Eskalation – wohin man blickt

So wie die Dinge heute liegen, ist die Zuspitzung der Konfrontation jeder Art nicht mehr aufzuhalten. Die Eskalationsspirale dreht sich in der Ukraine genauso wie im und um den Iran oder in Jemen. An diesen drei Kriegsschauplätzen zeigt sich momentan, wie weit wir von der sog. „regelbasierten Ordnung“ entfernt sind.

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20 Kommentare

  1. „Es ist schon jetzt erkennbar, dass die Zahl der an Terroranschlägen auf zivile Ziele in Russland beteiligten Drohnen zurückgegangen ist“, bemerkte der russische Militärexperte Wladimir Jeranosjan.

    Und es werden vermutlich noch weniger werden.

    Russland testet Perun-Laser zur Drohnenabwehr
    https://tass.com/defense/2161073

    Anmerk. In der Regel kündigt Russland keine unbrauchbaren Gerätschaften per
    Agenturmeldung an. Das sich die Lage zugunsten der Ukraine durch Drohnenangriffe im russischen Hinterland gewendet haben soll, wird man ohnehin als Fantasieprodukt west abheften dürfen.

    1. Laser sind ’ne nette Idee um ein paar Objekte zu schützen. Aber Russland ist schlicht zu weitläufig, um damit ein ganzes Land oder alle Öl-, Gas-, Industriezentren zu schützen.
      Die Schüsse sind zwar billig, aber die Hochleistungslaser nicht so sehr. KI sagt: mittlere Größe zweistellige Millionenbeträge, Marinesystem dreistellig.
      Für eine nicht so große Industrieanlage sind dann Minimum vier Laser für jede Himmelsrichtung nötig.

      Passend wäre, dass auch Drohnen bei schlechter Sicht nicht fliegen.

      Wollte man einen Science Fiction schreiben, so würde man sich als Low-Tech-Lösung vielleicht Horchdrohnen vorstellen, die über eigenem Land bspw. als Segler ausgelegt sein könnten und auf Zweitaktlärm geeicht sind. Wird sowas entdeckt startet ein Transportflugzeug, das in der Nähe der angreifenden Drohnen dann Bekämpfungsmittel freilässt. Im einfachsten Fall könnten Drohnen einfach mit Farbnebel plus elektronischen Mitteln geblendet werden, oder es wird Lametta abgeworfen, das die Rotoren fesselt oder oder… Natürlich sind auch Mid-Tec-Lösungen wie autonome Crash-Drohnen denkbar. Die haben beide Seite bereits in der Entwicklung, gegen Schwärme – die werden kommen – braucht man aber viele davon.

      Derzeit starten häufig ausgewachsene Kampfjets, um die Drohnen mit den Bordkanonen abzuschießen.

      Ich bin erstaunt, wie wenig man bisher auf den Kriegs-Sites von Alternativen lesen/sehen kann. Wenn man vergleicht, wie alle aus dem Häuschen waren, als diese Thermit-Drohnen Wälder in Brand setzten, scheint es den Tüftlern einfach keinen Spaß zu machen, nur Drohenen runterzuholen.

      @Artikel zu Merz
      Ich kann mir nicht helfen, immer wenn Merz mit seinem Stromberg Schlaubergergesicht mit „tollen“ Geschichten auftritt, höre ich den Countdownticker anlaufen, bis die Idee bauchlandet. Ähnlich bei Leyen. Aber die ist seit einiger Zeit schon ziemlich ruhig geworden. Die Kallas wird noch Kraftsprüche raushauen, wenn schon alle EU-Kassen leer sind und der letzte eingefrorene russische Euro ausgegeben ist.

  2. Auch Eric Hobsbawm hat in seinem letzten „Stern“-interview 2009 auf die geostrategische, brandgefährliche Lage verwiesen. Die USA würden nicht so einfach das Feld räumen, sondern ihre letzte, vermeintliche Stärke ausspielen, das Militär. Es würde Blut fließen, viel Blut.
    Das erleben wir hautnah.

    1. Ein Imperium im Niedergang hat genau zwei Optionen:
      Es schlägt wild um sich, oder sucht sich seinen Platz in der neuen Ordnung….

