Die Mehrheit liegt rechts – lasst sie regieren!

Wahlbenachrichtigung
IgorCalzone1, CC0, via Wikimedia Commons

Die Brandmauer hochhalten gegen den Volkswillen? Auf keinen Fall: Lasst Union und AfD machen – und sich entzaubern.

Willy Brandt sah in Deutschland einst beständig eine Mehrheit links der Mitte. Das ist spätestens seit gestern vorbei. In Deutschland liegt die Mehrheit jetzt ohne jeden Zweifel rechts der Mitte. Der immer wieder beschworene „Wille des Volkes“ ist eindeutig: Es will eine rechte Regierung, die stramm konservative Politik macht. Wer die Demokratie ernst nimmt, muss klipp und klar sagen: Lasst sie machen!

Das Debakel für die sogenannten Ampelparteien ist kaum in Worte zu fassen. Ganz vorne dabei, die SPD. Mit einem Verlust von fast zehn Prozentpunkten und einem Ergebnis von 16 Prozent ist sie eindeutig auf dem Weg in die Einstelligkeit und zugleich in die Bedeutungslosigkeit. Wenn sie jetzt leichtfertig eine Koalition mit der CDU eingeht, bei der sie vollends ihr Profil verliert, wird sie bei der nächsten Wahl unter den kleinen Parteien rangieren und dann vermutlich untergehen. Die Grünen sind marginalisiert und die FDP ist verschwunden. Bravo, die Koalition der Hoffnung ist hoch gesprungen, sie hat unter grüner Führung versucht, die Welt zu retten und ist hart im nächsten Dreckloch gelandet.

CDU/CSU und AfD müssen koalieren

Besonders bemerkenswert bei dieser Wahl ist die Ost-West-Verteilung. Der Osten ist fast durchweg AfD-blau und signalisiert damit, dass er die Faxen dicke hat mit den Klimapropheten und den Sozialromantikern. Die Leute wollen in Ruhe und Sicherheit leben, möglichst wenig mit der Außenwelt zu tun haben und nicht jeden Tag hören, dass die Erde brennt. Sie wollen Wachstum, Arbeitsplätze und genau den Wohlstand, den man ihnen seit 35 Jahren versprochen hat, der aber für die große Masse nie gekommen ist. Der Westen ist aus ähnlichen Gründen überwiegend schwarz, insbesondere im Süden und Südwesten assoziiert man mit CDU und CSU immer noch Wirtschaftswunder. Daran gemessen hat die CDU allerdings mit ihren 28 Prozent keineswegs ein glorreiches Ergebnis eingefahren.

Per Saldo gibt es nur eine vernünftige Lösung: CDU und CSU koalieren mit der AfD. Man hat eine satte Mehrheit und die Parteiprogramme sind so ähnlich, dass man sich sogar lange Koalitionsverhandlungen sparen kann. Aus Gründen der politischen Hygiene muss Friedrich Merz von der AfD vor dem Beginn von Koalitionsgesprächen nur verlangen, dass sie sich öffentlich und höchst offiziell von allen verdächtigen Äußerungen distanziert, die sie in der Vergangenheit bezüglich der deutschen Nazi-Vergangenheit gemacht hat. Das wird die Parteispitze der AfD um den Preis der Macht ohne Murren akzeptieren.

Die schwachsinnigen europapolitischen Vorstellungen der AfD hat Merz in Nullkommanichts wegverhandelt, weil die AfD selbst weiß, dass das reine Fantasie ist. Auch die Ukraine ist kein Hindernis mehr, seit der amerikanische Präsident ein Putin-Versteher ist. Der gute Transatlantiker Merz tut ohnehin immer das, was die Amerikaner sagen, also wird er sich über kurz oder lang auch als Putin-Versteher zu erkennen geben. Diese Koalition hat sofort den höchsten Segen, den es auf dieser Welt gibt, nämlich den aus Washington. Elon Musk wird persönlich in Berlin erscheinen, um Merz und Weidel das politische Ja-Wort abzunehmen.

Alles andere ist Krampf

Ich sehe schon, wie die Gutmenschen heftig mit den Köpfen schütteln. Nein, nein, es kann doch nicht sein, dass man diesen Leuten den Weg an die Macht ebnet. Doch, es muss sein. Das nennt man Demokratie. Das Volk muss hautnah erleben, dass die Alternative keine Alternative ist und die CDU mindestens so wenig Wirtschaft kann wie die FDP. Wer sich jetzt einer solchen Koalition in den Weg stellt, ebnet der AfD unmittelbar den Weg ins Kanzleramt in vier Jahren – Österreich lässt grüßen.

Die SPD muss sich der CDU verweigern, wenn sie überleben will. Sie sollte ihr Lieblingsmotto sofort umdrehen. „Erst die Partei, dann das Land“ muss es heißen. Wer glaubt, dass man aus der Erfahrung mit Angela Merkel auf Friedrich Merz schließen kann, ist ein Narr. Mit einem Kanzler, der noch vor drei Tagen vor linken und grünen Spinnern warnte, ist kein Staat zu machen. Da Merz jederzeit mit dem Umstieg auf eine Koalition mit der AfD drohen kann, ist ihm jeder Koalitionspartner auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wie unberechenbar Merz ist, hat er vor ein paar Wochen mit seinem Fünf-Punkte-Programm ja nachdrücklich bestätigt. Dieser Vorstoß hat auch gezeigt, dass Merz keinerlei Verständnis für europäische Belange hat. Wer mit ihm koaliert, muss nicht nur seine Seele, sondern auch seinen Geist verkaufen.

CDU/CSU und AfD können nur entzaubert werden, wenn sie Verantwortung tragen und versuchen, ihr wirtschaftspolitische Programm durchzusetzen. Dann werden sie entweder alle ihre Vorurteile in Sachen Staatsverschuldung, Steuern und die Bevorteilung der Reichen über Bord werfen müssen oder kläglich scheitern. Nur wenn die Masse der Bürger, vor allem in Ostdeutschland sieht, dass auch die AfD nur mit sehr wenig Wasser kocht und nichts für die kleinen Leute tut, ist eine wirkliche Wende möglich. Wer in einer schwarz-roten Koalition herumdoktert, ohne wirklich erfolgreich zu sein, betreibt das Geschäft der AfD.

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195 Kommentare

  1. Es ist nachvollziehbar, dass der Autor die CxU/AFD-Koalition zur Entzauberung der falschen Propheten fordert. Nun ja, allerdings sehe ich keinerlei vernünftige politische Alternative, die überhaupt eine solche derzeit sein könnte. Mittlerweile wäre es wohl eher angebracht, das derzeitige System der korrupten Ka(c)kistokratie, genannt repräsentative Demokratie, in Frage zu stellen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kakistokratie

      1. @ Georg

        Theoretisch eine gute Alternative, die Gemeinwohl vor Egoismus setzt. Es ist auch nicht der erste Denkansatz in diese oder eine ähnliche Richtung.

        Praktisch scheitert es an den bestehenden Machtstrukturen, organisiert und verteidigt von Kapitalkonzentrationen à la BlackRock, Vanguard und Hintermännern, welche den Neo-Feudalismus anstreben, sowie…

        … am Grad der Indoktrinierung, welche durch gesellschaftliche Spaltung und Angst vor ständig neu durchs Dorf getriebener Säue gar nicht mehr als solche erkannt wird.

        Als Beispiele gelten Rüstungswahn und Kriegslüsternheit ebenso wie das Paradox, das speziell die in prekären Umständen lebenden Bevölkerungsteile ausgerechnet auf die AfD als Heilsbringer setzen, welche sie erst richtig in den Abgrund ziehen wird.

        Bevor das heutige System nicht komplett am Boden ist und durch Neo-Feudalismus ersetzt worden ist, worauf es ja gerade hinausläuft, werden keine Gemeinwohlgedanken verfangen. Nur wer unter den Neo-Leibeigenen soll sie dann in die Praxis umsetzen?

        Wer sich für das „Wann“ des Neo-Feudalismus interessiert bzw. für das „Wie lange noch“, der muss sich mit den gerade in die letzte Phase gehenden Aufkäufen von Grund & Boden befassen. Dahin wandert nämlich gerade unser in Rettung von Finanzinstituten, Rüstung, Pharma, Klimarettung, etc. zwangsumgeleitetes Geld, bevor es dann in einem ohnehin unausweichlichen Crash jeglichen Wert verliert.

        Bis dahin werden wir mit den abstrusesten Narrativen & Nebenschauplätzen abgelenkt.

        Der viel gescholtene Trump spricht es neuerdings ja sogar klar aus. Wohl, weil er den Prozess bereits für unumkehrbar hält… Sobald auch weitere „Big Bosse“ gleich woher es nicht mehr für nötig befinden, uns mit Pseudo-Narrativen abzulenken, sprich uns anzulügen, können wir die Tage rückwärts zählen… 💥

    1. Interessant wäre gewesen, wenn das BSW drin gewesen wäre – es fehlten 0,03 Prozent – und die Union vor der Wahl gestanden hätte, entweder mit den Grünen oder dem BSW zu koalieren.
      Ansonsten verstehe ich die Aufregung nicht. Zu Zeiten des Drei-Parteien-Bundestags war es normal, dass die zweitstärkste Partei Opposition war.

      Wer andere (bessere) Politik haben möchte, müsste mal darstellen, wo das Personal dafür herkommen könnte.

      Gegen die Medienmacht kann sich nichts durchsetzen, was sich nicht durchsetzen soll. Das gilt auch für die AfD, die schon zu Lücke-Zeiten viel Sendezeit hatte und seit dem Flüchtlingsstrom 2015 fast schon monothematisch die politischen Sendeinhalte vorgibt.

      In erster Linie stünde also eine Reform der Öffentlich-Rechtlichen an, die über die Jahrzehnte ein Abendprogramm tradiert haben, das den noch politisch interessierten Teil der Bevölkerung mit austauschbar gleichen Inhalten auf „Mitte“-Linie bringt. Was dann bedeutet: Neoliberalismus, US-gefällige Kriege, für die Jungen „weltrettende“ Klima-Sprechformeln und für die Akademiker mit kulturellem Haltungsbedürfnis normalitätsverneinende Gender-Identität. Alles andere ist Feindland.

      1. @ Müsli zum Fest
        „Interessant wäre gewesen, wenn das BSW drin gewesen wäre – es fehlten 0,03 Prozent – und die Union vor der Wahl gestanden hätte, entweder mit den Grünen oder dem BSW zu koalieren.“

        Dann hätten wir es weiter mit der Plappertante 🐻🐏 zu tun gehabt, denn das BSW wäre der Kriegstreiberfraktion noch unangenehmer als die AfD; und das müssten sie dann auch noch irgendwie „erklären“…

    2. @Veit_Tanzt

      repräsentative Demokratie

      Alle vier Jahre mal ne Stimme abgeben zu können und dann machen die doch was sie wollen und geben einen Dreck auf den Willen der Bevölkerung!
      Ist in meinen Augen keine Demokratie!

      So sehr wie die Mainstreammedien die Politik vor sich her treiben, könnte man von einer Mediokratie reden.
      Der Mainstream schreit und die Regierung reagiert darauf. Wobei der Mainstream genau das sagt, was ihre Eigentümer sagen, wenn man den ÖRR weglässt, der eh nur ein Anhängsel ist:
      Also könnte man in dem genauen Fall von einer Medio-Oligarchie reden. Wo die Medienkonzerne bestimmen wo es lang geht!

      1. @ n.b
        Das stimmt schon. Insbesonders wenn, wie geschehen, der ÖRR unter der Kuratel der regierenden Parteien steht. Und der willige Konsument die selektive, tendenziöse Informationsflut sogar noch zwangsweise selbst bezahlt.

  2. Ich kann den Artikel fast ausnahmslos zustimmen. Allerdings, die SPD wird das nicht tun irgendein dödel wird sich finden, der die Karre noch weiterhin Dreck fährt. Vermutlich steht den deutschen Sozialdemokraten das gleiche Schicksal bevor, das ihren österreichischen, italienischen und französischen genossen schon widerfahren ist.

    1. @ Frank
      „Extrem hässlich aber wahr.
      Nichts wie weg aus Deutschland.“

      Besser aus der E.U. 🇪🇺
      Im Grunde gibt es nur noch ein Land ohne Millitär: Costa Rica
      Aber die Preise ziehen jetzt schon an und bald wird es unbezahlbar – oder wie Neuseeland nahezu unerfüllbare Einwanderungsbedingungen fordern.

      Ein roter Teppich, wie derzeit den Ukrainern, wird uns jedenfalls nirgends ausgerollt…

  3. Ich denke das geht nicht gut. Wenn die AfD mit ihrem Wirtschaftsprogramm Erfolg hätte, was kurzfristig sogar möglich ist wenn man die Russlandsanktionen aufhebt, dann würde der ganze Schwachsinn, den uns die Medien über Jahre aufgetischt haben, auf deren Verursacher zurückfallen. Man würde zudem die Unfähigkeit der Altparteien erkennen. Diese wären dann für die nächsten Jahrzehnte unwählbar. Deswegen ist man auch so gegen die AfD die, bis auf die Aufhebung der Russlandsanktionen, politisch auch nicht groß anders aufgestellt ist als die CDU.

    1. Mal rechnen: Der Haushalt der AfD sagt: Rund 3,5% des BIP oder noch mehr in die Verteidigung. Dazu Steuern streichen für die oben. Schuldenbremse um jeden Preis erhalten! Da kann man unten gar nicht so viel soziales streichen, geschweige denn genügend Migranten rausschmeißen. dass dieses auch nur ansatzweise hinkommen täte…
      Von den nötigen Investitionen in die Infrastruktur brauchen wir gar nicht reden…

      Selbst wenn die Sanktionen wegfallen täten kommt es niemals hin!

      Wäre klasse wenn ich mich irren täte…

      1. „Der Haushalt der AfD sagt: Rund 3,5% des BIP oder noch mehr in die Verteidigung.“
        Damit ist er um 1,5% geringer als der, der restlichen Parteien die unbedingt die NATO behalten wollen und somit auf 5% gehen wollen. Also kann man das durchaus als besser (im Sinne das am wenigsten schlechte) bezeichnen.
        Investitionen in die Infrastruktur wird es von keiner Partei geben. Ein paar wollen Windmühlen bauen aber um Straßen, Schulen und Altenheime will sich keiner kümmern.

      2. Was vor der Wahl gesagt wurde, muß nicht nach der Wahl noch stimmen.
        Das hat uns die Ampel in den letzten drei Jahren doch bewiesen wie noch keine
        Regierung vorher. Wenn in einer Regierung CDU/CSU/AFD jemand den Wehretat
        nach oben drückt, wird es wohl Blackrock-Merz sein. Die Ampel hat gerade den
        Finanzschwachen die Lebensgrundlagen bis auf ein paar Krümel entzogen.
        Es war die Ministerin der SPD, die die meinungsfreiheit ausgehöhlt hat.
        Geben wir der AFD doch eine Chance.

      3. @ n.b.
        „Da kann man unten gar nicht so viel soziales streichen, geschweige denn genügend Migranten rausschmeißen. dass dieses auch nur ansatzweise hinkommen täte…“

        Es muss auch nicht mehr „hinkommen“. Wir nähern uns bereits in der Schlussphase der Kapitalumverteilung. Sie werden auch zusehends weniger Energie darauf verwenden, uns was von 1001 Nacht zu erzählen, sondern immer direkter und ungenierter agieren. Trump ist nur der Erste gewesen…

      4. > Der Haushalt der AfD sagt: Rund 3,5% des BIP oder noch mehr in die Verteidigung. Dazu Steuern streichen für die oben

        Hast Du für diese beiden Punkte mal eine nachlesbare, offizielle Aussage der AfD?

    2. „Deswegen ist man auch so gegen die AfD die, bis auf die Aufhebung der Russlandsanktionen, politisch auch nicht groß anders aufgestellt ist als die CDU.“

      Was viele Leute gar nicht mehr registrieren, ist das es nicht von uns abhängt ob wir wieder günstige Russische Energie beziehen können sondern das hängt von den Russen ab, und sollte Andrei Martjanov nicht übertreiben, dann ist Russenland für immer fertig mit der EU. Versteht der deutsche Dummbeutel die Tragweite einer solchen Aussage? Leute es ist Schicht im Schacht wenn es nach den Russen geht können wir uns hier in Europa mal gegenseitig den Dreck aus den Fingernägel kratzen, günstige Russische Rohstoffe gibt es nicht mehr! Wieso auch?

      1. Ich denke die Russen sind Pragmatiker, das waren sie schon immer. Natürlich gibt es die Rohstoffe nie wieder so günstig wie zuvor, aber immerhin könnte es eine stabile Versorgung geben. Das ist zumindest besser als das, was es im Moment gibt.
        Wären sie Ideologen, dann hätte Stalin schon vor 80 Jahren die Deutschen endgültig entsorgt.

        1. „Ich denke die Russen sind Pragmatiker, das waren sie schon immer“

          Ja das habe ich bis jetzt ja auch immer gedacht, das wir zukünftig keine Probleme dabei haben sollten wieder mit den Russen ins Geschäft zu kommen. Aber das verwundert mich ja gerade, Andrei Martjanov sagt da etwas völlig anderes, seiner Meinung nach sind wir Europäer für die Russen für die nächsten 50-100 Jahre gestorben.

          1. @ Tommy
            „… seiner Meinung nach sind wir Europäer für die Russen für die nächsten 50-100 Jahre gestorben.“

            Das wundert dich doch wohl nicht wirklich? Nach 3 Jahren übelster Pöbelei von 🐻🐏 und all den anderen Wertewestlern aus der E.U. und vor allem aus Deutschland?

            Bevor nicht als Zeichen guten Willens die ganze Bagage angefangen bei V.d.Leyen, Baerbock und wenigstens 100 weiteren Schreihälsen nach Russland ausgeliefert ist, würde ich nichtmal darüber nachdenken, mit 🇩🇪 und 🇪🇺 Beziehungen zu reaktivieren.

            Speziell uns Deutsche wird es aber nicht nur seitens Russlands hart treffen, weder China („Xi, Diktator“) noch die USA (Trump,“Betrüger!“) werden uns das so schnell nachsehen.

            Wir mussten uns ja 3 Jahre lang mehrmals täglich öffentlich in jeder Talkshow verächtlich aufplustern… Rechnung folgt – und zwar jetzt!

            Bevor jetzt der Satz kommt, das man für ein paar wild gewordene Weiber nicht die gesamte Bevölkerung haftbar machen kann, erinnere ich hier gleich an sämtliche Foren auf und ab in der Medienlandschaft, wo sich die bildungsfernsten Rotzlöffel zu Abertausenden gegenseitig dabei zu übertreffen suchten, schonmal Planspiele zu Russlands oder auch Chinas Vernichtung zum Besten zu geben. Es ist schon die Mehrheit in unserem Deutschland und dementsprechend wird das internationale Zusammenleben bis auf weiteres ausfallen.

            1. @ Theo Noestonto
              Die herausragenden, offen irrsinnigen Furien der deutschen Politik beschäftigen auch mich seit geraumer Zeit. Lange Jahre bin ich davon ausgegangen, dass solche Damen Ausnahmeerscheinungen sind. Möglicherweise ist der Typus aber etwas weiter verbreitet. Zumindest in der westlichen Welt.

              1. Ja, ja die Frauen die in höhere Jobs, auf Grund von Quote und/oder Zeitgeist, von Medien, Wirtschaft, Politik gekommen sind.
                Habe den Eindruck dass die noch schräger, härter und Ego bezogen als die Männer sein wollen – in den TV-Medien überbieten die sich auch noch mit ihren weiblichen Reizen zB. Stöckelschuhe die überlange Beine vortäuschen, LOLITA- bzw. Kleinmädchen-Langhaare und, und, und (siehe auch Niedergang des Politik-Magazin PANORAMA das zu einer Personality-Show einer Moderatorin verkommen ist).

          2. Da hat er zwar recht, aber Geschäfte machen sie bestimmt trotzdem wieder mit uns. Für die Russen ist Freundschaft und Geschäft was anderes. Freundschaftspreise werden wir aber nie wieder erhalten. Die Frage ist nur, ob das Genie Merz das überhaupt wieder zulässt. Naja, eventuell muss sein Arbeitgeber BlackRock mal wieder ein Mitarbeitergespräch mit ihm führen. Die Jahresbeurteilung steht bestimmt auch noch aus – bei der Performance gibt es sicher keinen Bonus.

  4. Sorry, aber die Unterstellung, was wohl wen wo bewegt habe, wie zu wählen ist ziemlich übergriffig. Vielleicht ist es genau ein solches Benehmen, dass Teil des „die Faxen dicke Habens“ ist. Was weiss der Autor schon über die Lebensrealität der Leute. Was weiss er über Ihre Gründe oder die Zwecke, warum sie wie wählen?
    Der Duktus ist belehrend und abwertend, was Zweifel an der demokratischen Gesinnung des Autors nährt…

    Vielleicht ist es aber auch etwas anderes, vielleicht teilweise sogar das, was der Autor hier als Deutung anbietet.

    „Unsere“ Demokratie ist ohnehin kaputt, war sie wahrscheinlich schon immer, weil sie der Ideologie von Dominanz und Unterwerfung folgt. Sie strebt Handlungsmacht vor Ausgleich an und marginalisiert daher immer große Teile des Demos und damit seine Interessen.
    Die unsägliche, grundgesetzwidrige Fraktionsdisziplin sekundiert dabei.

    „Unsere“ Demokratie ist damit institutionell so organisiert, dass der Ausgleich aller Bedürfnisse und Interessen, wie es im System der Abgeordneten theoretisch sein sollte, von der Mehrheit unterbunden werden kann.

    Es werden also nicht die Interessen aller anteilig berücksichtigt, sondern die einen massiv und die anderen marginal, je nach Gusto der Mehrheitshaltenden.

  5. Ich sehe schon viele enttäuschte Gesichter, wenn die CDU/CSU/ AFD Koalition
    Deutschland wieder auf die Reihe bringt, die Energie wieder günstig ist, der Klima-
    Schwachsinn Vergangenheit ist und hunderttausende Ausländer ohne Asylstatus
    und Bleiberecht aus Deutschland verschwunden sind. Groß Maufaufblähen wird sich
    Merz vor der AFD sicher nicht leisten können. Weit liegen sie ja nicht in den Stimmen
    auseinander. Die AFD kann jetzt selbstbewust auftreten und es wird auch sehr viel
    AFD in die Koalition einfließen. Der Ukraine Krieg wird sicherlich dann für Deutschland
    beendet sein und in der EU wird Endzeitstimmung aufkommen. Schau ma ma!

    1. Mit FznFrz am Ruder wird nichts dergleichen passieren. Allerdings gibts in der CxU noch prinzipienlosere, somit geeignetere Kandidaten:
      https://x.com/SHomburg/status/1893913339551486091
      Söder hat genau eine Chance, Bundeskanzler zu werden:
      Den Einriss der Brandmauer. Als einem Politiker ohne jede
      Prinzipien wird ihm das leichtfallen.

      Ich hatte gerade mit einem Freund darüber debattiert ob das ein Lob oder eine Schmähung ist, und als welche der beiden Möglichkeiten der so bezeichnete diese Aussage aufnimmt.

  6. Ich schätze 15 Prozentpunkte der AfD kommen hauptsächlich von der Brandmauer… Arbeiter und Arbeitslose die die AfD wählen, dümmer geht’s immer! Gefickt eingeschädelt! (ECHTE linke Kräfte haben schlicht versagt)
    Keiner der eigentlich bis drei zählen kann dürfte die AfD wählen… Bei der CDU sind es großteils verkalkte Schwachköpfe oder Soziopathen die gerne es als Konservativ bezeichnen finanziell schlechter gestellte Menschen zu zertreten…

    Also: Ich beschimpfe gerne die dumpfe Mehrheit hier im Land… Gern geschehen…
    So ist aber die Realität! Dumpfland halt! Und die restliche westliche Welt ist nicht besser…!

