Atombombentest

Ein Raketentest als politisches Signal

Frankreich hat erstmals die weiterentwickelte Atomrakete M51.3 von einem U-Boot aus getestet. Der Start erfolgte ohne Nuklearsprengkopf, fällt aber in eine Phase, in der Präsident Emmanuel Macron die nukleare Abschreckung zunehmend in die europäische Sicherheitsordnung einbinden will.

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3 Kommentare

  1. Laut Thomas Röper hat Frankrich keine taktischen Atomwaffen, sondern nur strategische. Also die Oberklasse der Waffengattung. Wenn auch nur eine dieser Raketen abgefeuert würde, wäre der Atomkrieg sofort auf der höchst möglichen Stufe, auf der er nicht mehr zu begrenzen ist. Wohingegen Russland ein fein abgestimmtes Sortiment von taktischen Atomwaffen habe. Röper ist pro-russisch, für die, die ihn nicht kennen.
    Wenn Frankreich diese Raketen abschickt, ist es glatter Selbstmord. Russland kann da antworten und es wird die Atomkraftwerke als Wirkungverstärker nutzen. Somit bleibt das französische Atomarsenal wohl für immer ungenutzt. Sofern die Handelnden einigermaßen bei Trost sind.
    Diese Rakete M51.3 passt sehr gut zu Röpers These. Sie hat eine Reichweite von 8 bis 10.000 Kilometer und ist von daher eindeutig zum Transport einer strategischen Waffe gedacht.

  2. „Doch Abschreckung bleibt ein riskantes Prinzip. …

    Wie wahr, aber tatsächlich bleibt sie für sich betrachtet völlig wirkungslos. Es sei Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ empfohlen, nie war sie in den 230 Jahren seit ihrem Erscheinen so aktuell wie heute. Um Frieden zu erreichen und zu erhalten, sind zusammenwirken von (echter) Moralität und Vernunft notwendig, beides fehlt dem heutigen westlichen Führungspersonal völlig. Da hilft nur noch beten – vielleicht.

  3. In „Le jour ne se lève pas pour nous“ hat Robert Merle 1986 über zwei Tauchgänge französischer Nuklear-U-Boote berichtet, an denen teil zu nehmen ihm erlaubt worden ist. Die für mich relevanteste Information des Buches war die Mitteilung eines der Kapitäne, seit der konkreten Erstschlagsdrohung Ronald Reagans gegen die Sowjetunion (Anlaß war der Solidarnosc – Aufstand in Polen) stünden die zwei aktiven Boote Frankreichs vom Auslaufhafen Brest weg unter permanenter Beobachtung und Verfolgung mindestens eines US-Jagd-U-Bootes, das die Franzosen nicht abzuschütteln vermochten.

    Das nukleare Trägersystem war damals die M45, für das eine nominelle Reichweite von 6000 km angegeben worden ist.
    Die nominelle Reichweite der ersten Version der M51, die 2010 in Dienst gestellt worden ist (wenn ich recht erinnere), betrug 8000 km. Die neueste Version soll eine Reichweite von 10.000 km haben.

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