„Wie findest Du den Krieg?“

Versuch einer Antwort auf die Frage eines Vierzehnjährigen.

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13 Kommentare

  1. schon im 1. Satz geht es los: der angrei-
    fende Staat ist schlecht/böse : ungerecht und repressiv. Nie ist der Angreifer ge –
    recht und gut. Was hat es da ?

  2. Die im ersten Absatz formulierten Prämissen sind grob irreführend, bzw. extrem lückenhaft. Auf dieser Grundlage lässt sich keine vernünftige Diskussion der Frage aufbauen.

  3. Zitat: “ … wie das Beispiel Deutschlands und Frankreichs zeigt. Die beiden Nachbarstaaten waren früher erbitterte Gegner. Sie nannten sich sogar „Erbfeinde“, weil sie glaubten ihre Feindschaft würde für immer weitergehen. Sie führten mehrere schlimme Kriege gegeneinander.“

    Die Absurdität im Ersten Weltkrieg ging soweit, dass es an der deutsch-französischen Grenze Hügel gab, die 50 Mal erorbert wurden, 25 Mal von den Deutschen und dann 25 Mal von den französischen Soldaten (aus dem „Blitzkrieg“ wurde bekanntlich ein Stellungskrieg) und dann hieß es am Ende des Jahres 1918 plötzlich: der Krieg ist aus. Geht nach Hause.

    Das „Unschöne“ an der Geschichte ist, dass von 500 Soldaten auf der französischen Seite des Hügels nur noch 100 Soldaten und von den 500 Soldaten auf der deutschen Seite auch nur noch 100 übrig geblieben sind. Die anderen 800 haben im Namen des Vaterlandes und der „Ehre“ ihr Leben auf dem Schlachtfeld gelassen, verloren Hände, Arme und/oder Beine usw. und konnten nicht mehr kämpfen. Es gab auch Soldaten, die zwar körperlich vollkommen unversehrt waren, aber einen „Dachschaden“ davontrugen (sogenannte „Kriegszitterer“). Heute nennen Mediziner bzw. Psychologen/Psychiater das „Posttraumatische Belastungsstörung“. Diesen Begriff gab es damals allerdings noch nicht. Ich finde „Dachschaden“ zwar etwas abwertend, aber man weiß sofort, was damit gemeint. Die Bezeichnung „Posttraumatische Belastungsstörung“ klingt so abstrakt.

    Eines wird dabei allerdings fast immer unter den Teppich gekehrt. Im Krieg sterben nicht nur viele Menschen und zwar auf beiden Seiten der Front. Es gibt auch Kriegsgewinnler, die von jedem Krieg profitieren und je länger ein Krieg dauert, umso länger profitieren sie davon. Man darf dabei nicht nur an die Waffen und die Munition der Rüstungsindustrie denken (Panzer, Handgranaten, Tellerminen, Maschinengewehre, Gewehrkugeln usw.). Im Ersten Weltkrieg wurden Tonnen von Stacheldraht verbaut, dieser Stacheldraht muss auch von einer Firma oder mehreren Firmen produziert worden sein.

    Niemand wird nüchtern und bei Lichte betrachtet bestreiten, dass man eine Armee braucht, die das eigene Land verteidigen kann. Das, was gerade in Europa und vor allem Deutschland (mit rund 83,5 Mio. Einwohnern) geschieht, hat aber überhaupt nichts mehr mit Verteidigung zu tun. Wenn es nach Friedrich Merz (von der CDU) und Boris Pistorius (von der SPD) geht, dann soll die Bundeswehr, was die Bewaffnung mit konventionellen Waffen angeht, zur viertgrößten Armee der Welt hochgerüstet werden. Das hat nichts mehr mit Verstand, Vernunft und Verteidigungsbereitschaft zu tun. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum der amtierende „Verteidigungsminister“ und die Mainstream-Propanganda-Medien nicht von Verteidigungsbereitschaft, sondern immer wieder von „Kriegstüchtigkeit“ sprechen.

  4. O Gott, was ist das denn hier nun wieder? Ein Plädoyer für Kriegstüchtigkeit in einfacher Sprache?

    Verliert Overton jegliches Maß?

  5. Motivierende Aufklährung für 14. jährige geht heute so:

    Natürlich ist es das wert, wenn ihr euer Leben für BlackRock gebt. Als arbeitslose Bürgergeldempfänger werdet ihr ohnehin dankbar sein für 3. Mahlzeiten bei der Bundeswehr.

  6. Menschen zu zwingen, Krieg zu führen, ist eines der übelsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann. Ich meine die Allgemeine Wehrpflicht damit. In der Ukraine besteht Wehrpflicht. Die darunter fallen, versuchen zu fliehen. Man sollte den Menschen selbst überlassen, ob sie Krieg führen wollen. Russland führt den Ukrainekrieg mit Söldnern, obwohl eine allgemeine Wehrpflicht besteht. Das sind Leute, die es für Geld tun. Egal was man davon hält, das ist dort jedermanns eigene Sache, sein Leben im Krieg zu riskieren. Die USA führen seit 1973 ebenfalls mit Söldnerheeren Krieg. Es besteht aber eine allgemeine Registrierpflicht für den „Notfall“. Ich fragte mal einen Söldner, der in Afghanistan war, ob er ein schlechtes Gewissen habe. Er meinte, weshalb solle er, der Gegner wolle ihn ja auch umbringen. Söldner betrachten Krieg als eine Art Spiel. Aber durch den Krieg werden überwiegend Zivilisten getötet. Ein Verbrechen ist das so oder so.
    Die Haussa-Staaten im Sudangürtel Westafrikas, die zwischen dem Nigerfluss und dem Tschadsee lagen, führten ständig Krieg gegeneinander um Sklaven zu erbeuten, die sie an Sklavenhändler verkauften, die die Sklaven in die islamischen Länder oder nach Amerika verkauften. Das ist die Extremform von Krieg. Wer nicht mitmachte wurde verkauft.
    Heutzutage gibt es drei Möglichkeiten, sich dem Soldatendienst zu entziehen, je nach System,
    keinen Söldnerdienst antreten, den Kriegsdienst zu verweigern, wenn Wehrpflicht besteht, wo das nicht geht, zu fliehen oder Gefängnis auf sich zu nehmen. Ich meine, das ist alles besser, als in den Krieg zu ziehen.

    1. Der deutsche Generalstab verwendete traditionell bei seinen taktischen Zeichen immer blau für die eigenen und rot für die feindlichen Truppen und Stellungen, manchmal noch grün für Verbündete!
      Deswegen waren die Russen in beiden Weltkriegen immer die „Roten“…..
      nur so als kleine Anmerkung…

  7. Staaten sind letztlich historische Konstrukte und nichts, was natugegebenermassen über dem eigenen Ich steht. Solange letzteres oder das von Angehörigen also nicht gefährdet ist, was – in der Regel und insbesondere angesichts von Auswanderungsmöglichkeiten – praktisch nie der Fall ist, ist es nicht rational es zu gefährden.

  8. Das Nutzererlebnis ist ja eher nicht so bei Krieg.
    Ich würd mal sagen auf einer Skala von Null bis fünf, minus 1,5.
    Ist ja auch schlecht für den Frieden.
    Damit einher geht, das man sich auch nicht so Sorgen um Rente und so was machen muss. Ein bisschen Verarmung zu der so schon vorhandenen Entreicherung ist da ja nur konsequent.
    Es ist dabei ja auch recht egal ob man nun Zivilist oder Militär ist.
    Anders scheinen das mehrheitlich nur ein kleiner Teil der Gesellschaft zu sehen. Exemplarisch wären da Leser der Seite augengeradeaus.net. Die lieben so was. Die mangelnde Begeisterung unserer Jugend für Selbstaufopferung, Langeweile, Ausplünderung der Zivilgesellschaft, Matsch und Blut, sowie das Entstehen einer neuen Verweigerungskultur stößt da auf extremes Unverständnis. Dafür können die sich dort sehr für Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung des neuen Patriotismus und von Sondervermögen begeistern.
    Die Willi Brandt Partei kann es irgendwie auch nicht fassen, das das nicht die Begeisterung auslöst und sich in fulminante Wahlsiege umwandeln läßt.

  9. Freiheit, Recht und Demokratie sind nichts als dumme Slogans, erfunden von denen die dich auszubeuten suchen. Wenn du diese Slogans so oder so ähnlich hörst, weißt du, dass sie bald auch deine Knochen fordern. Geh ihnen aus dem Weg, renne so schnell du kannst.
    Solltest du in einem Land ankommen, das dir deinen Raum gibt und du mit den Menschen dort eine große Verbundenheit verspürst und du denkst, dieses zu erhalten wäre mir ein Opfer wert, vielleicht weil du dort deine Familie hast und alle glücklich sind, so wie sie leben. Ein Leben ohne Ausbeutung wahrscheinlich. Dann entscheide dich, ob du eine Waffe in die Hand nehmen würdest. Leichte Waffen, Manpads. Sprengstoff und Zünder für Angriffe aus dem Hinterhalt.
    Ein solidarischer Kampf, aussichtsreich auch gegen den stärksten Aggressor. Und vielleicht würde er überhaupt nicht angreifen, auch wenn das Leben an deinem Ort massiv gegen das verstößt, was er diktieren möchte, weil er gelernt hat, dass diese Form der Solidarität nicht zu besiegen ist.

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