
Was passiert, wenn das, was wir für selbstverständlich halten, langsam zu bröckeln beginnt?
Der Kollaps ist ein gesellschaftlich heikles Thema. Ernsthafte Männer diskutieren darüber in besonderen Momenten oder bei einem Drink in gedämpftem Ton. In gemischter Gesellschaft wird das Thema nicht oft angesprochen, und schon gar nicht in Anwesenheit von Kindern. In bestimmten Berufsgruppen – bei Wissenschaftlern, Ingenieuren, Ärzten und in jüngerer Zeit auch bei Leuten, die auf naturwissenschaftlicher Grundlage im Finanzsektor arbeiten – wird der Kollaps schnell zum unsichtbaren Elefanten im Raum. Das erzwungene Schweigen verursacht diesen Spezialisten viel Stress und Frustration – es fällt ihnen immer schwerer, anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Daten im Kopf ein Szenario zu entwerfen, das nicht in einem Zusammenbruch endet. Andere – Geschäftsleute, Politiker, Wirtschaftswissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Psychologen, Pädagogen – finden ein solches Denken zu negativ.
Der Kontrast zwischen diesen beiden Gruppen ist ein Kontrast zwischen zwei radikal unterschiedlichen Denkweisen. Die erste ist darauf trainiert, in messbaren physikalischen Größen und Prinzipien zu denken – Systemtheorie, Thermodynamik und so weiter. Sie untersucht Tatsachen. Die Ergebnisse an sich können nicht positiv oder negativ sein, nur genau oder ungenau. Was diese Ergebnisse für die Gesellschaft bedeuten, ist dabei leider nur eine zweitrangige Überlegung.
Für die zweite Gruppe steht die Gesellschaft stets im Mittelpunkt und ist sowohl Subjekt als auch Objekt. Diese Gruppe hält die physikalischen Überlegungen und Prinzipien, die sie im Allgemeinen nicht zu verstehen gelernt hat und als Ansichtssache betrachtet, für zweitrangig. Für sie beschränkt sich das Thema Zusammenbruch auf seine direkte und unmittelbare Wirkung auf die Gesellschaft – nicht die langfristige Realität, sondern die Wirkung, die der Zusammenbruch als Diskussionsthema auf die gegenwärtige Gesellschaft haben würde. So gesehen wirkt das Thema übermäßig negativ, beunruhigend, erschreckend, deprimierend, defätistisch und überhaupt nicht inspirierend, tröstend, erleuchtend, erhebend oder ermächtigend.
Kollaps auf der Ehe- und Familienebene ätzend
Aber es gibt eine sehr klare Übereinstimmung zwischen diesen beiden Arten von Spezialisten. Beide stimmen darin überein, dass die Beschäftigung mit dem Thema Kollaps nicht karriereförderlich ist. Wenn sie es doch erwähnen, streuen sie Phrasen wie «es sei denn, wir» oder «wir müssen unbedingt» dazwischen, um den Zusammenbruch als etwas Vermeidbares darzustellen. Die einzigen Menschen, die sorglos und ohne Einschränkung über den Zusammenbruch diskutieren können, sind Spezialisten im Ruhestand und fest angestellte Professoren, und letztere nur, wenn ihre Forschung nicht von Zuschüssen abhängig ist.
Das entgegengesetzte Extrem zu diesen beiden Gruppen sind diejenigen, die entdeckt haben, dass der Zusammenbruch eine wachsende Marktnische ist, die sie mit allen möglichen Produkten und Dienstleistungen bedienen – von Überlebensbunkern und Überlebensausrüstung über Überlebenstraining in der Wildnis bis hin zu Büchern, die Finanzinstrumente zur Absicherung gegen den Zusammenbruch empfehlen. Irgendwo dazwischen stehen Menschen, die in Gemeinden arbeiten, welche bereits zusammengebrochen sind oder im Begriff dazu sind und die sich den Luxus nicht leisten können, diese Realität und ihre sozialen und medizinischen Folgen zu ignorieren. Sie finden sich oft in Konflikt mit der kognitiven Dissonanz, die durch den Kontrast entsteht zwischen der schockierenden Alltagsrealität, mit der sie konfrontiert sind, und dem gezwungenen Optimismus, den sie simulieren müssen, um ihren Job zu behalten.
Auf der persönlichen Ebene kann das Thema Kollaps für Ehe und Familie ziemlich ätzend sein. Ein häufiges Muster dabei ist, dass der Ehemann etwas liest und dann überzeugt ist, dass der Zusammenbruch naht. Radikalisiert durch diesen dramatischen Wandel der Weltanschauung kommt er zu der Überzeugung, außergewöhnliche Vorkehrungen hätten höchste Priorität. Solche Vorbereitungen können etwa umfassen: den vorzeitigen Abbruch der Karriere; den Erwerb eines Gehöfts (möglicherweise in einem fremden Land); die Auszahlung von Wertpapieren, Pensionsfonds und anderen Ersparnissen zum Erwerb von Werkzeugen, Vorräten und anderem Inventar; das Erlernen von Landwirtschaft, Garten und Jagd; Home-Schooling für die Kinder; das Zurücklassen von Freunden oder Bekannten, die dem Thema Zusammenbruch skeptisch gegenüberstehen, und so weiter …
In der Zwischenzeit möchte die Frau weiterhin das Leben führen, das sie für erstrebenswert hält: in der Nähe ihrer Freunde und Familie sein, Tropenurlaub im Winter, Einkauf in modischen Boutiquen, die Kinder in Eliteschulen und Sommercamps schicken und andere erfolgreiche Paare zu sich einladen. Für den Ehemann wird der Zusammenbruch – und wie die Familie sich auf das Überleben vorbereiten kann – zu einem allumfassenden Thema von höchster Wichtigkeit. Die Ehefrau dagegen hört eine sinnlose Litanei, die von ihrem zunehmend seltsamen, entfremdeten und sozial peinlichen Ehemann zwanghaft wiederholt wird. Sie beginnt sich zu fragen, ob sie den richtigen Mann geheiratet hat. Schließlich hat ein Ehemann immer erfolgreich zu sein, egal was passiert. Für eine Frau kann das Überleben eines Zusammenbruchs einfach erscheinen: sich keine Sorgen machen, aber bloß keinen Verlierer heiraten. Dies ist eine konservative Evolutionsstrategie, und meistens funktioniert sie.
Es ist so etwas wie ein Muster, dass sich der Mann um das große Ganze kümmert, z. B. gegen welches Land er in den Krieg ziehen soll, während die Frau sich um die kleinen Dinge sorgt, wie z. B. welche Waschmaschine sie kaufen oder wohin sie die Kinder schicken soll. Aber es gibt Fälle, in denen sich dieses Muster umkehrt und die Frau den Kollaps kommen sieht, während der Ehemann sich dafür entscheidet, in seliger Unkenntnis zu bleiben. So oder so – in vielen Familien ist ein Ehepartner im Bilde und bereit, größere Veränderungen in der Lebensführung einzuleiten, während der andere unempfänglich ist.
Ein bestimmter Persönlichkeitstyp mit Vorteilen
Wenn sie Kinder haben, vervielfachen sich die Zwänge, weil die Lebensumstände, die nach dem Zusammenbruch wahrscheinlich notwendig werden, minderwertig erscheinen im Vergleich zu denjenigen vor dem Zusammenbruch. So könnte zum Beispiel die Erziehung eines Kindes an einem Ort ohne Elektrizität, Zentralheizung oder Spülklosett mit Missbrauch gleichgesetzt werden – und die Behörden stürmen herein und beschlagnahmen die Kinder. (Im Zuge des Zusammenbruchs werden die Behörden – bis zu ihrer Auflösung – aufgrund fehlender Mittel versuchen, ganze Familien in Notaufnahmelager zu evakuieren, anstatt sie an ein Überleben ohne Elektrizität, Zentralheizung, Spülklosett, staatliche Dienste oder Polizeischutz anzupassen, sogar in Gegenden, wo ein solcher Lebensstil seit Tausenden von Jahren und bis vor einem Jahrhundert als völlig normal angesehen wurde.)
