Katze im Schutt, Ukraine

Die Herausforderungen für den Westen

Die aktuelle Lage der Ukraine ist der Tatsache geschuldet, dass die westlichen Länder den Konflikt fundamental falsch verstehen. Emotionen bilden die Grundlage für Entscheidungen, Fakten werden entsprechend ausgewählt und interpretiert.

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7 Kommentare

  1. Gut, mal wieder was von Jaques Baud zu lesen!
    Das wir es mit einem Defizit im strategischen Denken zu tun haben, wundert nicht!
    Seid langem schon denken Politiker nur von Wahl zu Wahl, zumindest ab einem Jahr davor.
    Also in Vier-Jahres-Zeiträumen!
    Strategisches Denken erfordert langfristige Planung, daran scheint es zu fehlen.
    Dazu kommen die Medien mit ihrer Sensationsgier, die jede Woche eine neue Sau durchs Dorf treiben.
    Der Politiker soll Stellung nehmen, nimmt er auch, denn sein Gesicht medial zu präsentieren fördert das, was der Politiker seine Karriere nennt.
    Gleichzeitig wird dann unmittelbar „die Maßnahme“ gefordert, die das aktuelle Pseudo-Problem lösen soll.
    Der ganze ständig aufs Neue stattfindende Zirkus ist strategischem Denken natürlich nicht förderlich.
    Das was unsere Hochmögenden unter „Strategie“ verstehen, ist i.a.R. noch nicht einmal Taktik.
    Minsk II beispielsweise war von Merkel/Hollande-Seite aus auch keine Taktik, sondern schlicht Betrug.
    Die denken nicht von hier bis zur Tür, wie wir im Pott sagen.
    Aber selbst, wenn strategisch gedacht und gehandelt würde, würden uns unsere Oligarchen bei ihrem Bütteltum dem Kapital gegenüber, genau so in den Orkus expedieren, wie sie es jetzt zu tun scheinen!

  2. Wie es Kaja Kallas am 20. November 2025 ausdrückte, zielt der Westen auf eine Schwächung Russlands.

    kann man das überhaupt als ein Ziel definieren? Ich meine Ziele müssen ja ansich irgendwie quantifizierbar bzw. messbar sein. Oder anders gefragt, ab wann hat man Russland nun hinreichend geschwächt? Man muss doch anhand von irgendwas klar trennen können, hier ist das Ziel noch nicht erreicht – und hier ist das Ziel nun erreicht. Bei der Zielsetzung „Schwächung Russlands“ ist es doch aber ziemlich schwammig. An was will man denn den Ausmaß dieser Schwächung überhaupt festmachen? Versuchen wir mal diesen Knoten zu lösen.

    Schwach ist – weniger stark.
    Ist Russland nun weniger stark als vorher?

    Nun was die militärische Stärke angeht kann man das nun wirklich nicht sagen. Das russische Militär ist größer geworden. Trotz der Verluste, die Gesamtstärke ist dennoch größer geworden. Es hat auch sehr viel Kampferfahrung angesammelt und daraus gelernt und Stärke bezogen. Es ist auch umfassend modernisiert worden. Sowohl technisch wie auch organisatorisch. Was das militärisch industrielle Komplex angeht sucht man eine Schwäcung auch vergeblich. Russland stellt heute um ein vielfaches mehr an Kriegsmitteln her als vorher. Im Grunde kann man zurecht sagen, dass Russland heute über eine der stärksten und darüber hinaus kampferfahrensdste Armee der Welt verfügt. Und es sieht auch nicht danach aus, als ob Russland was militärische Stärke angeht in absehbarer Zeit zu schwächeln beginnen könnte.

    Also wenn man meint, dass man Russland durch Verlängerung des Krieges in der Ukraine militärisch schwächen würde, dann ist das schon ein wenig dumm. Das ist so wie wenn man denken würde eine Fussballmannschaft würde durch Fussballspielen schlechter werden.

  3. Strategie heisst zunächst, überhaupt ein erstrebenswertes und realistisches Ziel zu haben. Es mangelt bereits daran. Bisher hat man vor allem sich selbst geschadet. Tolle Umsetzung von „Strategie“. Man sollte sie Knieschuss-Strategie nennen.

  4. Da gab es noch andere Ziele, die erreicht worden sind.

    Kann sich noch jemand daran erinnern, dass es eine Partei gibt, die gefordert hat, dass „ein Liter Benzin fünf Mark“ kosten soll? Ein Blick auf die Zapfsäule verrät: Ziel erreicht. ✅

    Oder zur europäischen Vereinigung: Da gab es mal Referenden, mit denen man sich die Politik der EU vom Wähler absegnen lassen wollte. Von diesen Verfassungsreferenden sind dann immer mehr gescheitert, mussten wiederholt werden und am Schluss kam dann noch der Brexit. Ob der Krieg nicht letztendlich auch dazu dienen soll, Europa zu vereinen? Oder ein „viertes Reich“ zu erschaffen, wie böse Zungen sagen?

  5. Die stärkste Armee in Europa ist die der Ukraine, gefolgt von der polnischen. Das vorab.
    Die Größe einer Armee ist kein Selbstzweck – vor allem nicht mehr heutzutage. Sie muss auch über die militärischen Mittel verfügen, die militärischen Ziele durchzusetzen. Offenbar gelingt das Russland seit Jahren nicht, und wenn man die Umsetzung anhand von Gebietseroberungen festmacht, immer weniger. Auch was Kampferfahrung angeht, wird die in diesem Krieg doch nur sehr selektiv ausgebildet. Sie beschränkt sich bei den Russen hauptsächlich auf Fernschläge und und Kriegsverbrechen. Bei der Infanterie stirbt sie in der Regel sogar sofort wieder aus. Bei normalerweise wichtigen Kampf im Verbund tut sich hingegen bei Russland überhaupt nichts.
    Nazi-Deutschlands Rüstungsproduktion hatte 1944 seien Peak. Die Rüstungsproduktion ist also auch kein zwangsläufiger Indikator für Stärke. Zumal Russland alle Mittel in einfache Distanzwaffen wie Drohnen, ballistische Kurzstreckenraketen und Abwehrwaffen steckt, also genau in die Waffengattungen, von denen die Militärführung glaubt, dass die in diesem Krieg nutzen bringen. Bei einem Krieg gegen die NATO würde diese sich sofort gegen die militärisch-Industriellen Komplex Russlands wenden. Im Gegensatz zur Ukraine hat sie die Mittel, diesen effektiv auszuschalten, und eben weil Russland nicht mal in der Lage ist, die wenigen Angriffe der Ukraine in der Tiefe effektiv zu bekämpfen.
    Solche Kriege wie sie Russland führt, kosten Unsummen an Geld. Sie führen zwangsläufig spätestens nach ihrem Ende zu katastrophalen, wirtschaftlichen Verwerfungen, nicht nur wegen der Kosten, sondern auch der fehlenden Investitionen in den zivilen Sektor. Die Abkehr von Öl und Gas durch Krisen und dem Aufstieg der Erneuerbaren lässt Russland keine Möglichkeiten, das alte Geschäftsmodell, das den Krieg erst ermöglichte, in Zukunft aufrecht zu erhalten. Das alles Subsummiert sich als „Schwächung Russlands“ .

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