Masseninvasion von Ceuta: Ein organisierter Angriff

Hinter der Aktion steckt aller Wahrscheinlichkeit die marokkanische Regierung. Rechte Parteien verurteilen hingegen Spanien und nutzen die Aktion für ihre Zwecke, Regierungschef Sánchez macht wie die marokkanische Botschafterin absurderweise die Mafia aus.

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9 Kommentare

  1. Wenn etwas aussieht wie eine Ente, quakt wie eine Ente und sich bewegt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. Und diese Meldung trägt wirklich alle Merkmale einer klassischen Zeitungsente. Der Vorfall selbst ist real: Viele Menschen sind aufgrund einer Falschinformation nach Ceuta gelaufen oder geschwommen, und dabei sind Menschen gestorben. Das ist furchtbar und muss untersucht werden. Die angebliche politische und europäische Tragweite ist jedoch weitgehend erfunden.

    Schon der Begriff „Masseninvasion“ ist absurd. Eine Invasion hat einen Angreifer, einen Plan, ein Ziel und den Willen, ein Gebiet dauerhaft zu besetzen oder zu verändern. Hier folgten Menschen einem Gerücht, wonach die Grenze offen sei und sie anschließend nach Spanien weiterreisen könnten. Als sich das als falsch herausstellte, gingen fast alle wieder zurück. Das war keine Invasion, sondern ein außer Kontrolle geratener Flashmob. Auch geografisch wird ein völlig falscher Eindruck erzeugt: Ceuta liegt auf dem afrikanischen Festland, ist eine kleine spanische Exklave an der marokkanischen Küste und durch das Meer vom eigentlichen Spanien getrennt. Wer dort ankommt, steht nicht plötzlich in Andalusien und kann auch nicht einfach nach Madrid, Paris oder Berlin weiterreisen. Der angebliche Sturm auf Europa endete in einer kleinen, abgeriegelten Stadt in Nordafrika.

    Es gab zudem keinen Krieg, keine Naturkatastrophe, keine Hungersnot und keinen Staatszusammenbruch, der Menschen dauerhaft vertrieben hätte. Ein Gerücht verbreitete sich, eine Menschenmenge setzte sich in Bewegung, die erhoffte Gelegenheit erwies sich als Illusion, und der Vorgang löste sich innerhalb weniger Tage wieder auf. Auch Zehntausende Menschen auf spektakulären Bildern machen daraus kein historisches Ereignis. Fast alle kehrten unmittelbar nach Marokko zurück. Es entstand weder eine neue Migrationsroute noch eine dauerhafte Flüchtlingsbewegung oder eine Krise für Europa. Trotzdem wurde aus zeitweise untätigen Behörden, sozialen Medien und möglichen Transporten sofort ein staatlich geplanter Angriff Marokkos konstruiert, anschließend wurden noch Trump, Israel und andere Akteure in die Geschichte hineingezogen. Belastbare Belege für eine solche internationale Operation gibt es nicht.

    Besonders lächerlich sind die Vergleiche mit Syrien, der Ukraine oder 2015. Dort flohen Millionen Menschen vor Krieg, Verfolgung und zerstörten Lebensgrundlagen, oft ohne Möglichkeit zur Rückkehr. In Ceuta folgten Menschen einem falschen Versprechen und gingen wieder zurück, als es sich als falsch erwies. Damit sind alle Enteneigenschaften vorhanden: eine reißerische Überschrift, aufgeblasene Bedeutung, irreführende Geografie, unbelegte politische Spekulationen, völlig unpassende historische Vergleiche und ein Vorgang, der sich bereits wieder erledigt hat, während die Medien noch über seine angebliche Tragweite diskutieren. Der einzig wirklich schwere Teil dieser Geschichte sind die Toten. Sie starben bei einem sinnlosen, durch Gerüchte ausgelösten Massenauflauf. Der Vorfall war lokal chaotisch, für die Betroffenen tragisch und für Europa politisch nahezu bedeutungslos. Die große geopolitische Geschichte darum herum ist eine Ente.

    1. „Es gab zudem keinen Krieg, keine Naturkatastrophe, keine Hungersnot und keinen Staatszusammenbruch, der Menschen dauerhaft vertrieben hätte.“

      Die deutsche sog. „Linke“ sieht das ganz anders;

      „Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt«, erläuterte Bünger. Die Menschen müssten medizinisch, mit Wasser und einem sicheren Ort versorgt werden.

      »Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen«, sagte die Fraktionsvize. »Wer glaubte, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gelöst, irrt«, erklärte Bünger. (SPIEGEL, 31.07,2026)

    2. Die Menschen = junge marokkanische Männer, wollten weiter nach Spanien ?
      In Badehose ? Mit ein wenig Geld ? Und Smartphone? Das ganze sah eher wie ein Badeausflug aus . ….

  2. Project X Event da wollten die Verdammte dieser Erde einfach mal bessere Zeiten haben.

    Leider, leider ist das Internet keine große Hilfe für eine Zukünftige Lebensweise am Rande der dritten Welt.

  3. Die Wahrheit über die Anstifter wird bald rauskommen, es ist unmöglich die alle einzuschüchtern. Dieser m. König hat vom Anfang seiner Laufbahn an immer wieder mangelnde Instinkte bewiesen und das sehe ich hier auch so.

    Die beiden spanischen Exklaven sind wirtschaftlich sowieso durch das massive Wachstum in Tanger und den neuen Hafen matt gesetzt, da irgendwas zu forcieren (sein Teil des Deals) ist völlig nutzlos.

  4. @Autor.

    Sie erinnern sich scheinbar nicht mehr an den Vorfall, der ungefähr 2016 oder 2027 war.
    Damals hat eine Journalistin undercover ein Mitglied der AfD interviewt und der meinte damals, dass die Sache mit den Syrern perfekt sei.
    Man hoffe auf so viele Zwischenfälle wie möglich und das dann die Stimmung in Land immer weiter Kippe und der Zuspruch für die AfD immer mehr werden.

    Hinter solchen Aktionen stecken rechte Kreise in Europa, die die Menschen in Panik versetzten wollen und um dann von der Stimmung zu partizipieren.(natürlich nicht allen. Mafia, Schleuser und sonstig lichtscheues Gesindel ist da ebenfalls beteiligt)

  5. Marokko hat wahrscheinlich Geld in die Hand genommen, um die Aktion möglichst überwältigend wirken zu lassen. Und es hat gedauert, bis die marokkanische Verantwortung in Mainstream-Medien auch nur angedeutet wurde.

    Spanien wäre allerdings gut beraten, seine afrikanischen Besitzungen aus kolonialistischen Zeiten aufzugeben. Sie sind heute nur ein Klotz am Bein, geeignet, um der Rechten Argumente zu liefern.

  6. Der Missbrauch der Jugendlichen durch den marokkanischen Staat ist ungeheuerlich, abgesehen von der geopolitischen Dimension dieser Drohung/Erpressung/Infamie. Gehört der Schutz von Jugendlichen nicht angeblich zu unseren „Werten“? 48.000 Adoleszente, ungebildet, arm, ohne Perspektive im eigenen Land an die Grenze zu karren und für die Interessen einer faschistischen Troika zu missbrauchen. Schade, dass man Marokko nicht wegen Missbrauchs Jugendlicher verklagen kann. Tant pis. Man müsste soviele Staaten verklagen…

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