Können unterschiedliche Quantenwirklichkeiten uns beeinflussen?

Ein Physiker dreht den Beobachtereffekt um: "Die in Quantenobjekten kodierten Elemente der Realität sind grundlegend, und du – in dieser und anderen Realitäten – wirst jedes Mal geprägt, wenn du sie beobachtest.“

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10 Kommentare

  1. Ich habe da eine halbernste These im Zusammenhang:

    Initiationsriten sind häufig ähnlich dem Schema Schrödingers Katze, wenn auch mit viel größeren Überlebenschancen.
    Die Katze jedoch, die überlebt, befindet sich nach dem Experiment in einer nur zu 50% wahrscheinlichen Gegenwart wieder.
    Nach zwei solchen Versuchen kann man konstatieren dass die Katze nun ein unwahrscheinliches Leben in einer unwahrscheinlichen Welt führt.
    Damit hat sie die Welt der Magie und Wunder betreten.
    Was immer dort ungewöhnliches sonst noch passiert, es ist möglich, und während es in der Welt vor den weniger wahrscheinlich war ist es in ihrer Welt dannach wahrscheinlicher, da es eine wenig wahrscheinliche Welt ist. Denn Wunder und Magie sind nicht prinzipiell unmöglich sondern nur recht unwahrscheinlich.
    Je häufiger ein Mensch knapp mit dem Leben davon kam, desto mehr rutscht er in eine Welt der geringen Wahrscheinlichkeiten, in der Wunder und Magie häufiger sind als sie es in den wahrscheinlicheren Welten der Ungeschorenen der Fall ist.
    Das ist der Hintergrund von Initiationsriten, und warum manche, gerade Traumatisierte -aus Erfahrung !- zu „Aberglauben“ und Übernatürlichem neigen, der gewöhnliche jedoch nichts davon weiß.

    Qana, übernehmen Sie.

    1. Schmunzel, die Anfrage kann ich natürlich nicht unkommentiert lassen.

      Ich kenne aus eigenem Erleben / Erfahrung ein erweitertes Gefahren-Management, eine Art „7. Sinn“, der eine Erweiterung und Ergänzung des 6. Sinns, der Propriozeption darstellt.

      Am deutlichsten in Erscheinung getreten ist der anläßlich und im Gefolge eines Fahradunfalls. Ich war auf meinem „antiken“ Rennrad, das noch Schnallenpedale hatte, mit gewiß um die 40 km/h eng um eine Kurve unterwegs, als mir eine Taube, aus dem Gebüsch der Banquette ins Vorderrad flog und nicht etwa weggeschleudert wurde, sondern einfädelte, das Rad blockierte und die Gabel zerstört hat.
      Reagieren konnte ich nicht mehr, als ich die Taube auffliegen sah und ihren Kurs wahr nahm, aber denken schon. „Locker bleiben“, hieß der Imperativ aus zwei vergangenen Fahradunfällen mit häßlichem, aber nicht katastrophalem Verlauf, dann überschlug ich mich schon und kam mit dem unbehelmten Kopf auf. Eigentümliche Erfahrung, wenn man den eigenen Schädel zerknacken hört – nicht schlimm, eher „interessant“, aber natürlich alarmierend.
      Nach dem Aufschlag merkte ich, daß es einen zweiten Imperativ gab: Du darfst das Bewußtsein nicht verlieren – noch nicht. Akzentuiert durch den Blutstrom, der aus meiner Nase hervor brach, denn mir war aus meiner Fahrrad- und Motorrad-Karriere, sowie aus dem Zivildienst in der chirurgischen Ambulanz, die Erfahrung bekannt, daß die Überlebenschancen bei einem Schädelbasisbruch deutlich zu sinken scheinen, wenn der Patient das Bewußtsein verliert.
      Also wurde ich nicht bewußtlos! Konnte deshalb trotz Bruches zweier Rückenwirbel (Kompressionsbrüche) noch von der Fahrbahn in der unübersichtlichen Kurve kriechen und den herbei eilenden Passanten instruieren, meine damalige Frau anzurufen, denn ich hatte genau einen Willen: Sie noch zu sprechen, bevor es möglicherweise zu Ende gehe.

