
Studenten, die kaum noch lesen können
Die Klagen und Belege über zunehmende Leseschwäche und kognitive Beeinträchtigungen dürften nicht nur den üblichen Vorbehalte gegenüber den jungen Generationen entspringen. Die Nutzung von KI […]

Intellektuelle Eliten gegen die Demokratie
Wie werden die heutigen Eliten zu Eliten? Was lehrt man sie? Wer legitimiert sie? […]

Bricht Kanada auseinander?
Im kommenden Oktober stimmt die Bevölkerung Albertas darüber ab, ob die Provinz weiterhin im kanadischen Staatsverband bleiben soll. Und bei den Provinzwahlen in Québec, die […]

Der seltene Glücksfall des Nichtstuns
Außer Spesen nichts gewesen. […]

Wer schützt eigentlich das Amt vor den Amtsträgern?
Wenn das Amt Respekt verlangt, wer schützt das Amt eigentlich vor den Amtsträgern, die es lächerlich machen? […]

Helden der SPD und ihr Erfolgsrezept: Mehr Druck wagen
Die Sozialdemokratie verzweifelt: Immer weniger wollen sie wählen. Dabei gibt es Parteimitglieder, die beliebt sind und Wahlen gewinnen. Deren Attacken auf Bürgergeld-Empfänger und gegen Sozialbetrug […]

Der letzte große Ankläger des 20. Jahrhunderts
Zum Tode von Jean Ziegler. […]

Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“
Für Huber, Kommandeur der Bundeswehr-Panzerbrigade in Litauen, sind auch die UPA/OUN-Verehrer der nationalistischen Freiwilligenverbände "unsere Kameraden". Die machen aus ihrer Verbundenheit mit den Nazi-Kollaborateuren und […]

Haltung, Hashtags, Halbfinale?
Diese Woche beginnt die Weltmeisterschaft. Und siehe da: Die deutsche Nationalmannschaft reist diesmal nicht als mobile Außenstelle des Auswärtigen Amtes an. Hält der gute Vorsatz […]

Deutschland im Wahn
Deutschlands Verwicklung in unzählige Kriege, die hauptsächlich den geopolitischen Interessen der USA dienen, hat uns in eine Spirale der Gewalt geführt. Das sagen die Autoren […]

Milei will Argentinien zum Wilden Westen der KI machen und den Kapitalismus entfesseln
Während Trump die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz regulieren will, setzt der Libertäre Milei auf totale Deregulierung, um Konzerne und Investoren anzulocken. KI soll "von den […]

Stört die Bundeswehr den „Schulfrieden“?
Ist die Erziehung zu Resilienz & Kriegstüchtigkeit unbedenklicher Bildungsauftrag? Dürfen Jugendoffiziere die Schuljugend indoktrinieren? Oder sind Waffenträger ein Fremdkörper im pädagogischen Verhältnis? […]

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Klaus Jünschke war Mitglied der RAF und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Heute spricht er öffentlich über Radikalisierung, politische Gewalt und die gesellschaftlichen Bedingungen, die […]

Bundesregierung möchte China im Indopazifik herausfordern
BlackRock-Kanzler Merz drängt Deutschland in eine geopolitische Konfrontation mit China. […]

Frieden, wie geht das?
Frieden ist das Gegenteil von Hysterie, blindem Aktivismus, Eskalationsrhetorik und Aufrüstungswahn. Er verlangt Klarheit über Risiken, politische Stärke, das Überwinden ideologischer Narrative und den Mut […]

