Erschöpft sich die russische Wirtschaft im Krieg?

Russland werde nie gewinnen, so UN-Botschafter Melnyk. Kiel Institut prognostiziert oder hofft eine "strukturelle Erschöpfung" der russischen Wirtschaft. Aber nach dem Economist kann der Kreml den Krieg weiter finanzieren, das russische BIP wachse um ein Prozent.

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23 Kommentare

  1. Zu dem was u.a. in der West-Bank passiert (Mittwoch 23.06.2026) :
    Das Militär zerstört das Zuhause von Saud Al-Atrash in der Qalqas-Gegend südlich von Hebron aber dieser will auf seinem Land bleiben. Die Siedler zerstören in Masafer Yatta, südöstlich von Hebron die Olivenbäume und versperren eine Strasse (ebenso in Abu Njeim, südlich von Betlehem). Die Siedler versuchen in Al-Maniya, südöstlich von Betlehem die Schafe zu stehlen. Die Siedler beschädigen in Rashaydeh, östlich von Betlehem das Kraftfahrzeug der Gemeinde (Windschutzscheibe, Reifen, weiterer Schaden). Die Siedler haben in der Gemeinde auch scharf geschossen. Die Siedler spazieren oder marschieren in Gruppen in palästinensischen Dörfern und behindern die Einwohner (es soll durch das Marschieren die Souveränität zur Schau gestellt werden, auf der Strasse gehen, rumschreien und negativ auffallen). Das Militär wirft in Deir Ammar mit Tränengas auf die Palästinenser, Das Militär erschiesst in Al-Yamoun, westlich von Jenin Mohammad Nazem Ezzat Zayed, 29. Eine verdeckt ermittelnde Einheit hat sich in die Ortschaft begeben, geschossen und die Sanitäter nicht an den Verletzten gelassen.

    Zu dem was in Gaza passiert:
    Das Militär überflutet das Al-Burej-Flüchtlingslager (Gaza-Mitte) mit Zement welches von den Strassen zu den Zelten der Vertriebenen fliesst. Es wird in Khan Younis am Strassenrand ein Älterer aufgefunden der angeschossen und mit verbundenen Händen vom Militär dort gelassen wurde (Montag). Ein Kind wird schwer verletzt (Montag). Das Militär tötet bei einem Luftangriff auf Al-Mawasi das Kind Ahmed Mohsen Al-Raqab. Ein weiteres Kind wird verletzt. Es wurde bei einem Angriff am Vortag Adam Abu Hadaid (auf dem e-Bike) umgebracht, der mit seiner kleinen Schwester auf der Strasse war. Es ist im Video zu sehen wie die kleine Schwester erschrocken nach Hilfe ruft. Die Wohngebäude werden zerstört.

    Die Hälfte der Bevölkerung hat Hautkrankheiten und wohnt in der Nähe von Müllbergen. Und haben die Abwässer und Klärschlamm in der Nahe der Unterkunft. Die humanitäre Meldung (Meldung einer Hilfsorganisation) ist lediglich dass Pestizide reingebracht und viel versprüht wird und dass die Pestizide aufgebraucht werden. In den Videos sieht man dann die Insekten an den Kindern. Es gibt immer noch Meldungen über Nagetiere an den Zelten. Es haben 15% keine Seife. Es beschweren sich alle über die fehlende Verfügbarkeit von Hygiene- und andere Artikel (zu wenig, zu teuer). Es sind wieder Polioinfektionen (Kinderlähmung) gemeldet worden (nach 25 Jahren). Es gibt einen „erheblichen Mangel an“ wichtigen Medikamenten. Es haben 20% der Bevölkerung nur eine Mahlzeit am Tag. Es gibt statt 1.5 Millionen nur 678.000 tägliche Mahlzeiten (Hilfsorganisationen). Es arbeiten 11.000 UNRWA-Mitarbeiter in Gaza. Es dürfen keine UNRWA-Mitarbeiter nach Gaza einreisen (seit Januar 2025) weil ein Gesetz gegen UNRWA verabschiedet wurde weil es eine fremde Souveränität gibt und die Einreise nicht erlaubt wird. Die Hilfslieferungen von UNRWA für hunderttausende von Menschen wurden nicht reingelassen (Nahrungsmittel, Mehl und Unterkünfte).