    1. Tausche „AFD“ gegen „Die Grünen“ aus, dann bekommt der Kommentar etwas Sinn.
      Warum sollen Arbeiter und Arbeitslose nicht die AFD wählen? Die Linken und
      Grün Braunen haben so viele gute Jobs vernichtet. Die Arbeiterpartei SPD ist zum
      Billiglohn Volstrecker mutiert. Wenn die CDU mit der AFD wieder Jobs schafft, sind
      doch zuerst die Arbeiter und Arbeitslosen besser dran. Und wenn dann diese Regierung,
      wie es Trump gerade macht, den Tiefen Staat in Deutschland ausräumt, müssen die
      Schicki Micki Grünen Wähler in den Staatlichen Wohlfühlstuben endlich einmal arbeiten.

      1. Irgendwie scheint ihr Name Programm zu sein.
        Die AfD würde nicht mit dem tiefen Staat aufräumen, sie würde sich darin einnisten.

        „Warum sollen Arbeiter und Arbeitslose nicht die AFD wählen?“
        Weil arm sein schon Scheixxe genug ist und wer arm ist und die Rechten wählt, auch noch blöd ist.

      2. So? Also ist es richtig wenn Arbeitslose massive Sozialkürzung wählen und Arbeiter logischerweise dadurch bei Lohnverhandlungen noch viel viel weiter unter Druck geraten? Was hast du denn geraucht?

        ALTER… Das Zeug will ich auch!

  7. Hört sich logisch und gut an, aber – wenn CDU/CSU und AfD regieren werden demokratische Bürgerrechte derart eingeschränkt das es über lange Zeit kein „danach“ (back to the roots) mehr geben wird.
    Übrigens, so eine Denke wurde sogar 1933 realisiert – das Ende ist bekannt!

    1. Die Analogie zu 1933 passt, wenn es sich bei der AfD um Nazis handelt – was wir aber erst richtig rauskriegen werden, wenn sie regieren.

      Wenn man Ähnlichkeiten zur Nazipolitik sucht, kann man auch bei den Russenhassern fündig werden – Verzeihung, denen die Angst vor „Putin“ haben -, und deren konsequenteste Exemplare sind bei den Grünen und ihren Anhängern zu finden. Sowieso unterstützt der ganze Mainstream die ukrainischen Nazis und mit Nawalny nachweislich auch mal einen russischen Nazi, die AfD macht das eher nicht so mit, hat aber auch deutsche (Ex-?)Neonazis in ihren Reihen. Dafür sind dann alle mit den israelischen Nazis Gut-Freund. Zumindest die syrischen Islamnazis haben auch den Segen des Mainstreams, die afghanischen eher nicht ganz so. Offiziell sind aber alle irgendwie gegen Islamnazis – aber nicht alle wollen sie abschieben.

      Also, das neue Gesellschaftsspiel lautet: Wer ist hier der Nazi?

      1. Meine Analogie mit 1933 sollte nur eine Gefahr aufzeigen und hat nichts damit zu tun das damals NAZI’s an der Macht waren – siehe aus was die ganzen Diktaturen der letzten Jahrzehnte weltweit entstanden sind, ging von extrem-links, -rechts, -liberal, -religiös usw

    2. Genau, denn sie werden jetzt ja noch überhaupt nicht eingeschränkt / geschliffen…

      Ich vermute mal ein Teil der Wähler der AFD kommt genau daher, dass ein Großteil der Menschen derart ignorant die Fakten in diesem Land ignoriert, sich eine Traumwelt erschafft und alles Böse der AFD andichtet. Das weckt den Oppositionsgeist, tatsächlich auch bei mir, wobei ich zumindest dieses Mal tatsächlich noch nicht mal die AFD gewählt habe.

      Fakt ist: Die scheidende Regierung hatte alle Möglichkeiten es besser zu machen. Getan haben sie aber nichts, stattdessen die Justiz mit Beleidigungsanzeigen geflutet, Bürgern Hausdurchsungen für Banalitäten aufgedrückt, das gesamte Corona Verbrechen wegignoriert, die Wirtschaft vor die Wand gefahren, Zensur etabliert und all das immer mit einem maximal erhobenen Zeigefinger und der Verkündigung ihrer überlegenen Moral.

      Wieso wurde das bloß abgewählt… ein Rätsel.

  8. Politiker sind Karrieristen. Es geht ihnen ums Geld. Sie sollten den Mindestlohn verdienen dann hat man diejenigen die Politik machen wollen. Den Pennern das Geld streichen, dann machen sie vielleicht Politik für den Durchschnittsbürger!

    1. Super Vorschlag. Wäre ich sofort dabei. Aber nicht Mindestlohn, sondern Medianlohn. Und Verbot von Nebentätigkeiten.
      Karrieristen sind das Eine, Machtmenschen das andere. Denn für den überwiegenden Teil der Politiker ist ihr Ziel erreicht sobald sie ein Quantum Macht erlangt haben.
      Das Lösen von Problemen ist ihnen nicht so wichtig, aber für die Wiederwahl erforderlich, bzw. NICHT WIRKLICH erforderlich, solange man irgendwas konstruieren kann, was entweder wie Problemlösung aussieht, oder als Entschädigung etwas, was diese leider verhindert hat….der böse politische Gegner notfalls…. allein die Wahrnehmung als Gegner ist eigentlich sehr undemokratisch.

      Problemlöser sind in der Regel keine Machtmenschen. Daher kommen sie nie an die Stellen, wo sie wirken könnten. Und dass beides zusammen kommt, also ein Problemlöser auch genug soziopathische Eigenschaften hat, um Macht zu erlangen ist ein seltener Glücksfall….

      1. „Super Vorschlag. Wäre ich sofort dabei. Aber nicht Mindestlohn, sondern Medianlohn.“
        Die Linken im Bundestag zahlen sich selbst 2750€ netto aus, was dem durchschnittlichen Facharbeiterlohn entspricht. Der Rest wird gespendet. Das ist schonmal ein guter Anfang, wird aber leider bei den anderen Parteien nicht so praktiziert.

    2. > Politiker sind Karrieristen.
      Ja.

      > Es geht ihnen ums Geld.
      Nur solange sie davon nicht genug haben. Spätestens dann gehts um Macht, nicht um Geld.

      Deshalb würde Dein Plan zwar einige besonders peinliche personelle Besetzungen vermeiden, gleichzeitig aber sicherstellen daß nur Leute Parlamentarier werden können, die schon wohlhabend sind. Das ist ggf. keine wirklich durchdachte Lösung.

  9. Der Verfasser scheint wohl darauf abzuheben, das es mit CDU und AfD noch schlimmer wird als jetzt. Die Profiteure der jetztigen Versagertruppe sitzen vor allem in den westlichen Großstädten( Köln Innenstadt 40,5 % Grünenwähler). Diese Leute leben von den Steuerzahlungen der AfD- und CDU- Wähler. Es sind die Angehörigen einer parasitären Kaste, die oft im “ Kulturbetrieb“, sowie im ÖD arbeiten, wo im übrigen die Krankenstände traditionell am höchsten sind. Für diese Figuren könnte es tatsächlich “ schlimmer“ werden. Aber gerade das wünschen sich ja gerade AfD- Wähler. Die Trumpisten machen es gerade vor, wie man mit diesen “ Eliten“ umgeht, man schmeißt sie einfach raus. Nun ist das Geheule groß, man faselt von Faschismus, entdeckt in jeder Armerhebung den Adolfgruß. Das interessiert die Rednecks und evangelikalen aber einen feuchten Kehricht, sie möchten nur, das diese großstädtischen Parasiten, von denen sie jahrelang herabgewürdigt und verarscht wuren, verschwinden. Eine ähnliche Entwicklung könnte sich auch hier anbahnen, ich hoffe das Beste.

    1. Behauptungen aufstellen können Sie ja.
      Jetzt liefern Sie mal den Beweis, dass die Grünenwähler vor allem von der Wohlfahrt leben und die AFD-Wähler vor allem die Steuerzahler sind.
      Können Sie nicht. natürlich nicht, weil diese steile These ihrem Hirn entspringt und nicht der Realität.
      Sie sind ein Dr. Eisenbart, kurieren die Leut auf ihre Art.

      Lügendoktor, Lügendoktor…

      1. Ich vermute, er meint nicht die Wohlfahrt, sondern den Staatsdienst.
        Dort sitzen die Grünen und treiben die Digitalisierung voran, damit sie sich nicht mehr vor Ort mit lästigen Bürgern herumschlagen müssen.

    2. Auf den Punkt gebracht.
      Das Bullentum, Kommissare, Staatsanwälte und Richter will ich noch hinzufügen.
      Kriminelles, faschistoides Gesindel auf Steuerzahlerkosten.

    3. Was die Arroganz und die Abgehobenheit der Grünen und vieler ihrer Wähler betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Sich auf dumpfbackige Rednecks und irrationale Evangelikale zu berufen, wirft aber ein schlechtes Licht auf jemanden, der sich als angeblich rationalst denkender und härtest arbeitender Rechtsaußen-Technokrat positionieren will…

  10. Die Mehrheit mag rechts liegen – aber drei Viertel der Deutschen lehnt eine Koalition CDU-AFD ab.
    Zumindest nach dieser Umfrage.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/151804/umfrage/bevorzugte-koalition-nach-der-naechsten-bundestagswahl/
    Sofern ich den Wunsch verstehen kann, dass sich da wer entzaubert. Eine solche Koalition würde massiv gegen den Wählerwillen verstoßen.

    Letztendlich, so denke ich, hängen Auf- oder Abstieg der AFD einzig und alleine davon ab als wie sehr erfolgreich die Politik der Trump-Regierung in den kommenden Jahren angesehen wird (Wichtig hier „angesehen wird“ nicht unbedingt auch wirklich erfolgreich ist).
    Denn so wie die AFD sich ideologisch und auch marketingtechnisch an Trump angelehnt hat, wird sie erst entzaubert werden, wenn Trump entzaubert ist. Dann aber richtig.

  11. Mal in Relationen gesetzt: BSW hat 2 468 670 Stimmen erhalten.
    Die Baltischen Staaten haben an Einwohnern: Estland 1,3 Mio, Lettland 1,875 Mio, Litauen ca. 3 Mio.
    Also jeder davon findet mehr Berücksichtigung, wenn um Aufrüstungspläne geht,
    als die ca. 2,5 Millionen BSW-Wähler, die nicht in der dt. Regierung repräsentiert sein werden,
    keine Stimme im Parlament bekommen, und die gute Gründe haben, gegen Aufrüstung zu stimmen.
    Es ist also demnach so, dass 2,5 Millionen Wähler hierzulande nicht gehört werden.
    Aber jene Stimmen der Balten sind überlaut zu vernehmen, obwohl sie Zahlenmäßig nicht mal an diese Millionen, die gegen weitere Aufrüstung sind, heranreichen?

    1. „Aber jene Stimmen der Balten sind überlaut zu vernehmen…..“
      Nicht nur das, sie besetzen mit „Verteidigungs“- und Außenressort auch wesentliche Schlüsselämter in der EU.

    2. Wie recht Sie haben! Hinzu kommt, daß der Fanfare der wahrlich hirnlosen Briten immer noch am eifrigsten gefolgt wird, warum auch fucking immer..

    3. @ jane otto

      Wofür ich die Sahra am meisten schätze, nämlich gegen massive Aufrüstung zu sein und somit gegen die Kapitalumverteilung von unten nach oben, disqualifiziert sie eben auch an der Macht teilzuhaben. Jeder anständige Bürgermeister, der politisch aufsteigen wollte, wurde zwangsläufig auch zum Arschloch – oder gab vorher entnervt auf!

      Anstand und Politik verträgt sich ab einem bestimmten Level nicht mehr…

      Hoffentlich ist sie jetzt realistisch genug, uns den Wählern den Stinkefinger zu zeigen, uns im Geiste „alles Gute an der Front“ zu wünschen und zukünftig ihr Leben zu geniessen; weit weg von Deutschland – klug genug wäre sie ja!

      1. Ich denke, Anstand und Politik können sich sehr wohl vertragen, unabhängig vom Level. Ich kann mich noch an solche Politiker in der Regierung erinnern, auch in Deutschland. Inzwischen sind sie allerdings dünn gesät, aber gerade Sahra Wagenknecht ist ja ein gutes Beispiel für eine aufrichtige und integre Persönlichkeit, die es in der Politik recht weit nach oben gebracht hat. Genauso wie eine Reihe Bundestagsabgeordnete des BSW. Oder auch ein Tino Chrupalla, dem ich es hoch anrechne, dass er zum Empfang der russischen Botschaft ging und bei Gaza/Israel auch nicht auf Linie seiner Partei ist.
        Aber ich gebe Ihnen recht, dass im gegenwärtigen System anscheinend nur noch solche Leute in Machtpositionen kommen, die „anstandslos“ die Interessen des obersten einen Prozents bedienen. Allerdings werden sie auch immer wieder von einer ausreichend großen Anzahl von Leuten gewählt, die kein Problem damit haben, sich jedesmal aufs Neue hinter die Fichte führen zu lassen. Das wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.
        Wahrscheinlich darf man nicht vergessen, dass es einer großen Anzahl von Bürgern trotz der beharrlichen Wühlarbeit am Fundament des Sozialstaats immer noch recht gut geht. Der Wohlstand schmilzt nur allmählich dahin, es ist kein harter Schnitt. Sie werden es erst merken, wenn es zu spät ist.

  12. Nicht ‘mal in London und Brüssel kann man wählen
    Die Bundestagswahl wird vom Chaos beim Briefversand überschattet: Viele Auslandsdeutsche haben ihre Wahlunterlagen nicht erhalten. Wird das Ergebnis angefochten?

    Das dürfte ein Nachspiel haben: In Brüssel, London, Washington und vielen anderen großen Städten haben die Auslandsdeutschen ihre Wahlunterlagen nicht rechtzeitig erhalten und können daher keine Stimme abgeben.

    In London ist sogar der deutsche Botschafter betroffen. In Brüssel trifft es viele deutsche EU-Bedienstete. Das ist besonders peinlich – denn es führt zur Enthaltung wider Willen, dem verlachten “German vote”.
    https://lostineu.eu/chaos-bei-der-briefwahl-im-ausland/

    1. In einem demokratischen Rechtsstaat würde eine Wahl, die 10.000de Wahlbrechtigte von der Stimmabgabe ausschliesst, selbstverständlich annulliert. Aber in Deutschland… wir werden sehen.

      1. Es sind wlsxhqieroge Zeiten, da wird das Verfassungsgericht vermutlich „Verantwortung übernehmen“ und die Wahl nicht annulieren. Denn es sind besondere Zeiten (die irgendwie zwar immer sind, aber was soll’s) und eine weitere Wahl würde vermutlich „das Flasche Signal“ setzen.

        Merke, Willkür ist schlecht, außer es gibt einen Grund dafür…. Solche Gründe werden oft von Leuten gefunden, die „Verantwortung übernehmen“ oder „schwierige Entscheidungen“ treffen…

  13. Im großen und ganzen Zustimmung. Mit einer neuen großen Koalition schafft die SPD sich ab.

    In einem Punkt mache eine Einschränkung:
    „Die Leute wollen nicht jeden Tag hören, dass die Erde brennt“ – ja, von Leuten, die im Regierungsflieger von Berlin nach Frankfurt fliegen, sich medienwirksam ein Fußballspiel ansehen und dann abends weiter nach Luxemburg jetten. Ansonsten wäre es schon an der Zeit, etwas für den Schutz nicht nur des Klimas sondern vor allem gegen die drastisch schwindenden Ressourcen der Erde zu tun. Es geht ja nicht bloß um die fossilen Rohstoffe. Elon Musk mit seinen fetten, ressourcenfressenden E-Fahrzeugen ist da leider Teil des Problems, nicht die Lösung, ebenso wie der parteiübergreidene fühl-dich-gut Populismus von AfD bis zu den Grünen, ein Pool, in dem Sie, Herr Flassbeck, anscheinend auch ganz gerne mitplanschen wollen.

  14. Es lassen sich viel zu viele in die Irre führen mit dem ewigen „Rechts“ aber da ist nichts mehr.

    Rechts, Bürgerlich, Nationalistisch wurde im laufe der Jahre der Globalisierung und des Neoliberalismus ebenso ausgerottet wie einst klassische Linke Themenbereiche. Heute gibt es, bis auf Kleinstparteien und Gruppen, Stiftungen, Organisationen, Vereine, Nischenmedien, nichts mehr zu unterstützen oder demokratisch wählen was konsequent ausserhalb globalistischer Normen liegt.

    Der Grund liegt darin begraben das Neoliberale absolut total rein gar nichts von Plebsiziten, Volksentscheiden, Demokratie, Parlamenten, Debatten, Abstimmungen, Wahlen halten… diese Leute halten all das schlicht für absolut nutzlos. Was hingegen begrüsst wird ist Lobbying, ein maximal nicht existenter Staat ohne jegliche Regulierung, ohne Sozialstaat, ohne Steuern, ohne Öffentliches Eigentum… was am Ende alle Freiheiten für Kapital und Investoren bedeutet. Den die hat man mit Kapitalmarktliberalisierungen schon vor vielen Jahren von jeglicher sozialer Verantwortung befreit.

    Es sind dies die ultimativen Nutzniesser der heutigen Globalisierung. Alles andere und jeder muss sich diesen Ansprüchen unterordnen… das ist das was für Demokratien noch zugelassen wird.

      1. Stimmt, wir hätten eine Mauer drumherum und niemand käme raus und rein, außer er tauscht fleißig Devisen, damit wir von den kapitalistischen Innovationen (die wir selbst Dank 5-Jahresplan nicht hinbekommen, weil es ja keine Klassen gibt und alle gleich „fleißig“ und „klug“ sind und niemand hervorstechen darf) was kaufen können.

  15. Es fängt schon damit an, dass die Politik es nicht weiß oder es nicht wissen will, dass Geld kein Tauschmittel ist, sondern ein völlig abwegiges „Verschuldungsmittel“.

    Hatte diesbezüglich eine Petition beim Deutschen Bundestag einzureichen versucht. Der Petitionsausschuss schrieb mir zurück, dass dieses Problem nicht mit Gesetzen gelöst werden kann.

    Der Bundestag kann also nur Gesetze verabschieden. Auf diese Weise kann er aber das Kernproblem, dass wir ein völlig falsches Geld- und Bankensystem haben, nicht beseitigen.

    Damit der heutige Raubtierkapitalismus erfolgreich abgeschafft werden kann, müssten alle Länder weltweit mitmachen.

    Obwohl ich bei der Linken immer etwas skeptisch bin, empfehle ich trotzdem folgendes Video:
    Gregor Gysi Über Die Zukunft Des Kapitalismus, Karl Marx und Den Demokratischen Sozialismus

  16. „Die schwachsinnigen europapolitischen Vorstellungen der AfD hat Merz in Nullkommanichts wegverhandelt.“ Na toll, diese Vorstellungen waren die Ursache für die Gründung der AfD.
    Wenn die AfD mit der CDU koaliert, wird mit ihr dasselbe passieren, wie mit den Grünen. Sie wird sich in Fundis und Realos spalten. Die Realos setzen sich durch. Die Fundis gehen bis auf ein paar Feigenblätter raus, und eine neue Blockpartei ist entstanden.
    Außerdem haben die Linksgrünen gar nicht so schlecht abgeschnitten, wie hier behauptet. Linke, BSW und Grüne haben zusammen 8,8 % + 4,97 % + 11,6 % = 25,37 %. Das ist mehr als die AfD!
    Wenn die CDU die Ukraine weiter unterstützen und Russland sanktionieren will, bekommt sie die Wirtschaftskrise nicht in Griff, und es kommt zu einer ganz anderen Entwicklung.
    Man sollte sich lieber fragen warum die AfD schon lange in Umfragen stagniert und auch bei den Wahlen unter ihren Möglichkeiten bleibt . Das liegt an gravierenden Fehlern, die sich leicht vermeiden ließen.
    Ich verstehen nicht, warum die AfD ständig aufdringlich Atomenergie propagiert. Kernkraft ist nicht aktuell, und die meisten Menschen haben Angst davor.
    Ich halte es auch für verfehlt, sich bei den Kirchen und den Juden anzubiedern. Diese hetzen nur gegen die AfD. Die christlichen Kirchen sind ein Auslaufmodell und die Leute sind nicht mehr fromm. Wegen des Gazakriegs der Israelis sind die Juden im Augenblick keine Sympathieträger. Das sage ich, weil es so ist, und nicht weil ich Antisemit wäre.
    Auch verstehe ich die bevölkerungspolitische Propaganda der AfD nicht.
    Renten werden nicht durch Vermehrung finanziert, wie in vorindustriellen Zeiten, sondern durch Wirtschaftswachstum. Nötig wäre ein Rentensystem, das dieser Tatsache Rechnung trüge.
    Auch der Anteil der Fachkräfte kann nicht durch Vermehrung erhöht werden, Denn es werden nicht nur potenzielle Fachkräfte geboren, sondern auch Kinder, die keine Fachkräfte werden wollen oder dazu nicht geeignet sind. Der Anteil an Fachkräften kann nur durch ein leistungsfähiges Bildungssystem und durch die Einschränkung des Zugangs zu unproduktiven Studiengängen vergrößert werden.
    Mit negativer Einstellung zum Schwangerschaftsabbruch kann man weder Frau noch Mann begeistern, weil von einer ungewollten Schwangerschaft beide betroffen sind. Es sind vernünftige Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch erforderlich.
    Ganz abwegig ist der Versuch, die indigene Bevölkerung in einen Vermehrungswettlauf mit den Einwanderern zu treiben. Das Problem lässt sich nur durch Stopp der Einwanderung und durch Assimilation der Zugewanderten lösen.
    Nationalismus zu propagieren ist vorgestrig und stößt auf Ablehnung. Die Deutschen wollen auf Wohlstand und Wirtschaft und nicht auf ihre Geschichte stolz sein, von der die meisten Leute gar keine Ahnung mehr haben. Die Ablehnung von Schuldkult und woker Kultur kommt dagegen gut an.

    1. Linke, BSW und Grüne haben zusammen 8,8 % + 4,97 % + 11,6 % = 25,37 %.

      Die Grünen kann man da aber getrost wieder herausrechnen. Mittlerweile ……. 🤮 ◀️ Da kommt das neue Grün.

    2. „Außerdem haben die Linksgrünen gar nicht so schlecht abgeschnitten, wie hier behauptet. Linke, BSW und Grüne haben zusammen 8,8 % + 4,97 % + 11,6 % = 25,37 %. Das ist mehr als die AfD!“

      Es gibt keine „Linksgrünen“.
      Es gibt Linke und BSW.
      Und die Grünen. Diese Parteien haben nichts miteinander zu tun.
      Die einen wollen eine linke Politik und sind antimilitaristisch. Das andere ist die Partei der Beamtin im höheren Dienst, die gerne im Bioladen einkauft. Die will mit den Linken garnix zu tun haben.

  17. Soso, Klimapropheten und den Sozialromantiker. Nun ja, mit Merz ist dann der Mindestlohn und das Bürgergeld weg. Gonnt das geener gommunizieren? Dasselbe böse Erwachen wie in Italien.
    Nun regiert ja dieser AfD-Landrat Sesselmann im Landkreis Sonneberg. Der tut exakt nichts, mit einer Ausnahme. Sein Landkreis ist der einzige ohne ein einziges Windrad. Dass das so bleibt, dafür sorgt er. Aber was soll da denn Konjunktur sorgen, wenn nicht die Erneuerbaren? Noch mehr Konjunkturschwäche, was denn sonst?
    Überhaupt können sich internationale Konzerne in Sachsen nun überhaupt nicht mehr ansiedeln. Denn bei 45 Prozent AfD-Wählern müssen sie mit Übergriffen auf ihre stets multiethischen Belegschaften rechnen. Riesenerfolg!

    Überhaupt hat die CDU nur marginalen Einfluss auf die Wirtschaft. Bei uns Schwaben ist immer Wirtschaftswunder, auch dann, wenn die Linkspartei 100 Prozent hätte. Eher noch mehr.

    1. Der AfD-Landrat Sesselmann im Landkreis Sonneberg hatte weniger Alkoholkonsum als sein Mitbewerber, deshalb auch von vielen Linken gewählt. Windräder verteuern unseren Kaffee und Schokolade. Je mehr Windräder umso weniger Kaffee- und Kakaobohnen. Die Anbaufläche in Südamerika ist eben begrenzt.

    2. Sonneberg liegt in einer ziemlich gebirgigen Gegend
      https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Wald#/media/Datei:Th%C3%BCringer_Wald_-_Deutsche_Mittelgebirge,_Serie_A-de.png
      (Sonneberg rechts unten nördlich von Coburg)
      wo sich natürlich nur sehr schwer Windparks anlegen lassen, da alles ziemlich gebirgig, steil, bewaldet und auch meist alles zusammen ist. Zudem gilt der Thüringer Wald als Naturpark und der Tourismus-Faktor ist nicht zu unterschätzen. Touristen wollen keine Windräder im Wald.

    3. @Artur_C
      Zeitenwende?
      Früher war der Osten mal rot, heute ist er braun.

      Denn sie wissen nicht was ihnen mit der AFD blüht und wollen es auch nicht wissen.

    4. „Nun ja, mit Merz ist dann der Mindestlohn und das Bürgergeld weg.“

      Warten wir mal ab. Mit den Linksgrünen ist halt die Währung wertlos und die Mieten und Immobilienpreise explodieren, weil Dank Zuwanderung die Bevölkerung wächst, dank „Energiewende“ die Energiepreise immer teurer werden usw.

      „Denn bei 45 Prozent AfD-Wählern müssen sie mit Übergriffen auf ihre stets multiethischen Belegschaften rechnen.“

      Du verkennst den Grund, weshalb Leute AfD wählen. Ein Tip: Fremdenfeindlichkeit ist es nicht, jedenfalls nicht primär…

      „AfD-Landrat Sesselmann im Landkreis Sonneberg. Der tut exakt nichts,“

      Behauptet bestimmt der ÖRR. Abgesehen davon, dass man als Landrat ohnehin nicht viel tun kann, glaube ich das auch nicht. Eventuell ist das „nichts tun“ auch eine erfrischende Wende, verglichen mit links-grünem Weltrettungsaktivismus?

      „Überhaupt hat die CDU nur marginalen Einfluss auf die Wirtschaft. Bei uns Schwaben ist immer Wirtschaftswunder, auch dann, wenn die Linkspartei 100 Prozent hätte. Eher noch mehr.“

      Ich würde nicht drauf wetten, die Linken bekommen alles kaputt.

  18. Im Kern gebe ich Ihnen recht, aber für viele Menschen kann das auch existensbedrohend, wenn nicht gar -vernichtend enden.
    4 Jahre reichen aus, um einen starken und antidemokrat. Polizeistaat, den ja CDU und AfD anstreben, auch in die Tat umzusetzen. Und ob dann noch die Möglichkeit besteht, dem Faschismus Einhalt zu gebieten, ist fraglich. Daß die ausführende „Staatsgewalt“ keinen Schutz vor faschist. Umtrieben darstellt, und das Grundgesetz beliebig außer Kraft gesetzt werden kann, hat sich ja in der Vergangenheit und Gegenwart mehrfach gezeigt.
    Wer schon immer zur Polizei wollte, um straffrei „Zecken“ zu klatschen und falsch Pigmentierte zu verprügeln- jetzt ist der optimale Zeitpunkt. Die CDU und AfD braucht dich – melde dich!

    1. „4 Jahre reichen aus, um einen starken und antidemokrat. Polizeistaat, den ja CDU und AfD anstreben“

      Keine Ahnung, wie du auf solche Gedanken kommst, muss Projektion sein. Sieht aus meiner Perspektive genau anders herum aus, es sind die Grün-Roten, unter denen die Kontokündigungen bei der Opposition um sich gegriffen haben, willkürliche Schikanehausdurchsuchungen, eine Reformation des Beamtenrechtes, um ideologische Quertreiber leichter abservieren zu können usw. usf., das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verdanken wir m.W. noch der SPD und Merkel oder die Zensur auf den „social media“. Die sich selbst „demokratisch“ nennenden Parteien sind es nicht (und die CDU schließe ich da explizit mit ein). Die CDU ist ohenhin nur wegen der Angstpropaganda des ÖRR wieder an der Macht.

      1. Wer sich einmal mit den Kleinen Anfragen der AFD im Bundestag beschäftigt
        hat, würde auf einen Schwachsinn den der Andreas gerade verbreitet hat, nicht kommen
        Gerade die AFD hat sich über die Freiheitseinschränkungen der Ampel muckiert.
        Konto Rauswürfe für Kritiker, speziell der Corona Maßnahmen, wurden allein von
        der AFD kritisiert, wie auch die Corona Maßnahmen insgesamt.

  19. Mit Merz & Pistorius kommt die Kriegstüchtigkeit ins Haus und entzaubert wird Deutschland spätestens wenn der Russe auf eine Taurus Lieferung militärisch reagiert. Das was man sät das wird man ernten. Die Aufrüstung verkleidet als „Defence“ wird die Kassen in diesem Land für einen Großteil der Bürger weiter plündern.

    1. @Jan

      Ausgleichszahlungen für versicherungsfremde Leistungen der Rentenkasse weiter gekürzt.
      Das die Zuschüsse eben für diese fremden Leistungen aus dem Steuertopf gezahlt werden müssen und nicht für die Renten, schreibt der Spiegel leider nicht.

      Würde der Ausgleich gemäß den fremden Leistungen erfolgen würde die Rentenkasse überlaufen und kein Rentner müsste sich Sorgen machen.
      Weitere Infos gibt es unter https://www.seniorenaufstand.de

      „Bund finanziert geringeren Anteil der Rente als vor 20 Jahren
      Deutlich mehr Rentnerinnen und Rentner als bisher müssen bald in Deutschland Steuern zahlen – zugleich ist anteilig zuletzt jedoch weniger Steuergeld in die Finanzierung des Rentensystems geflossen. Genauer: Der Zuschuss des Bundes ist in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen.

      Trugen die Steuerzahler 2004 noch 24,2 Prozent der Einnahmen der Rentenversicherung, so waren es nach Regierungsangaben 2023 noch 22,4 Prozent.

      Der Anteil des Bundeshaushalts, der als Bundeszuschüsse an die Rentenkasse floss, sank in dieser Zeit von 21,6 auf 18,4 Prozent, wie aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. Auch gemessen an der deutschen Wirtschaftskraft gab der Bund weniger für die Rente aus: 2004 waren es 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2023 dann noch 2,0 Prozent.“
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bund-finanziert-geringeren-anteil-der-rente-als-vor-20-jahren-a-09d29ad9-dfe2-470b-b83e-0704965283fa

    2. Mit Merz & Pistorius kommt die Kriegstüchtigkeit ins Haus und entzaubert wird Deutschland spätestens wenn der Russe auf eine Taurus Lieferung militärisch reagiert.

      Entzaubert ?!?

      Ich fürchte das Ziel ist eine militärische russische Reaktion auf Taurusbeschuß zu provozieren, um darauf das Kriegsrecht zu verhängen. Und wenn das geschieht brauchen wir uns über die Unbilden eines herbeihalluzinierten AfD-Faschismus keine Sorgen mehr zu machen.

      Kriegsrecht wäre das Ende unserer Fassadendemokratie.

  20. In den parlamentarischen Ausschüssen gibt es jetzt eh eine de facto CDU/CSU-AfD-Mehrheit. Entsprechend werden die Gesetze aussehen, die dieses Parlament produziert, egal wer nominell in einer Koalition „regiert“. Wenigstens ist uns wohl das Schlimmste erspart geblieben und die Olivgrüne Kriegspartei ist weitestgehend weg vom Fenster. Die AfD wird jetzt atlantisch eingenordet, und nach der kommenden Säuberung sieht sie dann wie eine frisch aus dem Ei gepellte Bundes-CSU aus. Ich würd aber als Insasse von Dumpfland auf jeden Fall schon mal anfangen, Chinesisch zu lernen, vielleicht haben die ja in ein paar Jahren nen Fachkräftemangel da.

  21. Überwiegend ein recht gelungener Kommentar.

    Nur wenige Anmerkungen:

    Zweifellos richtig:
    „Nein, nein, es kann doch nicht sein, dass man diesen Leuten den Weg an die Macht ebnet. Doch, es muss sein. Das nennt man Demokratie.“

    Weniger klar ist folgender Satz:
    „Das Volk muss hautnah erleben, dass die Alternative keine Alternative ist.“

    Wie und warum sollte das Volk das denn erleben??
    Die Frage ist eben, was man unter Alternative versteht und wie weitgehend die Wünsche sind. Herr Flassbeck scheint etwas irrtümlich davon auszugehen, dass die AfD extreme und utopische Ziele hätte. Dem ist aber nicht so.

    Insbesondere wäre das Hauptziel, nämlich die deutliche Begrenzung der Migration und der Politik der offenen Grenzen sehr wohl recht leicht realisierbar, wie es uns ja z.B. Dänemark vormacht.
    Auch das energische Zurückdrängen der diversen woken, linken und rotgrünen NGO´s ist durch ein Abdrehen des Geldhahns leicht möglich.
    Insofern ist es unverständlich, wenn Herr Flasbeck hier von „Entzauberung“ spricht.
    Im Gegenteil!

    Außerdem:
    Die AfD gründete sich doch als Alternative zur Politik jener bewussten Frau.
    ALLES, was an die CDU vor jener Frau wieder anknüpft und was die Politik dieser Kanzlerin verwirft, IST aus Sicht der AfD ja schon in weiten Teilen eine Verwirklichung der Alternative.

    1. Guten Morgen, grüße Sie Herr Wirth!

      Die Frage ist eben, was man unter Alternative versteht und wie weitgehend die Wünsche sind. Herr Flassbeck scheint etwas irrtümlich davon auszugehen, dass die AfD extreme und utopische Ziele hätte. Dem ist aber nicht so.

      Es ging Herrn Flassbeck wohl zuvorderst nur um die Wirtschafts- und Sozialpolitik der AfD. Er scheint der – wie ich ganz unten in meinem Beitrag ganz unten zu skizzieren versuche – irrigen Annahme zu unterliegen, die Leute würden anfangen eine Systemalternative oder zumindest echte Reformer zu wählen, die sich dem Neoliberalismus etc. entgegenstellten, wenn sie dann unter Schwarz-Blau bzw. einer Bahamas-Koalition mit Hartz V und Massenarbeitslosigkeit konfrontiert würden.

      Dabei wurde er 1999 ja selbst vom Hof gejagt und sollte wissen, dass eine Alternative schon allein ökonomisch vom System nicht toleriert wird. Schon ein biederer Keynesianer (also eine Reformströmung innerhalb der Verhältnisse) gilt ja heute als „Revoluzzer“.

      Insbesondere wäre das Hauptziel, nämlich die deutliche Begrenzung der Migration und der Politik der offenen Grenzen sehr wohl recht leicht realisierbar, wie es uns ja z.B. Dänemark vormacht.

      Huch, da sehen Sie die nordischen Verhältnisse aber sehr positiv. Wie kommt’s? Es ist etwas faul im Staate Dänemark, dort hat man das Problem nur wegdelegiert. Gelöst ist da herzhaft wenig.

      Ansonsten – ist Ihnen auch aufgefallen, dass Weidel und Co. nicht mehr von „Massenmigration“ und Co. warnen, sondern anfangen Asyl und Zuwanderung zu scheiden? Die Melonisierung schreitet voran! Die hat früher auch immer von Fluchtursachen geredet und was macht sie heute? Die Gesamtzahl der Ausländer in Italien lag übrigens letztes Jahr bei 5,25 Millionen (8,9 %). 2022: 8,5 %, 2015: 8,25; 2010: 7 %; 2005: 4,1 %…

      Auch das energische Zurückdrängen der diversen woken, linken und rotgrünen NGO´s ist durch ein Abdrehen des Geldhahns leicht möglich.

      Sie meinen so wie Musk und Milei? Einfach durch andere ersetzen? 🤣

      Die beiden sind ja alles andere als anti-etatistisch. Die haben nur andere Staatsvorstellungen und Zielgruppen, die sie an die Fleischtröge heben. Und sobald ihre „Investments“ und „Interests“ bedroht sind, schreien sie sofort nach Vadder Staat.

      ALLES, was an die CDU vor jener Frau wieder anknüpft und was die Politik dieser Kanzlerin verwirft, IST aus Sicht der AfD ja schon in weiten Teilen eine Verwirklichung der Alternative.

      Das geht aber nicht, weil nicht die Frau das Problem war, sondern die Bäckerei. Merkel hat ja nur im Laden mitgebacken – hätte sie nicht brav Törtchen produziert, sondern angefangen die von Ihnen erhofften Brötchen zu backen, wäre sie von den Eignern schneller davongejagt worden als sie hätte „Flassbeck“ sagen können.

      Wirklich – ich verstehe nicht wieso sich die Leute immer von Personen ablenken lassen. Die sind zwar nicht völlig machtlos, aber eben zugleich stets völlig austauschbar. Wäre Merkel nicht da gewesen, hätte ein anderer das Zepter geschwungen und die Kirschen auf die Törtchen gesetzt…

      Gruß
      Altlandrebell

      1. @ Altlandrebell
        25. Februar 2025 um 0:56 Uhr

        Einen guten Morgen wünsche ich.

        Dem, was Sie oben zu Flassbeck schreiben, kann ich durchaus zustimmen.
        (Ihren weiter unten stehenden Kommentar kenne ich noch nicht.)

        Natürlich wenden sich AfD-Wähler nicht grundsätzlich gegen den Kapitalismus oder Neoliberalismus, sondern nur gegen seine zeitweise vorherrschende globalistische und universalistische Ausprägung mit ihrer charakteristischen Haltung zur Migration und zur Auflösung traditioneller Kulturen und Strukturen. DIESE Ausprägung ist mit dem aus westlicher Sicht nicht sehr erfolgreichen Ukraine-Krieg, der Festigung einer neuen multipolaren Weltordnung und der von Trump gesetzten Akzente zwar nicht Geschichte, aber doch eher auf dem Rückzug.

        Von daher würden die meisten AfD-Wähler auch gar nicht jammern, wie Herr Flasbeck unterstellt, wenn eine fiktive schwarz-blaue Regierung kapitalistische Politik betreibt. Dies jedenfalls solange, wie rotgrüne Credos und NGO´s ebenso abgebaut werden wie das Migrationsproblem in seiner heutigen Ausformung mit der Einwanderung der falschen Personen.

        Eine „Entzauberung“ würde allenfalls bei jener eher kleinen Gruppe von AfD-Wählern gegeben sein, die eigentlich eher das BSW wählen sollten.

        Man muss berücksichtigen, dass der typische AfD-Wähler kein Transfergeldempfänger ist, sondern dem steuerzahlenden unteren und mittleren Mittelstand angehört.

        Im Hinblick auf die weitaus bessere dänische Migrationspolitik widerspreche ich Ihnen aber ganz deutlich!
        Und den gestiegenen Ausländeranteil in Italien werden Sie doch wohl nicht auf den Wunsch der Meloni-Regierung zurückführen wollen … ?? Oder doch?! Das wäre Quark!

        zu jener Frau:
        „Wäre Merkel nicht da gewesen, hätte ein anderer das Zepter geschwungen und die Kirschen auf die Törtchen gesetzt…“

        Nein!
        Da machen Sie es sich wirklich viel zu einfach und vernachlässigen den Faktor der Bedeutung individueller Dispositionen von Akteuren.
        Akteure sind eben nicht beliebig austauschbar.
        Es ist nicht immer nur das System!
        Auch im System gibt es Freiheitsgrade und Handlungsspielräume, und jene Frau hat sie auf ihre eigene Art zu unserem Schaden genutzt.

        Gruß

        1. Du liebe Zeit. Bei soviel Noblesse des Steuer zahlenden (absetzenden, auch um die Ecke, wenn es nur irgend geht) Mittelstands, wird einem richtig warm um’s Herz. Während Mum und Dad Mercedes und Porsche fuhren und Prinzessin sich einen New Beetle anstatt eines Porsche wünschte, war für unsereins schon ein funktionierendes Headset zuviel. Bei den Arbeitsmitteln wurde generell geknausert, getrickst, was das Zeug hielt. Nur ein Bsp. aus einem sog. mittelständischen Betrieb.
          Und wenn ihr nicht den Migrantenstadl und die für Deutschland auserkorene ‚Global Leaderin for Tomorrow‘ hättet, würden euch am Ende noch die Stichworte fehlen um Fülltext in die Foren zu gießen. Madame Kanzlerin, wie die vorher und nachher von oben gesetzten Funktionäre des Politstücks ‚wir spielen jetzt Demokratie‘, wußten genau, wer die Schüsse ansagt.

          Georg Schramm hat das mal recht trefflich dargeboten:

          „Daß Angela Merkel zur mächtigsten Frau der Welt gekürt wurde, ist eine Farce. Sie ist noch nicht einmal die mächtigste Frau im eigenen Land. Daß die Zeitungen jetzt schreiben Ursula von der Leyen ist die zweitmächtigste Frau in Deutschland ist eine Vertölpelung, Verdummbeutelung von ihnen und zwar eine Bewußte, der Presse die es schreibt. Die mächtigsten beiden Frauen in diesem Land sind Liz Mohn und Friede Springer. Bertelsmann und Bild-Konzern. Die Bild-Zeitung, die den Analphabetismus bereits im Namen und in die Lande trägt. Bertelsmann und Bild, die lautstarken Herolde eines maroden Systems, das weltweit an den Fäden der Geldverleiher zappelt.
          Eine Handbewegung von Friede Springer genügt und die Lohnschreiber werden die Kanzlerin endgültig vom Thron holen und werfen sie ihrer eigenen Partei zum Fraß vor.
          Vielleicht erleben wir es schon demnächst. Die wahrhaft Mächtigen sind gewiss, daß sie die Gunst des Volkes schon verloren haben. Das macht die Kanzlerin so wertvoll, denn solange sie die Gunst des Volkes hat, solange wird sie gebraucht. Aber nur solange sie die Gunst der Macht hat, wird sie es tun können.
          Eine Symbiose nennt man das in der Biologie. Aber wenn es zu Lasten des Wirtstiers geht nennt man es eine parasitäre Symbiose. Und das Wirtstier, das sind bedauerlicherweise wir.“

          Prix Pantheon 2010 – Georg Schramm Teil 1/2
          https://www.youtube.com/watch?v=c1WIJQOaMsI
          Prix Pantheon 2010 – Georg Schramm Teil 2/2
          https://www.youtube.com/watch?v=MVRauiWsfB0

          Mglw. findest du im beigefügten Schaubild ja die Mitte:

          KAPITALISTISCHE PYRAMIDE, 1911. /n’Pyramid des Kapitalismus. “ Amerikanischen sozialistischen Plakat, 1911.
          https://www.alamy.de/stockfoto-kapitalistische-pyramide-1911-npyramid-des-kapitalismus-amerikanischen-sozialistischen-plakat-1911-95441630.html

        2. aber doch eher auf dem Rückzug.

          Die AfD hat m.E. große Züge dessen, was man in den USA „Paläokonservativsmus“ nennt (Sie mögen und dürfen es für ein dusseliges Wort halten). Ich habe hierzu unten in meinem – zugegeben sehr langen und einiges, was ich öfters bereits erwähnte, wiederholenden – Beitrag angemerkt (den ich eher für Neuleser geschrieben habe bzw. als Verweismöglichkeit), dass auch ein gewisser außenpolitischer Isolationismus zu dieser Strömung dazugehört. Eben das Fernbleiben von bestimmten außenpolitischen Abenteuern und das Setzen auf andere Maßnahmen. Was natürlich von linkem oder libertärem Isolationismus zu unterscheiden wäre, die da sehr viel radikaler sind. Die AfD stimmt ja für gewisse Auslandseinsätze.

          Von daher würden die meisten AfD-Wähler auch gar nicht jammern, wie Herr Flasbeck unterstellt, wenn eine fiktive schwarz-blaue Regierung kapitalistische Politik betreibt.

          Das mag sein. Aber Flassbeck denkt hier einfach, dass wenn die Leute eine Partei wählen und spüren, dass es unter deren Regierung(sbeteiligung) ihnen noch dreckiger geht, sie wieder zu einer anderen wandern oder sich für neue / andere Ideen öffneten. In Österreich gab es das ja 2019 mit dem Einbruch der FPÖ – das war dann aber nicht von Dauer. Anderswo schon.

          Man muss berücksichtigen, dass der typische AfD-Wähler kein Transfergeldempfänger ist, sondern dem steuerzahlenden unteren und mittleren Mittelstand angehört.

          38 % der befragten Arbeiter und 34 % der Arbeitslosen wählten AfD, nur das am Rande.

          Im Hinblick auf die weitaus bessere dänische Migrationspolitik widerspreche ich Ihnen aber ganz deutlich!

          Ist in Ordnung. Wir bewerten das einfach unterschiedlich. Sie mögen diese Politik für besser erachten. Ich finde eben, dass sie Druidentee ist und das Problem wie gesagt bloß verlagert und unsichtbar gemacht wird. Erinnert mich auch an die Grünen, die gern für Umwelt- und Artenschutz trommeln und dann in Regierungsverantwortung massenhaft Rohdungen, Kohlegruben oder Altmeiler zu Wege bringen. Was die freilich genauso wenig schwächt wie die beteiligten dänischen Parteien. Das Produkt fühlt sich eben gut an – ich schreibe ja immer, wählen ist ein Fetisch.

          Aber gut, können wir ggf. wann anders vertiefen, warum mich die dänische Politik nicht überzeugt.

          Und den gestiegenen Ausländeranteil in Italien werden Sie doch wohl nicht auf den Wunsch der Meloni-Regierung zurückführen wollen … ??

          Was das betrifft – doch ich finde, dass die NATO-Barbie im Palazzo Chigi sich nicht gegen Globalismus und Zwangsmigration stellt. Sie regiert seit drei Jahren und außer Geldverschwendung, Menschenschikane und viel Trara hat sie in der Frage nichts zustande gebracht. Der Rückgang der Asylzahlen / Ankünfte übers Mittelmeer ist eine quasi natürliche Auf- und Abbewegung (die Leute wählten andere Routen, kamen u.a. wieder massig auf den Kanaren an), die Gesamtzahl der Einwanderer ist aber wie erwähnt weiter gestiegen. Wo ist die groß angekündigte „Rückführungswende“? Ansonsten hat sie auch nix zustande gebracht, außer die (früher sehr guten) Beziehungen Roms zu Moskau zu ruinieren. Die Frau ist natürlich ein Asset der herrschenden Klasse, sonst wäre sie gar nicht in Amt und Würden gekommen. Von ihrer früheren Kritik an Zwangsmigration und anderen Themen („Kampf gegen Brüssel“) hat sie sich komplett verabschiedet und ist wirklich Vorbild für nichts in meinen Augen. Aber Italien können wir auch wann anders ausführlicher betrachten, falls es hier mal einen Artikel zu geben sollte.

          Da machen Sie es sich wirklich viel zu einfach und vernachlässigen den Faktor der Bedeutung individueller Dispositionen von Akteuren.
          Akteure sind eben nicht beliebig austauschbar.
          Es ist nicht immer nur das System!

          Ich schrieb nicht, dass es immer das System sei, mir ging es darum von jenem individuellen Faktor als alleiniger Erklärkraft wegzukommen. Mit dem wird abgelenkt. Hinter dem wird sich gern verschanzt. „Es war Merkel!“ / „Es war Obama!“ / „Es war Hitler!“ Schon in Bezug auf Napoleon gibt es den alten Kalauer: „Napoleon zog nach Moskau und schlug die Russen.“ „Er ganz alleine? Nicht mal einen Koch hatte er dabei?!“

          Was das Austauschen angeht, bin ich überhaupt nicht bei Ihnen. Sie sehen doch wie Leute, die sich in Ämtern querstellen oder die falsche Meinung haben, ruckzuck abgesägt oder anderweitig kaltgestellt werden, wenn sie nicht gerade viel Glück haben (Beispiele in meinem Text). Gerade in den letzten Jahren. Umgekehrt können Sie besoffen Leute totfahren und dann Verkehrsminister werden, wenn Sie nur die richtige Haltung und Connections im System haben und dessen Gesslerhüte grüßen.

