Atompilz

Atomschlag als Warnung?

Schlüsselfigur Sergey Karaganov: Atomschlag gegen Deutschland, zweiter Teil.

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13 Kommentare

  1. Man nimmt einen religiösen Bekloppten wie Karaganow her um daraus eine „Ignoranz europäische Regierungen“ abzuleiten.

    Wie würde der Lehrer Christian Hamann wohl solche Klausuren bewerten?

  2. Eine seichte Beschreibung von Zusammenhängen, über die mittlerweile alles schon sehr häufig geschrieben wurde. Nicht, dass das alles unwichtig wäre, aber wo liegt der Punkt, an dem sich der Text orientiert? Karaganov wird als Radikaler konstruiert, zu welchem Zweck? Erwartungsgemäß treibt auf der anderen Seite des Krieges die Sorge und die Angst vor den weiteren Entwicklungen ebenfalls entsprechende Reaktionen. Warum ist es so schwer, die Interaktionsdynamik zu begreifen und dann sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen?

  3. „Viermal war das Land Angriffsziel, […] 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins“

    Interessante Definition von „Angriff“. Lenins Einmannarmee unterwirft brutal das glückliche Volk des Zaren.
    Aber es wäre wohl unfair, sich beim Westen über die von ihnen erzwungene Sowjetunion zu beschweren, immerhin haben sie später ihren Fehler eingesehen und Jelzin geschickt.

  4. Ich möchte darauf hinweisen, das schon ein Jahrhundert vor Napoleon ein westlicher König nach Russland marschierte, nämlich Karl XII. von Schweden, der das nämliche Ergebnis erzielte.
    Lenin im plombierten Eisenbahnwaggon durch den deutschen Machtbereich nach Russland zu schicken, war nicht das, was der „Westen“ in das kollektive russische Gedächtnis eingebrannt hat, sondern die Interventionen während und nach dem russischen Bürgerkrieg.
    Da saßen die Amis und Japaner in Sibirien, die Engländer in Archangelsk und die Franzosen auf der Krim, die Deutschen halfen den Finnen militärisch, eine „Tschechische Legion“ aus ehemaligen k.u.k. Kriegsgefangenen bewegte sich als militärische Einheit frei und ungehindert im Inneren Russlands und die Polen marschierten Richtung Kiew.
    Im Rahmen der Industrialisierung wählte Russland ganz bewusst ein breiteres Spursystem für die Eisenbahn, damit von Westen einfallende Invasoren logistische Probleme bekommen.
    Diese als Verteidigung gedachte Massnahme war dann auch tatsächlich einer der gewichtigsten Gründe für das Scheitern von Barbarossa.
    Die Nordeuropäische Tiefebene erstreckt sich von Frankreich bis zum Ural und von Westen her ist für Russland selten was Gutes gekommen.
    Diese Haltung Russlands zu verstehen, halte ich für nicht allzu schwierig.
    Das muss man in Rechnung stellen, wenn man die russische Interessenlage berücksichtigt.
    Und das muss man, will man zu einem dauerhaften Frieden kommen.
    Der politische Kurs des „Westens“, namentlich der BRD, zeigt mir, das kein Interesse an einem Frieden und einer dauerhaften Lösung besteht, nur zu einem Oktroi.
    Ich fürchte, der Schuss geht nach hinten los!

  5. – „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu…“

    Freie Journalisten? Frei von was genau? Frei von Fakten, Verstand und jeglicher journalistischer Kompetenz?

    – „Während der historische Horizont der meisten Deutschen kaum weiter zurückreicht als bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“

    Moment mal! Germanische Stämme wurden in römischen Chroniken schon erwähnt, als man im Osten noch nicht einmal wusste, wie man das Wort „Moskau“ buchstabiert. Wenn wir die deutsche Geschichte über das Heilige Römische Reich, das Frankenreich Karls des Großen, das Weströmische Reich bis zur Gründung Roms zurückverfolgen, reicht unser Horizont fast drei Jahrtausende zurück! Aber klar: Moskau – das sich erst im 18. Jahrhundert unter Peter I. in „Russisches Kaiserreich“ umbenannte – eignet sich liebend gerne die Geschichte anderer slawischer Völker an, die geografisch im heutigen Kyiv blühten, und verkauft das als eigene „tausendjährige Identität“. Ein Schelm, wer da Geschichtsfälschung wittert!