      1. Öhm, also wenn das „Wild um sich schlagen“ jetzt diese Iran-Sache ist…ja, blöd für die Iraner, wie auch bis 2021 für die Afghanen, aber ein Riese, der wütet, war die USA auch in Afghanistan nicht. Schon eher ein Riese, der ratlos ist und mit Technikspielereien wie „präzisen Schlägen“ auf bspw fahrende Autos oder mit diesen Ninja-Bomben davon ablenkt.

        Trumps Drohungen hatten tatsächlich was obszön Gewalttätiges. Jetzt waren aber erst mal wenige Brücken fällig, was aber vom Iran ziemlich sicher angemessen beantwortet wird. Wenn der Iran das nicht mehr kann oder macht, hätte die USA die Eskalationsdominaz wieder zurückgewonnen, was den USA sehr viel bedeuten würde und nicht zu einem Niedergang passt.

        So herrscht ein Imperium.

        Die USA ist wie kein anderes Land vom großen Geld gelenkt. Das hat natürlich nur so lange Interesse an Krieg, so lange die eigenen Investitionen nicht gefährdet sind und das Geld der US-Superreichen ist weltweit investiert. In Afghanistan wurde auf vielfältige Weise mit dem Krieg Geld verdient. Im Iran werden bisher nur sehr teure Waffen für häufig nicht sehr hochwertige Ziele verbrannt. Die kaputten Brücken werden ziemlich sicher nicht von US-Firmen wieder aufgebaut. Libyen war ein Teilerfolg. Ebenso Syrien.

        Kann sein, dass Iran nur ein Lückenfüller ist, weil noch etliche Jahre vergehen, bis US-Investitionen in China so weit ausgelaufen sind, dass handfeste Feindschaftspolitik wie gegen Russland übernimmt.
        Iran ist für die US-Öl-Industrie interessant, weil der Ölpreis damit in Regionen gehalten werden kann, die Fracking rentabel machen. Derzeit grummeln nur die militärisch Interessierten, die fürchten, dass die Waffenbestände unter ein Niveau sinken, das einem gewalttätigen Imperium gebührlich ist. Dass also ein Konkurrenz die „Verletzbarkeit“ ausnutzen könnte. Aber das ist natürlich auch nur ein weiterer fiebriger Traum.

  3. Und wie ich im Deutschlandfunk mit fassungslosem Stauen hören musste hat die Chefin v d Leyen gesagt, ich zitiere das gehörte frei, wer es genauer hat bitte ergänzen. Die Ukraine (oder wir, hat sie wir gesagt ? ich weis es nicht mehr) haben ja den Vorteil, dass die Drohnenproduktion in aller Ruhe an ungestörten Standorten, die nicht Angriffen ausgesetzt sind erfolgen kann.
    Dazu fällt mir nichts mehr ein.

    1. @Else Kling

      Ja, die Welt ist verrückt geworden!
      Die „Linken“ sind vermutlich schon sehr lange unterwandert und bis auf wenige Exemplare umgedreht worden, .

      Die Rechtsextremen übernehmen teilweise Positionen der ehemaligen Linken wie man im folgenden Beitrag sehen gegen kann.
      Es geht um Selenskijs Teilnahme am 14 Juli in Paris und um die Comité Français de la Libération Nationale
      KICK QUT UKRAINIANS NOW
      https://www.youtube.com/watch?v=U-e_QzbT-vo

      Was ist heute noch rechts oder links??? Ich vermute die Staatsorgane und ihre Propagandisten haben ganze Arbeit geleistet.

  4. Dazu habe ich heute Folgendes gefunden:
    Vor kurzem gab Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, eine äußerst symbolträchtige und wichtige Erklärung ab: Er sagte, die „Sondermilitäroperation“ [SMO] habe sich zu einem echten Krieg entwickelt, weil „hinter Kiew eine Reihe europäischer Hauptstädte und leider auch Washington stehen“. Das ist ein direktes Zitat.

