Können unterschiedliche Quantenwirklichkeiten uns beeinflussen?

Ein Physiker dreht den Beobachtereffekt um: "Die in Quantenobjekten kodierten Elemente der Realität sind grundlegend, und du – in dieser und anderen Realitäten – wirst jedes Mal geprägt, wenn du sie beobachtest.“

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13 Kommentare

  1. Ich habe da eine halbernste These im Zusammenhang:

    Initiationsriten sind häufig ähnlich dem Schema Schrödingers Katze, wenn auch mit viel größeren Überlebenschancen.
    Die Katze jedoch, die überlebt, befindet sich nach dem Experiment in einer nur zu 50% wahrscheinlichen Gegenwart wieder.
    Nach zwei solchen Versuchen kann man konstatieren dass die Katze nun ein unwahrscheinliches Leben in einer unwahrscheinlichen Welt führt.
    Damit hat sie die Welt der Magie und Wunder betreten.
    Was immer dort ungewöhnliches sonst noch passiert, es ist möglich, und während es in der Welt vor den weniger wahrscheinlich war ist es in ihrer Welt dannach wahrscheinlicher, da es eine wenig wahrscheinliche Welt ist. Denn Wunder und Magie sind nicht prinzipiell unmöglich sondern nur recht unwahrscheinlich.
    Je häufiger ein Mensch knapp mit dem Leben davon kam, desto mehr rutscht er in eine Welt der geringen Wahrscheinlichkeiten, in der Wunder und Magie häufiger sind als sie es in den wahrscheinlicheren Welten der Ungeschorenen der Fall ist.
    Das ist der Hintergrund von Initiationsriten, und warum manche, gerade Traumatisierte -aus Erfahrung !- zu „Aberglauben“ und Übernatürlichem neigen, der gewöhnliche jedoch nichts davon weiß.

    Qana, übernehmen Sie.

    1. Schmunzel, die Anfrage kann ich natürlich nicht unkommentiert lassen.

      Ich kenne aus eigenem Erleben / Erfahrung ein erweitertes Gefahren-Management, eine Art „7. Sinn“, der eine Erweiterung und Ergänzung des 6. Sinns, der Propriozeption darstellt.

      Am deutlichsten in Erscheinung getreten ist der anläßlich und im Gefolge eines Fahradunfalls. Ich war auf meinem „antiken“ Rennrad, das noch Schnallenpedale hatte, mit gewiß um die 40 km/h eng um eine Kurve unterwegs, als mir eine Taube, aus dem Gebüsch der Banquette ins Vorderrad flog und nicht etwa weggeschleudert wurde, sondern einfädelte, das Rad blockierte und die Gabel zerstört hat.
      Reagieren konnte ich nicht mehr, als ich die Taube auffliegen sah und ihren Kurs wahr nahm, aber denken schon. „Locker bleiben“, hieß der Imperativ aus zwei vergangenen Fahradunfällen mit häßlichem, aber nicht katastrophalem Verlauf, dann überschlug ich mich schon und kam mit dem unbehelmten Kopf auf. Eigentümliche Erfahrung, wenn man den eigenen Schädel zerknacken hört – nicht schlimm, eher „interessant“, aber natürlich alarmierend.
      Nach dem Aufschlag merkte ich, daß es einen zweiten Imperativ gab: Du darfst das Bewußtsein nicht verlieren – noch nicht. Akzentuiert durch den Blutstrom, der aus meiner Nase hervor brach, denn mir war aus meiner Fahrrad- und Motorrad-Karriere, sowie aus dem Zivildienst in der chirurgischen Ambulanz, die Erfahrung bekannt, daß die Überlebenschancen bei einem Schädelbasisbruch deutlich zu sinken scheinen, wenn der Patient das Bewußtsein verliert.
      Also wurde ich nicht bewußtlos! Konnte deshalb trotz Bruches zweier Rückenwirbel (Kompressionsbrüche) noch von der Fahrbahn in der unübersichtlichen Kurve kriechen und den herbei eilenden Passanten instruieren, meine damalige Frau anzurufen, denn ich hatte genau einen Willen: Sie noch zu sprechen, bevor es möglicherweise zu Ende gehe.

      Gerettet haben mich die Schnallenpedale. Ich verlor das Rad erst in der letzten Phase des Überschlages von den Füßen, deshalb bekam mein Leib ein Drehmoment, der mich über den Kopf abrollen ließ, sodaß der berucksackte Rücken die volle Wucht des Aufpralls abbekam. So erwies sich der Schädelbruch nur als ein Riß in der Kalotte, der nicht bis auf die Hirnhäute durch ging, und ein Einbruch einer Stirnhöhle, der die kapitale Blutung aus der Nase verursacht hat.

