Von Friedenspolitik zur Kriegspolitik

Die Militarisierung der deutschen Außenpolitik

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15 Kommentare

  1. BERLIN/PARIS/WARSCHAU (Eigener Bericht) – Außenminister Johann Wadephul fordert Frankreich zu Kürzungen „auch im sozialen Bereich“ zugunsten einer massiven Hochrüstung auf. „Bedauerlicherweise“ seien „die Anstrengungen“ der französischen Regierung, Gelder in den Militäretat umzuschichten, „unzureichend“, befindet Wadephul; Paris sei „aufgerufen“, dies zu ändern. Hintergrund der offenen Einmischung in Frankreichs innere Angelegenheiten ist zunehmender Unmut in mehreren Staaten Europas über die krasse deutsche Hochrüstung, die die Bundesrepublik schon in wenigen Jahren zur „militärischen Großmacht“ werden lässt, wie es in einem Beitrag in der US-Zeitschrift Foreign Affairs heißt. Bereits im Herbst wurden etwa in Paris Warnungen laut, gelinge Deutschland der Durchbruch zur Militärmacht, dann werde es in der EU „extrem dominant“ sein. Kürzlich bestätigte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, er spüre in Gesprächen in Frankreich und Polen, dass dort „alte Vorbehalte wieder hochkommen“ – „die Sorge vor deutscher Dominanz“. EU-Diplomaten diagnostizieren bereits eine „tektonische Verschiebung“ auf dem Kontinent. In Frankreich werden erste öffentliche Warnungen vor einem „deutschen Europa“ laut.

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10308

    Dazu

    „Kommt ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein [setzten Sie x-beliebige Ethnie ein] wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!“

    Einige Jahre später

    – „Wäre die deutsche Wehrmacht nicht in der Lage, die Gefahr aus dem Osten zu brechen, so wäre damit das Reich und in kurzer Folge ganz Europa dem Bolschewismus verfallen.“
    – „Die deutsche Wehrmacht und das deutsche Volk allein besitzen mit ihren Verbündeten die Kraft, eine grundlegende Rettung Europas aus dieser Bedrohung durchzuführen.“
    – „Gefahr ist im Verzuge. Es muss schnell und gründlich gehandelt werden, sonst ist es zu spät. […]“

    Da drängt sich doch die Frage auf, woher nur kommen die Vorbehalte?

    1. Tja, von Maggie Thatcher halte ich nun wirklich nichts, aber in einem Punkt hatte sie wohl Recht:
      „Die Deutschen hat man entweder unter dem Stiefel oder an der Kehle.“

    1. Meine Fresse!
      Nun hören Sie doch endlich mal mit ihrem Putin auf!
      Wer die Ukraine nicht gewesen, hätten die was anderes gefunden!
      Unseren priapierenden Politclowns geht es um Machtpolitik, bedienen der Interessen des Kapitals und den Fehlschluss, das man das autodestruktive
      Selbstabkappen von billiger Energie, die die Deindustrialisierung und damit einhergehender Massenarbeitslosigkeit mit Aufrüstung kompensieren kann.
      Schnallen Sie das nicht??
      Du meine Güte…..

      1. Nach wie vor :
        Es handelt sich um einen Bot, dessen einzige Aufgabe es ist, (vermeintlich) zu provozieren und Zeit und Aufmerksamkeit zu binden. Wenn man sich die Reaktionen so anschaut, auch offensichtlich recht erfolgreich.
        Wie wäre es denn einfach mal mit links (von mir aus auch rechts 😉) liegenlassen ?

      2. „Unseren priapierenden Politclowns geht es um Machtpolitik, bedienen der Interessen des Kapitals und den Fehlschluss, das man das autodestruktive Selbstabkappen von billiger Energie, die die Deindustrialisierung und damit einhergehender Massenarbeitslosigkeit mit Aufrüstung kompensieren kann.“

        Also arbeitet Putin in Wirklichkeit für die Eliten des Westens?

    2. Die hin- und hertote NATO hat es ganz allein nach Serbien und auch Afghanistan geschafft, ohne dass sie von außen wiederbelebt werden musste.

  2. „Die Quelle der ganzen Entwicklung war jene dramatischen geopolitischen Umwälzungen, die mit dem Untergang der Sowjetunion einhergingen und den Aufstieg der USA zu einem weltweit agierenden Hegemonen befördert haben.“
    Genau. Und das war auch mehr oder weniger vorhersehbar. Übersehen konnte das nur solch ein grenzenlos naiver Mensch wie Gorbi. Aber auch der übrige Westen hat anschliessend versagt, indem Kohl auf den Leim gekrochen und die sogenannte Wiedervereinigung genehmigt wurde. Wie bloss kann man der deutschen Elite nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts noch trauen?

    1. „Wie bloss kann man der deutschen Elite nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts noch trauen?“

      Stimmt, die deutschen Eliten waren so blöd und haben Unmengen an Waffen verschrottet.

  3. Sonderbehandlung

    das Sondervermögen möchte sich eine Sonderbehandlung in der Wahrnehmung erschleichen, um zu verschleiern, dass denen die diese Schulden zu tragen haben, eine Sonderbehandlung zugemutet werden wird.

  4. „Nie wieder wegschauen“

    Man sollte nicht den Fehler machen, die Aussagen deutscher Politiker mit dem Wesen und Charakter der deutschen Aussenpolitik gleichzusetzen.

    Nach dem Ende der Sowjetunion hat Deutschland immer weggeschaut, bei den oft völkerrechtswidrigen Kriegen der USA:
    – Gegen Jugoslawien
    – Gegen Afghanistan
    – Gegen den Irak
    – Gegen Libyen


    In den ersten beiden Fällen hat Deutschland sogar den Krieg mit geführt.
    Ansonsten hat Deutschland bei diesen Kriegen, egal wie brutal sie gegen die jeweilige Bevölkerung waren, immer weggeschaut.

    Nicht weggeschaut hat Deutschland nur beim Rechtsnachfolger der Sowjetunion, bei Russland.
    Anders als gegenüber der Sowjetunion, wurde Russland nicht als Großmacht anerkannt und respektiert und man glaubte, man kann sich gegenüber Russland eniges herausnehmen, weil man fest verankert war, im Nato Bündnis. Als Schoßhündchen der USA kläffte man fleissig gegen Russland, bei allen diesbezüglichen Konflikten mit Russland, besonders ab 2008.
    Das geschah nicht etwa, weil Russland bei den Konflikten rechtswidriger vorgegangen wäre, als der Westen, sondern ausschliesslich, weil man Russland für schwach hielt und glaubte, sich solche Haltung leisten zu können.

    Selbst rückwirkend in Bezug auf die Geschichte fand eine „Umbewertung“ statt.
    Nicht das alliierte Bündnis unter Einschluß der Sowjetunion hatte Deutschland von der Nazi-Herrschaft befreit, sondern ausschliesslich die Westalliierten. Entsprechend lud man Russland bei diesbezüglichen Gedenkfeiern einfach aus.

    Diese deutsche Politik hat zu einer gefährlichen Frontstellung gegen Russland geführt. Jetzt, wo in den USA etwas mehr Realismus gegenüber Russland eingekehrt ist, zeigt sich, wie sehr die derzeitige deutsche Regierung in einen größenwahnsinnigen Revanchismus gegenüber Russland verfallen ist und wie gefährlich das ist.

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