    UNRWA ist eine der grössten Einrichtungen für mentale Gesundheit und Gesundheit mit 49 Psychiatern, Beratern und 1.032 Ärzten und hat in einer Woche im Juni 2.878 Patientenbesuche bzw. insgesamt 73.165 ärztliche Konsultationen. Es sind 58,658 Kinder in einer Woche im Juni in eine UNRWA-Schule gegangen und 280.000 SchülerInnen und 7.500 Lehrer nutzen digitales Material (Lesen/Schreiben, Rechenaufgaben). Es wurden im Mai insgesamt mehr als 3.200 Kinder wegen Mangelernährung behandelt (mehr als 3.500 Kinder im April). Es ist geschätzt dass 37.000 schwangere Frauen wegen Mangelernährung eine Behandlung brauchen werden (2026).
    Die „Ständige Faktfindungsmission der Vereinten Nationen zum Israel-Palästina-Konflikt“ empfiehlt a.) dem Sicherheitsrat u.a. Sanktionen gegen das Führungspersonal und die Soldaten im Heer die internationale Verbrechen begangen haben. b.) dem Generalsekretär u.a. die Siedler, als Erweiterung des israelischen Staates, als Wiederholungstäter für Kindermord, Verstümmelung und sexuelle Gewalt zu bezeichnen (im nächsten Bericht über Kinder und bewaffnete Konflikte). Die Nationen erhalten ebenfalls eine Reihe von Handlungsempfehlungen die z.B. das Unterlassen des Waffenhandels und die Sanktionierung (z.B. der Siedler) betreffen (S.85 ff.).

    Es soll am Freitag eine Demonstration geben bei der die westlichen Medien berichten sollen. Anzumerken ist dass Menschenaufläufe in der West-Bank von den Medien nicht gezeigt werden (nur ein Foto). Seit dem Waffenstillstand im Oktober wurden mehr als 1.029 Palästinenser ermordet. Es gibt mehr als 3,294 Verletzte (32 Tote und 142 (Schwer)verletzte/Verstümmelte in einer Woche).

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Tun Sie bei der Unterschriftenaktion mitmachen und an andere rumschicken.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

    1. Zu dem was u.a. in Tantura passiert ist (22. Mai 1948):

      Tantura ist 1948 ein großes palästinensisches Küstendorf am Mittelmeer mit etwa 1.500 Einwohnern. Die Menschen leben vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Arbeit in den umliegenden Städten. Einige Tage vor dem Angriff treffen sich Dorfvertreter mit kol. Geheimdienstoffizieren, die eine Kapitulation anbieten. Die Dorfbewohner lehnen dies ab, weil sie befürchten, nach einer Aufgabe des Dorfes vertrieben zu werden.

      In der Nacht vom 22. Mai 1948 beginnt der Angriff auf Tantura. Die angreifenden Truppen rücken von allen vier Seiten vor und umzingeln das Dorf vollständig. Nach Kämpfen wird Tantura eingenommen. Anders als bei anderen Operationen bleibt kein Fluchtweg offen, sodass sich die Angreifer anschließend einer großen Zahl gefangener Dorfbewohner gegenübersehen.

      Nach der Einnahme werden die Einwohner unter Bewachung zum Strand gebracht. Dort werden Frauen und Kinder von den Männern getrennt. Die Frauen und Kinder werden später in das nahe gelegene Dorf Furaydis gebracht. Die Männer bleiben zurück und werden bewacht. Anschließend beginnt eine Auswahl einzelner Personen. Mithilfe von Listen und eines lokalen Informanten werden Männer identifiziert, denen frühere politische oder militärische Aktivitäten zugeschrieben werden. Dazu gehören Personen, die am arabischen Aufstand von 1936 beteiligt waren, Kontakte zu politischen Führern hatten oder in der Vergangenheit an Angriffen auf jüdische Ziele beteiligt gewesen sein sollen.
      Die ausgewählten Männer werden in kleinen Gruppen von den übrigen Gefangenen weggeführt und erschossen. Zeitzeugen berichten, dass die Exekutionen systematisch durchgeführt werden. Mehrere Überlebende schildern, wie Gruppen von Männern an Friedhofsmauern, in der Nähe der Moschee oder an anderen Orten aufgestellt und getötet werden. Die Angaben zur Zahl der Opfer unterscheiden sich. Verschiedene Zeugen nennen Zahlen zwischen etwa 80 und 125 Erschossenen, andere sprechen von deutlich mehr Toten.