          Wenn Sie mit „uns“ darüber hinaus uns beide hier oder die Griechen und Russen meinen – das mag sein. Es gibt aber eben auch jede Menge Leute in diesem Land, die von dieser Frau und ihrer Politik sehr profitiert haben. Und Leute, die sie bis heute abgöttisch lieben – die Frau ist schließlich drei Mal wieder gewählt worden und hätte das auch 2021 vermocht. Legendäre Umfrage vor ein paar Jahren – 70 % sind mit der Politik der Bundesregierung unzufrieden, aber 70 % finden, Merkel mache gute Politik. Waren vermutlich auch dieselben 70 %. Tja.

          Gruß

          1. @ Altlandrebell
            26. Februar 2025 um 0:36 Uhr

            Nur ein paar ganz kurze „Groschen“:

            Ihr Hinweis auf den Begriff „Paläokonservativsmus“ interessiert mich. Da werde ich unten doch noch mal genauer nachlesen.

            zu den AfD-Wählern:
            Die Leuten wählen die AfD in allererster Linie(!) aus kulturellen Gründen (Angst vor Überfremdung, Unsicherheit, Kriminalität) – und nicht aus materiellen Gründen.

            Es ist ein immer wieder anzutreffender riesengroßer Irrtum von (links und in geistiger Hinsicht materialistisch eingestellten) Journalisten, Politikern, Politikwissenschaftlern und Sozialwissenschaftlern für eine Wahlentscheidung in erster Linie materielle bzw. finanzielle Ursachen anzunehmen.
            Ein großer Irrtum!

            Um es zuzuspitzen: Arbeitslosen AfD-Wählern ist die kulturell-deutsche Zukunft des Landes schlichtweg wichtiger als ihr eigenes Portemonnaie.

            Zum Wort „uns“ im Hinblick auf die Politik jener Frau:
            Ja, da kann ich Ihnen zustimmen, denn es gibt gewiss so einige, die davon profitiert haben.

            Besonders protitierten übrigens auch auch jene sog. „NGO´s“, die jetzt entsetzt aufheulen, weil die CDU anscheinend die Staatsfinanzierung dieser Gruppen thematisieren möchte:
            https://www.focus.de/politik/deutschland/frontalangriff-auf-die-demokratie-nach-demos-gegen-rechts-union-stellt-finanz-frage-zu-ngos-gruene-und-linke-empoert_id_260752171.html

            Aber Sie kennen mich ja:
            Wenn ich „uns“ schreibe, dann verstehe ich dieses Wort aus national-konservativer Perspektive heraus und meine damit natürlich etwas, was diesem(!) Blickwinkel entspricht.
            Wer einen solchen Bezugspunkt nicht hat (wie Sie), für den scheint das Wort sinnlos.

            Kommen Sie gut durch den Tag!
            Gruß

            1. Grüße Sie!

              Die Leuten wählen die AfD in allererster Linie(!) aus kulturellen Gründen (Angst vor Überfremdung, Unsicherheit, Kriminalität) – und nicht aus materiellen Gründen.

              Ah, Herr Wirth, jetzt haben Sie sich aber enttarnt! Ich ahnte es schon lange – Sie sind gar kein Konservativer, Sie sind ein woker Uniprof!

              Nein, kleiner Scherz am Rande, der musste einfach sein. Denn die These, die Sie hier präsentieren, nennt man in den Elfenbeintürmen Kulturalisierungsverliererthese (KVT). Die wird durchaus an Hochschulen auch von linken (oder sich links einordnenden) Dozenten vertreten. Ich habe bei einem solchen mal eine ganze 50seitige Hausarbeit über das Thema zu schreiben gehabt. Ob „Modernisierungsverliererthese“ (MVT – Philip Manow ist ein wichtiger Vertreter dieser Strömung), „Kulturalisierungsvertreterthese“ oder „Erziehungsverliererthese“ (EVT) – die drei großen Erklärungsthesen, die zu der Zeit wissenschaftlich en vogue waren – jetzt Erklärkraft haben oder eher andere Faktoren beim Wahlverhalten (mit)bedacht werden sollten. Keine Sorge, die stelle ich hier nicht ein (vielleicht schaffe ich es aber mal einen Artikel draus zu machen). Nur das:

              KVT-Vertreter erachten zentrale Prämissen der MVT als Scheinkorrelationen und weisen insbesondere zurück, dass ökonomische Deprivation mit der Unterstützung der neuen Rechten einherginge. Weder das Haushaltsnettoäquivalenzeinkommen, noch das Berufsprestige, oder die Einkommenszufriedenheit kämen als Wahlindikatoren in Frage. Ferner stimmen sie zwar zu, dass sich die westlichen Industriegesellschaften seit Mitte der 1970er Jahre in einem Wandlungsprozess befänden, rücken jedoch vor allem dessen kulturellen und sozialidentitären Merkmale sowie diejenigen der Globalisierung in den Mittelpunkt ihrer Analyse. Dieser zufolge habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eine neue gesellschaftliche Konfliktlinie herausgebildet, welche zwischen Bevölkerungsgruppen, die von den neuen soziokulturellen Entwicklungen profitierten, sowie denen, die dies nicht tun, verlaufe.

              Hier finden Sie pars pro toto einen Aufsatz zweier linker Autoren, die diese These vertreten. Falls Sie (oder Mitleser) Zeit und Interesse haben…

              Um es zuzuspitzen: Arbeitslosen AfD-Wählern ist die kulturell-deutsche Zukunft des Landes schlichtweg wichtiger als ihr eigenes Portemonnaie.

              Das freilich würde ich jetzt wieder nicht für alle normieren wollen, da es „die“ arbeitslosen AfD-Wähler ja auch nicht gibt. Es gab gerade unter jenen neuen AfD-Wählern schlicht sehr viele, die aus Enttäuschung gewählt haben.

              Wie in meiner Hausarbeit komme ich auch hier bloß zum Fazit, dass es ein ganzes Set von sieben, acht Variablen gibt. Wobei ich als Strukturalist eben die gesellschaftliche Verfasstheit als besonders bedeutsame Größe erachte:

              Eine maßgebliche Erkenntnis meiner Analyse lautet, dass monokausale Erklärungen zur Erfassung und potentiellen Lösung eines so umfassenden Themas weder zufriedenstellend noch zielführend sind. Stattdessen ist das Zusammenspiel einer Vielzahl polit-ökonomischer, sozialpsychologischer, kultureller und räumlicher Bedingungen vor dem Hintergrund der strukturellen Zwänge einer im beständigen Wandel begriffenen imperialistisch-kapitalistischen Gesellschaftsordnung maßgebend für die Orientierung der sogenannten „unterprivilegierten Gesellschaftsgruppen“. Um in der Theseus-Metapher zu bleiben: Anstelle dem einen Faden zu folgen, der ihn (vorgeblich) wieder aus dem Irrgarten herausführt, muss der Forscher vielmehr jede Menge unterschiedliches Garn zusammenknüpfen, bevor er dem Ausgang näherkommt.

              Da unterscheiden wir uns dann vielleicht. Aber vielleicht wollen Sie sich ja noch ein wenig in MVT, KVT et cetera einlesen? Da finden sich im Netz einige Studien zu (aus unterschiedlicher Richtung – die oben verlinkte war wie gesagt eine „linke“).

              Vielleicht kann ich Sie auch auf Bacevichs American Conservatism: Reclaiming an Intellectual Tradition hinweisen, eine Sammlung diverser wichtiger konservativer Denkbeiträge der letzten 100 Jahre (in den USA)? Da finden Sie – wenn ich mich richtig entsinne – auch sogenannte „paläokonservative Beiträge“ drin (auf Englisch freilich).

              Ihnen einen guten Abend!

              1. @ Altlandrebell

                Danke!
                Wirklich sehr interessant.
                Wir verstehen uns jetzt gedanklich besser.
                Ja, in Ihrem Sinne bin ich überzeugter Anhänger der „Kulturalisierungsverliererthese“ – freilich ohne das Wort gekannt zu haben.

                Sonderlich einlesen werde ich mich da aber wohl nicht – weil ich – was uns unterscheidet – eben kein Sozialwissenschaftler bin und mir auch das soziologische „Kauderwelsch“ eher fremd ist. Ich komme ja von der Geschichte her, allerdings nicht von der „historischen Sozialforschung“ (obwohl die hier und da auch gute Ergebnis abgeliefert hat).

                Zu „Paläokonservativen“ werde ich mich etwas schlaumachen.

                Nochmals vielen Dank und
                Gruß

  22. Hört doch mal endlich auf die AFD Schlecht zu machen wer hat den bis jetzt den Karren in den Mist geschoben?Das waren doch die Etablierten die AFD hat damit überhaupt nichts zu tun.Aber hört mal immer schön auf CDU CSU und SPD und Grüne dann schafft sich Deutschland endgültig ab.

    1. Zu viele Nazis in dem Dreckhaufen der sich AFD nennt.
      Im Vergleich zu dem Mist den diese Drecksnazis verzapft haben sind alle sonstigen Parteien in D Musterknaben.

      Oder um mal einen Vergleich zu machen den auch ihr Ewiggestrigen versteht. Den Scheiß der von den Nazis angerichtet wurde reicht für die nächsten 1.000 Jahre. Also kommt 2.933 wieder, das ist früh genug.

  23. @ „Doch, es muss sein. Das nennt man Demokratie. Das Volk muss hautnah erleben, dass die Alternative keine Alternative ist und die CDU mindestens so wenig Wirtschaft kann wie die FDP.“

    NEIN, das muss nicht ein! Hat man schon bei Hitler gegalubt ihn im Zaum zu halten. Hat nicht funktioniert!

    1. Wer in der AFD eine neue NSDAP sieht, der hat echt ein wenig den Bezug zur Realität verloren. Wer wird denn dann der neue Hitler? Weidel?

      Demokratie schützt man effektiv mit Gewaltenteilung. Das ist eine nicht unerheblich große Baustelle in Deutschland. Anstatt die Situation in diesem Bereich zu verbessern, nutzt die Politik die Sollbruchstellen im System aber lieber für die eigene Machtausübung.

  24. Hier zeigt sich die nächste Fehlkonstruktion der deutschen Demokratie:

    Es werden Parlamentssitze gezählt für eine Koalition, statt Prozent der Wahlstimmen für eine Regierungskoalition. Im EU-Parlament sind es 2 % statt 5 % als Hürde, nach einer Klage damals von Hans-Herbert von Arnim, und eine Hürde sollte es gar nicht geben, wenn man so ein Freund der Demokratie wäre.

    Die Idee von Heiner Flassbeck ist schon richtig. Höchste Wahlbeteiligung, 82,5 %. Die Deutschen wollen es offenbar hart in die Fresse und wohl lieber eine CDU/AfD-Regierung als eine Groko.

    Im Prinzip ist egal welche Koalition: Jede Regierung ist unfair gegenüber ihren Opfern, und z.B. Beteiligung am Genozid in Gaza (oder anderswo) ist für mich ein Ausschlusskriterium – wo die alle dafür sind. Deshalb bin ich Nichtwähler. Weil ich keine Lust habe auf kleineres Übel und die Opfer der Einen als weniger wert als die Opfer der Anderen zu erklären mit meinem 0,0000389374473 % Anteil als Wähler.

    Es ist schon so: Wer zu dumm ist und gegen seine Interessen wählt oder handelt und noch dieses Verfahren als heilig und unantastbar erklärt, der sollte sich dann nicht beschweren. Die, die nicht wählen konnten oder das nicht wollten, die sind nicht daran schuld. Es sind die, die mitmachen und das so wollen.

    Wie man auch sieht: Nach der Wahl ist nicht besser als vor der Wahl. Jetzt werden die sich eventuell ewig zanken, welche Koalition es werden soll.

    Danach kommt gleich der nächste Bauerntrick, nämlich der Koalitionsvertrag , der aber leider, leider kein rechtsbindender Vertrag ist, sondern nur eine Foto-OP für die 82,5 % plus, die das gar nicht bemerken. Und so geht das weiter bis zur nächsten Wahl, wo die Schäfchen wieder ihr ach so wichtiges Kreuzchen machen dürfen oder vielleicht sogar mehr als Eines!

    ps: Und besonders freue ich mich, wenn der neue Theo Waigel wieder ganz überraschend Steuerlöcher entdeckt oder wie sie mit Schuldenbremse und Sondervermögen jonglieren werden.

    1. Ich sehe eher ein Nest von verklemmten BSW-Hatern oder ein Troll mit mehreren Sockenpuppen. Kann das sein?

      Hier gibt es nicht einmal eine handvoll BSW-Wähler. Als Nichtwähler kann ich schon anerkennen, dass sie 2 gute Politiker hätten im Vergleich zum Rest: Svim Dagdelen (Außenpolitik) und Fabio de Masi (Experte für Wirtschaftskriminalität). Wobei, wenn die nicht Abgeordnete werden, finden sie vielleicht was, wo sie mehr erreichen können. Die waren beide länger Abgeordnete und haben hoffentlich was von ihren „Diäten“ gespart. Der de Masi könnte sich z.B. mit der Brorhilker zusammentun, wenn er das noch nicht getan hat.

      1. Als eingefleischter Nichtwähler sind Sie in einem politischen Forum eigentlich
        fehl am Platze. Was interessiert es Sie denn noch, was in Deutschland geschieht, wenn
        Sie sich der, wenn auch geringen, Einflußnahmen auf die Regierungsbildung verweigern?

  25. Keine Sorge, auch Pisstorius ist rechts wie Noske und gerne bereit mit Faschisten wie Merz zusammenzuarbeiten.

    Allerdings hat man das damals auch bei Adolf gedacht – laßt sie machen, sie entzaubern sich von selbst und gehen dann von alleine wieder.

    Aber der gemeine Toitsche hat aus der Geschichte noch nie etwas gelernt.

      1. Dem Spezialdragee ist alles egal, solange er alles schön an BlackRock übereignen kann…

        Selbst gewählt: Deutsche halt: Was dümmeres als Volk gibt es auf diesen Planeten kaum…

      2. Du kennst das Zitat von Steinmeier aus 2020 wirklich nicht?
        „Wer sich nicht eindeutig abgrenzt von Neonazis und Fremdenfeinden macht sich mit ihnen gemein.“

        Wer faschistische Regime im Osten und Nahosten ist dir dann auch unbekannt?

  26. Das Parteisystem der BRD ist veraltet. Das ständige wer mit wem ermüdet und ist zu einer Politshow verkommen. Die SPD ist abgestraft worden, weil sie in den letzten Jahrzehnten erfolgreich war – Stichwort „sozialdemokratisches Jahrhundert“. Die Feedbackschleife in den Behörden zurück nach oben, was immer das auch sein mag – Berlin oder ein stabiles deutsches Wertgerüst – funktioniert nicht mehr. Die Verwaltungen, Behörden, NGOs sind korrupt und arbeiten für sich, nicht mehr für das Gemeinwohl.

    Die BRD ist nach dem 2. WK im Sinne eines „Nie wieder“ gegründet worden, das ist ihr ideologisches Fundament. Von der Fünfprozenthürde bis zum Staatspräsidenten als Pseudo-Monarchen, den Deutsche angeblich benötigen – alles abgeleitet von diesem Grundgedanken. Doch die Welt hat sich verändert, sei es in Bezug auf die Technologie oder auf die Demographie. Das Nachkriegsdeutschland gibt es nicht mehr. Entsprechend müsste das System der neuen Zeit angepasst werden.

    1. Die 82,5 % checken einfach nicht, wenn sie die Ampel bestrafen wollen mit ihrer ach so wichtigen Stimme, wie das Viele wollten, dann natürlich AfD wählen oder wer sich das nicht traut, vielleicht CDU. Sie müssten für „Bestrafung“ strategisch wählen. Dann bestrafen sie sich auch selbst. Egal wen sie wählen, sie bestrafen sich selbst.

      Diese Demokratie passt gut zu dem zunehmenden Casino-Kapitalismus. Wenn diese Stimme nichts hilft, zocken sie eben in den Casinos und bei Wettanbietern, die überall überhand nehmen.

      1. Die 82,5% sind halt typisch deutsch: Die treten gerne nach unten! Ob die sich dabei selbst ins Knie schießen ist denen dabei egal… Hauptsache der unter ihnen kriegt in die Fresse!

  27. Die Mehrheit liegt rechts. Wo lag sie denn vorher? Seit Jahrzehnten, böse Zungen würden sagen, schon länger, wird gegen die absolute Bevölkerungsmehrheit „regiert“ und Politik für eine ausgeprochen kleine Klientel betrieben. Ja, laßt sie so tun als würden sie regieren, gerne auch mit Ausrufezeichen, dann ist der Lack ab und die nächsten von den tatsächlichen Zentren der Macht Gesetzten, mit dem frisch gestrichen Schild, stehen parat. Irgendwie hatte Goethe schon recht:

    „Wenn man einige Monate die Zeitungen nicht gelesen hat, und man liest sie alsdann zusammen, so zeigt sich erst, wieviel Zeit man mit diesen Papieren verdirbt. Die Welt war immer in Parteien geteilt, besonders ist sie es jetzt, und während jedes zweifelhaften Zustandes kirrt der Zeitungsschreiber eine oder die andere Partei mehr oder weniger und nährt die innere Neigung und Abneigung von Tag zu Tag, bis zuletzt Entscheidung eintritt und das Geschehene wie eine Gottheit angestaunt wird.“

    Es kommt selten genug vor, das in diesem Wust aus Verkürzung, Ablenkung und Desinformation tatsächlich Relevantes auftritt, z.B. wer tatsächlich regiert:

    „Westliche Demokratie“ ist hohl: Reichtum regiert
    02. April 2018 Paul Schreyer

    Gedanken zu einer wenig beachteten und explosiven Regierungsstudie, die auf den Widerspruch zwischen Demokratie und konzentriertem Reichtum hinweist

    Manche Zusammenhänge sind so simpel und banal, dass sie leicht übersehen werden. Louis Brandeis, einer der einflussreichsten Juristen der USA und von 1916 bis 1939 Richter am Obersten Gerichtshof, formulierte es so: „Wir müssen uns entscheiden: Wir können eine Demokratie haben oder konzentrierten Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides.“

    Hinter dieser Aussage stehen Erfahrung und Beobachtung, aber auch eine innere Logik: Wenn in einer Gesellschaft die meiste Energie darauf verwandt wird, Geld und Besitztümer anzuhäufen, dann sollte es niemanden überraschen, dass die reichsten Menschen an der Spitze stehen. Was wir als führendes Prinzip akzeptieren, das beschert uns auch entsprechende Führer. Und wo sich Erfolg an der Menge des privaten Vermögens bemisst, da können die Erfolgreichen mit gutem Grund ihren politischen Einfluss für recht und billig halten.

    Logisch erscheint es auch, wenn in einer solchen Gesellschaft die Regierung immer wieder gegen die Interessen der breiten Masse entscheidet. Vereinfacht gesagt: Wo reiche Menschen an der Spitze stehen, da herrscht nun mal nicht die Mehrheit. Private Bereicherung und Allgemeinwohl passen ungefähr so gut zusammen wie ein Krokodil in den Goldfischteich.

    https://web.archive.org/web/20230114151707/https://www.telepolis.de/features/Westliche-Demokratie-ist-hohl-Reichtum-regiert-4009334.html?seite=all

    Diese arrangierten Wahlen sind tatsächlich ein äußerst effektives Mittel dafür, die Bevölkerung von einer Demokratie, die die Bezeichnung tatsächlich verdient hat, fernzuhalten. Wegen der fast ausschließlichen Bestimmung von Kandidaten durch die ökonomischen Machtzentren, erzeugt es die Illusion von Teilhabe am gesellschaftlichen Gestaltungsprozess. Wenn denn nach der „Wahl“ die Illusion zerstoben ist, kann man wieder in Apathie versinken, bis der Knopf wieder gedrückt und die Illusion reaktiviert wird.

    1. Man sollte vielleicht noch etwas tiefer graben, um an die Wurzel zu gelangen: eine ‚Demokratie‘ in einer Klassengesellschaft kann immer nur eine manipulierte Illusion bleiben.

      1. Nicht-Klassen-Gesellschaften sind mit Demokratie leider auch nicht vorstellbar, sie würden unmittelbar abgewählt werden (meist müssen die sogar Zäune bauen, damit die Leute nicht mit den Füßen abstimmen und einfach weggehen).

        Aber vielleicht hast du ja eine tragfähige Idee, wie man das anders umsetzen kann?

        1. Sollten deine Texte irgendwann einmal einen Sinn ergeben, wird das an Weihostern sein. Mit tragfähigen Ideen kann man, wie Rainer Mausfeld im Gespräch mit Jasmin Kosubek feststellte, Bibliotheken füllen:

          ARCHIV | Prof. Dr. Rainer Mausfeld zu Krisen, Ohnmacht und Lösungen
          Jasmin Kosubek

          Prof. Dr. Rainer Mausfeld ist Professor an der Universität Kiel und hatte bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung inne. Zwei Vorträge, die auf YouTube veröffentlicht wurden, „Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?“ und „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ haben dem Kognitionsforscher zu plötzlichem Ruhm verholfen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen und Artikeln veröffentlichte Mausfeld 2019 das Buch „Angst und Macht“.

          Dieses Gespräch wurde zur Zeit der Gelbwesten-Proteste in Frankreich aufgezeichnet. Während die Proteste heute nicht mehr stattfinden, so kann weiterhin von einer Krise der Repräsentanz und der einseitigen Aufkündigung des Gesellschaftsvertrages gesprochen werden. Auch das Gespenst des Neoliberalismus wird in diesem Gespräch untersucht, aber nicht so recht eingefangen.

          Welche Konzepte könnt ihr auf die heutige Zeit anwenden?

          https://www.youtube.com/watch?v=ttGt3lEGUhg

          Geschichtlich betrachtet gibt es Bsp. zu beobachten, von denen kürzlich vom Nutzer Altlandrebell eines hervorgehoben wurde:

          Und wer von den obigen Mitdiskutanten wissen will, wie Alternativen aussehen könnten – in Katalonien beteiligten sich Ende der 1930er bis zu drei Millionen Menschen an den kollektivwirtschaftlichen Experimenten. Ganz ohne Smartphone und KI. Und ja – die waren nicht perfekt – wie auch unter Kriegsbedingungen? – aber sie gewährleisteten vielerorts Freiwilligkeit, Freiheit und „Jeder nach seinen Bedürfnissen“. Heute freilich alles verdrängt, vergessen und – gerade in Deutschland, das half diese Experimente nieder zu bomben – natürlich verlacht.

          https://overton-magazin.de/dialog/umfrage/umfrage-sonntagsfrage-am-freitag-wen-waehlen-sie-denn-nun/#comment-212079

          Und hier:
          Ich empfehle zum Einstieg Nacht über Spanien von Augustin Souchy, insbesondere die Kapitel „Der freiheitliche Sozialismus in Aragon“ und „Kollektivismus in der Levante und Kastilien“ sowie das hier von Stölner et al.

          https://overton-magazin.de/dialog/umfrage/umfrage-sonntagsfrage-am-freitag-wen-waehlen-sie-denn-nun/#comment-212080

      2. Eine Klassengesellschaft und eine Demokratie die den Namen verdient schließen sich aus. Die geläufige Demokratie-Illusion, in der der Status quo der besitzenden Klasse durch ein Eigentums- und Vertragsrecht kriminell verrechtlicht ist, verdeutlicht das nur allzu sehr.

    1. Volle Zustimmung, auch wenn ich gelosten Bürgerausschüssen kritisch gegenüber stehe, denn schon die Experten, die diese dann schulen, sind wieder ein Einfallstor für Lobbyismus, davon abgesehen, dass einige Leute einfach nicht genug Verstand haben, um die Reichweite ihrer Entscheidung zu bedenken (gut, das wäre auch nicht anders als jetzt).

      Parteien sind übel, aber akzeptabel, wenn sie jeden Gesetzesvorschlag vom Volk absegnen lassen müssen und wenn wir Bürgerbegehren hätten. Ein Faktor fällt aber noch ganz hinten runter: staatlich bezahlte Propagandamedien, wie der ÖRR sind ein NoGo, der auch ein solches System wieder leicht korrumpieren und vor sich hertreiben könnte, denn DORT sitzt die eigentliche Macht…

  28. Die Brandmauer war gestern. Die Ostdeutschen haben überzeugend eine blaue Wand mit schwarzen Streifen gewählt. Praktisch in jedem Wahlkreis über 55 Prozent Afd/CDU, in Görlitz 66.5 Prozent.

