Eine verweigerte Veröffentlichung

Politico Europe und Lawrows Artikel.

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17 Kommentare

  1. Adorno war nach meiner Kenntnis ein antifaschistischer Denker, es ist deshalb mehr als unverständlich, warum Silnizki im Rahmen seiner Akklamationschriften für den russischen Faschismus ausgerechnet diesen Philosophen wiederholt ins Spiel bringt. Die Philosophie von z.B. Dugin wäre der passende Bezugspunkt.

    1. Die Dämonisierungsmethoden werden in nebenstehendem Artikel ausgeleuchtet. Da passt Ihr Beitrag als anschauliches Beispiel besser hin.

      „…Silnizki im Rahmen seiner Akklamationschriften für den russischen Faschismus…“
      Das Interessante ist, dass dies ausgerechnet jemand schreibt, der mit Inbrunst die Verehrer von Holocausttätern glorifiziert.

    2. „russischer Faschismus“.. na klar!
      Hilf mir mal: Wo werden die Traditionen von Naziverbrechern aus der Zeit Hitlers hochgehalten, Massenmörder an Juden und Polen in eine Art „Walhall“ umgebettet, um sie dort besonders zu verehren? Wo werden SS-Runen und Hakenkreuze hochgehalten und teilweise auf aktuellen Truppenabzeichen verwendet? Wo werden die Menschen des jeweils anderen Volkes als „Untermenschen“ bezeichnet und deren Sprache verboten?

      In Russland oder in der Ukraine?

        1. „In der braunen Ostzone?“

          Da kann man die Erfolge der russischen/sowjetischen Entnazifizierung in vollster Pracht bewundern.
          Und zu allen Überfluss hängen die russische Politik auch noch mit den europäischen Nazi-Parteien ab.

  2. Zum Foto: Vom Format her schaut das wie ein Scheckheft aus (Geld für russische Spione? ;-))
    Was den Politfunktionären auf beiden/allen Seiten gemein ist, bleibt ausgeklammert: Sie repräsentieren die Macht- und Wirtschaftseliten, nicht „die Völker“, die als Steuerzahler für die Kosten aufkommen, während die Kriegsgewinne wieder an Wirtschafts- und Machteliten gehen. Die wirtschaftlichen Interessen klammern natürlich alle direkten und indirekten Konfliktparteien tunlichst aus.
    Was auch bei der Friedensbewegung (in Österreich bestenfalls ein in sich gekehrte Szene kleiner, oftmals subventionierter Schrebergrätner) auffällt: Direkte Völkerverständigung wird kaum noch praktiziert. Man macht Apelle an die eigenen Herrscher, ballt symbolisch auf Demos die Fäuste, aber arbeitet ansonsten brav als Steuerzahler an der Finanzierung der Kriegspolitik mit. Mensch verweigert nicht einmal die Mitfinanzierung der vielen Kriegspropgagande im öffentlich-rechtlichen Rundfunkt, bei dem der die das einzelne Zwangszahlerin sowieso absolut nichts mitreden darf.
    Das russische Polittheater arbeitet nach wie vor klassisch hierarchisch und einfallslos. Die Vorschläge von 2022 wurden einfach übermittelt ohne dass das in Sachen Öffentlichkeitsarbeit begleitet / verbreitet wurde. Angesichts dessen, dass laut Umfragen in der Ukraine ebenso wie in Russland die Mehrheit der Bevölkerung für Friedensverhandlungen ist, fehlen nach wie vor russische Angebote an die Bevölkerung der Ukraine. Russland scheint nach wie vor kein einziges Universitätsinsitut für Friedensforschung oder Konfliktlösung zu haben. Man könnte ja auch einmal einen Wettbewerb für Vorschläge zur Friedensarbeit zwischen Russland und Europa ausloben.
    Angesicht der vielen von den kapitalistisch-industriellen Gesellschaften/Zivilisationen verursachten und das Überleben der Menschheit, wenn nicht gar allen höheren Lebens bedrohenden Mehrfachkrisen ist es schon erstaunlich, wie eisern noch alle beteiligten direkten und indirekten Konfliktparteien noch an der Fortführung des Krieges fest halten. Russland hat schon längst seinen Landkorridor zur Krim und 20% des Gebietes der Ukraine, was dem Anteil ethnischer Russen entspricht. Es ist schon sehr fraglich, ob sich wirklich 20% der Bevölkerung des Gebietes der Ukraine finden, die unter russischre Hoheit leben. Wozu den Anspruch auf den gesamten Donbas und weitere Provinzen stellen, angesichts der vielen Opfer und Kosten tagtäglich? Selbst wenn mensch Krieg als „normales Mittel der Politik“ sehen würde, gibt es keinen Grund, an sturen, durch nichts rechtfertigbaren Vorstellungen fest zu halten (Abstimmungen unter Kriegsbedingungen haben eine sehr beschränkte Aussagekraft). Was wirklich noch fehlen würde, ist der Siwerskyj-Donez-Donbas-Kanal für die Wasserversorgung des unter Trockenheit leidenden Donbas. Möglichst lange nach außen sich unnachgiebig zeigen, und dann doch pragmatische Kompromisse eingehen, mag alte russische Tradition sein, heute im Medienzeitalter völlig überholt.
    Selbst wenn eine Seite militärisch „siegen“ könnte: Der Preis ist nur allzu hoch und die unterlegene Seite würde wieder nur auf Revanche sinnen.
    Daher: Verhandlungen auf vielen Ebenen, unter Einbeziehung aller (Gesellschafts)Gruppen!

