
Flexible Menschen, funktionierende Bürger: der Terror der Anpassung
Und gerade das Land regieren. Eine Geschichte verlorener bürgerlicher Kulturkämpfe von 1945 bis 2026. Ein wüster Ritt durch die bürgerlichen Abgründe aus Angst, Feigheit und kulturellem Unvermögen - und was weiße Turnschuhe, E-Autos und die FAZ damit zu tun haben.

Zwischen Hoffnung und Abschied
Während draußen über Arbeitsmoral und längere Arbeitszeiten diskutiert wird, arbeiten Pflegekräfte auf Krebsstationen längst an ihren emotionalen Grenzen. Ihre wichtigste Aufgabe beginnt oft dort, wo […]

„Billionäre sollte es nicht geben“
Musks obszöner Meilenstein führt zu Forderungen nach einer aggressiven Vermögenssteuer. […]

Oberste US-Geheimdienstchefin: Die Existenz von US-finanzierten Biolaboren in der Ukraine wurde verschleiert
Von den USA finanzierte Biolabore in vielen Ländern und vor allem in der Ukraine sollen, so Beschuldigungen aus Russland und China, Biowaffenforschung betreiben. Das wurde […]

Veteranen, wehrt euch!
Heute ist Veteranentag. Der Tag, an dem die Lebensleistung ehemaliger Soldaten zu Propagandazwecken missbraucht wird. […]

Pax Americana versus Großeurasien
Der Kampf um die Weltherrschaft. […]

Kann die Wissenschaft weg, Herr Ganteför?
Was steckt eigentlich hinter den sogenannten Klimawissenschaften? Steuert die Welt tatsächlich auf eine „Klimahölle“ zu – oder wird die Debatte zunehmend ideologisch geführt? […]

Wer versteht eigentlich noch den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks?
Die geplante Umwandlung von Cosmo ist mehr als eine Programmreform. Sie wirft die Frage auf, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch seinem Auftrag folgt – oder […]

Trump, der Präsidentendarsteller und das gespaltene Land
Das Phänomen Trump ist widersprüchlich – und dennoch hat er eine weiterhin treue Anhängerschaft. Wie kann man das erklären? […]

Nato-Kommandeur Grynkewich: „Russland ist nicht auf einen Konflikt aus“
In Europa wird vor einem baldigen Angriff Russlands gewarnt, um die Einheit der Nato und die Aufrüstung zu gewährleisten. Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Brauer, bleibt […]

Amtsgeheimnis Corona-Tote
Der Freiburger Rechtsanwalt Udo Kauß, der wissen will, wie viele Menschen tatsächlich "an" dem Virus gestorben sind, scheitert nach sechs Jahren endgültig an der Mauer, […]

Die Kosten werden immer auf das Volk abgewälzt, das nicht davon profitiert
Was nützt der Krieg, außer den wenigen, für die der Krieg riesige Gewinne bedeutet? […]

Die Barbaren sind wieder da
Barbaren gelten als rohe und unzivilisierte Menschen. Bar jeder Menschlichkeit gehören sie auf die unterste Stufe lebendiger Existenz. […]

Musik und Antifaschismus
Wie ist die Beziehung zwischen beiden Kategorien zu verstehen? […]

Studenten, die kaum noch lesen können
Die Klagen und Belege über zunehmende Leseschwäche und kognitive Beeinträchtigungen dürften nicht nur den üblichen Vorbehalte gegenüber den jungen Generationen entspringen. Die Nutzung von KI […]

Intellektuelle Eliten gegen die Demokratie
Wie werden die heutigen Eliten zu Eliten? Was lehrt man sie? Wer legitimiert sie? […]

Bricht Kanada auseinander?
Im kommenden Oktober stimmt die Bevölkerung Albertas darüber ab, ob die Provinz weiterhin im kanadischen Staatsverband bleiben soll. Und bei den Provinzwahlen in Québec, die […]