Eine weitere, noch größere Kluft besteht auf der gesellschaftlichen Ebene zwischen dem Zusammenbruch als Thema einer akademischen Diskussion, die mit Begriffen aus der Systemtheorie und anderen Elementen höherer Bildung gespickt ist, und dem Zusammenbruch als persönliche Erfahrung – gelebt von denen, die ihn bereits im einen oder anderen Ausmaß durchgemacht haben. In seinem Anfangsstadium trifft der Zusammenbruch die Schwächsten: die ärmsten, am wenigsten geschützten, am wenigsten privilegierten Gemeinden, Familien und Einzelpersonen. Der Zusammenbruch vertreibt gering qualifiziertes Industrie- und Dienstleistungspersonal, während es ausgebildeten Fachkräften eine Zeit lang besser gehen kann als je zuvor. Im Anfangsstadium mag der Zusammenbruch einigen wie ein sozial-darwinistisches oder neo-malthusianistisches Moralstück erscheinen – eine spannende Geschichte der Natur selbst, wie sie die am wenigsten Fähigen und am wenigsten Vorbereiteten bestraft und gleichzeitig die Fleißigen und Erfolgreichen belohnt. Aber ihre Freude ist mit Sicherheit nur von kurzer Dauer: Wie eine Flut, die zuerst die Niederungen überschwemmt, dann die Höhen erreicht und schließlich die Berggipfel wegspült, erreicht der Zusammenbruch am Ende alle. Wie bei einer echten Flut ist ein Überleben nicht durch Konkurrenz, sondern nur durch Zusammenarbeit möglich. Menschen, die den Zusammenbruch als ein aufregendes Vorhaben für sich selbst sehen und als schreckliche Erfahrung für all die unglückseligen Anderen, die weniger fähig und vorbereitet sind, müssen nur warten, bis sie an der Reihe sind; auch sie werden gedemütigt werden.
All dies stellt die meisten Menschen vor die ziemlich große Aufgabe, überhaupt etwas gegen den Zusammenbruch von Familien, Gemeinschaften, Gesellschaften oder Nationen zu unternehmen. Soziale Trägheit ist eine gewaltige Kraft, und viele Menschen sind fast genetisch dazu veranlagt, nicht verstehen zu wollen, dass der Kollaps unvermeidlich ist. Vom Zusammenbruch betroffen zu werden, nehmen sie persönlich oder betrachten es als Glückssache. Viele andere verstehen diese Wahrheit auf irgendeiner Ebene, weigern sich aber, danach zu handeln. Sie sehen diejenigen, die sich auf den Zusammenbruch vorbereiten, als Exzentriker, vielleicht sogar als gefährliche Subversive. Dies ist wohl besonders bei Menschen in Macht- und Autoritätspositionen der Fall, die nicht erfreut sind über die Aussicht auf eine Zukunft, in der ihre Positionen eliminiert worden sind.
Es scheint einen bestimmten Persönlichkeitstyp zu geben – meist unverheiratete Männer –, der die größte Handlungsfreiheit bei der Vorbereitung auf den Zusammenbruch hat, diesen physisch oder psychisch am ehesten unbeschadet übersteht und sich am besten an die neuen Umstände anpassen kann. Überlebende von Schiffbrüchen und ähnlichen Katastrophen haben mehrere gemeinsame Merkmale. Ein gewisses Maß an Losgelöstheit oder Gleichmut, auch gegenüber dem Leiden, ist sicherlich hilfreich. Das vielleicht wichtigste Merkmal – wichtiger als Geschicklichkeit, gute Vorbereitung oder sogar Glück – ist ein unbändiger Überlebenswille. Als Nächstes kommt die Selbstständigkeit: die Fähigkeit, trotz Einsamkeit oder fehlender Unterstützung durch andere auszuharren. Zuletzt kommt die Unvernunft: die schiere, sture Unfähigkeit, sich angesichts scheinbar unüberwindbarer Hindernisse, gegensätzlicher Meinungen der Kameraden oder sogar gewalttätigen Widerstands einfach zu ergeben.
In größeren Gruppen ist jede sinnvolle Diskussion über einen Zusammenbruch völlig ausgeschlossen
Es gibt zwei unterschiedliche Komponenten der menschlichen Natur: die soziale und die einzelgängerische. Während die meisten Menschen streng sozial sind – insofern als all ihre Motivationen, Normen, Zwänge und Belohnungen sich aus ihren Interaktionen mit anderen ergeben –, gibt es auch eine ganze Menge Einzelgänger, die aus sich heraus motiviert sind, ihre Belohnungen direkt aus der Natur beziehen und deren einzige Zwänge selbst auferlegte sind. Der solitäre Teil der menschlichen Natur ist eindeutig der höher entwickelte – die Menschheit hat sich durch die Bemühungen brillanter Einzelgänger und Exzentriker weiterentwickelt. Ihre Namen leben ewig weiter, gerade weil die Gesellschaft nicht in der Lage war, ihre Brillanz auszulöschen oder ihre Initiativen zu vereiteln.
Unser sozialer Herdentrieb ist primitiv und führt leider sehr zuverlässig zu Mittelmäßigkeit und Konformismus. Wir haben uns ursprünglich dazu entwickelt, in kleinen Gruppen von wenigen Großfamilien zu leben – klein genug, um alle Beziehungen persönlich zu halten. Solche Gruppen können leicht ein paar brillante Exzentriker beherbergen. Aber unsere evolutionär sehr neuen Experimente, die über diesen begrenzten Rahmen hinausgehen, scheinen sich auf Herdeninstinkte zu stützen, die wohl nicht einmal spezifisch menschlich oder sogar nicht einmal spezifisch für Primaten sind. Bei unmittelbarer Gefahr neigen große Gruppen von Menschen zu Panik und Flucht. Bei solchen Gelegenheiten werden regelmäßig Menschen zertrampelt und zerquetscht: ein Höhepunkt der Evolution. Wenn wir uns also eine überlebensfähige Zukunft in zerrütteten Verhältnissen vorstellen, ist es besser, wenn wir uns auf Einzelpersonen und kleinere, zusammenhaltende, kooperative Gruppen konzentrieren statt auf größere Einheiten – seien dies nun bestehende, vor dem Zusammenbruch stehende Gemeinden, Regionen, Nationen oder die Menschheit als Ganzes.
Wer das Bedürfnis verspürt, integrativ und entgegenkommend zu sein und einen Konsens zu suchen, muss die gewaltige Kraft der sozialen Trägheit verstehen. Sie ist eine unbewegliche, erdrückende Last. «Wir müssen die Meinungen der Gesellschaft als Ganzes berücksichtigen» bedeutet: «Wir müssen uns blockieren lassen von der mangelnden Bereitschaft oder der Unfähigkeit anderer Menschen, drastische, aber notwendige Veränderungen vorzunehmen.»
In größeren Gruppen ist jede sinnvolle Diskussion über einen Zusammenbruch völlig ausgeschlossen. Die Themen, die hier diskutiert werden, drehen sich darum, Wege zu finden, das gegenwärtige System durch alternative Mittel aufrechtzuerhalten: erneuerbare Energie, ökologische Landwirtschaft, Gründung oder Unterstützung lokaler Unternehmen, Fahrradfahren statt Autofahren und so weiter. Nichts von all dem ist schlecht, aber sich darauf zu konzentrieren bedeutet, die größere Frage nach der notwendigen radikalen sozialen Vereinfachung zu ignorieren. Es ist unwahrscheinlich, dass wir diese radikale Vereinfachung in einer Reihe von kontrollierten Schritten erreichen können; das wäre so, als würde man eine Abbruchmannschaft bitten, ein Gebäude Stein für Stein, ein Stockwerk nach dem anderen abzureißen, statt dem Standardverfahren zu folgen – nämlich sprengen, Schutt wegschaffen, eine neue Baugrube graben und ein Fundament gießen.





Nicht uninteressant, diese Betrachtungen. Derlei muss ich mir mal noch etwas länger durch den Kopf gehen lassen – jedenfalls kann ich hier wirklich mal sagen: Das Nachdenken hierüber will ich nicht den „Preppern“ überlassen (wobei die wohl eher wenig denken, zumindest im eigentlichen Sinne).