    Es gibt doch ziemlich viele aus Ostdeutschland hier im Forum. Was zum Teufel ist bei euch im Osten los??

    1. „Was zum Teufel ist bei euch im Osten los?“

      Wir schätzen halt den Wohlstand, den uns die Vereinigung gebracht hat (und den der Westen offenbar so schnell wie möglich loswerden will, so wie die DM damals und unsere Souveränität), wir schwatzen noch nicht von „Konsumterror“ (wir wissen wie es ist, wenn es Sachen nicht zu kaufen gibt) und huldigen auch noch nicht der (typisch deutschen) Weltrettungshybris oder dem Wahn, alle Elenden der Welt bei uns aufnehmen zu müssen, koste es was es wolle. Oder der Klimahysterie, die mal eben bezahlbare Autos abschafft und die Energiepreise explodieren lässt. Ihr werdet schon noch sehen, wo euch das hinträgt, also zumindest die von euch, die keine Wirtschaftswundererben sind, die im Geld schwimmen (und andere zu belehren können glauben).

      Im Übrigen wollen wir auch keinen Krieg im Osten, denn uns würde es als erste erwischen. Aber das ist nur das Offensichtliche, ich persönlich will noch den korrupten ÖRR loswerden und den woken Regenbogenunsinn auf Normalmaß zurückgestutzt wissen. Kompetente Leute an der Regierung, die ihre Sache ernst meinen, wäre auch schon was, statt auf Tiktok zappelnde Teenager, die dafür mehr Pensionansprüche anhäufen, als ich für ein ganzes Leben in Arbeit an Rente in Aussicht habe…

      1. Und ich möchte eine neue Mauer, damit mir das dauerjammernde braune Kroppzeug nicht mehr auf die Nerven geht und sich von mir daueralimentieren lässt. Euren Wohlstand haben andere erarbeitet. Also, macht wieder rüber, macht euer eigenes Ding, und lasst die, die schaffen und gestalten wollen, mit eurem angeborenen Weltschmerz in Ruhe.

        1. „Euren Wohlstand haben andere erarbeitet.“

          Guter Witz, ich sitze hier im Südwesten der Republik, so wie fast mein gesamter Jahrgang und die Jahrgänge danach. Der Westen macht einen auf altruistisch, aber in Wirklichkeit ging es ihm nur darum, an den Nachwuchs zu kommen (wie bei der europäischen Freizügigkeit auch), weil er selbst nämlich keinen hat, während Westrentner und -pensionäre dick Ansprüche angehäuft haben, die irgendjemand befriedigen muss…

          Eine Familienförderpolitik habt ihr ja nicht zustande gebracht, seit Jahrzehnten übrigens nicht, die heutige Situation war schon spätestens in den 90igern extrapolierbar…

          Die Westdeutschen erinnern mich an Kapaun, fett, eierlos aber mit erhobenem Blick herumstolzieren, anderen die Welt erklären (von der sie selbst nicht viel mehr kennen als die Urlaubsressorrts), in der sicheren Gewissheit, als Einzelkinder das Häuschen der Eltern und ein dickes Konto zu erben. Moral muss man sich halt leisten können…

          „mit eurem angeborenen Weltschmerz“

          *Gacker*, der Weltschmerz liegt wohl eher bei den Linken und denen, die glauben wir könnten „Fluchtursachen bekämpfen“ oder „das Klima retten“, weil wir ja alle so reich sind.

          Ich jammere nicht (noch nichtmal über Diskriminierung, wie das heute Mode ist), alles was ich habe, habe ich mir selbst aufgebaut (in der Wirtschaft, nicht im Staatsdienst), ebenso meine Eltern und Geschwister übrigens. Aber ihr überzieht einfach und merkt es nicht!

          1. Ach, komm,du machst hier ständig den Dicken mit den Stahlklöten und merkst nicht einmal, dass du einfach nur eine würdelose Witzfigur bist. Dies Scheiße, das Scheiße, Linke doof, alles Konnumisten, ich bin ja so frustriert. Nee, gar nichts hast du dir ohne fremde Hilfe aufgebaut, und das weißt du eben auch. Weniger Schwall im All, mehr Rückgrat, aber das könntet ihr rechten Wendehälse noch nie.

            1. Immerhin liefert er noch inhaltlichliche Argumente, wohingegen du primär mit deinem Dauergepöbel auftrumpfst.
              Ich lebe im Westen, in NRW, bin hier aufgewachsen und was er beschreibt, passt wirklich verdammt gut, besonders gut sogar bei linken Akademikern… natürlich nicht für alle, aber als Muster ziemlich klar erkennbar.

          2. Warum wart ihr denn so geil auf den Westen, wenn wir alle so Scheiße sind?
            Hier hat sich ehrlich gesagt, außer ein paar Nazis, kaum noch jemand für euch interessiert.
            Eine Vereinigung mit Österreich wäre mir natürlicher erschienen als mit den Ostgoten.
            Das meißte, was Sie ständig bejammern, haben Sie selbst in Gang gesetzt, insbesonder die neoliberale Globalisierung. Dabei wurde die Wiedervereinigung vor allem über die Sozialversicherung finanziert. Alle älteren Arbeitslosen wurden frühverrentet, obwohl sie ja nie in die Kasse eingezahlt hatten. Soviel zu den fetten Westrentnern.
            Warum freuen Sie sich nicht einfach, daß die Mauer weg ist und wollen ständig ein Wolkenkuckucksdeutschland, das es nie gegeben hat?

            1. Eigentlich möchten er und die anderen yossarians dieser Welt ja „nur“ ein möglichst deutsches Deutschland. Mit saufi-saufi, Stammtischproleterei und Frauen am Herd.

    2. Das habe ich mich auch gefragt. Die noble These der Sozialstaatslinken Vulgärmarxisten wäre wohl, dass die Verarmung schuld ist, also die Plünderung des Ostens, die aus tapferen Antifaschisten braune „Alice für Deutschland“ gemacht haben, weil ist ja bekannt aus Weimar: Je schlechter die Leute dran, desto Hitler. Aber 3 Dekaden nach der „Antifaschistischen Republik“ sowas, da könnte man sich schon mal fragen was eigentlich den Faschismus-Begriff der DRR ausmachte, wenn die Faschos im Osten 2,3 mal mehr Stimmen holen als im Westen? Nicht mal den Versuch einer Antwort, die Ex-Ossis im Forum verstehen das auch nicht.

  29. Den Deutschen kann man nicht mehr helfen. Sie wählen Militarisierung, Kriegsertüchtigung, Sozialdarwinismus, eiskalte Gestalten, die noch nie auch nur ein freundliches Wort an uns, die Bevölkerung gerichtet haben, die sich nie für ihre Fehlleistungen und Fehltritte entschuldigen. Als erstes fiel mir Jens Spahn auf, der jetzt wohl wieder ganz vorne mitspielen soll. So widerlich.
    Von mir aus auch: lasst halt die AFD jetzt mit der CDU regieren. Eiskalte Karrieristen ohne einen Tropfen Empathie.
    Alles, bloß keine Groko mehr. Ich kann sie nicht mehr sehen.
    Ein Volk hat die Regierung die es verdient.

    1. +++ Mehr gibt es dazu wirklich nicht mehr zusagen.

      Entweder wir werden hier Wahlbetrugstechnisch einfach beschissen, oder die Mehrheit der deutschen hat wirklich keine Ahnung von der aktuellen geopolitischen Situation in der wir uns befinden. Aber immerhin ca.18% sind von den Altparteien zur AfD und den linken Partei abgewandert. Auch wenn es irgendwie eine ziemlich ungewöhnliche Punktlandung war das BSW auf exakt 4,972% und somit den Einzug in den Bundestag verpasst hat. Diese 5% Hürde ist wohl ein schlechter Scherz.

  30. Ich habe noch einen Hinweis für eine spannendes Interview, was am Gast lag:

    Debunking L.A. Wildfire Myths with Climate Scientist Dr. Daniel Swain

    https://www.youtube.com/watch?v=9P2O1F_6ikY

    Der erklärt sehr gut die Situation und wie Demokratie, Medien, Kapitalismus und individuelle Freiheitsrechte vs Physik und Natur das Machbare bestimmen.

    Deshalb hatte ich auch kein Mitleid mit z.B. dem Gottschalk als dem sein Haus abgebrannt ist in einem Großfeuer davor. Der hat sich erst in Deutschland die ÖR-Zwangsabgabe großzügig in die Tasche gewirtschaftet, ausgiebig seinen Narzissmus und Egoismus ausgelebt als öffentliche Person, dann in seinem Traumland in der Feuerzone ein Haus gebaut. Und die Versicherung zahlt ja schon, gut versichert ist er natürlich als Multimillionär und das Grundstück war trotz Brand immer noch viele Millionen wert bei dem Verkauf.

    https://www.oe24.at/leute/deutschland/nach-flammeninferno-gottschalk-verkauft-ruine-um-6-8-mio-euro/404289977

    Kann also alles so weitergehen wie davor.

    Die Kalifornier werden bei der nächsten Wahl auch wieder Democrats wählen. Wenn sie das ändern würden auf Republicans, würde auch nichts besser.

  31. Was bitte ist an der CDU rechts?
    Diese Partei hat das Elend in diesem
    Lande entscheidend mitverantwortet.

    In dem ganzen Text fehlt mir vor allem
    die Geopolitik.

    Und die SPD hat sich vor allem selbst
    eigenverantwortlich als dümmlich
    grinsender, korrupter und dementer Kindergarten
    selbst marginalisiert. Also bitte.

    Nein. 70 Prozent wollen ein „weiter so“.

    Lasst Sie machen, sage ich….

    1. Sie machen den Fehler und reduzieren die Einteilung links/rechts lediglich auf das Thema Einwanderung. Die CDU hat Einwanderung eine zeitlang unterstützt um an billiges Humankapital zu kommen, nicht aus humanitären Gründen.
      Wirtschafts- und sozialpolitisch verfolgt die CDU seit jeher rechte bis rechtsradikale Ziele – Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Ausländer sind dabei nur Mittel zum Zweck.

  32. „Der immer wieder beschworene „Wille des Volkes“ ist eindeutig: Es will eine rechte Regierung, die stramm konservative Politik macht.“

    Nein, den Willen von Leuten wie mir, kennen sie nicht ansatzweise, lieber Herr Flassbeck… und „eindeutig“ ist bei Wahlen ein Widerspruch, Fakt ist einzig und allein, dass das „wie bisher“ abgewählt wurde, nicht ohne medial, über die ÖRR-Propganda, kräftig Sand in die Augen der Wähler zu streuen.

    „schwachsinnigen europapolitischen Vorstellungen der AfD“

    Die ich immer noch weit überzeugender finde, als ihre. Ganz schön arrogant übrigens. Wir müssen raus aus der EU, die Briten machen es vor und wir können das auch (und Sie als Volkswirt sollten die Vorteile eigener Währungen kennen, wahrscheinlich fehlt Ihnen aber die Fantasie, dass es einen solchen Bruch geben könnte). Dieses bürokratische und undemokratische Monster zerstört Europas Kulturen, in dem durchgeknallten Versuch, eine zweite USA zu werden. Eine Kopfgeburt unserer „Eliten“, die niemals demokratisch abgesichert wurde (zumindest nicht in Deutschland).

    An der Macht entzaubert sich sowieso jede Partei, aber die Kernpunkte der AfD, vor allem die unregulierte Massenmigration, werden wirkungsvoll bearbeitet werden (alles andere wäre nämlich das Todesurteil für die AfD) und damit wäre schon viel gewonnen (und allein damit legt sie sich bereits mit den EU-Institutionen an, die Massenzuwanderung als Menschenrecht gegen unsere staatspolitische Souveränität in Stellung gebracht haben).

    Darüber hinaus werden wir wohl mehr oder weniger Kröten schlucken müssen, aber da sind wir ja schon gut trainiert drin, in dieser Schei**-Pseudodemokratie.

  33. Off topic, aber ich kann grade nicht anders. Zwei Meldungen zur FDP:

    (1) Die gute: Chrissie Lindner schmeißt hin. Wie schön, dass wir diesen unqualifizierten Dampf- und Immerplauderer vom Typ Nervensäge endlich mal los werden (wenn er uns nicht – was ich vermute – aus der Lobbyistenecke wieder heimsucht).

    (2) Die schlechte: Zu seiner Nachfolge als Parteichefïn laufen sich warm: Wolfgang Kubicki sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann. AchduliebermeingutermeinVater!

    Nachtrag: Der Herr Dr. Habeck schmeißt auch hin. Diese Bundestagswahl hat nicht nur schlechte Ergebnisse!

    1. Wolfgang Kubicki hat wenigstens sowas wie eine eigene (rationale) Meinung, die er sich traut, auch zu äußern (auch wenn er dann m.W. oft anders abstimmt, aber was soll man von jemandem erwarten, der immer noch in der FDP ist).
      Trotzdem: definitiv ein anderes Kaliber als Flak-Zimmermann, vor der ich mich nur gruseln kann…

  34. In normalen Zeiten hätte ich der Argumentation von Flassbeck in diesem Artikel 100 Prozent recht gegeben.
    Aber Herr Flassbeck irrt an einem Punkt gewaltig. Es gibt keine Mehrheit rechts der Mitte.
    Die AFD hat sich als einzige Partei ernsthaft stark gemacht für eine Aufklärung des Coronaputsches. Viele verzweifelte Wähler haben ihr Kreuz bei der AFD gemacht, weil sie auf den Corona Untersuchungsausschuß hofften, auf die juristische Aufarbeitung dieser verbrechen gegen die Menschheit. Gerade weil jetzt in den USA mit Kennedy tatsächlich Aufklärungspolitik stattfindet, wurde hier die Hoffnung auf 25 Prozent der Sitze für die AFD genährt.
    Herr Flassbeck will nicht wahr-nehmen, das es eine 3/4 zu 1/4 Spaltung der deutschen Gesellschaft gibt, die nichts mir dem bisherigen Parteienspektrum zu tun hat.

    Geht die AFD mit der CDU/CSU eine Koalition ein werden die Kapitaleliten die an Corona Milliarden verdient und ihre digitale Macht gefestigt habeneinen Untersuchungsausschuß verhindern. Warum? Sie wollen nicht vor Gericht erscheinen!

    Die 3/4 der deutschen Bevölkerung kann niemals ihre kognitive Dissonanz überwinden, das sie auf einen gigantischen Betrug hereingefallen sind, und da ist das Parteibuch, bzw die Parteipreferenz schnurz.

    Gibt die AFD den Willen einen Untersuchungsausschuß durchzusetzen auf, geht es ihr wie dem BSW.
    Mit den coronagläubigen Hetzern wie Muhammed Ali und anderen war von Anfang an kein Start zu machen, und Das U-Boot Wolf in Thüringen hat dann den Sack zugemacht.

    Das Team heisst Merz und Pistorius, und die große Taurus Koalition wird uns ganz andere Probleme machen.

    mit den alten Sichtweisen auf „demokratische Gesellschaften“ und die Saldenmechanik ist hier nichts mehr zu reissen, bzw zu erklären.
    Ich empfehle Herr Flassbeck einen schönen Abend mit La Fontaine und Sahra am Kamin, und dabei als lektüre die Schriften von Fabio Vighi.
    Falls noch nicht bestellt, schicke ich die gerne zu.

    1. Corona war kein großes Thema im Wahlkampf (eigentlich überhaupt kein Thema) – aber es war für mich der Grund, niemals mehr CDUSPDFDPGrüneLinke zu wählen, weil die alle ihr totalitäres Potential offengelegt haben und das auch wieder tun werden. Zumindest mit diesem Personal. Die AfD war die einzige Partei in der Corona-Zeit, die das Grundgesetz verteidigt hat und der Hetze gegen Ungeimpfte entgegengetreten ist. Ohne die AfD hätte es eine Impfpflicht gegeben, das hat auch Sevim Dagdelen in einem Overton-Interview gesagt. Die „Faschisten“ waren also die Demokraten, und die „Demokraten“ waren die Faschisten.
      Die wirtschafts- und sozialpolitischen Forderungen der AfD sind mir völlig fremd, aber das Recht auf körperliche Unversehrtheit, der Schutz meines Privatlebens und die Orientierung am gesunden Menschenverstand ist mir wichtiger. Zumal die „Demokraten“ sich dann ja auch gleich als Wohlstandszerstörer betätigt haben.

  35. Ich sehe das Wahlergebnis – um linken Jargon zu gebrauchen – dialektisch:

    Da das Sein das Bewußtsein bestimmt, lernt der Mensch nur durch Leiden und sollte Merz und die AfD „durchleiden“. Die AfD läßt sich nicht wegdemonstrieren und auch nur sehr schlecht wegargumentieren, besonders wenn man grünen, irrationalen Argumentationsmustern folgt.

    Es ist den Staatsomas gegen rechts gelungen die AfD mit ihren Geschrei zu verdoppeln. Mitten in diesen Geschrei erlebte eine alte/neue Partei ihre Wiedergeburt, Die Linke. Diese Wiederauferstehung ist noch sehr fragil. Gewonnen hat die Linke, weil sie ich auf die unmittelbaren, materiellen Interessen der Werktätigen konzentrierte. Wer in Berlin die Miete nicht mehr bezahlen kann gibt entweder den Ausländern die Schuld oder fordert einen Mietendeckel. Das leuchtet urwüchsig ein, übersieht aber daß dazu der Wohnungsbau angekurbelt werden muß.

    Also alles Schlechte hat sein Gutes. Zwar wurde die AfD stark, aber die kleinbürgerliche Mitte machte auch eine vielleicht neue Linke stark, die noch viel lernen muß. Als in Berlin die Grünen merkten das ihnen die Jungwähler weglaufen, beschimpften sie diese. Ganze WGs in Neuköln, die mal grün gewählt hatten, waren erbost und liefen scharenweise zu den Linken über, finden Heidi hipp. So bringen vielleicht die kleinbürgerlichen Klassen ihre eigenen Totengräber hervor?

    Wahrscheinlich muß jetzt eine konservativ-rechte Periode durchlitten werden in der sich eine neue Alternative bildet. Für Sahra sieht es schlecht aus, aber sie hat – das ist das positive – verhindert das die Grünen wieder in die Regierung kommen. Gut gemacht Sahra!

    Ach ja, wer die Jugend hat, hat die Zukunft! Da halten sich Linke und Rechte die Waage, mit leichten linken Übergewicht. In Berlin gesamt ist die Linke stärkste Kraft, in Marzahn die AfD. Wenn Berlin die Zukunft vorwegnimmt………???

  36. Herr Flassbeck hat grundsätzlich recht, aber argumentiert vollkommen rational. Aber das Führungspersonal, nicht nur der SPD, hat mit Rationalität überhaupt nichts mehr am Hut – nicht nur die letzte Legislaturperiode hat da beredt Zeugnis abgelegt (Russland ruinieren, die Ukraine muss gewinnen, die Sanktionen wirken etc.),
    Es geht dem heutigen Spitzenpersonal nur darum an den „Fleischtöpfen“ zu bleiben und nach der politischen Karriere eine lukrative Anschlussverwendung in der „freien“ Wirtschaft zu finden. Mal sehen bei welchen Versicherungsunternehmen wir Herrn Lindner wiedersehen werden.
    Insofern sehe ich für die SPD tief-schwarz, so wie sowieso für unser Land 🙁

    1. Herr Lindner ist in seinem Vorleben zwei Mal Pleite gegangen und hat als Finanzminister
      völlig versagt. Nur eine Geschäftsführung, die ihr Unternehmen geradewegs in den Konkurs
      führen möchte, stellt den Lindner ein. Dann eher Flack-Zimmerknall. Die kann man wenigsten
      beim Hallowen als Drakulina in der Bertriebskantine an der Decke baumeln lassen.

      1. “ Dann eher Flack-Zimmerknall. Die kann man wenigsten
        beim Hallowen als Drakulina in der Bertriebskantine an der Decke baumeln lassen.“

        Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht. Was meinen Sie würde es kosten diese Dame als Dracula verkleidet (Mann muss Sie ja nicht mal schminken oder verkleiden) eine Stunde lang von der Kantinendecke baumeln zu lassen? Und was würde es extra-kosten, sollte die Betriebsfeier ins feucht fröhliche abgleiten und jemand die gute Frau über Nacht an der Decke vergisst und erst am nächsten oder übernächsten Tag von da oben runter holt?
        Die Frage ist ernst gemeint, was kostet eigentlich so eine Lobbyistin pro Stunde? Auf die 250.000 Dollar halbe Stunde für eine Hillary Clinton wird Sie ja nicht kommen oder?

    1. Guter Artikel, Röper trifft den Nerv, genauso nehme ich Wagenknecht wahr. Ich hätte sie auch so nicht gewählt, aber mein Frau wollte das ursprünglich tun.

      Sarah sitzt aber natürlich auch zwischen allen Stühlen, hätte sie mit der AfD gesprochen und ihren strikten Antikriegskurs eingehalten, hätten die Lügen-ÖRR und ihre Parteimitglieder (die ja eine neue Nazi-Partei herbei fantasieren) sie gegrillt. Tut sie es nicht, verschafft gar den Altparteien Rückhalt, behandeln die Lügenmedien sie liebevoller, aber die Projektionsfläche schrumpft dabei halt gewaltig… mich bestätigt das in meiner Einschätzung, dass von links keine wirklichen Änderungen mehr kommen werden, in nächster Zeit, zumindest nicht von ihr, dazu ist sie zu sehr Fleisch vom Fleische der Altparteien, zu sehr professionelle Politikerin und damit zu weit von den Menschen weg.

  37. Wenigstens eine linke Partei hat es in den BT geschafft. Zum Glück war es die Richtige.

    Es freut mich außerordentlich, dass die fehlenden 0,03 % problemlos auf die immer narzistischer auftretende große Vorsitzende zu schieben sind.
    Wer glaubt eine Partei muss den eigenen Namen tragen ist hoffnungslos selbstverliebt und am Ende auch völlig irrational unterwegs.

        1. Also mal aus deren salbungsvollen Wahlprogramm:

          „Wir stehen zum Recht auf Asyl – ohne Wenn und Aber. Wir wollen keine Festung Europa, die Menschen im Mittelmeer ertrinken oder in der Wüste verdursten lässt. Wir wollen sichere, legale Fluchtwege und mehr Geld für die Kommunen. Alle Menschen müssen bei uns die gleichen Rechte und Chancen haben, unabhängig von Pass und Herkunft.“

          und gleichzeitig:

          „Sie müssen einen großen Teil ihres Einkommens für Wohnen, Energie und Lebensmittel ausgeben.“

          Das kommt natürlich nicht daher, dass hier mittlerweile einige Millionen Fremde leben? Ach was! Das liegt nur an gierigen Konzernen und es gibt automatisch genug Wohnungen, wenn man den Reichen möglichst viel Geld wegnimmt.

          „Zwei Millionen Menschen müssen zu den Tafeln gehen, um über die Runden zu kommen. Ein Viertel davon sind Kinder. Für uns ist das nicht hinnehmbar.“

          Und wieviele davon haben die deutsche Saatsbürgerschaft? Mit offenen Grenzen, wird jeder soziale Fortschritt sofort wieder eingeebnet, weil noch mehr Leute angelockt werden. Das Verhältnis Deutsche zu Ausländern beträgt weltweit übrigens 1:100 davon locker einige hundert Millionen, die erheblich ärmer sind, als wir…

          Und natürlich macht PDL was Linke immer machen: großzüge Umverteilungsversprechen, gerade so, als ob die Superreichen alle in Deutschland hocken und nur darauf warten, sich ihr Geld wegnehmen lassen.

          Dazu dieser Quark:
          „Queere Kämpfe haben viel erreicht. Doch weiterhin und wieder zunehmend gibt es Anfeindungen, Diskriminierung und Gewalt gegenüber queeren Menschen.“

          Woran das wohl liegt? Auch hier ist nicht ansatzweise zu erkennen, dass sie die Ursache erkannt haben.