      Neben diesen gezielten Erschießungen kommt es bereits unmittelbar nach der Einnahme des Dorfes zu weiteren Tötungen. Berichten zufolge werden Bewohner in Häusern und auf den Straßen erschossen. Einige Soldaten erklären später, dass nach Schüssen aus dem Dorf Teile der Truppe die Kontrolle verlieren und wahllos Gewalt anwenden. Nach Aussagen von Zeugen geschieht dies zu einem Zeitpunkt, als bereits weiße Fahnen gezeigt werden und die Kapitulation signalisiert wird.

      Mehrere Überlebende berichten von persönlichen Verlusten. Familienmitglieder werden vor den Augen ihrer Angehörigen erschossen. Kinder erleben die Tötung ihrer Väter oder Brüder. Einige Zeugen schildern, wie ganze Gruppen von Verwandten unter den Opfern sind. Die Ereignisse hinterlassen bei vielen Überlebenden schwere psychische Folgen, die sie noch Jahrzehnte später belasten.

      Nach dem Ende der Erschießungen werden palästinensische Gefangene gezwungen, die Leichen einzusammeln und Massengräber auszuheben. Die Toten werden in großen Gruben beerdigt. Personen, die an den Bestattungen beteiligt sind, berichten später von zahlreichen Leichen und davon, dass sie selbst befürchten, ebenfalls getötet zu werden. Die Überlebenden werden aus Tantura vertrieben. Viele verlieren ihre Häuser, ihr Land und ihren Besitz. Ein Teil von ihnen lebt später in Flüchtlingslagern außerhalb Palästinas, unter anderem in Syrien. Das Dorf selbst wird entvölkert und die ursprüngliche Bevölkerung kehrt nicht zurück.

      Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.

      Tun Sie sich Wissen aneignen und an andere weiterleiten. Etwa aus dem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ von Westend-Autor Ilan Pappe, dem obige Informationen entnommen sind.

    1. „die andere Seite sei willens/in der Lage, sich an die dort vereinbarten Punkte zu halten,“

      Niemand weiss, was in Anchorage hinter verschlossenen Türen verhandelt und ob überhaupt etwas vereinbart wurde, also gehören Sie -neben mir- auch zu den „Niemanden“. Ihre diesbezügliche Erzählung erschöpft sich an der unbeweisbaren Aussage, Trump habe in Anchorage Putin verbindlich irgendetwas versprochen und nun erfülle er den Vertrag nicht. Moskau hat diese Geschichte propagandistisch zum sog. „Spirit of Anchorage“ aufgeblasen, was ja nicht unser Problem ist. Gerade vor 2 Tagen die Polit-Talks der üblichen Verdächtigen im russischen Staatsfunk „begutachtet“ -auffallend bei dem ständigen Gerede von irgendwelchen in Anchorage „vereinbarten Punkten“ ist, dass der konkrete Inhalt dieser „Punkte“ nie genannt wird.

