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Muss der Kapitalismus weg?

Der Kapitalismus ist's: Diese vorschnelle »Einschätzung« zeigt oft einen eklatanten Mangel an Kenntnis.

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16 Kommentare

  1. Ohne Kapitalismus wären die meisten Leser und Kommentarschreiber hier schon tot, weil sie irgendwann mal ein Antibiotikum oder eine komplizierte Krankenhausbehandlung brauchten, ohne die es nicht weitergegangen wäre. Mich eingeschlossen.

    1. Also im Moment sorgt der Kapitalismus dafür, dass praktisch gar keine neuen Antibiotika mehr entwickelt werden. Da muss mal wieder der Staat einspringen.

      Ansonsten. Hier die Stärken des Gesundheitssystems in Kuba, von KI zusammengefasst:

      — Universeller Zugang: Medizinische Versorgung ist für die Bevölkerung grundsätzlich kostenlos.

      — Starke Primärversorgung: Kuba setzt seit Jahrzehnten auf Hausärzte und Prävention. Viele Menschen haben einen festen Arzt in ihrer Nachbarschaft, der regelmäßige Vorsorge betreibt.

      — Gute Gesundheitsindikatoren: Kuba erreicht trotz begrenzter wirtschaftlicher Ressourcen eine hohe Lebenserwartung (rund auf dem Niveau vieler Industrieländer) und eine niedrige Kindersterblichkeit.

      — Hohe Ärztedichte: Kuba bildet viele Ärzte aus und entsendet sie im Rahmen internationaler Programme in andere Länder.

      Natürlich hat das Gesundheitssystem von Kuba auch Schwächen, aber die haben fast alle mit der Blockade Kubas durch die USA und Andere zu tun.

      1. Es ist immer wieder erfreulich, dass in diesem Forum der Hang zur Satire und zum Humor recht ausgepägt ist.
        In Ihrem Beitrag ist die Satire allerdings gut versteckt, dafür gebührt Ihnen Anerkennung…

  2. „Marx sah im Kapitalismus noch die notwendige Vorstufe zu einer kapitalistischen Gesellschaft“

    Da scheint etwas nicht zu stimmen!

    1. Übersicht mit Google KI
      Nach der marxistischen Theorie ist der Kapitalismus nicht nur die ökonomische Vorstufe, sondern die notwendige historische Voraussetzung für eine kommunistische Gesellschaft

      1. Ich kann nur dringend davor warnen KI für die Recherche zu benutzen..

        Manchmal teste Ich KI (aus beruflichem Interesse) so neulich mal wieder weil Ich etwas für einen Artikel Recherchiert hatte. Im Grunde hatte Ich also schon meine Antworten wollte aber mal zum Test sehen was die KI dazu sagt.

        Also fragte Ich die Ki nach einem ganz bestimmten Sachverhalt und bat sie unter anderem einen Artikel als Quelle zu nehmen. Daraufhin erzählte mir die KI im Brustton der Überzeugung völlig falsche Dinge weil der Artikel genau diese Fakten nicht beleuchtet hatte. Danach stellte Ich der KI die gleiche Frage aber mit einem anderen Artikel als Quelle. Und die Ki erzählte mir dann genau das Gegenteil der ersten Antwort aber genauso mit voller Überzeugung..

        Hätte Ich nicht von vorneherein selber gesucht und mir ein korrektes Bild gemacht, dann hätte mir die KI eine völlig falsche Antwort gegeben, und das mit voller Überzeugung..

        Das bringt mich zu der Ansicht, dass Ki für die Wissensbildung absolut Wertlos, ja sogar kontraproduktiv ist.

        Fragen Sie die KI doch mal wie die vormittelaterlichen Dorfgemeinschaften, welche ja grundlegend kommunistisch (oder familiär) organisiert waren, auf diese Antwort passen. Denn damals gab es noch gar keinen Kapitalismus der als Vorstufe hätte dienen können. Wundern Sie sich nicht wenn die KI dann etwas völlig anderes erzählt, das ist kein Fehler sonder per Design..

        Mit KI Antworten macht man sich leider oft ziemlich lächerlich, selber studieren macht hingegen schlau..

