„Der Radikale ist bereit, für eine als wahr erachtete Idee zu sterben“

Die Philosophin Mirjam Schaub im Gespräch über Radikalität in der Philosophie, Kunst, Politik und Populärkultur. Es geht um den Gebrauch des eigenen Lebens in einem weiten Spektrum von Sokrates über Jeremy Bentham bis zur Letzten Generation und Anonymous.

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17 Kommentare

  1. Wer will dass die Europäische Union ein Handelsabkommen aussetzt
    damit die Palästinenser ihre Menschenrechte bekommen kann unter folgendem Link mitmachen:
    ,Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina. https://eci.ec.europa.eu/055/public/#/screen/home

    Fordern Sie auch Auge um Auge, Zahn um Zahn bis alle ermordeten Menschen in Palästina der vergangenen Jahrzehnte gerächt sind. Diese Kriegsverbrechen haben angefangen als die Juden nach Palästina sind. Bis jeder gestohlene Dunum[1] bezahlt ist. Jeder der Kriegsverbrechen begeht muss dafür bezahlen. Folgen Sie nicht der Narrative, machen Sie den Völkermord in Palästina zur ihrer Sache. Indem Sie das erwähnen obwohl andere nicht darüber sprechen. Indem Sie das erwähnen obwohl nicht in den Medien die Nachrichten der täglichen Aggressionen (Körperverletzung, Krankenwagen werden nicht an die Verletzten gelassen, Schwerverletzte, verbrannte Kraftfahrzeuge, tote Schafe, gestohlene Oliven, abgesägte Olivenbäume) gegen die palästinensische Bevölkerung erscheinen.
    Indem Sie das erwähnen obwohl es totgeschwiegen werden soll. Das kann man immer erwähnen.
    Schade, dass wir auch dieses Jahr keinen Urlaub in Gaza machen. Das hier im Salat, das ist bestimmt kein Olivenöl aus der West-Bank; übrigens gestern haben die Siedler schon wieder randaliert. Die machen dass um die Einwohner zu vertreiben.
    Jeder hat fünf Minuten Zeit das zur Sprache zu bringen. Das Militär lernt in Gaza dazu. Die Bevölkerungen in der Ukraine und in Gaza werden ermordet. Die Präsidenten werden entführt und eingeschüchtert. Das muss man sich nicht gefallen lassen. Jeder Stimme zählt, jede Meinung zählt.

    [1] Dunum = 1.000 Quadratmeter
    [2] https://overton-magazin.de/top-story/warum-tauscht-russland-1000-leichen-von-ukrainischen-soldaten-gegen-38-russische-leichen-aus/#comment-348728

  2. Vorbildlich verhält sich Darwin Dante (Pseudonym), der gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen rebellierte und heute gegen die kapitalistische 40-Stunden-Woche kämpft.
    Bitte klicke auf „Lebensreformer“.

  3. Radikal ist, wenn man lebt was man propagiert.
    Ob man dabei sein Leben auf´s Spiel setzt, bleibt m.E. dabei erst mal völlig unbenommen.
    Besonders gut hat mir jedenfalls dieses Zitat gefallen: „Es ging Ensslin in dem Kassiber [aus der Haft für den Brandanschlag in Frankfurt a.M., ein Jahr vor Gründung der RAF, Anm. M.S.], wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, um die Angst zu verkümmern, letztlich im Zynismus zu enden“!

    1. Ich glaube nicht, daß Bentham Insasse des von ihm erfundenen „Panopticons“ hätte sein wollen. Weder als Strafgefangener eines danach designten Gefängnisses, noch als Arbeiter eines Großraumbüros oder einer Fabrik. Er hätte sicher in der Position des Überwachers sitzen wollen…..

  4. Was könnte man über einen Menschen sagen, der ein dickes Buch zum Thema „Opportunismus in der Geschichte der Philosophie und Kunst“ schreibt?
    Ja, ganau.
    Er tanzt einen dreifachen Rötzinger.