  2. Witzig fand ich jüngst die Ansage der Russen an ihre Bevölkerung, doch bitte keine Fotos und Videos von angegriffenen Zielen zu posten, weil man damit der ukrainischen Aufklärung ja Daten liefere, wobei erwähnt wurde, daß Zuwiderhandlungen bisher keine Konsequenzen hatten. Wenn also die Ukrainer tatsächlich höchstens Satellitenfotos der Amis zur Zielwirkungsabschätzung haben und wenn ich mal annehme, daß die Russen nicht dämlich sind, war das die deutliche Aufforderung, eben genau das zu tun. Und wenn ich Russe in Führungsrängen wäre, würde ich medial eindrucksvoll mal einen Öltank sprengen und Bilder von geschlossenen Tankstellen zu Hauf produzieren, vielleicht noch ein paar Mütterchen, die im Nachttopf einen Hauch Benzin heim tragen, bevor er verdunstet. Schön der Ukraine und dem Westen – denn die Russen wissen, daß sie praktisch gegen die NATO Krieg führen – genau das zeigen, was sie sehen wollen … um ihrerseits zu motivieren, noch viel mehr Geld in dieses schwarze Loch zu versenken. Weil nur noch zwei Wochen, versprochen, dann sind sie am Ende. Tja, also unsere Wirtschaft wächst nicht, gar nicht, kein Bisschen, und die 0,7 Prozent, die jetzt das Institut für wasweißich anläßlich der Iran-Entspannung rausposaunt hat, wären ein ausgewachsenes Wunder, sollten sie tatsächlich eintreten. Es gibt keine Anzeichen dafür, keine Maßnahmen, die das bewirken können und beim einzig halbwegs brummenden Wirtschaftszweig, den Rüstungsgütern, ist genau das eingetreten, was echte Ökonomen vorhergesagt haben: Inflation! Der gleiche Scheiß, einfach nur viel teurer. Übrigens: ein Kriegsende wäre für Kiew (oder Kyyyw wie Bröckers immer so schön schreibt) eine Katastrophe, droht doch dann die Besetzung durch „Freunde“.

  3. „Auch den Oligarchen gehe es gut, sie hätten 80 Prozent mehr Lamborghinis als 2025 gekauft.“

    Was sagt eigentlich die russische Bevölkerung dazu?
    Der russische Hacker wird uns sicherlich bald darüber Auskunft geben.

  4. Wo kommt eigentlich die Vorstellung her, wenn Russlands Wirtschaft am Ende ist, dann wird Putin schon mit eingekniffenem Schwanz die Ukraine in den Grenzen von 1814 wiederherstellen?

    Oder Putin würde sagen, naja, paar tausend tote Soldaten, jetzt auch noch Angriffe auf das russische Kerngebiet, na dann ziehe ich mich mal zurück, nichts für ungut, hier sind Milliardenreparationen?

    Das sind doch Situationen, wo ein Herrscher erst recht „all in“ geht, und sei es nur ein verzweifelter, zum Scheitern verurteilter Versuch.

    Wenn man will, dass Putin den Krieg beendet, dann muss man ihm einen Grund geben, sich zurückzuziehen. „Der Westen“ gibt ihm eher Gründe, die Ukraine zu vernichten, wie man es ihm seit Jahren unterstellt.

  5. Die russischen Aussagen zur Lage an der Front sind keine Propaganda. Das kann man aufgrund der reichlichen OSINT-Info selber nachprüfen. Die Angriffe in russischen Gebieten tun weh, ändern daran aber nichts. Sie sind vielmehr Ausdruck der westlichen Verzweiflung.

    1. Sehe ich auch so.

      Auch der yt-Kanal von „Macronomist“ ist dazu gut.

      Unter die Kategorie „westliche Verzweiflung“ fällt auch die Äusserung Herrn Neumanns neulich: wenns einfach nicht läuft, dann muss mal die Luft raus: und diese Tirade war schon erstaunlich.

      Früher hätte ein deutscher General für solch eine Äusserung „in Ruhestand“ gehen dürfen….

    1. Herr Rötzer bespasst uns: er weiss, was hier ankommt.

      Vielleicht wird er damit auch einem gewissen Wunsch an Overton gerecht, mal die ukrainische Sicht wiederzugeben…..

  6. Der zugrundeliegende Deutungsrahmen stellt in meinen Augen die zentrale Schwäche dieses Beitrags dar. Wieder einmal wird die These aufgerufen, die russische Wirtschaft stoße nun endgültig an ihre Grenzen und der Krieg könne deshalb nicht mehr lange fortgesetzt werden. Neu ist diese Prognose allerdings nicht. Unten ein Hinweis auf eine Website, die vor einigen Monaten eine lange Liste entsprechender Prophezeiungen zusammengetragen hat. Die älteste stammt aus dem Dezember 2014:

    https://www.moonofalabama.org/2026/02/russias-collapsing-economy.html

    Nichts davon ist eingetreten.