    – „Diese verbindet sie eng mit den Ukrainern, zusammen mit denen sie Vorstöße der Reitervölker Innerasiens erfolgreich abwehren konnten.“

    Ähm… Bitte was? Kyiv wurde von den Reitervölkern aus dem Osten völlig zerstört. Und Moskau? Moskau übernahm damals im Grunde die Rolle des „Kapos“ für die Goldene Horde: Es trieb brav die Tributzahlungen bei den anderen slawischen Stadtstaaten ein, um sie an die Mongolen weiterzuleiten. Als die Horde schließlich zerfiel, nutzte Moskau genau diese erpresste Machtstruktur, um die Nachbarländer unter seine Knute zu zwingen. Von „gemeinsamer Abwehr“ keine Spur – das war schlicht kollaboratives Kasse-Machen auf Kosten der Nachbarn!

    – „Viermal war das Land Angriffsziel, 1812 durch Napoleons Truppen, 1854 durch eine britisch-französische Allianz im Krimkrieg, 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins und 1941 durch Hitlers Invasion.“

    Ach, wie rührend… Das Arme-Opfer-Narrativ! Schauen wir uns die „Fakten“ mal an:

    – 1812 (Napoleon): Verschwiegen wird gern, dass das Russische Kaiserreich davor gleich zweimal (!) selbst das revolutionäre/napoleonische Frankreich und seine Verbündeten angriff (u.a. 1805 das deutsche Bayern!). Vom Frieden von Tilsit, den der Zar wie Klopapier behandelte, sobald Napoleon abgereist war, ganz zu schweigen.

    – 1854 (Krimkrieg): Auch damals wollte Russland einen „kleinen, siegreichen Krieg“ führen und fiel im Osmanischen Reich ein – bis es gewaltig auf die Mütze bekam. Fun Fact: Im Pariser Frieden verpflichtete sich Russland schriftlich, nie wieder Kriegsschiffe oder Militärbasen im Schwarzen Meer zu haben. Im Gegensatz zu den Märchen über mündliche Versprechen an Gorbatschow liegt dieses Papier bis heute fest in den Archiven!

    – 1917 (Bolschewiken-Putsch): Hier hat der Autor wohl einen Hitzeschlag erlitten. Geholfen hat Lenin das Deutsche Kaiserreich (der Erzfeind des „Westens“!). Die westliche Entente hingegen unterstützte die Provisorische Regierung – ihre legitimen Alliierten im Ersten Weltkrieg. Die Bolschewiken hatten die Wahlen zur Konstituierenden Versammlung krachend verloren und rissen die Macht schlicht per Gewalt an sich.

    – 1941 (Hitler-Invasion): Die klaffende Lücke zwischen 1939 und 1941 erklärt sich schlicht dadurch, dass die UdSSR die ersten anderthalb Jahre des Zweiten Weltkriegs als quasi halboffizieller Verbündeter von Nazi-Deutschland verbrachte, mit dem sie Osteuropa unter sich aufteilte – bis sich die zwei Räuber um die Beute prügelten!

