
»Wenn es Erinnerungsorte gibt, muss es auch Orte des Vergessens geben«
Deutschland erinnert sich wie kaum ein anderes Land an die eigene Vergangenheit – und rüstet sich zugleich wieder für den Krieg.

Kriegstüchtig in der Fläche
Sachsen-Anhalt zwischen Rüstungsboom und militärischer Drehscheibe. […]

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Wo bleibt der linkspopulistische Vorstoß? Beobachtungen in Zeiten der aktuellen Wahlkämpfe. […]

Platzt die KI-Blase wie beim angeblichen Atom-Hoffnungsträger?
Der Marktwert von Firmen, die Smart Modular Atomreaktoren (SMR) bauen wollen, ist um mehr als 30 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Den SMR-Hype hatten US-Präsident Trump oder […]

Der liebe Herrgott, die Macht des Glaubens und das himmlische Grauen
Der Aufklärer und freidenkende Atheist Bertrand Russell hat vor fast einhundert Jahren den Text „Warum ich kein Christ bin“ geschrieben. Für Helmut Ortner war es sein […]

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Es wird Zeit für einige überparteiliche Vorschläge. Eine Glosse? Möglich – aber das weiß man heutzutage nie so genau. […]

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Sieben Gründe, warum die AfD keine neue NSDAP darstellt. […]

Neue EU-Regeln zur Verweigerung des Schutzstatus treffen auch auf ukrainische Frauen im wehrpflichtigen Alter zu
Nicht nur in der Ukraine, auch in der EU desertieren ukrainische Soldaten. Im Gegensatz zur EU sind zwei Drittel der Ukrainer für Verhandlungen zum schnellen […]

Die falschen Sorgen
In den ersten zwölf Monaten 190 Gesetze auf den Weg gebracht, die Ertüchtigung von Kapital und die Vorbereitung auf einen Krieg beschleunigt: Dennoch gilt die […]

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Mit Mohsen Rezaei an der Spitze des iranischen Sicherheitsrates verschärft Teheran seinen Kurs gegenüber Washington. Für die USA wird die Lage immer prekärer: Militärisch festgefahren, […]

Was würde ein Alkoholverbot für Jugendliche bringen?
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Heinrich Heine
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Kriegsdynamik ist volatil, Eskalation führt zur Intensivierung
Die Kriegsdynamik ist nach einer Studie nicht vorherzusagen. Die meisten Kriege bleiben „klein“, aber weil es im Unterschied zu Bürgerkriegen bei zwischenstaatlichen Kriegen keine inhärente […]

Britische Professoren und deutsche Badetage
Drei Rassismusdebatten, dreimal führt eine Spur nach Amerika. Zufall – oder importieren wir längst auch die amerikanischen Rassenkonflikte? […]

“Psychopathologische Abwehrhaltung”
Koalition will das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen. […]

Arday und die absurden Rassismus-Vorwürfe
In London formierten sich 15.000 Menschen zu einer Mahnwache, organisiert von der NGO „Stand up against racism“. Der Vorwurf: Jason Arday sei durch eine boshafte […]

Ein kurzer Traktat über einen Mann, den es noch immer nicht gibt
Vor zwölf Jahren war Wladimir Putin in deutschen Medien längst kein Politiker mehr, sondern eine Kunstfigur: Dämon, Despot und Höllenfürst. Das deutsch-russische Verhältnis wäre heute […]