        Mfg Makrovir

  3. Autor: “Wer schnell den Kapitalismus auf eine solche Weise ins Spiel bringt, hat einen Schuldigen gefunden, bevor die eigentliche Betrachtung beginnt.“

    Da ist was dran. Es hat vielleicht auch ein wenig damit zu tun, dass das Gut-Böse-Denken (Dichotomie) im christlich-liberalen Westen tief verankert ist. Davon können sich natürlich auch die diversen Linken nicht befreien, sie sind ja Kinder des christlich-liberalen Westens. Und um Marx zu verstehen ist, ist dialektischen Denken vonnöten, was im Westen nicht gelernt wird. Da wird wieder zunehmend auf Moral und Ideologie wert gelegt, also auf feststehende Dogmen. Und da passt natürlich „Kapitalismus gleich Böse“ wie die Faust auf’s Auge.

  4. Also Kapitalismus ist gar nicht so schlecht, weil es ja auch früher Kriege gab?

    Ich liebe ja Vereinfachungen, weil die Komplexität wirklich störend ist bzw. deswegen ja auch künstlich von Anwalt-Teams in Kompaniestärke bei jedem Unternehmen aufgebaut wird, um nicht mehr durchzusteigen.

    Aber das ist wirklich unterkomplex gedacht.

    Dann abstrahieren wir hier und konzentrieren uns auf die Besitzverhältnisse. Ob dem Fugger, dem König, dem Müller …
    Wer besitzt, der bestimmt.

    Grundwiderspruch des Kapitalismus:
    Gesamtgesellschaftliche Produktion und privatkapitalistische Aneignung

    Gewinne werde privatisiert, Verluste werden vergesellschaftet.

    Es gibt leider keine einfache Lösung. Am Ende des Buches „Hegemonie oder Untergang“ zeigt Mausfeld auf was passieren muss um etwas zu ändern. (Spoileralarm: Es ist ernüchternd, was an Alternative machbar ist)

  5. Danke für diesen tollen Artikel. Richtig, Marx war ein Philosoph und Erklärer, und kein Forderer der Abschaffung des Kapitalismus. Spannend dabei auch die russische Revolution die mit vermeintlich marxiatische Ideologie den Kapitalismus überwinden wollte. Damals gab es in der russischen Gesellschaft etwa 3% klassische Proletarier. Das hatte Marx etwas anders beschrieben, eher ein natürlicher Übergang nach dem das Proltariat die Mehrheit ist und die Produktionsmittel besitzt. Der Artikel kommt auch von der Stimmung her gut rüber, ohne dieses „ich weis alles“.
    Ich hatte mal für mich den Kaptalismus so definiert, dass es die realistischte Abbildung menschlichem Verhaltens ist. Dazu sagte mir ein Freund, das sei Ihm deutlich zu düster, wir Menschen könnten höherwertige Ideal haben und diese Phase überwinden. Das halte ich für möglich, aber ziemlich weit weg. Der Weg dort hin scheint mir klar, wenn im Survival of the Fittest erkannt wird, das der Kooperationsfähige der Fitte ist, und dieser auch entsprechendes Ansehen geniesst, im Gegensatz zu dem Besitzenden.

    1. Nun ja, stelle einfach mal die Bücher „Freiheit statt Kapitalismus“ und „Reichtum ohne Gier“ von Sahra Wagenknecht gegen den Artikel. Auf A…. gibt es sehr viele gute Rezensionen dazu und hier eine Buchbesprechung mit SW aus einer Zeit, als der ÖRR noch halbwegs brauchbar war. Dauert zwar fast eine Stunde, ist aber sehr informativ und auch kurzweilig.

      https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=924&pnr=&tbl=pf

      Übrigens, wer sich das Wahlprogramm des BSW genau anschaut, findet darin Ansätze unser Wirtschaftssystem in die geschilderte Richtung umzubauen. Das gute an dem System ist, dass es keine Revolution braucht, dass man es evolutionär einführen kann.

  6. Dennoch bleibt die Kritik am Kapitalismus zweifelsohne notwendig. Jede Wirtschaftsordnung produziert Machtkonzentrationen, Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und Interessen, die kontrolliert und zumindest eingehegt werden müssen.

    Das ist zweifellos richtig. Nur dass das dem westlichen liberalen Kapitalismus aus seinem Selbstverständnis heraus nicht gelingen kann. Er müsste seine Ideologie ändern und nicht die Freiheit des Kapitals (und des Individuums?) ganz nach vorne stellen. In China scheint die Kontrolle und Einhegung der Kapital-Interessen gelungen, was offensichtlich auch ein Produktivitäts-Fortschritt bedeutet.