    Und ja, die übliche Geschichte: Während westliche Putin-Versteher genüsslich jeden einzelnen dieser angeblichen Angriffskriege gegen Russland wiederkäuen – um zu „beweisen“, wie unerbittlich das die russische Seele geprägt hat –, reichen ihnen die Finger und Zehen nicht aus, um all die Kriege, Überfälle und Massaker aufzuzählen, die Moskau allein in den letzten Jahrhunderten in der Ukraine angerichtet hat. Aber klar, das nennt man bei solchen Journalisten dann „gemeinsame Geschichte brüderlicher Völker“. Was für ein absurdes Paradoxon…

    – „Nach diesen bitteren Erfahrungen waren die Wiedervereinigung Deutschlands unter russischem Rückzug 1990, die Auflösung der Sowjetunion 1991 und die Auflösung ihres Militärbündnisses Warschauer Pakt Vorleistungen Russlands, denen jedoch keine Gegenleistungen von westlicher Seite folgten.“

    Im Boxen nennt man solche „Vorleistungen“ schlicht RTD (Retired) – wenn der Boxer nach der Ringpause vor Erschöpfung nicht mehr aus seiner Ecke aufstehen kann. Die UdSSR hat niemandem einen Gefallen getan. Sie ist schlicht unter dem gigantischen Gewicht ihrer eigenen politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Fehlentscheidungen kollabiert – kollabiert beim kläglichen Versuch, den Westen einzuholen. Die eigentliche Hilfe kam damals vom Westen: Statt den sterbenden Riesen am Boden liegend auszuweiden, hat man das Ganze vornehm als „zweiheitliche Verträge“ getarnt, Russland Kredite und Hilfsgüter gepumpt und ihm Plätze auf den prestigeträchtigsten Parketts der Weltpolitik und Weltwirtschaft eingeräumt. Doch kaum hatte sich der neue Machthaber im Kreml dank westlicher Milliarden und hoher Ölpreise wieder sattgefressen, forderte er immer mehr. Hat der Mann eigentlich jemals Puschkins „Märchen vom Fischer und dem goldenen Fischlein“ gelesen? Passt wie die Faust aufs Auge.

    – „Alle dieser Kooperationsangebote und Initiativen wurden ausgeschlagen oder ignoriert […] Die verletzende Zurückweisung der angebotenen Freundschaft durch ein gefühlstotes westliches Establishment hat einen dramatischen historischen Identitätswandel zur Folge.“

    Ach Gottchen, „verletzte Gefühle“ und „abgewiesene Freundschaft“! Bleiben wir mal bei den Fakten: Auch der Ukraine wurde 2008 der NATO-Beitritt in aller Höflichkeit, aber glasklar verwehrt – das klassische „Danke, wir melden uns bei Ihnen“, das jeder aus Vorstellungsgesprächen kennt. Und genau dasselbe galt für Russland: „Jetzt nicht, aber vielleicht später“. Wenn Russland wirklich Teil des „gemeinsamen Hauses“ werden wollte – warum durften das andere nicht? Die osteuropäischen Nachbarn waren schlicht schneller, kleiner und bereit, sich an gemeinsame Regeln zu halten, anstatt wie Moskau ständig „Sonderrechte“ und Extra-Würste einzufordern.

    Niemand hat Russland daran gehindert, seinen Einfluss in einer EU-assoziierten Ukraine für gegenseitig vorteilhaften Handel und Diplomatie zu nutzen. Mit dem NATO-Staat Ungarn hat das doch auch prima geklappt, oder? Vielleicht wäre Russland irgendwann selbst Teil davon geworden. Doch dafür hätte der Kreml eine Entscheidung treffen müssen: Entweder ein gemeinsames Haus auf Augenhöhe – oder „Ich bin hier der Boss, und Ukraine, Moldau und Georgien marschieren gefälligst zurück in meinen imperialen Stall!“

    – „Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“

    Genau so sieht der absolute Traum eines jeden Raubmörders aus! Während er das Opfer erwürgt und die Bude leer räumt, rufen die Nachbarn bloß nicht die Polizei, helfen dem Opfer auf keinen Fall und halten ihm auch noch höflich die Tür auf. Stattdessen stehen sie daneben und fragen den Einbrecher freundlich: „Darf ich Ihnen vielleicht schon mal den Notar rufen, um das Haus auf Ihren Namen umzuschreiben? Oder möchten Sie vorher noch eine frische Tasse Kaffee?“ Das, was der Autor hier allen Ernstes als „neutrale Vermittlung“ verkauft, ist nichts anderes als die eiskalte Aufforderung zur Beihilfe zum Mord und zur Unterwerfung.

