Lehren aus der Vergangenheit

In Deutschland siegt die AfD. In Israel tobt der antipalästinensische Faschismus. Was ist aus den “Lehren aus Auschwitz” geworden?

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8 Kommentare

  1. Wenn die BRD irgendwann nicht mehr sein sollte – vielleicht faellt sie zurück (oder vorwaerts?) in die Kleinstaaterei vergangener Jahrhunderte – kann sie dann noch Schuld abtragen?

    Es stimmt, das Generationenprojekt der deutschen Babyboomer, die BRD auch moralisch wieder in das internationale Staatengeflecht einzubinden, kommt an sein Ende. So ist wohl der Lauf der Dinge, einen Staat fuer alle Zeit auf Schuld zu gruenden, wie soll das funktionieren?

  2. „Aber es handelte sich um eine verschwindende Minderheit, die von der deutschen Zivilgesellschaft weitgehend ignoriert, von den Geheimdiensten überwacht und vom politischen Establishment boykottiert wurde. “

    Dann also doch vom Lieben Gott immer gebracht, Faschismus.
    Wer diesen Geheimdienst gegründet hatte, sollte Antwort sein auf diesen Artikel.
    „Antifaschist“ das war der mutige Mann, der mich vor einem DDR Gericht verteidigt hat als man mich wegen R Flucht wegsperrte. Er nannte sich Kommunist.
    Alle anderen Antworten gibt es bei Brecht nachzulesen.
    Einzige Satz der ein wenig aufklärt „Eine bemerkenswerte komplementäre Angleichung hat zwischen beiden Ländern stattgefunden.“
    Solange Linke nicht mehr zur Selbstkritik fähig sind, können Sie auch nicht mehr für Aufklärung stehen.
    Man kann an einer AfD echt viel kritisch sehen, aber eine Partei die Frieden möchte mit Russland mit den Nazis gleichstellen zu wollen, schon echt schräg.

  3. Ein sehr schöner Aufsatz. Er zeigt mal wieder die Unfähigkeit – oder besser gesagt die Weigerung – sich mit den Realitäten zu beschäftigen. Dass sich nämlich die BRD mit ihren weltfremden Utopien, die ihr von der Politischen Klasse aufgezwungen wurde und in Duldungsstarre von ihren Bürgern hingenommen wird, übernommen hat. Die Sozialkassen sind leer, die Energiewende hat nicht funktioniert, man verstrickt sich ein einen Konflikt, der die BRD nichts angeht und erzeugt so eine unheilvolle Mischung aus von Ursachen, die den wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang herbeiführen. Doch „Die Lehren von Auschwitz“ verbieten eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen in der BRD. Wer die Energiewende kritisiert, wer kritisiert, dass wir einen unkontrollierten Zustrom von Menschen haben, der hat also „die Lehren von Auschwitz“ nicht verstanden und macht sich gemein mit den Faschisten in Israel. Die Shoa als Kritikverbot. Warum aber einen so langen Aufsatz verfassen, wenn man doch eigentlich sagen möchte: Die AfD ist die neue NSDAP. Das passende Bild hat Overton doch bereitgestellt.

  4. Lassen wir doch dem Autor die Illusion, dass die BRD anfangs eine „richtige“ Vergangenheitsbewältigung versuchte, auch wenn diese aus staatlichen und parteilichen Netzwerken alter Nazis vorgespielt wurde.
    Er kann ansonsten nicht alles unter seinen Hut kriegen.
    Natürlich muss er dann das, was die DDR machte, ignorieren. Sie gibt es nicht mehr, also ist das unwichtig.

    1. @OberstMeyer Das mit der „Vergangenheitsbewältigung“ in den 1950er und 1960er Jahren sehe ich zwar ebenso. Aber von diesen alten braunen Socken leben 2026 nicht mehr so viele und es erklärt nicht den „Erfolg“ der AfD, die bekanntlich erst 2013 gegründet wurde. In den 1970er Jahren gab es z. B. zwei große Parteien: die CDU/CSU, die SPD und die kleine FDP als das „Zünglein an der Waage“. Wenn das BSW und die FDP über die 5-Prozent-Hürde gekommen wären, dann wären 2026 sieben Parteien im Deutschen Bundestag vertreten. Welche Erklärung haben Sie dafür?

      Und was die DDR angeht, wen interessiert das 2026? Oder wollen Sie behaupten, dass die AfD die logische Konsequenz der DDR wäre, weil die AfD vor allem in den sogenannten Neuen Bundesländern so „erfolgreich“ ist? Im Wertewesten gab es nach 1983 mit Franz Schönbuber schon mal eine extrem rechte Partei, die „REP“ = Republikaner, die aber 10 Jahre später wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind.

