
Kann es Bewusstsein nur in biologischen Gehirnen geben?
Aktuell ist, ob Bewusstsein auch auf Chips entstehen kann oder gebunden ist an Neuronen biologischer Gehirne. Philosophen argumentieren, dass Bewusstsein im Universum auch auf ganz anderen Substraten entstanden sein müsste, Bewusstsein sei substanzflexibel.

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Man sollte nicht vergessen, dass auch die Softwarethese (der ich selber anhänge) unbewiesen ist. Wie es zu Bewusstsein kommt, ist unklar. Insofern ist offen, ob Bewusstsein tatsächlich im ZSN (“im Gehirn”) entsteht – und vor allem, wie genau.
Es gibt auch andere Theorien, z.B., dass das Bewusstsein a priori im Universum da ist, und sich in lebenden Individuen ausprägt. Auch das ist unbelegt, genau wie die Softwarethese.
Der Ghost in the Shell ist also nur eine Annahme (wenn auch eine plausible).
Interessant. Ich vermute mal, dass die Motivation für diese Überlegungen Systeme künstlicher Intelligenz sind, denen man irgendeine Form von Bewusstsein zusprechen möchte. Ein Wille, der sich aus den demiurgischen Tendenzen der heutigen Kultur speist, die nicht nach Atheismus strebt, vielmehr selbst göttlichen Status erlangen möchte.
Mit dem materialistischen Ansatz gehe ich einig, der kartesianische Dualismus ist unsinnig. Und ob das uns mittlerweile einigermassen bekannte biochemische das einzig mögliche Bewusstseinssubstrat ist, ist in der Tat eher unwahrscheinlich. Allerdings zweifle ich daran, dass wir, als Menschheit, je eine Chance haben, andere Möglichkeiten zu entdecken. Unsere Mikroelektronik ist wohl keine, das bewusstseinartige Verhalten von KIs ein rein simuliertes.
Das Thema ist doch uralt und es gibt seit den populären Büchern aus den 80ern keine neue Erkenntnis dazu.
Ausser dass sich bevorzugt Philosophieprofs aus der dritten Reihe dazu äußern die weder definieren was mit Bewusstsein überhaupt gemeint ist, noch viel Ahnung von Signalverarbeitung haben.
Da Bewusstsein sich stets wandelnde selbstwahrnehmende Illusion ist, ist sie weder „auf“ dem Chip noch „im“ Gehirn lokalisierbar, sondern besteht im Reich der Ideen.
Das Bewusstsein kann nicht einmal beweisen dass der Chip oder das Hirn existieren.
Vergleichen kann man das mit dem Sinn eines Wortes auf dem Bildschirm.
Man kann das Wort auch auf eine Tafel schreiben, doch weder auf der Tafel noch im Lichtmuster des Schirms wird man die Bedeutung des Wortes finden, ganz gleich auf welcher Ebene man diese Untersucht.
Auch im Hirn des Lesenden wird man ihn nicht finden ganz gleich in wie dünne Scheibchen es man zertrennt.
Wir wissen nicht, was Bewusstsein ist, was es bedingt und ab wann wir bei einem Menschen von Bewusstsein sprechen können. Wir wissen nicht, ob andere höhere Lebewesen, Primaten aber auch Vögel wie Raben, über ein Bewusstsein verfügen. Wir vermuten es aufgrund von Spiegelexperimenten.
Sicher ist auch die Frage des Bewusstseins ist eine Frage der Neurowissenschaften und keine der Philosophie.
Wer sich als Philosoph über ein solches Thema mit deklaratorischer Absicht äußert, der schwafelt. Das ist das Raunen im dunklen Zimmer, die Dumpfheit, die sich als Tiefe des Denkens ausgibt.
Es gilt der Satz Wittgensteins: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“
Schweigen bedeutet weder Zustimmung noch Negation. Wir wissen schlicht und einfach „noch“ nicht, was Bewusstsein ist. Und wir haben gleichzeitig die Versuchung, aus dem Missverständnis und im deutschsprachigen Raum aus der Fehlübersetzung des Begriffes „Intelligence“ mehr und anderes zu machen, als da ist.
Schon Joseph Weizenbaum war 1966 darüber entsetzt, wie die Menschen auf ELIZA – ein Programm zur Verarbeitung natürlicher Sprache – reagierten, wie sie dem Programm menschenähnliche Qualitäten zuschrieben.
Bewusstsein und Intelligenz sind Ausdruck hochkomplexer, uns noch nicht verständlicher biochemischer Interaktion und vielleicht noch anderer Prozesse.
Das andere ist die Umsetzung komplexer Algorithmen durch Software.
Es wird nicht besser, wenn jemand versucht, das auf eine kosmologische Ebene hochzuskalieren.