      Nebenbei bemerkt: Banal war die Hirnverletzung natürlich nicht, auch wenn im CT keine größere Blutung zu sehen gewesen ist. Weil mir das klar war, habe ich Schmerzmittel abgelehnt, was den Nachtschwestern in den ersten beiden Nächten ein wenig Unannehmlichkeiten bereitet hat, denn ich begann unter den Schmerzen mäßig zu delirieren.
      Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ergriff ich in der dritten Woche nach dem Unfall: Ich nahm einen anspruchsvollen Auftrag für eine Diplomarbeit aus einem Bereich an, der mir weitgehend neu gewesen ist: Psychologie. Ich wollte meine mentale Regenerationsarbeit maximal fördern. Aber das nur nebenbei, denn

      der Hauptpunkt hier ist, daß es über drei Jahre gedauert hat, bis sich ein Reflex weitgehend abgemildert hat, der mich in einer Bewegung stocksteif erstarren lassen hat, wenn ich in einer iwie nicht ganz übersichtlichen Lage aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr nahm, besonders in der Dämmerung, denn zum Zeitpunkt des Unfalls hatte die Dämmerung eingesetzt.
      Das hat mir zusätzlich introspektiv einen gewissen Einblick in die „Instinkte“ zur Gefahrenabwehr und -Vermeidung verschafft, die ich bis dahin schon angesammelt hatte, zum Zeitpunkt des Unfalls war ich 42.

      Es hat auch mein Verständnis für brutale Riten, wie den „Sonnentanz“ gefördert. Eine Büffeljagd ist ein mörderisches Unterfangen, bei dem schwere Verletzungen fast sicher anfallen – irgendwann. Sie nicht nur zu überleben, sondern, wenn nur irgend möglich, vollständig zu regenerieren, hat die Mobilisierung aller beitragenden Kräfte verlangt – physischer, wie mentaler Kräfte.
      Übrigens sind alle brutalen Riten und „Prüfungen“ bei den Oglalla und etlichen anderen Sioux und Verwandten „optional“ gewesen, wenn man den kulturellen Druck hintan stellt, und zum „Sonnentanz“ wurde nur zugelassen, wer seine Widerstandskraft schon mehrfach unter Beweis gestellt hatte.
      Und sie kannten, wie praktisch alle originalen Stammeskulturen, das „Dritte Geschlecht“.

      Naja, ob das Posting kassiert wird? Schaun wer mal. War eine Verdauungsbeschäftigung. Zum Thema äußere ich mich vielleicht morgen.

      1. Danke.
        Ich hatte schon befürchtet der Post verhallt im schalltotem Raum.
        Natürlich ist die These unzulänglich, aber vielleicht ein Körnchen Salz darin.
        Interessant wäre, ob das, mal postuliert es wäre so, auch retroaktiv wirkt.

  2. Quantenmechanische Zustände können mehrdeutig und verschränkt sein, makroskopische aber nicht. All diese Gedankenexperimente, wie Schrödingers Katze, sind unterhaltsam, aber keine Realität.
    Rob Kenius,
    Diplom-Physiker und freier Publizist
    https://kritlit.de

    1. Ich bin zwar kein Quantenphysiker aber Ich sehe das im Grunde genauso.

      Prinzipiell denke Ich wir leben in einem 100% newtonischem Universum wobei die schiere Masse (Anzahl) der „Materie“ und der Interaktionen den Versuch einer kompletten Berechnung der Realität absurd erscheinen lässt.

      Insofern sehe Ich in der „Superposition“ lediglich die Darstellung unserer Unwissenheit als quantifizierbare Größe welche dann eine mathematische Grundlage bildet Teile der Realität mittels Wahrscheinlichkeiten in brauchbaren Formeln und Vorraussagen zu beschreiben..

      Denn ob das Teilchen reflektiert oder detektiert wird steht von vorne herein fest, wir wissen es nur noch nicht, hätten wir jedoch eine Technologie mit der wir das Teilchen beobachten könnten ohne es zu beinflussen würde die Superposition sofort in einen realen Zustand kollabieren..

      Mfg Makrovir

  3. Interessant wären hier neue Ideen. Zum Thema passen würde die Arbeit von Sky Darmos. Es würde mich sehr interessieren, was Physiker dazu sagen. Habe selbst leider nur Grundkenntnisse, bin Informatiker.

