Ukrainer im Ausland verlieren Bindung und Interesse an ihrem Land

Nach einer Umfrage will die Hälfte nicht in die Ukraine zurück, fast ebenso viele wollen die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes erhalten. Das Mobilisierungsgesetz dürfte weiter abschrecken.

mehr lesen

17 Kommentare

  1. Warum sollte man sich mit einem Land identifizieren, was schon vor dem Krieg das Armenhaus Europas war, das von Oligarchen regiert wird, die so dumm waren, in einen Krieg gegen einen übermächtigen Gegner einzusteigen, wo die kleinen Leute verheizt werden, wo Korruption und Kriminalität herrscht und wo man nach dem Krieg einen Riesenschuldenberg erben wird, den unter normalen Bedingungen niemand abtragen kann?

    1. Gut erkannt; vieles weiß man schon seit den 90er Jahren. Die daraus abgeleiteten Prognosen haben sich dann auch im Wesentlichen bewahrheitet.

    2. Mehr als das, was du zum Thema schreibst, braucht man eigentlich nicht zu sagen. Über die Ergebnisse der Umfragen, auch wenn man da eine gute Portion Skepsis bewahren sollte, kann man nur erstaunt sein, wenn man das Bild, das in unseren Medien seit Jahren von der Ukraine gezeichnet wird, ernstnahm. Das war so doof und verlogen, so unglaublich falsch.
      Das Land wurde seit der Unabhängigen permanent von verschiedenen Fraktionen von Dieben regiert, die das Land gnadenlos ausplünderten. Je nachdem, ob die sich mehr nach Moskau oder nach dem Westen orientierten, wurden sie als die Guten oder abgrundtief Bösen beschrieben. Erinnert man sich noch an den Zirkus um die Gaspatin Timoschenka? Die, mit dem schlimmen Rücken?
      Die sind die Ukraine und deren Kinder sterben nicht an der Front. Die bestohlenen und ausgebeuteten Menschen sollen eine Bindung zu diesem Land haben ? Die Idee ist doch vollkommen albern.

  2. Also eine weitere Staatsbürgerschaft hätte ich auch gerne, so als Backup für alle Fälle.

    Andorra
    Monaco
    San Marino
    Kaliningrad
    Åland
    Färöer
    Svalbard/Spitzbergen
    Калмыкия

    Alles schön in Europa 👍

  3. Die demokratisierung der Ukraine durch den Westen, zeigt sehr deutlich wie man einen Staat zerstört und die hunderttausende Leichen einen demografischen Kollaps verursacht.
    Die EU zahlt bis 2027 jeden Monat 1,5Mrd€, das obwohl der Corona Fond von 800Mrd eine Ausnahme sein sollte. So wird die Ausnahme zur Gewohnheit und alle machen mit in der öbszönen ‚Demokratie“.
    Und ab gehts zur EU Wahl und alle preisen ihre Simulationen an!

  4. Wie sollen die ihre „Bindung“ an „ihr“ „Heimatland“ verlieren???
    „Ukraine“ ist/war ein willkürliches Vielvölkergebilde. „Ukrainischer“ „Patriotismus“ ist/war ungefähr das Gleiche wie die Sucht nach MacDonalds-Fraß.

  5. Die Ukraine hatte auch schon lange vor 2022 ein Problem mit Abwanderung, insbesondere von jungen Menschen. Unter anderem in D waren sie als billige Arbeitskräfte begehrt. Es gab auch Vermittlungsagenturen wie z.B. in der Pflegebranche, die darauf spezialisiert waren. Jetzt kommt noch der Krieg hinzu, und noch weniger rosige Aussichten für die Zukunft des Landes als vorher. Es wäre sehr verwunderlich, wenn sich dadurch das Blatt gewendet hätte.

    Naja, in dem Medien hier will man immer noch das Bild hochhalten, dass die „unsere“ Freiheit verteidigen. Es käme wohl nicht sonderlich gut beim Publikum an, wenn man sagen würde, dass die gezwungen werden für einen zu sterben. Also zeichnet man ein Bild, in dem die Stimmung in der Ukraine so ist, dass man bereitwillig in den Krieg ziehen würde.

  6. Die Figuren auf dem Foto könnten ja mal ihre Bindung und Interesse an ihrem Land demonstrieren: Die Männer zum Ehrendienst an die Front und die Frauen zum Sanitätsdienst – aber dalli.

  7. Ubi bene¹, ibi patria ~ Wo es mir gut geht, dort ist meine Heimat (schlage ich Wurzeln).
    Schon 2022 gab es natürlich Ukrainer, die im Sinne dieses Spruches erkannten: Warum soll ich mein Leben riskieren², damit auch meine Kinder weiterhin von ukrainischen³ Oligarchen ausgebeutet werden, statt von – Gott behüte! – russischen Oligarchen. Selbst in der Sprachenfrage ist von den Russen, zumindest mittelfristig, mehr Toleranz zu erwarten als von den ‚Ukrainisch über alles‘-Fanatikern.