Jetzt noch was ganz Anderes: Hie und da ist zu lesen von „an die 30 Autoren, die dem Westend-Verlag den Rücken kehren“. Was auch immer dran sein mag: Beenden kann man natürlich nur eine Zusammenarbeit, die es auch gibt. Eine schon vor langer Zeit eingeschlafene Autorentätigkeit ist halt faktisch schon keine mehr, also bitte keine Wichtigtuereien, liebe 30!
Interessanter Artikel, mit einigen Ideen, Thesen und Theorien, die weiter verfolgt werden können. Was mich aber ein wenig irritiert: Wenn diese urbane und komplexe (schon aufgrund der Anzahl der Teilnehmer) Gesellschaft sich der (Er)Duldung und dem Glücksspiel hingibt, was sollen die Annahmen aus diesem Artikel bringen? Dass wir uns der Vorfreude auf den Kollaps mit einem anschließend ausgedehnten »The Purge«* heiter entgegenwerfen? Das wäre doch genau so ein Glücksspiel wie konsequenter Eskapismus? Oder doch lieber ein »Eat The Rich« inszenieren?
* Anm: »The Purge« ist ein Film, in dem eine alljährliche Säuberung stattfindet, bei der auch Mord erlaubt ist. Also eine Art Karneval ohne Kostüme, dafür mit Waffen…
Letzteres, propagiere ich seit über 50 Jahren, weil die uns nämlich loswerden wollen.
Die, oder wir!
Meine Rede, seit vielen Jahren.
Die Prepper sind die wahren Helden.
Die Russen sind eh allemal pragmatischer als der westliche Zeitgenosse.
Das ist ein Text, vor dem – und infolgedessen seinem Autor – ich Respekt habe, obgleich ich ihn in der vorgetragenen Form von Anfang bis Ende für eine spezifische Ausdrucksform einer spezifischen Gestalt von Kleinbürgerlichkeit erachte.
Erachtest Du das für genug des Respekts, Modmachine?
Warum „kleinbürgerlich“?
Das Mantra der Neo-Darwinisten, seit über 50 Jahren von Biologen widerlegt, aber unausrottbar auf den aktiven Marktplätzen der „Intelligentsia“, gespeist von nichts anderem, als dem nackten Willen zur Selbstbehauptung kleinbürgerlicher Akteure in einer der Gesetzlichkeit des Geldes unterworfenen Konkurrenz. Positiv wie negativ: Auch für das Scheitern dieser Modelle in der Konkurrenz bietet ein psychologistisch aufgepeppter Neo-Darwinismus einen Marktladen voller „weiß warums und wozus“ an, welcher der Selbstrechtfertigung und Selbstbeweihräucherung das passende Material liefert.
Und übrigens galt dasselbe, wenngleich in etwas modifizierten Gestaltungen, für die „realsozialistische Intelligentsia“, erstens, weil der Realsozialismus Mittel der privaten Bereicherung zum gesellschaftlichen Instrument ausgeformt hat, zweitens, weil am End (also mit der Konsolidierung des Stalinismus) die „gesellschaftliche Produktion“ genau zwei Aufgaben hatte: Das sozialistische Staatswesen zu bereichern PLUS die Privatleben sozialistischer Bürger aufzufüttern und auszustatten.
That said braucht ein Kleinbürger, der wie Orlov gestrickt ist, nur mit Aufmerksamkeit, Willen und Bewußtsein sage für ein Jahr als Prolet arbeiten, um von dem Bullshit abrücken zu können. In einer Markthalle, auf einer größeren Baustelle, in einer Werkhalle, und auch in den meisten Sweatshops mit sage mehr als 12 „Mitarbeitern“. Der Widerspruch und -streit zwischen „gesellschaftlicher Produktion“ und privatem Zurechtkommen in der Konkurrenz unter Geld- oder anderer Kommandowirtschaft führt ubiquitär zu Bruchstellen in der Seele der Betroffenen, die nahezu täglich virulent werden und drückt sich in der Hauptsache in den kognitiven Dissonanzen zwischen „gesellschaftlicher Moral“ und „Privatmoral“ aus.
Jede dieser Produktionsstätten bietet das Material und Potential für ein Zusammenwirken der Individuen – und keine Gesellschaft ist etwas anderes, als eben das, wenn institutioneller Widerspruch entfällt, der Kriege zwischen den Beteiligten entfacht – die in etwas mündet, was gemeinhin „kollektives Handeln“ geheißen wird, aber nichts weiter ist, als individuelles Handeln in einer Population, historisch in einem Stammeswesen.
So, hier schließe ich, den Rest des Textes kann der Leser selbst daran aufrippeln.
Erkenne nur ich in dem Orlovschen Text beißenden und bitterbösen Sarkasmus angesichts der Unfähigkeit des Homo sapiens den drohenden zivilisatorischen Untergang abzuwenden?
Hat mich animiert, beizeiten hier auch die vergangenen Beiträge von Juri Orlov zu lesen.
Klasse Artikel!
Die meisten Männer die ich kenne haben diesen prepper-Instinkt. Meist nicht ausgesprochen (das Power-level muss verborgen bleiben), da das Gespräch über prepping und Endzeit schnell Cringe wird. Dennoch bleibt es irgendwo im Unterbewusstsein ein Thema, sichtbar an Vorratskammern, Jagdschein, angesammelten Skillsets, Netzwerken.
Warum werden Flugzeuge und Lokomotiven in Sekunden zerstört, aber das Umgekehrte wird niemals beobachtet, nämlich dass diese Maschinen aus dem Nichts entstehen? Das lässt sich mit dem Zweiten Hauptsatz begründen, welcher besagt, dass die Entropie, also die Unordnung, immer mehr zunimmt. Sehr hoch geordnete Systeme sind davon gefährdet, nicht nur in der Technik, sondern auch in der Natur. Auch ein Baum kann durch einen Blitzschlag kollabieren und überhaupt sterben alle Wesen irgendwann. Der Kollaps ist also Teil der Natur.
Politisch gesehen ist der Kollaps eher rechtsffin. Vor zehn Jahren sind Deutsche ausgewandert, um dem „Crash“ zu entkommen, den die Merkelregierung mit Sicherheit lostreten wird. Die habe ich ein wenig verfolgt, in entlegensten Weltteilen. Es sei garnicht gesund gewesen, in gewisse Seen zu springen und auf Schlangen zu treten. Was ist aus denen eigentlich geworden?
Die „Vereinten Patrioten“ haben einen Staatstreich versucht, wie die Heinrich XIII. Gruppe, aber mit dieser nicht identisch. Sie haben versucht, das Stromnetz kollabieren zu lassen. Schon klar, warum. Strom bekämen dann nur die Gefügigen.
Grund für den Staatsstreich: die Corona-Maßnahmen. Wird gern vergessen.
Dmitry Orlov versteht es den Leser gerade kritische und kritischste Sachverhalte auf ungewöhnliche und gedankenprovozierende (thought provoking) Art nahezubringen und fordert ihn dazu auf (zumindest verstehe ich das so) „outside of the box“ zu denken, wobei er selber in Serie Gedanken und Ideen formuliert, auf die sonst wohl kaum ein anderer gekommen wäre.
Mit „Five Stages of Collapse“ zu Recht international bekanntgeworden, gehört er wie ich finde zu den großen Denkern unserer Zeit. Ich kann mich erinnern, als ich einmal seinen Vergleich des sowjetischen Kollapses mit einem möglicherweise oder wahrscheinlich kommenden US-amerikanischen Kollaps las, dass es mir danach nur mit großer Mühe gelang, Augen und Mund wieder zu schließen.
Da ist es auch nur konsequent, dass Orlov selber schon vor längerer Zeit aus US-Amerika nach Russland rückübersiedelt ist – nicht zuletzt deshalb weil der schon damals davon ausging, dass US-Amerika perspektivisch einen Zusammenbruch bevorsteht, Russland dagegen nicht. Und so wie es aussieht, dürfte er damit Recht behalten…
…
Wenn der Westblock so weitermacht, dann sind wir demnächst auf der Stufe der Eskalationsleiter, ab der die russische Armee auch Ziele in Nato-Staaten zerstören wird.
Dass man dann, wenn man ‚Russlands rote Linie‘ entdeckt hat, tot ist, ist sehr treffend formuliert, verweist alle die gerne von roten Linien und deren ungestrafter Überschreitung schwafeln auf ihre Plätze und kann nicht oft genug wiederholt werden.