    Das würde bedeuten, dass Russland nun verstanden hat und öffentlich kommuniziert, dass es sich im Krieg mit Teilen der EU und Amerika befindet.
    Sollte das stimmen, dass in dem Land, in dem man bisher dafür bestraft wurde, zu behaupten, es wäre im Krieg, dies inzwischen auch der Präsident denkt und sagen lässt, dann dürfte sich das Geschehen bald grundsätzlich ändern.
    Die Frage ist dann: Wird es sich mit einem Paukenschlag ändern oder hat es sich schon geändert und was die Ukraine gerade erlebt, ist der Beginn des russischen Krieges gegen seinen nun benannten Gegner?

    1. @bonnie
      „Vor kurzem gab Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, eine äußerst symbolträchtige und wichtige Erklärung ab: “
      „Er sagte, die „Sondermilitäroperation“ [SMO] habe sich zu einem echten Krieg entwickelt, weil „hinter Kiew eine Reihe europäischer Hauptstädte und leider auch Washington stehen“. Das ist ein direktes Zitat.“

      Ich finde es merkwürdig das Dimitri Peskow erst jetzt wahrnimmt das der gesammelte Westen den Krieg gegen Russland führt. Das war doch von Anfang an klar und vermutlich wußte er das auch.

      1. @otto0815
        es geht nicht darum, was Peskow wahrnimmt. Er verkündet nicht, was er selbst wahrnimmt. Peskow ist der Sprecher des Präsidenten. Was Peskow sagt, sagt er für Putin. Und der hat bisher öffentlich bestritten, im Krieg zu sein, und auch nicht so agiert.
        Ich denke, wir werden in den nächsten Wochen erleben, wie es ist, mit Russland Krieg zu führen.
        Und der Westen bestreitet noch immer, mit Russland im Krieg zu sein … Er behauptet noch immer lediglich, die Ukraine zu unterstützen.
        Und bald werden sie eventuell gemeinsam neben den Trümmern europäischer Fabriken oder Militäranlagen stehend schreien: Seht her, wir haben es gesagt, nun hat Russland uns angegriffen!
        Das ist natürlich nur Spekulation …

  5. Die Strategie der VSvA ist doch simple und könnte aus nem simplen Strategiespiel stammen:

    der letzte der noch Öl hat und eine danit funktionierende Militärmaschinerie hat gewonnen.

    Da Russland bekanntlich die grösste Tankstelle mit Atomrakten ist, hat es Priorität die anzuzünden.

    Fortsetzung morgen in diesem Theater (sic).

  6. Ja, es läuft uns weg. Allen. Und wohin man blickt, ist dieselbe Tendenz zu erkennen: Eskalation wird als Entschlossenheit verkauft, während jeder, der Mäßigung, Diplomatie oder wenigstens ein kurzes Innehalten fordert, verdächtig gemacht wird.

    In Deutschland reicht es inzwischen häufig schon, vor einer direkten Konfrontation mit Russland zu warnen, um als „Putin-nah“ zu gelten. Gleichzeitig wird in Russland öffentlich wieder auf „Barbarossa“ Bezug genommen und Deutschland zum historischen Feindbild aufgebaut. Das eine rechtfertigt das andere nicht – aber beides treibt uns immer weiter in eine Situation hinein, aus der irgendwann niemand mehr herauskommt, ohne angeblich sein Gesicht zu verlieren.

    Briten und Franzosen bringen inzwischen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte auf. Juristisch wird das mit falscher oder ungültiger Beflaggung begründet. Militärisch bleibt es trotzdem ein Spiel mit dem Feuer: Westliche Kommandos gehen auf Schiffe, die Russland seinem Wirtschaftskreislauf zurechnet, während russische Kriegsschiffe bereits Tanker begleiten. Was passiert beim ersten Warnschuss? Beim ersten Missverständnis? Beim ersten Toten?

    Und über den Iran-Krieg und seine möglichen Folgen braucht man beinahe gar nicht mehr zu sprechen. Die Türkei stellt sich politisch immer schärfer gegen Israel, versucht aber gleichzeitig verzweifelt, die Diplomatie am Leben zu halten. Sollte auch noch die Türkei unmittelbar hineingezogen werden, stünde plötzlich ein NATO-Mitglied mitten in diesem Flächenbrand.