  3. Ausgezeichneter Beitrag. Lawrow hat mit jedem seiner Sätze recht. Auch sprachlich ein deutlicher Unterschied zum westlichen Kindergarten. Wenn ich TASS-Artikel lese, bin ich immer srstaunt, dass es so etwas noch gibt. Wir hatten das auch mal.
    Lawrow redet jetzt Klartext. Über Jahre hinweg war er bemüht, nur ja kein Missfallen bei den „westlichen Partnern“ zu
    erzeugen. Die Mehrheitsfraktion bei Telepolis wunderte sich immer, warum sich die Russen alles gefallen lassen. Eine fast schon jesusmäßige Leidensbereitschaft. Um dann plötzlich einen Krieg zu beginnen. Sie machen es ihren Freunden nicht leicht, die Russen.
    Diese BRICS-Maximen ähneln sehr den Regeln der Blockfreien Staaten. Diese gibt es noch, sie sind aber bedeutungslos, seit der Kopf des Ganzen, Jugoslawien, ausgefallen ist. Genau das war das Ziel des Jugoslawien-Krieges.

    Und ja, die Blockfreien waren beliebt. Es traten so viele Staaten bei, dass sie eine Mehrheit innerhalb der UNO hatten. Sie hatten ihre Gründe.

  4. Zu dem was u.a. in Haifa passiert ist (April 1948):

    Bereits ab Dezember 1947 gerät die arabische Bevölkerung Haifas unter zunehmenden militärischen Druck. Angriffe, Beschuss und die sich verschlechternde Sicherheitslage führen dazu, dass zahlreiche wohlhabende und politisch einflussreiche Mitglieder der arabischen Stadtgesellschaft die Stadt verlassen und nach Libanon oder Ägypten gehen. Dadurch verlieren die verbliebenen rund 55.000 bis 60.000 Palästinenser einen großen Teil ihrer politischen und organisatorischen Führung.

    Haifa ist im UN-Teilungsplan dem vorgesehenen kol. Staat zugeteilt. Im Frühjahr 1948 befinden sich weiterhin britische Truppen in der Stadt, die offiziell für Sicherheit und Ordnung verantwortlich sind. Gleichzeitig bereiten kol. Streitkräfte die vollständige Übernahme der Stadt vor. Eine erste Phase der Operation besteht darin, Haifa vom arabischen Hinterland abzuschneiden.

    Am 18. April 1948 informiert der britische Kommandeur Hugh Stockwell die kol. Behörden darüber, dass britische Einheiten ihre Positionen zwischen den kol. und arabischen Stadtteilen aufgeben werden. Damit entfällt die letzte militärische Trennung zwischen beiden Bevölkerungsgruppen. Die arabischen Wohngebiete liegen nun offen für einen Angriff.

    Die anschließende Offensive führt die Carmeli-Brigade mit rund 2.000 Soldaten durch. Ihnen stehen etwa 500 lokale und überwiegend libanesische Freiwillige mit deutlich geringerer Bewaffnung gegenüber.

    Am 21. April beginnt der Angriff auf die arabischen Viertel. Berichtet wird von Mörserbeschuss, Scharfschützen und Sprengmitteln. Über Lautsprecher erhalten die Bewohner widersprüchliche Botschaften: Einerseits werden Frauen und Kinder zur Flucht aufgefordert, andererseits wird ihnen versichert, sie könnten bleiben und würden keinen Schaden erleiden.

    Am selben Tag treffen Vertreter der arabischen Bevölkerung General Stockwell. Sie erfahren, dass die Briten keinen Schutz für die arabischen Stadtteile gewährleisten werden. Daraufhin beginnen sie, eine Evakuierung vorzubereiten.
    Mit Beginn der Angriffe breitet sich Panik aus. Viele Menschen verlassen ihre Häuser überstürzt und fliehen in Richtung Hafen. In den frühen Morgenstunden des 22. April strömen Tausende dorthin. Über Lautsprecher werden sie aufgefordert, sich zunächst auf dem Marktgelände am Hafen zu sammeln. Während sich dort große Menschenmengen versammeln, eröffnen auf den umliegenden Höhen stationierte Einheiten das Feuer mit Mörsern.

    Die Menschen drängen daraufhin zum Hafen und versuchen, die dort liegenden Boote zu erreichen. Es kommt zu chaotischen Szenen, Gedränge und Überfüllung. Mehrere Boote kentern oder sinken. Zahlreiche Menschen kommen ums Leben.

    Nach dem Zusammenbruch der arabischen Verteidigung gerät Haifa vollständig unter kol. Kontrolle. Ein Großteil der arabischen Bevölkerung verlässt die Stadt auf dem Seeweg oder flieht in andere Gebiete Palästinas und in die Nachbarländer. In den verlassenen Wohngebieten kommt es zu Plünderungen.

    Innerhalb weniger Tage verliert die arabische Bevölkerung ihre Stellung als größte Bevölkerungsgruppe der Stadt. Die jahrzehntelang bestehende arabische Präsenz in Haifa endet durch Flucht und Vertreibung weitgehend.

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Tun Sie sich Wissen aneignen und an andere rumschicken. Etwa aus dem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ von Westend-Autor Ilan Pappe, dem obige Informtionen entommen sind.

  5. „„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ und sich nicht ängstlich und mutlos im vorauseilenden Gehorsam einer Selbstzensur zu unterziehen und die Veröffentlichung der Meinung eines Andersdenkenden und Andersmeinenden zu verweigern.“

    Gehört Politico nicht zum Springer Verlag. Axel, Cäsar Springer? Was erwartet man von einem derartigen Presseerzeugnis? Ich erwarte vorauseilenden Gehorsam und Selbstzensur bis zum Anschlag.

  6. Ach ja der olle Lügen Lawrow!
    Z.B.: „Ziel war es vielmehr, Zeit zu gewinnen, um die ukrainischen Streitkräfte durch die Bewaffnung mit westlichen Waffen zu stärken.“
    Kann mir bitte mal jemand sagen mit welchen westlichen Waffen die ukrainischen Streitkräfte so gestärkt wurden, dass Russland angreifen „musste“? Wahrscheinlich die 37 Startgeräte und 210 Raketen der Javelin Panzerabwehr!

    1. @Werner:
      Nun wenn Frau Merkel das nicht exklusiv zugegeben hätte…
      Also wer lügt hier?
      Zum Glück sind Sie kaum relevant für das Zeitgeschehen…

    2. Gern.

      „Zwischen 2014 und 2020 exportierten von den EU-Staaten Frankreich für 1,6 Milliarden Euro,
      Polen für 657 Millionen Euro, Dänemark für 222 Millionen Euro und die Tschechische Republik
      für 166 Millionen Euro am meisten Waffen in die Ukraine. Deutschlands Lieferungen summierten
      sich auf 44 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Lieferungen der EU auf
      2,9 Milliarden Euro.“
      Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/897008/e76b9b0af61b0f19db7f0163526a6759/WD-2-030-22-pdf-data.pdf