    Bemerkenswert ist auch die selektive Wahrnehmung des Autors. Der heutige Artikel verweist zwar auf skeptische Stimmen wie jene des „Economist“, übernimmt aber letztlich dennoch die Grundannahme westlicher Institute, Russland befände sich in irgendeiner Art Endphase ökonomischer Belastbarkeit. Dabei spricht vieles dafür, dass diese Analysen weniger die tatsächliche Lage beschreiben als politische Erwartungen formulieren. Wenn ein Bericht bereits im Titel vom „Endspiel“ spricht und zugleich „entschlossene Maßnahmen des Westens“ fordert, verschwimmt zumindest in meinen Augen die Grenze zwischen Analyse und politischer Intervention.

    Hinzu kommt ein zweiter blinder Fleck. Die Debatte konzentriert sich fast ausschließlich auf die Frage, ob die Ukraine Russland durch Angriffe auf Raffinerien, Energieanlagen oder Infrastruktur genügend Kosten auferlegen könne. Kaum thematisiert wird hingegen die Möglichkeit russischer Gegenmaßnahmen. In der letzten Zeit mehren sich Hinweise darauf, dass Moskau seine bisherigen Beschränkungen bei Angriffen auf ukrainische Logistik-, Energie- und Transportstrukturen schrittweise aufgegeben hat. Eisenbahnknoten, Lokomotiven, Treibstofflager und Versorgungseinrichtungen geraten zunehmend in den Fokus. Zudem wird übersehen, dass Russland bereits seit langem täglich Angriffe auf diverse Ziele in der Ukraine durchführt. Die jüngste Ausweitung ist daher eher als Intensivierung denn als grundlegend neue Entwicklung zu verstehen. Über solche Aspekte wird jedoch allenfalls in manchen westlichen Newstickern berichtet. Die Vorstellung, wirtschaftlicher Druck wirke nur in eine Richtung, erscheint auf jeden Fall recht fragwürdig.

    Gerade deshalb wirkt die Hoffnung trügerisch, Russland könne durch weitere Eskalationen zu Verhandlungen gezwungen werden. Sie beruht auf der Annahme, dass zusätzlicher Druck automatisch zu politischer Nachgiebigkeit führe. Tatsächlich zeigten die vergangenen Jahre eher das Gegenteil: Jede neue Eskalationsstufe hat auf russischer Seite die Bereitschaft verstärkt, den Konflikt als langfristige strategische Auseinandersetzung zu betrachten. Wer davon ausgeht, eine Nuklearmacht lasse sich durch einige Prozentpunkte weniger Wachstum oder durch punktuelle Infrastrukturschäden zum Einlenken bewegen, versteht die politische Logik des Gegners grundlegend falsch.

    Vollständig ausgeblendet bleibt außerdem die innere Auseinandersetzung in Russland. Die Frage lautet nämlich nicht nur, wie stark die Wirtschaft ist, sondern wer über ihre Ausrichtung entscheidet. Seit Jahren existiert beispielsweise ein Spannungsverhältnis zwischen den neoliberalen Vertretern einer restriktiven Geld- und Fiskalpolitik und jenen Kräften, die eine stärkere Mobilisierung der Wirtschaft für strategische und militärische Ziele fordern. Die Rolle der Zentralbank und ihrer Chefin, Frau Nabiullina, wird dabei mehr als kontrovers diskutiert. Hohe Zinsen bremsen Investitionen und Kreditvergabe, während gleichzeitig enorme Anforderungen an Industrie und Rüstungsproduktion gestellt werden. Wer von einer „Erschöpfung“ der russischen Wirtschaft spricht, müsste daher genauer unterscheiden, welche Probleme aus Sanktionen und Krieg resultieren und welche durch wirtschaftspolitische Entscheidungen innerhalb Russlands selbst erzeugt wurden. Es gibt inzwischen eine wachsende Zahl von Stimmen, die Nabiullina, ihren Verbündeten Siluanow sowie Vertreter eines Verständigungskurses gegenüber den USA wie Dmitrijew und Uschakow als Bremsklötze einer konsequenten Mobilisierungsstrategie betrachten und ihren Abgang fordern.