    – „Zynischer Weise taten und tun sie das, indem sie fundamental gegen ein Prinzip verstoßen, das sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben – die europäische Solidarität. Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!“

    Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „Zielen“ und den „Mitteln“, um sie zu erreichen. Auch Hitler wollte im gewissen Sinne ein „vereintes Europa“ – nur hatte ein Großteil der europäischen Staaten (inklusive Russland) verständlicherweise keine allzu große Lust darauf. Victor Hugo sprach von einer Gemeinschaft der Werte und des Friedens. Im gemeinsamen Haus prügelt, vergewaltigt, raubt und mordet man nicht. Wer die Bude mit Gewalt stürmt, ist kein Mitbewohner, sondern ein Einbrecher.

  6. „Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“

    Offensichtlich hat der Autor auch nichts von dem superlangen Tisch von Putin mit bekommen an dem Gespräche stattgefunden haben und auch das Paper was Putin-Russland an die NATO als Ouvertüre für die Spezialoperation geschickt hat scheint der Autor auch nicht zu kennen.

    https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-263/520958/dokumentation-diplomatische-gespraeche-im-vorfeld-des-krieges/

    https://en.wikipedia.org/wiki/2021_Russian_ultimatum_to_NATO

  7. „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“
    Wenn das mal nicht zur eigenen Mythenbildung beiträgt, dann weiß ich auch nicht.

    „erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“
    Alle Russen blicken aber nur ein Zar denkt und lenkt. Da hätte der Rest auch liegen bleiben können.

    Das Verbindente sind also die Abwehr der asiatischen Reitervölker. Was kommt als nächstes? Da war doch noch was mit dem gemeinsamen Ursprung in Ostafrika.

    Da bleibt echt kein Propagandaauge mehr trocken.

  8. Der Autor geht doch viel zu weit, und das offensichtliche wird gar nicht erst erwähnt:

    Erstens führt die NATO ziemlich offen einen Luftkrieg gegen Russland. Ohne westliche Waffen, westliche Satelliten und Unmengen von Geld könnte die Ukraine gar nichts tun. Außer Steine über die Grenze schmeißen. (Mit „Schlafwandeln“ hat das übrigens nichts zu tun! Man bombardiert Moskau nicht „im Schlaf“.)

    Zweitens wird dieser Luftkrieg durchaus gezeigt – Bilder von brennenden Raffinerien, Lagern etc. werden als „ukrainische Erfolge“ gefeiert. Gleichzeitig darf – betreutes Denken! – nicht gesagt werden, daß „unsere Jungs“ dort Krieg führen. Es ist den Medien doch offensichtlich nicht gestattet, hier „eins und eins zusammenzuzählen“.

    Warum macht man diesen Zirkus?

    Offenbar möchte man den erwarteten/erhofften russischen Gegenschlag als „überraschenden unprovozierten Angriff“ verkaufen.

    Warum? Das wäre das Thema …

  9. „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“

    Erst hat der Westen mit Umsicht und Scheinheiligkeit in der Ukraine einen Krieg angezettelt, dann haben sich westliche Politiker die Haare zu Berge toupieren lassen, sich vor den Kameras über den furchtbaren „russischen Angriffs-und Vernichtungskrieg“ entsetzt und nun verlängern sie den Krieg zum Schaden der armen in den Krieg gepressten Ukrainer, wo es nur geht.

    Welches Wertefundament liegt diesen Handlungen zu Grunde? Und warum sollte man es verteidigen?

  10. „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“
    ( Willy Brandt, 3. November 1981 )

    Es ist anschließend niemand mehr existent, der sich darüber, wer schuld ist,
    oder angefangen hat, Gedanken machen könnte.
    Bis dahin hat der mit der Knarre in der Hand immer recht.

  11. Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.

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