      Gerettet haben mich die Schnallenpedale. Ich verlor das Rad erst in der letzten Phase des Überschlages von den Füßen, deshalb bekam mein Leib ein Drehmoment, der mich über den Kopf abrollen ließ, sodaß der berucksackte Rücken die volle Wucht des Aufpralls abbekam. So erwies sich der Schädelbruch nur als ein Riß in der Kalotte, der nicht bis auf die Hirnhäute durch ging, und ein Einbruch einer Stirnhöhle, der die kapitale Blutung aus der Nase verursacht hat.

      Nebenbei bemerkt: Banal war die Hirnverletzung natürlich nicht, auch wenn im CT keine größere Blutung zu sehen gewesen ist. Weil mir das klar war, habe ich Schmerzmittel abgelehnt, was den Nachtschwestern in den ersten beiden Nächten ein wenig Unannehmlichkeiten bereitet hat, denn ich begann unter den Schmerzen mäßig zu delirieren.
      Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ergriff ich in der dritten Woche nach dem Unfall: Ich nahm einen anspruchsvollen Auftrag für eine Diplomarbeit aus einem Bereich an, der mir weitgehend neu gewesen ist: Psychologie. Ich wollte meine mentale Regenerationsarbeit maximal fördern. Aber das nur nebenbei, denn

      der Hauptpunkt hier ist, daß es über drei Jahre gedauert hat, bis sich ein Reflex weitgehend abgemildert hat, der mich in einer Bewegung stocksteif erstarren lassen hat, wenn ich in einer iwie nicht ganz übersichtlichen Lage aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr nahm, besonders in der Dämmerung, denn zum Zeitpunkt des Unfalls hatte die Dämmerung eingesetzt.
      Das hat mir zusätzlich introspektiv einen gewissen Einblick in die „Instinkte“ zur Gefahrenabwehr und -Vermeidung verschafft, die ich bis dahin schon angesammelt hatte, zum Zeitpunkt des Unfalls war ich 42.

      Es hat auch mein Verständnis für brutale Riten, wie den „Sonnentanz“ gefördert. Eine Büffeljagd ist ein mörderisches Unterfangen, bei dem schwere Verletzungen fast sicher anfallen – irgendwann. Sie nicht nur zu überleben, sondern, wenn nur irgend möglich, vollständig zu regenerieren, hat die Mobilisierung aller beitragenden Kräfte verlangt – physischer, wie mentaler Kräfte.
      Übrigens sind alle brutalen Riten und „Prüfungen“ bei den Oglalla und etlichen anderen Sioux und Verwandten „optional“ gewesen, wenn man den kulturellen Druck hintan stellt, und zum „Sonnentanz“ wurde nur zugelassen, wer seine Widerstandskraft schon mehrfach unter Beweis gestellt hatte.
      Und sie kannten, wie praktisch alle originalen Stammeskulturen, das „Dritte Geschlecht“.

      Naja, ob das Posting kassiert wird? Schaun wer mal. War eine Verdauungsbeschäftigung. Zum Thema äußere ich mich vielleicht morgen.

  2. Quantenmechanische Zustände können mehrdeutig und verschränkt sein, makroskopische aber nicht. All diese Gedankenexperimente, wie Schrödingers Katze, sind unterhaltsam, aber keine Realität.
    Rob Kenius,
    Diplom-Physiker und freier Publizist
    https://kritlit.de

    1. Ich bin zwar kein Quantenphysiker aber Ich sehe das im Grunde genauso.

      Prinzipiell denke Ich wir leben in einem 100% newtonischem Universum wobei die schiere Masse (Anzahl) der „Materie“ und der Interaktionen den Versuch einer kompletten Berechnung der Realität absurd erscheinen lässt.