    Der eigentliche Irrtum vieler westlicher Analysen besteht darin, ökonomische Schwierigkeiten automatisch mit politischer oder militärischer Niederlage gleichzusetzen. Die Geschichte zeigt vielmehr, dass Staaten unter Kriegsbedingungen oft wesentlich länger durchhalten, als externe Beobachter erwarten. In einem gegenseitigen Abnutzungskrieg ist die Frage nicht, ob Kosten entstehen, sondern welche Seite sie langfristig besser tragen kann. Wer seit über einem Jahrzehnt denselben bevorstehenden Kollaps prognostiziert, sollte zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass nicht Russland, sondern die eigene Analyse an ihre Grenzen stößt.

  7. Es gibt eine gigantische Psy- Op des Westens. All die Propagandafiguren, die in den Dokumenten der „Integrity Iniative“ genannt werden, sind zeitgleich aus ihren Löchern gekrochen und haben den gleichen BS verbreitet. Teilweise sogar die selbe Wortwahl…
    Offenbar schwant den NATO- Generälen, das es die Ukraine nicht mehr lange macht. Die Verlustzahlen der Ukraine sollen wohl die 2,4Mill. erreicht haben. Die Menschenfänger des Selensky- Regimes können die Verluste nicht mehr ausgleichen. Die russische Armee hat die strategische Iniative und die Ukraine ist auf der Verliererstrasse: https://peterturchin.substack.com/p/is-ukraine-russia-war-entering-the Um das vor den Schafen im Westen zu verdecken, wird auf den Berg von Lügen eine weitere gigantische Lüge gepackt.
    Das dem Westen nicht zu trauen ist, ist keine neue Erkenntnis in Russland. Jeder Politiker und Militär geht zurecht davon aus, das man ihn von westlicher Seite aus betrügen will. Eine Jahrhunderte alte Erfahrung. Seit tausend Jahren ist „Westrom“ davon besessen, „Ostrom/ Byzanz“ zu vernichten.
    Natürlich hat der Terror der NATO via Ukraine gegen zivile Ziele in Russland Folgen. Aber bis auf die Krim gibt es den Behaupteten „Treibstoffmangel“ in Russland nicht… das „NATO- Zentrum für strategische Kommunikation“ in Riga schiebt Sonderschichten…

  8. Die Erzählungen zum Kriegsgeschehen wechseln mit den Widersprüchen zwischen den außen- und innenpolitischen Lagen der imperialistischen Mächte und. wurden durch den Israel/US-Krieg gegen den Iran sowie die veränderte technische Kriegsführung (Drohnen!) massiv befeuert. Sämtliche imperialistischen Mächte sind auf die eine oder andere Weise geschwächt. Das macht die Weltlage zunehmend brisanter und die Kriegserzählungen wirrer und schriller.

  9. Sehr geehrter Herr Rötzer,

    wäre es vielleicht möglich, dass sie auch andere Quellen zitieren, als mehrere westliche Propagandaquellen, und eine russische?

    Wie sehen z.B. indische, chinesische, brasilianische, lybische, ägyptische Medien die Situation?

    Man könnte meinen, sie schreiben solche Texte, um die westliche und ukrainische Propaganda zu verbreiten.

    Weiterhin fällt auf, dass es scheinbar nur um die ukrainischen Erfolge geht, aufgrund derer die Ukraine plötzlich etwas zu fordern und sogar Bedingungen zu stellen hätte.
    Gehts noch?

    Zitat: „Man sei für direkte Verhandlungen mit Russland, aber die Geduld sei begrenzt,….“
    Arrogante Sprüche aus der Ukraine.

    Würde Russland auf gleiche Weise eskalieren, wie die Ukraine / der Westen, würden wir kaum mehr vom angeblich „brennenden Moskau“ (so ein Quatsch!) lesen, sondern vom brennenden Kiew und anderen ukrainischen Städten.
    Denn Russland könnte durchaus eskalieren.

    Wenn man nur auf die kurzzeitigen Erfolge schaut, und das Grosse und Ganze aus den Augen verliert, kommen solche Texte dabei heraus.

    Zitat: „40 Prozent der Treibstoffproduktion seien durch die Angriffe zerstört worden. Die russische Luftverteidigung sei nicht mehr in der Lage, Moskau zu schützen.“
    Und wenn sie nicht gestorben sind….