Eine herausragende Eigenschaft dieser Plastiktüten wäre zu ergänzen. Das Zeug müffelt elendig. Morgens auf dem Weg ins Büro noch erträglich – sofern frisch vom Kleiderregal. Auf dem abendlichen Rückweg stinkt es dagegen bestialisch und macht den Aufenthalt in den Transportmitteln des ÖPNV zur olifaktorischen Herausforderung. Manchmal reicht auch ein kleiner Schub Angstschweiß, dass der werte Kollege bereits vor der Mittagspause müffelt wie ein Fuchs im Oktober.
Nötig ist eine öko-konservative Politik gemäß Herbert Gruhl. Nach den Wahlen im September können Landesregierungen aus AfD und BSW gebildet werden. Bitte klicke auf „Oneironaut“.
Das wird eine Supersause. Da neben Herbert Gruhl ja auch unweigerlich die ablassenden Winde von Baldur „Stahlhelm“ Springmann wehen.
Man kann über Funktionsjacken spotten und sich dabei für etwas Besseres halten. Okay. Aber wer zählt hier eigentlich die Etiketten? Der wandernde Bückbürger trägt seine Funktion am Körper, der Kolumnist seine Distinktion zur Schau. Beide tragen Uniform. Beide stehen an der Leine – und halten sie jeweils für eine Krawatte. Der freie Hund liegt lieber nackt in der Sonne.
Vielleicht sollte man weniger über Jacken als über Einbildungen lachen. Wer glaubt, im Maßanzug freier zu sein als im Goretex, verwechselt Stil mit Unabhängigkeit. Und wer ganze Gesellschaftsanalysen aus Trekkinghosen, Trinkflaschen und Jack-Wolfskin-Logos ableitet, betreibt dieselbe Identitätspolitik, die er andernorts verachtet. Nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Analyse ist das kaum. Eher Geschmackssoziologie für Bessergestellte.
Die Pointe bleibt unfreiwillig: Während der Text das Funktionieren anklagt, reproduziert er die älteste bürgerliche Sehnsucht überhaupt – sich durch Stil über die Masse zu erheben. Da bleibt dann bloß zu sagen: Overton-Leser, willkommen bei Springer TV!
@ Depp Gladiola um 20 Uhr 01 : Ich empfehle die Lektüre von Pier Paolo Pasolini’s „Freibeuterschriften“.
Zitat 1: „Depp Gladiola“
Aus den Overton-Kommentarregeln: „Persönliche Übergriffigkeiten und Ehrabschneidungen sind allerdings zu unterlassen. (…) Beleidigungen sind keine Argumente.“
Zitat 2: „Ich empfehle die Lektüre von Pier Paolo Pasolini’s „Freibeuterschriften“.“
Pasolini kritisierte die Uniformierung der Menschen. Poschardt kritisiert dagegen eine bestimmte Uniform, die ihm ästhetisch missfällt. Das ist ein Unterschied.
Natürlich werden westliche Gesellschaften funktionaler, ähnlicher und optimierter. Dass Menschen heute in denselben Codes, Produkten und Routinen leben, ist nicht zu übersehen. Die spannende Frage lautet aber: Warum? Wenn die Antwort bereits „Jack Wolfskin“ heißt, bevor die Analyse beginnt, wird aus Gesellschaftskritik Milieusatire.
Der Distinktionsgewinn des Stilisten ist keine Flucht aus der Uniformität, sondern nur ihre gehobene Variante. Wer die Anpassung kritisiert, sollte zuerst prüfen, ob seine eigene Haltung nicht längst von der Stange kommt.
Danke für Ihre besonnene Antwort, und „advantage“, dass Sie Pasolini gelesen haben.
Zum Stil: Ich kenne jemanden, der trägt immer einen alten „Glencheck“, wenn er an die Drehbank oder die Stand-Bohrmaschine geht, um einzelne mechanische Komponenten herzustellen. Habe ihn vor Jahren mal drauf angesprochen: „Es ist mir eine Freude, meiner Arbeit nachzugehen in einem Kleidungsstück, das perfekt sitzt!“, war die Antwort.
Hier bist Du als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet, das schreibe ich solidarisch liab, Sepp.
Ein Ulf Poschardt hat es nicht nötig, sich „über die Masse zu erheben“ – er ist seit Jahrzehnten erhoben, lesbar, sichtbar, hörbar. Das hätte Dich stutzig machen können. Mit dem Buch erhebt er sich offenkundig über seine Peers, das ist eine ganz andere Nummer.
Vom Realitätscheck ausgehend hättest Du auf die Idee kommen können, zu fragen, an welchem Ort ist zu welcher Zeit eigentlich „die Masse“ zu suchen? Hat die ’ne Wohnadresse? Trägt die physisch ein „Kainsmal“?
Aktualitätshalber hättest Du an die Fußballstadien denken können. Ja, ob da „die Masse“ wohne oder nicht, darüber ließe sich reden, nur Fakt ist, daß die massenhaft Uniform tragen! Is sich nix mit „erheben“, eher wird eine Gegenrichtung sichtbar gemacht!
Und überhaupt, „erheben“ – wenn die Massen sich über „die Masse“ erheben – ist das nicht allenfalls eine „la ola“ – Welle, in der „sich erheben“ und „sich erniedrigen“ sinusartig die Vorzeichen wechseln? Ulfs Text ist doch kein schlechtes Dokument dafür! (Da stimmte er sicherlich lachend ein, jedenfalls hat er das 2008 sinngemäß getan, als ich und er mal zufällig bei einem Wein zusammen gehockt sind.)
„Sich erheben wollen“ ist ein Motiv und Zweck in allen Standesgesellschaften, das ist nicht spezifisch bürgerlich, und vor allem sollte einer es nicht mit einem ganz und gar anderen Motiv und Ziel verwechseln, weil es oftmals ähnlich aussieht oder auch schlicht zwangsläufig verschwistert wird: sich auszeichnen wollen. Das findet man schon für homo erectus neandertalensis zweifelsfrei dokumentiert, etwas schwächer sind die Befunde bei erectus sensu lato vor rd. 600 k Jahren. In Keimform findet man es bei allen Rudel- und Herdentieren, es ist ein Symptom für einen initialen Schritt der Emanzipation der Sexualität von der Fortpflanzungsfunktion.
Und wenn es nur darum ginge: Spott ist die ubiquitäre komplementäre Antwort auf sowas, worüber die Gecken und Emporkömmlinge in tribal geprägten Gesellschaften glatt dankbar sind – er validiert, daß sich ihr Hervortun im Rahmen des Begrüßten bis Tolerierten hält …
„Trekkinghosen, Trinkflaschen und Jack-Wolfskin-Logos“
Bei Porschardts: FIA-Lizenz, Römer-Sitze, Sourkrauts-Schlüsselanhänger, 911er-Gear, Jeremy Clarkson, Chris Charris, EVO TV – Videos, „911“ (eigenes Buch), PS-Welt, Porsche 911T-Ersatzteile, Ferrari-Magazin,
„Es ist kein Widerspruch, Porsche und Ferrari gleichermassen zu lieben“ (U. Porschardts)
https://www.octane-magazin.de/die-leidenschaften-des-ulf-poschardt/
Die Individuen, die im und vom Gemeinwesen des Geldes zu leben haben, machen in ihm mit! Was erlaube Individuum!!
Folgender Satz dokumentiert den wohlsituiert gepflegten Urlaub vom „Reich der Notwendigkeit“ in der postreligiösen Wahnwelt, denen Adorno und Horkheimer das Bettchengestell gebaut hat:
Das Aufgehen des Individuums in seiner Funktion ist das Kainsmal der Entfremdung.
Man könnt auf die Idee kommen, das sei eine anmaßend hoffärtige Selbstbeschreibung …