          Und allein die ganzen selbstgerechten Feminismus-Punkte sind abschreckend, vollkommen blue-pilled, wer in diesem Land eigentlich der Fußabtreter ist (Tip: Frauen sind es nicht, wer priviligiert und gut bezahlt täglich im ÖRR jammern darf, der hat nämlich ein Privileg, Männerrechtler werden nichtmal mit der Kneifzange angefasst).

          https://www.die-linke.de/bundestagswahl-2025/wahlprogramm/

          Gesinnungsethik und Wohlfühlversprechen, keinerlei innere Widerspruchsfreiheit, kaum erkennbare Logik. Ein Wünsch-dir-was-Programm…

          1. Sag ich doch, ein komplett begrenztes Sichtfeld, dass die anderen Themen einfach unter den Tisch fallen lässt.
            Sie können gerne noch mehr schreiben, dass ändert aber nichts an der Unterschlagung.

  38. In der Tat liegt die Mehrheit rechts. Und die CDU/CSU hätte auch kein Problem mit der AfD, wenn, ja wenn sie denn so transatlantisch „eingeschliffen“ wäre wie SPD oder Grüne. Aber das ist sie eben noch nicht. Das wird aber in den nächsten Jahren hinter den Kulissen passieren, denn nur so kann die AfD an die Macht kommen – und das will sie.
    Weidel ist ja bereits vollkommen transatlantisch „drauf“ (siehe Musk, Trump). Sie muss aber Rücksicht auf die ostdeutschen Mitglieder und Wähler nehmen, die eine Annäherung an Russland wünschen. Deshalb hält sie sich in diesem Bereich rhetorisch zurück und argumentiert dementsprechend angepasst. Sie weiß natürlich ganz genau, daß eine AfD-Regierungsbeteiligung ohne Bekenntnis zur NATO und zur EU unmöglich ist, aber die Wähler müssen in dem Glauben gelassen werden, dass das Gegenteil möglich ist. Mal sehen, wie lange das noch gut geht bzw. funktioniert.
    Ansonsten werden wir in den nächsten Jahren eine komplett asoziale und menschenverachtende Politik mit CDU/CSU und vsl. SPD erleben.
    Das BSW ist m.E. zu Recht gescheitert – es steht für alles und nichts. Damit kann Niemand etwas anfangen. Die Regierungsbeteiligungen im Osten waren der Anfang vom Ende. Dann hat Wagenknecht Putin als Kriegsverbrecher bezeichnet. Dann noch im Bundestag mit CDU/CSU und AfD rassistisch abstimmen – das wars dann. Das ist v. a. wahltaktisch so dumm und dämlich. Außerdem führt sich das BSW höchst unangenehm sehr elitär und abgeschottet auf. Warum sollte man sowas wählen?
    Da hat es die Linkspartei wesentlich geschickter angestellt, wie man sieht. Sie hat erkannt, wo ihr Alleinstellungsmerkmal liegt: in einer menschlichen Sozialpolitik und einer Ablehnung des Abschiebewahns aller anderen Parteien – das hat vor allem bei jüngeren Wählern gefruchtet, die von Wohnungslosigkeit, schlechter Bezahlung, Ausbeutung und düsteren Zukunftsaussichten geplagt sind.

  39. Alleine das Einstampfen politischer Ideologieprojekte würde die Bürger um einen dreistelligen Milliardenbetrag entlasten. Das ist eine Steilvorlage für jede populistische Partei.

  40. Kuschelkurs mit Faschisten um diese an die Schaltzentralen der Macht zu hieven, in der Hoffnung, dass der Wählerschaft dann die Augen geöffnet werden? Es stellt sich wohl die Fragen, ob Faschisten ihre Macht freiwillig wieder hergeben würden, und welche Mittel sie bereit wären für ihren Machterhalt einzusetzen, bzw. welche Möglichkeiten es gibt dem etwas entgegenzusetzen. Dass die Erkenntnis, dass es doch nicht so dolle läuft wie versprochen ausreichen würde, und es dann automatisch zu Abwahl käme, ist eine gewagte Vorstellung. Mit Argumenten wie „eigentlich wollen wir euch gar nicht mehr“ wird man Fanatikern jedenfalls kaum beikommen können. Möglicherweise wagt es dann wegen angedrohter Repressalien auch kaum jemand mehr.

    ps: Irgendwie meine ich mich daran erinnern zu könne, mal gelesen zu haben, dass man damals auch dachte, die Faschisten im Griff halten zu können, wenn sie hohe Regierungsämter besetzen. Es ging ziemlich schief. Man hat zwar daraus gelernt und bei der Verfassung für die BRD nachgebessert. Aber auch das ist keine Garantie.

  41. Naja, dumm gelaufen für BSW. Faire freie Wahlen, ich schmeiss mich weg.
    Nehmen wir einen typischen grosstädtischen Stimmzettel: BSW erscheint unten rechts in blassblauen Lettern an 16.Stelle von 20. Ich sag mal. gefickt eingeschädelt und gut versteckt. So kriegt man halbe Prozente, wenn nicht mehr, weg.

    1. Ich weiß ja nicht, wer BSW gewählt hat, der hat sich dafür doch nicht beim Lesen des Stimmzettels entschieden, sondern tat das bewusst. Wer ist denn dann nicht fähig dazu das auf einem wie auch immer gestalteten Stimmzettel auch umzusetzen?

    2. Naja, bei der Europawahl hatte BSW die Lfd. Nr. 28 und die Leute haben es trotzdem gefunden. Die Position ergebt sich übrigens aus der Anzahl der Stimmen die bei der vorherigen Wahl erreicht wurden. Parteien die da noch nicht antraten werden alphabetisch angehängt.

    3. Dummschwätzer,
      der Wahlzettel ist doch keine Speisekarte, die man mal liest und sich dann spontan entscheidet.
      So ein Fluffy wie du vielleicht, aber sicher nicht vernunftbegabte Menschen.

  42. Ach ja, Herr Flassbeck – „Linkskeynesianer“, früher mit Lafo unterwegs, jedenfalls stets mit allerhand Verbesserungsvorschlägen, die der Dienstherrschaft unterbreitet werden. Was er so vorhat, wird von maßgeblicher Seite jedoch selten wirklich beachtet, denn dafür haben die Mächtigen/Regierenden halt doch ihre eigenen Leute und Konzepte. Daher besteht auch nie die Chance/Gefahr, das derlei mal eingelöst werden wird. Dieses ewige „Nun hört doch endlich auch mal auf mich!“ harrt wohl auf ewig seiner Einlösung, was dem Eifer aber keinen Abbruch tut. Ist natürlich auch eine Art, die Zeit zuzubringen, das hat sowas von Gregor Gysis nicht enden wollenden Büttenreden oder Kevin Kühnerts „Hohoho, ich bin für Verstaatlichung von Schlüsselindustrien, nimm das, Großkapital!“
    Heute nun also: ‚Lasst sie sich entzaubern.‘ Nicht neu, die Idee, nicht unbedingt so sinnvoll, eigentlich recht überflüssig. Darauf wird auch wieder niemand hören, der darüber zu verfügen hätte – und wenn, dann sicher nicht mit dem Vorsatz „Wir entzaubern sie.“ Also eher gefährlich, was er fordert. Und was nun das Ende der sonst doch so konstanten „linken Mehrheit“ angeht – waren die drei Ampeljahre von linken Errungenschaften gekennzeichnet? Schröders Krieg/Hartz IV/„Wir senken den Spitzensteuersatz und lassen die AKW länger laufen (nennen es aber Ausstieg)“-Regierung? Helmut Schmidt, der vor allem nach ganz links immer demonstrierte, dass er doch eher nur in der „falschen Partei“ war? Schließlich Willy Brandt himself, der Berufsverbote gegen kommunistische Briefträger verhängte, ohne dass derlei je Altnazis in Amt und Würden auch nur angedroht wurde?

  43. Da schreibt offenbar jemand (Heiner Flassbeck), dem es inzwischen gleichgültig zu sein scheint, dass die Welt in Zukunft von völlig durchgeknallten Psychopathen regiert wird. Ich habe zwar Verständnis für diese drastische Spielart des progressiven, satirischen Fatalismus, halte das in einem Leitartikel aber nicht für zielführend, weil es die arbeitenden Massen, sofern sie den Artikel lesen könnten, in ihrer rechtsradikalen Prägung nur verunsichern würde.

    Außerdem hat es mutmaßlich kaum jemals Altnazis gegeben, die jemals zum Kommunismus überliefen, um Briefe auszutragen. Die richtigen Altnazis erbten hingegen Milliardenvermögen von ihren weitgehend unbehelligten Vorfahren und sind daher über ihre Blutlinie immer noch die reichsten Personen des rechtsradikalen Universums und dieses Ausmaß individuellen Erfolges ist schließlich die überzeugendste Legitimation rechtsradikaler Handlungen, wie etwa großzügiger Parteispenden, auf denen jeder Wahlerfolg fußt.

    Zudem habe ich als Kind einmal beobachtet, wie ein Briefträger, offenbar ein heimgekehrter Frontsoldat, alkoholisiert mit seinem Motorrad auf schneeglatter Straße ins Schlingern geriet, daraufhin mit dem Kopf gegen eine junge, deutsche Eiche schlug und sich zumindest eine erhebliche Platzwunde zuzog, während auch die Eiche deutliche Bearbeitungsspuren davontrug. Er fluchte nur kurz und setzte seineTätigkeit unbeirrt fort.

  44. @Graustufe
    „Da hat es die Linkspartei wesentlich geschickter angestellt, wie man sieht. Sie hat erkannt, wo ihr Alleinstellungsmerkmal liegt: in einer menschlichen Sozialpolitik und einer Ablehnung des Abschiebewahns aller anderen Parteien“

    Vollziehbar Ausreisepflichtige sind, nun ja, zurückzuführen – geltendes Recht.
    Die Linke betätigen sich da eher als verbale Geisterfahrer.
    Gut, dass 90 Prozent im Bundestag eine andere, vernünftige Haltung vertreten.

  45. Der Autor schreibt :
    „Der gute Transatlantiker Merz tut ohnehin immer das, was die Amerikaner sagen, also wird er sich über kurz oder lang auch als Putin-Versteher zu erkennen geben. “

    Wenn er Autor sich da nicht mal täuscht !
    Der Russenhass der Mainstream-Deutschen – insbesondere der CDU-Oberen und deren Wählerschaft – ist eine starke Kraft !
    Wir werden sehen ob Merz nur so lange Transatlantiker ist, wie die US-Oberen seinen Russenhass teilen.

  46. Nur ein Dummkopf, der das Programm der AfD nie gelesen hat, kann behaupten die seien prinzipiell rechts. Rechts sind Grüne, verbrecherische Clowns, die moralische Kriege führen. Rechter als Krieg gibts ja wohl nicht, oder?

    Es fällt nicht zum ersten Mal auf, dass Herr Flassbeck schlicht und einfach zu alt wird, um noch denken zu könne. Mal einen Neurologen konsultieren, wenns mit dem Dazu-Lernen nicht mehr so klappen will?
    Seine Verdienste werden ihm ja bleiben, er sollte das nicht ruinieren.

  47. Lege auch noch ein paar Groschen auf den Tresen… okay, es sind doch einige mehr.

    Erstmal – die Wählerei ist wirklich nur ein Fetisch:

    Nachbarin heute voll Überschwang im Treppenhaus: „Ich hab‘ AfD gewählt! Für Frieden, Demokratie und die soziale Wende!“

    Altlandrebell: „Aha. Ich hab nix „gewählt“. Und hatten wir‘s nicht neulich davon, dass die AfD 🧙‍♂️☕ ist?“

    Nachbarin: „Ja, aber es hat sich gut angefühlt! Das Wahlergebnis ist ganz nach meinem Geschmack!1!!“

    Ja, vom Feeling her fühlt sich auch ein Schoko-Mett-Croissant mit richtig dick Butter und Fleischkäs drauf richtig gut an. Und schmeckt auch derbe geil! Bis dann der Blick auf die Waage fällt und das Gejammer losgeht…

    Und wie sich manche obsessiv zu bestimmten Produkten – etwa dem Schoko-Mett-Croissant – hingezogen fühlen, es verehren und seinen tatsächlichen Nutzen gegen jede Vernunft mehr als nur idealisieren, so ist es mit dem Wählen einer bestimmten Partei und dem Schlurfen zur Urne. Das Besitzen einer Marke wie auch das Kreuzlemachen gehen einher mit der zwanghaften Vorstellung diesem Konsumakt wohnte eine besondere Bedeutung inne oder er verliehe einem irgendeinen Status. Ne, is nich‘, werte Gemeinde. Habe ich unter dem Trump-Wahl-Artikel im November dargelegt, warum ich das so meine. Bin kein 🦜 und schreibe das aus Platzgründen nicht nochmals ab.

    So, nun kurz noch quer rüber zu Robertos Artikel:

    Erstmals sind die Sozialdemokraten nur dritte Kraft im Lande.

    Nope. Erstmals seit 1887. Die Wahlbeteiligung hat sich übrigens auch in die 80er verabschiedet – die des letzten Jahrhunderts freilich. Naja, man weiß immer noch nicht was ekelhafter ist. Dass die Leute verstärkt zur Wahl gehen oder dass sie verstärkt zur Wahl gehen und dann auch noch SPD wählen. Oder die Olivgrünen. Oder die Porschegelben. Oder die NSA-fD. Oder die Linkende. Oder die Druidenteepartybewegung (BSW). Als gebe es nicht zig Möglichkeiten sich aufzuklären und über diese Parteien ins Bild zu setzen. Außer natürlich man ist informiert und handelt trotzdem so (siehe unten). Oder wählt, weil es einem nach Schoko-Mett-Croissant gelüstet…

    Am witzigsten fand ich übrigens, dass über 50 % der Nachqualbefragten bei der ARD angaben, die Union sei schuld an der „Migrationskrise“, dem ach so wichtig(st)en Thema – und dann genau jene Union stärkste Kraft wurde. Tja. Ja. Vielleicht sind alle Union-Wähler mit der Migrationspolitik einverstanden (erscheint durchaus denkbar)? Oder trivialer: diese Wahldeutschen sind schon ein seltsames Völkchen…

    Doch jetzt endlich zu ein paar Punkten bei Herrn Flassbeck (Flassbeck Ultras, unite!):

    Willy Brandt sah in Deutschland einst beständig eine Mehrheit links der Mitte. Das ist spätestens seit gestern vorbei.

    Ja, das „spätestens“ sollte man dick und fett unterstreichen und sich einrahmen. Blicken „wir“ auf die Wahlergebnisse von gestern:

    Team „rechts der Mitte“ (T1): Union + AfD + FDP + FW = 55,1 Prozent
    Team „links der Mitte“ (T2): SPD + Grüne + Linkende + BSW = 41,8 Prozent

    Und nun auf die Ergebnisse der anderen Bundestagswahlen im „neuen Jahrtausend“:

    BTW 2021 (T1 vs. T2): 48,3 zu 45,3
    BTW 2017: 57,2 zu 38,6
    BTW 2013: 51 zu 44,9 (B2 zzgl. Piraten)
    BTW 2009: 48,4 zu 47,6 (B2 zzgl. Piraten)
    BTW 2005: 45 zu 51
    BTW 2002: 45,9 zu 51,2

    Man sieht also, dass T2 letztmalig bei der Wahl vor zwanzig Jahren eine prozentuale Mehrheit bundesweit hatte, während T1 seit Ende der 2000er (wieder) die Führung übernommen hat und sie sodann sukzessive ausbauen konnte, mit einem vorläufigen Gipfel bei der Wahl 2017. Man könnte also sagen, dass die „Rechten“ ab Groko II (2005 – 2009) an den Wahlurnen dominiert haben und ebenso festhalten, dass jetzt im Grunde zu diesem Trend zurückgekehrt worden ist. Gestern ist also nicht sonderlich viel aufregendes oder gar Neues passiert. Es kam allenfalls innerhalb der Blöcke zu ein paar Neugewichtungen. Und jener Trend besteht wie man sieht schon länger, obgleich es da natürlich auch immer mal eine Einbuchtung (hier: 2021) geben kann, die aber an der grundsätzlichen Ausrichtung nada niente ändert.

    Man sieht dieses allmähliche Abschleifen auch in den Ländern. In manchen stärker, in manchen weniger. Im achso woke-linken Berlin wählten 1998 62,5 Prozent der Wahlberechtigten T1 (und viele damals in der Hoffnung Schröder / Lafontaine würden den Kohl zurückdrehen). Heute war die Linkspartei zwar stärkste Kraft, aber in der Summe entfielen auf T1 nicht etwa mehr Prozente als damals, sondern „nur“ 59,5 Prozent. Veränderung Bremen: 63,9 zu 57,8; NRW: 55 zu 44,8; Sachsen-Anhalt: 62,1 zu 37,4 [sic!].

    Allerdings halte ich von diesen Teams recht wenig, ihre Zusammensetzung erscheint mir arg konstruiert (was gleichwohl nicht heißt, dass ich wie viele hier auch die Links-Rechts-Scheidung ablehnte, ganz im Gegenteil). Ohnehin ist die Vergleichbarkeit aber für die Tonne, da SPD und Grüne 1998 zumindest formell für ganz andere Dinge standen als heute. Der Chef einer Bekannten wiederum argumentierte heute auf seinem Blog hier, warum es sinnvoller wäre zwischen „systemischen“ und „antisystemischen“ Parteien zu differenzieren. Das heißt die Kartellparteien (Union + SPD + FDP + Grüne + Linkende) von den „antisystemischen Kräften“ (AfD + BSW) zu scheiden. Sodann stellten „wir“ fest:

    Kartellparteien vs. Antisystemische Kräfte 2025: 69,3 Prozent zu 25,8 Prozent

    Beziehungsweise:

    2021: 80,8 zu 15,3
    2017: 73 zu 21,8
    2013: 80,4 zu 13,3
    2009: 82,1 zu 11,9
    2005: 87,3 zu 8,7
    2002: 93 zu 4

    (Kleinstparteien unter 2 Prozent rechnete ich nicht mit.)

    Da zeigt sich also eher ein allmähliches Anwachsen der „Antisystemischen“ seit Ende der 2000er Jahre. Unterbrochen einzig von jener Bundestagswahl, deren Wahlbedingungen noch hinterfragenswürdiger waren als sie es sonst ohnehin sind (Stichwort Medienmacht, Gerrymandering etc.) – nämlich der unter Maßnahmen-Bedingungen mit jeder Menge „Briefwahl“ abgehaltenen BTW 2021. Und neben De Masi haben noch ein paar andere Leute darauf verwiesen, dass es heuer wieder jede Menge Verletzungen der gesetzten Wahlregeln gegeben habe. Selbst der Standard musste konzedieren: „Die Bundestagswahl wurde auch dieses Mal von Unregelmäßigkeiten überschattet.“

    Doch warum wäre es überhaupt sinnvoll eher entlang dieser zweiten Scheidelinie zu operieren? Nun, ich zitiere Röper einfach mal selbst:

    Zum Einen sind da die Wähler, die ihr Leben lang die Blockparteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne gewählt haben, die die Bundesrepublik Deutschland in immer neuer Zusammensetzung seit dem Krieg regieren. Das hat zwar zu vielen Regierungswechseln, aber nie zu einer echten Änderung der Politik geführt. Die wohl einzige Ausnahme war Willy Brandt, der mit seiner Ostpolitik zumindest in einem Bereich die politische Richtung ein wenig geändert hat.

    Exakt. Diese Kartellparteien hier mögen zwar in ihren Programmen und Sprechakten große Unterschiede vorgeben und sich über Banalitäten wie „Soll das Windrad 1000 oder 2000 m von einem Wohnhaus stehen?“ bzw. „PKW-Maut – ja, nein, Fleischwurst?“ endlos streiten. Grundsätzlich folgen sie aber den drei systemischen Kernprinzipien. Diese sind:

    1) auf ökonomischer Ebene der Kapitalismus (in seiner neoliberal-deutschen Form – das heißt pro Austerität, Privatisierung, Sozialabbau, ökonomische Durchdringung noch der hintersten Lebensbereiche etc.)

    2) auf außenpolitischer Ebene der Imperialismus / Globalismus (pro-EU, -“Demokraten“, -NATO, -Westen sowie natürlich „Deutschland muss mehr Verantwortung [lies: Interessen durchsetzen] übernehmen“ (außer für seine vergangenen wie aktuellen Verbrechen, hihi)

    3) auf gesellschaftlicher Ebene der „Identitarismus“ (ob woke, nationalradikal oder was auch immer – eine Identität muss es sein, Authentizität dagegen – Gott behüte! – nicht)

    Und natürlich das Bejahen sonstiger Systemsakramente und Gesslerhüte (Massenüberwachung, Massenmigration, Massenimpfung, Massensonstigerscheiß).

    Diejenigen, die – und sei es nur in einer Dimension / Ebene – von diesen heiligen Lehren abweichen, werden geächtet und Ziel gegenrevolutionärer Repressionsmaßnahmen. Sie werden als „aktive Minderheiten“ eingestuft, überwacht und entsprechend bekämpft. Je nach Thema und Schweregrad ihrer Verfehlung – und natürlich auch der persönlichen Bekanntheit – gibt es dabei unterschiedliche Instrumente, welche zum Einsatz kommen können: Für einfache Leut‘, reicht eine Strafanzeige oder ein (drohender) Kontenentzug; auf politischer Ebene erstreckt sich das Ganze vom Modell Aiwanger („Flugblätter im Ranzen“ – weil mal gegen Heizungsgesetz und Russlandsanktionen gezuckt), über die Modelle Edathy („Kinderpornos im Keller – weil mal zu neugierig in puncto NSU und NSA), Wagenknecht („Torte im Gesicht zzgl. Psychoterror“ – weil (noch) nicht glattgebügelt genug) und Holm („War mal bei der Stasi“ – weil zu sehr interessiert, sozialen Wohnbau zu fördern) bis hin zum Modell Barschel („Badewanne“ – Gründe hat Patrik Baab in Im Spinnennetz der Geheimdienste geschildert). Und dabei spielt es wie man sieht prinzipiell keine Rolle, ob der / die Betreffende(n) „links“, „liberal“ oder „konservativ“ ist / sind – wer die Hüte nicht grüßt, ist „raus aus der Gesellschaft“ (Tobias Hans). Auch wenn er zuvor brav mit der Heerde getrottet ist – wie das Beispiel „Impfung“ zeigt. (Gleichwohl ist natürlich der Hauptfokus immer noch die pöse „Echtlinke“, zumal deren Angehörige sich gegen alle drei Ebenen positionieren.)

    Und selbst Brandt war zu seiner Zeit bekanntlich kein Revoluzzer. Aber auch er hat diese Mechanismen zu spüren bekommen, denn als er etwas mehr zur Seite gezuckt ist, kam es dann rasch zu seiner Zurücktretung, inklusive vorherigen Kampagnen („Hat Depressionen“, „badet gern Lau“, „irgendwas mit Frauen“…). Davon abgesehen war Brandts erste Koalition durchaus ein nicht erwarteter Glücksfall bzw. Unfall (je nach Perspektive), denn 1969 war eigentlich ein Einzug der NPD mit um die 10 Prozent erwartet worden. Doch diese scheiterte überraschend an den Wahlurnen, weswegen sich eine bürgerliche-reformistische Alternative zur GroKo auftat – die von vielen in der herrschenden Klasse gleichwohl gar nicht gern gesehen war. Sozialliberale in SPD und FDP haben in der Wahlnacht freilich schnell diesen Kairos für sich genutzt und ihre Koalition auf den Weg gebracht wie Albrecht Müller vor Jahren hier schrieb:

    (…) wie sich schon in der Nacht andeutete, dass der Kanzlerwechsel mit der Bildung einer neuen Koalition, der sogenannten sozialliberalen Koalition möglich würde. Willy Brandt, der maßgebliche Vertreter eines grundlegenden Wechsels, setzte sich gegenüber den Vertretern der Fortsetzung der Großen Koalition, gegenüber Herbert Wehner und Helmut Schmidt, durch. Er vereinbarte noch in der Nacht das Bündnis zwischen der von ihm geführten SPD und der von Walter Scheel geführten FDP.