  4. In der Kiste eingesperrt befindet sich die Katze zu keinem Zeitpunkt in einem quantenmechanischen Zustand. Sie ist entweder lebendig oder sie ist tot, aber nicht beides gleichzeitig.
    Das radioaktive Atom ist der einzige quantenmechanische Gegenstand in der Kiste. Schrödinger schafft mit seinem Gedankenexperiment lediglich ein krasses Beispiel dafür, wie sich quantenmechanische Ungewissheiten in harte Gewissheit überführen lassen.

    Viele gedankliche Irritationen in der sogenannten Quantenwelt entstehen, weil unzureichende Bilder und Formulierungen benutzt werden.
    Da wird von Wellen und Teilchendualität gesprochen obwohl Licht weder eine Welle noch ein Teilchen ist. Licht ist Energie.
    Energie kann man nicht direkt erfassen. Wenn wir die Möglichkeit der Ausbreitung betrachten, dann nutzen wir zur ihrer Beschreibung die Wellenfunktion. Wurde die Energie übertragen, dann nehmen wir das Bild vom Teilchen um berechnen zu können was geschehen ist. Nicht das Licht hat ein duales Wesen. Es ist allein der Mensch der zwei verschiedene Rechenmethoden benötigt um ein und die selbe Realität zu begreifen.

  5. mmh, erkenntnistheoretisch gibt es bis heute unterschiedliche Deutungen der Quantentheorie.

    Es ist schwierig, Theorien über Zustände aufzustellen, die sich der direkten Beobachtung entziehen und nur über die Heisenbergsche Unschärferelation zugänglich sind. Nicht anderes beschreibt das Bild von Schröfingers Katze. In dem Augenblick wo ich nachschaue, ist der Mechanismus zerstört. Finde ich eine tote Katze, weiss ich nicht, wie lange sie schon tot ist. Lebt sie, wirkt im offenen Karton das Gift nicht meht todbringend.

    Ohne jetzt tiefer in die verschiedenen Interpretationen eingedrungen zu sein, erscheint mir das Sonnenbrillen-Bob Gleichnis als eine populärwissenschaftliche Transformation (Deutung) des Doppelspaltexperimentes.

    Die Tatsache allerdings. dass sich unter bestimmten Bedingungen mehrere Teilchen (min. 2) durch eine gemeinsame Wellenfunktion beschreiben lassen (verschränkte Teilchen) finde ich dagegen weniger überraschend, als andere Phänomene. Allerdings hat bei einer Veränderung des Quantenzustandes eines Teilchens die instantane Veränderung auch des andere Teilchen keine Entsprechung im uns zugänglichen makroskopischen Raum mit seiner Begrenzung auf die Lichtgeschwindigkeit.

  6. Es gibt zweifelsohne immer noch Phänome im Universum, die sich nicht so einfach oder bislang nicht erklären lassen. Krieg, die neoliberale Politik von Friedrich Merz und Lars Klingbeil, das Phänomen Donald Trump, Armut und Reichtum lassen sich aber erklären. Dafür braucht es Soziologie, Mikroökonomie, Makroökonomie, Theologie und viel Psychologie.

  7. Das ist mir zu hoch. „Strange“ an der EMW (dem Licht bzw. den Photonen) ist bereits folgendes:
    Richtet man einen Lichtstrahl schräg auf eine Wasseroberfläche, so bricht sich das Licht an der Grenzfläche und läuft dann nach einem ,Knick‘ weiter zum Grund – entsprechend dem Vehältnis der Brechungsindizes.
    Das unglaubliche ist nun: das Licht wählt dadurch den schnellsten Weg um von der Lichtquelle zum Ziel zu kommen. Auch wenn man die beiden Brechungsindizes (von Luft und Wasser) kennt, ist dieser optimale Winkel (für den schnellsten Weg) garnicht so leicht auszurechnen. Selbst die meisten Forenten hier würden wohl scheitern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Brechungsindex

  8. Quantenmechanik ist interdisziplinär betrachtet, mit dem ausdrücklichen Befürworten der QM-Nutznießer, gerne mißverständlich und gerne unverständlich. Das Volk liebt Metaphysik respektive Esoterik. Gemäß Theodor Fontane nicht verwunderlich, denn: „Das Sensationelle gilt und nur einem strömt die Menge noch begeisterter zu, dem baren Unsinn.“
    Zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse
    Ist die Quantenmechanik (wirklich) unverständlich?
    Eine weit verbreitete und gern geäußerte Schutzbehauptung besagt, dass die Quantenmechanik (QM) zwar unverständlich, irgendwie „seltsam“ sei, aber wissenschaftlich betrachtet, sehr voraussagepräzise ist.
    Das hat(te) für die »QM-Bewahrer« den Vorteil, das sich nahezu niemand aufgerufen fühlt(e), sich kritisch mit Annahmen und Aussagepostulaten der QM zu beschäftigen.
    Erst einmal, die Quantenmechanik ist aus mathematischer Sicht nicht „seltsam“. Es gibt im großen »Spektrum der Mathematik« deutlich schwierigere, komplexere und vor allen Dingen deutlich abstraktere Themenfelder. Siehe beispielsweise »Differentialtopologie« und »Abstrakte Algebra«.