  5. In meinen Augen ist das Interview – intellektuelle Selbsbefriedigung: Man schafft sich einen eigenen Kosmos aus Begriffen und hofft, das so gesponnene Netz sei der Realität angenehm.
    Statt umgekehrt, erst beobachten, dann Schlüsse ziehen, dann die Theorie bilden – und wieder zurück, schen, ob das Modell stimmt.. Die beiden stehen leider auf dem Kopf, Füsse in der Luft.
    Geärgert hat mich allerdings die Bentham Persiflage und das blödsinnige Icon-Gerede – wird ihm weder gerecht noch ungerecht, einfach bloß ignorant.
    Das ganze Interview: Ein Rauswerfer.

    1. Der Routard denkt ans Wichsen, wie üblich. Nur bei Bentham – der heilige Routier bewahre – da denkt er nie nich‘ dran.

      Aber weil ich schon mal hier bin und dies hier:

      … erst beobachten, dann Schlüsse ziehen, dann die Theorie bilden …

      auch der eine oder andere sich dazu denken mag:
      Wenn du ein wertendes Attribut wie „radikal“, „opportunistisch“, oder von mir aus auch „onanistisch“ erst prädikatierst und darauf substantivierst, „Radikaler / Radikalismus“, „Opportunist / Opportunismus“, „Wichser / Onanismus“ (btw: für den Freud der „Hysteriestudien“ waren alle Neurotiker Wichser), dann treibst du Charakterbashing, bestenfalls „Charakterkunde“.
      Nun ist historische Charakterkunde tat-sächlich ein oft, sehr oft, schwer verzichtbares Instrument der Textanalyse, wenn der Leser keinen tauglich breiten Zugang zum kulturellen Substrat hat, aus dem ein Text gewachsen ist. Doch dann ist der Gegenstand halt immer noch der jeweilige Text und nicht historische Charakterkunde. Geht einer zu Letzterer über und verbreitert sie über die schriftliche Texttradition, wird aus der Veranstaltung
      endzeitliche Charakterkunde. Dann wird aus „heidnisch“ der „Heide“ und das Heidentum, aus „häretisch“ der Häretiker und Ketzerei. Und wenn es partout nicht klerikal sein soll, dann wird aus „radikal“ … smarter Libertarismus.

      Und diese belletristische Manier zu „philosophieren“, ist als eine intellektuelle Tour ziemlich genau 80 Jahre alt, würde ich denken. Es ist der „smarte“ Umgang amerikanischer Literaten mit der europäischen Kulturtradition, die sie mit dem Zweck beliehen haben, sowas wie eine „amerikanische Nationalkultur“, und natürlich einen renommierten Platz für sich in ihr auszuheben, und sie schwappte umgehend zurück ins Abendland. Nicht zufällig übrigens vornehmlich nach Frankreich, aber das ist eine separate Geschicht‘.
      Der letzte amerikanische … na, sagen wir Denker, den ich gelesen habe (und das mit Begeisterung), der sich dieser Modeerscheinung verschlossen hat, war Gregory Bateson. Und die philosophischen Ausflüge Feynmans sind gewiss auch dazu zu zählen. Diejenigen, die ich ignoriert habe, mögen mir verzeihen.

      1. Übrigens. Ich denke, eine Amerikanerin muß schon immens der Suburbian Bourgeoisie verhaftet sein, um Diogenes und Sokrates zu Kandidaten für Radikalinskis zu erheben. Mir fiele da an erster Stelle Pythagoras ein. Aristipippos von Kyrene soll auch einer gewesen sein, aber den habe ich nicht gelesen.
        Aber die Urgestalt tradierten Radikalinskitums ist – wer bitte sonst! – Jesus von Nazareth. Absolut typisch, daß Schaub den nicht in den Vordergrund stellt.

        Und zur Sache selbst: Es mag sowas wie Konstanten in der intellektuellen Physiognomie von konsequenten Abweichlern seit der Antike geben. Den Begriff „intellektuelle Physiognomie“ habe ich übrigens von Plechanov. Wenn es denn sowas geben soll:
        Es sind selbstbestimmte Auftragnehmer der Gesellschaft(en), denen sie entstammen. Sie formulieren sich gewissermaßen ein „Entsendegesetz“ – und an das halten sie sich dann.

