweise Honig um den Mund?
Antwort: Weil der SOZIALDARWINISMUS das ideologische Fundament der AfD ist. Der SOZIALDARWINISMUS war auch das ideologische Fundament der NSDAP.
Das Prinzip der Sozialdarwinisten ist: Nach unten treten auf die Armen und die ökonomisch Schwachen und nach oben buckeln vor den superreichen Oligarchen, die im Geld und Vermögen schwimmen, aber immer noch reicher werden müssen, weil sie ihren gierigen Hals nicht voll kriegen.
Für die braune AfD mit der blauen Lackschicht sind CDU/CSU, SPD und Grüne schließlich „links“ oder etwa nicht? Die ehemaligen FDP-Wähler wählen inzwischen auch das Original, deshalb braucht die FDP auch niemand mehr.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
DIRTY OPERATING SYSTEM
Eigentlich antworte ich nicht auf wirre und sinnlosen Kommentare. Aber wenn man sich die Bundesminister und den Kanzler anschaut, sind gerade zwei dabei, die für ihre Position beruflich qualifiziert sind, nämlich die Justizministerin und der Landwirtschaftsminister.
Naja, Landwirtschaftsminister sind meistens Bauern und Justizminiser eigentlich auch immer Juristen. Von daher eigentlich nicht so bemerkenswert besonders. Ein Lauterbach hat zwar eine Approbation, aber ob ihn das so viel besser als Gesundheitsminister gemacht hat?
Sehr gut die „Opposition“ der AfD entzaubert. Jetzt müssen noch die AfD-Wähler davon überzeugt werden, dass man sie in Wirklichkeit hinter die – deutsche – Fichte führt…
Dieser höchst indifferente Text und die Art und Weise wie er sich um die Zustände im freiheitlich demokratischen Westen herumdrückt, weil der Herr selbst Teil dieser „Eliten“ war, zeigt wieso eine solche Lehrperson Phantasten wie Judith Butler hervorbringen konnte.
Er liest sich nur etwas weniger interessant als das Telefonbuch.
Man hätte ihn mit ihm begraben sollen.
Der Bullenduft Musk ist der erste Billionaire, der umgekehrte Totalirarismus lebt in seiner vollen Blüte.
Vereint rufen sie aus, das nur die westliche Demokratie mit ihren Werten über alle ihre eigenen Gesetze stehen.
Diese Eliten sprechen ganz offen über ihre Macht, praktizieren und setzen alles um mit ihren ‚Sklaven‘.
Über was beschwert sich der Mensch eigentlich?
Die unsere Gesellschaft aussaugenden „Eliten“ sollte man nicht als „intellekuell“ bezeichen!
Sie sind keine Intellektuellen, sondern nur clevere Leute, die auf ihren Vorteil bedacht sind und sich dafür haben korrumpieren lassen. Das fängt im mittleren Management größerer Firmen an, geht über deren Chefetagen und bis hinein in die Regierungspolitik. Die Denke dieser Leute ist dabei von großer Schlichtheit: Wenn ich 10 – 20 mal soviel „verdiene“ wie ein Durschnittsbürger, dann liegt das daran, dass ich auch 20 mal so wichtig bin und meine Arbeit 20 mal so „gut“ ist.
Deutschland hatte in seiner Geschichte viele auch international hoch angesehene Intellektuelle.
Selbst in der sog. Bonner Republik. Nach der Wiedervereinigung sind sie rar geworden.
Intellektuelle sind für mich Menschen, die sich aufgrund selbstständigen Denkens, ihrer rational/analytischen Fähigkeiten und der damit verbundenen rationalen Weltsicht, in öffentliche Debatten einmischen und versuchen etwas Objektivität in den propagandistisch aufgeladenen Dirskurs (sofern es ihn überhaupt noch gibt) zu bringen.
Heute würde ich nur wenige Leute, wie zB Ulrike Guerot und Richard David Precht dazu zählen.
Es sind weder „Intellektuelle“ noch „Eliten“, es ist lediglich intellektueller Abschaum, der sich in seiner grenzenlosen Hybris selbst zur Elite erklärt hat.
Böse Zungen behaupten, dass das derzeitige politisch-wirtschaftliche System des Kapitalismus bezüglich seiner Führungskräfte inzwischen zu ca. 70% aus Individuen mit zumindest psychopathisch –soziopathischen Neigungen besteht. „Realistischere“ Schätzungen sprechen von 10-15%, Tendenz steigend.
Und das muß so sein, weil dieses immer erbarmungslosere System nur noch „funktioniert“, wenn genau DIESE Individuen an die Spitze der Führungspyramide gespült werden oder sich aktiv dahin bewegen.
Alle großen Katastrophen der letzten Jahre, seien es nun militärische (Kriege), wirtschaftliche (Niedergänge) oder gesundheitliche (PLandemien), sind das Ergebnis dieses Systems und seiner „Eliten“, die es anführen.
Einen glaubwürdigeren Offenbarungseid über das Führungs-und letztlich auch Systemversagen, der jeden intellektuellen und elitären Erfolgsanspruch ad absurdum führt, kann man gar nicht abliefern.
Welche Demokratie eigentlich?
Die Demokratur, die alles für Adel, Geldadel & Klerus tut? Das Volk, das dazu nickt und jedes Mal die gleichen Arten von Korruption, Menschen- und Ablasshandel wählt, weil es die halt glaubt zu kennen? Die Menschen, die lieber irgendwas ins Netz schreiben, anstelle die Kriegsherren zu entfernen?