Es ist meiner Ansicht nach vollkommen ausgeschlossen, dass die führenden Kräfte im Westblock ihre Politik der immer weiter gesteigerten Aggression gegen Russland aus eigenem Willen abbrechen werden, weil die Auswahlverfahren für diejenigen die zu diesen Kreisen gehören oder die sich ihnen nähern dürfen dafür sorgen, dass niemand dabei ist, der eine komplett andere Politik verwirklicht sehen möchte.
Wenn die Katastrophe noch verhindert werden soll, muss die Bevölkerung im Westblock beginnen sich wesentlich stärker einzumischen als bisher. Die letzte Chance die ich sehe, ist zu versuchen den Leuten klarzumachen, was es tatsächlich bedeuten wird oder kann, wenn Russland zum Gegenangriff gezwungen wird.
Das scheint auch Dmitry Orlov so zu sehen, so dass diesem und anderen seiner Texte unbedingt eine größere Verbreitung zu wünschen ist.
https://forumgeopolitica.com/de/artikel/wie-man-einen-taktischen-atomschlag-russlands-berlebt
Dass das Overton-Magazin nun nach Michael Silnizki nun auch Dmitry Orlov veröffentlicht, ehrt um nicht zu sagen adelt die Macher. Vom Von-Overton-Magazin zu sprechen scheint mir nun angemessen. Und wenn als nächstes dann noch eine feinsinnige und ausgesprochen diskrete Beschreibung der Zukunftsperspektive Deutsch-Europas von Andrei Martyanov folgt, dann wäre wohl Von-und-zu-Overton-Magazin der richtige Name…
Es liegt in der Natur der Sache, dass der kritische Beobachter schneller die Schwächen und als Schwächen empfundene Nicht-Schwächen kritisiert, und viele Stärken schlicht als gottgegeben akzeptiert, denn sonst wäre er ja schließlich nicht hier.
Ein großes Kompliment an Florian Rötzer und Roberto de Delapuente, dass sie uns auch an den Gedanken von Autoren wie Michael Silnizki oder Dmitry Orlov teilhaben lassen, deren Texte zumindest meiner Ansicht nach kaum Raum für das Kritisieren von Schwächen bieten.
Nicht nur die Gier mancher Menschen, die von den Mainstream-Medien immer als „Superreiche“ in den Himmel gelobt werden, ist grenzenlos und maßlos. Auch die Arroganz und die Ignoranz sind es.
Vor inzwischen über 100 Jahren hieß es: Die Titanic ist unsinkbar. Sie war es allerdings nur bevor sie mit einem Eisberg kollidierte und am 15. April 1912 in den dunklen Tiefen des Meeres verschwand und dabei viele Menschen mit in den Tod nahm.
Nur sehr naive Bürger sprechen dabei (immer noch) von einem „Unglück“. Das war kein Unglück, das war menschliche ARROGANZ und IGNORANZ. Es war menschliche Überheblichkeit, Größenwahn, Hochmut, Selbstüberschätzung, Einfalt, Unbelehrbarkeit, Uneinsichtigkeit, Dummheit und Borniertheit. Das hat nichts mit gesundem Egoismus zu tun. Die Krönung der Arroganz und der Ignoranz sind die Narzissten (warum fällt mir an dieser Stelle der Name Elon Musk ein?) und die werden von vielen Mitbürgern dann auch noch angebetet.
Zu Risiken und Nebenwirkungen technischer und technologischer Entwicklungen fragen Sie nicht ihren Landtags- oder Bundestagsabgeordneten. Er könnte auch zu denen gehören, die Narzissten anbeten oder sogar von ihnen bezahlt werden.
Einer der besten und vielleicht bedeutsamsten Artikel seit längerem hier.
Ich erlebe als MGTOW im gewissen Sinne auch neutraler Beobachter, aus einer Position einer gewissen Hilflosigkeit die Ignoranz und Dummheit der Menschen bezüglich der Realität und den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Und dies hat, das wird in dem Artikel angesprochen, auch sehr viel mit der Geschlechterdynamik zu tun.
Ich erwähnte schon den Klassiker bezüglich der Schilderung des Weges in den Zusammenbruch schlechthin, das Märchen vom Fischer und seiner Frau.
Eine andere Sache ist die, dass im Unterbewussten doch bei vielen Menschen eine Unruhe ist, aber es ein Tabuthema ist Ängste anzusprechen. Man sieht das an vielen kleinen Dingen im Alltag. So ist es z. B. bei der öffentlichen Diskussion um die Umfrageergebnisse der AfD offensichtlich verboten (oder Selbstzensur, das kann ich nicht beurteilen) einen ganz wesentlichen Aspekt anzusprechen: die AfD steht gegen den Krieg mit Russland.
Für mehr habe ich jetzt keine Zeit,
Vielen Dank noch mal für den Artikel.
1. Wenn es um „Geschlechterdynamik“ geht, dann muss man die Frage stellen und beantworten:
Sind Frauen aus der Sicht der Allgemeinheit und mit Blick auf das Gemeinwohl die klügeren Menschen? Betrachtet man die vergangenen 10.000 Jahre, dann wurden die wenigsten Kriege tatsächlich von Frauen angefangen und geführt. Aber Frauen haben dabei mitgemacht und mitgeholfen an der Heimatfront, als Krankenschwestern, als „Gebärmaschinen“ und so weiter. Wenn man sich heute bestimmte Politikerinnen ansieht, worin unterscheiden sich diese von Männern, wenn es um „Kriegstüchtigkeit“ und Hetze gegen Russland und die Doppelmoral beim Krieg in der Ukraine und beim Krieg im Gaza geht? Warum fallen mir jetzt Namen wie Annalena Baerbock, Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Kaja Kallas ein oder sind das etwa keine „Frauen“? Jedenfalls hat sich noch keine dieser „Damen“ als Mann, als divers oder als LGBTUVWXYZ geoutet.
2. Was die AfD anbetriftt, darf man allerdings nicht nur einseitig bestimmte Themen und Positionen betrachten. Wenn die AfD z. B. eine Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen fordert und dafür kämpft, das alle anderen Parteien (CDU, CSU, FDP, Grüne, SPD usw.) aber nicht wollen, weil sonst irgendwelche schmutzigen oder sogar illegale Sachen aufgedeckt werden könnten, dann bedeutet das nicht, dass sich auch die Wirtschafts-, die Sozial-, die Bildungs- und die Steuerpolitik von den sogenannten etablierten Parteien unterscheidet.
Was die Wirtschafts-, Sozial-, Bildungs- und Steuerpolitik angeht, ist die AfD keine „alternative“ Partei, sondern noch etwas neoliberaler und asozialer als die anderen „etablierten“ Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
Die AfD ist keine Partei für die kleinen Leute und die vielen „Normalverdiener“. Das ist eine Partei für die Leute mit dem dicken Geldbeutel, für die „gehobene Mittelschicht“ mit der Ferienvilla am See, dem SUV als Zweitwagen und den zwei Privatflugzeugen. Das ist eine Partei, die die Geringverdiener gegen die Sozialhilfeempfänger aufhetzt, damit sich die „gehobene Mittelschicht“ noch ein drittes Privatflugzeug und die „Superreichen“ noch eine private Luxusyacht für 500 Millionen Euro kaufen können. Wer nur eine einzige Yacht für 500 Millionen Euro besitzt, der gehört heutzutage zu den „Losern“.
Einer der besten und vielleicht bedeutsamsten Artikel seit längerem hier.
Ich erlebe aus einer Position einer gewissen Hilflosigkeit die Ignoranz und Dummheit der Menschen bezüglich der Realität und den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Und dies hat, das wird in dem Artikel angesprochen, auch sehr viel mit der Geschlechterdynamik zu tun.
Ich erwähnte schon den Klassiker bezüglich der Schilderung des Weges in den Zusammenbruch schlechthin, das Märchen vom Fischer und seiner Frau.
Vielen Dank noch mal für den Artikel.