  10. Am Rande: Russland bekommt jetzt auch seine Quittung für das Beharren auf fossilen und atomaren Techniken. Andere Ölländer wie Saudi Arabien oder VAE haben ihr Geld in Erneuerbare gesteckt und erzeugen damit riesige Energiemengen. Russland nicht. Russland war vor Trump der weltweite Kopf des fossil- atomaren Komplexes, wofür durchaus Putin verantwortlich zeichnet. Und das, obwohl Russland unendliche Flächen hat, auf denen man Windräder und Solaranlagen betreiben könnte.
    Das wäre jetzt von Vorteil, denn ein Windrad ist kaum zu treffen. Ein Schaden an einem Solarpanel ist kaum ein Schaden. Aber eine Raffinerie, die trifft man.
    Ganz abgesehen davon, dass die Ukrainer auch auf Atomkraftwerke zielen. Budanow kennt da nichts.

    1. Russland hatte durch die Kernkraft, nie einen vergleichbar großen Verbrauch an fossiler Energie. Auch bezweifel ich, dass das so umweltfreundlich ist, die Taiga abzuholzen nur um dort Windräder bauen zu können.

    2. Das Loblied auf die erneuerbare Energie.

      Ein Windrad ist übrigens eine ineffiziente Technik, die darüber hinaus noch schwere Umweltschäden verursacht – und zwar in mehrfacher Hinsicht.

      Und wieviel liefert so ein Windrad übrigens an Strom: wieviele Raffinerieren kann man damit ersetzen?
      Und mir scheint, sie verwechseln hier etwas: eine Raffinerie ist dazu da, Öl zu verarbeiten, z.B. in Benzin, und weniger, um Strom zu erzeugen.

      Frankreich hat übrigens auch kein Problem mit atomaren Techniken, und stützt unser „tolles“ System aus erneuerbaren Energien in D, wenn bei uns mal wieder nicht genug Strom da ist.

      Und können die Golfstaaten die „riesigen Energiemengen“ auch an den Mann bringen, oder ist es wie bei uns: wenn die Sonne scheint und der Wind weht, dann haben wir Überkapazitäten, die häufig zu „Negativpreisen“ verklopft werden, und wenn wir dann den Strom brauchen – z.B. abends – dann fehlt es (darum denkt die Politik auch darüber nach, den Verbrauch pro Haushalt reduzieren, damit dann, wenn wenig Strom da ist, nicht die Gefahr besteht, dass das Netz zusammenbricht).

      Erneuerbare Energien sind sicher sinnvoll, aber ohne fossile wird es auch in vielen Jahren nichts werden.

  11. So falsch ist die Aussage gar nicht, das Russland den Krieg kaum gewinnen kann. Nur die Ukraine eben auch nicht. Beide werden Verlierer sein und sobald sie das auch beide fest verinnerlicht haben, geht es gegen die Hauptkriegstreiber und damit meine ich nicht die USA. Es wird nur Verlierer geben.

    1. Will Putin wirklich der sein der den Russen eine neue Wirtschaftskrise beschert oder durch werfen der Bombe zum Paria wird?

      Und selbst wenn Putin die Bombe wirft ist damit noch lange keine wirtschaftliche Erholung garantiert.

      „Es wird nur Verlierer geben.“

      Putin hat sich für Konfrontation statt Kooperation entschieden, das es dabei Verlierer gibt liegt in der Natur der Sache.
      Teile eines anderen Landes zu annektieren und in die Verfassung zu schreiben die man nicht besetzt hält, ist halt schon dezent größenwahnsinnig. Und die Blitzkriegsnummer hat er verkackt, daran gibt es nichts zu deuteln.

  12. Ist Overton Magazin die Stimme gegen Debatteneinengung und Moralismus. Ich glaube, da hat sich jemand verschrieben. Ich habe heute erfahren, dass es in Wirklichkeit die Stimme für Debatteneinengung und Moralismus ist. Ständig muss ich herabsetzende Kommentare erdulden, aber wenn ich mich mal gegen diese Gesinnungstäter wehre, verschwindet mein Text.

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