    Pures Entsetzen bei den Mächtigen und denen, die Müller in anderen Artikeln als „das große Geld“ bezeichnete (dusseliger Begriff) und die dann alles daran taten die Koalition abzusägen oder zumindest in genehme Richtungen umzulenken und drohende ernsthafte „Experimente“ zu verhindern.

    Doch weiter mit Röper:

    Aber Wagenknechts schöne Worte entsprechen nicht dem, was sie tatsächlich umsetzt.

    Nach den Wahlen im Osten, bei denen Wagenknecht sehr erfolgreich war, hat sie auf Koalitionsverhandlungen mit eben den Blockparteien gesetzt, von denen ihre Wählerschaft so enttäuscht ist. Wagenknecht hatte nicht den Mut, das zu tun, was ihre Wähler wollen: nämlich entweder, wenn möglich, ohne den Mainstream zu regieren, oder eben konsequent in die Opposition zu gehen. (…) Warum Wagenknecht im Osten in Koalitionsverhandlungen mit den Blockparteien gegangen ist, bleibt ihr Geheimnis.

    Und bei letzterem Satz möchte ich ihm widersprechen. Ebenso bei diesem:

    Wäre Wagenknecht damals prinzipientreu geblieben, wäre das BSW mit ziemlicher Sicherheit zweistellig in den Bundestag eingezogen, anstatt an der 5-Prozenthürde zu scheitern.

    Denn weder AfD und Wagenknecht sind Systemoppositionelle – Sie sind „Systemoppositionelle“. „Hä?“ Keine Sorge, Erläuterung kommt gleich.

    Wagenknecht hat sich nicht (nur) aus persönlichen Beweggründen politisch verändert – sie ist auch ein „gebranntes Kind“, da sie jahrelang unter Observation des Inlandsgeheimdienstes stand und obendrein in Form von „Antifa“- und „Woke“-Aktivisten dann innerparteilich attackiert worden ist („Tortung“). Ich habe meine Gedanken ein paar Mal im Forum bereits erläutert und fasse sie daher mal so zusammen: Man hat ihr beigebracht, dass ihre einzige Chance zur (politischen) Weiterexistenz darin bestehe, dass sie Systemopposition spielt, aber niemals tatsächliche Opposition zum System betreibt. Als „Systemoppositionelle“ bezeichnen die Westmedien in Bezug auf Länder wie Russland oder den Iran gerne Parteien, die formell gegen die Regierung und die herrschende politische Ordnung stünden, aber gleichzeitig im Wesentlichen das politische System unterstützten und mit den Herrschenden kungelten.

    Nun – das lässt sich 1:1 auch auf das Treiben von AfD und BSW übertragen. Beide mögen Kritik üben und in einigen Bereichen alternative politische Positionen vertreten, akzeptieren jedoch die grundlegenden Strukturen, Gebote sowie die Macht des etablierten Systems. Das BSW sitzt bereits in Landesregierungen, Wagenknecht wird nicht müde den „russischen Angriffskrieg“ zu verteufeln, verlangt genuin sozialdemokratisch eine „solide ausgestattete Bundeswehr“ – als wenn jener Verein ein Hungerhaken wäre – und für Überwachungsschmu wie „Bezahlkarten“ lässt sie sich auch begeistern. Um die AfD werden „Brandmauern“ errichtet – außer wenn es um Auslandseinsätze, Antisemitismus-Definitionen, NATO, Aufrüstung, Schuldenbremse, Autorität und sonstiges Tralala geht. Vor Jahren warnte die AfD noch vor „Lohndumping durch Massenmigration“, heute will Weidel bloß „zwischen Asyl und Zuwanderung (…) unterscheiden.“ Denn: „Man brauche qualifizierte Zuwanderung. Aber Menschen, die nur eine Duldung hätten, müssten dieses Land verlassen“ (Zitat nachzulesen im Artikel der Kieler Nachrichten: „“Ihre Partei verschreckt Pflegende“: Pfarrer aus Kiel konfrontiert Alice Weidel (AfD)“), morgen gibt sie dann die Meloni und macht in Regierungsverantwortung hübsch mit beim Zwangsmigrationsstadel. Herr Wirth hat oben ja bereits Dänemark als positives Beispiel gelobt – nun Herr Wirth, die Dänen haben das Problem aber nicht an der Wurzel gepackt, sondern nur die Leute sediert und darauf gesetzt, dass die Migranten am Ende in anderen EU-Ländern landen. Im Grunde will die AfD also bloß etwas stärker und besser selektieren bei der Migration, nur die herbeibomben und herlocken, die genügend Creditpoints haben. Aber Gastarbeiter braucht’s und selektieren muss der Deutsche wie weiland damals an der Rampe.

    Kurzum: Beide Parteien beteiligen sich an Wahlen und Regierungen und nehmen an der politischen Landschaft teil, ohne jedoch das bestehende System ernsthaft herauszufordern. Sie fungieren somit als eine kontrollierte Opposition, die dazu dient, den Eindruck von politischer Vielfalt zu vermitteln, ohne eine echte Bedrohung für die herrschende Klasse darzustellen. Na gut, für gewisse Fleischtopfbesitzer vielleicht und das ist vermutlich der Grund warum die so laut schreien. Aber grosso modo verhält es sich bei den Systemoppositionellen wie bei Streiks und Demos der Systemgewerkschaften – die dienen auch bloß dazu, dass die Belegschaften etwas „Dampf ablassen“ können, bevor sie dann die nächsten Kröten zum Schlucken serviert bekommen.

    In beiden Parteien gibt es sogar tatsächlich antisystemische Kräfte (im BSW aufgrund des Zugangsverfahrens übrigens erheblich weniger als gedacht), aber diese werden von den Parteiführungen gezielt isoliert oder eben gar nicht erst zugelassen. Oder vom System wiederum von außen rausgefischt. In puncto AfD bemerkte Röper vor ein paar Monaten beispielsweise:

    Indem die Schiedsgerichte der AfD durch komplizierte Verfahrenstricks mit Weidel-treuen AfD-lern besetzt werden, kann sie den Druck ausüben, von dem t-online berichtet, und Parteiausschlussverfahren gegen ihre Kritiker anstrengen oder ihnen mit Ordnungsmaßnahmen drohen. (…) Genau das ist der Kern der Streitigkeiten in der AfD: Die angeblich für Basisdemokratie stehende AfD-Führung lenkt die Partei mit fragwürdigen Methoden in die von ihr gewollte Richtung und geht gezielt und mit aller Härte gegen ihre Kritiker vor.

    Quelle: Anti-Spiegel: „Worum geht es beim Machtkampf innerhalb der AfD?“, 08.10.2024

    Weidel ist eben keine Systemkritikerin, sie stammt vielmehr aus den Ställen des Systems und sie will dafür sorgen, dass die AfD eine brave Blockflöte wird. Und bei Wagenknechts Bewegung gibt es den erwähten Kaderpartei-Filter, der „Spinner“ und „Extremisten“ abhalten soll. Also jeden, der eine tatsächlich kritische oder eigenständige Meinung hätte. Und Sie kann das auch nicht viel anders aufzäumen – ginge sie mit ihrem Verein auf richtige Fundamentalopposition, würde sie einen Diether Dehm oder gar „schlimmere Kaliber“ und echte Marxisten aufnehmen, würden das System und sein Staat mit aller Macht und allen angeschlossenen Medien so richtig auf sie eindreschen. Dagegen wäre das bisherige geradezu ein laues Lüftchen. Wem nicht einfällt warum – denken Sie mal ein wenig nach, wen es so alles gab, auf den eingedroschen wurde wegen seiner „obskuren Ideen“. Geht Wagenknecht jedoch auf Reformkurs, bleibt ihr nur beim Verwalten des Dammbruchs mitzumachen und immer zu schauen welches Fleckerl Gras (= welche Position) sie nun räumen und welche Schäfchen (= welche Wählergruppe) sie jetzt in die Flut schmeißen muss. Blöd. Aber so ist das System. Entweder du schleifst dich bis zur Unkenntlichkeit ab, dann hast du Aussicht auf Goodies und Pöstchen und etwas symbolische Veränderung innerhalb der gesetzten Leitplanken der oben genannten Ebenen. Oder du wagst es, gehst an die Wurzel ran und dann fallen sie wie Wölfe über dich her. Denn die Revolution ist nicht erlaubt und ein anderes System nicht gestattet.

    Deswegen sind AfD und BSW ergo nur formelle „Systemopposition“. Deswegen ist Wagenknechts Verhalten kein Geheimnis, Herr Röper. Deswegen gibt es hier im Forum pöse Menschen, die nicht an die Wahlurne gehen. Weil sie finden, dass ohnehin nur Politiken ausgegeben und erlaubt werden, die nicht ihren Interessen widersprechen. Weil sie finden, dass das ganze Druidentee ist. Weil sie ohnehin Probleme mit dem Modell der repräsentativen Mehrheitsdemokratie haben. Und und und. Aber einige sind eben zu der Auffassung gekommen – und beileibe nicht zu Unrecht – dass nur Parteien randürfen, die die Interessen der Herrschenden durchsetzen. Eine PDS / LINKE war und ist nur akzeptabel, wenn sie öffentliche Wohnungen verscherbelt, Hartz-Sanktionen aufrechterhält und in Bundeswehrkasernen geht, um Waffen nach Kiew zu verabschieden. Dafür gibt es dann auch Bonusmeilen, zärtliche Silberlocken-Interviews, Campact-Funds und Pöstchen. Eine LINKE, die ihrem Namen gerecht würde und für öffentliche Wohnungen kämpfte, Hartz beendete und Bundeswehrkasernen schlösse, wäre bestenfalls „umstritten“. Im Normalfall gelte sie als ein zu bekämpfender Staatsfeind.

    Gleichwohl kann und muss man sagen, dass das ohnehin rechte System und das historisch bereits strukturell etatistische wie konservative Deutschland seit vier Jahrzehnten noch einmal weiter nach rechts gerückt ist und noch autoritärer wurde. Und dieser oben abgebildete Trend war die Folge der geistig-moralischen Wenden von 1982 und 1989 ff.

    Erstere begann mit der Reduzierung sozialer Programme und etablierte dann sozio-ökonomisch den Kapitalismus in neoliberaler Ordnung als Grundsatz, während nicht nur systemalternative, sondern auch bisher geduldete systemreformistische Kräfte („Keynesianismus“) als spinnert erklärt und politisch, medial wie ideell gebannt wurden. Das war einer der Gründe, dass Rot-Grün sich häuten musste und (spätestens!) ab 1999 auf den „dritten Weg“ setzte. Jenem Weg, der mit der Zerschlagung des „Sozialstaats“, Migrationsreformen und der Schaffung des „besten Niedriglohnsektors Europas“ die begonnene soziale Entsicherung um ein Vielfaches potenzierte. Die „Reformen“ diskreditierten freilich bloß die SPD (und auch „nur“ in breiten Teilen der Arbeiterschaft) und wurden zugleich von Union und FDP und Co als „zu wenig, zu links“ geschimpft. Das war deren Reaktion auf die feindliche Übernahme ihrer wirtschafts- und migrationspolitischen Vorstellungen – einfach noch mehr vom selben Schmu fordern und damit durchkommen. Hat funktioniert. Gesellschaftlich wurden ab den 80ern zugleich Markt(optimal werden) und individuelle Leistung („Schaffen“, „An sich arbeiten“) als die Lösung und „der Warhait“ für gesellschaftliche wie persönliche Probleme aller Art plakatiert. Diese Neoliberalyse drang bis in den hintersten Winkel jedes Lebens hier im Land, forderte die Ver-Ich-ung der Bevölkerung, das Im-Hamsterrad-Laufen sowie Nach-unten- treten-und-nach-oben-buckeln bei gleichzeitigem Ausfahren der Ellbogen und Flucht in Fetische. Jeder ist sich selbst der nächste, jeder ist seines Glückes Schmied, wer nicht „schafft“ ist selber schuld…

    Mit der Wende von 1989 ging die massive Stärkung der rechtsnationalen Denke einher. Kohl gelang es einerseits den Slogan „Wir sind das Volk“ in „Wir sind ein Volk“ umzukehren – eine manipulative Kampagne übrigens, über die Albrecht Müller verschiedentlich berichtet hat, die aber bis heute kein Schwein juckt. Auf jeden Fall hat man es erfolgreich geschafft alles tatsächlich Linke erfolgreich zu diskreditieren („die DDR ist gescheitert – die Linke ist gescheitert“) und die gesamte DDR mit ihren Errungenschaften gleich mit zu entsorgen (ja, auch dir DDR hatte Errungenschaften, liebe Wessis). Die „neuen Bundesländer“ waren auch ein wunderbares Experimentierfeld für Agenda- und Griechenlandpolitiken späterer Zeit und eine schöne Möglichkeit zur Bilanzaufbesserung und Landnahme für westdeutsche Konzerne. Zugleich hat man Stück für Stück das identitäre Flaggeschwenken und den Nationalismus hoffähig gemacht – inklusive Geschichtsentsorgung. Das war auch bitter notwendig, um die entleerten und entseelten Leute mit irgendeinem Opiat bei Stange zu halten. Wenn schon sozial entsichert und das soziale Kollektiv (gerade in Ostdeutschland) dem Individualismus zum Fraß vorgeworfen worden ist, dann mag man eben ein (imaginäres) nationales Kollektiv als Ersatz beschwören. Klappte auch prima. Und Geschichten wie die ab den 2000er bspw. vorgenommene Altinterpretation der Ursachen des Ersten Weltkriegs („Sind alle reingeschlittert…“) inklusive Kleinredens deutscher Verbrechen beziehungsweise das (in)direkte Nähren des Feindbilds Russlands durch Filme wie „Die Gustloff“ oder „Unsere Väter, unsere Mütter“ kamen obendrauf.

    Die Wenden haben allgemein noch mehr zu bieten gehabt und noch mehr Auswirkungen gezeitigt, aber ich habe jetzt bereits sieben DIN-A4-Seiten runtergeschrieben und will noch auf ein paar andere Punkte im eigentlichen Artikel eingehen. Was ich sagen will ist, dass die drei obigen Grundsätze in diesem Zeitraum etabliert, alternative politische Bewegungen und Denkströmungen an den Rand gedrängt und mundtot gemacht wurden. Dafür dominieren Neoliberalismus (findet Massenmigration wie Massenarmut geil), Globalismus (findet Stellvertreter- und sonstige Kriege geil, wenn sie dem Westen nützen) und irgendeine Mode Identität.

    Und in so einem Land wachsen seit vier Generationen Leute nach. Sie werden beschallt, bespielt, gebrochen, gefüttert – von der Wiege an. Sie haben gelernt, dass eine Alternative nicht drin ist, dass es gute Noten nur gegen Gefolgschaft gibt, dass „links“ böse, die DDR „kaputt“, Anarchismus etwas für „Spinner“, Experimente „gefährlich“, Migration „normal“, die Impfung „der Weg zur Freiheit“, die EU eine „Friedensmacht“, S21 ein „Bahnhof“, die NATO unser „Beschützer“, die Bundeswehr „kaputtgespart“, der Hartzer „faul“ und Duckmäusertum „prima“ sind. Sie haben gelernt sich zu verkaufen, zu verbiegen und bei jeder Gelegenheit für den eigenen Vorteil zu betrügen. Nicht, dass vorher alles gesellschaftlich golden war – eher ziemlich messingen bis bleiern – aber es war noch nicht so krass messingen und bleiern. Und in einem Land unter solchen Bedingungen mit solcher Dauerbeschallung wundern sich Leute, dass Menschen zur ad ultimo beworbenen Wahl gehen und sie konsumieren, sprich diejenigen Parteien wählen, die für genau das stehen? Ernsthaft? Ich wundere mich dagegen, dass es nicht noch viel mehr sind.

    So, jetzt noch zu denen:

    Das nennt man Demokratie. Das Volk muss hautnah erleben, dass die Alternative keine Alternative ist und die CDU mindestens so wenig Wirtschaft kann wie die FDP. Wer sich jetzt einer solchen Koalition in den Weg stellt, ebnet der AfD unmittelbar den Weg ins Kanzleramt in vier Jahren – Österreich lässt grüßen.

    Das mag sympathisch klingen. Allein es setzte einerseits voraus, dass sich die Säulen des Systems so nicht stürzen, dann zumindest abwählen ließen. Das ist wie geschrieben nicht drin – entweder man ist im Parteienkartell, dann muss man die Kartellbedingungen unterzeichnen und nach dessen Regeln spielen. Oder man tut dies nicht, dann wird man dessen Opfer.

    Andererseits setzte Flassbecks Theorie darauf, dass die Mehrheitsbevölkerung durch einen „heilsamen Schock“ lernen und sich anderer Optionen besinnen könnte. Das ist gaga. Der Mehrheitsdeutsche trug Hartz IV mit, so wie er S21, Maskenpflicht und Sanktionsregime mitträgt. Die wählen das, die wollen das. Auch unter den Arbeitslosen wählen zehn Prozent oder mehr CDU – „Ich bin schuld, dass ich kein Job habe, also Linnemann nimm mir die Stütze weg und ich mache gleich wieder an die Arbeit!“ Und wer es wählt, aber nicht will, der jammert, aber zieht nicht etwa die Konsequenzen. Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe es oben erwähnt – die Mehrheit der Leute findet die Union (gefolgt in großem Abstand von SPD und Grünen) sei für die „Migrationskrise“ verantwortlich. Was wird gewählt? Union, gefolgt in großem Abstand von SPD und Grünen.

    Nein, wenn Merz und Weidel koalierten und die Kettensäge herausholten (was ihnen allein aufgrund von 0 Stimmen im Bundesrat etwas schwer werden dürfte) würden die Deutschlinge allenfalls wie folgt reagieren: Die einen würden das stoisch bis freudig mittragen und gut finden, weil sie davon profitierten. So wie auch jetzt Leute in Argentinien und den USA profitieren. Die zweiten würden das nicht gut finden, aber zumindest stoisch mittragen und bloß „an sich selbst arbeiten“ – getreu des Mottos „Ich bin schuld, dass Vadder Staat mich schlägt, also muss ich noch mehr im Hamsterrad treten“. Die dritten werden es weder stoisch mittragen noch gut finden, haben aber auch gelernt, dass man die Hand nicht gegen seinen Vati erheben darf und also lieber Ausländer, Muslime, Juden, HIVler, Hartzer, pöse Russen, Ungeimpfte oder wer sonst grad vor die Flinte kommt, jagen. Andere mögen gegen das System aufstehen – und gelten dann als Radikalinskis, die zurecht die Wasserwerfer und Schlagstöcke von Reichsinnen- und Sportminister Höcke abbekämen. Selbstverständlich unter Applaus der Gruppen 1 und 3.

    Deswegen wird weder das…

    CDU/CSU und AfD können nur entzaubert werden, wenn sie Verantwortung tragen und versuchen, ihr wirtschaftspolitische Programm durchzusetzen.

    … noch das…

    Nur wenn die Masse der Bürger, vor allem in Ostdeutschland sieht, dass auch die AfD nur mit sehr wenig Wasser kocht und nichts für die kleinen Leute tut, ist eine wirkliche Wende möglich.

    eintreten.

    In Ostdeutschland wurden in dreieinhalb Jahrzehnten so ziemlich jede Koalition ausprobiert und entzaubert, die systemisch möglich war. Es änderte sich nichts. Denn es wird eben nur mit denen koaliert, die sich zum System bekennen. Andernfalls Kemmerich oder Rumänien. Und die Lernfähigkeit scheint ebene auch vielerorts nicht gegeben.

    Dieses ganze System kann nur im Moment des Kataklysmos verändert werden – also, wenn es vollständig kollabiert. Und auch dann ist eine positive Veränderung wie Flassbeck sie erwünscht, oder wohl gar erhofft, fraglich, denn eine solche setzte positive gesellschaftliche Anknüpfungspunkte voraus. Diese Gesellschaft ist aber bis ins Mark autoritär, bellizistisch und normopathisch. Ihr Fluchtpunkt ist nicht der kollektivistische Anarchismus wie in Katalonien nach dem 19.07.1936. Ihr Fluchtpunkt ist allenfalls der Faschismus – das heißt, wenn das ganze einbricht, würde bloß das eine autoritäre System durch ein anderes ersetzt werden.

    Deswegen wäre es wichtig, dass sich heute Leute dem bestehenden verweigern hier und heute und durch Bilden und Vorleben von Alternativen Gegenstrukturen etablieren, an die in der Stunde des Kataklysmos angeknüpft werden könnte. In Katalonien – und anderen Teilen Spaniens – gab es freiheitliche und kollektivistische Theorien und Praktiken, die teils über Jahrhunderte gelebt und gesellschaftlich verankert waren. Praktisch kulturell. Daher war es nicht verwunderlich, dass dort die Anarchisten und anderen ihre politischen Ideenvorstellungen gut umsetzen konnten. Davon ist Deutschland (wie der restliche Westen und viele andere Teile der Welt) Lichtjahre entfernt. Hier herrschen immer noch Pickelhaube, Kasernenhof und Kriechertum. Damit ist ein Staat zu machen – aber gewiss keine andere Gesellschaft.

    Abschließend: Die dominierenden Gruppen innerhalb der herrschenden Klasse haben nach Neujustierung der US-Verhältnisse im November letzten Jahres einfach schnell rekalibriert – die Ampel hatte ihren Zweck erfüllt, war aber sonst zu gering verankert und Scholz als Übergangsformateur nicht länger vonnöten. Es schlägt jetzt vielmehr die Stunde einer Afghanistan-Koalition (der Name wird Programm). Vielleicht nicht im Bundestag, aber mittelbar über den Bundesrat, der für tiefgreifendes Vorgehen benötigt wird, zumal das einst so mächtige Schwarz-Rot dort nur auf jämmerliche 16 Stimmen kommt. Mit Olivgrünen und Freien Quälern schafft man dagegen locker die Zweidrittelmehrheit (alternativ mit dem konstruktiv-kritischen BSW, falls Bayern wieder rumzickt). Und das ganze deshalb, weil jemand die Projekte und Assets der deutschen Herrscherklasse in Europa absichern muss. Gerade in der Ukraine und gerade, weil gewisse Kreise fürchten Uncle Sam (oder gewisse Teile von ihm) könnte(n) sich „zurückziehen“.

    Eine neuerliche „GroKo“ wird aber nur dazu führen, dass die Rückkehr zum Dreiparteien-System fortgesetzt wird. Die SPD wird massig Wähler an Grüne und AfD abgeben – so nicht irgendwas gedreht wird und man Pistorius als Kanzler braucht. Die FDP dagegen braucht kein Mensch, weil von CDU und AfD abgedeckt. Das BSW steht vor den genannten Problemen. Langfristig hat das Vierte Reich dann vielleicht die folgende parteipolitische Konstellation:

    Einen link-neoliberalen Block (Mit Grünen als dominierender Kraft innerhalb eines Wahlbündnisses, in dem auch die Linkende, Volt und die PASOKisierte SPD mitspringen), die Paläokonservativen von der AfD (Minimalstaatlichkeit, Antikommunismus, Antimodernismus (= Betonung von „traditionellen kulturellen Werten“, Ablehnung von „modernen Bewegungen“), Nationalismus, bedingter Isolationismus) und die Union, die sich mal des einen, mal des anderen Blocks bedient und wie in den letzten 76 Jahren fröhlich vor sich hin verwaltet.

    Schöne neue alte Welt. Nüscht.

    So, das war jetzt länger als der eigentliche Artikel. Einigen zu lang. Andere mögen es als Steinbruch nutzen und was für sich drin finden. Danke für die Aufmerksamkeit an die, die bis hierhin mitlasen.

      1. Stabil.

        Andererseits machten Sie dann ja das nächste Fass auf! Was für eine „Demokratie“(formen)? Und welche lassen sich sehr wohl mit Klassengesellschaften und kapitalistisch-imperialistischen wie der hiesigen vereinbaren? Sollte überhaupt jemand in einer Gesellschaft herrschen – ob „Demos“ oder sonst wer? Und was ist mit Geschichten wie Konsensdemokratie? Sind die nicht etwa ein Widerspruch in sich…?