    Etwas anderes scheint der Autor aber nicht auf dem Schirm zu haben, was aktuell wieder von außerordentlicher Wichtigkeit ist, nämlich dass liberaler (freier) Kapitalismus zu Imperialismus führt und der wiederum zu Krieg, das haben sowohl Lenin als auch Luxemburg als erste sorgfältig herausgearbeitet – und die Geschichte seitdem immer wieder bewiesen.

  7. Die Zeiten vor dem Kapitalismus waren ja auch durch für Kapitalismus typ. Eigenschaften gezeichnet. Das System, daß grundsätzlich auf Gewaltherrschaft weniger über viele beruht, funktionierte auf ähnliche Weise wie der Kapitalismus.
    Statt Regierungen gab es Könige etc. – statt Lohnarbeiter gab es die Sklaven, Leibeigene usw.
    Es gab Königreiche, Grafschaften usw. – heute ersetzt durch die Nationalstaaten. Es gab und gibt die wenigen „Gewinner“ und die breite Masse an „Verlierern“.

    Kapitalismus und Nationalstaaterei ergeben zusammen den tödlichen Mix, der heutzutage prägend für dass Zeitgeschehen ist. Konkurrenz der Nationalstaaten (früher Königreiche etc.), führt zwangsläufig immer wieder zu tödl. Auseinandersetzungen, profitorientierte Produktion führt zwangsläufig immer zu Ausbeutung und Unterdrückung. Ja -auch die derzeitige „Lohnarbeit“, selbst wenn das dort verdiente Einkommen für ein halbwegs auskömmliches Leben reicht, beruht auf Ausbeutung und Unterdrückung. Früher mussten sich die Herrscher, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Untertanen zu erhalten, noch selbst um das leibl. Wohl ihrer Untertanen kümmern. Heutzutage machen das die Untertanen selbst und sorgen damit für noch höhere Gewinne/Vermögen bei den Herrschern.

    Das Gegenmodell ist denkbar einfach und absolut kein Zauberwerk – keine Nationalstaaten, kein Privateigentum von Produktionsmitteln und statt profitorientierter Produktion bedarfsorientierte Produktion. Fertig ist der Lachs.

    Selbstverständlich würde es weiterhin Kriminalität/Straftaten geben. Ob aus Eifersucht, Neid oder anderen persönl. Befindlicheiten. Trotzdem würde es erheblich weniger Kriminalität geben, da etliche Motive ( Sprichwort Armutskriminalität) wegfallen würden.

    Also ich kenne keinen einzigen Linken, der behauptet, vor dem Kapitalismus wäre die Welt besser gewesen. Auch kenne ich keinen Linken der behauptet, kein Kapitalismus=keine Kriminalität. Ich weiß nicht, mit wem Herr Lapuente da angeblich geredet hat, aber sicher nicht mit irgendeiner allgemein unter Linken anerkannten Kapazität/Meinungsführer.

  8. Der Kapitalismus ist über 500 Jahre alt
    und es existierten bereits Vorläufer in der Antike und im späten Mittelalter, womit
    das letzte Drittel des Artikels bereits argumentativ abgeschmiert ist.

    Für die beiden ersten Drittel müssten wir
    zunächst den Neoliberalismus vom Kapitalismus trennen. Eine angebotorientierte Wirtschaftspolitik, aka
    (Neo-)Liberalismus mit Privatisierung, Deregulierung, ( spekulativem Finanz-)Freihandel, Steuersenkungen für Superreiche ist nicht DER Kapitalismus und nicht der „Turbokapitalismus“.
    Das wissen auch die „Verantwortlichen“, sonst würden sie jetzt nicht versuchen
    nachfrageorientiert die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Sie verstehen bloß nicht,
    dass die „Schuldenbremse“ noch immer existiert und nur für Rüstung, Kasernen und Panzerstraßen gen Osten durchlässig ist. So werfen sie eine Milliarde nach der anderen in ein Strohfeuer, statt langfristige in ökonomisch Sinnvolles wie
    Bildung, Dekarbonisierung und soziale Sicherung zu investieren, um hier die sozial-ökologische Kurve zu kriegen.

    Das aber führt jetzt alles zu weit. Der Artikel ist tendentiös und würde zur Widerlegung viel Arbeit und Zeit beanspruchen.