Interessant und wichtig. Tatsächlich liegt es der Tiefenpsychologie nicht nur daran, Vergangenes hervor zu holen und aufzudecken, sondern dieses zu verarbeiten, zu verinnerlichen/zu integrieren, sich selbst und anderen zu vergeben und wieder in eine gewisse Versenkung gleiten zu lassen. Anders als es beispielsweise in Israel geschieht, dessen Jugendliche mit ihren Reisen nach Auschwitz und der Reinszenierung der Verfolgung immer neu traumatisiert werden sollen.
Bei den Völkern der ehemaligen Sowjetunion ist das offensichtlich anders, denn aus eigenem Erleben und Berichten ist bekannt, wie unglaublich vergebungsbereit und offen die Menschen sind bzw. angesichts der jetzigen Situation WAREN.
Von anderen südamerikanischen Indigenen, den Kogi, habe ich mal gehört, dass sie bei einem Besuch in einem KZ zutiefst bewegt, aber eben auch ebenso entsetzt waren über diese Art der Erinnerungskultur, die ihrem spirituellen Weltbild nach eher das Fortbestehen dieses Wahnsinns befördert als ihn zu verhindern. Und wie man an Israel/Palästina und im speziellen D und Russland sieht, genau so ist es.
Ich denke bei dem, was Strasburger sagt, auch an die verdienstvolle Arbeit von Dan Bar-On, dem israelischen Psychologen deutscher Herkunft, der Nachkommen aus Täterfamilien mit denen von Opferfamilien in Gesprächsgruppen zusammenbrachte, was sehr heilsam für beide Seiten war und in Israel auch solche Gruppen von jüdisch-israelischen Studenten mit palästinensischen Studenten gründete, was aber offenbar doch schwieriger war wegen des andauernden Zustands absoluter Asymmetrie zwischen beiden Gruppen.
Ergänzendes Resumee: Ja, zum Erinnern /also innerlich machen als Teil der Persönlichkeit gehört unbedingt das Vergessen.
Noch eine Ergänzung: Vielleicht liegt diese im weitesten Sinne ‚russische‘ Bereitschaft zu vergeben tatsächlich auch an der trotz Sowjetkommunismus unterirdisch sehr verbreiteten tiefen Spiritualität.
Erinnerungskultur reduziert zu einem selbstversicherndes Ritual. Und Rituale sind Beschäftigungen, die des Denkens nicht bedürfen und irgendwann nur noch Mummenschanz produzieren.
Weiterhin ist Erinnerung wohl kein Muskel, der stärker wird, je öfter er kontrahieren wird. Wie auch das ganze Hirn nicht, denn es kommt nicht nur darauf an, etwas (wieder) zu (er) kennen, es sollte auch gewusst werden, wie etwas anzuwenden ist. Doch wer das ausgeübte Ritual als bereits Anwendung bezeichnet, ist irgendwo angekommen, doch nicht in der Gegenwart, nicht in der Zukunft, aber hierzulande in einem Krieg – und bemerkt es nicht.
Von daher ist es absolut richtig zu konstatieren, dass es nicht nur Hinweise auf ein
gibt, sonder dass dies eine Tatsache ist. (Ist das auch ein Preis der Konkurrenzgesellschaft? Wo es „Erfolg“ gibt, muss es auch „Versagen“ geben?)
Zur »Eutopie«:
Schönes Konzept, doch wie soll das funktionieren, wenn die Menschen derart zugeneigt sind, dass sich nicht einmal über die Frage »Was ist genau passiert?« geeinigt werden kann, weil jedes hergezeigte allwissende Endgerät etwas anderes „weiß“ bzw. „sagt“?
Sehr gut gefallen hat mir das hier, wenn ein Maya-Nachkommen sagt:
Gerade aus dem Wissen heraus, dass das Wissen über die Geschichte sich verändert, weil immer etwas hinzukommt, dass vorher unberücksichtigt oder unbekannt war, erscheint mir das irgendwie gesund, weil ungezwungen.
Bemerkenswertes Interview, soweit.
PS: Als Wiederholung, denn es wurde schon öfter erwähnt, dass Kognitionswissenschaftler das Vergessen als die größte Leistung des Gehirns ansehen. Freilich ist hier eine andere Größenordnung gemeint.
PS2: Wahrscheinlich unnötig, aber es sei gesagt, dass „Vergessen“ und „verändernde Geschichte“ nichts mit Geschichtsklitterung zu tun hat.
Die deutsche Erinnerungskultur wäre „dysfunktional“ ?
Bittschen, was ist im heutigen Deutsch land nicht dysfunktional ? ? Sogar das Volksbad von und zu Lilienthal vor der Volksbühne in Berlin musste wegen ka-putter Duschen gesperrt werden.
Das einzige, was Deutsche können, ist mit dem Finger auf andere zu zeigen. So lief und läuft dann auch die „Vergangenheitsbewältigung“ ab:
Solange es noch echte Nazis gab, war davon nämlich nicht viel zu sehen.
Man hätte ja möglicher Weise sich selbst anklagen müssen.
Dafür nimmt die Aufarbeitung immer mehr Fahrt auf, je länger die Nazizeit zurückliegt.
Man kann ja wieder so schön auf Andere zeigen, diesmal auf „Oma“ und „Opa“. Oder den „Nazionkel“.
Die sind ja alle schon tot.
Das gleiche Spielchen läuft übrigens mit der „Aufarbeitung“ der Schwulenverfolgung im Adenauerstaat ab.
Da leben dummerweise viele Staatsverbrecher noch, weil das bis in die 1990er lief.
Deshalb: Anklagen gegen Polizisten, Staatsanwälte oder Richter, die Schwule verfolgt haben: Fehlanzeige.
Wartet aber mal noch 40 Jahre…