
Unsere meistgelesenen Artikel des Jahres 2025.
2025 überlagerten sich technologische, militärische und politische Zumutungen: Künstliche Intelligenz rückte akademischen Berufen auf den Leib, während Kriegstechnologie alte Sicherheiten aushebelt und Rüstungskontrolle erodiert. Kritische Stimmen verschwanden, wurden sanktioniert oder kriminalisiert, während der Staat neue Ausnahmezustände denkt und vorbereitet. Parallel gerieten soziale Sicherungssysteme unter ideologischen Beschuss, und aus Industriepolitik wurde offen Kriegswirtschaft. Die Texte dieses Monats zeichnen nach, wie Normalität neu definiert wird – unter dem Druck von Angst, Macht und Anpassung.
Welche Jobs nach einer Microsoft-Studie am ehesten von KI ersetzt werden
KI-Chatbots verbreiten sich rasant und werden zunehmend für Arbeit, Beratung und soziale Interaktion genutzt, wie Florian Rötzer erläutert. Eine Microsoft-Studie sieht vor allem akademische Berufe mit Kommunikation, Schreiben und Beratung stark durch KI bedroht. Körperlich geprägte Tätigkeiten bleiben vorerst verschont, auch wenn die Ergebnisse mit Vorsicht zu bewerten seien.
Nach US-Geheimdienstbericht können russische Iskander-Raketen Patriot-Systeme austricksen
Patriot-Systeme verlieren im Ukrainekrieg an Wirksamkeit, da Russland seine Raketen technisch angepasst hat, wie Florian Rötzer schreibt. Abfangquoten seien gering und der Einsatz extrem teuer. Zugleich werden Raketen und Systeme knapp.
Was ist los mit Felix von Leitner?
Das plötzliche Verstummen von fefes Blog passt nicht zu seinem bisherigen Umgang mit Verantwortung, wie Michael Lindenau anmerkt. Weder technische Pflege noch persönliche Lebenszeichen sind erkennbar. Das wirft beunruhigende Fragen zum Verschwinden einer kritischen Stimme auf.
Ballweg-Prozess: Staatsanwaltschaft läuft Amok
Nach der gerichtlichen Kehrtwende gerät im Verfahren gegen Michael Ballweg zunehmend die Staatsanwaltschaft selbst unter Druck, wie Thomas Moser schildert. Die Vorwürfe brechen in der Beweisaufnahme zusammen, während die Anklage trotz fehlender Belege daran festhält. Das Verfahren erscheine so als politisch motiviert und habe die Kriminalisierung eines Corona-Kritikers erst ermöglicht.
Spannende Zeiten – der Spannungsfall wird zum Thema
Der Spannungsfall würde dem Staat weitreichende Sonderbefugnisse geben und Grundrechte massiv einschränken, wie Roberto De Lapuente erläutert. Militärische, wirtschaftliche und zivile Zwangsmaßnahmen könnten ohne wirksame parlamentarische Kontrolle greifen. Er warnt davor, dass dies einer faktisch totalitären Machtkonzentration gleichkäme.
EU sanktioniert Jacques Baud: „Sprachrohr der russischen Propaganda“
Die EU sanktioniert aus Angst vor einem bröckelnden Ukraine-Narrativ zunehmend kritische Stimmen und abweichende Analysen, wie der Autor Florian Rötzer darlegt. Diese werden schnell als prorussische Propaganda gebrandmarkt, auch ohne rechtliche Grundlage. Dadurch verengt sich der politische Diskurs in Europa weiter.
Die Rente wäre sicher …
Die Debatte um eine angeblich unsichere Rente beruhe auf neoliberaler Ideologie und falschen Annahmen, wie Heiner Flassbeck argumentiert. Höhere Beiträge seien bei wachsender Produktivität verkraftbar und nötig, um das Rentenniveau zu stabilisieren. Das eigentliche Problem liege in wirtschaftspolitischem Unwissen und politischer Feigheit.
Spannungsfall 2026
Die deutsche Industrie werde ab 2026 auf Kriegswirtschaft umgestellt, wie Michael Hollister berichtet. Der Spannungsfall ermögliche staatliche Zwangslenkung von Arbeit und Produktion. Rüstung ersetze ziviles Wachstum.
Gefährliches Spiel: Ukraine untergräbt New START-Vertrag endgültig
Die ukrainischen Drohnenangriffe auf offen abgestellte russische Bomber untergraben zentrale Regeln des New-START-Vertrags, wie Sabiene Jahn analysiert. Transparenz werde so zum Sicherheitsrisiko und zerstöre das letzte Vertrauen in Rüstungskontrolle. Die Eskalation treibe die Welt weiter in einen dauerhaften Kampfmodus.
John Waynes Komplexe
Moderne Kriegstreiber ähnelten dem Mythos John Wayne, der ohne Fronterfahrung zur Ikone militärischer Härte wurde, wie Henryk Gondorff schreibt. Wayne kompensierte seine Kriegsabstinenz durch aggressive Rollenbilder und politische Radikalisierung. Diese Pose lebe heute in einer bellizistischen Rhetorik fort, die Stärke inszeniert und innere Schwäche verdeckt.
Unsere Statistik kennt die meistgelesenen Artikel. Aber sie weiß nichts über Sie.
Was hat Sie 2025 bewegt? Welche Themen, Debatten oder Ereignisse waren für Sie im letzten Jahr wirklich wichtig, übersehenswert oder schlicht nicht zu ertragen?
Schreiben Sie es in die Kommentare – wir sind gespannt auf Ihre Sicht!





Mein Artikel des Jahres 2025 ist der, der nicht geschrieben wurde: dass es Overton gibt. Zwar ist das wie Telepolis ein inhaltlicher Chaoshaufen, aber es lassen sich Perlen finden, auch in den Kommentaren und man hat, wie auch damals bei Telepolis, ein freies(!) Forum. Das hat der Heise-Verlag schon lange abgestellt.
Was bei Telepolis sicher seltener vorkam, dass auch mal ein Autor mitschreibt in den Kommentaren. Wenn man so will, passt das Kommentarchaos zum inaltlichen Chaos und führen zu einer wunderbar chaotischen Symbiose 🙂
Ich kann viel Kritisches an Herrn Rötzer finden. Aber DAS macht ihm so leicht keiner nach: das Chaos aushalten. Ist ja auch nicht immer ein „nettes“ Chaos.
Ja, sehe ich ähnlich.
Allerdings fand ich die Forensoftware bei Heise / Telepolis besser.
RdL und viel häufiger Stephan Schleim schreiben übrigens sehr wohl immer wieder in den Kommentaren.
Ein gutes neues Jahr an die Redaktion!
Wenn ich diesen Rückblick so lese, kann ich den ubikitären Eskapismus der jungen Generationen bald nachvollziehen.
Vielleicht flüchte ich mich auch am besten in Hedonismus und mache viel mehr Urlaub. Dort, wo’s wenigsten warm ist.
Soo viel Zeit bleibt einem ja offenbar gar nicht mehr, bevor es richtig ungemütlich wird…
Auf den Bildern auf dem man den Maduro sieht steht auf den Uniformen der Schriftzug DEA obwohl er ein Gefangener des Militärs ist.
Tatsächlich ist das völlig egal, denn der Festnahmegrund ist ja recht offensichtlich „because we can“.
Auch im Fall eines vernünftigen Rechtsgrunds gibts aber m.W. in den USA kein (verfassungs- oder straf-)rechtliches Problem damit, daß die Armee einer Bundesbehörde Amtshilfe leistet bei der Festnahme von Tatverdächtigen im Ausland.
Er wurde ja als angeblicher Drogenhändler festgenommen … da ist die DEA zuständig.