    Mathematische Hintergründe, ursprünglicher Sinn und Zweck, willentlicher Verzicht auf Anschauung
    Gemäß dem Satz von Weierstraß lassen sich „beliebige“ Kurven durch „Sinus-Kosinus-Funktions-Kombinationen“ zumindest abschnittsweise nähern. Wenn die Funktion in einen neuen (Teil-)Abschnitt wechselt, werden im Grenzübergang die einzelnen Abschnitte immer kürzer und „schrumpfen“ schließlich auf Punkte zusammen. Die Funktion wird punktweise angenähert. In diesem Grenzfall ist wieder das ursprüngliche Bild der differenzierbaren Mannigfaltigkeit erreicht, in dem jetzt die Eigenbasis des Bewegungsraums die Bausteine aus den Sinus- und Kosinus-Funktionen sind. Ohne auf weitere mathematische Details und angesiedelte Fragen einzugehen folgt, dass jede mathematische Funktion f(t) durch eine so genannte Fourier-Reihe entwickelt werden kann.
    Räume mit dieser Struktur werden als Hilbert-Räume bezeichnet. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Ansatz erst in die Atomspektroskopie und dann allgemein in Quantenfeldtheorien eingeführt.
    So wie ein Klang in dem Grundton x und die Obertöne 2x, 3x, 4x … darstellbar ist, wird in der Quantenfeldtheorie der Zustand eines Teilchens (z.B. eines Elektrons) in einen Grundzustand x und höhere Zustände zerlegt. Am Anfang steht also die qualitative Zerlegung in Grundelemente, dann folgt für jedes Grundelement die Zerlegung in die „Obertonreihe“ (Fourier-Reihe). Insgesamt können nun Wahrscheinlichkeiten definiert respektive (interpretiert) gemessen werden, mit denen sich das Elektron in einem der möglichen Zustände befindet. Wenn man genauer hinschaut folgt hier die ganzzahlige Quantisierung banalerweise aus der mathematischen Darstellung. Der Formalismus ermöglicht nun die vermeintliche „Bequemlichkeit“ sich nicht realobjekt-inhaltlich mit der Phänomenologie der Quantisierung auseinandersetzen zu müssen um Ergebnisse zu erhalten.

    Kopenhagener Deutung von 1927
    Im Zuge der Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik ist der Realitätsverlust methodisch und gewollt. Gemäß der Kopenhagener Deutung von 1927 ist der Wahrscheinlichkeitscharakter quantentheoretischer Vorhersagen nicht Ausdruck der Unvollkommenheit der Theorie, sondern des prinzipiell indeterministischen (unvorhersagbaren) Charakters von quantenphysikalischen Naturvorgängen. Des Weiteren „ersetzen“ die »Objekte des Formalismus« die Realität, ohne selbst eine Realität zu besitzen. Die Kopenhagener Deutung zeichnet sich durch die Bequemlichkeit aus, die sie ihren »Gläubigen« liefert. Der Welle-Teilchen-Dualismus gestattet(e) ein „Umsteigen“ auf die „Welle“ mit einer e-Funktion mit komplexem Exponent, welcher gemäß Fourier-Theorems es wiederum gestattet »ALLES« stückweise monotone, also auch jedes experimentelle Ergebnis, formal mathematisch darzustellen. Die statistische Deutung hält von der Mühe ab, den physikalischen Prozeß zu erkunden, Anschaulichkeit und Phänomenologie werden ausgeblendet.

