Brasilien: Bolsonaros Gänsefüßchen-Flucht

Die Medien sprachen von einer abenteuerlichen Flucht und fabulierten von einer geheimdienstlichen Verschwörung von CIA und Milei. Doch ob das wirklich eine heimliche Flucht gewesen war, darf bezweifelt werden

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10 Kommentare

  1. Ebenso wie die „FakeNews“ kam das Konzept der „gestohlenen Wahlen“ erst mit dem gestörten Spinner im WH so richtig im Polit- und Medienzirkus auf die Bühne. Für die Rechten ist es jetzt schon Normalität, dass man verlorene Wahlen nicht anerkennen will, immer ist Wahlbetrug im Spiel, auch das Weidel wollte in Sachsen-Anhalt neu auszählen lassen, weil die absolute Mehrheit verpasst worden ist, natürlich durch Wahlbetrug.
    Trump redet bereits jetzt schon, und mal wieder, von Wahlbetrug, falls die Reps die Midterms verlieren sollten.

    Der Bolsonaro-Spinner hat sich jetzt zum Wahlsieger und Präsidenten erklärt und will Brasilien aus den USA heraus regieren. Kann man sich nicht ausdenken.

    1. „Für die Rechten ist es jetzt schon Normalität, dass man verlorene Wahlen nicht anerkennen will, immer ist Wahlbetrug im Spiel, auch das Weidel wollte in Sachsen-Anhalt neu auszählen lassen,“

      ….und das BSW nicht vergessen! Aber die paktieren ja mit der AfD (genauso übrigens wie der geliebte Zar in seinem Reich). Insofern sind die auch schon rechts.

      Also…. das haben Sie ganz richtig erkannt. Voilà!

      1. Wenn es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung gibt, sollte das selbstverständlich überprüft werden – unabhängig davon, welche Partei betroffen ist. Hinsichtlich des BSW ist mehr als deutlich dargelegt worden, dass es solche Unregelmäßigkeiten gab.

        Im Blick auf die rechte Seite des politischen Spektrums stellt sich indes die Frage, ob allein das Nichtgewinnen einer Wahl schon eine Unregelmäßigkeit darstellt…

  2. Das war knapp. Unter Jair Bolsonaro erreichten die illegalen Brandrodungen des Amazonas Regenwaldes ein bedrohliches Ausmaß. Lula grenzte das wieder ein. Der Sohn, oder besser Klon, hätte die zerstörerische Landnahme wahrscheinlich wieder zugelassen. Das ist ein wichtiger Aspekt auch für den Rest des Planeten und zum Glück noch einmal gut gegangen. Angesichts der Popularität der Ultrarechten und Lulas Alter bleibt die Lage aber trotzdem fragil.

    1. Heinz: Bolsonaro hat sich ja gerade in seinem Fluchtort schon vorsichtshalber zum rechtmäßigen Präsidenten
      ernannt. Für Brasiliens Natur wird Lula sicherlich der bessere Präsident werden. Das hätte für uns
      alle einen Vorteil, da gerade der Brasilianische Urwald eine wichtige Sauerstoffquelle ist.

  3. Wenn Betrüger Betrügern vorwerfen Betrüger zu sein. Um was geht es dabei? Exakt um nichts. Naja fast. Für manche zumindest dürfte es einen gewissen Unterhaltungswert haben und die Dienstboten erfahren eine Modifikation ihrer Beschäftigung im Dienst der tatsächlichen Zentren der Macht. Die heutigen Subunternehmer balgen sich um Häppchen aus den Trögen (das bereits zuvor von willfährigen Subunternehmern veruntreute Vermögen der Gemeinschaft) die von den großen Trusts bereit gestellt werden.

    Die großen Linien wie Gesellschaft organisiert ist, bleibt von den ständigen „Wechseln“ auf der Dienstbotenebene unberührt. Das ständige Wechseln bleibt dieser Ebene auch vorbehalten. Darüber ist es ausgesprochen stabil. Wie gut das für die Selbsterwählten (also die die niemand wählen oder abwählen kann) und eher schlecht das für die absolute Mehrheit funktioniert kann man nun einige Jahrhundertchen bestaunen.

  4. Glenn Greenwald dazu auf X:

    https://x.com/ggreenwald/status/2115180175251947876

    „Gerade heute hat Italien Brasiliens Forderung abgelehnt, eine Person namens @edutagli
    auszuliefern, die einst ein enger Mitarbeiter von Moraes war, aber nach Italien floh, nachdem Moraes ihn beschuldigte, meine Quelle in einem massiven Leak aus Moraes’ Büro gewesen zu sein, den ich für Berichte erhalten habe, die ich 2024 mit @Folha gemacht habe. Dieser massive Leak ermöglichte es uns, etwa 20 Artikel zu veröffentlichen, die systematische Machtmissbräuche von Moraes gegen seine politischen Feinde bewiesen: genau der Grund, warum so viele Brasilianer, einschließlich Bolsonaro, wissen, dass sie in Brasilien keinen fairen Prozess bekommen können.“

    Irgendwie scheint das Schauspiel dort nicht ganz geeignet zu sein, um daraus eine gut gegen böse Geschichte zu bauen….

    1. Das passt zu Gaby Webers These, dass Bolsonaros Flucht das Ergebnis eines Geschachers von Lula, Moraes und dem linken Establishment war. Es gibt keine Heiligen in Brasilien…

  5. Wie hier schon gesagt wurde:
    Der Fall Guaido läßt grüßen.
    Bolsonaro hat sich im Exil auch bereits zum Präsidenten Brasiliens ernannt.

    Bleibt abzuwarten, ob die EU ihn, wie damals Guaido, als rechtmäßigen „Präsidenten“ anerkennt.
    Bei einem US Präsidenten Biden hätte würde sie das wohl tun.
    Da nun Trump US Präsident ist, eher nicht,

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