Ah ging doch durch, also den 2 Beitrag mit Selbstzensur ignorieren, man muss halt Geduld haben……
Dieses Pamphlet ist nicht weniger als eine Lobeshymne auf den Einzelgänger, den Exzentriker, letztlich auf das Ego und den Egoismus. Also ein Hoch auf Alexander den Großen, auf Julius Cäsar, auf Napoleon und auf Hitler. „Ihre Namen leben ewig weiter“, das mag ja sein, aber es bedeutet doch nicht, dass der „solitäre Teil der menschlichen Natur eindeutig der höher entwickelte ist“. Sondern das ist eindeutig eine Meinung aus einem individualistischem Grundverständnis heraus. Eine Meinung, die dem westlichen individualistischen Denken entspricht.
Es wird der im westlichen Liberalismus vorhandene Gegensatz zwischen Individuum und Gesellschaft aufgegriffen und versucht das Individualistische zu überhöhen und als natürlich darzustellen. Einem Ostasiaten wird diese Einstellung etwas befremdlich vorkommen, weshalb es schlicht Unsinn ist, dass „der solitäre Teil der menschlichen Natur eindeutig der höher entwickelte ist“.
Der Text von Orlov passt gut in die westliche Rechtfertigungsideologie: Am individualistischen Wesen soll die Welt genesen.
Von welchem Kollaps spricht der Autor überhaupt? Wer oder was soll kollabieren? Oder ist der erfundene Klimakollaps gemeint? Dazu eine Info, und zwar sogar vom Vatikan der Klimaforschung, dem IPPC:
„Am 7. April 2026 veröffentlichten 44 IPCC-Autoren, die für die Klimaszenarien des Weltklimarates verantwortlich sind, eine bahnbrechende Veröffentlichung. Unter der Federführung von Prof. Detlef van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den letzten beiden Klimaberichten von 2013/2014 (AR5) sowie von 2021-2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis zu 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „unplausibel“ (implausible) sind. In diesen Szenarien (RCP 8.5) wurde angenommen, dass die Emissionen an CO2 sich im Verlaufe dieses Jahrhunderts mehr als verdreifachen würden. Da der Weltklimarat in seinen Modellen das CO2 als den wesentlichen Klimafaktor zugrunde legt, kam man so auf erschreckende Temperaturanstiege. Im Modell RCP 8.5 sollte es nach dem letzten Bericht (AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden. “ Aus einem Newsletter von Fritz Vahrenholt.
Also tief durchatmen und sich wieder echten Problemen widmen, es gibt ja genug.
Der Autor spricht von dem auf uns zukommenden Zusammenbruch der Staaten des Westblocks analog dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 35 Jahren, wenn Staat, Wirtschaft und Gesellschaft kollabieren werden.
Als Orlov vor vielen Jahren begann sich damit zu beschäftigen war das alles noch eine ferne Vision, doch heute sind wir live mit dabei.
Danke für den Hinweis. Ich sehe vieles, auch vieles übles, aber keinen Kollaps. Das Problem bei solchen Prognosen ist, dass von Phänomenen, die als Vorzeichen gedeutet werden, auf den Kollaps in einer unbestimmten, doch als bald sich ereignenden Zukunft geschlossen wird. Mir ist da zu viel Interpretation und Unbestimmtheit dabei.
Vahrenholt als Quelle bezüglich Klima, da stellen sich jedem Naturwissenschaftler, jedem Physiker und jedem, der nur einen Hauch von Ahnung vom Thema hat, die Haare zu Berge. Selten so viel Quatsch zu einem Thema in einem so kurzen Text gelesen. Die Prognose-Szenarien sind ein höchst komplexes Thema, „unplausibel“ ist da garnichts. Sie bedürf(t)en allerdings der ständigen Anpassung. Nehmen wir als Beispiel „Wenn wir so weitermachen wie bisher …“ Da wir nie einfach so weitermachen, sich ständig Veränderungen ergeben, gibt es sowas genau genommen nicht. So kommt GAVIN (Schmidt, GISS, NASA zu diesem Schluss:
„Das Komische daran ist, dass es echte Probleme damit gibt, wie sich dieses ganze Unterfangen entwickelt hat. Erstens, weil CMIP das einzige (seriöse) Projektionsmodell für den Klimawandel ist, und da der Klimawandel immer mehr in den Vordergrund rückt, …“
Aber man lese selbst und die Grafik zeigt die Entwicklung der Prognosen eindrucksvoll:
https://www.realclimate.org/index.php/archives/2026/05/scenarios-schmenarios/
Zugegeben, recht schwierig zu verstehen, wenn man nicht ziemlich mit dem Thema vertraut ist. Wer ist das schon, genau damit rechnen Varenholt und Konsorten. Deshalb hier noch konkret die Entwicklung der Temperaturprognosen über die Zeit im Vergleich mit der tatsächlichen Entwicklung:
https://www.realclimate.org/index.php/climate-model-projections-compared-to-observations/
Und noch dies zum Kollaps: Dass die küstennahen Millionenstädte untergehen werden, ist inzwischen sicher. Betrifft uns zwar nicht mehr, das beginnt erst in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts, aber dass uns unsere Enkel verfluchen werden, ist sicher. Dass der Golfstrom kippen könnte, wird allerdings bereits ab 2035 akut. Die Auswirkungen auf das Klima weltweit wären extrem.
Nanu,
https://overton-magazin.de/buchempfehlungen/die-lehre-vom-kollaps/#comment-388585
ging nicht durch? Ohne Nachricht, ohne Bemerkung? Kommentar im digitalen Nirvana verschwunden? Oder Kommentarfunktion defekt?
Dies war der mysteriös verschwundene Kommentar, hier noch mal zur Belebung der Diskussion:
Nun denn, zurück zur Stammesgesellschaft. Da es dem einzelnen Homo sapiens auf Grund fest verdrahteter intellektueller Beschränkungen nur möglich ist, zu maximal 200 Individuen soziale Beziehungen aufzubauen, ist die Stammesgröße auch schon in etwa eingebaut. Zwischen den Stämmen wird getauscht.
Immerhin ein über etwa 1 Mio Jahre erprobtes Modell, was nicht zur Auslöschung der Menschheit geführt hat.
Einfach gestrickte Gemüter, die in der Vorlesung PolÖk nicht aufgepasst haben, verstehen nicht, wie die (gewaltsame!) Entfremdung von der Arbeit erst die Stammesgrenzen überwinden half und komplexe technische Entwicklungen – welche Beschäftigtenzahlen oberhalb von Stammesgrößen erfordern, wie bspw. Schwermaschinenbau, Verkehrs- und Kommunikationsnetzwerke, medizinische Netze, u.a. – überhaupt erst ermöglichte.
Allerdings immer unter der Knute des privaten Profits als Organisationsmittel und dominierende Motivation. Vielleicht sollte man davon mal weg? Denn was heute zu kollabieren droht, sind die Profitmechanismen, nicht die Produktionsmechanismen. Diesen Kollaps mit dem Zusammenbruch der gesamten Gesellschaft gleichzusetzen, ist eben auch wieder eine Angelegenheit für einfach gestrickte Gemüter… und ein Angsterzeuger für genau diese….
Kleiner Tipp: Mal wieder beim Rauschebart nachlesen..
@garno
Einspruch! Man darf GESUNDEN EGOISMUS nicht mit NARZISSTISCHER GIER verwechseln oder gleichsetzen.
Wenn jemand eine Erfindung macht, ein Unternehmen gründet, Arbeitsplätze schafft, sich das Produkt gut verkauft, er damit Millionär wird und sich einen Porsche GTX Super kauft, dann ist das gesunder Egoismus. Wenn sich jemand in der Schule anstrengt, studiert um dann als Chefarzt im Krankenhaus das Mehrfache eines Durchschnittsverdieners zu verdienen, dann ist das gesunder Egoismus.
Wenn jemand über ein Vermögen von 50 Milliarden (= 50.000 Millionen Euro) oder noch mehr verfügt, aber den eigenen Hals nicht voll bekommt, dann ist das kein gesunder Egoismus mehr, wenn sich gleichzeitig immer mehr Menschen bei den Tafeln anstellen, weil das Geld nicht für die Miete und zum Essen reicht und Leute, die Vollzeit arbeiten, auf Kosten der Allgemeinheit „aufgestockt“ werden müssen, weil der gesetzliche Mindestlohn unter dem Sozialhilfeniveau liegt.
Im Grundgesetz von 1949 heißt es zwar im Art. 14 (1) „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.“ Im Absatz (2) des Artikels heißt es aber GLEICHZEITIG: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
Eine einfache Frage: Wie viele Milliarden braucht ein Multimilliardär noch, damit er in Deutschland im Rentenalter keine Pfandflaschen sammeln muss, weil die Rente in diesem „demokratischen und sozialen Bundesstaat“ (siehe dazu Art. 20 Grundgesetz von 1949) gerade einmal für die Miete reicht und das, obwohl er ein Leben lang hart gearbeitet hat? Von den Obdachlosen, die im letzten Winter in diesem angeblich „christlichen“ Deutschland erfroren sind, redet sowieso fast niemand.
Fragen Sie aber nicht die besserverdienenden Politikerinnen und besserverdienenden Politiker der Bundesregierung und die besserverdienenden „Journalistinnen“ und besserverdienenden „Journalisten“ von FAZ, RTL, ARD, BILD, ZDF und so weiter. Von der Regierung und den Mainstream-Propaganda-Medien bekommen Sie auf diese Frage keine seriöse Antwort.
„Man darf GESUNDEN EGOISMUS nicht mit NARZISSTISCHER GIER verwechseln oder gleichsetzen.“
Ihre Unterscheidung hier ist aber keine grundsätzliche, sondern eine rein individuelle und moralische. Der Autor ging vom grundsätzlichen Unterschied in der menschlichen Natur aus, nämlich der individuellen vs. der gesellschaftlichen. Wobei er die individuelle Natur in den Himmel hob, was ich versuchte zu relativieren.
Klar ist, ohne Egoismus keine bürgerliche Demokratie und kein Kapitalismus, der die Produktivkräfte vorantrieb und damit das Potential zur wirklichen Freiheit der Menschheit legte.
@ Vrbamrda (30.05.2026 02:15 Uhr):
Der »Westblock« ist doch deswegen so fragil, weil er einerseits hoch komplex ist: energetisch, infrastrukturell und räumlich, also mit seinen vitalen Abhängigkeiten auf den ganzen Globus verteilt. Die gestaltende gesellschaftliche Struktur andererseits ist vergleichsweise niederschwellig, nahezu binär, wird noch weiter reduziert bzw. egalisiert, steuernde Zugriffsmöglichkeiten werden monopolisiert und zentralisiert, damit „Macht, Elite, Führung“ (you name it) Energie weiter konzentrieren kann und dabei seine Umgebung innerhalb des System leersaugt. Es ist nicht die Komplexität selbst, sondern diese zunehmende Imbalance macht es von außen so extrem angreifbar, wie vielleicht bald zu erleben sein wird.
@ garno (30.05.2026 09:57 Uhr):
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich habe den Text so gelesen, dass Orlov nicht die von Ihnen genannten „Feldherren“ meinte, denn die waren keine Solokünstler und nicht alleine unterwegs, sondern haben es gewollt und geschafft, die Masse für ihre egoistischen Interessen zu instrumentalisieren und zu mobilisieren; vielmehr meint er wohl jene, die tatsächlich alles solitär durchziehen und von daher eher unsichtbar sind.
Und @AeaP liegt schon richtig, im vorliegenden Textauszug ist eine ordentliche Portion Sarkasmus enthalten (»eindeutig der höher entwickelt«), allerdings kann ich den Text wegen Unkenntnis sonstiger Arbeiten Orlovs nicht in sein Gesamtwerk einordnen, wo das dann ggf. ganz anders daherkommt..?
@ Artur_C (29.05.2026 22:40 Uhr):
Zunahme von Entropie entspricht also der Zunahme von Unordnung? Dann ist der von Orlof beschriebene, systemisch bedingte Kollaps natürlich auch »politisch […] rechtsaffin«. Und weiter ist der Kollaps ein »Staatsstreich«.
Ich bin unterwältigt von den Fragen, die ich lieber nicht stelle, die Antworten könnten mich beunruhigen – wenn ich sie denn ernst nähme.
Aber einfach mal so, als Anregung, weil Wochenende ist: „Entropy“ von Thomas Pynchon
Gestern 17:46 habe ich den abstrakt-allgemein zentralen Einwand gegen Orlovs Text hingeschrieben.
Nun will ich mich noch konkreter der Frage von @KR anschließen: „Von welchem Kollaps spricht der Autor überhaupt?“
Die Antwort liegt auf der Hand: Vom Kollaps der Herrschaftsform.
Solch ein Kollaps wäre in der Tat ein Segen für alle, die nicht kleinbürgerlich gestrickt sind, wie Orlov. Er setzte Millionen Arbeitskräfte bzw. Mrd. Arbeitsstunden frei, die zur Zeit nichts anderem, als der Vermehrung von EURONEN und DOLLARES resp. Erhaltung der Zugriffsmacht auf gesellschaftlichen Reichtum befaßt sind, welche EURONEN- und DOLLARES-Vermögen versprechen. In D. drohte daraufhin nicht einmal ernsthaft ein „Kollaps“ der versorgungswichtigen Strom- und Treibstoffversorgung, angesichts all der frei werdenden Kapazitäten auf diesem Feld. Es drohte deshalb auch nur rasch vorübergehend ein Kollaps einer dann planwirtschaftlichen Produktionsplanung: Alle technischen Bestandteile, und vor allem alle Routinen einer planwirtschaftlichen Versorgung sind Bestandteil der kapitalistischen Ökonomie, sie müßten nur umgewidmet werden, was vielleicht zwischen ein und zwei Jahren in Anspruch nähme. In dieser Zeit fiele halt eine Menge Arbeit, Mühsal und Ärger an, bevor sie entbehrlich werden, so what? Ihr seid in dieser Abteilung ja wahrlich Kummer gewohnt, und, siehe oben, diese Plackerei läßt sich auf erheblich mehr Schultern verteilen.
Ja, klar, es ist auch eine „Abteilung“ zu beachten, die ich hier der Zensurstrenge halber nicht verständig ansprechen kann. Aber angesichts dessen, was EU und NATO, gefolgt von den noch nationalen Regierungen euch auf diesem Feld an Opfern und Lasten ansagen und versprechen, sollte auch das kein Grund sein, einen Kollaps der Herrschaftsform zur Katastrophe zu stilisieren. So etwas zu fürchten ist gewiß rationell, aber sich und andere davor zu ängstigen, ist mehr als ein Fehler, es grenzt an Frevel.
Meinst Du »Herrschaftsform« ist im Text generell adressiert oder diese aktuelle Herrschaftsform, die ich „System“ nenne?
Und zu Deinem nachfolgenden Post von 12:44 Uhr:
Die Anlehnung an Dostojewskis »Sprechtraditionen«, (die ich eher „klang“ nennen würde oder „die Uneindeutigkeit einer polyphonen Stimme“, wobei ich D. nur aus Übersetzungen kenne, da ich des Russischen nicht habhaft bin), könnte schon sarkastisch gemeint sein, wenn man den Text gegen die Herrschaft gelesen sieht.
Aber zynisch passt auf jeden Fall auch.
Die englische Wikipedia hilft in diesem Falle weiter.
Platzhalter für die Modmachine: blablablawuffwuffwuff
Zum Thema „bitterböser Sarkasmus“.
Selbst in der Übersetzung merke ich dem Text Orlovs die Anknüpfung an Sprechtraditionen an, die man im Westen üblicherweise mit Dostojewski assoziiert – so auch ich, weil ich russisch nicht erlernt habe.
Deshalb würde ich nicht von „Sarkasmus“ sprechen, und auch nicht von „bitterböse“. „Zynik“ trifft es besser, aber nur dann, wenn sie nicht moralisch, sondern ethisch konnotiert wird: Es ist eine Rhetorik, die gedacht ist, streitbar zu verbinden, statt zu trennen, und sie ist ein Hauptgrund dafür, daß ich dem Text trotz fundamentaler Gegnerschaft Respekt gezollt habe.
Sie ist meiner persönlichen Erfahrungen nach auch weniger „russisch“, als mancher vielleicht denkt – es könnt auch einer daher kommen und sagen, sie ist „polnisch“. Oder „rumänisch“.
Und ich gehe fast jede Wette ein, an „homo sapiens“ denkt ein Orlov, wenn überhaupt, ganz zuletzt.
Untergang vollzieht sich langsam, Kollaps ist gemacht.