    ¹ https://www.dwds.de/wb/ubi%20bene%2C%20ibi%20patria im Englischen ist vielleicht konkreter Brot verbreiteter https://en.wikipedia.org/wiki/Ubi_panis_ibi_patria
    ²Inzwischen wohl eher wegwerfen
    ³Mit ein bisschen Hilfe von BlackRock usw

  8. Hurra-Pateiotismus erfasst immer die am Heftigsten, die wenig Gefahr laufen, diesen unter Beweis stellen zu müssen.
    Und Ukrainer, die die Ukraine verlassen haben, werden dennoch bessere Informationen über die reale Lage dort haben, als die meisten anderen. Daher ist es absolut nicht erstaunlich, was bei der Umfrage generell rumkommt.
    Davon auszugehen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass eine anderslautende Aussage in Zukunft Probleme breiten könnte, wenn man vielleicht dort hin reisen möchte. Das Internet vergisst nichts….
    Wer also spätere Besuche in, oder die Rückkehr aus der ehemaligen Heimat nicht ohne Not in Gefahr bringen möchte, tut gut daran, öffentlich an den Sieg zu glauben.
    Offenbar gehen viele Ukrainer davon aus, dass es, falls es eine Rest-Ukraine geben wird, eine nachtragende Obrigkeit geben könnte.

    1. Sehe ich auch so. Dazu kommt noch, dass die Umfrage von einem ukrainischem Institut erfolgte. Und da könnte der Verdacht naheliegen, für die ukrainischen Michels noch so viel wie möglich Patriotismus zu retten und die Umfrage entsprechend zu beeinflussen, es kann ja keiner nachkontrollieren.

  9. Die Schürfrechte sind schon vergeben. Der Westen geht an Polen, der (Süd-) Osten an Russland und das Zentrum an Black Rock und Konsorten. Also entweder sterben oder raus aus dem Schlamassel.

  10. Na ja, wenn jetzt noch mehr Leute hier bleiben wollen, dann sollte die Bundesregierung sich vielleicht bald mal was ausdenken, wie es mit dem Wohnungsbau und der Bauwirtschaft weitergehen soll. Sieht ja momentan nicht so gut aus damit.

    https://www.tagesschau.de/inland/sozialwohnungen-kritik-verbaende-100.html

    Das Geld wäre sicherlich besser angelegt als für immer mehr Leoparden, die von den Russen sowieso nur abgeknallt werden.

    Andererseits….. wenn es mit der Wirtschaft, der Abwanderung von Unternehmen und damit mit der Sozialhilfe hier weiter so abwärts geht wird Dojczland für Migranten wohl immer uninteressanter werden. Wirklich gut ausgebildete Fachkräfte suchen sich ja schon längst andere Ziele. Und den angeblichen Fachkräftemangel kann man wohl nicht nur mit Fach-Spargelstechern und Fach-Erdbeerpflückern angehen.

  11. Dass 80 Prozent sagen, sie glaubten an einen ukrainischen Sieg, beweist nur, dass man sich auf solche Umfragen nicht verlassen kann. Da wird dann halt gesagt, was man für opportun hält, was sich selbstredend oft nicht mit der eigenen Meinung deckt. Eigentlich ist das ja ein ganz alter Hut, die Problematik ist seit Menschengedenken bekannt. Aber Rötzer legt die Zahlen solcher Umfragen dennoch stets auf die Goldwaage…

  12. Glaubt wirklich wer, dass es im Rest Europa anders ist? Kaum einer hat mehr eine emotionale Bindung an einen Staat, der immer repressiver wird, immer mehr Abgaben verlangt und wo die Politiker nur Politik für die Reichen machen. Deswegen verschwinden ja auch immer mehr Deutsche aus Deutschland. Wenn einer glaubt, dass es hier besser wird, dann ist dieser Person auch nicht mehr zu helfen.
    Europa ist nur noch ein Durchgangskontinent, mehr nicht – jedenfalls für Gebildete die mehr von Leben wollen als Stütze.

  13. Wenn die Auslandsukrainer noch ein paar Jahre warten, wird nach dem Krieg das, was von der Ukraine übrig sein wird, mehrheitlich US-Konzernen gehören – die wollen dann sicher alle dorthin zurück, um von dort aus US-Amerikaner zu werden! Denn im „Land der unbegrnzten Möglichkeiten“ haben sie dann sicherlich bessere Chancen als im dann ruinierten Rest von Europa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert