Die Milliardäre vermehren sich, ihr Vermögen auch

Nach dem UBS-Reichenbericht ist die Zahl der Milliardäre letztes Jahr um 13,1 Prozent auf jetzt 3302 angestiegen. Allein in diesem Jahr ist ihr Vermögen bis April um 25 Prozent größer geworden.

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13 Kommentare

  1. Hier dreht es sich um die Ersatzfront, das wesentliche Problem ist die „Konzentration und Zentralisation con Kapital und Macht“, der unabdingbaren Folge der Produktionsweise.
    Es kann noch soviel an dieser Front versucht werden, es bleibt vergebens. Den Wert kümmert das nicht. Er bleibt autonom und autark.

    1. Wie machen Sie das, werter Herr Oberst? Wie trennt man den Krieg von den Soldaten?

      In jedem Krieg gibt es

      1. Politiker(innen), die den Krieg anfangen,
      2. die Manager und Aktionäre der Rüstungsindustrie, die von jedem Krieg profitieren und Milliardengewinne machen,
      3. viele Soldaten, die bluten und sterben, ganz egal an welcher Front (Westfront, Ostfront, Heimatfront) und
      4. Generäle und andere Offiziere (Paulus, Rommel, Keitel, von Rundstedt, von Brauchitsch, von Manstein, Model), die sagen, wo die Soldaten bluten und sterben sollen.

      Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Soldaten sterben, aber umso größer werden die Gewinne der Manager und Aktionäre der Rüstungsindustrie. Ein schon lange verstorbener Börsenguru sagte einmal: Wenn Blut auf den Straßen fließt, dann muss man Aktien kaufen.

      Das ist im real existierenden dirty operating System aka „Kapitalismus“ nicht anders. Man kann den „dirt“ nicht vom „system“ trennen, die Räder nicht vom Auto, weil es dann nicht mehr fährt, den Kopf nicht vom Rest des Körpers, weil das schlecht für die meisten Menschen ist. Und man kann die Kapitalisten nicht vom Kapitalismus trennen.

      Die „Produktionsweise“, die der Kapitalismus mit sich bringt, fällt nicht vom Himmel und sie ist auch kein Teufelswerk. In einer Demokratie können das Politiker zum Wohle aller Bürger beeinflussen, lenken und steuern. Deshalb heißen die Steuern auch Steuern.

      Aber die Politiker wollen diese „Produktionsweise“ nicht zum Wohle der Allgemeinheit lenken und steuern. Sie steuern die Produktionsweise im Interesse der Rüstungsindustrie und für das Wohl der Reichen und Superreichen.

  2. Schön wärs ja, wenn die Welt wenigstens sozioökonomisch in Ordnung wäre, wie die UBS und ihr Nobelpreisträger behaupten. In Wirklichkeit lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung unter materiell prekären Bedingungen, unendlich Viele in einer Art Schuldensklaverei, von denjenigen, die buchstäblich von der Hand in den Mund leben, ganz zu schweigen. Vergleiche mit früheren Jahrhunderten sind geradezu dümmlich, jedenfalls irreführend, heute sind virtuell alle de facto Proletarier, nicht in der Lage ohne Verkauf der eigenen Arbeitskraft zu überleben. Denn man benötigt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Geld, um in den heutigen Gesellschaften zu existieren. In vorwiegend agrarischen Gesellschaften war das wesentlich anders. Dass ein gewisser Anteil der Weltbevölkerung ein beachtliches Konsumniveau erreicht, ist übrigens kein Zeichen von systemischer Menschenfreundlichkeit, sondern ökonomischer Zwang in einer Zeit, in der Konsum zwei Drittel des BIPs ausmacht. Sinkt die Kaufkraft, ist Krise. Daher der Horror vor Inflation auch bei der UBS.

    1. Den Kapitalisten auch die politische Herrschaft in die Hand gelegt.
      Dazu wurden i.Ü. alle konkurrierenden Politiker eliminiert.

  3. Ich habe gedacht ich hätte Leichenbericht gelesen aber dem ist nicht so (wegen den über 1.110 Getöteten seit dem Waffenstillstand in Gaza und dem erschossenen 10-jährigen von heute). Vielleicht sollte man die die Korruption erwähnen, welche mittlerweile die normale Wirtschaft abgelöst hat. Es ist dem Geld egal welche Wirtschaftsform herrscht. Das Gute daran ist das jeder mitmachen kann. Die Länder brauchen die Konventionen der Vereinten Nationen nicht zu erfüllen und die Bevölkerungen tun sich bloss ärgern.

    Dazu gibt es auch das Buch „Halte deine Fahne in den Wind.“ zu dem es auch ein Lied gibt. Bekannter ist aber die „Farm der Tiere“ von Orwell in der die Schweine gleicher sind als die anderen Tiere.

    Eine schlechte Nachricht sind die 73,233 getöteten und 173,707 verletzten und verstümmelten Palästinenser unter denen über 20.000 Kinder sind.

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

  4. Wenn jemand für 1000 Euro eine Aktie kauft und ein Jahr später jemand anderes für 2000 Euro eine zweite, dann ist der erste doppelt so reich, ohne dass ihm mehr gehört.

    Wenn dann der zweite noch eine Aktie für 1000 Euro kauft, ist er so reich wie vorher, obwohl er dreimal soviel bezahlt hat und ihm doppelt soviel gehört.

    Ob ihm jemand 1000 Euro pro Stück gibt, wenn er wirklich verkaufen will, weiß man auch nicht.

    Buchwerte als Maßstab für Reichtum sind sinnlos. Musk wäre schlagartig kein Billionär mehr, wenn er auch nur einen Teil seines Anteils an SpaceX auf den Markt wirft, weil dann der Kurs und damit die Bewertung seines Portfolios sinkt.

  5. „In der klassischen Nationalökonomie wird mit Akkumulation die durch Reinvestition des auf dem Markt realisierten Mehrwerts vorangetriebene Erweiterung des Kapitals bezeichnet.“ Da die Reichen ihren Reichtum reinvestieren, werden sie immer reicher. Aber dadurch wächst auch die Volkswirtschaft, wenn es sie noch gibt, d. h. wenn der Reichtum im Inland investiert wird.
    Wenn der Reichtum aber in einer globalisierten Welt ohne Zollschranken im globalen Süden investiert wird, haben die Länder nix davon, in denen der Reichtum produziert wird. Vielmehr wächst da die Lücke zwischen arm und reich.
    Die Industrie aber wandert in Niedriglohnländer ab, wo die Waren billig produziert werden können, und ohne Zollschranken importiert und verkauft werden können.

  6. Milliardäre gelten noch immer als bewundernswerte Unternehmer, obwohl sie längst selbst zu einem wirtschaftlichen Problem geworden sind.

    Niemand erwirtschaftet eine Milliarde allein. Solche Vermögen entstehen durch die Arbeit Tausender Menschen, durch öffentliche Infrastruktur, Bildungssysteme, staatlich geschützte Eigentumsrechte und nicht selten durch Subventionen. Privatisiert wird anschließend der Gewinn – die Kosten trägt gerne die Allgemeinheit.

    Milliardäre schädigen auch den Wettbewerb. Mit ihrer Kapitalmacht können sie Konkurrenten aufkaufen, Preise zeitweise unterbieten, Märkte kontrollieren und politische Entscheidungen beeinflussen. Das ist keine freie Marktwirtschaft mehr, sondern wirtschaftlicher Feudalismus mit moderner Benutzeroberfläche.

    Besonders undemokratisch wird es, wenn einzelne Menschen mehr Einfluss besitzen als Millionen Wähler: Sie kaufen Medien, finanzieren Parteien und Lobbyorganisationen, bestimmen Forschungsrichtungen, kontrollieren digitale Plattformen und können Regierungen mit der Drohung unter Druck setzen, Kapital und Arbeitsplätze abzuziehen. Der normale Bürger besitzt eine Stimme. Der Milliardär besitzt zusätzlich Zeitungen, Netzwerke, Anwälte und direkten Zugang zur Regierung.

    Es geht dabei nicht um Neid. Niemand muss sich dafür entschuldigen, erfolgreich zu sein oder komfortabel zu leben. Aber ein Vermögen, das einem einzelnen Menschen gesellschaftliche Macht in der Größenordnung eines Staates verleiht, ist mit einer ernst gemeinten Demokratie nicht vereinbar.

    Milliardäre sind keine Naturerscheinung. Sie sind das Ergebnis politischer Regeln – und diese Regeln lassen sich ändern.

    Denn ganz gleich, wie viele Unternehmen, Inseln, Medienhäuser oder Politiker man sich kaufen konnte: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

    Als Leich ist jeder gleich.

  7. Überall steht es geschrieben: Sie wollen an unser Erspartes! Gleichzeitig spielen fast alle, die etwas gespart hatten, in dem Casino mit: „Wenn ich aufhöre, ändert sich doch auch nichts.“ Demnächst sogar noch die „zukünftigen“ Rentner – gezwungenermaßen.
    Die Bremsen sind kaputt, und der Zug rast den Berg hinab: Je später einer abspringt, desto schlimmer seine Verletzungen… und weiter talwärts sieht man schon die Schlucht.
    Prösterchen!

  8. Wenn nun ein Milliardär sein Geld anlegt, dann muss ihm deutlich mehr Rendite versprochen werden, als dem Werktätigen Artur bei seiner Sparkasse. Aber wie? Auch Blackrock kann nicht zaubern und tendenziell fällt die Profitrate eben. Nun ja, ich erlaube mir mal den sonst nicht beobachteten Ponzi-Faktor zu betrachten.
    Beispielsweise ist der Bitcoin ein reines Ponzi-Schema. Da steht keinerlei Wert dahinter, es wird darauf vertraut, dass andere ebenfalls ponzifizieren. Nun stürzen reine Ponzis normalerweise recht schnell ab. Donald Trump und Xavier Milei wollten eigene Kryptos und damit war dann ganz schnell Schluss. Es muss jemand geben, der den Bitcoin absichert und dieser angebliche japanische Erfinder ist es nicht. Eher schon Blackrock. Wenn da mal nicht der Moment kommt, wo die Absicherung zu teuer wird.
    Auch Gold gehört heute zur Ponziwelt, denn es bewegt sich ziemlich parallel zum Bitcoin. Krisenmetall würde es erst wieder, wenn etwas wirklich Schlimmes passiert.
    Gleiches Spiel mit der Space X Aktie. Eigentlich ist da nichts oder nur ganz wenig dabei, mit was sich Geld verdienen lässt. Auch hier sollte Ponzi seine Wirkung tun. Ist erst mal kräftig gescheitert. Aber bei dem Wert, den Space X jetzt hat, ist immer noch genügend davon enthalten.

    Und es ist eben so, dass wenn ein Ponzi rutscht, er alle anderen mit sich zieht. Eine wünschenserte Bereinigung, würde ich sagen.

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