Ursachen für Kollaps sind folgende.
Mangelnder Realismus
Man investiert Unsummen in Kriege, die offensichtlich schon verloren sind. Die USA haben sich deshalb aus dem Ukrainekrieg zurückgezogen und seine Finanzierung der EU überlassen.
falsche Wirtschaftpolitik
Man setzt die eigene Industrie einer zollfreien Konkurrenz mit Niedriglohnländern aus, und senkt deshalb die Löhne. Aber egal, wie sehr die Einkommen gedrückt werden, die Niedriglohnländer sind immer eine Nasenlänge voraus. Deshalb muss die Industrie abwandern. Arbeitslosigkeit und reduzierte Binnennachfrage sind die Folge
Leichtgläubigkeit gegenüber falschen Propheten
z. B. Klimapaniker, Spurengasphobiker, Russenparanoiker, Seuchenschwindler
Absoluter Zerstörungswille
Man lässt keine parallelen Veränderungen zu. Beispiel Energiewende. Man begnügt sich nicht mit der Errichtung von Anlagen, die natürliche Energie ausnützen, sondern reißt gleichzeitig die Industrie ab, die fossile Energieträger benutzt, obwohl solche Kraftwerke benötigt werden, um z. B. Dunkelflauten auszugleichen, und obwohl solche Zerstörungswut ausgesprochen kostspielig ist.
Man lässt eine ungesteuerte Illegale Migration zu, die weder finanziell noch sozial verkraftbar. In der Schweiz nennt man das „Überfremdung“
Man verteidigt die eigene Kultur nicht gegen negative Einflüssen und zerstört gewachsene Strukturen, wie das Bildungssystem, mit verheerenden Folgen.
Das alles passiert in der EU, weshalb sie innerhalb weniger Jahre kollabieren wird.
In den USA passiert seit der Präsidentschaft von Trump das Gegenteil. Das betrifft auch Corona- und CO²- Schwindel und Russenparanoia. Es werden auch nur noch Kriege geführt, die was einbringen. Die Abwanderung der Industrie und „Überfremdung“ werden verhindert. Industriezerstörung im Klimawahn wird beendet, ebenso sinnlose Subventionen. Eine Energiewende ist auch ohne Subventionen möglich, wenn es sich rentiert.
So lange es Reiche, Religionen, Kapitalismus und überhaupt Leute gibt, die meinen mit Geld mehr Geld machen zu müssen und Israel gibt, wird es auch immer Krieg geben.
Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode …
Wollen wir uns also auf die Suche nach der Methode in diesem Artikel machen. Wir lesen:
„Der Kollaps ist ein gesellschaftlich heikles Thema.“
Nehmen wir den Klimawandel als den „Kollaps“ von dem hier gesprochen wird, so hat der bestimmt manche unangenehmen Aspekte. Das größte Problem mit ihm ist aber – so wird suggeriert – , dass er ein „gesellschaftlich heikles Thema“ ist.
Das setzt schon einmal den geistigen Rahmen, in dem sich der Autor bewegt. Was tatsächlich los ist, darum geht es ihm nicht – es geht ihm um die Behandlung der Realität als „gesellschaftliches Thema“.
Und wenn es nicht um das geht, was ist, um was geht es dann? Klar: um Denkweisen.
„Der Kontrast zwischen diesen beiden Gruppen ist ein Kontrast zwischen zwei radikal unterschiedlichen Denkweisen.“
Da kann sich jeder aussuchen, welche der beiden er sich zu eigen machen will, um richtig oder falsch geht es jedenfalls nicht.
Aber was sind diese 2 Denkweisen?
„Die erste ist darauf trainiert, in messbaren physikalischen Größen und Prinzipien zu denken – Systemtheorie, Thermodynamik und so weiter. Sie untersucht Tatsachen. Die Ergebnisse an sich können nicht positiv oder negativ sein, nur genau oder ungenau. Was diese Ergebnisse für die Gesellschaft bedeuten, ist dabei leider nur eine zweitrangige Überlegung.“
Warum soll einem, der sich um die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge kümmert, egal sein, welche gesellschaftlichen Folgen aus dem Klimawandel resultieren? Das Gegenteil ist doch der Fall: Wirklich ernsthaft zur Sprache bringen das doch gerade die, die über die naturwissenschaftlichen Hintergründe Bescheid wissen. Die anderen – ja was tun die? Hören wir einmal, was der Artikel dazu zu sagen hat:
„Für die zweite Gruppe steht die Gesellschaft stets im Mittelpunkt und ist sowohl Subjekt als auch Objekt. Diese Gruppe hält die physikalischen Überlegungen und Prinzipien, die sie im Allgemeinen nicht zu verstehen gelernt hat und als Ansichtssache betrachtet, für zweitrangig“
Soso! Denen will ich nicht im Straßenverkehr begegnen – wo für die doch der Unterschied zwischen Bremsen und Gasgeben zweitrangig, weil physikalisch und daher „Ansichtssache“ ist.
In was für einer Welt lebt also der Autor? – so möchte man jetzt fragen. Er sagt es uns:
„Auf der persönlichen Ebene kann das Thema Kollaps für Ehe und Familie ziemlich ätzend sein“
Aha, weil der Klimawandel „ätzend“ ist, sollte man nicht darüber reden. Stattdessen sollte man nur über
den kleinen und überschaubaren Kreis von Ehe und Familie reden. Geht dadurch die reale Bedrohung weg? Braucht man sich also keine Sorgen um die großen Dinge machen? Auch da weiß der Autor eine Antwort: Seiner Ansicht nach sollte man folgendes jedenfalls nicht ins Auge fassen:
„den vorzeitigen Abbruch der Karriere; den Erwerb eines Gehöfts (möglicherweise in einem fremden Land)“
Da hat er in dem Punkt recht, dass all das nichts gegen den Klimawandel bewirkt. Aber schon die unkommentiert aufgeführten Beispiele zeugen davon, wie wenig der Autor mit der Sache selbst befassen will:
Aufkauf eines Gehöfts: Wo in der Welt soll das sein, um damit der Klimakatastrophe Paroli bieten zu können? Auf welchem Fleck der Erde wird man nicht davon eingeholt? Und selbst wenn es so wäre, dass man es mit einen „Gehöft“ irgendwo auf der Welt besser treffen würde als die anderen, kann das denn bei der heute erreichten und notwendigen Arbeitsteilung funktionieren? Wer behandelt denn seine Zahnschmerzen auf seinem Gehöft? Wo sich doch der Zahnarzt seinerseits auch längst irgendwo ein Gehöft gesucht hat?
Die Methode, die dem Artikel zugrunde liegt, ist also klar: alle Fragen auf Fragen des rein persönlichen Verhaltens reduzieren. Dass damit nichts gegen den Klimawandel (und andere Katastrophen) bewirkt werden kann, ist klar – aber es ist dasjenige, das mit solchen „Denkweisen“ aus dem Blickfeld geräumt werden soll.
Schönes Aufstellung von Strohmännern die Sie da gebastelt haben.
Reschpeckt.
Oder sind es Windmühlen?
Wieviele sinds?
Und wozu die Mühe genau?
Oder sind Sie einfach nur getriggert?
Warum, wodurch?
Merken Sie nicht dass Sie dem Autor umfänglich Recht geben damit?
@name; Wie kommen sie darauf, dass ich Strohmänner basteln würde? Steht denn nicht schon ziemlich am Anfang des Artikels, dass für solche, die sich mit den naturwissenschaftlichen Zusammenhängen beschäftigen, gelte:
„Was diese Ergebnisse für die Gesellschaft bedeuten, ist dabei leider nur eine zweitrangige Überlegung.“
Das ist kontrafaktisch und eine Frechheit gegenüber allen denen, die sich über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge Gedanken machen.
(Oder soll der Satz gar dahingehend gemeint sein, dass man, wenn man sich dagegen wehrt, gesellschaftliche Überlegungen mit hinein zu bringen, >bevor< der sich aus den naturwissenschaftlichen Fakten ergebende Schluss gezogen ist, etwas falsch machen würde. So nach dem Motto: weil man aus gesellschaftlich Gründen nicht auf fossile Energie verzichten will, gilt der naturgesetzliche Zusammenhang, dass diese zum Klimakollaps führen, gar nicht. Als so irre wollte ich den Autor auch wieder nicht betrachten.)