  5. Disclaimer: Ich habe nichts, aber auch gar nichts mit der AfD am Hut.
    Aber nach meinem Eindruck ist sie nicht durch ein besonders faschistisches oder antisemitisches Parteiprogramm oder entsprechende faschistoide Parteinasen erstarkt, sondern – einzige echte Parallele zur NSDAP – durch die Unzufriedenheit und Wut vieler Wähler über eine arrogante und ignorante Politik der etablierten Parteien und Wirtschaftseliten gegenüber den Bürgern. Oder anders gesagt: gegenüber der Verpflichtung auf das Gemeinwohl. Das beginnt – oft genug schon gesagt – bei „wir schaffen das“, über grüne „Außen- und Wirtschaftspolitik“ und „Zeitenwende“ gegen „gefallene Engel aus der Hölle“ mit Billionen-Rüstung auf Kosten des Wohlstandes bis zur Vollfinanzierung eines korrupten Kriegsstaates, der eigentlich seit Jahren pleite ist (Merz als Ukraine-Kanzler mit 15% Zustimmung in Deutschland, aber 65% in der Ukraine), einhergehend mit Inflation, hohen Energiepreisen und Abschmieren der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland.

  6. 👣↩ Aus meiner Sicht muss man einen Schritt vorher ansetzen und fragen: Warum ist die Demokratie der Weimarer Republik gescheitert? Nationalistische, faschistische und totalitäre rechte Tendenzen und Parteien gab es von 1918 bis 1933 nicht nur in Deutschland. Die gab es damals in der Folge der „Great Depression“ z. B. auch in den USA.

    Die AfD in Deutschland und diese rechtsextremen Tendenzen in anderen europäischen und „wertewestlichen“ Staaten sind 2026 letztlich nur die Folge einer Wirtschaftsordnung, die man Kapitalismus oder „freie“ Marktwirtschaft nennt.

    Dieser Kapitalismus aka „freie“ Marktwirtschaft wurde nach 1945 und dem Desaster des Zweiten Weltkrieges in der ersten drei Jahrzehnten in West-Deutschland durch die sogenannte „Soziale Marktwirtschaft“ etwas gezügelt und gezähmt. Dann kam mit Margret Thatcher, Ronald Reagan, Otto Graf Lambsdorff, Gerhard Stoltenberg, Helmut Kohl, Tony Blair, Berlusconi, Milton Friedman, von Hayek usw. der Neoliberalismus inklusive shareholder value, der Deregulierung der Finanzmärkte, der Privatisierung der öffentlichen Infrastruktur, der Flexibilisierung der Arbeitsmärkte.

    Den Begriff „Superreiche“ gab es z. B. auch schon vor 1990. Vor 1990 wurden diese Reichen, die noch reicher sind als „normale“ Reiche, eher kritisch gesehen, aber nicht groß thematisiert, denn Arm und Reich gibt es im Kapitalismus schon immer. Seit dem Fall der innerdeutschen Mauer 1989/90 explodiert das Vermögen der „Superreichen“ weltweit und auch in Deutschland geradezu. Gleichzeitig wird diese extreme Vermögenskonzentration verharmlost und beschönigt. Von manchen Politikern, „Journalisten“ und sogenannten „Wirtschaftsexperten“, aber auch einfachen Bürgern werden diese „Superreichen“ geradezu angebetet.

    Dieser Neoliberalismus hat sich schleichend zu einem (Neo-)Feudalismus entwickelt. Im (Neo-)Feudalismus herrschen die „superreichen“ Kaiser und Könige über den Rest der Bevölkerung und das international (bzw. global) und auch national. Unterstützt werden diese modernen Feudalherren von den medialen Hofschranzen, den neoliberalen Ökonomen und den konverservativ-bürgerlich-liberalen Politikern der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“. Die Mehrheit der Gesellschaft besteht aus Opportunisten, die Karriere machen wollen, und aus Untertanen, die nach nach unten treten und nach buckeln, vor allem dann, wenn die Wachstumsraten der Wirtschaft sinken. Auch das war schon im feudalen deutschen Kaiserreich so. Schon vor über 100 Jahren kam der Autor Heinrich Mann zu dem Ergebnis: der typische Deutsche ist ein „Untertan“.

    Wie sagte schon Max Horkheimer und das war 1939 (❗): „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ – Die Juden und Europa. In: Studies in Philosophy and Social Science, Band 8. The Institute of social research, New York 1939.

    Und über den Kapitalismus wollen 2026 in Deutschland und Europa nur wenige Politiker, „Ökonomen“ und „Journalisten“ reden. Diese „Journalisten“ fragen lieber, wie man Herrn Selenskyj und „die“ Ukraine unterstützen kann, um noch mehr Russen bzw. russische Soldaten zu töten.

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