    Interessanterweise war es Albert Einstein (1879 – 1955) der die Quantenmechanik schon in den QM-Anfängen – nachvollziehbar argumentativ begründet – als unbrauchbar identifizierte:
    …“die ψ-Funktion ist als Beschreibung nicht eines Einzelsystems, sondern einer Systemgemeinschaft aufzufassen. Roh ausgesprochen lautet dies Ergebnis: Im Rahmen der statistischen Interpretation gibt es keine vollständige Beschreibung des Einzelsystems. Vorsichtig kann man so sagen: Der Versuch, die quantentheoretische Beschreibung der individuellen Systeme aufzufassen, führt zu unnatürlichen theoretischen Interpretationen, die sofort unnötig werden, wenn man die Auffassung akzeptiert, daß die Beschreibung sich auf die Systemgesamtheit und nicht auf das Einzelsystem bezieht. Es wird dann der ganze Eiertanz zur Vermeidung des ‘Physikalisch-Realen’ überflüssig. Es gibt jedoch einen einfachen physiologischen Grund dafür, warum diese naheliegende Interpretation vermieden wird. Wenn nämlich die statistische Quantentheorie das Einzelsystem (und seinen zeitlichen Ablauf) nicht vollständig zu beschreiben vorgibt, dann erscheint es unvermeidlich, anderweitig nach einer vollständigen Beschreibung des Einzelsystems zu suchen, dabei wäre von vornherein klar, daß die Elemente einer solchen Beschreibung innerhalb des Begriffsschemas der statistischen Quantentheorie nicht enthalten wäre. Damit würde man zugeben, daß dieses Schema im Prinzip nicht als Basis der theoretischen Physik dienen könne. Die statistische Theorie würde – im Fall des Gelingens solcher Bemühungen – im Rahmen der zukünftigen Physik eine einigermaßen analoge Stellung einnehmen wie die statistische Mechanik im Rahmen der klassischen Mechanik.“… A. Einstein, Qut of my later years. Phil Lib. New York 1950 Seite 498
    Einsteins unschlagbare Argumente wurden und werden bis heute „schlicht“ ignoriert. Einsteins kritische Äußerungen, insbesondere zur Quantenmechanik, führten letztendlich zu seiner Isolation. Er war zwar später ein „Medienstar“ aber wissenschaftlich ohne weitere Bedeutung.
    Mythos »Theorieschaft« [Theorie schafft]
    Praktisch orientierte Ägypter, Römer und Griechen erschufen lange vor Einführung der Integral- und Differentialrechnung, lange vor theoretischen Modellen zur Tragfähigkeit und Biegemöglichkeit von Balken und Säulen, komplexe Bauwerke, deren Fragmente teils auch heute noch zu besichtigen sind. Nicht die Theorie zum Halbleiter schuf den Halbleiter, der Halbleiter als elektrotechnisches Bastel- und Tüftler-Objekt ließ Spielraum für theoretische Betrachtungen. Funktionierende Technik als Innovation Angewandter Physik bedarf und bedurfte versuchsfreudiger „Macher“, (Miß-)Erfolge (trial & error) zeigten den Weg.

    Um übergeordnet verstehen zu können, warum sich das Standardmodell der (Elementar-)Teilchenphysik (SM) und das Kosmologische Standardmodell (ΛC[old]D[ark]M[atter]-Modell) ohne große Gegenwehr etablieren konnten, ist zu bemerken, dass diese Modellbetrachtungen für die Realphysikforschung sprich Material- und Anwendungs-Forschung keinerlei Bedeutung hatten und haben. Das gilt sowohl für die „Diagnostik“ (Materialuntersuchungen), als auch für die Konstruktion von (Material-)Anwendungen.

    Tatsache ist : Theoretische Modelle hink(t)en stets der (meßbaren) Realität hinterher. Der Mythos, das hochkomplexe, mathematische Theorien die Wirklichkeit beschreiben und Neues generieren konnten und können, lebt. Dass jedoch die Voraussagefähigkeiten der theoretischen Modelle, bei genauer Sicht, Ergebnisse von immer wieder (neu) durchgeführten Nachkorrekturen sind, erschließt sich den meisten Interessierten nicht. Realobjekt-Interpretationen werden im Rahmen der Standardmodelle aus mathematisch formalisierten (mitunter esoterischen) Konzepten geboren. Theoretisches wurde über Jahrzehnte immer wieder genaueren Meßergebnissen angepasst. Sei es durch Zusatzrechnungen, neue Quantenzahlen, neue Wechselwirkungspostulate und neuen Substrukturthesen, sowie extrem zeitintensiven, iterativ-algorithmisch nachkorrigierten Ergebnissen mittels Cluster-Rechenanlagen respektive »Super-Computern«.

    Die ~ 125-jährige Herrschaft der Quantenphysik und ihre 90-jährige kosmologische Erweiterung ruhen nicht auf einem soliden phänomenologischen Fundament, sondern auf einem stetig wachsenden Berg von Ad-hoc-Annahmen, freien Parametern und theoriebeladenen Interpretationen.

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