        1. Aber mit Freuden würde ich dieses Fass aufmachen, es ist sozusagen das springende Fass. Das ist die Diskussion, die wir führen sollten und müssten, wenn wir nicht mit der bestehenden Ordnung einfach untergehen wollten. Es ist aber eben auch die Frage nach Institutionen und Regeln, nicht ob, sondern welche es geben sollte.

          Und Konsensdemokratie mag ein Widerspruch ‚in name‘ sein, aber nicht in der Sache. Vielleicht nicht einmal dem Namen nach wäre es nicht tatsächlich so etwas wie ‚kollektive Selbstbeherrschung‘? Ohne dass noch ein ‚jemand‘ – ob als Person oder Gruppe – auszumachen wäre.

          1. Aber mit Freuden würde ich dieses Fass aufmachen, es ist sozusagen das springende Fass.

            Jop, da kann ich mitgehen. Es gab im Dezember unter ein paar Artikeln hier diesbezügliche Diskussionen. Da habe ich auch hin und her argumentiert. Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich das jetzt aber nicht nochmals mache – reicht mir leider nicht die Zeit für. Sry!

            Es ist aber eben auch die Frage nach Institutionen und Regeln, nicht ob, sondern welche es geben sollte.

            Anarchie ist Ordnung ohne Gewalt. Anomie ist Gewalt ohne Ordnung.

            Einfach nur als Hinweis – Augustin Souchys Nacht über Spanien und die dort skizzierten Beispiele für kollektivistische, gewaltfreie Entscheidungsfindung.

            Es ist freilich einer Frage der gesellschaftlichen Verfasstheit und Politkultur. Um so einen Weg zu gehen, müssen Vorbedingungen vorhanden sein, die in Deutschland nicht gegeben sind, weswegen für mich, wie oben skizziert, im Moment des Kataklysmos das Ganze in Richtung Faschismus zu kippen droht.

            Vielleicht nicht einmal dem Namen nach wäre es nicht tatsächlich so etwas wie ‚kollektive Selbstbeherrschung‘?

            Ja aber warum sollte denn überhaupt jemand herrschen, Macht ausüben et cetera? Ob über andere, ob mit einem Kollektiv über andere? Ob selbst oder mit einem Kollektiv über sich selbst? Wenn Konsensdemokratie heißt, dass im Konsens entschieden wird, Macht auszuüben, über Gruppe XY zu herrschen, ist es ja Gewalt – und zumindest in meinen Augen abzulehnen. (Andere mögen das ja anders sehen.)

            Wenn „Konsensdemokratie“ dagegen heißt, dass man Hierarchien und Machtstrukturen hinter sich lässt und die gemeinsamen Angelegenheiten direkt, selbstorganisiert etc. löst und keiner gegen seinen Willen entscheiden muss beziehungsweise über ihn entschieden wird – was hat das dann noch mit klassischer Demokratie zu tun, wo ein wie auch immer definierter Demos die Macht hat und eben über andere die Gewalt ausübt, ergo herrscht (kratein)? In so einer Konsensdemokratie sind Herrschaft und Gewalt ja überwunden!

            1. Wenn Konsensdemokratie heißt, dass im Konsens entschieden wird, Macht auszuüben, über Gruppe XY zu herrschen, ist es ja Gewalt – und zumindest in meinen Augen abzulehnen.

              Das wäre dann eben keine Konsens- sondern nur wieder die alte Mehrheitsdemokratie. In der die Mehrheit sogar noch erfolgreich von einer Minderheit manipuliert werden kann – wie wir gerade wieder gesehen haben.

              In so einer Konsensdemokratie sind Herrschaft und Gewalt ja überwunden!

              Ebent. Und dennoch verwenden Sie hier selbst wieder den Begriff – weshalb ich ja von einem Widerspruch ‚in name only‘ sprach. Andererseits – wer beherrscht Sie, wenn Sie sich selbst beherrschen (von Sozialisation, Konventionen etc mal abgesehen)?

    1. Altlandrebell schreibt :
      „Am witzigsten fand ich übrigens, dass über 50 % der Nachqualbefragten bei der ARD angaben, die Union sei schuld an der „Migrationskrise“, dem ach so wichtig(st)en Thema – und dann genau jene Union stärkste Kraft wurde. “

      Vielleicht gibt es für die CXU-Wähler ein noch wichtigeres Thema als die „Migrationskrise“ ?, vielleicht ist Revanchismus und Rache für diese Leute das Gebot der Stunde ?

      Merz macht aus seiner Wertehierarchie kein Geheimnis : „Frieden gibt es auf jedem Friedhof“ hieß es abfällig in einer seiner Reden, die am Ende mit dem frenetischen Beifall seiner „Jünger“ belohnt wurde.

      Merz, Kiesewetter, Söder, Wadephul und wie sie alle heißen sind die passende Truppe, um rechte Vergeltungssehnsüchte wahr zu machen, und ich befürchte, genau deshalb wurden sie gewählt.

      1. Vielleicht gibt es für die CXU-Wähler ein noch wichtigeres Thema als die „Migrationskrise“ ?, vielleicht ist Revanchismus und Rache für diese Leute das Gebot der Stunde ?

        Durchaus denkbar. Ich schrieb ja verschiedentlich wie auch im – zugegeben langen – Beitrag oben – die wollen das. Die wollen das andere Dreck fressen müssen, richtig auf’s Maul bekommen um sich daran hochzuziehen. Hatte / habe solche Leute selbst in der Familie. Auch diese Variable ist deshalb sicher mit dabei im Set, auch wenn sie m.E. nicht für alles als Erklärkraft ausreicht.

        Was allerdings die Themenwichtigkeit angeht, ist das auch vielleicht wieder eine Frage des Betrachtungswinkels und Ortes. Ich wohne in einer tiefschwarz(grünen) Ecke. Hier hat immer die Union gewonnen, auf Landesebene inzwischen auch mal ein grüner Kandidat, aber bundesweit immer die Union. Die könnten hier auch eine Vogelscheuche aufstellen – und würden gewählt. (Naja, der Kandidat sah dieses Mal sogar fast wie eine aus.) Und wenn man sich umhört bei den Leuten ums Eck, dann geht es denen nur um Migration und Ausländer. Was durchaus von Umfragen gedeckt wird :

        Das ZDF-Politbarometer vom 30. Januar 2025 zeigt: CDU/CSU-Wähler*innen beschäftigt an erster Stelle die Migration und die Frage, wie eine Integration gelingen kann.

        Woraus man schließen kann: Migration ist ihr wichtigstes Thema, Merkel war nicht Unions-mäßig genug in puncto Migration und ihre CDU von damals eben schuld. Aber die neue Merz-CDU habe eben die (End)Lösung am Start… Zumindest denkt wohl manch einer das.

        1. Altlandrebell schreibt :
          „Woraus man schließen kann: Migration ist ihr wichtigstes Thema, Merkel war nicht Unions-mäßig genug in puncto Migration und ihre CDU von damals eben schuld. Aber die neue Merz-CDU habe eben die (End)Lösung am Start… Zumindest denkt wohl manch einer das.“

          Es gibt mittlerweile eine Partei, die Migration ( genauer RE-Migration ) in den Mittelpunkt ihrer Parteiarbeit stellt. Warum haben die CXUler dann nicht diese Partei gewählt ?, aus Gewohnheit, oder weil es sich für einen anständigen Deutschen gehört CXU zu wählen ?
          Wenn für die CXUler das „Migrationsproblem“ tatsächlich das wichtigste Thema ist, dann ist ihr Wahlverhalten ziemlich unlogisch; erst wenn man davon ausgeht, dass es für diese Leute absolute Priorität hat, dass Russland den Krieg verliert, macht ihre Wahlentscheidung Sinn.
          Merz hat unmittelbar nach der Wahl ja nochmals sehr deutlich gepostet, was sein größter Herzenswunsch ist :
          https://www.globale-gleichheit.de/die-cdu-postet-die-ukraine-muss-den-krieg-gewinnen-und-was-die-medien-ueber-merz-verschwiegen-haben/

          By the way : Welcher Spießer würde denn in einer Umfrage ehrlich zugeben, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als das möglichst viele Russen verrecken ?

          1. Warum haben die CXUler dann nicht diese Partei gewählt ?, aus Gewohnheit, oder weil es sich für einen anständigen Deutschen gehört CXU zu wählen?

            Ganz genau deshalb, die CXU ist ja schließlich offiziell erlaubt und gesellschaftlich geachtet. Da können sie ihr Kreuzchen machen und trotzdem nicht gleich ein Nazi sein.

          2. Warum haben die CXUler dann nicht diese Partei gewählt ?, aus Gewohnheit, oder weil es sich für einen anständigen Deutschen gehört CXU zu wählen ?

            Das fragen Sie mich als @ Altlandrebell den Nichtwähler oder als Altlandrebell, der mal was mit Wahlforschung gemacht hat? 🤣

            Nein, Scherz beseite. Eine Erklärung hat @renard Ihnen genannt, weitere habe ich @ Alexander unter dem Interview mit Flassbeck geschrieben. Gewohnheit kann in der Tat eine davon sein nach meiner Erfahrung:

            Dann gibt es noch Geschichten wie gesellschaftliche Normopathie, kongitive Verzerrung, Frust, sozialen Druck und die Anpassung an Normen der Umgebung. Ich hatte eine andere Mitschülerin (dunkelblond), die – für die Verhältnisse unsere Stufe und des Einzugsgebiets der Schule – sehr kritisch war. Gegen Atomkraft, gegen Agenda 2010, gegen Afghanistaneinsatz. Und bei den Wahlen 2009 f. stramm CDU wählte, weil das „in unserer Familie immer so gemacht wird“. Tja.

            Ansonsten – wofür irgendeine (weniger) neue Partei wählen, wenn man bei dem Thema doch programmatisch (ungleich praktisch) quasi einer Meinung ist? Wie gesagt – mit Merz soll ja die gute alte Migrations-CDU wiederbelebt worden sein und der Mitforist @ Wolfgang Wirth hat auf Folgendes verwiesen:

            Die AfD gründete sich doch als Alternative zur Politik jener bewussten Frau. ALLES, was an die CDU vor jener Frau wieder anknüpft und was die Politik dieser Kanzlerin verwirft, IST aus Sicht der AfD ja schon in weiten Teilen eine Verwirklichung der Alternative.

            Tja und viele CDU-Wähler finden wohl, dass die Merz-CDU an die alte CDU-Politik anknüpft. Sie wählen das Original und finden die „Alternative“ habe sich überlebt und werde nicht mehr benötigt.

            By the way : Welcher Spießer würde denn in einer Umfrage ehrlich zugeben, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als das möglichst viele Russen verrecken ?

            Welcher CDU-Heinz würde offen zugeben, dass er Ausländer in Lager stecken oder gleich vergasen lassen will? Die müssen „Ankerzentren“ heißen und „Vergasen“ ist ein gebanntes Wort, das muss man erst recht umschreiben. „Wir“ haben doch so viel aus der Vergangenheit gelernt! Und es kann zwar ruhig geschossen werden, aber bitte nicht an der deutschen Grenze (PR-taktische Gründe!), sondern unten in Libyen oder sonstwo, wo keiner die Kamera drauf hält. 🤷‍♂️

    2. @ Altlandrebell
      „Lege auch noch ein paar Groschen auf den Tresen…“

      Gehe mit dem grössten Teil Ihrer Ausführungen bereits seit Jahrzehnten d’accord, fand aber tatsächlich noch einige fehlende Puzzle-Teile in Ihrem „Steinbruch“. Dafür ein herzliches Dankeschön!

      Nur ist meine persönliche Schlussfolgerung für mein Leben eine andere; und sei es aus einem gewissen Egoismus heraus: Davon ausgehend, das man abzüglich der ersten 15 Lebensjahre und der letzten Jahre ab einem Alter von ca. 75 Jahren nur maximal 60 Jahre hat, um sein Leben einigermassen selbstbestimmt und gesundheitlich beschwerdefrei zu geniessen, zumindest aber zu leben anstelle vom blossen Überleben, habe ich mich auf einen relativ kleinen Kreis an Leuten in meinem Umfeld konzentriert, welcher ähnlich denkt und lebt. Wir tauschen uns zwar ab und an über ähnliche Themen aus, aber eher aus der reinen Beobachterposition heraus, nicht als Teihabende der Gesellschaft als Ganzes und schon gar nicht im politischen Sinne. Wir sind polizeilich gemeldet, weil langfristig unumgänglich, sehen zu, das unsere Einnahmen weder einer Korrektur nach oben (Sozialleistungen), noch nach unten (Abgaben jeglicher Art) bedürfen und sind somit weitgehend vom Radar. Das funktioniert zumindest in Las Palmas recht gut – bislang jedenfalls. Uns bewusst nicht aktiv mit Verbesserungen der Welt befasst oder gar dafür gekämpft zu haben, sehen wir gerade im Nachhinein als richtige Entscheidung an! Klar ist aber auch, das damit die Konsequenz einherging, auf Famliengründungen von vornherein zu verzichten, da man Kinder kaum aus dem gesellschaftlichen System heraushalten kann. Deshalb ist diese minimale Teilhabe für die meisten Mitbürger auch kaum eine Alternative; schon in Las Palmas nicht und noch bedeutend weniger in Deutschland.

      In diesem Sinne nochmals einen Dank für Ihre Ausführungen im Steinbruch!

      P.S.: Wir haben der guten Sahra erst kürzlich eine recht ähnliche, natürlich viel kürzere Argumentation auf ihrem Bundestagsaccount zukommen lassen. Wäre nämlich wirklich schade um sie, in den nächsten 5 Jahren um 15 Jahre zu altern und zu vergilben…

      1. Danke für Ihre freundliche Rückmeldung! 🙂 Es freut mich, dass Sie aus meinem Text etwas für sich haben mitnehmen können.

        Das funktioniert zumindest in Las Palmas recht gut – bislang jedenfalls.

        Ich bin da optimistisch, dass es sich auch andernorts wiederholen lassen sollte. 🙂

        Uns bewusst nicht aktiv mit Verbesserungen der Welt befasst oder gar dafür gekämpft zu haben, sehen wir gerade im Nachhinein als richtige Entscheidung an!

        Was das betrifft bin ich freilich anders gepolt. Ich habe eine ziemliche Abneigung gegen alles, was ich als unaufrichtig und ungerecht empfinde – wie etwa die herrschenden Verhältnisse. Dementsprechend versuche ich – in meinem Rahmen und unter meinen Bedingungen – Verbesserungen einzuleiten oder Alternativen aufzuzeigen beziehungsweise vorzuleben. Wie ich einem Mitforisten schrieb:

        Niemand muss dazu übrigens Revoluzzer sein oder sich und seine nächsten in Gefahr bringen. Aber auch den Schwachen ist ihr Stachel gegeben und den sollten sie entdecken können und hier vor Ort zu benutzen lernen. Auch in Deutschland gibt es – noch – Nischen und Kanäle und die gewaltfreie Aktion kennt zudem einen ganzen Werkzeugkasten von symbolischen, über passiv-verweigernden bis hin zu direkten Methoden.

        Mein persönlicher Standpunkt ist: Es wäre wichtig Gegengemeinden zum etablierten System zu schaffen, in denen freie Menschen zusammenkommen und Alternativen zum Bestehenden leben können. Nicht bloß so Happening-mäßige Kommunen, die ja dann meist ins neoliberale gedreht wurden, sondern viel weiter gedacht. Eher wie die Landgemeinden der Anarchosyndikalisten im Katalonien ab 1936. Denn die Chance zur Veränderung, der Kairos zur Kinesis, tritt nur im Moment des Katakylsmos dieses Systems ein. Doch wenn es zu unseren Lebzeiten soweit sein sollte mit dem Systemsturz, sollte man vorbereitet sein. Um die Tür zu einer gewaltlosen und besseren Ordnung aufzustoßen.

        Aber das ist eben ein persönlicher Standpunkt – ich oktroyiere ihn niemanden auf, schildere ihn bloß zum Verständnis.

        Klar ist aber auch, das damit die Konsequenz einherging, auf Famliengründungen von vornherein zu verzichten, da man Kinder kaum aus dem gesellschaftlichen System heraushalten kann.

        Kann ich absolut nachvollziehen. Und deswegen habe ich auch immer wieder von meiner Warte aus darauf hingewiesen, dass es aus einer verantwortungsbezogenen Sicht durchaus legitime Gründe geben kann, keine Kinder zu wollen.

        Dafür bekomme ich dann freilich im echten wie im virtuellen Leben regelmäßig Flak ab – ich sei Kinderhasser, löste meine gesellschaftliche Bringschuld nicht ein, sei Nihilist und lebensfeindlich und was auch immer.

        Ich finde es einfach weitaus kinderhassender als Andersdenkender oder Auf(ge)klär(t)er Kinder in diese normopathische Welt zu entlassen, um in ihnen dann kleine Revoluzzer zu sehen oder gar „heranzuzüchten“. Oder in ihnen Erlöser zu sehen. Oder sie für andere Projekte zur Förderung der eigenen Eitelkeit zu missbrauchen. Ist nur meine Position und diese sehr subjektiv – ich nehme niemandem seine Kinder weg oder schimpfe ihn dafür. Ich beteilige mich aber eben auch nicht an deren Vermehrung.

        Was übrigens dem Werkzeugkasten der gewaltfreien Aktion entspringt – Zeugungsstreik zählt zu den klassischen Verweigerungsmaßnahmen gegen repressive oder autoritäre Systeme. Eine Maßnahme, die wie andere Boykotte die direkte physische Auseinandersetzung und somit Eigengefährdung vermeidet. Er zielt freilich eher auf langfristige gesellschaftliche Auswirkungen ab. Es ist eine Form des Protestes, „die in den Fokus rückt, dass eine bestimmte Person, Generation oder Bevölkerungsgruppe sich bewusst gegen die Bedingungen stellt, die ihrer Meinung nach eine lebensbejahende Zukunft für die kommenden Generationen unmöglich machen.“

        nur maximal 60 Jahre hat, um sein Leben einigermassen selbstbestimmt und gesundheitlich beschwerdefrei zu geniessen

        Bei mir war es freilich so, dass ich mit Anfang 20 chronisch erkrankte; zuvor wuchs ich bereits unter nicht sonderlich gesundheitsförderlichen Bedingungen auf. Heute bin ich Schmerzpatient und kann viele Dinge nicht mehr essen, die für andere selbstverständlich sind – von Kartoffeln über Hülsenfrüchte bis hin zu diversen Käse-, Reis-, Obst- und Gemüsesorten.

        Die 60 Jahre mögen für einen signifikanten, vielleicht auch majoritären Teil der Gesamtbevölkerung, zutreffen. Für arme, schwerbehinderte und andere Menschen ist das nicht unbedingt so. Viele Arbeiter sterben vor dem Renteneintritt oder leben nur wenig länger. Mein Vater starb mit 69 – in unserer Klasse ist die Lebenserwartung einfach 15 Jahre niedriger als bei Bürgerlichen. Und unsere Klasse umfasst auch häufig einfach die, die im Dunkeln sitzen (gelassen werden) und allenfalls in den Charity-Weeks vor Umnachten hier interessieren.

        Das waren jetzt aber auch nur wieder ein paar persönliche Anmerkungen.

        Deshalb ist diese minimale Teilhabe für die meisten Mitbürger auch kaum eine Alternative

        Kommt auf die jeweilige Ausgestaltung an, würde ich sagen. Sie mag manchmal minimal erscheinen – aber vielleicht ist sie sogar maximal im Gegensatz zur grundständig falschen Teilhabe der Heerden-Mitläufer?

        Gruß

  48. Genau, lasst sie nur machen, genau so ist das 33 auch gekommen.
    Das hatte mir mein Vater schon in jungen Jahren auf meiner Nachfrage so erklärt.
    Weil, keiner den Arsch hochbekam…und heute, tja…

    1. Weil, keiner den Arsch hochbekam…und heute, tja…

      Zu Ihrem Stichwort – Souchy in Nacht über Spanien:

      Die Sozialdemokraten und Kommunisten Deutschlands waren glänzend organisiert, wagten es jedoch nicht, zu kämpfen. Die Arbeiterbewegung Spaniens war im Vergleich zur deutschen schlecht organisiert, doch sie war kampfesfreudig. Besonders bei den Anarchosyndikalisten herrschte ein unzerstörbarer Kampfgeist. (…) In Madrid wurde das Wort No pasarán! geprägt. Bis hierher und nicht weiter. (…) Tausende unbekannte Freiwillige der Freiheit liessen ihr Leben in den Kämpfen um Madrid. Die Stadt ergab sich nicht.

      Based Anarchosyndicalists.

        1. LOL, gemäss deiner eigenen aussage, bist du zum ersten mal richtig krank. oder ist das schon wieder nicht richtig krank, da du noch ein paar finger bewegen kannst?

  49. Wer ständig diese Lüge von „links – mitte – rechts“ vorbetet ist Teil des Problems, nicht der Lösung.

    Diese Denkverengung, die da ständig vorexerziert wird, ist einfach nur peinlich. Und klar: es ist in beider Interesse, von „Linken“ wie „Rechten“ diese Reduktion auf nur diese beiden Optionen. Die Erfindung der „mitte“ war natürlich auch ein PR-taktisches Glanzstück. Damit ist dieser „linksrechts“-Schwachsinn endgültig zementiert.

    Artikel die so anfangen muss man zum Glück überhaupt nicht mehr weiterlesen. Genauso wenig wie man einen Maler weiter beachten müsste, der behauptet, es gäbe nur zwei Farben, Zb nur blau und rot. Und dazu nur noch was in der Mitte dazwischen.

    Das Politische ist multidimensional. Uns will man aber weiß machen, dass Politik nur zwischen zwei Polen denkbar sei. Wie erbärmlich das Ganze

    1. es gibt aber nur 3 farben, der rest ist gemischt. in der politik gibts nur 2 farben, der rest ist gemischt, oder meinetwegen farblos: rot und braun. erbärmlich ist nur wie oberflächlich und kurz du an alles rangehst, hoffentlich hast du wenigstens die frauen verschont mit der attitüde.

      1. @ zero fox
        „es gibt aber nur 3 farben, der rest ist gemischt.“

        Das ist unzutreffend! Lediglich zur Reproduktion wurden 3 Farben aus dem gesamten Spektrum festgelegt, um alle anderen reproduzieren zu können. Und selbst hier gibt es 2 verschiedene 3’er-Kombinationen:

        Erstens rot, gelb & blau beispielsweise zum malen, um auf idealerweise weißem Untergrund, welcher das gesamte Farbspektrum reflektiert und somit durch die Mischung weiss erscheint, gezielt ungewollte Farben rauszufiltern.

        Zweitens rot, grün & blau wie es unter anderem bei Photosensoren oder bei Bildschirmen der Fall ist.

        In beiden Fällen sind es aber willkürliche Festlegungen als ein Minimum, um die restlichen Farben reproduzieren zu können.

        Nur soviel zu deinem „erbärmlich ist nur wie oberflächlich und kurz du an alles rangehst“!

        Merkste was? Wenn nicht, auch nicht schlimm, solange du dich mit deiner aggressiven Ausdrucksweise zurückhälst.

        Danke im voraus!

        P.S.: Wenn du nämlich in einem persönlichen Gespräch an den Falschen gerätst, kannst du ein paar Stunden später die gesamte Farbpalette im Spiegel betrachten…

          1. @ zero fox
            „… Unterschied zwischen einer Wellenlänge und einer Farbe…“

            Aus den Wellenlängen bzw. deren Interferenzen ergeben sich in unserer Wahrnehmung die Farben.

            „… Du bist sicher nicht der Falsche…“

            Korrekt; zwischen uns liegen ja auch roundabout 4.000 km und deine Ausdrucksweise tangiert mein analoges Leben nicht im geringsten, während du deine Pöbeleien aus der digitalen Deckung heraus betreibst.

  50. Komisch. Aber das muss am Generationsunterschied liegen. Wir haben in der Schule noch den Farbenkreis gemalt. Sogar mit Wasserfarben bekommt man locker 16 deutlich unterscheidbare Farben hin …
    Aber wie wenn es darum ginge. Es ist einfach nur erbärmlich, was sich hier für debiles Volk reinhängt.

    Nun, das „Zero“ vom Fox ist wohl Programm bei der Figur.

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