    Was viele „Marxisten“ nicht verstehen möchten, ist die Tatsache, dass man den Übergang von jetzt auf ein System, in dem der Mensch wieder die Hauptrolle spielen soll, im bestehenden System schaffen muss. Es wird keine Schalter von Kapitalismus auf Sozialismus geben, den
    man nur zum besten aller umlegen muss.
    Revolution kommt nicht. Es fehlt das Subjekt der Revolution.

    Marx und Engels sind noch immer klasse.
    Im Land der ehemaligen Dichter und Denker gehörten sie direkt hinter Goethe und Schiller genannt. Marx verstarb, bevor er einen Entwurf von Gesellschaft abliefern konnte. Was alles sollte er sonst noch geleistet haben ? Über seinem Werk steht als Gesamtüberschrift „FREIHEIT“, sonst nichts.

  9. Der Kapitalismus ist über 500 Jahre alt
    und es existierten bereits Vorläufer in der Antike und im späten Mittelalter, womit
    das letzte Drittel des Artikels bereits argumentativ abgeschmiert ist.

    Für die beiden ersten Drittel müssten wir
    zunächst den Neoliberalismus vom Kapitalismus trennen. Eine angebotorientierte Wirtschaftspolitik, aka
    (Neo-)Liberalismus mit Privatisierung, Deregulierung, ( spekulativem Finanz-)Freihandel, Steuersenkungen für Superreiche ist nicht DER Kapitalismus und nicht der „Turbokapitalismus“.
    Das wissen auch die „Verantwortlichen“, sonst würden sie jetzt nicht versuchen
    nachfrageorientiert die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Sie verstehen bloß nicht,
    dass die „Schuldenbremse“ noch immer existiert und nur für Rüstung, Kasernen und Panzerstraßen gen Osten durchlässig ist. So werfen sie eine Milliarde nach der anderen in ein Strohfeuer, statt langfristige in ökonomisch Sinnvolles wie
    Bildung, Dekarbonisierung und soziale Sicherung zu investieren, um hier die sozial-ökologische Kurve zu kriegen.

    Das aber führt jetzt alles zu weit. Der Artikel ist tendentiös und würde zur Widerlegung viel Arbeit und Zeit beanspruchen.

    Was viele „Marxisten“ nicht verstehen möchten, ist die Tatsache, dass man den Übergang von jetzt auf ein System, in dem der Mensch wieder die Hauptrolle spielen soll, im bestehenden System schaffen muss. Es wird keine Schalter von Kapitalismus auf Sozialismus geben, den
    man nur zum besten aller umlegen muss.
    Revolution kommt nicht. Es fehlt das Subjekt der Revolution.

    Marx und Engels sind noch immer klasse.
    Im Land der ehemaligen Dichter und Denker gehörten sie direkt hinter Goethe und Schiller genannt. Marx verstarb, bevor er einen Entwurf von Gesellschaft abliefern
    konnte. Was alles sollte er sonst noch geleistet haben ? Über seinem Werk steht
    als Gesamtüberschrift „FREIHEIT“, sonst nichts.

  10. Mir ist das alles viel zu theoretisch!
    Die Auswirkungen des Kapitalismus kann man in meiner Heimatstadt Gelsenkirchen ausgiebig bewundern!
    -Ist unsere Parteienoligarchie in ihren politischen Handlungen ein Büttel des Kapitals oder ist sie es nicht?
    -Haben wir einen Drehtüreffekt zwischen Politik und Wirtschaft, oder haben wir ihn nicht?
    -Werden die Menschen, die ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen ausgebeutet, oder werden sie es nicht?
    -Gibt es Superreiche, die sich politischen Einfluss kaufen, oder gibt es sie nicht?
    Mit Rüstung, Finanzmärkten, Kriegen usf. fange ich gar nicht erst an!
    Dieses Theoretisieren, was, wieso, weshalb, der olle Marx oder nicht, interessiert mich nicht die Bohne!
    Mich interessiert die Rentnerin, die ich sehen muss, wie sie den Müll durchsucht!
    Die Auswirkung unseres kapitalistischen Systems live und in Farbe!
    43 Berufsjahre in der Alten- und Krankenpflege haben mich die Auswirkungen unseres Systems zur Genüge kennen lernen lassen, bis zum Knochenkotzen!
    Das ist mir Systemkritik genug

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