Walter Koenig

Onkel Pavel – Der Russe, den wir alle lieben

Das deutsche Feuilleton betrauerte diese Woche den Tod eines Russen. Nun gut, eines Amerikaners, der in seiner bekanntesten Fernsehrolle einen Russen spielte. Mehr Russlandfreundlichkeit gibt es in Deutschland derzeit nicht.

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4 Kommentare

  1. Und jetzt ist auch noch Catain Picard in den unendlichen
    Weiten des Weltall’s für immer verschwunden. Er hat
    unser aller Verständnis von Zusammenleben mit
    anderen Kulturen geprägt. Er wird mir fehlen.

  2. Genau so schaut’s aus. Allerorten hat es nicht nur Einzug gehalten,sondern erfreut sich wachsender Beliebtheit alsFüller:Das Feuilleton als journalistische Darstellungsform schildert „in betont persönlicher Weise die Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten des Lebens und versucht, ihnen eine menschlich bewegende, erbauende Seite abzugewinnen“

  3. Mich hat an der Rolle immer das bemühte Radebrechen mit hollywood-„russischem“ Einschlag gestört. Russen sind in Hollywood und US-Serien meist dumm oder mit Klischees überfrachtet. Meist beides. Der „Kalte krieg“ wurde eben auch da fortgeführt.

    Am bescheuertsten war der „Russe“ in dem Film „Armageddon“, der einer der schlechtesten Filme aller Zeiten ist. Technisch hanebüchen, voller Fehler und natürlich retten die Amis mal wieder die Welt – mit einer Atombombe. Der Rest der Story war Testosteron-Gehabe. Und das sage ich als Mann, dem das scheinfeministische Geblöke von „toxischer Männlichkeit“ auch auf den Keks geht.

    Und da gab es auch einen „Russen“, nämlich einen „Lev Andropov“, der der einzige (!!!) Hüter der russischen Raumstation Mir war, wo die zeitgleich (!!!) gestarteten Shuttles für ihren Weiterflug zum Asteroiden Sauerstoff nachtanken sollten (als ob es den auf so einer Station gäbe). Und dieser „Russe“ war ein Hinterwäldler, der dort in Unterhose aber mit dicker russischer Fellmütze (Tschapka) hauste, und alle Naselang mit einem großen Schraubenschlüssel auf den Geräten herumschlug, um sie „zu reparieren“.

    Positive russische Charaktere in US-Filmen muß man mit der Lupe suchen. Und wenn, dann sind es Figuren wie Kapitän Ramius (Sean Connery) auf dem sowjetischen UBoot „Roter Oktober“, die deshalb „gut“ sind, weil sie das böse Heimatland verraten und sich dem guten US-Militär ergeben – CIA inklusive… Ist zwar im Gegensatz zu „Armageddon“ ein gut gemachter Film, aber die Klischees sind dieselben.

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