      Insofern sehe Ich in der „Superposition“ lediglich die Darstellung unserer Unwissenheit als quantifizierbare Größe welche dann eine mathematische Grundlage bildet Teile der Realität mittels Wahrscheinlichkeiten in brauchbaren Formeln und Vorraussagen zu beschreiben..

      Denn ob das Teilchen reflektiert oder detektiert wird steht von vorne herein fest, wir wissen es nur noch nicht, hätten wir jedoch eine Technologie mit der wir das Teilchen beobachten könnten ohne es zu beinflussen würde die Superposition sofort in einen realen Zustand kollabieren..

      Mfg Makrovir

  3. Interessant wären hier neue Ideen. Zum Thema passen würde die Arbeit von Sky Darmos. Es würde mich sehr interessieren, was Physiker dazu sagen. Habe selbst leider nur Grundkenntnisse, bin Informatiker.

  4. In der Kiste eingesperrt befindet sich die Katze zu keinem Zeitpunkt in einem quantenmechanischen Zustand. Sie ist entweder lebendig oder sie ist tot, aber nicht beides gleichzeitig.
    Das radioaktive Atom ist der einzige quantenmechanische Gegenstand in der Kiste. Schrödinger schafft mit seinem Gedankenexperiment lediglich ein krasses Beispiel dafür, wie sich quantenmechanische Ungewissheiten in harte Gewissheit überführen lassen.

    Viele gedankliche Irritationen in der sogenannten Quantenwelt entstehen, weil unzureichende Bilder und Formulierungen benutzt werden.
    Da wird von Wellen und Teilchendualität gesprochen obwohl Licht weder eine Welle noch ein Teilchen ist. Licht ist Energie.
    Energie kann man nicht direkt erfassen. Wenn wir die Möglichkeit der Ausbreitung betrachten, dann nutzen wir zur ihrer Beschreibung die Wellenfunktion. Wurde die Energie übertragen, dann nehmen wir das Bild vom Teilchen um berechnen zu können was geschehen ist. Nicht das Licht hat ein duales Wesen. Es ist allein der Mensch der zwei verschiedene Rechenmethoden benötigt um ein und die selbe Realität zu begreifen.

  5. mmh, erkenntnistheoretisch gibt es bis heute unterschiedliche Deutungen der Quantentheorie.

    Es ist schwierig, Theorien über Zustände aufzustellen, die sich der direkten Beobachtung entziehen und nur über die Heisenbergsche Unschärferelation zugänglich sind. Nicht anderes beschreibt das Bild von Schröfingers Katze. In dem Augenblick wo ich nachschaue, ist der Mechanismus zerstört. Finde ich eine tote Katze, weiss ich nicht, wie lange sie schon tot ist. Lebt sie, wirkt im offenen Karton das Gift nicht meht todbringend.

    Ohne jetzt tiefer in die verschiedenen Interpretationen eingedrungen zu sein, erscheint mir das Sonnenbrillen-Bob Gleichnis als eine populärwissenschaftliche Transformation (Deutung) des Doppelspaltexperimentes.

    Die Tatsache allerdings. dass sich unter bestimmten Bedingungen mehrere Teilchen (min. 2) durch eine gemeinsame Wellenfunktion beschreiben lassen (verschränkte Teilchen) finde ich dagegen weniger überraschend, als andere Phänomene. Allerdings hat bei einer Veränderung des Quantenzustandes eines Teilchens die instantane Veränderung auch des andere Teilchen keine Entsprechung im uns zugänglichen makroskopischen Raum mit seiner Begrenzung auf die Lichtgeschwindigkeit.

  6. Es gibt zweifelsohne immer noch Phänome im Universum, die sich nicht so einfach oder bislang nicht erklären lassen. Krieg, die neoliberale Politik von Friedrich Merz und Lars Klingbeil, das Phänomen Donald Trump, Armut und Reichtum lassen sich aber erklären. Dafür braucht es Soziologie, Mikroökonomie, Makroökonomie, Theologie und viel Psychologie.

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