Zensur

Was ist das Ziel von Zensur?

Zensur ist eine globale Kraft, die sowohl von kommerziellen Interessen als auch politischen Agenden angetrieben wird.

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3 Kommentare

  1. Warum bitte sollte man in einer Gesellschaft alternative Meinungen haben, die vom Mainstream abweichen, wenn das nur eine Selbstisolierung zur Folge hat? Im schlimmsten Fall wird man von der selben Gesellschaft sanktioniert, was dann quasi das Todesurteil ist. Und aus der Nummer kommt man auch im Westen nicht mehr heraus, ohne sich … selbst zu isolieren. Hört man noch etwas von Assange? Nein, denn das war Grundlage seiner Entlassung. Sollte er sich irgendwann wieder äußern, wird schnell ein neuer Fall von Vergewaltigung rausgekramt. Und wetten, dass sie noch irgendwas im Petto haben. So isoliert er sich selbst und hält besser die Klappe. Und wer kann es ihm verdenken? Ich möchte nicht Jahrelang in einem Gefängnis sitzen müssen, mit der Aussicht auf ein Todesurteil. Der Autor wird das sicher verstehen. Der Westen hat ihm solange Schutz gewährt, wie er nützlich war. Doch wegen, er äußert sich gegen den Mainstream… Ale Achtung, dass er hier sich äußert. Das Veröffentlichen in diesem Magazin ist geradezu der Start für eine Mainstreamkampagne gegen ihn. Gut, dass ich nicht so wichtig bin, für dieses System. Um es klar zu sagen, was ich äußere, egal wie, hat absolut keine Bedeutung für selbst die kleinste Kleinigkeit in diesem System. Das weiß ich, aber ich tue es trotzdem. Blöd, nicht wahr?

  2. Ein wesentliches Ziel der Zensur ist es, sich selbst zu normalisieren, sich als etwas Natürliches und Unverzichtbares darzustellen.

    Ich will das … naja, ich sag mal: „Spannungsverhältnis“ zwischen den ?adverbialen Bestimmungen? „natürlich“ und „unverzichtbar“ im Einleitungssatz gern dem Übersetzer, anstelle des Autors anlasten. Wenn etwas „natürlich“ sein soll, entfällt ein „Unverzichtbares“, und wenn etwas „unverzichtbar“ gesetzt wird, ist es nicht „natürlich“. Nein, das ist keine Erbsenzählerei, das werde ich einesteils im Fortgang zeigen, anderenteils ist für meine Begriffe solch ein Übersetzungsfehler ein Verbrechen an Geist und Intellekt.

    Indem sie diese Eigenschaften etabliert, verankert sich die Zensur als unhinterfragte Rationalität in der Gesellschaft. Diese Normalisierung ist der heimtückischste Aspekt der Zensur …

    Zensur „etabliert“ nicht „sich“, sie wird administrativ verhängt, und „Rationalität“ ist ein non sequitur aus sowohl „natürlich“, wie „unverzichtbar“. Den Einleitungssätzen vermag ich Verstand nur unter zwei Voraussetzungen zubilligen:
    a) statt „Rationalität“ ist entweder „Rationale“ oder „Ratio“ der Zensur verfügenden Administration, Herrschaft, eines gesellschaftlichen Standes, oder einer Priesterschaft gemeint, und also:
    b) die Einleitung hat nicht die Zielpersonen einer Zensur zum begrifflichen Objekt, sondern die „Emittenden“.
    Die Fortsetzung deckt meine Lesart gerade noch so:

    … sie untergräbt das individuelle Bewusstsein, das Wohlwollen und die Toleranz. Sie erstickt die Prozesse des Verstehens, des Selbstzweifels und der Selbsthinterfragung, die lebenswichtige Funktionen des Denkens sind.

    Diese Klage ist ein jahrhundertealtes Essential klassischer Dissidenten, von Leuten, die von einem ideellen, gleichwohl abstrakt-allgemein herrschaftlich-administrativen Standpunkt Einwände gegen Rationalen oder gar Essentials einer Verwaltung, eines Klerus, einer Herrschaft erheben. Das gälte natürlich mit besonderer Schärfe, wenn der Autor den Nachwuchs von Eliten im Blick hat, dann ist es weitläufig äquivalent zu der einst in D. spontaneistisch vorgetragenen Elitenkritik, „unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“ …

    Nun scheint der Fortgang des Textes meiner Lesart zu widersprechen – was ich nicht im Einzelnen darlege – aber der Widerspruch wird zumindest partiell geglättet, insoweit der Autor die Gesamtgesellschaft „als“ Quelle und Reservoir administrativ – herrschaftlicher Vernunft ansehen will, im vollen Gegensatz zu denjenigen, die Zensur verhängen oder öffentliche Meinung mit dem Ziel bewirtschaften, abweichende Urteile von jedweder Geltung auszuschließen.
    Ai WeiWeis Beispiele (Sichuan und Gaza) decken diese Lesart global.

    So scheinen wir einen genuin „antiautoritären“ Text mit klarer kulturell chinesischer „Schlagseite“ vor uns zu haben – eher konfuzianisch, als christlich.
    Dafür nicht, danke, aber ich schreibe halt gerne mal so vor mich hin …

  3. In freiheitlichen-demokratischen Grundordnungen wie Deutschland gehört Zensur zu den auslebbaren Elementen im Kontext der Verwirklichung der individuellen Freiheit. Hier gilt die einfache Gleichung: Zensur = private Freiheit. Mit dem geschichtlich negativ konnotierten Begriff „Zensur“ arbeiten die Deutschen ohnehin nicht -man verwendet stattdessen die positiv konnotierten Begriffe „Moderation“ bzw. „Netiquette“. „Moderieren“ und dabei auch noch „nett“ sein, d.h. gute und nette Moderatoren sein, das wollen in Deutschland ALLE, weil alle ihre individuelle Freiheit geltend machen wollen. Mit Art. 5 Abs. 1 GG: „Zensur findet nicht statt“ reglementiert der Staat nur sich selbst in Bezug auf private Medien. Ein Zensurverbot dagegen, das den bürgerlichen Freiheitsbegriff einschränken würde, ist im GG gar nicht enthalten, weil der Staat die bürgerliche Freiheit und nicht ein Zensurverbot schützen will.

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