    Selbst bei den angeblich aus Iran kommenden Raketen in Richtung des türkischen Luftraums wird man inzwischen misstrauisch. Ganz ausdrücklich: Das ist reine Spekulation meinerseits, und es gibt dafür keine Belege. Aber angesichts der Geschichte verdeckter Operationen schießt mir sogar der Gedanke durch den Kopf, ob nicht auch Israel mit einer False-Flag-Aktion weitere Staaten hineinziehen könnte. Wahrscheinlicher sind wohl iranische Raketen mit einem anderen Ziel, technische Fehler oder eine Flugbahn über türkisches Gebiet. Doch allein, dass solche Gedanken nicht mehr vollkommen absurd erscheinen, zeigt, wie vergiftet und unübersichtlich die Lage geworden ist.

    Vielleicht sind wir nicht buchstäblich eine Sekunde vor dem „Full Scale“-Dritten Weltkrieg. Aber wir befinden uns in einer Situation, in der womöglich niemand diesen Weltkrieg bewusst beschließen muss. Ein Zwischenfall, ein Irrtum oder eine falsch verstandene Reaktion könnten genügen.

    Und ausgerechnet jetzt gelten Besonnenheit und Diplomatie als Schwäche. Das ist das eigentlich Verzweifelte daran.

    1. „…Deutschland zum historischen Feindbild aufgebaut. “
      Bezweifeln Sie, dass Deutschland der dominierende Feind Russland werden will? Der Bundeskanzler hat unmissverständlich klar gestellt: Deutschland muss wieder die größte Militärmach auf dem Kontinent werden! Welche andere Macht in Europa findet er unerträglich?

      Jens van Scherpenberg hat im Westendverlag vor kurzem ein Buch zur „Großmachsucht“ veröffentlicht. Vielleicht liefert sein Text eine Erklärung dieser Großmachtsucht der Bundesregierung, die sich ihre Obsession ordentlich was kosten lässt – ohne Rücksicht auf die eigene Schädigung.

  7. Die gesamte Bevölkerung des Westens wir und wurde seit Ende des 2.Weltkriegs nur belogen.
    Unsere Werte bestehen nur auf dem Papier bspw. in Form eines Völkerrechts das nur dann eingehalten wird, wenn es den imperialen Machthabern dazu benutzt wird gegen die Gegner Russland und China vorzugehen, oder auch gegen ärmere Drittländer wie Cuba Sanktionen zu erlassen.
    Die UNO, oder auch UN/WHO sind mit ihren Verordnungen eine Farce, dazu ins Leben gerufen, die Vorgehensweise des westlichen Imperiums vornehmlich die USA zu rechtfertigen, welche sie als maßgeblichen Urheber nicht einmal selbst ratifiziert haben.
    Die sogenannte Regelbasierte Ordnung ist derart schwammig, so, dass nur festgestellt werden kann, das die Freiheitliche demokratische Grundordnung, unter der man wenigstens eine Ahnung einer demokratischen Regelung bekommt, die aber in keiner Weise mehr gewährleistet ist.
    So lange wir dem Kapitalismus frönen, werden wir nur Inflation und Krieg bekommen.

  8. Mal ein Beispiel nehmen und nicht warten auf andere. Jeder Einzelne kann etwas gegen den Kriegswahnsinn und für den Frieden tun!
    Stand up for your self!!!

    Nur ein Beispielvon vielen:
    „Daniel Schultz, israelische Wehrdienstverweigererin: „Ich verweigere den Wehrdienst, weil es das Humanste ist, was ich tun kann.“
    Mein Name ist Daniel Schultz, ich bin 19 Jahre alt und bin in einem liberalen Elternhaus in Tel Aviv aufgewachsen. In meiner Jugend engagierte ich mich politisch in der Jugendorganisation der Partei Yesh Atid, wo ich die zentrale Überzeugung verinnerlichte“
    Tel Aviv, Israel – Mesarvot. Network of Israeli conscientious objectors

  9. Außerdem, hat das alles aber rein gar nichts mit „Anarchie“ zu tun.
    Der Mearsheimer mag vielleicht Recht haben aber der Begriff ist völlig falsch gewählt.

    1. Das Ende … wird ja schon zu Anfang im vorhergehenden thread angekündigt:

      „Schreie verhallen zwischen den Ruinen einer Kultur, die eben noch existierte.“

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