Kann man der politischen Mitte noch trauen, Herr Rose?

Die politische Mitte versteht sich als Stabilitätsanker der Demokratie – doch immer mehr Bürger wenden sich von den etablierten Parteien ab. Welche Rolle spielt dabei die Brandmauer?

mehr lesen

3 Kommentare

  1. Wer sagt denn, dass die sog. „politische Mitte“ wirklich die politische Mitte ist???

    Schön, dass Herr De Lapuente schon gleich zu Anfang diesen dubiosen und vollkommen relativen(!) Begriff problematisiert.

    Die Antworten von Herrn Rose bestätigen Vorurteile, denn er ist ja tatsächlich der komischen Meinung, dass die „politische Mitte“ sozusagen wirklich die Mitte sei, also zwischen den Extremen.
    Das ist lustig.

    1. Die politische Mitte, die der Herr Rose mit „die politische Mitte, die ICH für die solche halte“ schön umschreibt, hat anscheinend keinerlei Problembewußtsein. Zum Beispiel bei Corona, wo ihm nichtmal bewußt ist, daß das Problem nicht in Handeln aus Unkenntnis, sondern im Handeln wider besseren Wissens oder sogar Handeln unter Ausschluß von Wissen, ja sogar unter der Verweigerung von Erkenntnissen, oder gar der Behinderung von Wissen (mangelnde Datenlage ist in meinen Augen zB ein Versäumnis des Bundesgesundheitsministers) besteht. Oder beim Wohngeld, wo er sich brüstet, die Antragsflut zu reduzieren, aber sich mit der Frage, ob die politische Mitte nicht vielleicht dafür sorgen sollte, daß möglichst wenige Menschen Wohngeld brauchen, gar nicht beschäftigen will. Ist ihm eigentlich jemals in den Sinn gekommen, daß die Wähler vielleicht die AfD wählen, weil sie einzig und alleine sagen „Nö, wir sind eben nicht zufrieden damit, wie IHR die Sache handhabt und wählen die AfD, weil ihr das ja nichtmal hören wollt!“ ?

      1. @GratisValium

        Da kann ich Ihnen gleich zustimmen.

        Witzig ist der von Rose verwendete Begriff „politische Mitte“ auch deshalb, weil er gewissermaßen das zwischen den Zeilen stehende Einverständnis ist, dass wir es da mit einer Art von Parteienkartell zu tun haben, bei dem die Interessenunterschiede innerhalb dieser dubiosen „Mitte“ verschwindend gering sind.

        Aber man muss sich auch einmal bewusst machen, welche politische Prägung ein westdeutscher Angehöriger des Jahrgangs 1982 erfahren haben dürfte. Da man mit gewissem Recht unterstellen darf, dass eigenes politisches Denken nicht vor dem 18. oder 20. Lebensjahr auftritt, so ist der Herr Rose ganz am Anfang seiner politisch-geistigen Bewusstheit durch den rotgrünen Aufbruch nach der Niederlage von Helmut Kohl (1998) geprägt worden und danach – als Student (2003 – 2007) und junger Referent im im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz – durch die schier endlose Regierungszeit jener Kanzlerin mit ihren großen Koalitionen.

        Mit anderen Worten:
        Nie hat er das bewusst erlebt, was in der alten Bundesrepublik noch als Mitte galt bzw. als linke Mitte oder rechte Mitte, nämlich ein breites Spektrum durchaus sehr unterschiedlicher Parteien mit scharfen Auseinandersetzungen – jenseits davon gab es nur kleine linksextreme und rechtsextreme Ränder.

        Herr Rose ist also bereits ein Kind der neuen Zeit, ein Kind der Postmoderne und ihres doch sehr speziellen und umstrittenen Politik- und Demokratieverständnisses.

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen