To be or NATO be

Jodeldiplomatie

Deutschlands Verwicklung in unzählige Kriege, die hauptsächlich den geopolitischen Interessen der USA dienen, hat uns in eine Spirale der Gewalt geführt.

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21 Kommentare

  1. Das läuft bekanntlich in Deutschland unter dem Titel: „staatlich zertifizierte Konsenskritik“. Von der (gebildteen) bürgerlichen Mittelschicht gemacht als Unterhaltung, Bespassung und Ablenkung von der Realpolitik für die (gebildete) bürgerliche Mittelschicht im Dienste des bürgerlichen Staates. Die moderne Interpretation der klassischen Figur des beruflichen „Hofnarren“ vom Mittelalter bis in die Neuzeit an europäischen Fürstenhöfen und Königshäusern zur Verlustigung des Pöbels, damit die Guillotinen im Keller rosten. Schon damals unterschied man zwischen „natürlichen Hofnarren“ -kleinwüchsig. oft geistig eingeschräkt- und vom Hof „lizensierten Narren“ als professionelle Spassmacher -oft intelligent und gebildet. Arnulf Rating ordne ich der zweiten Kategorie der „staatlich lizensierten Hofnarren“ zu.

  2. Cooler Text. Klasse!

    Mein Senf dazu? Die Schweizer sind „nur“ die Bänker, die die Kriege finanzieren und daran verdienen… Und erst kürzlich hat die UBS darauf gedrängt es langsam mal bleiben zu lassen nach alten Vermögen mit NS-Bezug Ausschau zu halten. Die Geschichte soll langsam wirklich mal unterm Teppich verschwinden. Die deutsche Justiz weiß wie sowas geht: wer die Geschichte als mahnendes Beispiel heranzieht, gilt als Verharmloser der NS-Verbrechen. Sie als „Fliegenschiss der Geschichte“ (Gauland) zu bezeichnen, geht hingegen klar. Das impliziert ja geradezu: „och komm, da hinten ist der Teppich, schieb es langsam mal darunter“.

    Ne… Neutralität ist schon gut. Eigentlich sollte sich jedes Land für neutral erklären. Krieg sollte, nein muss langsam mal geächtet werden, wenn der Mensch doch endlich mal von sich behaupten möchte er mache zivilisatorische Fortschritte. Politiker, Medienschaffende etc., die das anders sehen und sich dafür auch noch öffentlich oder sonstwie einsetzen, gehören meiner Meinung nach in den Knast.

  3. Ja, das ist gelungener Galgenhumor. Wenn der von Übersee mit einigen europäischen Handlangern errrichtete Galgen dann mal seine Aufgaben erfüllt hat, kommt bestimmt ein neuer Marshallplan und dann geht es wieder aufwärts. Es kann natürlich sein, dass der neue Marshallplan wegen der Zeitenwende dann auch aus einer anderen Richtung kommen wird, in Afrika weiß man offenbar schon die Unterschiede zwischen Hilfen aus Fernwest und Fernost zu schätzen.

    1. Im Großen und Ganzen einverstanden. Aber auch hier wieder der leidige Marshallplan. ist nicht tot zu kriegen.
      Nochmal der Hinweis auf „Unser Wirtschaftswunder“ von Christoph Weber, müsste noch abrufbar sein. Der räumt mit den Legenden Marshallplan, Erhard, Trümmerfrauen und anderen eigentlich gründlich auf.

      1. OK, aber zumindest hat der Mashallplan nicht so gewirkt wie die Reparationszahlungen der Ostdeutschen an die Sowjetunion, er war dann schon eher hilfreich, und die industrielle Basis war in Westdeutschland nach dem Krieg auch größer. Mal sehen, wie es nach dem nächsten Absturz neu losgeht.

  4. „Wir müssten nur noch Jodeln üben. Das ist anerkanntes Schweizer Weltkulturerbe. “
    Wir (Bayern) können das schon, googeln Sie einfach
    Fredl Fesl Königsjodler (oder Preiss’n-Jodler oder – mit Abstrichen – Anlass-Jodler.
    Vielleicht müssen wir dann auch gar nicht der Schweiz beitreten, sondern machen einfach was Eigenes…

  5. Dann nehmen wir die Niederlande noch mit in die Vereinigung und dann haben wir ein Band von neutralen Staaten mitten in Europa. Wer weiß, vielleicht bekommen Dänemark und Schweden dann Lust, sich daran zu beteiligen. Belgien wäre auch willkommen. Was die anderen Staaten so tun, kann und dann egal sein.

  6. Wow, Arnulf Rating, eines der letzten aufrechten Kabarett-Urgesteine, die nicht zu System-Hofschranzen mutiert sind, bei Overton, fettes Double-Lovelike!!!

  7. Zitat aus dem Artikel: „Politiker reden ja immer davon, dass sie die Menschen mitnehmen wollen.“

    Das ist typisches Politiker Bla-Bla. Denn ich glaube nicht, dass Politiker an die Front marschieren.

  8. Frisch geklaut vom alten Brecht, Berthold:

    Maßnahmen gegen die Gewalt
    Als Herr Keuner, der Denkende, sich in einem Saale vor vielen
    gegen die Gewalt aussprach, merkte er, wie die Leute vor ihm
    zurückwichen und weggingen. Er blickte sich um und sah hinter
    sich stehen – die Gewalt.
    „Was sagtest du?“ fragte ihn die Gewalt.
    „Ich sprach mich für die Gewalt aus“, antwortete Herr Keuner.
    Als Herr Keuner weggegangen war, fragten ihn seine Schüler
    nach seinem Rückgrat. Herr Keuner antwortete: „Ich habe kein
    Rückgrat zum Zerschlagen. Gerade ich muß länger leben als
    die Gewalt.“
    Und Herr Keuner erzählte folgende Geschichte:
    In die Wohnung des Herrn Egge, der gelernt hatte, nein zu
    sagen, kam eines Tages in der Zeit der Illegalität ein Agent, der
    zeigte einen Schein vor, welcher ausgestellt war im Namen
    derer, die die Stadt beherrschten, und auf dem stand, daß ihm
    gehören solle jede Wohnung, in die er seinen Fuß setzte;
    ebenso sollte ihm auch jedes Essen gehören, das er verlange;
    ebenso sollte ihm auch jeder Mann dienen, den er sähe.
    Der Agent setzte sich in einen Stuhl, verlangte Essen, wusch
    sich, legte sich nieder und fragte mit dem Gesicht zur Wand vor
    dem Einschlafen: „Wirst du mir dienen?“
    Herr Egge deckte ihn mit einer Decke zu, vertrieb die Fliegen,
    bewachte seinen Schlaf, und wie an diesem Tage gehorchte er
    ihm sieben Jahre lang. Aber was immer er für ihn tat, eines zu
    tun hütete er sich wohl: das war, ein Wort zu sagen. Als nun die
    sieben Jahre herum waren und der Agent dick geworden war
    vom vielen Essen, Schlafen und Befehlen, starb der Agent. Da
    wickelte ihn Herr Egge in die verdorbene Decke, schleifte ihn
    aus dem Haus, wusch das Lager, tünchte die Wände, atmete
    auf und antwortete: „Nein.“

  9. Geht so.
    Ein paar (mehr oder weniger gelungene) Wortspiele, die üblichen platten Veganer-‚Witze‘ und Prenzlauer Berg-Klischees
    machen noch keinen guten Text. Da fand ich den – in einem anderen Kommentar erwähnten – von Martin Sonnenborn deutlich besser. Aber gut, die Geschmäcker sind halt verschieden…

  10. „Das westliche Verteidigungsbündnis aber blieb bestehen. Warum?“ Weil es nie ein Verteidigungsbündnis war. Weil in diesem Idiotensystem zuviel niemals genug ist. Weil man da weiter machte wo man 1945 gezwungen war aufzuhören.
    Und weil genügend Wasserträger und Speichellecker der tatsächlichen Nutznießer, bemäntelt auch gerne mit Fehlbezeichnungen und unter falschem Vorwand für die Fortsetzung des Stückes sorgen.

    Und noch etwas werden die bürgerlichen Friedenszwerge nie begreifen bzw. nie begreifen wollen. Der Krieg ist die Fortsetzung des kapitalistischen Alltags mit anderen Mitteln.

    Samstag, 02. März 2019, 15:57 Uhr
    ~5 Minuten Lesezeit
    Marktgerechter Frieden
    Der Neoliberalismus hat die Friedensforschung entpolitisiert und sie den Gesetzen der Rentabilität unterworfen.
    von Werner Ruf

    Die Friedensforschung, einst beliebtes Forschungsgebiet von Akademikern, die auch in der Friedensbewegung aktiv waren, hat sich im Laufe der Jahre von der politischen Bewegung abgespalten. Dies ist symptomatisch für eine Wissenschaft, die sich an das herrschende Dogma des Wettbewerbs anpasst.

    In ihrer Gründungsphase definierte die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) auf einer Tagung in Berlin-Wannsee am 24. und 25. April 1971 ihr Selbstverständnis folgendermaßen:

    „Kritische Friedensforscher/innen lehnen eine am Status quo orientierte Befriedungsforschung ab. … Kritische Friedensforscher/innen begreifen sich als wissenschaftliche Parteigänger von Menschen, die durch die ungleiche Verteilung sozialer und ökonomischer Lebenschancen in und zwischen Nationen, das heißt durch strukturelle Gewalt, betroffen sind: von Ausgebeuteten, von sozial Diskriminierten und von unmittelbar in ihrer physischen Existenz Bedrohten“ (1).

    Wird Friedensforschung konsequent gedacht, kann sie sich nicht auf Kriege in Form zwischenstaatlicher bewaffneter Auseinandersetzung beschränken, sondern sie muss die Frage nach dem Ursprung und den Ursachen von Gewalt stellen. Forschungsgegenstand werden dann alle Formen struktureller Gewalt, wie Johan Galtung sie versteht, ebenso — als Gegenmodell zum gewaltförmigen Widerstand — Formen der Gewaltfreiheit, wie Gandhi sie praktizierte.

    – Bis gegen Ende der 1980er Jahre verstanden sich weite Teile der Friedensforschung als wissenschaftlicher Arm der Friedensbewegung und sahen es (auch) als ihre Aufgabe, die Anliegen der Friedensbewegung durch wissenschaftliche Expertise zu unterfüttern. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagierten sich in der Friedensbewegung. Die AFK und ihr Vorstand bezogen regelmäßig öffentlich politische Positionen und gaben Erklärungen zu aktuellen Konflikten ab. Ab Ende der 1980er Jahre veränderte eine Vielzahl von Faktoren die politischen Rahmenbedingungen der Friedensforschung in Deutschland:

    – Während ihrer Konstituierung hatte sich die Friedensforschung eine eigene und selbst verwaltete Finanzierung durch die Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung, DGFK, erkämpft, die vom Bund und den Ländern alimentiert wurde. Der Ausstieg der Länder Bayern und Baden-Württemberg führte schließlich zur Übertragung der Förderung an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, deren Kriterien für die Förderung von Projekten auf schrumpfender finanzieller Basis hinfort gültig waren. Die Selbstbestimmung der Förderung innerhalb der Disziplin war damit beendet. Die politischen Kräfteverhältnisse veränderten sich, markiert durch die unter konservativem und neoliberalem Vorzeichen vollzogene deutsche Vereinigung. Diese ideologische Wende hatte sich bereits angekündigt in der Regierungsübernahme durch die CDU, sie kulminierte in Wandlungsprozessen innerhalb der SPD, die insbesondere Kanzler Gerhard Schröder symbolisierte, der gemeinsam mit dem grünen Außenminister Joschka Fischer Deutschland 1999 in seinen ersten und dazu noch völkerrechtswidrigen Krieg führte.
    (…)
    – Ein besonderes strukturelles Problem für die Friedensforschung war und ist, dass sie sich nur an wenigen Universitäten in Form von anerkannten Studiengängen etablieren konnte — womit noch nichts über die Inhalte der Curricula gesagt ist! Friedensforschung existierte an den Universitäten daher vor allem in der Rechtsform der „An-Institute“, heißt: Sie sind an Universitäten angegliedert, erhalten aber keine Mittel aus deren Etat, müssen also für ihre Finanzierung selbst sorgen.
    (…)
    Die hier skizzierte Entwicklung der Friedensforschung hat durchaus paradigmatischen Charakter und gilt cum grano salis zumindest auch für die Sozial- und Kulturwissenschaften im Allgemeinen:

    Die Einführung marktwirtschaftlicher Prinzipien an den Hochschulen, in der Forschung und erst recht an den Instituten hat die Wissenschaft nachhaltig verändert, ihre — auch kritische — Unabhängigkeit in Frage gestellt. Heute erhält Wissenschaft Ansehen, wenn sie am Markt erfolgreich ist, den jene beherrschen, die über finanzielle Mittel zur Erstellung von Expertisen verfügen.

    https://web.archive.org/web/20190723230150/https://www.rubikon.news/artikel/marktgerechter-frieden

    Ach und wo waren denn die meisten der jetzt ach so Besorgten als unter den Beauftragten Breuer und Holtherm hier die Umstrukturierungsmaßnahmen begannen? Nebenbei erwähnt, mit der Umschichtung der Rentenmittel hatte man dabei zuerst begonnen.

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