Silones „Schule der Diktatoren“

Es liest sich wie das vielleicht einzige Buch, das Trump je gelesen hat. Die europäischen Demokratien sind im Niedergang, der Faschismus marschiert allenthalben voran und ein US-amerikanischer Politiker schickt sich an, Diktator der USA zu werden.

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5 Kommentare

  1. Zitat: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus‘. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus‘.“

    Dieser Spruch hat so einen Bart, dass es mir als Journalist peinlich wäre, ihn nochmal zu zitieren.

    Und wir hatten es doch schon. Die Wiederkehr zum Faschismus. 2020.
    Und alle Neu-Linken haben mitgemacht. Und werden alle für den Rest ihres Lebens damit beschäftigt sein, es abzustreiten. Weil ja Millionen gerettet wurden. Niemals werden diese Neu-Linken erkennen können wie sehr sie sich ihren Vorfahren ähneln.

    1. Die definieren sich ja ohnehin nur als „links“; weil sie jeden, der ihnen inhaltlich widerspricht, zum „Nazi“ erklären.

  2. Ich weiß nicht, wo das immer her kommt!
    Bei dem britischen Historiker Overy habe ich auch gelesen, das Hitler „nur“ Melder war…..
    Natürlich war Addolff an vorderster Front, ist auch verwundet worden; als Melder hatte er den
    schwierigsten Job, weil er im feindlichen Feuer die Deckung verlassen und Nachrichten von a nach
    b bringen musste.
    Er bekam als Mannschaftsdienstgrad beide eisernen Kreuze, eine extrem seltene Sache, dazu da Verwundetenabzeichen.
    Es gibt nur Photos von ihm ohne die Orden, wenn er zufällig mal nen Anzug trug, sonst waren diese Orden immer zu sehen, unten das Verwundetenabzeichen, darüber das EK und darüber das goldene Parteiabzeichen, was auch einen gewissen Symbolgehalt hat. Seine Vorgesetzten hielten große Stücke auf ihn, an seiner Tapferkeit und seinem Einsatz gab es keinen Zweifel, kann man alles nachlesen; allerdings hielt man ihn nicht für fähig, Menschen zu führen, darum ist er nie Unteroffizier geworden; kann man auch nachlesen.
    Eben dieses Frontsoldatentum trug er wie eine Monstranz vor sich her, der war da stolz drauf!
    Er benutzte das auch gerne, um Generale, vor allem Generalstäbler runter zu machen, im Gegensatz zu
    ihm wüssten die Generale nicht, wie der Krieg sei, er wisse genau als Frontkämpfer was die Soldaten auszustehen
    hätten etc. pp.!
    Über Hitler gibt es eine Menge zu sagen, brauche ich hier nicht, wenig Positives.
    Aber gerade dieses Frontsoldatentum machte ihn in gewissen rechten Kreisen anziehend und verschaffte ihm eine Form der Reputation, die in nationalistischen Kreisen eminent wichtig war.
    Er konnte immer drauf verweisen, das er, obwohl Österreicher, für Deutschland tapfer gekämpft hat, s. Orden, für Deutschland sein Leben riskiert hat und mehr Beweise brauchte es kaum mehr, um seine Glaubwürdigkeit beim Eintreten für die deutsche Sache zu untermauern, also, was die für die deutsche Sache aus ihrer Sicht hielten.
    Hitlers Frontsoldatentum klein reden zu wollen ist einmal historisch nicht richtig, zum anderen spielte genau das für seinen Aufstieg keine geringe Rolle!

  3. Gerade mal ein Jahr, bevor Silones Schrift erschien, nämlich 1937, hat Manes Sperber seine „Analyse der Tyrannis“ veröffentlicht: Auch beim Wiederlesen dieser rund 100 Seiten denkt man dauernd an die Entwicklungen der Jetzt-Zeit. Sperber hatte sich relativ kurz zuvor von der moskau-treuen KP abgewandt, voll Abscheu vor dem Verrat Stalins, er schreibt bewusst ohne direkten Bezug auf Hitler oder Stalin, aber beide haben ihn von Anfang an verstanden und die Schrift prompt unterdrückt, mit gutem Grund. Als Mitarbeiter Alfred Adlers, des Vaters der Individualpsychologie, und späterer Dozent in ebendieser Disziplin lehnt Sperber allerdings eine Analyse, die zu sehr auf den Tyrannen abzielt und von seinen Anhängern, ohne die der Tyrann keine Tyrannis errichten könnte, bloss als „Massenmenschen“ spricht (wie Ortega y Gasset), ab und gibt dem Leser Hinweise auf Lebens-Erfahrungen und -Elemente, die er bei sich selbst oder in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ausmachen kann, und die ihn selbst zum Tyrannen oder einem seiner Anhänger – nicht machen müssen, aber könnten, freilich unter bestimmten, v.a. sozial einengenden gesellschaftlichen Bedingungen: „Defizit an Lesensfreude“, „keine Chance, sich im sozialen Rahmen durchzusetzen“, eine „Sehnsucht, aus diesem Alltag auszubrechen“, und „nicht in der Lage sein, die allg. gesellschaftlichen Vorgänge zu erkennen, geschweige denn, zu verstehen“; eine weitere Voraussetzung für die Errichtung einer Tyrannis wird ebenfalls genau benannt: Unterstützung aus dem Hintergrund von mächtigen Geldgebern, die, um ihre verborgene Macht vor einer Revolution zu bewahren, auch gerne mal eine offene Rebellion anzetteln (lassen) in der Gewissheit, sie dirigieren zu können. Bevor ich aber jetzt gross ins Zitieren komme – besser einfach selber lesen.

  4. Gerade mal ein Jahr, bevor Silones Schrift erschien, nämlich 1937, hat Manes Sperber seine „Analyse der Tyrannis“ veröffentlicht: Auch beim Wiederlesen dieser rund 100 Seiten denkt man dauernd an die Entwicklungen der Jetzt-Zeit. Sperber hatte sich relativ kurz zuvor von der moskau-treuen KP abgewandt, voll Abscheu vor dem Verrat Stalins, er schreibt bewusst ohne direkten Bezug auf Hitler oder Stalin, aber beide haben ihn von Anfang an verstanden und die Schrift prompt unterdrückt, mit gutem Grund. Als Mitarbeiter Alfred Adlers, des Vaters der Individualpsychologie, und späterer Dozent in ebendieser Disziplin lehnt Sperber allerdings eine Analyse, die zu sehr auf den Tyrannen abzielt und von seinen Anhängern, ohne die der Tyrann keine Tyrannis errichten könnte, bloss als „Massenmenschen“ spricht (wie Ortega y Gasset), ab und gibt dem Leser Hinweise auf Lebens-Erfahrungen und -Elemente, die er bei sich selbst oder in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ausmachen kann, und die ihn selbst zum Tyrannen oder einem seiner Anhänger – nicht machen müssen, aber könnten, freilich unter bestimmten, v.a. sozial einengenden gesellschaftlichen Bedingungen: „Defizit an Lesensfreude“, „keine Chance, sich im sozialen Rahmen durchzusetzen“, eine „Sehnsucht, aus diesem Alltag auszubrechen“, und „nicht in der Lage sein, die allg. gesellschaftlichen Vorgänge zu erkennen, geschweige denn, zu verstehen“; eine weitere Voraussetzung für die Errichtung einer Tyrannis wird ebenfalls genau benannt: Unterstützung aus dem Hintergrund von mächtigen Geldgebern, die, um ihre verborgene Macht vor einer Revolution zu bewahren, auch gerne mal eine offene Rebellion anzetteln (lassen) in der Gewissheit, sie dirigieren zu können. Bevor ich aber jetzt gross ins Zitieren komme – besser einfach selber lesen.

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