
Der vergessene Beginn eines Vernichtungskriegs
Deutschland erinnert nur dann an die Oper der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es daraus Kapital für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft schlagen kann. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt.

Kriegssüchtig?
Viele von uns und unsere Politiker scheinen vom Kriegsfieber befallen zu sein (und dabei ein deutlich erhöhtes Fieber zu haben). Es scheint, als könnten allzu […]

Pazifisten und Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien
Ein historischer Überblick vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart – über „kluge Köpfe“, die unter keinen Stahlhelm passen. […]

Krieg als Geschäftsmodell
Medienmacht, Geldherrschaft und die Sabotage des globalen Friedens. […]

Juden, Judentum und Musik
Was ist jüdisch an jüdischer Musik? Welche Rolle spielt das diasporische Dasein von Juden in der Geschichte bei der Beantwortung dieser Frage? […]

Über Diener der Macht und Macht der Diener
Gesichter und Gestalter der Außenpolitik. Medwedew, Lawrow, Putin, Merz […]

Wir brauchen eine strategische Vision in der Politik
Ist die Zukunft unserer Demokratie populistisch? Die Strategie, sich als etablierte Politik nur gegen den Rechtspopulismus abzugrenzen, kann ihre Wirkung verfehlen und gesellschaftliche Spaltungen beschleunigen […]

Trump – ein Wiedergänger Caligulas?
Donald Trump wird gerne mit dem römischen Kaiser Gaius Caeser Augustus Germanicus genannt Caligula verglichen. Der alte Römer soll irre gewesen sein – wie der […]

Atomwaffen und Klimakrise: Warum ein begrenzter Nuklearkrieg globale Folgen hätte
Der Begriff eines „begrenzten“ Atomkriegs gehört zu den gefährlichsten Annahmen moderner Sicherheitsstrategien. Selbst ein regionaler Nuklearkonflikt wie zwischen Indien und Pakistan hätte weltweite klimatische Folgen. […]

Operationsplan Deutschland offenlegen – Bundeswehr stuft Teile herunter
Wenn ein hoher Offizier einen geheimen Kriegsplan wie Waschmittel anpreist. Bereits seit Jahren wird die Infrastruktur im Interesse der Armee ausgebaut – zum Beispiel Straßen, […]

Bayerische Regierung will für Unis das Verbot für Künstliche Intelligenz verbieten
Nach einem geplanten Hochschulinnovationsgesetz sollen an Bayerns Hochschulen Prüfungen mit Verwendung von KI möglich werden. Und es sollen neue Strafregeln für "dauerhafte Störer" bis zur […]

Spanischer Lawfare
Isabel Ayuso: Die Hoffnungsträgerin der spanischen Rechten wird von Covid-Masken verfolgt. […]

Der Globale Süden definiert seine eigene Linie zum Thema wirtschaftliche Entwicklung und Menschenrechte
Von 11. bis 12. Juni fand in Beijing das internationale „Forum 2026 on Global Human Rights Governance“ statt. Das Ziel des Forums war Erfahrungen betreffend […]

Rentenkommission präsentiert einen 33-fachen stacheligen Rentenstrauß – Kern: Die Renten-Konterreformen gehen weiter!
Der Souverän, das Wahlvolk, spielt in dem absurden Polittheater keinerlei Rolle. Von der Regierung handverlesene Experten üben Konsens untereinander – sie befinden sich im krassen […]

Der Deal, den keiner erklären kann
Vor wenigen Tagen wurde Frieden verkündet. Heute drohen wieder Eskalation, steigende Ölpreise und neue Unsicherheit. Wenn niemand mehr sagen kann, ob der Durchbruch überhaupt noch […]

Erschöpft sich die russische Wirtschaft im Krieg?
Russland werde nie gewinnen, so UN-Botschafter Melnyk. Kiel Institut prognostiziert oder hofft eine "strukturelle Erschöpfung" der russischen Wirtschaft. Aber nach dem Economist kann der Kreml […]

Zerschlagung des Rentensystems – Alles für die Aufrüstung?
Die Pläne der Bundesregierung zur Rentenreform drohen das System grundlegend zu verändern. Statt einer Rente als Regel wird sie für viele zur Ausnahme – finanziert […]


Der Artikel trifft einen Punkt, der in der deutschen Erinnerungskultur gern unter den Teppich gekehrt wird. Meine eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit in Westdeutschland waren jedenfalls genau so: Der Holocaust wurde behandelt — völlig zurecht und selbstverständlich. Aber der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion? Die systematisch ermordeten, verhungerten, erschossenen und verschleppten Sowjetbürger? Das lief eher unter „ferner liefen“.
Man lernte Jahreszahlen, Schlachten, Hitler, Stalingrad, Holocaust. Aber dass der Krieg im Osten nicht einfach nur ein militärischer Feldzug war, sondern ein rassistisch motivierter Vernichtungskrieg gegen ganze Bevölkerungen, wurde kaum mit der nötigen Klarheit vermittelt. Dass bei der Blockade von Leningrad unzählige Sowjetbürger gezielt dem Hunger überlassen wurden, habe ich in dieser Deutlichkeit erst vor wenigen Monaten gelernt. Das ist schon bemerkenswert für ein Land, das sich gern als Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung inszeniert.
Und bevor jetzt wieder jemand reflexartig „Relativierung!“ ruft: Nein. Das Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Juden wird nicht kleiner, wenn man auch an die rund 20 Millionen getöteten Sowjetbürger erinnert. Erinnerung ist kein Kuchen, bei dem für die einen weniger übrig bleibt, wenn man auch der anderen gedenkt. Wer so denkt, hat Erinnerungskultur nicht verstanden, sondern betreibt moralische Buchhaltung.
Gerade Deutschland müsste es besser wissen. Der Holocaust war ein singuläres Menschheitsverbrechen. Und zugleich war der Krieg gegen die Sowjetunion ein deutscher Vernichtungsfeldzug mit Millionen zivilen Opfern. Beides auszusprechen ist keine Relativierung, sondern historische Mindesthygiene.
Was mich stört, ist diese selektive Schärfe: Bei bestimmten Verbrechen ist Deutschland zu Recht sehr genau. Bei anderen wird es plötzlich neblig, allgemein, abstrakt. Dann heißt es „Krieg“, „Opfer“, „Leid“ — aber selten klar genug: deutsche Täter, sowjetische Opfer, rassistische Vernichtungspolitik.
Wenn „Nie wieder“ mehr sein soll als eine Sonntagsrede, dann darf Erinnerung nicht nach aktueller politischer Wetterlage sortiert werden. Die Opfer deutscher Verbrechen im Osten haben kein nachrangiges Gedenken verdient. Sie wurden nicht weniger ermordet, nicht weniger entrechtet, nicht weniger entmenschlicht.
Eine ehrliche Erinnerungskultur müsste genau das aushalten: den Holocaust in seiner Einzigartigkeit benennen — und gleichzeitig die Millionen ermordeten Sowjetbürger nicht länger als historische Randnotiz behandeln. Alles andere ist kein Gedenken, sondern eine sehr bequeme Auswahl dessen, woran man sich erinnern möchte.