Mit solchen Behauptungen macht der Autor Überlegungen plausibel, die mit dem, was ich zum Ausdruck bringen wollte, nichts zu tun haben.
Vielleicht einfach mal einen Schritt zurücktreten, und den Artikel nicht als Angriff auf die eigenen Wertvorstellungen und Prognosen lesen?
Der Autor schreibt von den Diskrepanzen zwischen Menschen für die der Kollaps ein zwingender Fakt ist und solchen für die er eine gedankliche Unmöglichkeit, da unerwünscht, darstellt.
Ich kenne Ihre anderen Beiträge nicht aus dem Kopf, habe aber den Eindruck Sie sind der Meinung ein klimabedingter Kollaps ist durch was-auch-immer abzuwenden.
Dazu schreibt der Autor nicht. Er schreibt allerdings über Ihre Reaktion auf den Artikel.
Der Zusammembruch ist nicht näher spezifiziert.
Vielleicht kommen die Differenzen dadurch zustande, dass ich den Fehler des Artikels anhand seines Anfangs aufzeigen wollte, und Sie meinen, später käme doch das, was meine Kritik als „Strohmann-Konstruktion“ erscheinen lasse.
Daher jetzt ein Zitat von weiter hinten:
„Es scheint einen bestimmten Persönlichkeitstyp zu geben – meist unverheiratete Männer –, der die größte Handlungsfreiheit bei der Vorbereitung auf den Zusammenbruch hat, diesen physisch oder psychisch am ehesten unbeschadet übersteht und sich am besten an die neuen Umstände anpassen kann.“
Vorbereitung auf den Zusammenbruch: Wenn es nicht darum geht, den „Zusammenbruch“ zu verhindern (ich schreibe es bewusst in Anführungszeichen, weil das Problem die zu erwartenden verheerenden Zustände sind, die schrittweise- wenn auch rascher als viele wahrhaben wollen – entstehen können, nicht ein plötzlicher „Zusammenbruch“ – von was eigentlich?), dann sind die Überlegungen ohnehin irrelevant, denn worauf soll man sich denn vorbereiten? auf 3 Grad, auf 5 Grad, auf 10 Grad Erderwärmung? Wenn man sich nur „vorbereitet“ und nichts dagegen tut. dann wird bei einem Weiter-So jede dieser Stufen (bis zur absoluten Lebensfeindlichkeit der Umwelt) erreicht werden.
Aber mit den Herunterbringen auf „Vorbereitung“ schafft es der Autor, das Ganze in ein rein individuell-psychisches Problem zu verwandeln, dass er dann auch anhand fiktiver Schiffbrüchiger ausgiebig diskutiert.
Aber vielleicht wird es an diesem Punkt klar: Das Weiter-so zu verhindern, ist keine Sache individueller Aktivitäten, sondern erfordert gemeinsames, koordiniertes Handeln, und das kann man nur durch Einsicht und Überzeugung erreichen. – Und dafür ist alles andere ein besseres Rüstzeug als das den Artikel einleitende Aufwärmen der alten Kalauer vom „Clash of Cultures“.
Das mag so sein dass nur kollektives Handeln eine Chance bietet.
Der Autor schreibt u.a. darüber warum er meint dass dieses kollektive Handeln nicht zustande kommt.
Im Übrigen eben nicht speziell auf das Klima bezogen.
Ich kann mich aber an Klimakonferenzen Anfang 90er erinnern, und daran wie man schon damals bezweifeln musste dass sich etwas ändern würde.
Und die Warnungen davor, vor dem Schwinden der Ressourcen, dem Raubbau, und vielem mehr sind seit mehr als einem halben Jahrhundert Allgemeingut und jedem bekannt.
Geändert hat sich nichts.
Und betrachtet man dazu den inzwischen gewissermassen alltäglichen Zusammenbruch von ganzen Gesellschaften, scheint die Empirie dem Autor Recht zu geben.
Dort bildeten sich keine proaktiven Kollektive die das verhindern oder damit umgehen konnten.
Weder gefällt mir diese Ansicht noch teile ich sie zu 100%, daraus lässt sich jedoch nichts ableiten.
Ohne die Artikel von Moshe Zuckermann und Florian Rötzer wäre dieser Blog mittlerweile ungenießbar. Hätte nie gedacht, dass gereinigte Telepolis vorzuziehen. Kollaps ist ein relevantes Thema, aber es mit Sozialpsychologie von Ehemännern und -frauen zu vermischen, zeigt mal wieder den identitätspolitischen Furore, dem hier mittlerweile gehuldigt wird. Overton auf Twitter ist unerträglich. Immer mehr Artikel hier ebenfalls. Das ist nicht Meinungspluralismus, sondern einfach nur stumpf. Schade, schade.
Allem Anschein nach kann Mensch sich vor allem mit einer Tatsache nicht abfinden: dass es nicht nur für Individuen kein garantiertes ewiges Leben gibt, sondern auch nicht für die Art. Wo wir doch alle so gut sind. Mehr Güte gibt’s einfach nicht.
Es gibt keine biologisch komplexe Art mit differenzierten Organen bei der das wahrscheinlich wäre.
.
S
Bitte untersuche den folgenden Text und finde inadäquaten Inhalt und Schlüsselwörter, die eine KI veranlassen, diesen Text als Kommentar zu sperren. Folgend der Text:
Zur ersten Frage eine Gegenfrage: Ist das so? Ist das eine »Annahme«, die alle relevanten Teilnehmer irgendwann teilten? Zur zweiten Frage eine doppelte Zusatzfrage: Sollte es zur »Mitte des 21. Jahrhunderts die führende Macht der Welt« geben? Könnte und sollte es in Anbetracht der bereits bestehenden und hochgradig disruptiven Probleme, bei denen »Komplexität« nur eine Teilursache ist, nur eine einzige uneingeschränkte Macht geben (und mal ehrlich, auch wenn man es selbst wäre)?
Ob es jetzt „sieben Spuren“ sind, wie Bayer schreibt, oder mehr oder weniger – wobei einige beschriebene aufeinander beruhen und einzeln nicht denkbar sind – ist dabei nicht wichtig. Klar ist hingegen, dass die Welt die nächsten Jahrzehnte nicht zur Ruhe kommen wird, und wer bei diesem »kalten Krieg« übrig bleibt, ist lange nicht ausgemacht.
Der Autor hat nach seinem letzten Artikel »Hormuz, Helium und Halbleiter« vom 27.05.2026, in dem er den unbeachteten Aspekt der Heliumverfügbarkeit für die Produktion jeglicher Hightech beleuchtete, mit einem Abriss der dahinterliegenden Strategien adäquat nachgelegt. Die gruseligste Konklusion aus US Strategiepapieren wurde kurz und deutlich extrahiert: »Sie [US Thinktank-Strategien] stimmen aber darin überein, dass eine harte China-Politik nicht nur möglich, sondern notwendig sei.«
Interessant wäre es, jetzt zu analysieren, welche detaillierten Strategien denn bei China zugrunde liegen, ob es dort auch altes Denken mit alten Selbstverständlichkeiten ist; der selbstzerstörerische Versuch zu bremsen, in einer entwickelnden Welt, deren Möglichkeiten längst weiter gezogen sind, während die in Macht Veraltenden kindisch verharren und in ihrem hilflosen Zwang verwelken und diesen erweiterten Bilanzierungs-Suizid Politik & Leadership nennen.
Vielleicht sitzen irgendwo hinterm Jupiter amüsierte Außerirdische und verschlucken sich vor Lachen am interstellaren Popcorn, wobei sie eine Umleitung eingerichtet haben: „Bitte weiter fliegen, dieser Anblick könnte zutiefst betrüben.“
Intelligentes Handeln erfordert hinreichende Analyse, also Respekt und Dank an den Autor.
Vielleicht sitzen irgendwo hinterm Jupiter amüsierte Außerirdische und verschlucken sich vor Lachen am interstellaren Popcorn, wobei sie eine Umleitung eingerichtet haben: „Bitte weiter fliegen, dieser Anblick könnte zutiefst betrüben.“
Intelligentes Handeln erfordert hinreichende Analyse, also Respekt und Dank an den Autor.