Als der Bahnchef Arno Luik an die Gurgel ging

Arno Luik im Gespräch mit Daniella Baumeister, darüber wo Angela Merkel war, als die Mauer fiel und über Schäden in der Oberrleitung.

Arno Luik ist ein kritischer Journalist. Ob als Interviewer oder als investigativer Vertreter seiner Zunft: Er ist unbequem. Dass ihm der ehemalige Bahn-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn fast an die Gurgel ging, war wohl weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.

Bekannt geworden ist er durch seinen offensiven Interview-Stil. Markus Lanz erinnert sich, dass er nach dem Interview mit Luik »richtig fertig« war. Und »nass geschwitzt«. So hart das für den ZDF-Moderator auch war, so sei es doch »in gewisser Weise ein Ritterschlag« gewesen. Eigentlich sehr schade, dass dieser Herr Lanz sich Arno Luik nicht auch für seinen eigenen Interview-Stil zum Vorbild nimmt. Seiner Sendung würde das, mal ganz vorsichtig formuliert, ganz sicherlich nicht schaden.

Kürzlich schaute Arno Luik in Frankfurt beim Westend Verlag vorbei. Mit Daniella Baumeister unterhielt er sich über den Wahnsinn unserer Zeit, die Deutsche Bahn, Stuttgart 21, wie er seine Interviews vorbereitet  – und über so manch andere Geschichte, die den Journalisten widerfuhr. Schon länger bekannt ist, dass Arno Luik fast mal zum Opfer Hartmut Mehdorns wurde. Das ist etliche Jahre her. Mehdorn empfing Luik nicht gerade herzlich über den Dächern von Berlin. Nach einem Gespräch ging Mehdorn ihm an die Gurgel. Er würgte ihn natürlich nicht wirklich, sondern deutete das nur an. Grund war, dass sich Luik nicht überzeugen ließ vom Welt- und Bahnbild dieses Bahn-Alleszermalmers. Da helfen auch keine Schläge, er bleibe ja doch bei seiner Meinung, rief Mehdorn aus.

Das ist eine befremdliche Geschichte darüber, wie Journalismus zuweilen begriffen werden soll: Mit den Mächtigen hat man sich gut zu stellen als Berichterstatter. Falls nicht, hetzen sie einen den Mehdorn auf – und auch gleich direkt an – den Hals.

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