Die allesamt politisch angeschlagenen E3-Regierungschefs wollen gegen Russland den starken Mann spielen
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Selbstredend kann Musik „antifaschistisch“ sein. Musik kann aber auch totalitär, rassistisch, nationalistisch, menschenverachtend und faschistisch sein wie das bekannte Horst-Wessel-Lied („Die Fahne hoch“) aus dem Jahr 1929.
Der 2007 verstorbene österreichische Liedermacher Georg Danzer schrieb dazu 1980 ein Lied, weil die Faschisten niemals aussterben. 1980 gab es noch keine AfD und die Frontfrau der blauen AfD war gerade einmal ein Jahr alt. Der „Ehrenvorsitzende“ der AfD, also der Mann, der die Zeit von 1933 bis 1945 und das faschistische Terror-Regime des Dritten Reiches inklusive Holocaust, Euthanasie, den vielen konzentrierten Lagern und den Leichenbergen des Zweiten Weltkrieges einmal als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnete, war damals aber schon 40, also im besten Mannesalter, wie man so schön sagt.
Der oide Wessely aus dem Album „Traurig aber wahr“ von Georg Danzer (1980):
Wann der oide Wessely im Wirtshaus sitzt
Redt er gern von der Vergangenheit
Nur dass des für eam no ned vergangen is
Weil er träumt von einer neuen Zeit
„Ja, i sag′s Euch“ sagt der oide Wessely
„Damals unterm Hitler war’s scho guat!
Heut, wann der noch lebn tät, gebert′s sowas ned
Mit der ganzen Terroristenbruat“
Seine Feund, die ruafn „Bravo Wessely“
Und bestölln a neuche Runde Bier
Und die blade Wirtin setzt si a dazua
Und sie haut si auf die fettn Knia
Weu da Wessely grad Judenwitz erzöhd
Und weu des fuachtbar lustig is
Sagt die blade Wirtin mit ganz feuchte Augn
„Gratuliere, gratuliere, Herr Wessely
Kana kann so Judenwitz erzöhln wie Sie!“
…
Und es gibt no immer so fü Wesselys
Und ihr Mief verstinkt die ganze Wöd
Und die bladn Wirtin sterbn a ned aus
Gratuliere, gratuliere, Herr Wessely
Kana hat die Jugend so versaut wie Sie!
Lieber Moshe Zuckermann,
aus Ihrem Text lese ich den Schmerz, die Angst, die Verzweiflung heraus, die wir angesichts der aktuellen Situation in der Welt und ganz besonders Sie in Israel empfinden müssen. Und ich weiß Ihr Nachdenken zu schätzen, auch weil Sie mein eigenes anregen.
Ich möchte zu Beginn daran erinnern, dass unter den Insassen in Bergen-Belsen Menschen lebten, die gebildet genug waren, um für Ihre Mithäftlinge Vorlesungen über Philosophie und auch Musikaufführungen zu geben. Dies geschah aus einem inneren Bedürfnis heraus, um sich und den Mithäftlingen zu zeigen, dass sie Menschen waren, einer humanistischen Überzeugung verpflichtet.
Nun sind wir noch nicht dort angekommen, sicherlich, aber – gerade weil Ihren Texten hier im Forum immer wieder Leute mit Unverständnis begegnen – will ich betonen, dass, wenn Sie als in Israel Lebender über Kunst nachdenken und schreiben, zumindest mich allsamstäglich aus dem Alltag in ein deutlich höheres Nachdenkniveau mitnehmen. Dafür möchte ich Ihnen ganz herzlich danken.
Das ist aber gerade das Thema Ihres Artikels: Ob Musik geeignet sei, der Barbarei etwas entgegenzusetzen und ob die Barbaren, indem sie Musik für ihre Zwecke einsetzen (Beethoven, Wagner), das humanistische Credo der Musik zerstören. Wie Sie nach einigen meiner Kommentare wissen, stehe ich Adornos Philosophie eher skeptisch, seiner Gesellschaftstheorie von der Dialektik der Aufklärung sogar ablehnend gegenüber. Was Musik betrifft, war er jedoch zweifellos ein Fachmann, auf dessen Urteil man etwas geben sollte, ähnlich wie übrigens auf das des Kommunisten und Komponisten Hans Eisler.
Ich verstehe es so: In der Schönheit eines Musikstücks, einer Melodie lag im bürgerlichen Zeitalter das Versprechen einer glücklichen Zukunft; die Auflösung der Tonalität entspricht dagegen historisch dem Untergang der Hoffnung, dass dieses Versprechen eingelöst werde und dem Verrat an den behaupteten Zielen des Bürgertums. Ein Verrat, der schließlich im Faschismus endete, mit dem diese Klasse ihren eigenen Untergang in dem Glauben besiegelte, ihr durch kommunistische Widersacher bedrohtes Eigentum nur durch ein mörderisches, inhumanes Nazigesindel sichern zu können.
Ist erst einmal der humanistische Kern der Kunst zerstört, wird aus der großen Musik der Klassik Programmmusik. Der Gegensatz, den Sie skizzieren, löste sich also nach meinem Verständnis auf, wenn man den historischen Zusammenhang einbezieht.
Trotzdem bleibt das genannte Versprechen erhalten. Auch im politisch motivierten Lied (die Marseillaise) wird es noch immer vermittelt:
„Aux armes, citoyens, formez les bataillons…“
Nicht umsonst wollte die französische woke Bewegung die Gewalt in der Nationalhymne wegbügeln. Es war ihnen peinlich.
Da ein Kommentar nicht allzu lang sein sollte, abschließend mein Fazit: Musik kann heute nicht mehr „schön“ sein, wie noch im 19. Jahrhundert, weil sie ihren historischen Bezugspunkt verlor. Sie muss aber die technischen Mittel bewahren und für den verloren gegangenen Zweck einsetzen.
So, wie es Theodorakis und gewiss auch Schostakowitsch getan haben.