  6. Was für ein langweiliges Geschwurbel von Miriam Schaub. Sie redet viel und sagt nichts. Oh Gott was für eine Schande!

    Radikal ist, wenn es an die Wurzel (Radix) geht (dass sie das Wort Radix nicht mal erwähnt ist schon bemerkenswert).

    Was ist radikal?

    Europa auf die Füße stellen und zwar vom Kopf auf die Füße. Deutschland auf die Füße stellen. Weg vom Zentralismus. Weg vom Gigantismus. Kleine Einheiten sind das Ziel. Hin zu einer autonomen, kleinteiligen Wirtschaftsvereinigung mit dem Namen:

    EEG – Europäische Eidgenossenschaft

    „Die neuen Radikalen sind daher die Dezentralisierer, die Föderalisierer, die Regionalisten, die regionalen Nationalisten (im Gegensatz zu den zentralisierenden, expansionistischen und damit nicht-radikalen nationalistische Machtgrößenwahnsinnigen wie sie in allen Ecken der Welt entstehen“
    Leopold Kohr

    Leute, schaut euch die Geschichte Europas der letzten 1000 Jahre an! Geht in die Geschichte rein! Die europäischen Nationen verfügen über eine tief verwurzelte Geschichte und Lebensweise, die ihnen eine nationale Identität verleiht, die immer wieder zum Vorschein kommen kann.

    Radikal ist, wenn es an die Wurzel geht.

    Die Forderungen nach kleinen überschaubaren und damit besser regierbaren Staatsgebilden ist radikal.

    Es gibt schon kleine Staaten:

    Die Schweiz, Österreich, Lichtenstein, Luxemburg, Portugal, Belgien, die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland auch für Kroatien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei, Tschechien, Albanien und Griechenland.

    Schaut Euch die Einwohnerzahlen von den einzelnen Ländern an, wie viel Einwohner hat Dänemark? Antwort von meinem Vater 25 Millionen. Nein wir sind sechs Millionen. Das ist die soziale Größe. Man kann eine Föderation nicht mit ungleichen Teilen verbinden das wird immer scheitern. Weil wir aber große Teile haben wie Deutschland und Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Polen und Rumänien müssen diese aufgeteilt werden zu kleinen Teilen wie der Größe von z.b Dänemarks entsprechen, oder Norwegen oder den Niederlanden okay?
    Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen und Rumänien auch die Ukraine sind für eine Föderation unter gleichen nicht geeignet. Allein aufgrund ihrer Größe. Sie sind die künstlich geschaffenen großen, zu großen Nationalstaaten.

    Es sind die großen und mittelgroßen Nationalstaaten in Europa, die erste im Laufe des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts durch Krieg und Vereinigung entstanden.

    Woraus entstanden sie?

    Sie wurden geformt aus alten, ursprünglichen und eroberten Gebieten, die es eine lange Zeit zuvor schon gab. Diese selbst wurden aber auch aus kleineren Gesellschaften zu größeren Gebilden geschaffen.

    Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen, Brandenburg, Hessen, Hannover, Thüringen, gab es bereits vor der Gründung des ersten deutschen Nationalstaats, dem Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918. Burgund, Normandie, Bretagne Savoyen gab es bereits vor dem Nationalstaat Frankreich.
    Kastilien, Aragon, Katalonien, Asturien, gab es bereits vor der Gründung des Nationalstaats Spanien.

    „Die Nation hatte damals keine Hauptstadt aber das Land war übersät mit Hauptstädten die in kulturellen akademischen Bestrebungen miteinander miteinander wetteiferten, Sie waren eklektisch in ihren Baustilen, die die italienische Renaissance, dass französische Rokoko und das Empire, und die griechische Antike nachahmten, aber einzigartig in ihrer bunten Zahl; und vom wohltätigen Einfluss auf den Form sind der Bürger.“

    Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 1958

    1. Einar von Vielen

      Radikal ist, wenn es an die Wurzel (Radix) geht (dass sie das Wort Radix nicht mal erwähnt ist schon bemerkenswert).

      Textsuche kaputt?

      Mirjam Schaub:
      (…)
      Also wollte ich einen Begriff entwickeln, der selbst an die Wurzeln des Wurzelbegriffs geht, denn Radikalität kommt von Radix, lat. die Wurzel.

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