      1. Zitat: „Deutschlands Lieferungen summierten sich auf 44 Millionen Euro.“

        In der Kriminalistik nennt man das glaube ich „Hellfeld“. Diese Zahl bezieht sich auf *offiziell als Rüstungsgüter deklarierte Exporte*. Betrachtet man zusätzlich sogenannte „Dual-Use-Güter“, ergibt sich bereits für 2014 ein deutlich erweitertes Bild:

        „Deutschland hat 2014 verstärkt Waren in die Ukraine geliefert, die für die Waffenproduktion verwendbar sind. Diese „Dual-Use-Güter“ können für zivile wie auch für militärische Zwecke verarbeitet werden. Es geht unter anderem um Software, Maschinenfräsen und Verschlüsselungstechnologie.

        2013 betrug der Wert der von Deutschland in die Ukraine gelieferten Dual-Use-Waren 14,5 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2014 stieg er bereits rapide an: auf mehr als 25 Millionen Euro. Die Ausfuhr der Waren muss durch das von Sigmar Gabriel (SPD) geführte Wirtschaftsministerium genehmigt werden.“

        Link: https://taz.de/Mehr-deutsches-Waffenmaterial-fuer-Kiew/!318868/

        Es ist natürlich eine offene Frage, was man über als „Dual Use“-Gut deklariert. Hinzu kommt, dass sich die ganze Unterstützung alles andere als in klassischen Exportzahlen erschöpft: Ausbildungsmaßnahmen, Beratungsleistungen oder andere Formen der Kooperation werden von solchen Statistiken in der Regel gar nicht erfasst. Zu „Beratungsleistungen“ würde ich auch Fälle wie diesen zählen:

        „Mit der Landung von sieben Angehörigen einer Militärbeobachter-Mission auf dem Berliner Flughafen Tegel hat am Wochenende die mehrtägige Geiselnahme in der Ostukraine ein glimpfliches Ende genommen. Seit dem 25. April waren die drei Offiziere aus Deutschland und ihr Dolmetscher sowie je ein Soldat aus Dänemark, Tschechien und Polen in der Hand prorussischer Separatisten in Slowjansk, ehe sie mit Hilfe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), eines russischen Sondergesandten und des Europarats freikamen.

        Nach wie vor ist allerdings einiges an dieser Mission unklar. Etwa, ob ihre Reise politisch gedeckt war, wie die Beobachter gekleidet waren, ob sie sich als Geiseln richtig verhielten und welche Rolle die OSZE bei der Mission innehatte.

        (…)

        Zum Zeitpunkt der Gefangennahme, das sagte Schneider auch bei der Pressekonferenz am 27. April in Slowjansk, waren die internationalen Beobachter in Zivil unterwegs. Ob das für die ganze Reise der Beobachterdelegation galt, warum die Offiziere in Zivil waren, aber offensichtlich militärische Abzeichen dabei hatten (die später von russischen Fernsehsendern gezeigt wurden), ist eine ebenfalls nicht beantwortete Frage.

        (…)

        Die Frage, ob die Militärbeobachter als OSZE-Beobachter anzusehen sind, hat vor allem in Deutschland eine emotionale Debatte entfacht. Fernsehzuschauer reichten Beschwerden wegen „verzerrter Berichterstattung“ beim Rundfunkrat ein, weil öffentlich-rechtliche Sender ebenso wie die Bundesregierung immer wieder von OSZE-Beobachtern sprachen.“

        https://www.zeit.de/politik/2014-05/ukraine-osze-fragen

        Vor diesem Hintergrund sollte man die 44 Millionen Euro nicht als Gesamtzahl erachten, sondern als einen bewusst eng gefassten Ausschnitt innerhalb eines deutlich breiteren Spektrums an jahrelangen deutschen „Unterstützungsleistungen“.

        Deutschland hat den Konflikt von Anfang an angeheizt, da spielt es keine Rolle, wohin es sonst noch exportierte. Und der Anfang war eben nicht 2022, ja nicht einmal 2014 oder 2013.

  7. @Redaktion

    Warum gebt ihr euren Lesern nicht klar zu verstehen, das ihr mit euren Forumsregeln ausschliesslich auf Kommentare à la @cromwell oder @Vende schielt und am liebsten auf jegliche andere Kommentare verzichten würdet?

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